Mimöschen

Interessanter Tag heute. Der Bundesrat, also ein Haufen heuchlerischer Demagogen, hat ja gerade erst beschlossen, dass sie wie heuchlerische Demagogen wirken würden, wenn sie gleichzeitig den Majestätsbeleidungsparagrafen abschaffen und irgendwelche Neger wegen Beleidigung anzeigen, wenn sie sich beleidigt fühlen.

Das kommt heute sehr praktisch, da heute morgen vor Frau Merkels Wahlbüro “einen Schweinskopf mit beleidigender Aufschrift abgelegt” gefunden wurde. Es wird wegen der (nicht näher spezifizierten) Aufschrift wegen Beleidigung ermittelt, was heißt, dass Merkel Anzeige erstattet haben muss; ist schließlich ein Antragsdelikt.

Mimöschen, von Berlin bis Ankara.

Boah, die Aussage wäre viel cooler, wenn ich Schweizer wäre, dann wäre es Ankara bis Zürich. Also, falls die schweizer Regierung in Zürich sitzt.

Wenn sich die heuchlerischen Demagogen glaubwürdig von dem Vorwurf freimachen wollen, sie wären heuchlerische Demagogen, würde ich es übrigens sehr angemessen finden, dass sich Böhmermann hier als Täter bekennt, dann wäre sein dummer Ai Weiwei-Vergleich wenigstens mal angemessen; Ai ist ja gegenüber seiner eigenen Regierung kritisch. Zudem erwarte ich, dass sich Herr Döpfner und die Springer-Presse den Aussagen des Schweinskopfs vollumfänglich anschließen und sie sich juristisch zu Eigen machen, und Detlef Seif das im Bundestag vorträgt. Und natürlich ein Burger mit Schweinskopfsülze in Köln. Meinungsfreiheit, wissenschon.

An dieser Stelle möchte ich übrigens erwähnen, dass ich Verstöße gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz überhaupt nicht lustig oder verteidigenswert finde und hoffe, dass die tatsächlichen Verantwortlichen nach aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Sowas zieht nur Ratten und Kakerlaken an, und wir wollen hier ja schließlich nicht die Zustände haben wie in einem türkischen Flüchtlingscamp.

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Make stupidity illegal

Wusstet ihr schon, dass der Anführer von ein paar pickeligen spätpubertierenden Frauenhasser mit kleinen Penissen, die bei Mama im Keller leben, über die ich bei Nadja schon einen Gastbeitrag geschrieben habe, jetzt international zu Treffen aufgerufen hat, bei denen man sich darüber austauschen kann, Vergewaltigungen zu legalisieren, und danach in der Gruppe wahllos Frauen belästigt?

Also, sagen andere über sie. Sie selbst sagen, dass man sich halt mal treffen will, like-minded men, reviving the “men’s club” idea of old. Es geht also mitnichten um irgendwas mit Frauen – es geht vielmehr um die Gründung eines weltumspannenden Geheimbundes – es gibt Treffen in 43 Ländern, also um nicht weniger als die Übernahme der Weltherrschaft! Wie sonst kommen irgendwelche Neuseeländer auf diese Idee:

Und da man ja nicht einfach so globalen Umsturz planen kann, wendet man natürlich die seit Sun Tsu bekannte Militärtaktik des Täuschens und Tarnens an. Und die Vollidioten glauben das auch noch! Schaut mal diese unglaublich denkbefreite “Journalistin” auf Giga an:

Eine Bewegung unter dem Namen “Make Rape Legal” (Legalisiert Vergewaltigung) plant in den kommenden Tagen offenbar weltweite Events für Vergewaltigungs-Befürworter.

Eine der bekanntesten [Gruppen] nennt sich “Return of the Kings” und sorgt derzeit für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Am kommenden Samstag will die Gruppe unter dem Slogan “Make Rape legal” ein weltweites Treffen für Anhänger der Pro-Vergewaltigung-Bewegung abhalten.

Kann man sich nicht ausdenken, sowas. Also, nicht, wenn man bei klarem Verstand ist.

Die üblichen Gutmenschen (weltweit) rufen natürlich schon dazu auf, die Teilnehmer umzubringen, schwer zu verletzen oder zumindest zu verbieten.

Ich bin hingegen am Überlegen, da mal hinzugehen. Dümmer als das Internet kann es da nicht sein. Und Weltherrschaft ist eine feine Sache.

Und nein, Christian, da hilft auch die eine Stimme der Vernunft nicht, dass alle Rumschreier schlicht zu doof zum Lesen sind und Satire nicht verstehen.

Dummheit & Ideologie

Ich habe nun mehr als eine Stunde damit verbracht, die zunehmend dümmeren – unterbrochen von sehr, sehr wenigen intelligenten – Kommentare zum erzählmirnix-Comic heute durchzulesen. Es gab da schon (vor)gestern einen Comic, der aktuelle Protestbewegungen dafür kritisiert, dass sie doof sind. Das mag natürlich berechtigt sein, dass (und ganz konkret, weil) die Protestbewegungen wirklich so doof sind, wie Nadja sie darstellt, aber ich halte das für niveaulosen Dreck.

Warum? Nun, die Kritiken richten sich gegen Pegida und die Demo für Alle, also diejenigen Menschen, die – auf der einen Seite – auch nur eventuell denken, dass Deutschland irgendwie primär Deutschland sein sollte,  und auf der anderen Seite gegen Eltern, die die offenbar abstruse Vorstellung haben, dass ihre Kinder ihre Kinder sein sollten und staatliche Indoktrination von ihnen fern gehalten werden sollte.

Ich muss nun an dieser Stelle auf die Demo für Alle – Deppen fokussieren, weil das der Punkt ist, wo man wirklich abwägen muss: Wie viel staatliche Indoktrination ist denn tolerabel?

Meine Oma findet Hitler super. Meine Mutter findet das entsetzlich. Meine Mutter findet dafür Genderidologie super, was nun ich entsetzlich finde. Ich nun finde, der Staat hat sich aus meinem Leben rauszuhalten, was so ziemlich alle gerade entsetzlich finden.

Davon ausgehend können wir annehmen, dass elterliche Erziehung weniger Einfluss hat als staatliche – vor allem nicht bei einer kontinuierlich fortschreitenden Expansion des staatlichen Einflusses auf die Kinder, wenn das schon bei meiner Oma, die nie wirklich gearbeitet hat, nicht funktioniert hat.

Dass sich nun Eltern aufregen, dass der Staat noch mehr Einfluss auf die Erziehung ihrer Kinder nehmen will, verstehe ich, auch ohne Kinder zu haben.

Ich nun rege mich auf, dass ich – scheiße – Geld dafür bezahle, dass Kindern anderer Leute etwas beigebracht wird, was nichtmal deren Eltern wollen und was komplett nutzlos ist – weil es eben eine Ideologie ist. Parallel mit der Pegida-Kritik, die ja sehr erfolgreich auf “huh, die bösen Ausländer” verkürzt wird, kann ich auch dazu nur sagen, dass ich keine Lust habe, für jeden Scheiß unbedachten “Plan”, den sich “unsere” ach so demokratische “Regierung” ausdenkt, zahlen zu müssen.

Es ist nun nicht jeder in meiner Situation. Ich muss nicht auf eine Demo, ich muss nichts ändern, und ich kann (notfalls) einfach gehen. Ich habe aber Verständnis für die Leute, die das nicht können; die Leute, die zu doof sind, sich eine differenzierte Meinung zu bilden, und die Leute, die keine Comics zeichnen können. Ich kann aber Leute, die Comics zeichnen, dafür kritisieren, dass sie Comics zeichnen, die keinen Deut an einem Problem, was “normale” Menschen schlicht haben, beheben. Das muss aber natürlich nichts heißen.

Natürlich muss nicht jeder Idiot, der Comics ins Internet stellt, damit die Welt verbessern wollen, aber um  mir selbst wenigstens die Illusion aufrecht zu erhalten, dass das bei mir einen Grund hätte, hier ein ganz deutliches:

emnschaf

Mein Feminismus, Teil 2

Ich möchte als klares Bekenntnis zum modernen Feminismus, vor allem aufgrund der harschen Kritik von @thisisTQ, die ja meint, M* (ich nehme an, Leute wie ich) könnten nichts zur Proliferation des Feminismus beitragen, und vor allem Fietes Kommentar bei Nadjas antifeministischem Pfui-Blog,  auch meinen Beitrag zu einem besseren, moderneren, ehrlicheren Feminismus leisten, der zu seinen Grundwerten steht und das Potential hat, die Massen mitzureißen. Ich würde folgenden Text als erste Strophe anregen:

Die Haare rot!
Die Muschi dicht geschlossen!
Berufsempört!
Neurosen als Popanz!
| : Priv’legien, von Patriarchat und Mann verschlossen
wollen wir auch
Ohne was dafür zu tun! : |

Wenn mir dazu nur noch eine Melodie einfallen würde, die nicht nach §86a StGB verboten ist

Mein Feminismus, Teil 1

Erfolgreiche soziale Bewegungen haben im Kern immer irgendwas, was sie zusammenhält. Eine gemeinsame Idee, gemeinsames Leid, einen gemeinsamen Feind.

Dass sozialen Bewegungen nicht unbedingt toll sein müssen, wissen wir aus der Vergangenheit:

hitler

Bei modernen sozialen Bewegungen befinden wir uns da noch in einem Lernprozess:

feminist

aber es gibt auch schon ein paar Beispiele,  warum Feminismus nicht unbedingt die Lösung aller Probleme darstellt. Und obwohl sogar Hermione findet, dass Feminismus toll ist, finden das nicht alle Feministen. Was ist denn das für eine Bewegung, die sich selbst von innen zerfleischt? Dass kann doch gar nicht sein, habt ihr denn vom Marxismus, Nationalsozialismus, Leninismus, Maoismus, von Pol Pot und der herausragende Juche-Ideologie gar nichts gelernt?

Naja, ich mag hier etwas zu weit gehen, da es als Mann ja vermessen ist, Frauen den Feminismus zu erklären:

tq

aber trotz dieses Gedankenverbrechens möchte ich es versuchen: Was dem modernen Feminismus des 21. Jahrhunders fehlt, ist genau das, was alle menschenverachtenden, für Millionen von Toten verantwortlichen *ismen und -Ideologien hatten: Lieder.

Denn wir wissen alle: Böse Menschen haben keine Lieder, wo man singt, da lass Dich nieder.

Ja, und da soll jemand den Feminismus ernst nehmen?

Ok, sie haben es versucht (Hinweis: peinlich).

Aber das hilft doch nichts. Eine erfolgreiche soziale Bewegung braucht Lieder mit einer Aussage. Lieder, die Menschen begeistern, Lieder mit einem klaren Text, einer guten Melodie. Idealerweise was mit Trompeten und sonstwas theatralischem.

Hier geht’s weiter.