Sexuelle Traumata

Christian hat mal wieder einen Artikel gefunden, der schon so blöd anfängt, dass ich es eigentlich nicht sein lassen kann, ihn zu kommentieren – er kommt von einer Gastautorin bei einem der grenzdebilsten deutschen Feministenblogs:

Mit 15 war ich von vielen Dingen verunsichert in meinem Leben.

Schaut, da kann ich nicht keinen Artikel dazu schreiben, wenn mir das Kommentieren so leicht fällt – ich meine, es ist doch jetzt schon absehbar, dass sich das seit sie 15 war nicht verändert hat, oder?

Meinen Körper mochte ich nicht besonders. Er und ich waren uns nicht gerade einig darüber, was für uns Schönsein bedeutete.

Lass mich raten – dein Körper hat gewonnen, und du warst nur früher ein widerlicher Lookist mit reaktionären Schönheitsidealen?

Kommt, ich musste das schreiben. Leider wird der Artikel danach ziemlich gehaltlos, lang und öde. Es beginnt damit, dass sie ihre weiblichen Bedürfnisse und Unsicherheiten, vor allem aber ihre hellseherischen Fähigkeiten entdeckt:

lernte […] schließlich U. kennen. Er war 3 Jahre älter als ich und im Gegensatz zu mir wusste er genau was er wollte.

Es verspricht dann sogar, spannend zu werden:

Nach ein paar Wochen wurde es körperlich zwischen U. und mir, ich war schließlich neugierig.

…allerdings nur kurz, am Ende des nächsten Satzes sagt sie U, dass sie keinen Bock hat. Ende der Geschichte.

Naja, nicht ganz:

Er konnte mich aufgrund meiner Schuldgefühle gut dazu überreden, auf den Anblick meiner Füße zu masturbieren,

Ja kommt, ich musste auch mit dem Bild im Kopf leben. Das wollte ich Euch natürlich nicht ersparen, aber ich mache es wieder gut – versprochen.

Naja, der Rest ist Geschwafel über die grausame sexuelle Gewalt, die ihr der Fußfetischist angetan hat (wenn ihr Euch jetzt fragt, welche – das geht mir genauso), sie lesbisch geworden ist, weil sie ihre Partner gerne “mit ihrer Erregung hängen” lässt und kein vernünftiger Mann auf sowas Bock hat, und dann kommt noch eine echte Perle:

Dabei machen sexuelle Begegnungen so viel mehr Spaß, wenn ich Menschen dabei unterstütze, auch bewusst und lustvoll Nein sagen zu können.

Ich meine, wer denkt nicht sofort daran, sich einen auf die Füße irgendeiner Zicke zu wedeln, wenn sie “Nein” gesagt hat?

Ah, und feministische “Empathie”, natürlich, kommt auch nicht zu kurz:

Wenn man sich nicht kennt, wie soll das überhaupt möglich sein zu deuten, dass jemand definitiv Lust hat mich zu küssen oder anzufassen?

Ich halte das nur deswegen für erwähnenswert, weil Feministinnen immer die ersten sind, was von Empathie zu erzählen, und vor allem davon, dass das eine weibliche Eigenschaft sei.


Soweit, so gehaltlos. Nun hat mir meine Frau, als sie aus der Dusche kam (wir waren im Schwimmbad), netterweise erzählt, dass sie die beiden jungen, schlanken Lesben mit Halsbändern, die sich in der Dusche “ihre Brustwarzenpiercings richteten”, sehr irritierend fand, und schon konnte ich mich wieder auf das eigentliche Thema des Artikels besinnen: Bekloppe Feministen Sexualisierte Gewalt 15-jährige Mädchen.

Als ich 15 war, war ich in den USA. Nun fährt man ja nicht mit der Erwartung in die USA, dass man da als pickeliger Europäer plötzlich der totale Oberstecher ist, nur weil man einen heftigen deutschen Akzent hat, und hat ja auch gelernt, dass nicht alle amerikanischen Mädels totale Schlampen sind. Das Problem war dann halt nur, dass man sich dann als unschuldiger, unerfahrener junger Bub, dem die Oma die Unterwäsche gebügelt hat, plötzlich nackt in einem Pool wiederfindet, und danach auf einer Wiese und mit dem amerikanischen Consent-Konzept konfrontiert wird – das kannte man ja nun in Deutschland nicht. Und dann steht man da und weiß nicht, ob Kacies und Heathers “Wanna play?” – Angebote jetzt komplementär oder mutually exclusive sind.

Diese Erinnerung ist im Nachhinein total traumatisierend, weil das ja nicht nur bullshittig-feministische “sexualisierte Gewalt” war, sondern statutory rape. Das war im Nachhinein schon sehr traumatisch, vor allem, weil Kacie und Heather unbedingt wissen wollten, welche von beiden beim Autofahren besser bläst, aber eine von beiden musste ja leider fahren. Dass ich das also nie erfahren werde, hat mich schon sehr mitgenommen.

Ich habe daher vollstes Verständnis für die Traumatisierung der Gastautorin und möchte ihr daher anbieten, unsere Traumata gemeinsam aufzubereiten – natürlich zusammen mit einer ihrer Freundinnen.

Gefühlen mit Fakten begegnen

In der Zeit ist ein etwas übertrieben langer und etwas zu viel Begeisterung anstachelnder Artikel über eine Petra Köpping erschienen, der in den Koalitionsmauscheleien ein Pöstchen als “Integrationsministerin” zugeschanz wurde.

Frau Köpping wird darin gefeiert, weil sie auf die beeindruckende Idee gekommen sein soll, ihren Wählern und v.a. den Bürgern, die sie regieren soll, auch mal zuzuhören.

Man könnte fast meinen, wir lebten in einer Demokratie und nicht in irgendeiner Bananenrepublik, in der die Politiker einfach machen könnten, was sie wollen.

Was an dem Artikel (und an Frau Köpping) ganz ungemein nervt ist, dass die tatsächlichen Probleme vollkommen ignoriert werden. Stattdessen:

Man könnte sagen, dass Köppings Antwort auf die Wut nicht lautet: Mehr Fakten. Sondern: Mehr Gefühle.

Ja zefix verdammt, haben die armen, armen Ossis Wehwehchen? Komm, Mama pustet da mal drauf, dann tuts schon nicht mehr so schlimm weh.

Naja, wenn man dem Artikel was an Gehalt entnehmen will, ist es, dass die Ostdeutschen gar nicht alles widerliche, ausländerfeindliche Nazis sind, sondern finden, dass der deutsche Staat sich erstmal um Deutsche kümmern sollte. Klar, das ist nationalistisch und gar nicht links und so, aber ein zentrales Element jedes Gesellschaftsvertrags: Ich brauche keinen Staat, wenn der nix für mich tut. Niemand sonst braucht einen Staat, der nix für einen tut. Ein Staat muss für seine Staatssubjekte einen Nutzen haben.

Der Rest ist blablabla fehlgeschlagene Integration Ost, blabla Menschenwürde, blabla Hartz4 unwürdig, blablabla.

Bringen wir doch mal die Probleme auf den Punkt:

Wenn ich behaupten will, dass Hartz4 “unwürdig” sei, dann muss es dafür einen Maßstab geben. Wenn ich den Durchschnitt der Weltbevölkerung als Maßstab nehme, ist der Satz vollkommener Unsinn – der Satz hat also einen sehr hohen Maßstab. Und damit hat er einen vollkommen idiotischen Maßstab, da die Hälfte der Weltbevölkerung nicht “unwürdig” lebt, wenn dem Wort “Würde” irgendeine auf alle Menschen anwendbare Definition zugrunde liegen soll. Ansonsten ist es wertlos und der Punkt inhaltsleeres Geschwafel.

Aber es wird hierzu ein Beispiel gebracht, was man so interpretieren kann, dass es Sinn ergibt: Ehemalige DDR-Arbeiter wurden vom bösen kapitalistischen System aus ihrer jahrelang ausgeübten (aber unproduktiven) Berufstätigkeit geworfen und sind jetzt Jahre vor und sicher während dem Rentenalter auf Hartz4 angewiesen (um ihre Renten hat sie der böse Kapitalismus auch “betrogen”).

Das ist insofern unfair, als dass jeder Hartz4 bekommt, auch die, die nie gearbeitet haben. Wenn man Leute, die einen Beitrag geleistet haben (und fairerweise müssen wir hier den Staat, der ihnen gesagt hat, dass das ein Beitrag wäre, als Maßstab nehmen), dann ist das unfair, die Nichtstuer und die Nichts-nützliches-tuer gleich zu behandeln, weil sie verschieden sind. Das hat nichtmal was mit Würde zu tun, sondern schlicht mit Gerechtigkeit. Und das ist ein Problem, was viele Leute in nicht mehr gefragten oder konkurrenzfähigen Industrien haben – natürlich viele im Osten, aber auch zunehmend mehr im Westen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, da “was zu tun”, dafür ist die Politik da. Der Markt und die Natur regeln das natürlich auch von alleine, aber dem Markt und der Natur ist es halt egal, wenn Leute verhungern. Das sieht man sehr schön an Ländern, die fanden, sie könnten sich gegen die Natur stellen und Atomkraftwerke in Erdbebengebiete bauen oder kommunistischen Planwirtschafts-Ackerbau betreiben. Im ersteren Fall schafft sich die Natur halt eine natürlich 50-Kilometer-Bannmeile, und im zweiten Fall regelt der Markt das von der Natur bedingte Verhungern von Millionen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, aus solchen Fehlern zu lernen, und sie nicht zu wiederholen – in dem Fall eben Kommunismus.

Denn Hartz4 ist gelebtes “Jedem nach seinen Bedürfnissen”, und die Bedürfnisse von “jedem” können halt nicht allzu groß sein, wenn man das noch irgendwie bezahlen können soll. Kann man übrigens jetzt schon nicht – seit Jahrzehnten ist der Lebensstil in Westeuropa deutlich höher, als sich Westeuropa das eigentlich leisten kann. Aber unabhängig davon führt das – egal wie hoch oder wie niedrig man das ansetzt – zu Unzufriedenheit, weil es ungerecht ist.

Durch religiöse Heilsversprechen lassen sich Menschen natürlich zu vielem bringen, was ihnen eigentlich selbst schadet, sei es, sich auf dem Feld totzuackern, um dem König seine Sexpartys zu finanzieren oder die SPD zu wählen, aber die Natur des Menschen holt einen immer ein, wie das auch die echte Natur tut.

Was ich damit meine ist, dass die “soziale Frage” einer sozialen Antwort bedarf.  Und die soziale Antwort ist – auch das wissen wir aus der Geschichte – nicht “dann sollen sie halt Kuchen essen“, wenn die Leute verhungern. Und es ist auch nicht “man muss mehr auf die Gefühle von Leuten hören”, wenn sie Ungerechtigkeiten gegenüber stehen. Die finden nicht nur, dass da was falsch läuft, da gibt es einen Konsens, und damit wird selbst im Poststrukturalismus aus den subjektiven Wirklichkeiten eine geteilte Realität.

Freilich ist es halt leider auch eine Realität, dass eben nicht alle Menschen gleich sind, und Ungleichverteilungen deswegen inhärent gerecht sind – solange diese Ungleichheiten proportional zueinander sind.

Und ein Hartz4-Empfänger, der arbeiten will, ist etwas anderes als ein Hartz4-Empfänger, der nicht arbeiten will, und der wiederum etwa anderes als einer, der nicht arbeiten kann. Diese drei Gruppen werden aber gleich behandelt, weil unsere Parteien großteils denken, dass die Leute mit Kuchen zufrieden sein sollten. Auch wenn es nicht genug Kuchen für alle gibt und die meisten auch mit Brot glücklich wären. Aber nein, das Gros der Menschen will halt Kuchen haben, und wenn man ihnen erklärt, dass das nicht geht, wird man nicht gewählt.

Das ist eines der Probleme an der Diktatur des Proletariats, was selbst Marx schnell verstanden hat und niemals vorgesehen hatte, jeden Vollhorst bei politischen Entscheidungen mitreden zu lassen.

Die bekommt man aber in Deutschland nicht mehr weg, das steht so im Grundgesetz. Und man bekommt dafür auch keine Mehrheit, wenn man den Leuten nicht mit irgendwelchen Heilsversprechen wie Hitler ankommt, die dann auch erfüllt werden müssen, und das verursacht nahezu zwangsweise neue Probleme – weil Menschen halt unterschiedlich sind.

Ich habe – wie die meisten Studenten – zu Studentenzeiten ziemlich genau Hartz4 bekommen, und das reicht eigentlich. Noch eigentlicher wollte ich aber mehr, deswegen habe ich halt neben dem Studium gearbeitet – wo der Staat einen völlig beliebigen Deckel draufsetzt, über dem sonst überproportional Leistungen gekürzt werden, weil man es sich ja leisten könne.

Analog funktioniert das auch bei Hartz4 – man könnte ja was dazuverdienen, aber schon bei 100 Euro im Monat nimmt sich der Staat halt gleich mal 80%. Klar, eigentlich nimmt sich der Staat gar nichts, aber wenn man was “umsonst” bekommt, wird das halt subjektiv als  Opportunitätskosten verrechnet. Und dann lohnt sich Arbeit nicht.

Es lohnt sich auch für gewisse Gruppen unqualifizierter Leiharbeiter nicht, die zwar produktive Arbeit leisten, aber trotzdem “Aufstocken” müssen. Die hätten ohne Arbeit das gleiche Geld, und das ist unfair.

Nun schlagen einige Leute, die keine Ahnung von Wirtschaftspsychologie haben und in Wolkenkuckucksheim leben ein “bedingungsloses Grundeinkommen” vor, was zwangsläufig durch Abgabenlasten weit über den heutigen – also weit mehr als “nur” der Hälfte – auf echte Arbeitseinkommen erwirtschaftet werden müsste. Natürlich ist das mit ausreichender Automatisierung denkbar, aber ein Rezept für Arbeitsverweigerung a la DDR. Es klingt gut, wenn alle mitmachen, aber es werden halt (zu) viele nicht mitmachen, weil es sich für sie nicht lohnt.

Beliebig runtersetzen kann man die sozialen Zuwendungen auch nicht – 400 Euro Hartz4 sind nicht die Welt. Es braucht aber nun auch nicht jeder Asso eine eigene Wohnung, Bundeswehrsoldaten und Studenten brauchen schließlich auch keine, sondern kommen zu zweit oder viert mit einer Gemeinschaftsküche klar. Und schwupps haben wir mindestens 200 Euro Zuverdienstmöglichkeit geschaffen, die Staat und Steuerzahler keinen Cent kostet, nebenbei den aufgeblasenen Wohnungsmarkt bereinigt und dafür sorgt, dass sich Arbeit lohnt.

Und nein, ich glaube nicht, dass da irgendwer ein sehenswertes Problem damit hätte, außer der am Staatstropf hängenden Sozialindustrie, die davon profitiert. Die Leute, die eine eigene Wohnung haben und dafür arbeiten wollten, würden das machen, und die Leute, die das nicht wollen, sind auch zu lethargisch, um zu protestieren.

Freilich würde das voraussetzen, dass es auch Arbeitsmöglichkeiten für alle gibt, die arbeiten wollen, was in einem industrialisierten Land mit einem gewissen ethischen Verständnis zur Arbeitsgesundheit nicht geht – Luisman zeigt hier sehr schön auf, dass rund 10% der Bevölkerung leider zu dumm sind, eine Arbeit zu verrichten, die netto irgendeinen Nutzen hat, es also billiger ist, sie nichts tun zu lassen. Die sollten aber auch keine eigene Wohnung haben, die zünden sie sonst nur an. Man könnte jetzt gehässig sagen, dass sie ja einen Beschwerdebrief schreiben könnten, wenn sie denn keine Analphabeten wären, aber das wäre halt ein Mindestmaß dessen, was man an “Solidarität” opfern muss, wenn man es für die restlichen 90% der Gesellschaft gerechter haben will. Und für die 10% auch, die werden das zwar anders sehen, aber die sind ja nun auch zu dumm, das Konzept von Gerechtigkeit zu verstehen. Zudem kann man denen eh alles erzählen.

Für die restlichen Arbeitssuchenden – das wären dann deutlich mehr als die heutigen Statistiken zeigen – bräuchte es nicht mehr als eine radikale Flexibilisierung des Arbeitmarktes. 50% mehr Arbeitsplätze im Einzelhandel lassen sich durch 24/7-Öffnungszeiten erreichen, natürlich aber zu Lasten der Löhne. Kann aber eh jeder Depp machen, den Job, und so solidarisch sollte man dann schon sein, oder? Man hat ja selbst dafür mehr netto vom brutto, weil man den anderen Deppen nicht mehr quersubventionieren muss.

Das geht in x-zig Branchen, auch, wenn man den deutschen Qualifikationswahn etwas zurückschrauben würde. Meine letzte Putzfrau war zum Beispiel in ihrem Heimatland Pharmazeutin, aber hey, den Wisch konnte sie hier als Putzlappen verwenden. Leider konnte sie das nicht sonderlich gut.

Analog in der Pflege – schön, dass man da fünf Jahre Ausbildung braucht – wie auch als Kindergärtnerin – weil es früher ja nicht jede verdammte Frau geschafft hat, Kinder großzuziehen. Standards runter, Löhne runter, mehr Leute im Job. Wird unterm Stich wahrscheinlich nicht schlechter – das Hauptproblem in solchen Jobs ist Stress aufgrund von Unterbesetzung.

Dafür müsste man aber natürlich das gesamte “soziale” System Deutschlands so radikal umstellen, dass alle, die aktuell eigennützig sozial tun, auf die Barrikaden gehen würden. Oh, Moment – das tun sie eh ununterbrochen. Na dann, würde ich sagen, haben wir nichts zu verlieren. Außer ein paar Wählerstimmen, natürlich, aber dafür schwört man ja einen Eid zum Wohl des deutschen Volkes, nicht zu seinem eigenen Nutzen.

Natürlich wird selbst diesen kleinen, ersten Schritt keiner machen wollen. Lieber abwarten, die Hände zu einer Raute falten, und sich auf den Bürgerkrieg vorbereiten. Dann kann man auch endlich wieder mal den Pöbel erschießen und den mißliebigen Rest in Arbeitslager stecken. Nur so als Maßstab, wenn ihr meinen Vorschlag menschenverachtend findet – das ist die Alternative.

FCK VKL

Ich frage mich gerade, jetzt, wo der gehaltvolle Beitrag für heute raus ist, den eine Carline ohne o geschrieben hat, was es dieses “linke” Dings mit dem Vokale weglassen auf sich hat. Wenn das jemand weiß (was über “die halten das für lustig / sich für besonders intellektuell” hinausgeht) – das ist eine ernste Frage. Selbstbezüglicher anarchistischer Protest gegen Normen wie rthgrf, d kptlstsch ntrdrckng drstlln slln? dr st ds dmmlchr stlz f d gn dmmht?

Mch vrstht j schn knr, wnn ch vkl vrwnd.

Oder soll das klarmachen, wie verständlich und nachvollziehbar die linken Parolen sind?

Ds st ncht sndrlch schwr, ds ght ch mgkhrt: Lnk snd dmm.

Shiba-Inu-Hündin Rio ist schon 15 Monate alt!

Wenn Ihr den Titel jetzt scheiße fandet – eine Carline Mohr hält das für mitteilenswert. Was Carline “ich kaufe ein o” Mohr sonst noch für mitteilenswert hält, findet man bei Spiegel Online. Heute: Carline hatte eine Wutanfall, und deswegen ist sie jetzt Feministin. Das ist insofern verwunderlich, als Frauen sowieso außer traurig und wütend keine Emotionen haben, aber dennoch zu weit über 80% (je nach Land) keine Feministinnen werden müssen. Um zu analysieren, wieso die arme Corinna (ja Gott, hätte sie halt einen merkbaren Namen bekommen, ich kann da jetzt echt nix für) jetzt unter dieser schweren, unheilbaren Krankheit “Feminismus” leidet, müssen wir uns natürlich anschauen, was sie in diesen Wahnsinn getrieben hat:

24. April: Die österreichische Journalistin Corinna Milborn muss sich gegen Sportler Felix Baumgartner wehren.

Boah, müssen die jetzt beide gleich heißen? Aber gut – das Thema hatten wir schon, und daher wissen wir auch, dass das Unsinn ist – Corinna mit O musste gar nichts. Sie wollte sich halt irgendwie selbst vorführen und Unsinn reden, da spricht ja auch nichts dagegen – außer natürlich, dass man für strunzdumm gehalten wird. Natürlich schafft es Corinna ohne O noch eine Stufe dümmer, denn sie findet, das wäre

Sexismuskritik mit Sexismus kontern.

… obwohl Corinna mit O ja ganz klar betont, dass es ihr nicht um die Models, sondern um Menschenhandel gegangen wäre. Das ist also gar keine Sexismuskritik gewesen, sondern eine (vollkommen abstruse) Menschenrechtskritik. Lassen wir das so dumm sein, wie es ist, und kommen zum nächsten Punkt:

24. April: Kim Kardashian. Wer sich aufreizend kleidet, muss sich nicht wundern, wenn er überfallen wird. Sagt die Zeitung “Österreich”.

Laut dem zitierten Ausschnitt (also, dem Textausschnitt, nicht Kardashians) seien “aufreizende Kleidung und ständige Protz-Postings” Mitgründe für einen Raubüberfall. Nun – wenn ich jetzt jemanden berauben wollte, wäre es praktischer, wenn derjenige Geld hätte (Protz), und wenn ich den dann leicht erkenne (z.B. halbnackte Frauen in Paris). Das ist ja nun soweit ganz vernünftig, oder? Kommt da noch was? Nein? Ok, nächster Punkt:

24. April: “Flinkster” wollte wohl mal ganz flippig und witzig sein.

Was ist “Flinkster”?

Ah. Carsharing. Müssen wir jetzt auf tote Pferde eintreten, die nicht der Feminismus sind? Ich hatte doch extra schon Rape Culture und (unverständliche) Rassismusvorwürfe im letzten Absatz ignoriert? Car-Sharing ist unpraktisch, kein bisschen umweltschonend, und wenn man U-Bahn-fahren mag, sauteuer. Wenn man U-Bahnen nicht mag, ist es unnötig. Aber das ist noch nichtmal Corinnas Problem:

Frau freut sich, weil sie Geld spart und damit Schuhe kaufen kann. [bla] Auch das kleinste “witzige” Klischee, das wir bedienen, stärkt die gesamtgesellschaftliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.

Frauen.Mögen.Schuhe.

Aber wenn Flinkster “flippig und witzig” mit Klischees spielen wollen, sollten sie das in einer Zeit, wo Shitstorms bares Geld wert sind, doch vielleicht mal ordentlich probieren:

Nur falls die Firma Flinkster mal einen Werbeprofi braucht oder so.

(Ab dieser Stelle werden Corinnas “Punkte” vollkommen irrational und sind nur zum mit-fühlen respektive mit-aufregen gedacht; sorry, wenn es so wirkt, als bringe ich ihren “Punkt” nicht gut rüber – das ist Corinnas Schuld)

Ein Mann aus Brandenburg vergewaltigt eine Frau.  [bla] Die Richterin spricht ihn frei. [bla] Kopfschütteln.

Tjo, das habe ich schon gelesen, u.a. bei Miria. tl;dr: Die Frau fand selbst nicht, dass der Mann mitbekommen haben müsste, dass sie keinen Bock auf Poppen hat. Wundert es dann jemanden, dass die Richter das genauso sahen?

Nochmal Kim Kardashian. Sie ist eine ganz normale Frau, stellt der “Stern” überrascht fest. [bla] Weil sie Cellulitis hat.

Mit Bild! Ein sehr wertvoller Artikel – für alle Cellullite-Fetischisten, und weil Cellulite-Fetischisten schlecht sind, brauchen wir mehr Feminismus. Oder weil sie gut sind? Feminismus ist irritierend.

die Aufregung über das Alter von Brigitte Macron nervt mich.

Das ist die alte Lehrerin, die was mit ihrem 15jährigen Schüler hatte, der jetzt von allen Pudeln und Kriminellen zum französischen Präsidenten gewählt werden wird, oder? Was stört dich denn – ich meine, über die jüngere Ivanka Trump wurde ja auch geredet, auch über ihr Alter, obwohl Donald wenigstens volljährig war (und sie auch)?

Es ärgert mich, weil dem die Annahme zu Grunde liegt, dass Frauen jung und schön sein müssen, um für einen Mann begehrenswert zu sein.

Ah, wir brauchen Feminismus, damit Männer stattdessen alte, hässliche Frauen begehrenswert finden. Ich bezweifle zwar, dass Feminismus da mehr hilft als “blenden” (also, mit Feuer oder Säure oder so), aber selbst das hilft nicht so wirklich gut, denke ich.

Auf der W-20-Konferenz in Berlin tragen Ivanka Trump, Christine Lagarde und Máxima der Niederlande Kleider mit Blumen.

Das hat mich auch gestört – also, dass es eine “W20”-Konferenz gibt. Auf der offensichtlich nichts berichtenswerteres stattfindet als Frauen, die Blümchenkleider tragen und gehaltlosen Stuss zu Frauen-Empowerment von sich geben. Mehr stand dazu jedenfalls nicht in der Presse. Mich störte daran allerdings, dass ich den Dreck bezahlen soll. Aber mit Feminismus muss man da doch nur noch mehr davon bezahlen?

Seit wann müssen Frauen keine Hosenanzüge mehr tragen?

Ich bin kein Historiker, aber ich tippe mal so auf 25.000 v. Chr. – oder wann auch immer Kleidung erfunden wurde. Geschäftsfrauen tragen übrigens ein Kostüm. Wie auch Frau Lagarde oder Frau Trump, wenn sie was geschäftliches machen und nicht auf Femi-Kuschel-Veranstaltungen gehen.

Wäre es nicht schön, wenn wir gar nicht mehr über Blumenkleider sprechen würden, sondern nur noch über das, was die Frauen gesagt haben?

Sehr! Sie haben halt nichts gesagt. Also, nichts gehaltvolles, offensichtlich.

Ansonsten ist die Stilkritik übrigens ganz witzig und weist darauf hin, dass die bloße Existenz des “Women 20 Summit” der Beleg dafür ist, dass die Emanzipation eher noch nicht vollendet ist.

Das ist nicht witzig, das ist das einzige, was sie sich da gegenseitig im Kreis bestätigt haben. Deswegen steht ja auch was über Blümchenkleider in der Presse – mangels echter Inhalte. Muss man das tote Pferd jetzt dreimal treten?

Und dann ist doch noch Angela Merkel, die bei der W-20-Konferenz in Berlin gefragt wurde, ob sie Feministin sei. Sie hat nicht so richtig Ja gesagt.

Die will halt nicht noch ihre letzten Wähler verlieren, indem sie sich zu einer idiotischen, menschenverachtenden und desktruktiven Ideologie bekennt. Merkel ist ja nun nicht Beyonce oder Emma Watson, der alle außer ihr selbst völlig egal sein können. Oder sind, wie man das halt sehen will. Merkel mag ja immerhin Flüchtlinge.

Herzlich, eure Feministin Carline

War das jetzt irgendwie eine überzeugende Aufzählung von irgendwas, was irgendwen dazu bewegen könnte, irgendwas zu tun, was man einfach “herzlichst” beenden kann? Lass dich doch von deinem Shiba-Inu lecken oder sonstwas, aber spar uns solchen Unsinn!

Fuck, ich glaube, ich werde gerade wütend. Von daher: Natürlich kann man das zum Anlass nehmen, den kompletten Niedergang der Presse als (a) sicher und (b) verdient zu bezeichnen, aber sonst? Frauenwahlrecht? Ich meine, wenn da nur Männer gewesen wären, hätten die alle Anzüge getragen und die Frauen halt gar nichts, und das hätte weder jemanden gewundert noch von vorgeblich oder tatsächlich wichtigen Themen abgelenkt. Puh, okay, das könnte man als Grund nehmen, sogar radikaler Anti-Feminist zu werden. Man könnte aber auch einfach nur den Kopf schütteln.

Wie man mit Feministen in der Familie umgeht

  1. Ich kann den Feministen nicht verändern. Ich kann nur mein Verhalten ihm gegenüber verändern.
  2. Ich zeige dem Feministen, dass ich ihn liebe, auch wenn ich seinen Wahn nicht teile.
  3. Ich kann nicht frontal gegen den festgefügten Feminismus anrennen. Der Feminismus gleicht einer Festung in einer feindlichen Welt.  Ich muss intelligenter vorgehen und meine Methode immer wieder der neuen Situation anpassen.
  4. Der Feminist hat sich seine Kritikfähigkeit nach innen völlig abgewöhnt. Alles, was der Feminismus sagt, ist vollkommen.
    Ich fördere durch kurze, kritische Bemerkungen die im Feministen nur noch latent vorhandene Kritikfähigkeit.
  5. Ich fördere jeden Kontakt zwischen dem Feministen und der Außenwelt. Der Feminismus denkt schwarz-weiss. Jede positive Begegnung mit der Außenrealität durchbricht die feministische Perspektive und bedroht den Feminismuswahn.
  6. In den Feminismus flieht, wer die Realität nicht aushält. Aus dem Feminismus steigt nur aus, wer Alternativen sieht. Ich helfe dem möglichen Aussteiger, in eine nicht nur erträgliche, sondern trotz aller Schwierigkeiten faszinierende Realität zurückzufinden.

(leicht verändert gefunden beim Netzwerk Sektenausstieg)

Downfall Porn – Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen

Ende der Nullerjahre flog ich viel durch Europa, vor allem wegen Freiflügen zu Bewerbungsgesprächen bei Stoxx50-Unternehmen. Auf dem Rückweg nach Schiphol teilte ich mir das Taxi dann mit einer rassigen Mulattin aus den Kolonien; wir hatten schließlich beide einen PhD in Evil Studies, das Taxi pauschal bezahlt bekommen und mussten eh beide zum Flughafen. Am Bahnhof in Den Haag hatten wir dann den Flughafenzubringer knapp verpasst, was zum Erwerb eines Produktes führte, das wir beide der Bezeichnung “Sandwich” unwürdig fanden. Das wiederum führte dazu, dass sie fragte, was ich sonst von Holland halte.

Fairerweise war ich da etwas bedrübbelt; ich kannte außer dem Flughafen, dem Bahnhof, der Firmenzentrale eines der Weltmarktführer in Umweltverschmutzung und eines Haubenrestaurants nicht viel (das Hilton war halt wie jedes andere Hilton auch). “Was denn so der Unterschied zu Deutschland sei”, konkretisierte sie.

Und ich antwortete, Mangels echter Unterschiede, schlicht ehrlich: Es ist dreckig.

Nun muss man dazu sagen, dass das Mädel aus der Karibik kam, und die Karibik jetzt nicht unbedingt chinesische Maßstäbe für Reinlichkeit erfüllt, die wiederum jedem deutschen Lebensmittelkontrolleur einen sofortigen Herzinfarkt verursachen würden. Aber für deutsche Verhältnisse war es halt dreckig. Sogar die Züge waren dreckig.

Die Mulattin konnte sich überhaupt nicht vorstellen, warum Züge sauber sein sollten.

Fairerweise war ich kurz darauf in einem Mannheimer Vorort bei einem vormals in der Judenvergasung behilflichen Unternehmen und kurz darauf bei der Propagandaabteilung eines deutschen Konzerns, der findet, sein rosanes Logo hätte die Farbe “Magenta”, in Berlin. Ich fühlte mich danach mit meiner Meinung, dass Züge sauber sein sollten, irgendwie einsam – und blieb halt in Bayern, was offenbar nur aufgrund – wie die Linken das ja für Afrika predigen – willkürlicher Grenzziehungen der Kolonialmächte Alliierten  zu Deutschland gehört.

Etwas zuvor war ich in China, und China war auch nicht sauber. Nicht so schmutzig wie Berlin, natürlich, aber halt sicher nicht München. Das hatte – wie Berlin das (absurderweise) für sich behauptet – durchaus seinen Charme. Das China von heute ist aber sehr bemüht, diesen Charme zu zerstören – also, sauber zu werden. Was ihnen übrigens gelingt – Guangzhou, wenn man jetzt eine irrelevante Kleinstadt als Maßstab nimmt, ist heute sehr viel sauberer als zum Beispiel Nürnberg. Was aber nicht so sehr an den chinesischen, als vielmehr an den deutschen Bemühungen liegt – hier sieht es ja langsam aus wie in Frankfurt.

Nun sind Sauberkeitsbemühungen nicht immer zwingend sinnvoll; es ist natürlich schön, dass man in Zürich von der Straße essen kann, aber ich bin es halt als reaktionärer Deutscher gewohnt, für eine Trambahnfahrt eine Fahrkarte zu kaufen, die weniger kostet als eine ganze Straßenbahn.

Was komischerweise in München vor zwanzig Jahren noch ging. Beides.

Klar könnte man sich da über den Verfall der Sitten beschweren, aber über Sitten beschwert hat man sich vor zwanzig Jahren auch schon. Ich erinnere mich an die entsetzte und wütende Babsi, die es abscheulich fand, dass sie auf dem Herweg ein fetter, alter Mann gefragt habe, was sie denn für einen Blowjob nimmt. Einfach so. 

Nachdem dann ziemlich einstimmig beschlossen wurde, dass Babsi halt wie eine Nutte aussähe, erklärte sie auch, dass sie den Nachmittag in den Bavaria-Filmstudios verbracht hatte, als Komparse für einen Babystrich-Tatort. Fand Babsi – naja, sie hat damals zumindest keinen #Aufschrei gestartet. Heute hätten das schon irgendwelche Berufsempörten gemacht, allein weil Babsi halt 15 war (oder so). Gegen die Bavaria-Filmstudios, natürlich, weil halt.

Aber das sind ja nun ernsthaft die Themen der heutigen “Politik”: Nichts. Absolut überhaupt nichts. Niemand interessiert sich dafür, dass auf den Straßen mehr echter (und menschlicher) Müll rumliegt; wer kritisiert, dass der Staat Aufzüge vor radikalen Antifanten wie vor einem Hurrican schützt, ist schnell schlimmer als Hitler, und dass bei 4.000 Polizisten in Köln (das sind mehr als eine Bundeswehr-Brigade und mehr Soldaten, als für den Schutz eines US-Militärstützpunktes in fuck Afghanistan im Einsatz sind) “nur” gefährliche Körperverletzung, Brandstiftung, Vandalismus und Sprengstoffattentate verübt werden, ist laut der Staatsmedien Qualitätspresse Zeichen der friedlichen, offenen und toleranten deutschen Willkommenskultur.

Selbst die letzte “Alternative für Deutschland” hat sich von jeglicher Vernunft (Petry) verabschiedet und eine karrieristische Kampflesbe und einen nicht weniger karrieristischen Politspeichellecker als neue Führer des deutschen Vaterlandes ihrer Partei auserkoren. Fein.

In fünf Monaten ist Wahl, und ich kann mich zwischen “jetzt sind sie halt da” – Merkel, “da müssen noch mehr her” – Kipping, “Frauenquoten haben mir die Position verschafft” – Göring (nicht echt Göring, jetzt, “nur” Göring-Doppelname und ohne Penis) und zweierlei rückgratlosen Speichelleckern entscheiden , wenn ich jemanden wählen will, der Chancen auf >5% hat – oh, ich habe den Alkoholiker vergessen.

Warum soll ich denn den Bullshit eigentlich noch mitmachen und mich aufregen? Geht das nicht auch alles von ganz alleine vor die Hunde? Und vor allem – würde mich das wirklich stören? Zumindest im Vergleich dazu, wie es die Verursacher stören würde?

Sargon of Akkad, ein Youtuber, wurde dafür kritisiert, dass er Strategien gegen die Antifaterroisten aufzeigt. Vor allem aber wurde davor gewarnt, dass das ja strafbar wäre – also, Molotov-Cocktails werfende Terroristen festzuhalten, bis die Polizei kommt. Weil, Rechtsstaat und so. Und das gilt für die “freiheitlichen” USA, nicht für Deutschland, wo man für die “Beleidigung” einer Medienhure mehrere Tausend Euro zahlen und für geschmacklose Tattoos in den Knast muss – im Gegensatz natürlich zu Ladendieben, Brandstiftern oder organisierten Einbrecherbanden, denen ist ja nichts nachzuweisen. Rechtsstaat, wissenschon.

Ich habe jetzt kein Problem damit, bestimmtes gesellschaftliches Wohlverhalten vorauszusetzen und Abweichungen davon zu bestrafen, aber es ist schlicht nicht sinnvoll, die niedrig hängenden faulen Früchte eines Baumes zu entfernen, der von der Wurzel her schimmelt. Dank unseres Lackaffen von Justizminister bekommen wir aber bald ein Gesetz, das es unter Strafe stellt, darauf hinzuweisen, dass der Baum fault. Das hat Hitler ja schließlich auch so gemacht – hat er von Stalin gelernt.

Sinnvoll wäre es, den Baum zu fällen und einen neuen zu pflanzen. Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, einfach zu warten, bis der Baum von alleine stirbt. Man kann dann ja auch dann noch einen neuen pflanzen, was Jefferson mit “The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants” halt nicht bedacht hatte: Das wäre ja modernenachhaltige Ökologie – der Baum war ja eine Weile gut. Ist halt alt. Zudem spart das auch das Blut der “Patrioten” – respektive derer, die irgendwas tun oder tun können, zum Beispiel Bäume pflanzen. Der Baum wächst nämlich auch auf völlig beliebigem Blut; das muss nicht meines sein. Es reicht ja schon, wenn ich mal einen Joghurtbecher in den Biomüll gebe; da habe ich genug getan. Die Züge sind ja noch sauber, so schlimm ist das Problem also nicht.

Red Bull macht fette Ärsche

Da erlaubt sich doch tatsächlich so ein Typ, der im Leben nichts vorzuweisen hat – außer im Weltraum gewesen zu sein und mit einem Fallschirm zurück auf die Erde zu springen, was aber ja nun wirklich jeder kann – eine emanzipierte, starke junge Frau zu kritisieren, weil sie sich gegen Menschenhandel einsetzt.

Also, so in etwa, eigentlich lief das mehr so ab:

Die Firma Palmers, die ausschließlich Unterwäsche für Frauen mit kleinen Brüsten herstellt, hat für eine Werbung sechs Frauen – ach Gott, das sieht so aus; im Gegensatz zu Feministen haben meine Leser selbst Augen:

Naja, die Firma Palmers besteht offenbar nur aus wiederlichen patriarchalen Sexisten, sonst hätten sie es ja nicht geschafft, zum größten Miederwarenhersteller der Landes zu werden. Und deswegen muss man sie kritisieren – selbstbewusst, stark und objektiv:

da ist man mal ein paar Tage offline und kehrt in eine Welt zurück, in der ein Unterwäschehersteller mit der Ästhetik eines Mädchenhändler-Tatorts wirbt.

So, an der Stelle steige ich leider aus. Ein “Mädchenhändler-Tatort” hat ja nun eher diese Ästhetik:

… und das ist ja rein kameratechnisch schon ein riesiger Unterschied, allein die Tiefenunschärfe fällt auf, und natürlich die Schärfe der Protagonisten – aber gut, ich bin nicht der Danisch.

Oder reden wir jetzt von echtem Menschenhandel? Das sieht so aus:

(Hinweis: das ist keine seriöse Quelle, aber ich bin ja auch kein so starker, seriöser und selbstbewusster Journalist wie Frau Milborn, die keine Quellen nötig hat, daher hier der Hinweis, dass das wahrscheinlich Bilder einer (harmlosen) Prozession zum Ashura-Fest sind)

Naja, soviel zum Unsinn als “Auslöser” dessen, was da kam. Der Herr Baumgartner hat dann gekontert: “Ich finde die Mädls weltklasse und springe da gern mal zwischen rein, auch ohne Fallschirm!” Er verband seine Äußerung mit einer abfälligen Bemerkung über die Figur der Moderatorin”.

Moment, liebe Lügenpresse, das stimmt so nicht. Der Felix schreibt:

Schön wenn sich Zuhause wieder einige sogar zu Ostern aufregen! Allen voran Puls-4-Infochefin und -Moderatorin Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder!

Das ist keine abfällige Bemerkung über die Figur der starken, selbstbewussten Frau Milborn, da ist nämlich überhaupt keine qualifizierte Bewertung der Figur dabei. Die kann man sich natürlich denken, wenn man die Figur von der Frau Milborn kennt, aber das liegt dann halt im Auge des Betrachters (oder außerhalb, je nachdem, wie gut der Weitwinkel des Fotografen war).

Aber es wird noch dümmer – Frau Milborn ist sich als gute Feministin und Kämpferin für das einzig gute, wahre und richtige Fett nicht zu dumm, da noch weiterzumachen:

Sie [Felix B.] haben mich in einem Facebook-Posting erwähnt, weil ich das Werbefoto eines Unterwäscheherstellers kritisiert habe. Ich erkläre Ihnen gerne nochmal warum: Man sieht darauf Frauen, die kaum bekleidet auf einem schmutzigen Boden liegen und mit dem Gesicht gegen die Wand auf einen Haufen Dreck schauen.

Moment, ich muss nochmal hochscrollen, das war mir jetzt nicht so aufgefallen…

Ok, das stimmt schonmal nicht. Die Frauen liegen auf einem alten Teppich – das heißt nicht, dass der schmutzig ist, und vor allem ist es nicht der Boden. Weiterhin schauen sie mit dem Gesicht zu den Fenstern, wo Moos liegt. Moose sind kein Dreck, sondern ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Zudem schauen sich zumindest zwei der sechs Frauen offensichtlich gegenseitig an. Das kann ich verstehen, die sehen besser aus als der Haufen Moos.

Das erinnert mich an meine Recherchen zu Menschenhandel – nämlich an die Fotos, die Frauenhändler von ihren Opfern machen, um dem nächsten Abnehmer die “Ware” zu zeigen: Man sieht da Frauen, wenig oder nicht bekleidet, in Abbruchhäusern oder Kellern, oft von hinten fotografiert, damit man das Gesicht nicht erkennt und die Frauen nicht gefunden werden können.

Wer kauft denn bitte eine Frau, von der er nicht weiß, wie sie aussieht? Also – vielleicht wäre ich ja einfach kein guter Menschenhändler, aber auch abgesehen davon ist “Abbruchhäusern oder Kellern” etwas anderes als dieses lichtdurchflutete alte Herrschaftsanwesen.

Das ist eine Realität.

Wie mich dieser Poststrukturalismus ankotzt. Und dass die Leute es auch noch falsch machen: Das ist mirwegen eine Wirklichkeit (von mehreren möglichen), aber es ist keine Realität, solange das Leute anders sehen.

Und ich finde so eine Ästhetik sehr unpassend für eine Werbung für Unterwäsche zu Ostern.

Ich hoffe, dass sich Palmers dieser Kritik annimmt und die Models kommendes Jahr kreuzigt.

Sie sind aber nicht auf diese Kritik eingegangen, sondern haben behauptet, ich hätte das Sujet _wegen meiner eigenen Figur_ kritisiert.

An welcher Stelle hat der Felix das denn gemacht – also, jetzt außer in einer deiner “Realitäten”? Du hast angefangen, Werbung unsachlich (wie oben gezeigt) zu kritisieren, und daraufhin haben sich mehr Leute aufgeregt.

ps weil das unklar berichtet wurde: Ich habe nie etwas über die Frauen auf dem Sujet gesagt und schon gar nicht über ihre Körper, sondern das Setting kritisiert. Ich hab auch das Posting nicht gelöscht, sondern die Sichtbarkeit auf “nur Bekannte” gestellt – ich habe hier die Information einer TV-Sendergruppe zu leiten und kann mich nicht den ganzen Tag um die Kommentare kümmern.

Tja, das glauben wir dir mal blauäugig, weil es ja nun nicht mehr nachprüfbar ist, gell?

Nun hat Herr Baumgartner sich aber natürlich auch zum “Sujet” geäußert, nämlich insofern, als dass er da gerne wäre.

Aber komm, Corinna, es glaubt dir doch kein Mensch, dass dich die Frauen auf dem Bild nicht stören, wenn du selbst nur über die Frauen schreibst – und dass das bei deiner Figur niemanden wundert, ist nicht nur eine Wirklichkeit, sondern wirklich die Realität.

Was Sie da getan haben, ist nämlich sehr typisch. Sie haben nicht einen der Männer kritisiert, die das Sujet ebenso gesehen haben, sondern haben sich eine Frau herausgepickt.

Haben die auch eine eigene Fernsehsendung? Sind die auch Österreicher? Haben die angefangen? Fragen über Fragen…

Und Sie sind nicht auf den Inhalt eingegangen, sondern haben zusammenhanglos mein Aussehen, meinen Körper thematisiert.

Neid und Mißgunst sind ebenfalls Teil der Realität, und in einem deiner sechs Studienjahre solltest du schonmal von Occam’s Razor gehört haben. Es ist also keineswegs “zusammenhanglos”, nur weil das eine von Corinnas “Realitäten” ist.

Das passiert Frauen dauernd, und es trifft alle: Zu hübsch um ernst genommen zu werden

Das passiert Corinna öfters? Ich war ja gerade beim Augenarzt und habe jetzt eine Brille. Vielleicht sollten das mehr Leute machen…

zu blond um gescheit zu sein

Ich kenne unter anderem eine blonde Molekularbiologin, eine Pharmazeutin und eine Kindergärtnerin. Wenn ich jetzt nur Leute wie Corinna kennen würde, wäre das Klischee aber schon naheliegend.

zu sexy oder zu unweiblich, zu stark geschminkt oder zu hässlich, zu dünn oder zu dick, zu alt oder zu dunkelhäutig

In dem Satz fehlt das wozu. Schön, wenn das jemand nicht merkt, dann kannst du danach wieder behaupten, du hättest das gar nicht so gemeint.

oder mit der falschen Figur um eine Meinung zu äußern – was, mit Verlaub, wirklich zum deppertsten gehört

Ich habe oben dargelegt, dass deine Meinung dumm ist, ohne deine Figur zu bemühen. Ich habe dann auch dargelegt, wieso deine Figur eine Erklärung für das Zustandekommen einer solch dummen Meinung sein kann. Niemand findet, dass du die falsche Figur hast, um dumme Meinungen zu äußern. Und dass du keine intelligente Meinung hast, liegt ebenfalls nicht an deiner Figur.

Ich will nicht, dass Ihr Facebook-Posting – mit dieser Reichweite – dazu führt, dass irgendeine Frau da draußen das Gefühl hat, sie müsse sich erst irgendwelchen Schönheitsvorstellungen von Leuten wie Ihnen beugen, bevor sie in der Öffentlichkeit den Mund aufmacht.

Ich bin mir recht sicher, dass das keiner will. Es wäre aber schön, wenn Frauen, die nur Unsinn von sich geben, ruhig wären. Das gilt natürlich auch für Männer, aber die bekommen halt nicht nur wegen ihres Aussehens eine Fernsehsendung (oder weil sie sich hochgeschlafen haben, oder weil es eine Frauenquote gibt, oder warum auch immer Puls4 Corinna engagiert hat).

Deshalb möchte ich das gerne mit Ihnen besprechen. Ich möchte Sie einladen in meine Sendung “Pro und Contra” auf PULS 4, um mit Ihnen über Ihr Frauenbild und die Auswirkungen zu diskutieren.

Was ist denn Felix Frauenbild? Dass er attraktive junge Frauen sexy findet? Dazu braucht man nicht unbedingt einen Extremsportler, das kannst du auch den Typen fragen, der die Kamera hält. Ich wüsste nur nicht, welchen Mehrwert das haben sollte, und welche Auswirkungen das Frauenbild eines Kamermanns haben sollte – und vor allem auf wen – aber hey, immer schön kryptisch bleiben, dann kann man besser behaupten, man hätte das ja gar nicht so gemeint.

 Sie sind ja schon aus dem All gesprungen, Sie sind also sicher nicht zu feig dafür – oder, um es in Ihrer Sprache zu sagen: Sie haben doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen.

Eine halbe Seite weiter und Mrs. unsachliche Bemerkungen über meinen Körper macht unsachliche Bemerkungen über anderer Leute Sexualität. Ich bin auch sicher, dass der Herr Baumgartner nichts besseres zu tun hat, als mit Corinna in ihrer Nischensendung zu reden. Also, Unterwäsche-Models bumsen, oder so. Und ihn das total in seiner Männlichkeit verletzt und er jetzt in die Sendung gehen wird, weil er die Publicity braucht und Hubschrauberpilot sowieso so ein öder, unangesehener Job ist.