Denunzianten, Duden und Zivilcourage

Puh, da zieht ja was Kreise…
Wir haben ja momentan ein ganz enormes Problem im wichtigen und richtigen Kampf gegen Rechts, was natürlich nicht daran liegen kann, dass die Leute in Deutschland mehr Probleme mit sexuellen Belästigungen, Vergewaltigungen, Morden oder einfach nur Diebstählen haben, nicht wenige davon begangen von Leuten, die absolut vermeidbar gewesen wären, sondern an den ganzen furchtbaren Nazis.

Da wir aber ach so gute Deutsche sind, die ob ihrer Schuldgefühle für etwas, was nichtmal meine beiden Opas gemacht haben (sonst hätte man sie gehängt, nur mal so nebenbei – und das fände ich voll in Ordnung, auch wenn ich dann nicht leben würde) niemals irgendwie in den Verdacht kommen wollen, “rechts” zu sein, auch wenn das mittlerweile bedeutet, dass man sich wie ein hirnloser Vollidiot aus Orwells 1984 zu benehmen hat, und da wir eh jedwede Hoffnung auf eine finanzielle Zukunft der Bundesrepublik zugunsten der oben genannten Kriminellen (und plusminus gleich vielen tatsächlich Schutzbedürftigen) aufgegeben haben, schadet es ja nicht, noch ein paar Preise für würgereizerregendes Gutmenschentum rauszuhauen. Einen davon bekam ein moppeliges Mädchen aus Dresden, die einen Preis für Zivilcourage bekommen hat.

Nun bekommt ja seit Jahren schon jeder Horst Christoph, der sein privates Portemonnaie auf Kosten der Allgemeinheit und unter Vorgabe eines hehren Interesses irgendeiner Minderheit füllt, ein Bundesverdienstkreuz, von daher wäre das ja nun eigentlich kein Thema – aber wir haben jetzt die AfD, von daher ist das endlich mal ein echtes Thema in überregionalen Zeitungen. So weit, so erfreulich.

Das moppelige Mädchen hat also einen Preis für Zivilcourage bekommen, und das fällt genug Leuten auf, dass das sogar ich mitbekomme – danke, Sciencefiles. Ziemlich parallel zu lesen auch auf der Idioten-Plattform Facebook von einem Carsten Härle. Und Herrn Härle muss natürlich sofort von einer radikallinken Schreckschraube entschieden entgegengetreten werden, wegen meines Opas, der nichts verwerfliches getan hat, denn Herr Härle ist bei der AfD, die es noch nicht gab, als mein Opa starb. Bei der Frankfurter Rundschau übernahm das Katja Thorwarth, die wohl wegen ihres furchtbaren Nazi-Namens ein ganz besonders starkes Bedürfnis hat, die AfD als Nazis hinzustellen – obwohl andere, nicht minder linke Autoren ihr diesbezüglich schonmal attestieren, eigentlich “keine Ahnung” zu haben.

Naja, die Schreckschraube schreibt:

Der hessische AfD-Politiker Carsten Härle ist bekannt für seine rechten Posts auf Facebook.

… was mich der Meinung des Zeit-Autoren, der findet, dass Katja (ich tue mir gerade echt schwer, Katja ist ein so schöner Name, und die FR hat ein Bild von der Frau) – die Schreckschraube keine Ahnung hat, anzuschließen; ich kenne Herrn Härle nämlich überhaupt nicht, und die Relevanz eines Lokalpolitikers aus einem Kaffdorf in der Nähe eines Kaffdorfs bei Frankfurt (also, dem einen Frankfurt) sei nun mal dahingestellt. Aber gut, unsere Relevanzgrenze sind ja nun heldenhafte, zivilcouragierte, moppelige 15-jährige Mädchen. Gegen die Herr Härle auf Facebook “hetzt”, denn alles, was die AfD tut, ist Hetzen. Während Schreckschrauben die einzig richtige und wichtige Wahrheit verkünden.

An der Stelle sollten wir mal klären, was eigentlich passiert war:

Das moppelige Mädchen geht auf eine Schule, und wie überall in Deutschland gibt es da ganz furchtbare Nazis.

Ihr merkt, liebe Leser, wie schlimm es in Deutschland mittlerweile um die Zivilisation beschert ist. Während Frauen von illegal hier befindlichen Kriminellen reihenweise vergewaltigt und umgebracht werden sich von alten, weißen Männern blöde Witze anhören müssen, treiben marodierende Waffen-AfD-Gruppen Moslems und Kommunisten in Vernichtungslagern zusammen – machen Jugendliche blöde Witze.

Ne – ernsthaft:

„Das  Schrecklichste war ein Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift ‚jüdisches Familienfoto‘ – da  wehrte ich mich und schrieb, sie sollen mit dem Nazigetue aufhören.“

Grau-samst, findet ihr nicht auch? Wenn ich eine hätte, müsste ich jetzt erstmal meine jesidische Sexsklavin vergewaltigen und meine Zweitfrau prostituieren, weil ich dank der Schwarzafrikaner nicht mehr genug Drogen verticken kann jetzt ein vollkommen denkbefreiter Linker wäre, würde ich der Dame nicht nur einen kleinen Preis für Zivilcourage verleihen, sondern ihr mindestens ein Bundesverdienstkreuz am Bande verleihen und sie als Sonderbotschafter für Menschenrechte zur UN schicken – dank vollkommen unverständlicher Einwände gegen Herrn Mugabe ist da ja eine Stelle frei.

So, die heldenhafte moppelige Schülerin – nennen wir die mal Marion, Mielke hätte die sicher auch adoptiert – hat also gegenüber den marodierenden, gemeingefährlichen Nazis einen Hashtag auf Twitter gestartet Anzeige bei der Polizei erstattet. Das ist eine starke Frau, und das, was sie tut, richtig und wichtig, wären da nicht die widerlichen Nazis von der AfD, die sowas Denunziantentum (lest mal wirklich den Post von dem Härle, der ist gut) nennen. Aber – zur Beruhigung der schuldüberladenen antideutschen Seele – haben wir ja die Schreckschraube, die uns erklärt:

der AfD-Mann, der hier unter Denunziation die Anklage von Volksverhetzung versteht. Dass ‚Denunziant‘ die Beschuldigung anderer aus niedrigen Beweggründen meint, dürfte Härle sicherlich nicht entgangen sein, weshalb er ergo nicht die Volksverhetzung als nieder bezeichnet – sondern den Widerstand dagegen.

Als würde es sich irgendwie ausschließen, dass sowohl Volksverhetzung als auch die Anzeige dieser aus niedrigen Beweggründen erfolgen können. Das ist recht billiger Sophismus, und man kann der FR ob derart widerlicher Rhetorik der FR nur deswegen nicht “Fake News” vorhalten, weil sie “Meinung” drüberschreiben. Achtet mal drauf, wie wenige Artikel zu kontroversen Themen noch ohne diesen Ausrede-Hinweis kommen und bedenkt dann evtl. nochmal Eure Einstellung zu “Fake News” vs. echte Nachrichten, bei denen sowas halt nicht dastehen darf. Aber gut, wenn die FR ein Meinungsmagazin sein will, darf sie das – aber dann ist sie halt nichtmal mehr  “Fake News”, dann ist sie gar keine News, sondern ein Propagandamagazin. Ich frage mich, wann Donald Trump das einsieht und endlich aufhört, die Mainstream-Presse als Fake News zu bezeichnen. Vor allem freue ich mich auf deren Reaktionen.

So – der Punkt ist aber, dass Denunziation nicht nur “Anzeige aus niederen Beweggründen” bedeutet, sondern halt auch nurLeute negativ hinstellen“. Das macht es dann auch einfacher mit dem widerlichen Verwirrspiel: Selbstverständlich kann man auch widerliche Leute denunzieren. Warum auch sollte man nette Leute denunzieren?

Nun war das aber der Schreckschraube noch nicht peinlich genug, Herrn Höckes inhaltlich offensichtlich vollkommen zutreffender Bewertung des “ausgezeichneten” Verhaltens von Marion auf Basis einer unvollständigen Lexikondefinition zu begegnen zu versuchen, als wäre sie eine 16-jährige, hirnlose Feministin, sondern sie musste noch einen zweiten Artikel dazu schreiben:

Eine Schülerin erhält einen Preis für Zivilcourage und die Rechten bekommen Schnappatmung.

Es ist schon ein bisschen bezeichnend, jetzt ausgerechnet den Rechten Schnappatmung zu unterstellen – oder? Ich meine – was die (von der Schreckschraube erwähnten) Rechten gemacht haben, waren – der Reihe nach:

  • Blöde Witze
  • Ein inhaltlich vollkommen berechtigter, kritischer Facebook-Post
  • Eine rationale Analyse mit etwa dem gleichen Fazit wie der Facebook-Post

Die Linken haben gemacht:

  • Eine Anzeige bei der Polizei
  • Staatsanwaltliche Ermittlungen und ggf. ein strafrechtliches Verfahren
  • Ein fucking Preis für angebliche Zivilcourage
  • Mehrere Artikel in regionalen wie überregionalen Tageszeitungen Propagandaschriften
  • Facebook löscht den keineswegs fragwürdigen falschen Post von Herrn Härle

Entscheidet bitte mal einfach selbst, wer da jetzt “Schnappatmung” respektive wer klinisch relevant hysterisch in die Geschlossene gehört. Oder ob es jetzt schlimmer ist, dass sich ein paar 15-jährige (angeblich) unreif wie geschmacklos verhalten oder die Tatsache, dass das die breite deutsche Medien-, Politik-, und Justizlandschaft beschäftigt.

Der zweite Artikel war nämlich nötig, weil die Schreckschraube ihre Informationen offenbar nur von Facebook bekommt und nicht von seriös recherchierten und mit Quellen hinterlegten Blogs wie Sciencefiles – bei ihr klingt das negativer:

Doch der AfD-Mann wäre nicht Carsten Härle, ließe er es damit auf sich beruhen. Mit „Denunziation heißt nun Zivilcourage“ postet er einen weiteren Artikel zum Thema, den die rechte Online-Plattform Faktum-Magazin dem radikal antifeministisch-pseudowissenschaftlichen Blog „ScienceFiles“ entnommen hat.

Wir analysieren mal die Unterstellungen:

  • Der AfD-Mann ließ es nicht “auf sich beruhen” , dass Facebook seine verfassungsrechtlich garantierte Meinungsfreiheit nicht respektiert. Komischerweise findet die Schreckschraube nicht, dass Herr Härle dafür einen Preis für Zivilcourage bekommen sollte.
  • Das Faktum-Magazin sei eine rechte Plattform. Okay, der Punkt ist fair, aus Sicht einer radikallinken Propagandaschrift ist alles “rechts”, und dass die FR recht offensichtlich eine solche ist, hatten wir oben geklärt.
  • Sciencefiles sei ein “radikal antifeministisch-pseudowissenschaftliches Blog”. Okay, es ist ein Blog. Aber es ist doch nicht radikal antifeministisch – ich meine, ich fordere, Feministen als Hexen zu verbrennen. Herr Klein (und Sciencefiles insgesamt) fordert nur, dass wir aufhören, den Dummschwätzern Geld in die untervögelte Muschi zu blasen, und SF würde das niemals so formulieren. Womit das also schonmal blanker Unsinn ist – oder aber das Wort “radikal” nur ein wertloser Lückenfüller, aber dann ist die CDU eine radikal-linke Partei (Urgh; der Gedanke gefällt mir gar nicht, dass das stimmen könnte). Zu pseudowissenschaftlich – ach, das überlasse ich Herrn Klein, solchen Denunzierungen (!) und Diffamierungen begegnet man mit einem Call, wenn der Gegenspieler blufft und keine Ahnung vomn Spiel Wissenschaft hat.

Drei fucking ad hominems – oder die grenzdebile Variante davon, das ad Quellem – die alten Philosophen haben sich offensichtlich keine derart blöden Diskutanden vorstellen können. Kommt da noch was inhaltliches?

Dass Zivilcourage die Wahrung moralischer Werte meint, trotz möglicher Nachteile, ist begrifflich gar nicht an eine Staatsmacht als Gegenüber gekoppelt.

Eine fucking Lexikondefinition. Die FR beschäftigt eine Frau, die fucking Lexikondefinitionen (neben (absichtlichen?) Missverständnissen, natürlich) als einziges fucking Argument hat.

Der nicht genannte Autor braucht diese sachlich falsche Behauptung jedoch, um seine simple Argumentationskette durchzuhalten.

Der “nicht genannte Autor” steht unter dem fucking Artikel, aber die widerliche Schreckschraube braucht den Punkt, weil es ihrer Leserschaft von Blockwarten natürlich ein Dorn im Auge ist, missliebige Leute nicht denunzieren zu können und es sie gleich noch rechter und denunzierenswerter macht. Wie Kinder, die geschmacklose Witze machen, wir leben schließlich in einem Rechtsstaat und brauchen Ablenkung von echten Problemen, die mit linken Utopien wie offenen Grenzen einhergehen. Panem et Circensis, oder auf Deutsch: Preise für Zivilcourage und die Frankfurter Rundschau.

Aber lesen wir mal selbst, warum Herr Klein die staatliche Obrigkeit als Kriterium für die Beurteilung des Vorliegens von Zivilcourage gewählt haben könnte – mit Hilfe der von ihm verlinkten wie fucking zitierten Duden-Definition. Fuck, und das war das “Gegenargument” der Schreckschraube: Nicht fucking lesen können.

Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt

So… und ich bin da jetzt nicht Herr Klein und stelle deswegen schonmal in Frage, ob die Aufregung über das geschmacklosejüdische Familienfoto” [eine Rauchwolke] (das war “das Schlimmste“, wir müssen uns also nicht mit Kleinigkeiten aufhalten) jetzt einen nennenswerten humanen oder demokratischen Wert verletzt.

Demokratisch schließe ich aus; ich durfte darüber nie abstimmen, und ich durfte auch nie über die existente repräsentative Demokratie abstimmen, von daher ist das höchstens ein totalitärer Wert aufgrund der Tatsache, dass es halt einen extra fucking Paragrafen dafür gibt, blöde Witze über den Holocaust zu machen – solang Juden betroffen sind. “Mein Opa ist im KZ gestorben – ist besoffen vom Wachturm gefallen” war zu meinen Studentenzeiten eine beliebte Methode, dumm-gutmenschliche Linke, die die Stimmung verderben wollten, loszuwerden. Heute bekämen die Pisser einen fucking Preis für Zivilcourage, damit sie fröhlich weiter jedwede positive Stimmung zerstören können – wobei ich jetzt eher annehme, dass sie eins aufs Maul von den Afghanen bekommen – und naja, wenn ich so zurückdenke, haben sie das damals auch. 

Ah – humane Werte. Ja, es ist nicht lustig, eine Million Juden zu verbrennen. Oder sechs. Oder einen Zahnarzt, aber man darf ja keine Holocaust-Witze mehr machen. Aber – ist das nicht was anderes? Ist es nicht enorm wichtig, sich über dumme, lächerliche politische Bewegungen lustig zu machen?

Ich habe irgendwo gelesen: wenn es Deine politische Position nicht verträgt, dass man sie ins lächerliche zieht, ist sie scheiße, und faktisch hat jedes totalitäre System ebendies verboten. Ich finde es von daher wichtiger, nicht in einem inhumanen, totalitären System zu leben, was auch noch so blöde Witze verbietet, als die Befindlichkeiten der NS-Opfer – ah, Moment, die sind tot. Also, als die Befindlichkeiten der NS-Überlebenden – ah, Moment, die sind langsam auch alle tot. Ja – neeee, Kinders, ich lebe lieber nicht in einem totalitären System, als dass hier jedes Pseudo-Opfer sein ganz besonderes Schneeflockentum ausleben kann. Fairerweise aber spreche ich es Marion nicht ab, dass sie das anders sehen kann und tut; ich bin ja kein widerlicher linker Totalitärer. Von daher machen wir ein Häkchen bei der Motivation. Und dann landen wir wieder bei den eventuellen (negativen) Folgen “in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o.Ä.”.

Okay, betrachten wir da mal Marions Situation: Von den Obrigkeiten wird sie mit einem Preis ausgezeichnet, von der Öffentlichkeit als Heldin gefeiert… ja…. wo sind denn da auch nur eventuell negative Folgen? Was hätte ihr denn passieren können? Dass sie gesagt bekommt, dass sie eine blöde Kuh ist? Das ist keine negative Folge ihres ach so couragierten Akts der Nächstendenunziationliebe, sondern das war ihr fucking Motivator:

Die Dresdnerin erntete nur Anfeindungen („wohl zu viele tote Juden eingeatmet“) und wandte sich an die Polizei.

So… und damit wäre dann auch der hehre Beweggrund weg; die wollte nur die Leute bestraft sehen, die nicht mit ihr einer Meinung sind, wie jeder brave Stasi-Denunziant. Das ist aber nicht nur Denunziantentum, das ist totalitäres Herrschaftsverhalten, unterstützt und ausgezeichnet von einem totalitären Staat. Denn aufgrund persönlicher Anfeindungen zu denunzieren ist kein humanistisches, sondern ein subjektives Motiv, und die Schreckschraube schreibt das – basierend auf Zitaten – auch noch so hin.

Und – als reiche das noch nicht, um nicht nur zu zeigen, dass das Mädel eine egoistische, geltungssüchtige Denunziantin ist, sondern auch um gleich noch ihren eigenen Punkt zu widerlegen, als hätte Marion irgendwelche reale, negativen Konsequenzen zu befürchten, publizieren sie auch noch ein Bild von ihr. Zweimal (zweimal in der FR. Überall sonst auch, siehe Links unten. Man könnte fast meinen, die wollen das arme Mädel ihrer Ideologie opfern, brauchen einen Märtyrer und sind alle zu feige). 

Fucking mutig das. Fucking mutig.

Fairerweise aber ist das arme Mädel 15 Jahre alt, und während man mit 15 schon total wiederlich sein kann, ist das eher Schuld der Erziehung und der Indoktrination – meine Oma war unter Hitler so  15, und das ging nie so ganz weg mit der NS-Ideologie. Es wäre also unfair, Marion da zu viel eigene Entscheidung zuzuschreiben; das wird sie schon merken, wenn sie auf dem Heimweg von der Schule mal kulturell bereichert wird.

Das Mädchen, das sich gegen ihre Klassenkameraden trotz Anfeindungen wehrt, handele fremdgesteuert und obrigkeitshörig, und eben nicht ihren Wertvorstellungen entsprechend – wie es die Widerstandskämpfer während der NS-Zeit getan haben.

Ja – das unterstellt keiner. Ihr tut so, als macht sie das aus Eigeninteresse und nicht, weil sie euren Bullshit glaubt und es einfach nicht blickt, was das für eine Gesellschaft fördert. Oder dachtet ihr, meine Oma war super-dankbar dafür, dass ihr Haus weggebombt wurde? Oder die Nachkriegszeit? Ich nehme an, Marions Uroma ist tot, die lebte in den Ostgebieten, die hätte da aber sicher noch weniger drüber geredet. Aber wir müssen jetzt nicht so tun, als wäre da alles heiler SafeSpace gewesen, oder?

Oh – das ist übrigens böses Nazi-Sprech, findet die Schreckschraube:

„Vielleicht sollte die mal von 10 Goldstücken verwöhnt werden“, gibt Hans T. seinen Vergewaltigungsfantasien freien Lauf.

Das sind nämlich nicht Hans T.’s Vergewaltigungsfantasien. Das sind die Vergewaltigungsrealitäten von einer ganzen Menge Frauen.

Und es ist defintiv nicht Marions Schuld, wenn ihr das passiert. Es ist aber die Schuld von euch. Von der Schreckschraube Katja Thorwarth, die junge Frauen in einer der gefährlichsten Zeiten in Deutschland seit 1949 dazu ermutigt, sich dümmlich mit Stärkeren anzulegen, als könne ihr nichts passieren, der jüdischen Gemeinde in Berlin, die ihr für dieses Verhalten einen Preis verleiht, ihr vom Spiegel, der Welt, der BILD, RTLallen Propagandamedien? Euch gebührt jedwede Schuld, wenn Marion, die eigentlich Emilia heißt, irgendwas schlimmes passiert, weil ihr ihr beibringt, dass sich die Welt nur um sie dreht, dass ihr niemals was schlimmes passieren kann und es fucking heldenhaft sei, sich strunzblöde zu verhalten und sich auf ein bigottes System zu verlassen, was nichtmal seine elementarsten Pflichten – das Wohlergehen der Bevölkerung – wahrnimmt, sondern stattdessen fucking Gedankenverbrechen verfolgt wie Orwells IngSoc, und ihr ihr erklärt und sie belobigt dafür, dass das gut und richtig und wichtig sei. Tipp: Das ist fucking Drecksegal.

Ah – sollte dieser Post irgendwie das arme Mädel erreichen: Die weitaus meisten Menschen sind anständig. Es ist nichts verwerflich oder schlecht daran, Leute wegen Straftatbeständen anzuzeigen – man macht sich damit nur keine Freunde, vor allem, wenn es Lappalien sind, aber die Deppen tun dir nix. Die helfen Dir jetzt nur im Fall der Fälle nicht mehr, aber jedweder anständige (und wie erwähnt, das sind die meisten) AfD-Wähler würde das schon tun. Wie auch die absolut meisten Türken, Afghanen, Iraner, Iraker etc. pp. Aber sei fucking vorsichtig, Mädel; niemand hat Dir mehr gesunden Menschenverstand beigebracht. Dafür hast Du sicher eine Freundin mit Kopftuch, lass die Dir das erklären; je kürzer die hier ist, desto besser kann sie das.

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Ja, ich will das wirklich.

Heute hat es im Golf von Göcek fast vier Beaufort, 33°, strahlenden Sonnenschein und irgendwo, ganz weit weg, sind Wahlen.

Wie Herr Danisch schon (mehrfach) anmerkte, merkt die Presse langsam, dass sie durch dümmliches, ungebründetes AfD-Bashing genau das getan haben, was die #Aufschrei-kreischenden US-Medien für Donald Trump getan haben: Die Leute haben ihnen /ihm plötzlich Beachtung geschenkt. Und dann festgestellt, dass das, was er/die sagen, eigentlich gar nicht so dumm ist. Danke, lieb Presse, für das – um das mal im Jargon der Verschwörungstheoretiker auszudrücken; ich bin da ja einer davon (kommt…) – Aufwecken der Schlafschafe.

Naja, pünktlich zur Wahl ist das der Presse aber wie erwähnt endlich auch aufgefallen, und das finden sie nicht so toll. Von daher geben sie das Wort zum Wahlsonntag einem etablierten Intellektuellen, namentlich Christian Stöcker, der promovierter Kulturkritiker ist. Hey – ich meine, der hat Kulturkritik studiert; der muss was können, oder? Zum Beispiel Wahlwerbung für die AfD machen, weil die Linke weder aus eigenen Fehlern noch aus der Geschichte lernen kann.

Freilich, die Wahl ist fast vorbei, die linken Heulsusen werden sich an 15% AfD-Hanseln im Parlament gewöhnen müssen und diejenigen, die die AfD gewählt haben damit abfinden, dass auch die vernünftigsten Leute durch plötzliche Macht und unendlich viel Geld total korrumpiert werden. Aber ich kann bei der heftigen Sonne nicht schwimmen gehen, und die 3€ mehr für Vodafone statt Turkcell bescheren mir hier LTE. Von daher – lesen wir Christians Artikel doch einfach zusammen:

Noch unentschlossen, was Sie heute machen sollen?

Ja – total. Wir könnten hier bleiben, oder wir könnten einmal im Kreis durch den Golf segeln, und vor allem könnten wir heute Abend ins Adaia essen gehen. Oder Schinkennudeln kochen. Oder zurück in die Marina und auf den Fischmarkt. Schwierige Entscheidungen, ich weiß. Danke für die Nachfrage.

Mein Ratschlag wäre: Gehen Sie ins Wahllokal und wählen Sie, falls Sie das nicht schon per Brief getan haben.

Das hilft mir aber jetzt nicht weiter bei meinen echten Problemen. Mir ist eine der Kühlmanschetten für das Bier geplatzt, noch dazu. Das spricht für die Marina, da bekomme ich eine neue. Gewählt habe ich natürlich schon…

Und: Wählen Sie nicht die AfD. Aber viele, den Umfrageergebnissen zufolge sogar Millionen Wahlberechtigte in diesem Land, tragen sich ja nun mal offenbar mit dem Gedanken, ihre Stimme doch der Partei mit dem roten Pfeil zu geben.

Ja, und das sind sogar noch mehr, als ihr linksgrünversifften Journalisten und “unabhängigen” Forscher denkt – freilich, Herr Klein von Sciencefiles ist – wie ich – nur ein rechter Verschwörungstheoretiker, aber seine Wahlprognosen sind durchgehend besser als alle in den Medien. Man könnte fast auf die Idee kommen, dass diejenigen, die von bekloppten Linken in die rechte Ecke gestellt werden, Recht haben.

hier ein paar Gründe, für die AfD zu stimmen, in Frageform. Stimmen Sie hier zu?

Das ist zwar billige Polemik, weil der Autor natürlich keinerlei Grund nennen will, für die AfD zu stimmen, sondern nur die (seines Erachtens) lächerlichsten Aussagen irgendwelcher beliebiger AfD-Leute hinstellt, als wäre das ein Bild der gesamten Partei – was komischerweise niemand mit Ralf Stegner und der SPD macht, aber egal – gehen wir die mal durch (ja, wird lang. Aber wie erwähnt, wenn ich bei der Sonne schwimmen gehe, bekomme ich nur einen Sonnenbrand, und Celil hat mein Bimini wirklich toll erneuert):

Glauben Sie, dass es Ihr Leben und das Ihrer Verwandten und Freunde verbessern wird, wenn wir alle jetzt anfangen, “stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen”, so wie AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland?

Hmmm… nein. Wobei – ich denke, meiner Mama würde es helfen, nicht mehr unbedingt radikalgrünlinks wählen müssen zu glauben, nur weil Opa bei der Waffen-SS Totenkopfstandarte im Generalgouvernement war… obwohl sogar die Amerikaner befunden haben, dass er da nix verwerfliches gemacht hat – sonst hätte ich ja keine Mama.

Oder glauben Sie, so wie der Kaiserslauterner AfD-Direktkandidat Stefan Scheil, dass Polen eigentlich Deutschland erobern wollte, damals, 1939? Dass Hitler dem Feind bloß zuvorkam?

Ne, das wäre geschichtsvergessen. Polen wollte nur die deutschen Enklaven (Danzig, Königsberg) und hat den Nazis (und den restlichen Deutschen vorher wie nachher) eine zollfreie Bahnlinie verweigert. Wir können jetzt diskutieren, ob Hitler nicht – wie das die Amerikaner gemacht haben – einfach eine Luftbrücke hätte etablieren können, bis die fucking Kommunisten sich mal wie Menschen benehmen. Werden wir nie erfahren; aber Kommunisten benahmen sich nie und benehmen sich immer noch nicht, wenn man sie nicht besticht, von daher ist das jetzt nicht der beste Kritikpunkt – wenn man Korruption ablehnt.

Glauben Sie, so wie zum Beispiel der niedersächsische AfD-Kandidat Wilhelm von Gottberg, der Holocaust werde hierzulande wie ein “Mythos” behandelt, als “ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt”?

De facto gibt es Einschränkungen beim Zugang zu den Unterlagen aus der Zeit. Dass da keine freie Forschung möglich ist, ist also keine Glaubensfrage, sondern Faktum. Ob der Holocaust von seinem tatsächlichen Ablauf her jetzt zu einem insbesonderen auf seine “Konsequenzen” unwidersprechlichen Mythos hochstilisiert wird, ist eine Glaubensfrage. Ich denke, dass es da durchaus Tendenzen dazu gibt; wir schenken den Juden – jetzt in Israel – ja nun 70 Jahre später immer noch U-Boote, weil Opa so furchtbar war. Also, der von den Politikern und den totalitären Linken, offensichtlich, meiner hat ja richterlich bestätigt nix gemacht.

Möchten Sie, so wie Björn Höcke, eine “erinnerungspolitische Wende um 180 Grad”?

Wie soll die denn aussehen? Wir stecken alle ins KZ, die unangemessene Nazivergleiche machen? Da bin ich dagegen, ich liebe Nazivergleiche. Die aktuelle Politik ist derart scheiße, dass man unfreiwillig “Mein Kampf” zitiert, wenn man sie beschreibt, und das erklärt auch das Aufstreben der Rechten Parteien, auch wenn die mitunter menschenverachtenden Bullshit fordern. Paar tote Neger sind halt für den ordnungsliebenden Deutschen nicht so schlimm wie #Aufschrei-Anne, der ein Neger an den Arsch grapscht. Dass jede noch so faschistische Rechte nur die Konsequenz aller Rechtschaffenen ist, sich vor marodierenden Linken (früher Rotfront, heute Antifa) zu schützen, kommt den Deppen ja nicht in den Sinn. Und dass sie selbst – und nur sie – daran schuld sind. Wenn die Gesellschaft auf Idioten und Nazis reduziert wird, fällt mir die Entscheidung nicht schwer, mich für eine Gruppe zu entscheiden. Vor allem wegen der mitgelieferten Ausrede: Die, die “scheiß Nazis” brüllen, sind eh Idioten.

Glauben Sie, wie von Gottberg und viele seiner Parteifreunde, dass es einen “Kult mit der Schuld” gibt hierzulande, und dass es Ihnen, Ihren Freunden und Verwandten besser ginge, wenn der beendet würde?

In Beijing, an einer Seitenstraße der Xiaoyun Lu, gibt es einen Mongolen, der alle Deutschen mit dem “Deutschen Gruß” begrüßte. Höchst respektvoll, übrigens; Mao fand Hitler super; die wissen es nicht besser. Da hilft Aufklärung gar nix, das verstehen indoktrinierte Leute nicht. Ayşes Eltern fanden das Lokal besonders toll, weil sie da als Deutschtürken endlich mal behandelt wurden wie “echte” Deutsche. Davon ist Indoktionation aber halt trotzdem scheiße. Von daher: Ja, kulturelle Indoktrination ist abzulehnen.

Kurz: Finden Sie auch, dass das ganze Erinnern an den von Deutschen verübten industriellen Massenmord jetzt aber mal beendet gehört?

Ne, das sollte man schon ruhig betonen: Wenn man Deutschen zu sehr auf den Sack geht, dann lösen sie ihre Probleme, effizient und “industriell”. Und scheißen vollkommen auf ängstliche Prognosen; “Wollt ihr den totalen Krieg” erntete heftigen Beifall. Bis zum fucking Untergang. Das ist – traurig, aber wahr – deutsche Kultur. Schön ruhig bleiben und den Rasen nicht betreten, weil’s verboten ist. Top, wenn sich alle dran halten. Kann man auch ruhig und nett sagen. Aber beim x-ten Betreten auch nur des fucking Rasens reicht’s dann halt. Das sollte man wirklich öfter sagen. Aber nicht den Nazis – die finden es nur nicht gut, dass auf dem fucking Rasen irgendwelche Zigeuner Zelten und Abdullah ihre Tochter vergewaltigt. Die Deutschen sind ein friedliebendes Volk, wir haben keinen Bock auf Krieg – wir verlieren ja eh bloß. Aber bitte, bitte lasst es nicht bis zum “Scheiß drauf” – Punkt kommen. Wir können das auch demokratisch regeln; mit Reden. Deswegen wählen wir ja die AfD. Damit die mit euch reden, ihr, die das nicht verstehen.

Möchten Sie eine Partei im Bundestag sehen, die sich, ihrem Tübinger Direktkandidaten Dubravko Mandic zufolge, “vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützerumfeld, nicht so sehr durch Inhalte” von der rechtsextremen NPD unterscheidet?

Öhm… ja. Einen Deppen muss man verzeihen. Soagr ein paar. Man braucht ja für eine Partei leider mehrere Leute und kann nicht einfach nur Frauke Petry wählen.

Freuen Sie sich, so wie Mandic, über ein “entstehendes rechtsradikales Netzwerk zwischen AfD und Identitärer Bewegung”?

Ich weiß nicht, wo die Anführungszeichen herkommen, aber ich freue mich sehr über ein rechtes Netzwerk, da die fucking linken Netzwerke die Gesellschaft als Ganzes spalten und kaputtmachen – und das auch wollen, das sind die “Deutschland Verrecke” – Leute, bei denen Claudia Roth mitläuft. Weder die AfD noch die IB sind irgendwie rechtsradikal, aber mirwegen geben wir den Linken ihre neuen Wörter und sind das halt. Wie oben erwähnt: Wenn die Wahl zwischen Böse und Dumm ist, bin ich böse.

Halten Sie diese sogenannte Identitäre Bewegung, die der Verfassungsschutz beobachtet, weil er dort “Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung” erkennt, so wie der Münchner AfD-Direktkandidat Petr Bystron für eine “tolle Organisation”?

Die IB hat es zumindest geschafft, den Flüchtlingstaxiservice im Mittelmeer mal in den Fokus zu rücken. Von daher: Ja, natürlich. Ich finde übrigens auch den Verfassungsschutz eine “tolle Organisation”, der tut nur komischerweise die Verfassung nicht vor Frau Merkel oder der SED schützen.

Finden Sie es gut, wenn Bundestagsabgeordnete an Aufmärschen dieser “Bewegung” teilnehmen, so wie der Bremer Kandidat Norbert Teske?

Nein, das finde ich grundfalsch. Herr Teske ist aber kein Bundestagsabgeordneter.

Glauben Sie, dass die deutsche Gesellschaft Integrationsprobleme am besten in den Griff bekommt, wenn sie sich nicht scheut, so wie der AfD-Direktkandidat Thomas Seitz (Kreis Emmendingen-Lahr) das vorschlägt, “Menschen mit schwarzer Hautfarbe weiterhin Neger” zu nennen? Dass man dunkelhäutige Menschen am besten begrüßt, indem man ihnen eine Banane schenkt, so wie der bayerische AfD-Kandidat Benjamin Nolte – auch genannt “Bananen-Nolte”?

Das sind zwei Fragen. Ich glaube, dass man “Integrationsprobleme” am besten in den Griff bekommt, indem man Leuten, die sich daneben benehmen, einen großen roten Punkt auf die Stirn tätowiert und sie zu Vogelfreien erklärt, aber dank 20 Jahren linksgrüner Bildungspolitik müsste man an der Stelle mal an die Inder denken, die dann halt ggf. verwechselt werden. Und auf Negern sieht man Rot nicht so toll…

Das ist eine blöde Frage. Sinti und Roma sind ja immer noch Zigenuer – und stehlende, arbeitslose Assos, auch wenn man sie anders nennt. Neger sind nur schwarz, das ist in meiner Generation nichtmal negativ konnotiert; das wird es nur durch die, die noch nicht so lange hier sind.

Und mögen Neger keine Bananen? Ist die Banane ein typisch deutsches Begrüßungsgeschenk? Sind Deutsche plötzlich irgendwie nett? Thailänder sind nett. Die meisten anderen Länder haben nette Kulturen. Wir nicht. Deutsch ist, zu fragen, “was willst du hier?”, gefolgt von einem “verpiss dich”. Könnt ihr gerne bei den Vorzeige-Gutmenschen in der Roten Flora oder in der Rigaer ausprobieren, die sind auch nicht anders. Deutsche sind nicht nett. 

Glauben Sie, so wie zum Beispiel der bayerische AfD-Kandidat Peter Boehringer, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Uno in Wirklichkeit von einer geheimnisvollen Organisation namens New World Order – das ist das neue Wort für die jüdische Weltverschwörung – gesteuert werden?

Ob das nun Juden sind – hey, man muss (neidvoll) anerkennen, dass die Juden mit ihrem völkischen Nationalismus und enormen Rassismus sogar im Moloch des Nahen Ostens erfolgreich sind.  Aber wichtigere Frage: Von wem wird denn die UNO gesteuert? Gewählt habe ich die ja nun nicht.

Glauben Sie, so wie Boehringer, aber zum Beispiel auch der sächsische AfD-Kandidat Göbel und diverse andere in der Partei, dass solche dunklen Mächte eine “Umvolkung” Deutschlands anstreben?

Naja, deutsche Politiker stehen sehr hinter Denis Yücel, der das deutsche Volk sterben sehen will. Von daher – das sind nicht nur “dunkle Mächte”, das sind auch aktuelle Politiker und Terroristenunterstützer wie die Presse. Dunkle Mächte? Keine Ahnung.

Und zudem mit aktiver Hilfe der etablierten Bundestagsparteien die Bevölkerung austauschen wollen?

Das ist irrelevant; die etablierten Bundestagsparteien und die Presse wollen das faktisch, haben sie auch gesagt (googelt selber).

Fürchten Sie sich, so wie der hessische AfD-Kandidat Martin Hohmann, vor einem “Austausch der Bevölkerung”?

Nö. Ich bin in (mindestens) sechster Generation arischer Deutscher und damit eh besser als alle anderen – Deutschen. Man beachte bitte das “damit”, das ist kein “deswegen”. Ich bin in einem Land geboren, das verdammt viel Bildung bereitstellt, enormst liberal und aufgeklärt ist war, und alleine die Tatsache, dass ich lesen kann, macht mich zu einem nützlicheren und produktiveren Mitglied der Gesellschaft als den Großteil der Bevölkerung Indiens und so ziemlich jedem aus Afrika. Ich halte es aber für eine strunzblöde Idee, das Deutschland, was meine Opas aus dem zerbombten Nichts geschaffen haben, einfach wegzuwerfen.

Finden Sie Theorien verbreitenswert, so wie der manchmal AfD-“Parteiphilosoph” genannte Marc Jongen, nach denen dunkle Mächte eine “Mischbevölkerung” schaffen wollen, um Deutschland zu schwächen?

Nochmal: Ich habe keine Ahnung, welche dunklen Mächte das sein sollen, aber die Grünen und die Linken wollen das ganz sicher. Aber grundsätzlich: Nö, das schwächt Deutschland nicht, das führt nur zu rechten Parteien und Konzentrationslagern. Und wenn das nicht der Fall ist, halte ich es mit Hitler – dann soll das Land halt verrecken; “wir” haben es nicht anders verdient. Das täte mir nur leid für meine sehr deutschen Freunde, die halt großteils überhaupt nicht deutsch aussehen, und deren Eltern genau aus den Ländern geflohen sind, deren idiotische Ideologen wir jetzt hofieren.

Halten Sie es, so wie Göbel, für gerechtfertigt, Menschen ausländischer Herkunft als “Schmarotzer” und “Parasiten” zu bezeichnen?

Das ist sehr davon abhängig, ob sie Schmarotzer und Parasiten sind. Falls ja, halte ich das natürlich für gerechtfertigt; alles andere wäre rassistisch.

Finden Sie, so wie der Berliner AfD-Kandidat Nicolaus Fest, dass man alle Moscheen in Deutschland schließen sollte?

Nö. Das macht es dem Verfassungsschutz doch einfacher, seine Arbeit zu erledigen.

Oder, so wie der hessische AfD-Kandidat Albrecht Glaser, dass Muslimen nicht das Grundrecht auf Religionsfreiheit zusteht?

Herr Glaser hat gesagt, dass der Islam die Religionsfreiheit nicht anerkennt (wie alle anderen Religionen auch, btw.) und damit dem deutschen Grundgesetz widerspricht, welches deswegen vor dem Islam geschützt werden müsse. Da liegt Herr Glaser halt falsch – Religionen sind nichts schützenswertes, das gehört aus dem GG raus.

Würden Sie am liebsten, so wie der sächsische Kandidat Jens Maier, der fast sicher in den Bundestag einziehen wird, Muslime künftig als “Gesindel” bezeichnen?

Siehe oben: Das kommt darauf an, ob sie Gesindel sind. Die Frau bei meinem türkischen Metzger, die kein Wort Deutsch kann, ist kein Gesindel. Jedwede nette Kopftuch-Muslima, die meine Wünsche dann zwischen perfektem und miserablem Deutsch übersetzt (weil sie auch was kaufen will) sicher auch nicht. Der Bettler hier auf dem Weg zum Fischmarkt hingegen ist Gesindel.

Oder den Islam, wie der niedersächsische AfD-Kandidat Nicolas Lehrke, “europaweit” einfach verbieten?

Hmmm… Okay, die Quelle wäre hier:

Nicolas Lehrke (geb. 1965, Angestellter)
[a] Wirft Angela Merkel auf Facebook eine „Flutung Deutschlands mit illegalen Einwanderern aus rückständigen Kulturen“ vor. [b] Glaubt, dass Deutschland in einen islamischen Gottesstaat umgewandelt werde. [c] Fordert, der Islam müsse „endlich europaweit verboten werden“. [d] Sagt: „Pegida ist Zivilcourage.“ Kandidiert auf der niedersächsischen Landesliste.

(a) ist eine Tatsache, (b) ist Unsinn, (c) widerspricht meinen liberalen Werten, und (d) stimmt wieder – jedwede bürgerliche, friedliche Bewegung, die sich gegen das Establishment, wendet, ist Zivilcourage. Man beachte das “friedliche” – Antifanten, die Autos anzünden, sind nicht “Zivilcourage”, sondern Terroristen. Feine Grenze. Sehr feine Grenze.

Wenn Sie mehrere der obigen Fragen ohne zu Zögern mit “Ja” beantworten können, sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rechtsradikaler mit Hang zu paranoiden Verschwörungstheorien

Jaja, ich bin Nazi. Wenn Sie aber keine der obigen Fragen mit “ja” beantwortet haben, sind Sie ein linksgrün-verblendeter Volldepp. Mit Betonung auf Volldepp. Ich hatte schon erwähnt, auf welche Seite ich mich stelle, wenn ich nur diese Alternativen habe, oder?

In diesem Fall wäre es mir persönlich am liebsten, Sie gingen einfach gar nicht zur Wahl

Da kann ich Dich erfreuen, Christian, ich gehe jetzt gleich schwimmen, die Sonne ist fast hinter der Insel verschwunden.

Aber wenn es unbedingt sein muss: Machen Sie mal, wählen Sie die AfD, dann wissen wir wenigstens, mit wie vielen von Ihrer Sorte wir es hierzulande tatsächlich zu tun haben. So zu tun, als gäbe es Sie nicht, hilft ja auf die Dauer auch nichts.

Und dann erstellt ihr Listen mit unerwünschten Personen, wie damals bei der Stasi, gell? Oder was soll das? Fuck, ich bin echt kein Freund von Vernichtungslagern, aber solche Leute….

Wenn Sie beim Studium der obigen Fragen allerdings ins Grübeln geraten, dann bitte ich Sie dringend, nicht die AfD zu wählen.

… sondern die Partei. Die PARTEI ist nämlich sehr gut.

Fuck, und im gleichen Verlag schreiben Leute, dass man die nicht wählen soll.

Aber ehrlich: Das ist doch der Punkt, warum Leute die AfD wählen: Wegen Leuten wie Dir. Du bringst keine Argumente, du verlässt dich nur darauf, dass die Menschen auch nur irgendeinen der zahlreichen Punkte von x-zig AfD-Politikern falsch finden – was ja nun sogar ich tue, und appellierst dann an ihre gute Seele, doch bitte “das Richtige” zu tun.

Um das mal ganz feministisch auszudrücken: Wegen Leuten wie Dir wählen Leute die AfD. Das ist so, wie dass man wegen Leuten wie mir Feminismus braucht: Dem gängigen Narrativ muss widersprochen werden. Wir brauchen den Feminismus wegen Leuten wie mir, damit dümmere Leute daran erinnert werden, dass auch alte, häßliche und fette Frauen mit einem Müllsack über dem Kopf einer Burka Menschen sind. Das vergisst man nämlich zu leicht, da haben die Feministen Recht. Du, Christian, leistest dem aber einen Bärendienst, weil man Menschen halt auch einfach fucking umbrigen kann – wie das die von Dir so geliebten radikalen, rückständigen Moslems so gerne tun. Und das ist das Problem an dichotomen Entscheidungen: Rate mal, ob ich für die stimme, die zulassen, dass mich die radikalen Moslems umbringen, weil ich keiner bin, oder für die, die pauschal alle radikalen Moslems umbringen wollen? Rate mal. Denk mal nach. Ehrlich. Das ist beides gleich scheiße. Aber nicht für mich.

 Auch, wenn Sie die soziale Ungleichheit in Deutschland wütend macht,

Nö – die ist unvermeidbar…

Sie Angela Merkel nicht mehr sehen können

die leider auch…

oder mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung absolut unzufrieden sind

“Politik” bedeutet, “Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen”. Frau Merkel hat entschieden, dass Staatswesen Deutschlands (völkerrechtlich hat ein Staat  ein Volk, eine Staatsmacht und eine Staatsgrenze) aufzugeben. Ich bin also jetzt völkerrechtlich staatenlos, aber hey – dass sich Politiker an ihre eigenen Regeln halten, wäre ja mal was neues. Happy bin ich aber sicher nicht.

es gibt auch andere Möglichkeiten, dieser Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen, als rechtsnationale Rassisten mit Tendenz zur Geschichtsklitterung und kaum verhohlener Sympathie für waschechte Nazis vier Jahre lang ins deutsche Parlament zu wählen. Geben Sie Ihre Stimme einer anderen Partei, die Auswahl ist groß genug.

Das ist so das Trump- Problem, was die Medien nicht verstehen wollen: Wenn es nur crooked Hillary oder den anderen gibt, nehme ich den anderen. Wenn du mir eine Partei nennen kannst, die eine echte Alternative für Deutschland bietet, wähle ich die (nächstes Mal) gerne. Andernfalls nehme ich die, die das ganz populistisch wenigstens von sich behaupten. Mehr Alternativen habe ich nämlich nicht.

Ich geh jetzt schwimmen.

Endlich: “Argumente” gegen die AfD

Da hat sich doch tatsächlich von mir unbemerkt in – ratet mal – Berlin so ein obskurer “Verein” gegründet, der aus irgendwelchen obskuren Quellen und ganzen 3.000 Euro an privaten Spenden drei Vollzeitmitarbeiter unterhält, die sich dem Kampf gegen die AfD mit Argumenten widmen.

Argumente! Darauf habe ich über ein Jahr gewartet!

Also, los geht’s:

RECHTSPOPULISTISCHE PAROLEN ENTKRÄFTEN

Netter Anfang. Gleich mal alles, was die AfD sagt, als “Parolen” zu bezeichnen ist allerdings kein Argument, sondern Sophismus.

Die AfD behauptet in ihrem Grundsatzprogramm: „Die ideologisch motivierte Inklusion ‚um jeden Preis‘ verursacht erhebliche Kosten und hemmt behinderte wie nicht behinderte Schüler in ihrem Lernerfolg“ (S.54).

Doch seit 2009 ist in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Dabei handelt es sich nicht um Ideologie, sondern eine wichtige Maßnahme,

Moment mal… was unterscheidet denn eine Ideologie von einer Maßnahme? Dass sie “wichtig” ist wohl eher nicht – oder?

um Gerechtigkeit im Bildungswesen zu ermöglichen. Denn die UN-Konvention fordert ein integratives Bildungssystem,

Ja – aber damit ist das doch immer noch eine Ideologie? Nur, weil ihr da “denn” hinschreibt, ist das kein kausallogischer Schluss, den ihr da bringt. Aber egal, die AfD sagt ja vor allem, dass das (a) sackteuer ist und (b) scheiße ist.

Um diese Inklusion zu erreichen, sind Umstrukturierungen im Schulsystem nötig. Mehr als zwei Prozent des aktuellen Bundeshaushaltes (2017) würde das jedoch nicht kosten.

Zwei Prozent des fucking Bundeshaushalts sind fast so viel, wie wir für die fucking Bundeswehr ausgeben. Das ist nicht “nicht viel”, das ist sackteuer. Guter Anfang, Kinder… ehrlich, wolltet ihr nicht Argumente gegen die AfD bringen, statt ihnen Recht zu geben?

Gleichzeitig belegen Studien, dass sich ein inklusives Lernumfeld positiv auf die Leistungen der Kinder auswirkt. Dies trifft nicht nur auf die Leistungen von Kindern mit Behinderung, sondern auf alle Kinder zu.

Verlinkt ist eine Studie. Die, wenn sie denn so positiv ist, nicht der Realität in Deutschland entspricht, da man sonst ja nicht noch zwei fucking Prozent des Bundeshaushalts extra bräuchte. Kommt, Leute… das war schlecht. Geht das vielleicht auch besser?

Die Aussage der AfD verstößt somit nicht nur gegen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, sondern verkennt auch die Realität hinsichtlich Kosten und Lernerfolg innerhalb des deutschen Bildungs- und Schulsystems.

Okay, dass die AfD-Position auf die UN-Konvention scheißt, ist klar, aber kein Argument. Die UN-Konvention ist nicht automatisch gut. Das mit den Kosten ist eine glatte Lüge, und über eventuelle Erfolge können wir bestenfalls streiten.

Nächstes Thema:

Die AfD fordert in ihrem Wahl-Programm, die „schleichende Abschaffung“ des dreigliedrigen Schulsystems zu verhindern und ein “differenziertes Schulsystem“ zu erhalten (S. 43).

Doch das dreigliedrige Schulsystem gibt es noch fast überall in Deutschland.

Merkt ihr selber, oder? Noch. Fast überall. Deswegen schreiben die von ‘schleichender Abschaffung’. Pro-Tipp für’s Argumentieren: Nicht dem Gegner Recht geben!

Nächstes Thema:

Die AfD fordert in ihrem Wahl-Programm eine Einstellung „staatlich geförderte[r] Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen“ sowie der „Gender-Forschung“ an Universitäten. So möchte sie das „bewährte, traditionelle Familienbild“ erhalten (S. 41).

Im Kommentar des Sozialpaktausschusses der Vereinten Nationen (1999) sind die Grundelemente des Menschenrechts auf Bildung bestimmt

Und im fucking Parteiprogramm der NSDAP stand da sicher auch was dazu. Ad autoritatem ist kein Argument, sondern reine Dialektik.

Viel wichtiger ist, dass sich das Familienbild in Deutschland wandelt: Neben der als “traditionell” verstandenen Familie von Vater, Mutter, Kind(ern), sind ungefähr 19 Prozent alleinerziehend. Hinzu kommen Patchwork-Familien, Familien mit zwei Vätern oder Müttern sowie andere Konstellationen. Die jüngste Entscheidung für die „Ehe für Alle“ ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der veränderten Lebensrealitäten.

Ja – und das findet die AfD scheiße, dass sich das wandelt. Ihr findet das gut und macht hier den naturalistischen Fehlschluss, dass es gut sei, “weil” es halt so sei. Das ist Politik, da kann man vorausschauend denken. Wenn irgendwer z.B. keine Juden im Land haben will, hilft das Argument “die sind aber da” nur insofern, als dass dann vielleicht jemand auf die Idee kommt – naja, wisst ihr selber, hatten wir schon. Das ist so wirklich kein Argument.

Darüber hinaus verpflichtet uns das Grundgesetz (Art. 3, Abs. 2) auch dazu, Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen.

Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, nicht seine Bürger. Wirklich, ehrlich und ganz genau gar keinen seiner Bürger. Es verpflichtet nichtmal irgendwelche drogendealenden Neger zu irgendwas.

Dafür leistet die Gender-Forschung an den Universitäten also einen wichtigen Beitrag.

“Also”. Das ist so billig, dass man schreien will. Kausalitäten rhetorisch vortäuschen, wo keine sind. Und den Bullshit in Art. 3 GG hat man da ja erst jüngst reingeschrieben, kann man also genausogut wieder rausstreichen. Merkt euch das mal: Man kann einer politischen Partei nicht mit “aber, Gesetze” kommen. DIE MACHEN GESETZE.

Nächstes Thema:

RechtspopulistInnen behaupten, dass es in Deutschland eine Gleichschaltung der Medien gäbe. Das machen sie daran fest, dass viele Medien ihre Argumentationen und Forderungen nicht unterstützen bzw. kritisieren.

Eine “Gleichschaltung” der Medien würde jedoch bedeuten, dass es einen zentralen Akteur gäbe, der bestimmt, was in den Medien abgebildet wird. Dies ist in Deutschland aber nicht der Fall. Es gibt hier also keine Gleichschaltung der Medien.

Ich wäre mit sowas sehr vorsichtig. Erstens mal ist es eine völlig freie Behauptung, dass es für eine Gleichschaltung einen zentralen Akteur bräuchte; in einer arbeitsteiligen Gesellschaft braucht es nicht zwingend eine Hierarchie, um zusammenzuarbeiten (das ist für Linke natürlich undenkbar; da braucht es einen obersten Sowjet – sonst würden die Leute ja am Ende noch alleine denken). Zweitens ist der mit Abstand größte Akteur am deutschen Medienmarkt der öffentlich-rechtliche Rundfunk, und bei dem gibt es solche Gremien sehr wohl.

Das ist also kein Gegenargument, sondern bestenfalls dumm, wahrscheinlich aber eine glatte Lüge.

Next.

Immer wieder formulieren RechtspopulistInnen, dass Deutschland durch eine Islamisierung bedroht werde. Das machen sie daran fest, dass Menschen mit muslimischem Glauben diesen häufig auch öffentlich leben, zum Beispiel indem sie Moscheen besuchen oder Kopftücher und Schleier tragen.

In rechtspopulistischen Argumentationen wird oft gefordert, Muslimen und Muslimas zu verbieten, ihren Glauben zu praktizieren. Doch einen Gebetsraum aufzusuchen oder privat religiöse Symbolik zu tragen, gehört zur im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit.

Ich habe ernsthaft von der AfD noch nie auch nur etwas in der Nähe der Forderung gehört, Leuten das Beten zu verbieten. Mit einem Sack über dem Kopf rumzulaufen aber ist in Deutschland eigentlich sowieso verboten – Vermummungsverbot bei Demos, bei Autofahrten; man muss solche Leute auch nicht in sein Restaurant oder Supermärkte lassen.

Aber schon wieder kommt hier gar kein Argument, sondern “Grundgesetz”. Und das garantiert ganz genau nicht, dass man Religion überall und wie man will praktizieren kann, sonst dürften Satanisten ja auch Säuglinge opfern. Bildet euch doch erstmal selber, bevor ihr so einen Stuss schreibt, der sowieso nur Strohmänner abfackelt. Es richtet sich zudem alles überhaupt nicht gegen den Punkt der “Islaminisierung”. Null. Gar nicht. Themaverfehlung, setzen, sechs.

In ihrem Grundsatzprogramm schreibt die AfD: „Nicht therapierbare alkohol- und drogenabhängige sowie psychisch kranke Täter […] sind […] in der Sicherungsverwahrung unterzubringen“ (S. 26).

Bisher werden psychisch kranke Straftäter nicht zu Haftstrafen verurteilt, sondern in Kliniken eingewiesen, in denen sie therapiert werden und keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht. Die AfD fordert dagegen Strafe statt Behandlung.

Das ist eine Lüge. Die AfD schreibt – in dem von euch zitierten Teil – “nicht therapierbare“. Nicht behandelbare kann man nicht behandeln, das ist also Unsinn, dass ihr so tut, als würde die AfD ihnen die Behandlung verweigern. Ob es eine Strafe ist, gefährliche, kranke Leute wegzusprerren oder zum Schutz des fucking Rests der Gesellschaft notwendig und sinnvoll ist, das ist hier das zentrale Thema. Geht ihr darauf wenigstens ein?

Psychisch kranke, alkohol- oder drogenabhängige Täter einzusperren und ihnen gleichzeitig Therapien vorzuenthalten, wie es die AfD fordert, verstößt daher gegen den Grundsatz der Menschenwürde.

Uuuuh Menschenwürde. Abgesehen davon, dass ihr nur die Lüge von oben wiederholt: Fickt Euch.

Die AfD sieht „den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit“ bedroht und will deshalb die deutsche Leitkultur „selbstbewusst verteidigen“ (Grundsatzprogramm S. 55).

  • Die AfD will allen Menschen in Deutschland die „deutsche Kultur“ als Leitkultur aufdrücken.

Jaaaaa…. ja, also, denen, die noch nicht so lange hier leben, gell? Der Rest hat sie ja schon?!

  • Doch in Deutschland gibt es sehr viele verschiedene Kulturen und Traditionen, die friedlich miteinander leben, gemeinsame Werte entwickeln und sich an unsere Verfassung und Gesetze halten.

Wie mich dieses “Bürger, die sich an die Verfassung halten” nervt. Ich kann mich nicht nicht an die Verfassung halten; das kann muss nur der Gesetzgeber, die Exekutive und Judikative. Nicht Bürger. Immer noch nicht. Wie mich dieses “Demokratie” und “Verfassung” und “Menschenrechte” – Geschwurbel ankotzt, was fast ausschließlich Leute verwenden, die bei jedweder Gelegenheit Menschenrechte mit Füßen treten.

Warum soll die AfD definieren dürfen, was zur “Leitkultur” gehört und was nicht?

Will die AfD das denn? Wollen wir vielleicht einfach mal demokratisch drüber abstimmen, was denn nun eine “deutsche Leitkultur” sei?

Oh, und dann kommt ihr “ist doch alles nicht so schlimm” – Hashtag #wasverlierstdu:

Das Recht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit und deine Privatsphäre. Das Grundgesetz garantiert dir in Artikel 2 den Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit. Das bedeutet, dass niemand bestimmen kann nach welcher Kultur du lebst oder welche Gewohnheiten du hast – auch nicht die AfD.

Ich onaniere gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln und spritze das dann 14jährigen, rothaarigen Mädchen in die Augen. Gut, dass man das in Deutschland darf und niemand meine freie Entfaltung der Persönlichkeit verhindert.

Oh.

Idioten.

In ihrem Grundsatzprogramm schreibt die Afd: „Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren“ (S.41).

Die AfD möchte das traditionelle Familienbild mitsamt seiner altbackenen Rollenunterschiede zum Leitbild machen.

Ich habe von der AfD zu keinem Zeitpunkt gehört, dass Frauen in die Küche gehören. Frau Petry von der AfD, mutter von x Kindern, sitzt zum Beispiel bald im Bundestag, so altbacken sind die. Wollt ihr euch absichtlich lächerlich machen? Das ist nichtmal ein Strohmann, dass ist ein Haufen Kuhmist.

Deshalb bekennt sie sich offen gegen „Gender-Mainstreaming“ und damit gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Kausalitäten, wie wir wissen, entstehen dadurch, dass man Kausalwörter verwendet. Deswegen. Nur deswegen.

Sachlich: Könnte es sein, dass “Gender Mainstreaming” absolut nichts mit Gleichberechtigung und vielmehr mit Gleichstellung zu tun hat und ihr hier einfach nur unverschämt lügt? Nachzulesen bei im Protokoll der radikalen Kampflesbensitzung in Beijing 1995?

Die AfD widerspricht mit ihren Aussagen demnach dem Gleichheitssatz im Grundgesetz.

Dem ganz, ganz neu dazugetanen, der Gleichberechtigung mit Gleichstellung ersetzt und damit mal gegen echte, grundlegende Menschenrechte verstößt? Den? Hey – das ist kein Argument gegen die AfD.

Die AfD behauptet zwar, dass sie sich „uneingeschränkt“ zur „Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnissfreiheit“ bekennt. Gleichzeitig fordert sie jedoch der Religionsfreiheit “Schranken” zu setzen (Grundsatzprogramm S. 48f.).

Ja – hatten wir doch schon? Ihr habt dann behauptet, die AfD will den Leuten verbieten, an irgendeinen anderen Gott als ihren eigenen zu glauben, wie das – äh – jede Religionsgemeinschaft macht?

Die AfD schießt sich insbesondere auf den Islam ein. Sie fordert zum Beispiel das Verbot von Minaretten und den Muezzinruf.

Ich bin mir recht sicher, dass es in Deutschland sowieso schon verboten ist, wie ein blöder mitten in der Nacht rumzubrüllen; ganz besonders mit Lautsprechern. Wenn ich jetzt möchte, dass da so bleibt – muss ich nur deswegen die AfD wählen? Falls ja, ist es dann OK, die AfD zu wählen?

Der nächste Punkt ist etwas wirr, da:

Die AfD macht einen Unterschied zwischen politisch Verfolgten und anderen Schutzsuchenden.

… das übrigens auch das Gundgesetz in Artikel 16a macht und…

#wasverlierstdu: Das Recht auf Asyl. In Deutschland ist das Recht auf Asyl in Artikel 16a im Grundgesetz festgelegt. Der hohe Rang dieses Gesetzes ist eine direkte Reaktion auf die politische Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus. Mit diesem Grundrecht bekennt sich die Bundesrepublik zu ihrer historischen Verantwortung, …

Dazu: Ich habe sowieso kein Recht auf Asyl in Deutschland (und sonstwo auch eher nicht), aber die AfD erkennt mit dieser Differenzierung genau diese historische Verantwortung für politisch Verfolgte an. Neben der CSU ist die AfD die einzige (relevante) Partei, die zwischen Leuten, die in Saudi-Arabien mit von Thyssen-Krupp gelieferten Steinen hingerichtet werden würden, weil sie gerne eine Demokratie hätten, und irgendwelchen Zigeunerfrauen, die vom deutschen Staat Unterhalt für ihre 12 unehelichen Bälger will.

Das Grundgesetz, mit dem hier argumentiert wird, kennt keine Kriegsflüchtlinge – das ergibt sich aber – jaja – von alleine aus der Menschenwürde. Das Problem ist, dass ebendiese Menschenwürde es uns komischerweise verbietet, IS-Massenvergewaltiger und -mörder nach Syrien abzuschieben, weil sie dort für ihre dort begangegen Verbrechen nach den dortigen Gesetzen gehängt werden würden. Vielleicht sollten wir das mit der Menschenwürde mal auf Menschen konkretisieren, die irgendwie Würde haben.

die AFD zieht einen Austritt aus der Europäischen Union in Erwägung. Das hätte sehr weitreichende Konsequenzen, wie uns der Brexit zeigt:

Ohne die EU wären die Zeiten vorbei, in der du dich einfach in das Auto oder den Zug setzen und spontan nach Italien, Polen oder Frankreich fahren kannst. Lange Schlangen vor den Grenzkontrollen und mühsame Visumsanträge würden das Reisen in Europa dann viel komplizierter machen.

Wie entsetzlich. Wenn man jetzt die unendliche Zeit als Maßstab nimmt, die man an den größten Flughäfen der Welt auf seine Einreise warten muss – also, so zehn Minuten in JFK, fünf in Beijing Capital oder auch mal fünfzehn in Istanbul, ist das schon fast die Zeit, die der fucking Zug Verspätung hatte.

Mit einem deutschen Pass bekommt man übrigens für 184 der 200(nochwas) Länder dieser Erde vollkommen problemlos ein Visum – oder braucht keines. Die EU hingegen hat es aber zum Beispiel nicht geschafft, da was Einheitliches auch nur mit den Türken auszuhandeln – Österreicher brauchen ein Visum (gibt’s im Internet, 5 Minuten), Deutsche nur einen gültigen Pass. Die deutsche Regierung ist in der Hinsicht also mal grundsätzlich besser als die EU – danke, EU, für nichts. Ich brauche euch nicht.

Abgesehen davon war mein Papa auch schon in den 60ern in Italien – und sogar in Marokko und Tunesien und Libyen und so, wo wir dank der modernen “Demokratisierungen” dieser Länder ja nicht mehr hinkönnen. Danke, EU. Danke.

die EU hat dafür gesorgt, dass seit 70 Jahren Frieden auf dem europäischen Kontinent herrscht – solange wie noch nie.

Erzählt das bitte, bitte, bitte Leuten aus Jugoslawien – ah – ne – Bosnien, Serbien, dem Kosovo und wie der Rest jetzt heißt.

Widerliche Lügner.

da die AfD den Euro abschaffen will.

Der Euro ist ein wichtiger Garant für die starke deutsche Wirtschaft.

Wohingegen wir mit der DM auf dem Entwicklungsstand Japans stehengeblieben waren, also auf Platz 2 der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt?

Ein Austritt aus dem Euro wäre daher eine Katastrophe für die deutsche Wirtschaft – und unsere Gesellschaft.

*Daher*.

Denn die Wiedereinführung der D-Mark würde deutsche Produkte im Ausland viel teuer machen und dem deutschen Exportgeschäften deshalb massiv schaden. Das hätte auch weniger Steuereinnahmen und letztlich weniger Geld in der deutschen Staatskasse zur Folge, das für Bildung, Kultur und Infrastruktur ausgegeben werden kann.

Na, dann ist es doch praktisch, wenn wir den unendlich teuren Unsinn mit der Behinderteninklusion und den Gender Studies lassen, gell? Hach, wird hier schön aufgezeigt, wie stringent das Parteiprogramm der AfD ist. Bei der Linken weiß man nie, wo das Geld herkommen soll.

Ohne den Euro müsstest du bei Reisen innerhalb Europas außerdem auch wieder für teure Gebühren Geld tauschen. Wie lästig und undurchsichtig das ist, wissen deine Eltern. Frag sie einfach.

Hmmmm… ich habe in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Aber gut, vielleicht ist das für weniger fachlich gebildete tatsächlich schwierig, von daher: Bei der DKB gibt es eine kostenlose VISA-Karte, die dieses Problem vollumfänglich löst.

Komischerweise zahle ich meine Zigaretten übrigens trotz EU noch in tschechischen Kronen.

Die EU hat uns außerdem viele wichtige Verbraucherrechte beschert: So können wir dank der EU im Internet geschlossene Verträge ohne Grund widerrufen, bei verspäteten oder ausgefallenen Flügen unsere Rechte beanspruchen oder in ganz Europa ohne Roaming-Gebühren telefonieren.

Was die unfähige, deutsche Regierung nicht geschafft hätte. Natürlich nicht, waren ja vollkommen andere Parteien – ach, nicht? Oh – tatsächlich nicht; das verdanken wir offenbar Martin Sonneborn von der PARTEI, die ja im Europaparlament sitzt. Wie auch… die AfD?

Oh. 

die AfD ist gegen eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der EU.

In einer globalisierten Welt können wir als EuropäerInnen nur gemeinsam stark sein. Denn Deutschland allein ist keine Weltmacht …Seit 2009 gibt es in der EU eine Art AußenministerIn, die diese gemeinsame europäische Stimme international artikuliert. Offiziell heißt dieses Amt „Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik“. Zur Zeit wird es von der Italienerin Federica Mogherini ausgeübt.

Toll. Wenn es die nicht gäbe, hätte ich auch noch nie von ihr gehört. Ist sicher total wichtig, das Amt.

Wenn die AfD dieses Amt abschaffen möchte, dann gefährdet sie damit auch, dass unsere Stimme von den Trumps, Putins und Erdogans dieser Welt übertönt wird.

Die Erdogans, die ein Land mit weniger Leuten und weniger als einem Drittel des BIP haben? Oder die Putins mit ein paar mehr Leuten, die es aber tatsächlich schaffen, noch weniger zu erarbeiten als die Türken? Die Leute, die so laute Stimmen haben? Die? Die sich mit ihren Ländchen hinstellen und die EU-Minister als Knalltüten bezeichnen und ihnen dann zum Mitschreiben die Konditionen für so ziemlich alles diktieren? Die?

Das wäre ja entsetzlich, wenn wir die EU-Leute nicht mehr hätten. Dann wären wir auch so ein kleines Land – also, außer, dass wir mehr Geld haben als beide zusammen, natürlich – und könnten auch mal rumblöken. Das wäre gar nicht gut. Pfui.

Die AfD will die Erbschaftsteuer abschaffen und spricht sich gegen die Vermögenssteuer aus. Beide Steuern werden nicht von den „kleinen Leuten“ bezahlt

Ja, wie auch? Es werden ja alle furchtbar besteuert in Deutschland?!

Diese Steuereinnahmen fehlen dann im Staatshaushalt, aus dem auch die Leistungen für die „kleinen Leute“ finanziert werden.

Kleine Leute wie übrigens die Kinder von irgendeiner Zigeunerfrau oder IS-Terroristen, denen wir eine “menschenwürdige” Sicherungsverwahrung bieten müssen; nicht dass da jetzt jemand an Opa Egon denkt, der sich gerade mit dem Staatsanwalt rumärgern muss, weil er bei Liederabend im Seniorenheim das Horst-Wessel-Lied gesungen hat.

Eine Vermögenssteuer verstieße übrigens gegen das Grundgesetz, weil es eine doppelte Besteuerung des Gleichen wäre, aber hey, scheiß doch auf das Grundgesetz, gell?

Die AfD will Regulierungen und Bürokratie abbauen. Gleichzeitig spricht sich die Partei im Wahlkampf für den Mindestlohn aus und will gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorgehen.

Dabei sind der Mindestlohn und Maßnahmen zur Eindämmung prekärer Arbeit genau solche Instrumente, die den Arbeitsmarkt regulieren.

Der Mindestlohn ist keine bürokratische oder sonstige Hürde, die den Wettbewerb im Inland verzerren würde. Gleichwohl ist er blöd und schwächt Deutschland im internationalen Wettbewerb. Aber gut, jetzt haben wir endlich mal ein Argument gegen die AfD: Die wollen den Mindestlohn beibehalten. 

Fuck, ganz ehrlich – ich hätte ja nicht gedacht, dass da tatsächlich ein Argument kommt, was wirklich gegen die AfD spricht.

Blöd, dass ich schon gewählt habe.

Die eingeschränkt demokratische Grundordnung

Nachdem mein schöner, bedachter Beitrag zu Strohmännern, die einem liberalen, marktwirtschaftlichen Kapitalismus entgegengesetzt werden, wohl recht unbeliebt war, statt einer Fortsetzung heute ein kleiner Rant.

Da sind nämlich ein paar Sachen zusammengekommen, die sehr schön den Zustand der “demokratischen Grundordnung” in Deutschland beschreiben. Angefangen hat das mit Fefe, der diesen Hirnfurz einer Britt-Marie Lakämper veröffentlicht hat. Highlight:

Satire ist die Droge der Kleinintellektuellen.

Wohingegen echte Intellektuelle wie Britt-Marie natürlich mit Witzen amüsieren, die nur versteht, wer “Game of Thrones” schaut (ja, klickt ruhig, das kann man sich nicht ausdenken, dass sich so jemand sowas zu schreiben traut).

Mariechens eigentlicher Punkt ist aber, dass Die Partei – ihr wisst schon, Sonneborn und Konsorten – keine Wahlalternative sein sollten, weil Realpolitik blablablubbs.

Freilich aber kann man die Partei aber durchaus auch deswegen wählen, weil die Tatsache, auch nur einen Clown ins Europaparlament zu bringen eigentlich die ganze Veranstaltung als die lächerliche Farce entlarvt, die sie ist – und Herr Sonneborn hat, muss ich sagen, diese Meinung auch in ebendiesem Parlament kundgetan. Ich bin mir nun recht sicher, damit nicht Maries politische Meinung zu treffen (die CDU-Mitglied ist), aber ich fand meine Wählerstimme bei Herrn Sonneborn wirklich gut aufgehoben. Übrigens im Gegensatz zu allen anderen Parteien.

Nun hat den idiotischen Post aber auch Herr Nebgen aufgegriffen, seines Zeichens Strafverteidiger. Herr Nebgen verteidigt – als korrekter Jurist einerseits und als tatsächlicher Demokrat andererseits selbstverständlich die Zulässigkeit einer reinen Satire-Partei. Herr Nebgen mag aber zugleich die AfD nicht, findet aber, dass man ihr demokratisch entgegentreten sollte (im Gegensatz zu übrigens den meisten Politikern, aber egal) – er schreibt:

Satire ist vor allem dort wichtig, wo ein sachlicher Diskurs – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr möglich ist.

Da unterstütze ich Herrn Nebgen vollends. Ich teile nur nicht seine (kommt noch) Annahme, dass das in Parlamenten der Fall wäre. Eine parlamentarische “Debatte” sieht in der Regel so aus, dass jeder eine vorbereitete Rede hält, woraufhin dann alle so abstimmen, wie sie das ebenso bereits vorher (in kleinen Gremien; diese greife ich hier explizit nicht [aus diesem Grund] an) beschlossen haben. Ganz toll, sehr wichtige Veranstaltung, so ein Bundestags-Plenum.

Wenn man nun aber – wie Herr Nebgen – davon ausgeht, dass im Bundestag tatsächlich Debatten stattfinden, bei denen – außer “pöbelnden” und “unzulässigen” Zwischenrufen niemals zwei Parteien miteinander reden, dann, so Herr Nebgen, sei es ein Problem,

wenn eine Partei dort einziehen sollte, deren Mitglieder nicht nur Meinungen haben, sondern diese gerne mit falschen Tatsachenbehauptungen unterfüttern.

Er meint damit gezielt Alice Weidel von der AfD, mit Verweis auf zwei andere Artikel, von sich selbst und von den über jeden Zweifel erhabenen Staatsmedien der ARD.

Herr Nebgen schreibt dann weiter, dass man Satire bräuchte, weil:

Man behauptet irgendetwas möglichst Konkretes, dessen Wahrheitsgehalt auf die Schnelle niemand überprüfen kann und drischt damit auf die anderen ein. […] Ich habe Zweifel, ob die – im großen und ganzen immer noch seriösen – Altparteien mit diesem Stil klar kommen werden. Viele werden sich noch gar nicht vorstellen können, auf welches Niveau die Debatte herunter gezogen werden wird, wenn es erst einmal soweit ist. Und dann braucht es auch im Bundestag jemanden, der sich auf diesem Niveau auskennt.

Das “Niveau” des Gender Pay Gaps? Aber egal, ich habe mit dieser Interpretation Nebgens zwei andere Probleme: Erstens wäre jedwede Form des verbalen (!) “Aufeinandereindreschens” ein wahnsinniger Gewinn in der aktuellen politischen Diskussionskultur, die diesen Namen nicht mehr verdient hat, da es keine Diskussion ist, wenn die andere Seite schlicht ignoriert, was die eine sagt. Und zweitens tut Herr Nebgen der AfD Unrecht, aber lassen wir ihn das selbst illustrieren:

In dem Film “Jäger des verlorenen Schatzes” (Raiders of the lost arc) gibt es eine Szene, in der der Protagonist (Harrison Ford) von einem gefährlich anmutenden Kämpfer bedroht wird, der mehrere Säbel schwingt, dabei Furcht einflößende Laute von sich gibt, und so einen kurzen Moment den Eindruck vollständiger Überlegenheit vermittelt. Der Protagonist zieht seinen Revolver und erschießt diesen Gegner auf vergleichsweise unspektakuläre Weise.

Wenn die Altparteien nicht aufpassen, wird es ihnen ergehen wie diesem ehrlichen, naiven Kämpfer: Sie werden regelwidrig aber effektiv einfach über den Haufen geschossen werden.

Was Nebgen hier macht, nennt Schopenhauer ein simuliertes Argument. Wenn der Leser nämlich auch nur eine Sekunde nachdenkt, wird er feststellen, dass (a) Indiana Jones der Gute ist und (b) es gegenüber einem willkürlichen Aggressor, der nach eines Lebens trachtet, in keiner Gesellschaft ever “regelwidrig” ist, ihn einfach zu erschießen.

Aber gut, es geht heutzutage offensichtlich nichts über billiges AfD-Bashing, und so komme ich in die blöde Situation, was positives über die AfD-Quotenlesbe schreiben zu müssen. Ganz fein. Nebgen formuliert das so schön:

dass die dort von Dr. Alice Weidel aufgestellten Behauptungen auch inhaltlich schlicht falsch sind; man schaue mal hier

Hier, übrigens. Bei der ARD, der vom Staat unabhängigsten Medieninstutution der Welt, noch vor CCTV, Russia Today, Al Jazeera und der Pyongyang Times. Es geht hierum:

Mehrmals hat die AfD bereits behauptet, in Büros gelten viel höhere Grenzwerte für Stickstoffdioxid als auf der Straße. […] Richtiger wird sie dadurch aber nicht.

Kristin Becker vom SWR erklärt uns das dann ausführlich, wieso diese falschen Tatsachenbehauptungen einfach nur sachlich falsch seien:

Der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt im Außenbereich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Viel höher – bei 950 Mikrogramm pro Kubikmeter – hingegen ist der Wert für bestimmte Arbeitsplätze.

Oh. Wir müssen den Artikel also nicht weiter lesen. Frau Weidel und jeder andere von der AfD, der gesagt hat, dass am Arbeitsplatz höhere Grenzen gelten als auf der Straße, hat Recht. Punkt, Ende. Aber Kristin vom SWR hat auch den Schopenhauer gelesen, wie alle Linken, aber offenbar – wie die meisten Linken – schon bei Strategem #1 aufgehört, denn es erfolgt schlicht eine Erweiterung – weil man schon “Arbeitsplätze” schreiben musste, für Büros gelten (lest den ARD-Artikel plus deren Quelle) überhaupt keine Grenzwerte, es gibt da nur ein rechtlich schwaches “sollte wie draußen sein”. Gut auch, dass sich die Faktenfinder gleich mal auf Stickoxide beschränken – Schopenhauer empfiehlt bei einer Erweiterung auch zeitgleich, den Gegner möglichst stark einzuschränken – da muss man dann nämlich nicht über unangenehme Feinstaub-oder Ozonwerte in jedwedem Büro mit einem Laserdrucker reden. Von Kopierern fangen wir gar nicht erst an.

Kristin scheint sich aber der Schwäche ihrer Argumentation zumindest unterschwellig bewusst zu sein, denn es endet mit einem “denk doch mal einer an die Kinder”:

Während also die Luft draußen und in den meisten Innenräumen “gesundheitlich zuträglich” sein soll, geht es [anderswo] darum, dass die Luftbelastung einem gesunden, erwachsenen Menschen im Allgemeinen nicht schaden darf.

Was bei dieser Diskussion völlig unter den Tisch fällt, ist Alice Weidels eigentlicher Punkt: Wenn die Autos so viele Abgase produzieren, dass sie die Grenzwerte überschreiten – was spricht denn dagegen, einfach die Grenzwerte hochzusetzen?

Man sieht, man kann auch als klassischer Politiker sehr schön die Argumente der Gegenseite ignorieren, da braucht es keine Satire. Da braucht es nur ein bisschen Sophistik, als wären Grenzwerte per se in fucking Stein gemeißelt – und nicht etwa von Politikern beschlossen.

Und wie sinnvoll sind die Grenzwerte denn? Nun, nicht belastbaren Quellen zufolge, die ich keine Lust habe nochmal nachzuschauen, werden die so festgelegt, dass man Ratten so lange Schadstoff X aussetzt, bis die Hälfte stirbt. Das ergibt dann die “LD50”, und von der aus dosiert man runter, bis man die Ratten mit – in diesem Fall NOx – vergasen kann, ohne dass ihnen auch nur das geringste passiert. Dieser Wert ist aber dann noch nicht “nicht gesundheitsschädlich”, sondern man nimmt den noch durch 100. Wenn Ihr Euch fragt, wieso die Werte früher nie ein Problem waren: Da waren die Messgeräte noch nicht gut genug.

Weiterer Vergleich gefällig? Okay: Die höchsten Überschreitungen der Grenzwerte in “Problemgebieten” wie dem Stuttgarter Kessel im Sommer führen in Extremzeiten zu einer täglichen Schadstoffbelastung, die in etwa dem Rauchen einer halben Zigarette entspricht. Der Grenzwert für die (wahrscheinlich) schädlichen Schadstoffe darf an nicht mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten werden, das wäre dann weniger als eine Schachtel Zigaretten. Im Jahr. Für irgendeinen (auch nur diskutabel) nachweislichen, gesundheitlichen Effekt müsste man da aber nicht nur das ganze Jahr über der aktuellen Grenzwertbelastung leben, sondern auch noch wenigstens zwei oder drei Kippen rauchen. Täglich, nicht im Jahr.

Aber ist doch schön, dass wir so toll über Grenzwerte diskutieren konnten, nicht wahr? Vielen Dank, ARD-Faktenfinder, ihr habt uns da echt geholfen.

Aber zurück zu Alice Weidel und dem von ihr verursachten Untergang der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, weil man mit solchen Leuten ja nicht reden kann – weil sie einfach gehen. Da sich alle Berichte etwa gleich mit dem verlinkten lesen und ich keine große Lust habe, mir langweilige “Diskussionssendungen” im Fernsehen anzuschauen, bei denen Politiker ihre bereits bekannten Punkte wiederholen, habe ich mir – nur für Euch – aber dennoch die 5 Minuten, bevor sie ging, angeschaut.

Passiert ist da folgendes:

[0:57]: Weidel erklärt, dass die, die noch nicht so lange hier leben, durchaus überdurchschnittlich kriminell sind

[0:58:31] Wie es sich bei einer ordentlichen, politischen Diskussion gehört, nimmt die “unabhängige” “Moderatorin” den bedrübbelt guckenden Politikern der anderen Parteien die Peinlichkeit ab, darauf antworten zu müssen, indem (ernsthaft!) erklärt wird, dass die ja nur untereinander kriminell sind (schaut den fucking Clip, ehrlich – DAS ist deren Gegenargument. DAS! Ist ja nicht so schlimm, wenn fucking Kriegsflüchtlinge von irgendwelchen sozialschmarotzenden Negern vergewaltigt werden, gell? Danke, ZDF, Danke. Fickt euch) und nur 4,6% der geschädigten Deutschen von “Zuwanderern” beklaut, vergewaltigt oder umgebracht wurden. Toll, Danke auch dafür, ZDF, eine relative Zahl zur Relativierung zu verwenden – diese kriminellen Zuwanderer sind halt komischerweise – wie Frau Weidel sagte – im Vergleich zur schon länger hier lebenden Bevölkerung (inklusive 60er Türken 80er Iranern, 90er Afghanen etc. pp.)  fucking überdurchschnittlich kriminell – wie Frau Weidel sagte – richtig? Ah, ne, sind ja nur 4,6%, wen interessieren die schon? 

[01:01] Maas whataboutismt, dass diejenigen, die am wenigsten Interesse an kriminellen Illegalen (er nennt sie trotzdem “Flüchtlinge”) haben, andere [echte] Flüchtlinge sind, nicht die AfD.

Dazu: Ach nee, Heiko? Leute, die hier wirklich deswegen herkommen, weil sie vor politischer Verfolgung durch autoritäre Regimes (wie dem, was du mit deinem Orwell-Gesetz zu etablieren versuchst) oder vor echten Kriegen oder Genoziden fliehen, benehmen sich hier auch ordentlich? Und derweil erdreistest du dich, es als ganz toll hinzustellen, dass man sie jetzt (eventuell, theoretisch, aber wohl praktisch eher doch wieder nicht) ausweisen könnte, nachdem sie ihre ersten vier Opfer vergewaltigt haben? Für Ladendiebstahl gibt es ja nun kein Jahr Knast, gell? Das ist DEINE Partei, Heiko. Deine. Und die noch linksgrüneren.

Und die echten Flüchtlinge per se würden dann wohl eher die AfD wählen, gell? Ich meine, die haben ja die gleichen Interessen? Ja? Wolltest du uns das sagen, Heiko? Das ist der Unterschied zwischen Gutmenschen und guten Menschen, übrigens.

[01:02] Trittin mault irgendwie Scheuer von der CSU an [idiotisch, aus dem Kontext gerissen und unberechtigt, wie Scheuer später erläutert], leitet dann fließend zu Gauland über, der entsetzlich sei: “Verrohung fängt damit an, dass man Bürger[Innen] dieses Landes willkürlich ausbürgert, und genau das hat Herr Gauland gesagt, getan, als er Frau Özuguz, als er gesagt hat, er wolle sie in Anatolien entsorgen”.

Dazu eine kurze Anmerkung: Herr Gauland hat gesagt, man (!1) solle (!2) Frau Özoguz in Anatolien entsorgen. Ich hatte dazu bereits spontan getwittert, dass das keinesfalls einen realpolitischen Bezug haben kann, da ich zumindest Erdogan die Eier zutraue, die Dame nicht ins Land zu lassen, ohne sicher zu sein, dass sie wieder geht (ansonsten ist sie ziemlich auf seiner Parteilinie, aber das ist ein anderes Thema).

[01:03] Trittin schließt mit “da beginnt die Verrohung der Sprache”, so, als wäre das irgendwie vergleichbar mit dem von Frau Weidel angesprochenen und durch die Moderatorin (!) sofort relativiertem Thema der Verrohung derer, die hier jetzt halt leben. Das Wort bekommt Herr Scheuer.

[01:04] Weidel unterbricht Scheuer bei seinen (recht vernünftig klingenden) Ausführungen über intergrationswillige vs. solche Ausländer, die man rauswerfen sollte mit dem Anwurf, er wolle illegale Einwanderung legalisieren.

[01:05] Scheuer hält Weidel vor, dass sie sich erstmal von “für mich ist das ein Rechtsradikaler” Gauland distanzieren soll. Frau Weidel geht.

Freilich könnte man nun Frau Weidel vorwerfen, dass ihr Vorwurf gegenüber Scheuer “böse” war, aber er hatte ja nun auch die Gelegenheit, darauf zu antworten. Stattdessen kommt ein Argumentum ad auditores – bilderbuchmäßig, “machen Sie erstmal den Zuschauern klar” – statt irgendwas inhaltliches.

Nun bin ich da natürlich als Bayer enorm gebiast und auch – respektive deswegen – kein fanatischer Nationalist – die CSU hat nichts gegen Einwanderer, die hier was anständiges leisten, und das hat Herr Scheuer auch – zumindest für mich – klargestellt. Dass das nach aktueller Rechtslage eine Legalisierung illegaler Einwanderung ist, hat Frau Weidel (korrekt) konkretisiert. Das würde ich aber viel lieber unterstützen, wenn Herr Scheuer und die CSU die Eier hätten, dazu zu stehen.

Von den Extrema haben wir hier also – gehen wir mal davon aus, dass das Gedankengut tatsächlich da ist – die AfD, die auch Deutsche rauswerfen will, wenn die einfach nur gesellschaftsschädlich sind (am Beispiel Özoguz, aber da kann man sicher noch eine Menge rechts- wie linksradikales Pack dazutun), und die CSU, die auch Ausländer hierbehalten will, wenn sie hier was produktives machen.

Ehrlich gesagt finde ich beides eine gute Idee – aber leider hat keine der beiden Parteien die Eier in der Hose, dazu zu stehen. Und das, meine Damen und Herren, ist der aktuelle Stand der Demokratie in Deutschland und damit die Flatline auf dem EKG der ach so freiheitlichen demokratischen Grundordnung dieses Landes.

Ich bin so froh, dass ich bereits gewählt habe. Und kommende Woche in die Türkei fliege, da ist wenigstens das Wetter schön. Der Zustand der Demokratie ist in etwa der Gleiche.


Zwei Anmerkungen noch: Irgendwo wurde sich beschwert, dass (AfD-) Leute Frau Özoguz Namen falsch aussprechen. Ich habe eine Freundin namens Pinar, und mir fiel erst in der Türkei (und nachdem ich sie viele Jahre kannte) auf, dass sie eigentlich nicht Pinar heißen kann, sondern Pınar. Das spricht man so aus, wie es sich liest – man muss nur vorher an einer Zigarette ziehen, 30 Sekunden die Luft anhalten, einen Schluck Whisky trinken und derweil sprechen.

Zweitens muss ich anmerken, dass meine durchaus positiven Erwähnungen von Herrn Erdogan anders ausfielen, wenn ich in dem Land leben müsste. Ich finde nur einerseits, dass es mir nicht zusteht, die Türkei für die Verfolgung von Journalisten oder der Opposition zu kritisieren, wenn das bei uns auch passiert (siehe Links). Auch dass Erdogan nach dem lauten Geschrei aller deutschen Gutmenschen die Demokratie und grundlegende Menschenrechte (praktisch) abschaffen will und zum Beispiel das Internet zensiert sind Punkte, bei denen man vielleicht erstmal an den Balken im eigenen Auge denken sollte. Ich halte Erdogan nur deswegen für einen besseren Politiker als (nahezu, siehe Sonneborn) alle deutschen, weil er ehrlich ist. Andererseits – wenn ich ein albanischer Sozialschmarotzer wäre, fände ich Merkel auch toll.

AfD, Grüne und Hexenverbrennungen

“Skandal-Rede im Landtag: Das sagte der AfD-Politiker”, zeigt mir mein GNews auf Focus.de an und ich bin schon verlockt, einen Post “Exklusiv – Der skandalöse Teil der Rede des AfD-Schlechtmenschen Podeswa” zu titeln und ihn ohne Inhalt abzuschicken (und ohne den ursprünglichen Artikel zu lesen). Doch noch während mein Notebook hochfährt sehe ich, dass Stefan Niggemeier das schon gemacht hat – nur halt mit komplett überflüssig viel Text.

Da ich aber nun den angeblich “skandalösen” Teil kenne, muss man da doch ein bisschen nachdenken – so soll es eine Grünen-Abgeordnete namens Martina Braun “wirklich unglaublich” finden, dass man durch Hexenverbrennungen die Umwelt retten könne.

Derweil ist sie doch bei den Grünen, was sie zwar nicht kategorisch als Hexe im Sinne des von Podeswa bemühten Hexenhammers qualifiziert – dafür müsste sie schließlich ausgesprochene Feministin sein (ich hatte das hier erläutert), aber tun wir mal so:

Frau Braun ist 1960 geboren und wiegt meinem Eindruck nach gute 100 Kilo. Gehen wir davon aus, dass das 50% Masseanteil Wasser sind und 40% Fett. Gehen wir zudem davon aus, dass der Rest Knochen sind – so grob kommt das hin.

So, wenn wir jetzt die Hexe verbrennen wollen – rein theoretisch, natürlich, wir machen hier ja nur einen “Faktencheck” – brauchen wir leider den Brennwert von Knochen. Darüber wird hier diskutiert, mit dem Fazit, dass man für ein Krematorium mindestens 850°C erreichen muss, damit Menschen auch nur halbwegs ordentlich verbrennen – und dann bleiben da immer noch 2 Kilo übrig. Und schon dafür braucht man relativ viel Energie, und wir wollen ja die Umwelt schonen, also bauen wir halt einen traditionellen Scheiterhaufen und lassen die Knochen übrigbleiben.

Dann verbrennen wir im Endeffekt nur die 40 Kilo Fett, Wasser brennt ja nun nicht so toll.

Da wir in der Schule gelernt haben, dass CO2 der Klimakiller schlechthin ist und wir ja genau deswegen so verdammt viele Steuern auf alles, was CO2 produziert, zahlen sollen, nehmen wir mal das CO2 als Maßstab.

Das wären für organische Fette 2,3 kg CO2 / Liter, bei ~0,94 kg/l also

2,3kg CO2 / l * 0,94 kg/l *40 kg = 86,5 kg CO2, wenn man die Hexe verbrennen würde.

Wenn man das den mindestens 168 kg CO2 pro Jahr, die die Dame ausatmet, wenn man sie denn nicht verbrennt, gegenüberstellt, muss man feststellen, dass das mit den Hexenverbrennungen doch durchaus umweltfreundlich wäre – oder? Freilich, der Scheiterhaufen braucht auch Holz, aber das muss man dann ja im kommenden Winter nicht mehr zum Heizen ihrer Wohnung verbrennen, also lassen wir so Nebensächlichkeiten halt mal weg – es wird soweiso nur ungünstiger für die Hexen.

Denn natürlich kann man das aber so noch nicht stehen lassen – wie uns das Finanzministerium (ja, das Finanzministerium) informiert, hat die 57jährige Hexe noch gut 28 Jahre zu leben. Das macht also 28 Jahre * 168kg Atem-CO2 p.a. = 4.704 kg CO2. Im Vergleich dazu entstehen bei der Verbrennung nur die oben berechneten 86,5kg – das sind mehr als 98,1% CO2-Einsparung.

Unglaublich, dass der Herr Podeswa sowas als promovierter Physiker nicht klarstellt. Noch schlimmer ist aber, dass die angeblich so umweltfreunlichen Grünen solche enorm umweltschonenden Debattenbeiträge skandalisieren. Man könnte fast meinen, das wären nur verlogene Heuchler.

Parallelen

(quasi als Nachtrag zum letzten Artikel)

Es gibt einen guten Grund dafür, dass “Mein Kampf” auf dem Index steht. Es ist ein gefährliches Buch, da es – was die Geschichte beweist – das Rezept enthält, ein demokratisches System zu zerstören. Wie? Ganz einfach:

Wird der Sozialdemokratie eine Lehre von besserer Wahrhaftigkeit, aber gleicher Brutalität der Durchführung entgegengestellt, wird diese siegen, wenn auch nach schwerstem Kampfe.

Klar, das ist ideologiebeladenes Gedudel, aber eigentlich heißt das, dass der gewinnt, der (a) nervtötender ist und (vor allem, b) am meisten zu opfern bereit ist. Das ist keine neue Erkenntnis; ich habe in diesem Blog schon öfter auf Polybios Anakyklosis hingewiesen, die besagt, dass die Demokratie nur einer von mehreren, unausweichlichen Schritten im Verfassungskreislauf sei. Nach Polybios folgt auf die Demokratie in ihrer dekadenten, eigennützigen Form, die der aktuellen Gesellschaft zu attestieren sicher nicht zu vermessen ist, eine Diktatur. Würden wir aus der Geschichte lernen – also, von Polybios, dessen Theorie seit 2.200 Jahren unwiderlegt ist – könnten wir mal sinnvoll darüber nachdenken, welche Art der Diktatur wir haben wollen. Antje Schrupp weiß das schon. Ich allerdings auch.

Nein, ich denke nicht, dass sich das aufhalten lässt. Ich würde es mir wünschen, aber es funktioniert halt nicht. Es hilft auch nichts, das zu sagen, es hilft nicht, wenn die Presse die NSDAP AfD als dumme Nazis hinstellt. Hitler beschreibt fast 200 Seiten, was die “Judenpresse” mit der NSDAP gemacht hat, und das ist genau das, was die heutige (nicht-jüdische, dafür linksgrüne) Presse mit der AfD macht. Es hat damals nicht funktioniert, und es zeigt nur, dass das einzige, was Menschen aus der Geschichte lernen können ist, dass Menschen nicht aus der Geschichte lernen.

Selbstverständlich wurden übrigens auch die Nazis als Nazis diffamiert, “Nazi” ist keine Eigenbezeichnung, sondern ein Derogativ. Und selbstverständlich gab es auch am Ende der Weimarer Republik pöbelnde Antifa-Terroristen, die Leuten nachstellten und Sachen anzündeten, die hießen damals Rotfront.

Das einzige, was unklar ist, ist, wer sich durchsetzt: Die klassischen Marxisten (SPD), Trotzkyisten (Linke) und Neo-Marxisten (Grüne) mit ihrem Feindbild “weißer, heterosexueller Mann” oder die AfD mit dem Feindbild “kriminelle Ausländer”. Ich hoffe aber, dass wir noch mehr weiße, heterosexueller Männer in Deutschland haben als kriminelle Ausländer. Also, für mich; für die kriminellen Ausländer würde das sicher unangenehm.

Was nicht heißen soll, dass ich mir das wünschen würde; ich fände es viel schöner, wenn die Parlamentarier sich am Riemen reißen und das machen würden, wofür sie da sind: Demokratie. Machen sie aber halt nicht, sondern führen einen inneren Wettbewerb mit Martin Cemil dem Hauptschulabbrecher darüber, wer niveauloser ist. Ich bezweifle zudem, dass die AfD mit der Minderheit, die sie bekommen wird, derartige Macht erhalten kann wie die NSDAP mit ihrer damaligen Minderheit. Ich vermute vielmehr, dass wir eine Rot-Rot-Grüne, oder sog. Katastrophe³-Regierung bekommen werden, und über die nächsten zwei, drei Dekaden in die globale Bedeutungslosigkeit versinken. Was vielleicht gar nicht so schlimm ist. Es ist eh so viel schöner woanders.

Arsch auf Grundeis

Dass das deutsche Staatsfernsehen die AfD nicht mag, sollte in den letzten Tagen klar geworden sein. Zur Wiedergutmachung hat dann ein anderer Arm der ARD-Krake eine AfD-Politikerin eingeladen.

Ich schaue nun keine Polit-Talks, da die eben eh nicht miteinander reden. Der einzige Kopf im deutschen Fernsehen, der Politikern die Stirn bietet, ist Michel Friedman, aber Friedman erklärt nur allen, dass sie dumm und er toll ist, insofern lohnen sich Friedman-Talks auch nur dann, wenn man Friedman toll findet und Friedmans Meinung immer und immer und immer wieder hören will.

Egal, es war eine AfD-Frau, Beatrix von Storch, bei Anne Will. Wem Anne Will nichts sagt: Anne Will lebt in Berlin. Reicht noch nicht? OK: Anne Will ist die ARD-Quotenlesbe und lebt in Berlin.

Am Sonntag abend. Am Montag titelt es “Für Beatrix von Storch sind andere Meinungen oft irre“.

Toller Teaser, geklickt. Was steht drin? Frau vStorch denkt, die führenden Politiker haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Diverse Journalisten auch nicht. “Verrückt” findet sie explizit offensichtlich nur Gender-Spinner.

Nun ist Gender keine Meinung, sondern eine zur Ideologie aufgebauschte Theorie. Und dann wundert sich die Lügenpresse, wenn sie Lügenpresse genannt wird.

Aber das war gestern. Heute hat offenbar durch die bei den Presstituierten voller Empörung eingesetzte Schnappatmung endgültig dafür gesorgt, dass die eh nicht sonderlich toll funktionierenden Gehirne keinen Sauerstoff mehr bekommen. Da kann man doch der Fantasie freien Lauf lassen: Frau vStoch

  • hetzt (Stern)
  • entgleist (Bild)
  • ist wirr (Welt)
  • löst Skandal aus (Stern)
  • schockt (t-online)
  • vergreift sich im Ton (BZ)
  • hat Hirngespinste (Mopo, Süddeutsche, Bundesregierung)
  • empört (KZ [warum nennt man seine Zeitung so, dass man sie KZ abkürzen muss?])

Ja, was denn nun? Gestern hat sie ja nun Geisteskranke für geisteskrank gehalten, aber die Journaille hatte offenbar genug Zeit, auch noch den Rest des Talks zu sehen. Oder zumindest der Praktikant bei dpa, die Meldungen sind inhaltlich alle gleich.

Die Fakten: Frau vStorch hat  auf Facebook  geschrieben: “Ich nehme Wetten an: Wenn sie [Merkel] bald zurücktritt, wird sie das Land verlassen. Aus Sicherheitsgründen”.

Frau Will (ist das jetzt consent, btw.?) fragt heldenhaft nach: Was meint sie denn damit?

Und Frau vStorch erklärt: “Damit meine ich, dass das Gerücht war, dass sie nach Chile oder Südamerika geht.”

Ah ja. Wo, liebe Frau von Storch, war das Gerücht? Im Kanzleramt? Oder doch eher beim Klogespräch mit Rechtspopulisten im Europaparlament?

  • Presstituierte der Welt

Ja, lieber Ralf Dargent, hast Du denn mal nachgefragt? Ich meine, ist ja nun nicht so, als wäre es eine grundlegende Aufgabe des Journalismus, zu recherchieren? Nie Superman gesehen, oder wenigstens Die Abenteuer von Lois & Clark? SpidermanTeenage Mutant Ninja Turtles?

Naja, wir werden wohl nie erfahren, wo das Gerücht herkommt. Wir lernen nur, dass es “Hetze” ist, wenn man annimmt, dass gechasste Politiker das Land verlassen. Das ist ja nun auch völlig absurd.

Dafür erfahren wir, dass Frau vStorch “nachlegt“:

Franz Josef Strauß sagte über Helmut Kohl, dieser werde seine Lebenserinnerungen in Sibirien schreiben. So kann man wohl auch laut darüber nachdenken, wo Frau Merkel ihre Memoiren schreiben wird. Südamerika ist mit Sicherheit schöner als Sibirien.

Mein Problem ist nun, dass die Presse daraus macht, die Bundeskanzlerin wolle auswandern. Und so interpretiert hat Herr Seibert, Regierungssprecher, natürlich Recht, wenn er das als Hirngespinst bezeichnet. Denn, wie Psychologen sagen, ist Frau Merkel viel zu weltfremd, um zu merken, wie es um ihre Beliebtheit in Deutschland steht.

beliebtheit

Mich beschäftigt gerade aber eine andere Frage: Geht der Presse der Arsch derart auf Grundeis, dass sie solche Artikel schreiben, weil sie merken, dass ihre Beliebtheitswerte unter denen von Merkel sind? Oder sind das nur besorgte Bürger, die Angst haben?