Feminismus kann ihr ungeborenes Kind töten

Kleine Anmerkung: Ich habe nichts gegen Abtreibungen. Aber 50 Millionen Tote im Jahr sind halt 50 Millionen Tote im Jahr, und es komme mir jetzt bitte keiner mit “aber das sind doch keine/nur”, denn sonst setze ich den Satz fort… sucht Euch was aus: “Neger”, “Juden”, Moslems”, “Infidels”, “Deppen”, “Behinderte”, “Kommunisten”… – nur, um nochmal klarzustellen, dass jedwede Ideologie ihre Opfer fordert.

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Saufstart! – In 30 Tagen zum Alkoholiker

Hallo,

mein Name ist Shitlord, ich bin promovierter Wissenschaftler und Fachtroll für gutmenschlichen Unsinn und freue mich, Sie heute an Ihrem ersten Tag des Saufstart-Programms begrüßen zu dürfen. Schön, dass Sie dabei sind! Sie bekommen ab heute jeden Tag einen Blogpost mit Tipps & Tricks für den einfachen Einstieg in ein alkoholreiches Leben!

Sie denken also darüber nach, Alkoholiker zu werden? Oder Sie sind es bereits und wollen noch ein wenig Unterstützung? Diese Entscheidung wird Ihr Leben vermutlich auf eine Weise verändern wie kaum eine andere Entscheidung, die Sie je treffen werden. Mit diesem Programm wollen wir Sie dabei unterstützen und die wichtigsten und am häufigsten gestellten Fragen zur alkoholintensiven Ernährung beantworten.

Damit Ihnen die 30 Tage nicht lang werden und Sie erkennbar nachverfolgen können, wie schnell die Zeit vergeht, sollten Sie unseren Programm-Kalender herunterladen und ausdrucken:

Vergessen Sie nicht, nach jedem zumindest angetrunken gelebten Tag ein Kreuzchen darin zu machen! So ein kleines Erfolgserlebnis am Ende des Tages motiviert dazu, dranzubleiben! Und seien Sie geduldig mit sich, Veränderungen brauchen Zeit.

Damit Sie wissen, was Sie in den kommenden 30 Tagen erwartet, hier ein kleiner Überblick:

  • In Woche 1 dreht sich alles um die alkoholische Ernährung. Sie erfahren, in welchen Geschäften Sie alkoholische Getränke und Lebensmittel einkaufen können, wie Sie alkoholfreie Produkte ersetzen, sich gesund zusaufen, auch im stressigen Alltag nicht auf dem Trockenen sitzen und lecker mit Alkohol kochen.
  • In Woche 2 befassen wir uns mit dem Hauptargument für eine alkoholische Ernährung: den Menschenrechten. Wir gehen den Fragen nach, wie Menschen in der Gesellschaft ausgebeutet werden, warum „Sozial“ bei so vielen Idioten keine Lösung ist und wie Sie es schaffen, angebotene nicht-alkoholische Produkte höflich abzulehnen.
  • In Woche 3 befassen wir uns mit den Reaktionen der Umwelt auf eine alkoholreiche Ernährung. Wir gehen der Frage nach, warum Menschen manchmal ablehnend reagieren und wie Sie dem am besten, z.B. auch an Feiertagen und bei Festen, begegnen (Spoiler: Alkohol!). Außerdem schauen wir uns am Ende der Woche weitere schlagkräftige Argumente für eine alkoholfokussierte Ernährung an.
  • In der letzten Woche geht es um all das, womit man sich im Laufe der Umstellung auf eine alkoholische Ernährung fast zwangsläufig befassen wird, wie z.B. Kosmetik für den Katermorgen und abwaschbare Bekleidung usw.
  • Am Ende des Programms widmen wir uns abschließend der Frage, wie sich jeder Einzelne im Rahmen seiner Möglichkeiten für Tiere einsetzen kann, und wie Sie Ihren Weg als Alkoholiker nach den ersten 30 Tagen weiter gehen können. Seien Sie also gespannt!

Doch fangen wir klein an: Machen Sie den Kühl- und Vorratsschrank-Check!

Viele von uns haben den Zutatenlisten von Lebensmitteln bisher eher wenig Beachtung geschenkt. Schade eigentlich. Sie werden nämlich überrascht sein, worin alles Alkohol enthalten ist – aber auch darüber, in welchen Lebensmitteln sich “nüchterne” Produkte verstecken.

Also werfen Sie einen Blick auf die Zutatenlisten Ihrer Essensvorräte (vergessen Sie die Schublade mit den Naschereien nicht). Sortieren oder notieren Sie, was bereits Alkohol enthält und für welche Produkte Sie in Zukunft alkoholreiche Alternativen finden möchten. Hier ein paar Tipps, die Ihnen bei diesem Schritt behilflich sind:

  • Welche unverarbeiteten bzw. kaum verarbeiteten Lebensmittel haben Sie im Haus? Das können Gemüse, Obst, Getreideprodukte wie Mehl, Haferflocken und Reis, Kartoffeln, Nüsse, Hülsenfrüchte, Öle und Gewürze sein. Das meiste gibt es auch als Schnapps!
  • Nun sehen Sie sich die verarbeiteten Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Backwaren und Müsli an. Sind Ihre Nudeln ohne Alkohol? Viele sind es! Besteht Ihr Brot hauptsächlich aus Wasser, Hefe und Salz, und kommt ihr Müsli ohne Weinbrand oder Cognac aus? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Produkte keinen Alkohol enthalten.
  • Nun nehmen Sie die offensichtlich alkoholfreien Produkte unter die Lupe: Überlegen Sie hier vor allem, wofür Sie diese Produkte bisher verwendet haben. Milch statt Whiskey für den Kaffee oder das Müsli, Eier nur zum Backen statt als Likör, Sahne zum Schlagen ohne einen Spritzer Marillenbrand. Dies hilft Ihnen in den nächsten Tagen, die richtigen Alternativen ausfindig zu machen.
  • Nun gehen Sie über zu den verarbeiteten Produkten: Würzmischungen, Aufstriche, Tütensuppen, Softdrinks – also alle Produkte, bei denen die Zutatenliste etwas länger ist. In diesen Lebensmitteln befeindet sich meistens kein Alkohol, was man auch auf den ersten Blick sieht. Auch scheinbar alkoholische Produkte, wie Puddings oder Nudelsoßen, enthalten oft keinen oder nur geringe Mengen Alkohol.
  • Bei Snacks und Süßigkeiten sollten Sie nach künstlichen Aromen sowie gährfähigen Mischungen Ausschau halten. Alles dabei? Dann haben Sie vielleicht schon einen der vielen Snacks gekauft, die ganz aus Versehen Alkohol enthalten.

Mein Tipp des Tages

Sie fragen sich, was der Hinweis „Kann Spuren von Alkohol enthalten“ bedeutet? Entsprechende Hinweise auf Verpackungen sind in erster Linie für Gutmenschen relevant und weisen darauf hin, dass in der Produktionsstätte auch Lebensmittel für Alkoholiker hergestellt werden. Da die Produktrezeptur in diesem Fall jedoch keine alkoholischen Inhaltsstoffe vorsieht, betrachten wir das Lebensmittel als alkoholfrei! Der Satz ist also mehr Hilfe als Hindernis.

Denn auch wenn wir die strikte Einhaltung einer alkoholischen Ernährung befürworten, stellen wir die Aufgabe, das Leid der Menschen entschieden zu reduzieren, vor eine absolute Reinheit. Lebensmittel zu boykottieren, die lediglich Spuren enthalten können, sendet die Botschaft an Hersteller, dass es keinen Markt für diese Produkte gibt. Das würde dem alkoholischen Lebensstil und letztendlich den Menschen schaden.


Ich bedanke mich bei PETA für die recht einfach zu verwendende Vorlage. Da PETA normalerweise zu beschäftigt damit ist, süße Kätzchen und Hundewelpen umzubringen, ist die Internetseite zu dieser herausragenden Gutmenschen-Aktion leider sehr flach geworden. Sie hatten auch nichtmal mehr Zeit, einen richtigen Neger als Poster-Girl zu finden, weswegen man nur einen Newsletter von einer gerade mal milchkaffebraunen Felicitas Kitali abonnieren kann, der die Grundlage für den heutigen Post bildet. Damit ich aber auch mal die Internetseite zitieren kann, bekommen die den Abschluss:

Alkohol: Für ein mitfühlendes und gesundes Leben!

Alkohol tut einfach gut – dem Körper und der Seele. Tiere und Umwelt werden geschont, dem eigenen Körper hilft man mit pflanzlichen Nährstoffen und ohne belastende tierische Fette und Proteine so richtig auf die Sprünge. So ganz nebenbei haben Alkoholiker im Durchschnitt einen geringeren Body Mass Index – sind also schlanker – als Menschen, die alkoholfreie Produkte konsumieren. Alkohol ist eine bewusste Entscheidung fürs Leben; für das eigene und das anderer Lebewesen.

Brief an eine alte Jungfer

Als ich in der Schule war, hat man da noch (zumindest formell) inhaltliche Dinge gelernt und nicht nur was über die Befindlichkeiten von geisteskranken Lesben oder Männer mit Kastrationsfantasien. Eines davon ist das Konzept der Gewaltenteilung, also des Staates in Legislative, Exekutive und Judikative, als Säulen des Rechtsstaats. Das Konzept der Presse als “vierte Gewalt”, als weitere Säule dieses Rechtsstaats, wurde mir von Jeffrey Archer nähergebracht.

Nun kann man sich den demokratischen Rechtsstaat als Hocker vorstellen, der mehrere Füße hat. Ein dreibeiniger Hocker steht immer stabil, auch auf unebenem Grund. Das ist praktisch – und war das Sitzmöbel der Wahl für die einfachen Leute; Stühle mit vier Beinen waren was für Könige.

Mit dem Fall der Monarchie hielt der vierbeinige Stuhl dann Einzug in die Stuben der Arbeiter, und kurz darauf bekamen sie auch eine Tageszeitung. Das sieht gut aus, ist bequem, und da kann man schonmal ignorieren, dass es eigentlich fast immer kippelt – man baut halt als sorgfältiger Deutscher einfach sehr ebene Böden, dann geht das schon mit den vier Beinen. Zudem, das muss man dem vierbeinigen Stuhl ja auch lassen, fällt der nicht gleich um, nur weil ein Bein bricht – der dreibenige Hocker hingegen schon. So ist auch das “Fourth Estate”- Konzept mit der Presse als Korrektiv der drei Staatsgewalten sinnbildlich zu erfassen.

Freilich aber setzt das weiterhin einen sehr ebenen Boden voraus – der vierbeinige Stuhl kann, im Gegensatz zu einem gleich dreibeinig konstruierten Stuhl – schon auf vier Beinen nur unter idealen Bedingungen stabil stehen, wird der Untergrund abgenutzt oder zum Beispiel durch Antifanten rausgerissen und auf Polizisten geworfen, kippelt das schon sehr – bis zum Umfallen.

Es ist an dieser Stelle natürlich müssig, über die Sinnhaftigkeit von drei- versus vierbeinigen Stühlen zu sinnieren, da wir de facto einen vierbeinigen Stuhl haben. Und, wie sich das vierte Rad am Wagen nicht müssig wird, uns zu erzählen, bräuchte das dringend mal einen Reifenwechsel. Freilich aber gibt es – ja, im Internet- eine ganze Menge neuer Reifen unterschiedlichster Qualität. Was – natürlich – die alten Reifen stört, wollen sie doch nicht entsorgt und verbrannt werden, schon der Umwelt wegen.

Ein Vögelchen hat mir – wohl, um mich zu ärgern – diese Allegorie einer Caroline Fetscher (Triggerwarnung: enthält ein Bild von Caroline Fetscher) zugeschickt. Frau Fetscher schreibt:

Die sich von der Demokratie verabschiedet haben, sind in einer eigenen Welt voller Ressentiments.

Ich habe gestern schon geschrieben, wie sehr es mich ankotzt, dass diejenigen, die Demokratie und Rechtsstaat am meisten sabotieren und gezielt zu zerstören versuchen ebendiese Begriffe am lautesten schreien – und damit inhaltsleer machen. Heute möchte ich dazu also nur noch sagen, dass der zitierte Satz kein Deutsch ist. Es müsste “Die(jenigen), die” heißen. Nein, das ist nicht diskutabel. Und Leute, die kein ordentliches Deutsch können, wollen die vierte Gewalt im Staat sein. Freilich, das passt zu Justizministern ohne Respekt vor dem Recht, Polizisten, die ihren Job nicht machen dürfen, weil das “unschöne Bilder” geben könnte und einer Legislative, die nur noch um ihrer selbst Willen existiert, aber wenn die Beine des Hockers derart niedrig sind, können wir uns auch gleich auf den Boden setzen. Das ist dann übrigens auch schon der Punkt, den Caroline Fletscher nicht versteht:

Im Korb einer Frau mittleren Alters liegt neben den Einkäufen „Der Spiegel“. Freundlich tippt sie jemand hinter ihr an, ein junger Mann, Ende zwanzig, sportlich gekleidet, kurzes Haar. „Die Zeitschrift legen Sie besser zurück ins Regal“, rät er beiläufig. „Was da drinsteht, kriegen Sie online gratis.“ „Ja? Alles?“ Geduldig führt er aus: „Füttern Sie lieber nicht die Journalisten, die erfinden sowieso das meiste oder schreiben von anderen ab.“ „Ach“, staunt die Frau und wird hellhörig, „wo erfährt man das denn?“

Vage verweist der junge Mann auf das Internet, er will aber illustrieren, was er meint: „Zum Beispiel, ein Reporter hat Fotos von Rechten gemacht, auf dem G-20-Gipfel. Mit denen hat zufällig gerade einer geredet, der nicht dazugehört, aber unter dem Bild stand, das wären alles Neonazis.“

„So was passiert sicher mal“, sagt die Frau, „deswegen ist ja nicht alles falsch, was Medien berichten. Wenn keiner bezahlt, können sie irgendwann nicht weiterarbeiten.“

Was eine tolle Geschichte. Ich habe neulich bei der Welt einen Artikel gelesen, der mal mit der von linken Idioten propagierten Lüge aufräumt, “Gutmensch” wäre von den Nazis erfunden worden. Der Autor führt das Wort auf einen Lektor eines Buches eines Christian Oesers (was wiederum ein Pseudonym ist, aber egal) zurück. Das Buch trägt den überhaupt nicht sperrigen Titel “Ch. Oeser’s Briefe an eine Jungfrau über die Hauptgegenstände der Aesthetik: ein Weihgeschenk für Frauen und Jungfrauen, denen es mit der ästhetischen Bildung Ernst ist“. Ich erwähne das Buch deswegen, weil Frau Fetscher es wohl nicht gelesen hat, sonst wäre uns die Anekdote aus dem Paulanergarten oben erspart geblieben:

Diejenigen verstehen übrigens die Hoheit der Poesie schlecht, die da glauben, sie dürfen sich Nachlässigkeiten der Sprache erlau­ben; vielmehr erfordert sie die höchste Vollkommenheit, denn sie ist Schöpferin und Meisterin der Sprache selbst und muß als hohes Vorbild im höchsten Grade rein, richtig, deutlich und bestimmt sein. Ueberdies vermeidet die poetische Sprache Weitschweifigkeit und Breite, denn diese Fehler langweilen und hindern also- die rege Thätigkeit; hingegen bestrebt sie sich so kurz als möglich zu sein und wird eben dadurch auch bestimmter und kräftiger.

Gell, was der Mann da den Frauen und Jungfrauen mit auf den Weg gegeben hat, klingt doch ganz sinnvoll, oder? Aber gut, weiter mit Frau Fetscher; dem jungen Mann ist es nämlich herzlich egal, dass eventuell selbsternannte Journalisten für ihre Lügen (oder, im Fall von Frau Fetscher, Meinungen) nicht mehr bezahlt werden könnten:

„Dann würden die mal sehen, wie es unsereinem geht!“ Wie es ihm geht? „Na, der nette Netto-Rest, den einem der Staat übrig lässt“, sagt er, beträgt für ihn als gelerntem Einzelhandelskaufmann um die 1200 Euro, in seiner Familie gibt es Arbeitslose: „So sieht das aus.“

Tjo, an der Stelle endet dann auch schon Frau Fetschers illustre Geschichte, und sie geht ohne Umschweife dazu über, dem fiktiven jungen Mann noch sehr viel mehr anzudichten, als er – selbst in ihrer eigenen, fucking Fantasie – irgendwie zum Ausdruck gebracht hat:

was er sagte, war explosiv gefüllt mit Subtexten. Das Auffälligste an solchen Einlassungen im Alltag sind ihre Auslassungen, es fehlt der ungenierte Klartext der anonymen Online-Foren. Aber zu ahnen ist er: Die Lügenpresse betrügt uns, der Staat kassiert zu viel Steuern, die Rente wird nicht reichen, den Asylanten geht es zu gut, die Regierung ist schuld am Terror, kurz, „wir“ sind „denen“ egal.

“Die Lügenpresse betrügt uns” ist ziemlich wörtlich genau das, was der junge Mann gesagt hat. Das ist kein “Subtext”. Das steht da. 

Und wer, bitte, außer den politisch Verantwortlichen ist denn bitte sonst Schuld am Terror? Lieschen Müller? Du? Ich? Lass mich raten – natürlich ich.

Indirekt hatte der junge Mann im Supermarkt seine Anschauung der Welt offenbart, reale Nöte neben Ressentiments, Verbitterung, Zynismus. […] Die Warteschlange nutzte er als Gelegenheit, im Alltag, nebenher, seine Propaganda auszuprobieren.

Der Mann hat direkt seine Ansichten über die Presse und seine realen Nöte kundgetan. Das ist keine Propaganda, das ist eine Einzelmeinung. Propaganda ist, wenn man eine Meinung mit Massenmedien verbreitet. Wie, übrigens, du, Caroline.

Deren geübte Doppelbödigkeit hat etwas Unheimliches

Und schon sind wir bei der Extremform weiblichen Solipsismus: linkem weiblichen Solipsismus. An welcher Stelle bitte ist der Mann denn doppelbödig?

denn die so reden, haben sich vom demokratischen Konsens verabschiedet.

Boah, schon wieder. Alles, was ich sage, ist demokratischer Konsens, und alle anderen Meinungen sind antidemokratsich. Sammal.

Sie glauben dem kein Wort mehr.

“Dem” was? Dem demokratischen Konsens, einer theoretischen Fiktion? Oder der (lügenden) Lügenpresse? Lügenden, ihre Wahlversprechen nicht einhaltenden Politikern? Das nennt man Vernunft, wenn man Leuten nicht glaubt, die nachweislich viel lügen. Vernunft. 

Die Fremdenfeinde sind selber die Entfremdeten, sie sind ausgestiegen – eine Haltung, wie sie das sardonische Lächeln mancher AfD-Protagonisten verrät.

Und ihr dachtet schon, ich hätte mit dem Meme übertrieben, oder? Wer Journalisten, die lügen, für ihre Lügen kritisiert, ist automatisch Hitler.

On another note: sardonisch lächeln kann nur jemand, der tatsächlich einen eigenen Schaden hat. Das macht das bittere Lächeln der AfD, was Caroline Fetscher als fies und zynisch darstellen will, berechtigt.

Und das ist das Problem, wenn Idioten intellektuell tun. Herr Oeser hat das schöner formuliert:

zumal es ganz unleidlich klingt, wenn ein Frauen­zimmer sich solcher Kunstwörter bedient; weiblich und lieblich ist es, sich über Gegenstände des Geschmacks in natürlicher Sprache zu äußern, denn da ist man doch gewiß, daß das Gesagte nicht nachgeschwatzt, sondern selbst Empfundenes und Gedachtes sei.

Die eingeschränkt demokratische Grundordnung

Nachdem mein schöner, bedachter Beitrag zu Strohmännern, die einem liberalen, marktwirtschaftlichen Kapitalismus entgegengesetzt werden, wohl recht unbeliebt war, statt einer Fortsetzung heute ein kleiner Rant.

Da sind nämlich ein paar Sachen zusammengekommen, die sehr schön den Zustand der “demokratischen Grundordnung” in Deutschland beschreiben. Angefangen hat das mit Fefe, der diesen Hirnfurz einer Britt-Marie Lakämper veröffentlicht hat. Highlight:

Satire ist die Droge der Kleinintellektuellen.

Wohingegen echte Intellektuelle wie Britt-Marie natürlich mit Witzen amüsieren, die nur versteht, wer “Game of Thrones” schaut (ja, klickt ruhig, das kann man sich nicht ausdenken, dass sich so jemand sowas zu schreiben traut).

Mariechens eigentlicher Punkt ist aber, dass Die Partei – ihr wisst schon, Sonneborn und Konsorten – keine Wahlalternative sein sollten, weil Realpolitik blablablubbs.

Freilich aber kann man die Partei aber durchaus auch deswegen wählen, weil die Tatsache, auch nur einen Clown ins Europaparlament zu bringen eigentlich die ganze Veranstaltung als die lächerliche Farce entlarvt, die sie ist – und Herr Sonneborn hat, muss ich sagen, diese Meinung auch in ebendiesem Parlament kundgetan. Ich bin mir nun recht sicher, damit nicht Maries politische Meinung zu treffen (die CDU-Mitglied ist), aber ich fand meine Wählerstimme bei Herrn Sonneborn wirklich gut aufgehoben. Übrigens im Gegensatz zu allen anderen Parteien.

Nun hat den idiotischen Post aber auch Herr Nebgen aufgegriffen, seines Zeichens Strafverteidiger. Herr Nebgen verteidigt – als korrekter Jurist einerseits und als tatsächlicher Demokrat andererseits selbstverständlich die Zulässigkeit einer reinen Satire-Partei. Herr Nebgen mag aber zugleich die AfD nicht, findet aber, dass man ihr demokratisch entgegentreten sollte (im Gegensatz zu übrigens den meisten Politikern, aber egal) – er schreibt:

Satire ist vor allem dort wichtig, wo ein sachlicher Diskurs – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr möglich ist.

Da unterstütze ich Herrn Nebgen vollends. Ich teile nur nicht seine (kommt noch) Annahme, dass das in Parlamenten der Fall wäre. Eine parlamentarische “Debatte” sieht in der Regel so aus, dass jeder eine vorbereitete Rede hält, woraufhin dann alle so abstimmen, wie sie das ebenso bereits vorher (in kleinen Gremien; diese greife ich hier explizit nicht [aus diesem Grund] an) beschlossen haben. Ganz toll, sehr wichtige Veranstaltung, so ein Bundestags-Plenum.

Wenn man nun aber – wie Herr Nebgen – davon ausgeht, dass im Bundestag tatsächlich Debatten stattfinden, bei denen – außer “pöbelnden” und “unzulässigen” Zwischenrufen niemals zwei Parteien miteinander reden, dann, so Herr Nebgen, sei es ein Problem,

wenn eine Partei dort einziehen sollte, deren Mitglieder nicht nur Meinungen haben, sondern diese gerne mit falschen Tatsachenbehauptungen unterfüttern.

Er meint damit gezielt Alice Weidel von der AfD, mit Verweis auf zwei andere Artikel, von sich selbst und von den über jeden Zweifel erhabenen Staatsmedien der ARD.

Herr Nebgen schreibt dann weiter, dass man Satire bräuchte, weil:

Man behauptet irgendetwas möglichst Konkretes, dessen Wahrheitsgehalt auf die Schnelle niemand überprüfen kann und drischt damit auf die anderen ein. […] Ich habe Zweifel, ob die – im großen und ganzen immer noch seriösen – Altparteien mit diesem Stil klar kommen werden. Viele werden sich noch gar nicht vorstellen können, auf welches Niveau die Debatte herunter gezogen werden wird, wenn es erst einmal soweit ist. Und dann braucht es auch im Bundestag jemanden, der sich auf diesem Niveau auskennt.

Das “Niveau” des Gender Pay Gaps? Aber egal, ich habe mit dieser Interpretation Nebgens zwei andere Probleme: Erstens wäre jedwede Form des verbalen (!) “Aufeinandereindreschens” ein wahnsinniger Gewinn in der aktuellen politischen Diskussionskultur, die diesen Namen nicht mehr verdient hat, da es keine Diskussion ist, wenn die andere Seite schlicht ignoriert, was die eine sagt. Und zweitens tut Herr Nebgen der AfD Unrecht, aber lassen wir ihn das selbst illustrieren:

In dem Film “Jäger des verlorenen Schatzes” (Raiders of the lost arc) gibt es eine Szene, in der der Protagonist (Harrison Ford) von einem gefährlich anmutenden Kämpfer bedroht wird, der mehrere Säbel schwingt, dabei Furcht einflößende Laute von sich gibt, und so einen kurzen Moment den Eindruck vollständiger Überlegenheit vermittelt. Der Protagonist zieht seinen Revolver und erschießt diesen Gegner auf vergleichsweise unspektakuläre Weise.

Wenn die Altparteien nicht aufpassen, wird es ihnen ergehen wie diesem ehrlichen, naiven Kämpfer: Sie werden regelwidrig aber effektiv einfach über den Haufen geschossen werden.

Was Nebgen hier macht, nennt Schopenhauer ein simuliertes Argument. Wenn der Leser nämlich auch nur eine Sekunde nachdenkt, wird er feststellen, dass (a) Indiana Jones der Gute ist und (b) es gegenüber einem willkürlichen Aggressor, der nach eines Lebens trachtet, in keiner Gesellschaft ever “regelwidrig” ist, ihn einfach zu erschießen.

Aber gut, es geht heutzutage offensichtlich nichts über billiges AfD-Bashing, und so komme ich in die blöde Situation, was positives über die AfD-Quotenlesbe schreiben zu müssen. Ganz fein. Nebgen formuliert das so schön:

dass die dort von Dr. Alice Weidel aufgestellten Behauptungen auch inhaltlich schlicht falsch sind; man schaue mal hier

Hier, übrigens. Bei der ARD, der vom Staat unabhängigsten Medieninstutution der Welt, noch vor CCTV, Russia Today, Al Jazeera und der Pyongyang Times. Es geht hierum:

Mehrmals hat die AfD bereits behauptet, in Büros gelten viel höhere Grenzwerte für Stickstoffdioxid als auf der Straße. […] Richtiger wird sie dadurch aber nicht.

Kristin Becker vom SWR erklärt uns das dann ausführlich, wieso diese falschen Tatsachenbehauptungen einfach nur sachlich falsch seien:

Der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt im Außenbereich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Viel höher – bei 950 Mikrogramm pro Kubikmeter – hingegen ist der Wert für bestimmte Arbeitsplätze.

Oh. Wir müssen den Artikel also nicht weiter lesen. Frau Weidel und jeder andere von der AfD, der gesagt hat, dass am Arbeitsplatz höhere Grenzen gelten als auf der Straße, hat Recht. Punkt, Ende. Aber Kristin vom SWR hat auch den Schopenhauer gelesen, wie alle Linken, aber offenbar – wie die meisten Linken – schon bei Strategem #1 aufgehört, denn es erfolgt schlicht eine Erweiterung – weil man schon “Arbeitsplätze” schreiben musste, für Büros gelten (lest den ARD-Artikel plus deren Quelle) überhaupt keine Grenzwerte, es gibt da nur ein rechtlich schwaches “sollte wie draußen sein”. Gut auch, dass sich die Faktenfinder gleich mal auf Stickoxide beschränken – Schopenhauer empfiehlt bei einer Erweiterung auch zeitgleich, den Gegner möglichst stark einzuschränken – da muss man dann nämlich nicht über unangenehme Feinstaub-oder Ozonwerte in jedwedem Büro mit einem Laserdrucker reden. Von Kopierern fangen wir gar nicht erst an.

Kristin scheint sich aber der Schwäche ihrer Argumentation zumindest unterschwellig bewusst zu sein, denn es endet mit einem “denk doch mal einer an die Kinder”:

Während also die Luft draußen und in den meisten Innenräumen “gesundheitlich zuträglich” sein soll, geht es [anderswo] darum, dass die Luftbelastung einem gesunden, erwachsenen Menschen im Allgemeinen nicht schaden darf.

Was bei dieser Diskussion völlig unter den Tisch fällt, ist Alice Weidels eigentlicher Punkt: Wenn die Autos so viele Abgase produzieren, dass sie die Grenzwerte überschreiten – was spricht denn dagegen, einfach die Grenzwerte hochzusetzen?

Man sieht, man kann auch als klassischer Politiker sehr schön die Argumente der Gegenseite ignorieren, da braucht es keine Satire. Da braucht es nur ein bisschen Sophistik, als wären Grenzwerte per se in fucking Stein gemeißelt – und nicht etwa von Politikern beschlossen.

Und wie sinnvoll sind die Grenzwerte denn? Nun, nicht belastbaren Quellen zufolge, die ich keine Lust habe nochmal nachzuschauen, werden die so festgelegt, dass man Ratten so lange Schadstoff X aussetzt, bis die Hälfte stirbt. Das ergibt dann die “LD50”, und von der aus dosiert man runter, bis man die Ratten mit – in diesem Fall NOx – vergasen kann, ohne dass ihnen auch nur das geringste passiert. Dieser Wert ist aber dann noch nicht “nicht gesundheitsschädlich”, sondern man nimmt den noch durch 100. Wenn Ihr Euch fragt, wieso die Werte früher nie ein Problem waren: Da waren die Messgeräte noch nicht gut genug.

Weiterer Vergleich gefällig? Okay: Die höchsten Überschreitungen der Grenzwerte in “Problemgebieten” wie dem Stuttgarter Kessel im Sommer führen in Extremzeiten zu einer täglichen Schadstoffbelastung, die in etwa dem Rauchen einer halben Zigarette entspricht. Der Grenzwert für die (wahrscheinlich) schädlichen Schadstoffe darf an nicht mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten werden, das wäre dann weniger als eine Schachtel Zigaretten. Im Jahr. Für irgendeinen (auch nur diskutabel) nachweislichen, gesundheitlichen Effekt müsste man da aber nicht nur das ganze Jahr über der aktuellen Grenzwertbelastung leben, sondern auch noch wenigstens zwei oder drei Kippen rauchen. Täglich, nicht im Jahr.

Aber ist doch schön, dass wir so toll über Grenzwerte diskutieren konnten, nicht wahr? Vielen Dank, ARD-Faktenfinder, ihr habt uns da echt geholfen.

Aber zurück zu Alice Weidel und dem von ihr verursachten Untergang der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, weil man mit solchen Leuten ja nicht reden kann – weil sie einfach gehen. Da sich alle Berichte etwa gleich mit dem verlinkten lesen und ich keine große Lust habe, mir langweilige “Diskussionssendungen” im Fernsehen anzuschauen, bei denen Politiker ihre bereits bekannten Punkte wiederholen, habe ich mir – nur für Euch – aber dennoch die 5 Minuten, bevor sie ging, angeschaut.

Passiert ist da folgendes:

[0:57]: Weidel erklärt, dass die, die noch nicht so lange hier leben, durchaus überdurchschnittlich kriminell sind

[0:58:31] Wie es sich bei einer ordentlichen, politischen Diskussion gehört, nimmt die “unabhängige” “Moderatorin” den bedrübbelt guckenden Politikern der anderen Parteien die Peinlichkeit ab, darauf antworten zu müssen, indem (ernsthaft!) erklärt wird, dass die ja nur untereinander kriminell sind (schaut den fucking Clip, ehrlich – DAS ist deren Gegenargument. DAS! Ist ja nicht so schlimm, wenn fucking Kriegsflüchtlinge von irgendwelchen sozialschmarotzenden Negern vergewaltigt werden, gell? Danke, ZDF, Danke. Fickt euch) und nur 4,6% der geschädigten Deutschen von “Zuwanderern” beklaut, vergewaltigt oder umgebracht wurden. Toll, Danke auch dafür, ZDF, eine relative Zahl zur Relativierung zu verwenden – diese kriminellen Zuwanderer sind halt komischerweise – wie Frau Weidel sagte – im Vergleich zur schon länger hier lebenden Bevölkerung (inklusive 60er Türken 80er Iranern, 90er Afghanen etc. pp.)  fucking überdurchschnittlich kriminell – wie Frau Weidel sagte – richtig? Ah, ne, sind ja nur 4,6%, wen interessieren die schon? 

[01:01] Maas whataboutismt, dass diejenigen, die am wenigsten Interesse an kriminellen Illegalen (er nennt sie trotzdem “Flüchtlinge”) haben, andere [echte] Flüchtlinge sind, nicht die AfD.

Dazu: Ach nee, Heiko? Leute, die hier wirklich deswegen herkommen, weil sie vor politischer Verfolgung durch autoritäre Regimes (wie dem, was du mit deinem Orwell-Gesetz zu etablieren versuchst) oder vor echten Kriegen oder Genoziden fliehen, benehmen sich hier auch ordentlich? Und derweil erdreistest du dich, es als ganz toll hinzustellen, dass man sie jetzt (eventuell, theoretisch, aber wohl praktisch eher doch wieder nicht) ausweisen könnte, nachdem sie ihre ersten vier Opfer vergewaltigt haben? Für Ladendiebstahl gibt es ja nun kein Jahr Knast, gell? Das ist DEINE Partei, Heiko. Deine. Und die noch linksgrüneren.

Und die echten Flüchtlinge per se würden dann wohl eher die AfD wählen, gell? Ich meine, die haben ja die gleichen Interessen? Ja? Wolltest du uns das sagen, Heiko? Das ist der Unterschied zwischen Gutmenschen und guten Menschen, übrigens.

[01:02] Trittin mault irgendwie Scheuer von der CSU an [idiotisch, aus dem Kontext gerissen und unberechtigt, wie Scheuer später erläutert], leitet dann fließend zu Gauland über, der entsetzlich sei: “Verrohung fängt damit an, dass man Bürger[Innen] dieses Landes willkürlich ausbürgert, und genau das hat Herr Gauland gesagt, getan, als er Frau Özuguz, als er gesagt hat, er wolle sie in Anatolien entsorgen”.

Dazu eine kurze Anmerkung: Herr Gauland hat gesagt, man (!1) solle (!2) Frau Özoguz in Anatolien entsorgen. Ich hatte dazu bereits spontan getwittert, dass das keinesfalls einen realpolitischen Bezug haben kann, da ich zumindest Erdogan die Eier zutraue, die Dame nicht ins Land zu lassen, ohne sicher zu sein, dass sie wieder geht (ansonsten ist sie ziemlich auf seiner Parteilinie, aber das ist ein anderes Thema).

[01:03] Trittin schließt mit “da beginnt die Verrohung der Sprache”, so, als wäre das irgendwie vergleichbar mit dem von Frau Weidel angesprochenen und durch die Moderatorin (!) sofort relativiertem Thema der Verrohung derer, die hier jetzt halt leben. Das Wort bekommt Herr Scheuer.

[01:04] Weidel unterbricht Scheuer bei seinen (recht vernünftig klingenden) Ausführungen über intergrationswillige vs. solche Ausländer, die man rauswerfen sollte mit dem Anwurf, er wolle illegale Einwanderung legalisieren.

[01:05] Scheuer hält Weidel vor, dass sie sich erstmal von “für mich ist das ein Rechtsradikaler” Gauland distanzieren soll. Frau Weidel geht.

Freilich könnte man nun Frau Weidel vorwerfen, dass ihr Vorwurf gegenüber Scheuer “böse” war, aber er hatte ja nun auch die Gelegenheit, darauf zu antworten. Stattdessen kommt ein Argumentum ad auditores – bilderbuchmäßig, “machen Sie erstmal den Zuschauern klar” – statt irgendwas inhaltliches.

Nun bin ich da natürlich als Bayer enorm gebiast und auch – respektive deswegen – kein fanatischer Nationalist – die CSU hat nichts gegen Einwanderer, die hier was anständiges leisten, und das hat Herr Scheuer auch – zumindest für mich – klargestellt. Dass das nach aktueller Rechtslage eine Legalisierung illegaler Einwanderung ist, hat Frau Weidel (korrekt) konkretisiert. Das würde ich aber viel lieber unterstützen, wenn Herr Scheuer und die CSU die Eier hätten, dazu zu stehen.

Von den Extrema haben wir hier also – gehen wir mal davon aus, dass das Gedankengut tatsächlich da ist – die AfD, die auch Deutsche rauswerfen will, wenn die einfach nur gesellschaftsschädlich sind (am Beispiel Özoguz, aber da kann man sicher noch eine Menge rechts- wie linksradikales Pack dazutun), und die CSU, die auch Ausländer hierbehalten will, wenn sie hier was produktives machen.

Ehrlich gesagt finde ich beides eine gute Idee – aber leider hat keine der beiden Parteien die Eier in der Hose, dazu zu stehen. Und das, meine Damen und Herren, ist der aktuelle Stand der Demokratie in Deutschland und damit die Flatline auf dem EKG der ach so freiheitlichen demokratischen Grundordnung dieses Landes.

Ich bin so froh, dass ich bereits gewählt habe. Und kommende Woche in die Türkei fliege, da ist wenigstens das Wetter schön. Der Zustand der Demokratie ist in etwa der Gleiche.


Zwei Anmerkungen noch: Irgendwo wurde sich beschwert, dass (AfD-) Leute Frau Özoguz Namen falsch aussprechen. Ich habe eine Freundin namens Pinar, und mir fiel erst in der Türkei (und nachdem ich sie viele Jahre kannte) auf, dass sie eigentlich nicht Pinar heißen kann, sondern Pınar. Das spricht man so aus, wie es sich liest – man muss nur vorher an einer Zigarette ziehen, 30 Sekunden die Luft anhalten, einen Schluck Whisky trinken und derweil sprechen.

Zweitens muss ich anmerken, dass meine durchaus positiven Erwähnungen von Herrn Erdogan anders ausfielen, wenn ich in dem Land leben müsste. Ich finde nur einerseits, dass es mir nicht zusteht, die Türkei für die Verfolgung von Journalisten oder der Opposition zu kritisieren, wenn das bei uns auch passiert (siehe Links). Auch dass Erdogan nach dem lauten Geschrei aller deutschen Gutmenschen die Demokratie und grundlegende Menschenrechte (praktisch) abschaffen will und zum Beispiel das Internet zensiert sind Punkte, bei denen man vielleicht erstmal an den Balken im eigenen Auge denken sollte. Ich halte Erdogan nur deswegen für einen besseren Politiker als (nahezu, siehe Sonneborn) alle deutschen, weil er ehrlich ist. Andererseits – wenn ich ein albanischer Sozialschmarotzer wäre, fände ich Merkel auch toll.

Anti-Libertarian Arguments

James Damore hat einen Link getwittert, in dem sich (zumindest angeblich) kritisch mit Argumenten gegen eine freie Gesellschaftsordnung auseinandergesetzt wird. Da ich recht schnell den ersten Unsinn gefunden habe, gehen wir das mal zusammen durch.

Teil A: Freie Märkte,

Gegenargument 1a: Externalitäten, die erste:

An externality is when I make a trade with you, but it has some accidental effect on other people who weren’t involved in the trade. Suppose for example that I sell my house to an amateur wasp farmer. Only he’s not a very good wasp farmer, so his wasps usually get loose and sting people all over the neighborhood every couple of days.

Meine Meinung: Das ist ein reiner Strohmann. Das sieht man auch an dem “are libertarian ways to solve externalities” – “Gegen-Gegenargument”:

To some degree, yes. You can, for example, refuse to move into any neighborhood unless everyone in town has signed a contract agreeing not to raise wasps on their property. But getting every single person in a town of thousands of people to sign a contract every time you think of something else you want banned might be a little difficult.

So funktioniert das nämlich nicht mit der freien Gesellschaft. In der hat man – das mag Linken komisch vorkommen, keinerlei Möglichkeit, etwas verboten zu bekommen, was nicht alle scheiße finden – zum Beispiel Mord oder Diebstahl. Oder Körperverletzung – auch durch Wespen. Der Wespenfarmer in dem Beispiel wäre in einer freien Gesellschaft für sein Handeln verantwortlich, was offensichtlich ein sehr schwieriges Konzept ist. Das ist nicht, wie der Auto behauptet:

But in this case, you’re not coming up with a clever libertarian way around government, you’re just reinventing the concept of government. There’s no difference between a town where to live there you have to agree to follow certain terms decided by association members following some procedure, pay dues, and suffer the consequences if you break the rules – and a regular town with a regular civic government.

.. sondern da ist ein Riesen-Unterschied: Ich der freien Gesellschaft darf ich machen, was ich will, und muss mich einen fuck-Scheiß an irgendwelche Wehwehchen irgendwelcher Sensibelchen halten. ich kann also sehr wohl Wespen züchten, solange die niemanden nennenswert stören. Tun sie aber, das Beispiel ist absurd.

Gegenargument 1b: Externalitäten, die zweite:

Couldn’t consumers boycott any company that causes externalities? (Antwort: Nein), sowie der “Schluss”: They justify some environmental, zoning, and property use regulations.

Nein, das tun sie nicht. In der freien Gesellschaft hat Klaus das gleiche (theoretische) Recht, giftige Chemikalien in einen Fluss zu kippen wie Gabi das Recht hat, in dem (vorher) sauberen Fluss zu schwimmen. Klaus kann also niemals praktische Recht haben, den Fluss zu verschmutzen. Da braucht es kein Gesetz, aus der Verantwortung von Klaus für Gabis Schwimmrecht ergibt sich, dass der fucking Fluss sauber bleibt.

Gegenargument 2: Allokationsprobleme.

As a thought experiment, let’s consider aquaculture (fish farming) in a lake. Imagine a lake with a thousand identical fish farms owned by a thousand competing companies. Each fish farm earns a profit of $1000/month. For a while, all is well. But each fish farm produces waste, which fouls the water in the lake. Let’s say each fish farm produces enough pollution to lower productivity in the lake by $1/month. A thousand fish farms produce enough waste to lower productivity by $1000/month, meaning none of the fish farms are making any money. Capitalism to the rescue:

Ne, Meister, die sind gerade alle pleite gegangen. Aber gut – bleiben wir in Deinem Beispiel:

someone invents a complex filtering system that removes waste products. It costs $300/month to operate. All fish farms voluntarily install it, the pollution ends, and the fish farms are now making a profit of $700/month – still a respectable sum. But one farmer (let’s call him Steve) gets tired of spending the money to operate his filter. Now one fish farm worth of waste is polluting the lake, lowering productivity by $1. Steve earns $999 profit, and everyone else earns $699 profit. Everyone else sees Steve is much more profitable than they are, because he’s not spending the maintenance costs on his filter. They disconnect their filters too. Once four hundred people disconnect their filters, Steve is earning $600/month – less than he would be if he and everyone else had kept their filters on! And the poor virtuous filter users are only making $300. Steve goes around to everyone, saying “Wait! We all need to make a voluntary pact to use filters! Otherwise, everyone’s productivity goes down.”

Lalala. Kinders, so funktioniert das natürlich nicht. Das ist wieder ein reiner Strohmann: Es ist von Anfang an nicht in Ordnung, nicht für seine Externalitäten zu haften. Punkt, Ende.

I bet [extremely complex privatization scheme that takes into account the ability of cod to move across property boundaries and the migration patterns of cod and so on] could have saved the Atlantic cod too.

Jajaja – immer noch: Wer die Atlantik-Kabeljaus am meisten vermissen wird, werden die Atlantik-Kabeljaufischer sein. Die.gehen.aber.pleite, und zwar lange bevor die fucking Fische ausgestorben sind. 30 Jahre später gibt es dann sicher wieder genug Kabeljaus, damit sich das Fischen lohnt, und derweil gibt es halt Zuchtkabeljaus oder andere fucking Fische.

An der Stelle vermischen wir dann schon Thema 1 und Thema 2:

2b: How do coordination problems justify environmental regulations?

Consider the process of trying to stop global warming. If everyone believes in global warming and wants to stop it

Schön. Das ist schon wieder die fucking Auslassung von “anthropogen”, die die Klimaprediger so gerne “vergessen”. Aber gut, nehmen wir mal einen menschengemachten Klimawandel an – dann sind alle, die Treibhausgase ausstoßen, selbstverständlich für den z.B. Untergang der Malediven verantwortlich. In dem Fall müssten sich dann die Malediver entscheiden, ob (a) man alle Treibhausgasemmissionen unterlässt oder (b) sie entschädigt werden. Da die Malediver in Fall (a) elendig verhungern, weil sie auf fucking Inseln im verdammten Nirgendwo leben, werden sie sich für (b) entscheiden.

Und freilich braucht auch ein noch so libertäres System einen Staat, der die Grundregel der Verantwortung durchsetzt, in diesem Fall – falls der Klimawandel nun antropogen ist – zum Beispiel mit einer Abgabe auf Luftverschmutzung. Komischerweise haben wir die schon, geben das Geld aber nicht den Maledivern. Aber der fucking Libertarismus habe ein Allokationsproblem, my ass.

2c: How do coordination problems justify regulation of ethical business practices?

Ja fucking gar nicht.

Let’s say Wanda’s Widgets has one million customers. Each customer pays it $100 per year, for a total income of $100 million. Each customer prefers Wanda to her competitor Wayland, who charges $150 for widgets of equal quality.

Wayland ist bankrott. Wanda’s Widgets hat jetzt ein Monopol. Oder wer kauft den Mist? Oder ist das wie Apple?

Now let’s say Wanda’s Widgets does some unspeakably horrible act which makes it $10 million per year, but offends every one of its million customers.

Ich frage mich, wie das gehen soll, nachdem Wanda für ihre unaussprechlich furchtbare Handlung fucking verantwortlich ist. Das ist reines Denken in modernen, korrupten Rechtssystemen, in den Millionenprozesse mit lügenden Anwälten und bezahlten (lies: auch lügenden) Gutachtern fegührt werden. Wenn es so offentsichtlich furchtbar ist, ist die Verantwortungsfrage recht einfach und eher der Geschädigte der neue Eigentümer von Wanda’s Widgets.

There is no incentive for a single customer to boycott Wanda’s Widgets.

Genau. Genau das ist der Punkt an freien Märkten.

This suggests a “market failure” of boycotts, which seems confirmed by experience.

Jaaaaa… richtig. In verzerrten Märkten. Ich zum Beispiel möchte keinen “Ökostrom” aus nicht energieeffizienten Windrädchen, aber da kann ich boykottieren wie ich will, zahlen muss ich den Scheiß trotzdem. In einem freien Marrkt gäbe es nicht mehr Windrädchen, als man braucht, und von allen anderen Produkten auch nicht. Da kann man nicht boykottieren im Sinne von Ersatzprodukten, da kann man nur verzichten. Das will aber keiner, deswegen funktioniert das nicht.

The existence of government regulation solves this problem nicely. If >51% of people disagree with Wanda’s unspeakably horrible act, they don’t need to waste time and money guessing how many of them will join in a boycott, and they don’t need to worry about being unable to conscript enough defectors to reach critical mass. They simply vote to pass a law banning the action.

Scheiß übrigens auf die 3,7 Milliarden Menschen, die zu den 49% gehören. Scheiß auf die. So richtig, richtig hart. Aber was von sauberen Flüssen erzählen.

2d: How do coordination problems justify government spending on charitable causes?

Gar nicht. Sammal. Jetzt kommt der ultimative Cringe:

How many people want to end world hunger? … There are various estimates about how much [feeding the world] would cost, … [but] Even if we take the highest possible estimate, it’s still well below what you would make if 50% of the population of the world donated $1/week to the cause.

Hmmm… verhungern dann nicht eine ganze Menge “neuer” Menschen, weil sie den fucking Dollar gebraucht hätten?

Now, certainly there are some very poor people in the world who couldn’t donate $1/week, but there are also some very rich people who could no doubt donate much, much more.

Wirklich? Yay, Kommuismus!

So we have two possibilities. Either the majority of people don’t care enough about world hunger to give a dollar a week to end it, or something else is going on. That something else is a coordination problem.

Das ist schön – aber vielleicht ist die Erklärung ja doch eher die erste, und wir haben gar kein Problem? Es hält sie ja nun wirklich, wirklich niemand davon ab, Geld zu spenden?

Klar, verhungernde Kinder in Afrika sind ein Problem – für verhungernde Kinder in Afrika. Deswegen bekommen sie da so viele – weil es nicht genug für alle zu essen gibt, damit wenigstens eines überlebt. Das ist ein hausgemachtes Problem. Benutzt fucking Kondome. Bekommt keine Kinder, wenn ihr sie nichtmal ernähren könnt. Sammal.

2e: How do coordination problems justify labor unions and other labor regulation?

Niemand hat was gegen jedwede Form von Zusammenschlüssen, die schaden niemandem. Regelungen hingegen gehen nur mit einer absoluten Mehrheit – die muss nichtmal 100% sein, es reichen 80% Mehrheit bei einem 80% Quorum von allen, das sind nur 64% der Weltbevölkerung. Geht halt nur bei Themen, für die sich 80% der Leute nicht zu doof sind, auch nur wählen zu gehen – also eher herzlich wenige. Ratet mal, wie viele Gesetze wir dann hätten? Drei? Vier? Verantwortung für Schäden an Dritten und Einhaltung von Verträgen wären mal nur zwei, und das regelt schon verdammt viel.

Sonstige Regeln? Oh, nehmen wir ein schönes Beispiel:

The boss can ask all sorts of things like that the prospective pay for her own background check, or pee in a cup so the boss can test the urine for drugs

… solche Fragen nicht stellen zu dürfen schafft zwangsweise einen lemons market. Würdet ihr ein Auto kaufen, ohne eine Probefahrt zu machen? Eben. Der Rest sind Strohmänner gegen Labour Unions, die kein vernünftiger Libertärer hat. Können die Arbeiter gerne bilden, soviel sie wollen. Es darf nur niemand gezwungen werden, mit denen zu reden.

Thema 3: Irrational Choices

A company gives its employees the opportunity to sign up for a pension plan. They contribute a small amount of money each month, and the company will also contribute some money, and overall it ends up as a really good deal for the employees and gives them an excellent retirement fund. Only a small minority of the employees sign up. The libertarian would answer that this is fine. 

Vollkommen korrekt.

Then the company switches tactics. It automatically signs the employees up for the pension plan, but offers them the option to opt out. This time, only a small minority of the employees opt out.

Am deutschen sozialistischen Wesen soll die Welt genesen. Kinders, ganz ehrlich: Ich hasse es, wenn ihr so tut, als wüsstet ihr alles besser und alle anderen wären nur Vollidioten, die man zu ihrem Glück zwingen muss. Fun fact: Es gibt wirklich viele, viele Vollidioten, aber wenn ihr anfangt, so einen Paternalismus zu rechtfertigen, dann reden wir bitte gleich und sofort über “Opt-Out” – Sterilisationen von Frauen auf Sozialhilfe im Westen – oder gleich allen Frauen in Afrika und Südostasien (mirwegen nach ihrem ersten Wurf).

Was, wollt ihr nicht? Komisch – immer, wenn ich paternalistische Vorschläge, dir sowohl den Betroffenen als auch der Gesellschaft als Ganzes nutzen, mögt ihr mich nicht mehr. Ich mache aber das fucking Gleiche wie ihr. Deswegen finde ich Euch übrigens Scheiße.

3c (ich hab da den repetitiven Mist ausgelassen): It justifies government-mandated pensions, some consumer safety and labor regulations, advertising regulations, concern about addictive drugs, and public health promotion, among other things.

Ist es nicht schön, wie toll all das klingt, wenn man nur “justified” dazuschreibt? Oder “legitim”? Leute, nochmal: Meine Position erlaubt es nicht, Leute zwangszusterilisieren. Eure schon. Denkt mal drüber nach.

4. Intransparenz

4a: Many economic theories start with the assumption that everyone has perfect information about everything.

Das sind genau die gleichen, die den rationalen Konsumenten unterstellen, die oben verwendet wurden. Es sind aber nicht diejenigen, die sich mit Allokaltionsproblemen befassen, die ebenfalls oben angesprochen wurden. Könntet ihr Euch bitte für eine (oder zumindest eine Gruppe) von Theorien entscheiden, die nicht vollkommen inkommensurabel sind (lies: sich widersprechen)?

In libertarian thought, if people really care about product safety, efficacy and ethics, the market will ensure them itself, and if they genuinely don’t care, that’s okay too.

Ja.

And what’s wrong with the libertarian position here?

Sehr gute Frage.

Section 5 describes how we can sometimes predict when people will make irrational choices. One of the most consistent irrational choices people make is buying products without spending as much effort to gather information as the amount they care about these things would suggest. So in fact, the nonlibertarians are right: if there were no government regulation, people who care a lot about things like safety and efficacy would consistently be stuck with unsafe and ineffective products, and the market would not correct these failures.

JA DANN IST ES IHNEN ABER AUCH NICHT WICHTIG WENN SIE KEINE FUCKING MINUTE ZEIT INVESTIEREN? An was bemesst ihr Deppen denn “Care”? Politsch korrekten Bullshit labern und dann 12jährige vögeln? Das ist ganz genau kein Argument, und zeigt ganz genau das Gegenteil.

4c (ja, blabla ausgelassen): What other unexpected consequences might occur without consumer regulation?

It could destroy small business.

Das wird spannend. Regularien sind nämlich prohibitiv für kleine Unternehmen, aber das Weglassen soll schlecht sein?

One could feel quite safe shopping at Wal-Mart. But suppose on the way to Wal-Mart, you see a random mom-and-pop store that looks interesting. What do you know about its safety standards? Nothing. If they sold tainted or defective products, it would be unlikely to make the news; if it were a small enough store, it might not even make the Internet. Although you expect the CEO of Wal-Mart to be a reasonable man who understands his own self-interest and who would enforce strict safety standards, you have no idea whether the owner of the mom-and-pop store is stupid, lazy, or just assumes (with some justification) that no one will ever notice his misdeeds.

Warum? Warum sollte ich annehmen, dass der Chef von Walmart kein blödes Arschloch ist? Wenn dessen Laden morgen pleite geht, zieht er für den Rest seines Lebens auf eine (untergehende) Malediveninsel. Der Chef des kleinen Ladens hingegen wird sein möglichstes tun, um nicht zu verhungern. Das ist ein Argument für Vollidioten.

Repeated across a million people in a thousand cities, big businesses get bigger and small businesses get unsustainable.

De facto sterben die kleinen Läden aus, weil es für sie immer unerträglicher wird, 400.000 neue fucking Regelungen, wie genau man seinen fucking Wischmop zu putzen hat, einzuhalten, die dann auch noch kontrolliert werden. Freilich aber esse ich in Ländern, wo das noch geht, sehr, sehr gerne in Läden, bei deren purem Anblick ein deutscher Lebensmittelkontrolleur einen Herzinfarkt bekäme. Wenn da was nicht in Ordnung wäre, wäre der Laden nämlich leer.

Teil B. Gott, das wird lang, und auch bekomme bald Besuch. Ich beschränke mich mal auf die Highlights:

The claim of many libertarians is that the wealthy earned their money by the sweat of their brow, and the poor are poor because they did not. The counterclaim of many liberals is that the wealthy gained their wealth by various unfair advantages, and that the poor never had a chance. These two conflicting worldviews have been the crux of many an Internet flamewar.

Jaja, schön. Das liegt an fucking Regierungen, die es den Reichen erlauben, immer reicher zu werden, weil sie ja “too big to fail” sind und eine Million arbeitslose Kohlearbeiter Wählerstimmen kosten würden. Das ist ein Staats-Problem, kein Marktproblem. Kaum ein Unternehmen hält sich länger als drei Generationen.

Okay, I acknowledge that at least half of the differences in wealth can be explained by parents.

Ach. Ich verbrachte bis zu meinem 19. Lebensjahr plusminus 12.000 Stunden in der Schule, aber alleine in meinen ersten drei Lebensjahren 26.280 Stunden mit meinen Eltern. Komisch, dass die einen Einfluss haben.

Ich überspringe mal das ganze Einkommens-Ungleichheits-Gejammere. Faktisch sind es Märkte, nicht – und nieRegierungen, die den Wohlstand auch der Unterschicht steigern. Vor allem aber ist es nicht:

This is a good deal of the justification for the liberal program of redistribution of wealth and government aid to the poor.

Denn wenn man Leuten Geld schenkt, werden sie davon weder andere Eltern haben noch ein anderes soziales Umfeld, man hebt nur die Unterschicht über die Unterschicht in Ländern ohne Kommunismus – vielleicht. Davon ist es aber (a) immer noch die Unterschicht, und (b) nimmt es der Unterschicht einen Teil der Motivation, nicht mehr Unterschicht zu sein. Siehe: Fortpflanzungsraten in zweiter Generation Hartzern.

6. Steuern

The most important justification for progressive tax rates is the idea of marginal utility.

Und schon wieder cherrypicking bei wirtschaftlichen Theorien.

Wer Grenznutzen nicht kennt:  Your first hundred dollars determine whether you live or starve to death. Your next five hundred dollars determine whether you have a roof over your head or you’re freezing out on the street. But by your ten billionth dollar, all you’re doing is buying a slightly larger yacht.

Und daraus der Fehlschluss:

Progressive taxation is an attempt to tax everyone equally, not by lump sum or by percentage, but by burden. Just as taking extra movie tickets away from the person with a thousand is more fair than taking some away from the person with only two, so we tax the rich at a higher rate because a proportionate amount of money has less marginal value to them.

Denn (a) ist das hier so dargestellt, als fängt die Steuerprogression erst bei der großen Yacht an und erreicht nicht, wie z.B. in meinem Fall, schon bei einer kleinen Yacht die Grenze (für nicht-Superreiche), aber wenn wir so anfangen, reden wir doch mal wirklich über Grenznutzen: Wieviel ist es wohl einem Superreichen wert, nicht bestohlen oder umgebracht zu werden? 10% seines Einkommens? Okay – warum sollte das bei jemand bettelarmen anders sein? warum sollte der Reiche für die gleiche Leistung überproportional mehr zahlen? Ist das Leben des Reichen mehr wert als das des Armen? Hey – das ist euer Punkt, nicht meiner?!

Over the past thirty years, the rich have consistently gotten richer.

Übrigens in der Zeit, als ihr euch in den USA vom liberalen Kapitalismus verabschiedet habt und zunehmenden Sozialismus einzuführen begonnen habt. Aber daran kann es natürlich nicht liegen.

Teil C: Politik

War das nicht alles fucking Politik?

Government never does anything right

Das ist kein libertärer Punkt, das ist ein linker Strohmann. Wir brauchen sehr wohl eine Regierung – im Sinne von Hobbes Leviathan. Das Problem ist, dass die Regierung keine eierlegende Wollmilchsau ist, die alles richtig machen kann. Wir wären daher dafür, dass die Regierung recht wenige Sachen macht, und die dafür ordentlich. Ich nehme an, dass jetzt nur Beispiele kommen, was die Regierung alles tolles macht…

Super. do you have any examples of government succeeding at anything more practical?

Wenigstens versteht der Autor sich in diesem Fall mal auf die Formulierung einer vernünftigen Gegenfrage.

Eradicating smallpox and polio globally

Okay, das wird Dreck. Das ist einfach nur eine glatte Lüge. Den globalen Kampf gegen Polio führt der fucking Rotary-Club mit meilenweitem Vorsprung an, was Regierungen hier tun, ist das zu sabotieren. Fickt euch. So richtig.

Du hast zudem gerade deine gesamte Glaubwürdigkeit verloren, Scott Alexander. Deine ganze. Das ist nicht mehr nur billiges Strohmann-abfackeln, das ist eine unverzeihliche Lüge.

Argument: State-run companies are always uncreative, unprofitable, and unpleasant to use.
Some of the greatest and most successful companies in the world are or have been state-run. Japan National Railways, which created the legendarily efficient bullet trains, and the BBC, which provides the most respected news coverage in the world as well as a host of popular shows like Doctor Who, both began as state-run corporations

Das sind eure Beispiele? Das? Ich meine, nichts gegen Doctor Who, aber ob das jetzt fünf Milliarden Pfund pro Jahr wert ist… Und ja, der Shinkanzen ist ein toller Zug. Nur 100km/h langsamer als der Siemens Velaro, den wir in Deutschland mit der Staatsbahn natürlich niemals sehen werden. Der geht in kapitalistische Länder – wie China.

Sehr guter Punkt. Ist dein Argument gegen Selbstmorde, dir selbst in den Kopf zu schießen?

A lot of what government trumpets as “successful regulation” is just obvious stuff anyway that any individual in a free market would do of her own accord.

Ja, das war mein Punkt, wieder schön erkannt. Und du wirst ihn sicher wieder sehr erbärmlich zu “widerlegen” versuchen?

Many cars did not even include seatbelts until the government mandated that they do so. In 1983, the seat belt use rate in the United States was 14%.

Kinders: Der Sicherheitsgurt, den ihr da so toll dem Staat zuschreibt, kommt von Volvo.

Argument: Government-run health care would be bloated, bureaucratic, and unnecessarily expensive, as opposed to the sleek, efficient service we get from the free market.
Actually, government-run health care is empirically more efficient than market health care

Und es kommt ein Vergleich mit fucking Amerika, wo man für den kleinsten, menschlichen Fehler mal gleich Millionen an seine armen Opfer zahlen muss. Wisst ihr, wie das an einem freien Markt funktionieren würde? Da wäre ein Typ tot, wie jetzt auch, aber der Arzt würde enorm unbeliebt werden. Vor allem, weil er nur Leute operiert, die ihn von Flüchtigkeitsfehlern freischreiben. Klar, das machen dann alle Ärzte – aber die Leute werden dann halt wahlweise sterben (ihr Problem) oder zu den guten Ärzten gehen. Es sind nicht alle Ärzte gleich gut, ihr dummen Sozialisten.

any of the issues surrounding gun control are much less restrictive. For example, some involve restrictions on sales to criminals, “cooldown periods” before purchase, mandatory safety training, et cetera.

Wer bitte verkauft einem Kriminellen eine Waffe, wenn er die Verantwortung dafür trägt, was der damit macht? “Ich dachte, das ist ein anständiger Mensch, der die zum Selsbtschutz kauft” ist übrigens ein gutes Argument, da keinen Teil der Verantwortung zu tragen, aber das trifft hier nicht zu. Waffen sind übrigens weniger nützlich, desto mehr Leute welche haben; Balance of Power haben wir aus dem kalten Krieg gelernt.

Bah. Ich denke, die “moralischen” Sachen haben einen eigenen Psot verdient, aber ich muss jetzt weg.

Schwarzweißdenken mit der BPB

Die Bundeszentrale für politisch korrekte Bildung hat ihren Wahl-O-Maten dann netterweise doch noch vor der Wahl ins Internet gestellt – für ein Berliner Projekt ja nun keine Selbstverständlichkeit.

Und so sehr ich mich bei RTL über skalierte Antworten geärgert habe, so sehr würde ich mir hier etwas differenziertere Antwortmöglichkeiten freuen, aber sei’s drum, mit 38 Themen wird das lang genug (tl;dr: Es ist fast rein politisch, und nichtmal sonderlich lustig geworden, aber wenn Euch sehr langweilig ist…):

Bei der Terrorismusbekämpfung soll die Bundeswehr im Inland eingesetzt werden dürfen.

Die interessantere Frage wäre: Nützt das was? Die haben nichtmal fliegende Hubschrauber… vor allem ist aber die Frage blöd; die Bundeswehr darf zur Terrorismusgefährdung bereits jetzt im Inneren eingesetzt werden, das steht in Artikel 87 des Grundgesetzes. Für Grundgesetzänderungen bin ich nicht. Dafür, Terrosisten zu erschießen, schon, also nehmen wir mal “Ja”.

Dieselkraftstoff für Pkw soll höher besteuert werden

Nein. Es sollte aber überhaupt nichts höher besteuert werden – fairerweise würde ich aber bei “Nebeneinkommen” von Politikern eine Ausnahme machen, mit einem speziell dafür geltenden Steuersatz von 110%.

Für die Aufnahme von neuen Asylsuchenden soll eine jährliche Obergrenze gelten.

Ja – von Null. Asylsuchende muss man nicht aufnehmen. Die Leute, die wirklich Asyl brauchen, sind ja eh allen egal, offensichtlich.

Der Ausbau erneuerbarer Energien soll vom Bund dauerhaft finanziell gefördert werden.

Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft haben höchstens dann eine Berechtigung, wenn es um eine Anschubfinanzierung geht. Verstaatlichung der Wirtschaft ist ein absolutes no-no.

Der Bund soll mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen.

Der soziale Wohungsbau ist seit langem schon nur eine bequeme Bereichungsmasche. Zudem hilft es nicht viel. Was helfen würde, wäre, wenn der Staat Möglichkeiten für den sozialen Wohungsbau bereitstellen würde; es muss nicht jeder Scheiß KfW-70 feuchtschimmelnd sein. Aber auf solche Ideen kommt ja keiner. Ok, fairerweise Luisman neulich, aber es geht ja in die deutschen Gutmenschen nicht rein, dass “Trailer Park Trash” immer noch Trash ist, wenn man ihn in eine schöne Wohnung setzt. Unsere Vorfahren wussten das noch – man kann ein Mädchen aus der Gosse holen, aber nicht die Gosse aus dem Mädchen. Erklärt übrigens auch das “geringe soziale Aufwärtsmobilität” – Mimimi.

BAföG soll generell unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt werden.

Als Kredit? Mirwegen. Aber dann bitte als 100%-Kredit, das hält dann (hoffentlich) Leute von Unsinns-Studiengängen wie Gender-Bullshit oder vergleichende Kunsthistorik ab.

Die Videoüberwachung im öffentlichen Raum soll ausgeweitet werden.

Nicht.Durch.Den.Staat. Es würde reichen, wenn der Staat Privatpersonen nicht verbietet, ihr Eigentum bestmöglich zu schützen.

Deutschland soll einem Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen.

Haben wir nicht schon für die fucking Schulden von Hinzos und Kunzos gebürgt? Ah – deswegen können “wir” Politiker ihnen ja ihre Schulden auch erlassen – die Banken, die den maroden Sozialisten das Geld geliehen haben, sind eh schon fein raus. Trotzdem Nein; wenn ich Steuern dafür zahlen muss, mit dem “Schulden” bedient werden, weil Deutschland vor 72 Jahren (und 100, aber die sind ja mittlerweile abbezahlt) mal einen Krieg verloren hat, können das die Enkel der aktuell verschwenderisch lebenden Griechen auch. Die hatten wenigstens was von dem Geld; wir bekamen ja nur Strafschulden. Übrigens auch von den Griechen.

Generelles Tempolimit auf Autobahnen!

Klar – Überschallknalls nerven total. Alles drunter ist aber widerliche Gängelei.

Die Verteidigungsausgaben Deutschlands sollen erhöht werden.

Für noch mehr Frauen in der Bundeswehr, die sich dann im Kriegsfall die Fingernägel lackieren? Neee, Kinder, macht mal erstmal was sinnvolles mit dem Geld, was ihr habt.

Betreiber von Internetseiten sollen gesetzlich dazu verpflichtet sein, Falschinformationen (“Fake News”) zu löschen, auf die sie hingewiesen wurden.

Ich finde das so einen widerlichen Dreck, dass man es überhaupt nicht aushält. Das kommt von genau den Leuten, die uns was vom Gender Pay Gap erzählen (SPD), unterstützt von der Presse, die Melania Trumps fucking Schuhe für die Meldung des Tages hält. Das sind fake news. Echte News haben nämlich einen fucking Nachrichtenwert. Räumt erstmal in Eurem eigenen Haus auf, bevor ihr normale Leute mit Zensurgesetzen gängelt.

Ökologische Landwirtschaft soll stärker gefördert werden als konventionelle Landwirtschaft.

Wenn wir mal ganz aufhören würden, die Landwirtschaft zu fördern, konnten die armen, verhungernden Neger in Afrika auf dem Weltmarkt konkurrieren. Desweiteren ist “ökologische Landwirtschaft” nur als politisch korrekter Begriff gehaltvoll; per se ist das ein Pleonasmus.

Kindergeld soll nur an deutsche Familien ausgezahlt werden.

Nein. Klar, das wäre mal ein Anfang, aber grundsätzlich sollte überhaupt niemand Kindergeld bekommen. Abgesehen davon, dass Kindergeld eine furchtbare Nazi-Geschichte ist, sind Kinder das schönste auf der Welt, was man haben kann; da braucht es nicht noch schnöden Mammon.

Arbeitsverträge sollen weiterhin ohne Angabe von Gründen befristet sein dürfen.

Jupp. Vertragsfreiheit schützt das Recht auf Eigentum; ein Recht auf einen Arbeitsplatz gibt es nicht.

Kinder sollen gegen ansteckende Krankheiten geimpft werden müssen.

Das ist dann das Resultat aus Sachen wir dem Kindergeld: Es bekommen Leute Kinder, die zu blöd sind, sich um sie zu kümmern. Ich bin aber leider sehr grundsätzlich dagegen, Eltern in die Entscheidung, was sie mit ihren Kindern machen, reinzureden – es sei denn, natürlich, es sind schlechte Eltern. Ich bin mir sicher, dass es für die ungeimpften Kinder auch nette, schwule Paare gibt, die sich gerne ordentlich um die Bälger kümmern würden und sie auch impfen lassen würden. Wir brauchen also gar kein neues Gesetz mit einer Impfpflicht. Die bestehenden Gesetze reichen völlig aus, solchen unverantwortlichen Leuten ihre Kinder wegzunehmen.

Alle Banken sollen verstaatlicht werden.

Bei dem, was Banken aktuell so machen, ist der einzige Unterschied zu verstaatlichten Banken die Privatisierung der Gewinne. Das gegen staatlichen Nepotismus einzutauschen ist aber nur die linke Pest-statt-Cholera – Lösung. Daher: Nein.

Der Völkermord an den europäischen Juden soll weiterhin zentraler Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur sein.

Was ist denn die Alternative? Statuen abreißen? So tun, als wäre das nie passiert? Ich denke aber, dass die damit meinen, dass wir mal aufhören könnten, so zu tun, als wäre Deutschland der Quell allen Übels auf dieser Welt. Das wäre eine Idee; die Leute, die da mitgemacht haben, sind so ziemlich alle tot.

Haushaltsüberschüsse sollen überwiegend zum Abbau von Staatsschulden verwendet werden.

Ich bin mir recht sicher, dass das auch so im Grundgesetz vorgesehen ist – hier. Die Frage steht nicht zur Diskussion; lest eure fucking Gesetze, ihr Verbrecher.

Die Gesamtzahl der Nutztiere in den landwirtschaftlichen Betrieben einer Gemeinde soll begrenzt werden können.

Die Gesamtzahl der Nutztiere in einer Gemeinde ist bereits begrenzt; da haben nicht unendlich viele Platz. Ich bin sehr dafür, dass wir uns an die Gesetze der Physik halten. Weitere sind hier unnötig.

In Deutschland soll auch zukünftig Braunkohle abgebaut werden dürfen.

Sollen das lieber irgendwelche achtjährigen Arbeitssklaven in Pakistan machen? Ich meine, brauchen tun wir das Zeug ja noch…

Unternehmen sollen weiterhin Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter beschäftigen dürfen.

Türlich. Wir brauchen nicht noch mehr Hartz4-Empfänger.

In Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern sollen weiterhin neben der deutschen ihre zweite Staatsangehörigkeit behalten dürfen.

Wir haben in Deutschland kein ius soli. Kinder von Ausländern sind damit mal ganz grundsätzlich nicht automatisch deutschen Staatsbürger. Es sollte daher für die Kinder das gelten, was für alle anderen auch gilt – eine Staatsbürgerschaft. Ich habe aber kein grundsätzliches Problem mit doppelter (oder elffacher, wenn wir dabei sind) Staatsbürgerschaft; müsste man halt reziprok mit den anderen Ländern vereinbaren (wodurch sich die Frage praktisch erledigt hätte).

Bereits nach 40 Beitragsjahren soll der Renteneintritt abschlagsfrei möglich sein.

Das ist reiner, linker Populismus. Zudem gehen die Rentenkassen eh vor die Hunde. Das Rentensystem gehört mal (a) komplett in die Tonne getreten und dann (b) vollkommen neu gemacht; die Augenwischerei mit Bonbons für Lieschen Müller macht es nur schlimmer.

Deutschland soll zu einer nationalen Währung zurückkehren.

Jetzt plötzlich tut ihr Politiker so, als interessiert euch da die Meinung des Volkes? Habt ihr denn bei der Einführung des Euros irgendwen gefragt?
Zum Thema aber klares “Ja”, ein eigenständiges Land hat auch seine eigene Währung. Es ist sogar ein typisches Anzeichen für einen failed state, wenn man mit einer anderen als der einheimischen Währung bezahlt. Zudem verzerrt es den internationalen Markt zugunsten der deutschen Wirtschaft als Ganzes, aber zu Lasten der deutschen Arbeiter.

Die Frauenquote für die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen soll abgeschafft werden.

Immer schön erstmal beschließen, dann fragen. Tolle Demokratie haben wir da. Aber ne, macht ruhig weiter mit dem Gender-Gleichstellungs-Mist, ich fand Geldscheine mit ganz vielen Nullen drauf schon immer cool. Alternativ möchte ich standrechtliche Hinrichtungen aller, die jetzt den Schwanz einziehen. Mindestens.

Hohe Vermögen sollen besteuert werden.

Das ist so ein Dauerbrenner – man hat fast den Eindruck, Politik wiederholt sich nur alle vier Jahre, es wird nichts, aber auch gar nichts irgendwie besser, aber wir müssen unbedingt so tun, als wäre das Demokratitheater ganz toll und alternativlos. In den letzten 20 Jahren hätte es niemandem geschadet, wenn es überhaupt keine politischen Entscheidungen gegeben hätte. Zum Thema: Hohe Vermögen wurden bereits hoch besteuert, das nochmal zu besteuern ist Diebstahl an bereits Bestohlenen. Schämt euch.

Für begangene Straftaten sollen auch Kinder unter 14 Jahren verurteilt werden können.

Nein, nicht alle Kinder sind mit 14 dazu reif genug. Wobei wir über 12 reden könnten; es wäre aber besser, hier ein “Eltern haften für ihre Kinder” einzuführen.

Alle Bürgerinnen und Bürger sollen bei gesetzlichen Krankenkassen versichert sein müssen.

Nein, es sollten alle machen dürfen, was sie wollen. Aber den gesamten Staatsapparat könnte man durchaus in die GKV schieben; das System, dass (nahezu) alle Beamten nicht in die staatliche Versicherung zwängt erinnert doch sehr an Orwells Schweine, die besser als andere sind.

Der Bund soll weiterhin Projekte gegen Rechtsextremismus fördern.

In Anbetracht der Tatsache, dass diese Projekte (a) sämtlich keinerlei Erfolg bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus haben und, wenn sie denn überhaupt was bewirken, (b) allerhöchstens Rechtsextremisten durch einen immer stärker werdenden Linksextremismus eine perverse Art der Legitimation geben, ganz sicher nicht.

Der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum soll bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei sein.

Steuern abzuschaffen bin ich immer dabei.

Rüstungsexporte aus Deutschland sollen ausnahmslos verboten werden.

Das ist so eine linke Gutmenschen-Geschichte, als würden die anderen Länder zu blöd sein, selber Waffen herzustellen, wenn sie sich denn unbedingt erschießen sollen. Irgendwelche Zigenficker machen das zum Beispiel auch recht gut. Zudem: Was wollen wir denn selber mit den ganzen Waffen, die wir herstellen? Frauen und Kinder an der deutschen Grenze erschießen?

Der kontrollierte Verkauf von Cannabis soll generell erlaubt sein.

Was für eine widerliche Fangfrage. “Sie haben aber doch zugestimmt, dass der Verkauf kontrolliert wird, also beschweren Sie sich jetzt nicht, dass wir jetzt auch ihren Alkohol- und Zigarettenkonsum kontrollieren. Ah, und den von Zucker, Engergy-Drinks, Fetten und was uns als nächstes einfällt”. Freilich.

Der Solidaritätszuschlag soll Ende 2019 vollständig abgeschafft werden.

Immer noch bei Steuerfragen: Klaro. Und der Länderfinanzausgleich. Und überhaupt alle Steuern außer der Umsatzsteuern, 19% sollten einem Staat als Budget reichen.

Anerkannten Flüchtlingen, die sich Integrationsmaßnahmen verweigern, sollen die Leistungen gekürzt werden können.

Das machen die noch nicht? Sammal?! Aber ja, klar – abschieben können wir sie ja nun wirklich schlecht.

Eltern sollen für ihre Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten.

Und auf ein emissionsfreies Auto, aus dem rosa Zuckerwatte kommt, ohne dass man Rohstoffe nachfüllen muss.

Der Gottesbezug im Grundgesetz soll bestehen bleiben.

Welcher? Der im verdammten Vorwort? Wen interessiert das Vorwort? Ihr interessier euch doch nichtmal für den restlichen Text – Gaaaaaah!

In Deutschland soll es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben.

Das ist doch wieder die gleiche Frage wie schon bei RTL und vorhin mit der Kinderbetreuung: Natürlich sollte es das geben. Und ein fliegendes Auto und eine jedidische Sexsklavin für jeden dazu.

Die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Europäischen Union soll verstärkt werden.

Wozu nochmal war die EU denn eigentlich gut, wenn nicht zur Förderung der Zusammenarbeit? Ah – ich vergaß, als Pöstchenbeschaffung für inkompetente Alkoholiker.


Ne, mal ganz ehrlich: Wenn das die relevanten Themen sind, dann behaupte ich mal, dass sich das in vier Jahren in etwa 95% Übereinstimmung wiederholt. Ich stelle auch mal ganz enorm in Frage, wozu wie 600+ Politclowns brauchen, die eh alle abstimmen wie ihre Partei ihnen das vorgibt, meist zu Themen, die außer laut kreischenden Minderheiten eh keinen interessieren. Wir haben in Deutschland fast mehr Gesetze als der Rest der Welt zusammen, ich bin daher recht sicher, dass wir ganz sicher nicht noch mehr davon brauchen. Außenpolitik ist auch kein Argument, das ist doch aktuell nur primitivster Schwanzvergleich mit Erdogan und Trump, und mit Merkel braucht man da nichtmal mitzuspielen – die hat ja keinen. Und nicht, dass der Alkoholiker eine Chance hätte, aber ich bezweifle stark, dass das bei dem besser aussieht.