Shitlord Mansplaint: Wie man ein feministischer Ally wird

Klopfer hat in Frage 42.563 (ja, Klopfer hat noch mehr Zeit als ich) einen Artikel von einem amerikanischen Dummbeutel kommentiert, der uns erklärt, wie man ein blöder Dummbeutel feministischer Ally werden kann. Es sind 12 Tipps, die natürlich vollkommen ungeeignet sind, ein feministischer Ally zu werden. Feminismus ist ja schließlich kein Handwerk, was man einfach durch Learning by Doing erfassen kann, sondern eine Berufung, was einen gewissen Glauben voraussetzt. Man wird ja schließlich auch kein guter Christ, wenn man auf Tante Käthe hört, nur weil die Sonntags in die Kirche geht und den Priester vögelt.

Get educated Lerne Doppeldenk

Das fängt schon an mit Bobby Blobs Punkt 1: “Get educated”. Er empfiehlt, sich ein paar Artikel anzusehen (nicht etwa: lesen) und wichtige feministische Fachbegriffe zu lernen und zu verstehen, wobei auch lernen und verstehen hier feministische Fachbegriffe sind, die man eigentlich als un-lernen und un-verstehen verstehen muss – Orwell hätte das bellyfeel genannt, aber das ist crimethink. Listen and believe ist der erste, wichtige Schritt zu einem guten feministischen Ally, und natürlich auch zu einer doppelplusguten Feministin. Einfach immer davon ausgehen, dass Denken immer Gedankenverbrechen ist und schön bleiben lassen.

Don’t expect to impress women by supporting feminism Geißle Dich selbst!

It’s one thing to say you’re a feminist, but it’s another to actually be one. Und immer schön an das Doppeldenk denken – und wieder undenken, Denken ist ein Gedankenverbrechen. Geschafft? Plusgut. Doppelplusgut geht natürlich nicht, wenn man einen Penis hat, denn Penisse sind ungut und verantwortlich für Malaria, Pocken, den Sonnenuntergang und die Rape Culture. Das hat der Autor nicht verstanden:

A feminist ally treats women they meet in person, online and through apps with the same respect they expect back.

Denn das ist natürlich unwörtlich zu verstehen, natürlich sollte man Frauen (und alles, was keinen Penis hat oder ihn zumindest nicht mag sowie psychisch gestörte, die zu faul für Haarpflege sind und sich als butch-dyke oder sowas bezeichnen) immer plusrespektieren, während man selbst aufgrund seiner männlichen Privilegien (Doppeldenk hier nicht vergessen) es verdient hat, wie ein Stück Scheiße behandelt zu werden. Nicht nachdenken, das ist wichtig, und ich habe hier notfalls einen Käfig mit Ratten, wenn das jemand anders sieht.

Call out other men Nörgle Leute an und lass dich verprügeln

Hier musste ich nur die Überschrift ändern, da trifft Bobby schon ins Schwarze:

I almost got in a fight when a female friend of mine was called a “slut” as she was leaving a bar because some guy was butthurt that she was doing fine without him. To make sure what I heard was correct, I asked, “What did you say to her?” And thus began a verbal altercation. As you will find/have found, calling out other men can turn to violence and it’s up to you to determine if it’s worth it.

Und wie immer: Undenken, undenken undenken. Das ist plusgut. Doppelplusgut ist es, Neonazis zu erklären, dass Neger auch Menschen sind, vor allem gegen ein Uhr morgens in ihrer Stammkneipe. Hey – Feminismus ist heutzutage intersektional! Und Du hast es eh verdient, Schwanzträger!

Support feminist and female media Gib Dich vollständig auf!

Es ist ein sehr wichtiger Punkt, nicht mehr zu mögen, was man mag, sondern nur noch Sachen zu mögen, die Frauen machen und mögen. Bobby ist z.B. davon überzeugt, dass “boyfriends” ihren “girlfriends” in etwas namens “Sephora” begleiten müssen und ihnen dabei die Handtasche tragen sollten. Ich persönlich würde mir ja lieber die Pulsadern aufschneiden (quer, das heilt wieder), als eine Stunde mit meiner Frau einkaufen zu gehen, aber als guter feministischer Ally macht man das natürlich. Danach geht es in den neuen Ghostbusters-Film und anschließend, ist ja erst 17 Uhr, zur antifaschistisch-intersektionellen Diskussionsgruppe darüber, ob die fette und die hässliche jetzt Lesben sind, bis jemandem auffällt, dass in dem Film eigentlich Geister diskriminiert werden und das rassistisch ist, oder ob man damit Frauen Definitionsmacht nimmt, wenn man sowas sagt. Immer schön daran denken: Das mit den Pulsadern geht auch längs.

Practice consent Kein Sex mit Frauen!

Sex mit Frauen ist grundsätzlich nur ein Produkt der patriarchalen Rape Culture. Der natürliche Status eines feministischen Allys ist Sex mit minderjährigen Strichern auf Chrystal Meth, für Frauen gibt es Katzen, die schnurren schön, wenn man sie an die richtige Stelle legt. Sollte man trotz der Tatsache, dass man ein totales Weichei ist, in die Verlegenheit kommen, dass eine Frau Intimitäten möchte, ist die einzige Möglichkeit, ihr so lange mit unsicheren Fragen auf den Geist zu gehen, bis sie trockener ist als die Sahara und sich politisch korrekt von Abdullah oder irgendeinem Neger vögeln lässt. Vorsicht bei der Verurteilung von Negern oder Abdullahs – die wären auch gute feministische Allys, die sind nur nicht educated genug. Educate ein wenig, siehe Punkt 3.

Believe the victim Glaube Frauen immer!

Das ist natürlich enormst mißverständlich formuliert: Nur und ausschließlich Frauen können Opfer sein, sonst müssten wir ja mal über die Meth-Stricher und Volker Beck reden. Frauen haben zudem immer Recht, weil sie immer Opfer sind. Das gilt auch, wenn sie behauptet, dass Du sie vergewaltigt hättest, obwohl Du sie noch nie gesehen hast – unterstütze sie. Im Knast gibt es dafür auch feministisch korrekten Sex!

Support a woman’s right to choose Arbeite dich tot und gebe alles Geld an Frauen

Frauen haben alle Rechte, aber natürlich keine Verpflichtungen. Wenn eine Frau schwanger werden will, dann darf sie das. Da geht dann notfalls auch Sex, solange er dem Mann keinen Spaß macht. Will die Frau kein Kind, sollte man ihr wenigstens die Pille zahlen, ihre selbstverdienten Hartz4-Zahlungen braucht sie ja schließlich für Handtaschen und Makeup bei Sephora und die Flugtickets nach New York; hier gibt es ja kein Sephora.

Drop phrases steeped in sexism Halt’s Maul.

Da, wie Anita Sarkeesian uns und der UNO erklärt hat, sowieso alles sexistisch ist, solltest Du einfach Deine blöde Klappe halten und Frauen sprechen lassen. Und nein, Frauen dürfen natürlich sagen, was sie wollen, du vergisst schon wieder Lektion 1, und das ist ein Gedankenverbrechen!

Vote Wähle Frauen

Das Wahlrecht ist nicht dazu da, jemanden zu wählen, der Deine Interessen vertritt. Du bist ein widerlicher, patriarchalischer Unterdrücker, und deswegen wählst Du gefälligst Frauen oder zumindest irgendwelche Schwuchteln wie den Kanadier, die Fraueninteressen vertreten. Es ist ja nicht so, dass Frauen die Mehrheit der Wahlberechtigten stellen würden, die können das nicht alleine, die sind ja unterdrückt. Von DIR!

Be responsible for contraception Trage ein Kondom

Da wir Sex mit Frauen eh schon ausgeschlossen haben, solltest Du dringend ein Kondom tragen. Homosexueller Geschlechtsverkehr hat ein überproportional hohes Risiko für widerliche Geschlechtskrankheiten und HIV und so, und das zu behandeln ist teuer. Das Geld brauchen Frauen für ihre Pille, wegen Abdul und den Negern. Die muss irgendwer zahlen, und die Frauen, Neger und Abdul werden das kaum machen, oder?

Don’t be a bystander Wiederhole Dich ständig

Punkt 3, dass man ständig Leuten auf den Geist gehen muss, um ein guter feministischer Ally zu sein, wiederholen wir hier. Zudem tust Du damit etwas gegen das Klischee, dass Feministen nur dummen Schwachsinn reden, weil Du selbst wie ein blöder Vollpfosten dastehst, der immer nur den gleichen Quatsch wiederholt.

Befriend women Enter the friendzone

Da Frauen nicht dazu da sind, Deinen Samen aufzunehmen, sondern nur um Dein Geld aufzunehmen, solltest Du möglichst viele weibliche Freunde haben. Vorzugsweise solche, für die Du möglichst viel machen kannst – Handtasche tragen, Kosmetika bezahlen, Waschmaschine tragen, sie zur Abtreibungsklinik begleiten, weil Abdul kein Kondom benutzt hat, die Rechnung übernehmen.

Es ist 2016, und Frauen, vor allem Feministinnen, sind keine unmündigen, unvernünftigen und quengelnden Kinder. Wenn eine Frau ein Ü-Ei will, kauf ihr ein Ü-Ei. Das hat sie verdient, wie Wahlrecht und so, und alles andere wäre patriachalische Unterdrückung, und wenn sie Danke sagt, mansplaine bloß nicht, dass sie das nur wegen der patriarchalen Unterdrückung macht und das gar nicht notwendig ist. Wenn sie Danke sagen will, darf sie das. Bedanke Dich lieber für das schöne Dankeschön und freu dich auf das Danke, wenn Du ihr ein Auto kaufst. Oder eine Wohnung, Abdul muss ja auch wo schlafen.


Mal ehrlich – ist das so schwer, ein feministischer Ally zu werden? Regel 1 und 2 würden ja eigentlich reichen; vielleicht schneidet man sich mindestens die Eier, besser noch den Schwanz ab. Und immer schön dran denken: Wer will schon das Meer sehen, wenn er auch diesen paradiesischen Ausblick haben könnte?

rr

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