Antifeministische Aktion

Aufgrund meiner Antwort an Elmar und dessen Lamento, dass Männerrechtsaktivisten nichts machen, kam mir die Idee, dass man ja nun auch mal was machen könnte.

Nun sind wir leider keine Frauen, die einfach demonstrativ illegal abtreiben lassen und uns dann von der Emma feiern lassen können, aber so was publikumswirksames wäre doch eine Idee, oder?

Ich hatte mal die – eher spaßige – Idee für einen “Dick Walk” mit dem Motto “mein Geldbeutel gehört mir”, aber das erreicht ja mittlerweile nichtmal mehr das Lächerlichkeitsniveau feministischer Veranstaltungen, von daher… irgendwer bei? Ideen?

Männerrechte

Ich habe bei Christian eine Diskussion mit Elmar begonnen, die schon jetzt etwas lang und unübersichtlich werden wird, daher erlaube ich mir mal, die hierher zu spiegeln, zumindest meinen Teil.

Ausgangspunkt war Elmars Aussage, dass “leider” nur ein geringer Teil der Antifeministen Männerrechtler sei, worauf ich fragte, wozu man denn Männerrechte bräuchte. Elmars Antwort ist auf den Punkt:

In meinen Augen sind Gruppenrechte, die sich gegen den Staat oder gegen andere Menschen oder Gruppen richten völlig inakzeptabel.

Schön, ja, sehe ich genauso. Es kann nur Rechte für Menschen im Allgemeinen geben; Rechte für Menschen im Speziellen können wir ohne groß nachzudenken in den großen Arier-Topf werfen und im Klo runterspülen. Ist schön für die Arier (oder welche Gruppe auch immer), aber wird halt nicht so klappen, wenn man nicht den Rest der Welt vernichtet (oder so). Ja, man muss Gedanken, auch noch so kleine, in ihrer letzten Konsequenz denken; Zeit macht vieles Wett, was heute eventuell undenkbar ist. Ich meine, wer hätte vor 100 Jahren gedacht, dass Frauen wählen dürfen? Nicht, dass das jetzt eine gute Idee war, aber trotzdem. Wenn etwas – vom Konzept her – nicht so prickelnd ist, lässt man es halt lieber ganz bleiben.

Natürlich sollte es das Recht geben, aus freiem Willen eine Gruppe zu bilden und als Gruppe von Individuen gemeinsam zu agieren, was z.B. im deutschen Recht – Stichwort Sammelklage – nicht geht, aber das ist nicht Elmars Punkt gewesen; ich erwähne das nur, weil es noch relevant werden wird.

„Welches Männerrecht hättest Du denn gerne?“

Abwehrrechte oder Gestaltungsrechte? Zum Beispiel sollte man im Hinblick auf Letzteres die reproduktiven Rechte der Geschlechter überdenken und solche für Männer überhaupt erst mal formulieren.

Das ist genau der Punkt, den ich meinte – es gibt in einer simplen Vorstellung eines “notwendigen” Rechtsstaats, der den Menschen bezüglich seines Lebens, seiner Freiheit und seinem Weg zum persönlichen Glück (life, liberty and pursuit of happyness) schützt  keine “reproduktiven Rechte”, weder negative noch positive. Es steht jedem frei, sich fortzupflanzen oder nicht, das geht den Staat nichts an. Nun leben wir in einem Staat, der findet, es geht ihn was an, und das finden z.B. die Chinesen ja auch, was international nicht so beliebt ist. Ich lasse hier ein “aber unsere Einmischung ist besser als deren” nicht zählen, da das moralisch relativierend ist, und wenn wir mit moralischer Relativierung anfangen, kann ich da gerne weitermachen, was sicher keiner will.

Das Problem an “reproduktiven Rechten” bei Männern ist nicht, dass sie keinerlei Rechte an ihrem Nachwuchs haben, sondern vielmehr, dass Frauen Rechte an ihrem Nachwuchs haben und damit Pflichten für Männer verbunden sind. Es kann doch nun wirklich jedem scheißegal sein, wenn sich irgendeine Schlampe von irgendwem anbumsen lässt und Kinder in die Welt setzt wie doof, oder? Das ist nun erstmal ihre Entscheidung – es gibt x-zigtausend Verhütungsmittel und Abtreibungen – also sollte es auch ihr Problem sein; Handlungen haben Konsequenzen. Da das Kinder-kriegen-oder-nicht aber – zumindest heutzutage – einzig die Entscheidung der Frau ist (sie zur Abtreibung zu zwingen würde ihre körperliche Unversehertheit, was ich unter “Leben” verstehe, verletzen), ist sie auch die einzige, die die Konsequenzen zu tragen hat.

Hierzu könnte man zwei Gegenargumentationen bringen: Erstens der Mann, der seinen Sprößling auch mal sehen wollen würde; aber der hätte sich ja vorher überlegen können, ob er seinen Samen unbedingt in die widerlichste Schlampe abladen muss. Sein Problem. Zweitens die Frage, wer sich um das Kind kümmert – aber das ist eine bereits beantwortete Frage: Die Mutter. Ihre Entscheidung, ihr Problem.

Nun ist es so, dass der deutsche Staat unverantwortliche Mütter auch noch dafür belohnt, Kinder in die Welt zu setzen, die sie sich nicht leisten können, und das ist in einer wohlstandsverwöhnten Gutmenschen-Gesellschaft sicher Mainstream, aber unabhängig davon, ob man das jetzt moralisch als richtig oder falsch ansieht ist es gesellschaftlich nicht tragbar. Die Mutter hat ein Kind bekommen, was nicht automatisch ein produktiver Beitrag zur Gesellschaft ist, was man an ihr selbst sieht, da sie es (und das Kind war ihre Entscheidung) ja nicht versorgen kann, also kann sie sich quasi selbst nicht versorgen. Der gesellschaftliche Nutzen der Mutter ist daher negativ, und der des Kindes – bei ebendieser Mutter als Bezugsperson und den damit einhergehenden Werten – bestenfalls fraglich. Nun mag es Teile der Gesellschaft geben, die das anders sehen, und denen steht es auch frei, das zu unterstützen, aber das ist meines Erachtens keine Entscheidung, die die Gesellschaft als Ganzes betrifft, da es mir ja auch vollkommen egal sein kann, ohne dass ich irgendwelche direkten Konsequenzen zu befürchten habe.

Zudem war diese “alleinerziehende Mütter” – Geschichte bis zum Ausbruch des Wohlstands nie ein gesellschaftliches Problem, daher legen wir das zu “Luxusproblemchen” und sehen mal ein, dass die Welt nicht nur aus Zuckerwatte besteht.

So, welches Problem haben Männer jetzt noch, wenn sie als Haupt-Steuer-/Sozialversicherungszahler oder als Stecher dafür nicht mehr aufkommen müssen? Ein schlechtes Gewissen? Ihr Problem.

Kommt drauf an, was du alles dazu zählst. Und da es ja um meinen Einsaz für Antifeminismus geht, also darum, dem Feminismus eine adäquate Vorstellungen positiver Freiheit von Menschen überhaupt erstmal zu verpassen, finde ich Abwehrrechte zwar wichtig aber nicht ausreichend.

Ja. Ich hoffe, das wurde deutlich.

Und nein, das ist keine totale Katastrophe für alleinerziehende Mütter und ihr nicht-erzogenen nutzlosen Bälger. Man kann das ja “für in sechs Monaten” beschließen, dann ist Bestandsschutz gewahrt und keiner kann sich beschweren. Und “aber die durfte vor einem Jahr noch” zählt nicht, es gibt keine Gleichheit im Unrecht in einem auch nur angeblichen Rechtsstaat, und Recht ist zeitlich ambivalent.

„Kein Problem, gleiche Strafe für Falschbeschuldigungen wie für den Vorwurf, wenn er wahr wäre. Fair und gleichbehandelt.“

Kann man drüber reden, ist aber vermutlich mit der Strarechtssystematik nicht zu vereinbaren.

Der Einwand ist, v.a. wenn man gegen Feministinnen antritt, die den Rechtsstaat mit Menstruationsblut beschmieren, ziemlich fehl am Platz. Wichtiger ist aber, dass Strarechtssystematiken (a) nicht überall gleich sind und (b) nicht in Stein gemeißelt sind. In vielen religiösen Schriften ist eine Falschbeschuldigung ein schlimmeres Vergehen als die Vergehen selbst, und auch wenn man von Religionen nichts hält, so haben diese doch gezeigt, dass sie für das menscliche Zusammenleben einen Wert haben. Wenn Du, Elmar, da also recht hast, ist das immer noch kein Gegenargument; dann ist nur die Strarechtssystematik scheiße.

„Es würde schon reichen, Eigentum und persönliche Freiheit über die abstrakte, missbrauchte „Menschenwürde“ zu stellen, um (fast) alles zu lösen.“

Ein sehr mutiger Vorschlag, den ich für wenig erfolgversprechend halte. Hast du dazu schon einen konkreten Vorschlag?

Das ist ein konkreter Vorschlag. Ein Staat macht keinerlei Sinn, wenn er nicht Dein Leben (und körperliche Unversehertheit) schützt, und ein Staat funktioniert nicht, wenn nicht jeder motiviert ist, seinen Beitrag zu leisten (siehe: Kommunismus; deswegen: Eigentum). Mehr muss ein Staat nicht machen, und erfolgreiche Staaten machen auch nicht mehr. Das Problem hierbei ist, dass sich Staaten – also Regierungen – verselbständigen; Parkinson’s Law. Und dafür dient ihnen jeder Bullshit als Rechtfertigung, in Deutschland ist das halt gerade die “Menschenwürde”. Jeder andere abstrakte Mist geht da auch, vom arisch reinen Rassenmenschen über die feministische Flauschkugelwelt bis hin zur kommunistischen, ideologisierten Selbstaufgabe, die sämtlich dümmlich sind und immer mehr Wein trinken als Wasser predigen beinhalten. Hat nicht funktioniert, kann nicht funktionieren, wird nicht funktionieren.

Eine Gesellschaft, die auf Werten basiert, die alle teilen – und ich denke, dass die drei oben genannten Werte aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung eigentlich alle Menschen teilen – kann funktionieren. Und das tut sie auch. Das Problem fängt dann an, wenn 50%+1 einen Wert beschließen, den 50%-1 nicht teilen. Und das wird nur schlimmer. Ich weiß also nicht, was Du mit “erfolgversprechend” meinst – dafür wird es keine Mehreheit geben? Mag sein, Leute mögen, was sie haben; alle sind in dem Sinn konservativ. Ich bezweifle aber, dass wir sehr viele Gesetze übrig hätten, wenn man die alle mit 80% Stimmen und 80% Quorum beschließen müsste. Das sind “nur” 64%, aber wir hätten nicht den Stuss einer “parlamentarischen” Demokratie, wenn irgendwer denken würde, dass der ganze Mist jemanden interessiert, und nichtmal da gibt es ein Quorum, weil die auch alle nicht hingehen.

Das ist ein System, was Mehrheiten vorgaukelt, obwohl es eigentlich keine gibt. Das bricht hat zusammen. Mei.

Man kann das System nicht innerhalb des Systems ändern, während man sich an die Regeln des Systems hält. Das machen die Leute, die das System immer kaputter machen, als es eh schon war, auch nicht. Im Bundestag, auf dem literally in Stein gemeißelt steht “Dem Deutschen Volke” sitzen Leute, die “Deutschland Verrecke”-Demos unterstützen. Fein. Das ist das Problem. Wenn man was für Männerrechte tun will, muss man das System angreifen, direkt oder indirekt. Oder ignorieren, das schadet ihm am meisten, es hat ja einen enormen Sebsterhaltungstrieb.

Schwarzer hat mit ein paar Dutzend “ich habe abgetrieben” – Schlampen Abtreibung legalisiert. Übertrag das mal auf Unterhaltszahler – zahlt eh ein nennenswerter Teil nicht, aber daraus eine Kampagne zu machen, das wäre eine männerrechtliche Aktion. Das war vor meiner Zeit, aber das waren wohl eher nicht Bilderbuch-Mädchen. Und wenn – das Problem der Männerrechtsbewegung ist, dass sie nichts macht, weil sie zu sehr an das System und dessen angebliche Gerechtigkeit glaubt, und dann resigniert. Du, Elmar, machst da viel wichtige Aufklärungsarbeit, nebst vielen anderen, aber irgendwann muss da ein echter Schlag kommen. Wobei – und das sehe ich genauso – kann es “uns” ja auch weitgehend egal sein, wenn alles vor die Hunde geht. Ist halt schade, aber (mehr) anderer Leute Problem. Das ist das Problem an meinem sehr individualistischen Gesellschaftsentwurf – mangelnde Solidarität – aber die sehe ich halt auch nicht. Divide et impera, sagte der Römer, bevor er von alleine kaputtging. Mei.

 

In meinen Augen muß man hier unterscheiden zwischen justiziablen und nicht-justiziablen Rechten. Was die codifizierten Rechte angeht – Reproduktion wäre sicher gesellschaftsweit ein Thema. Ansonsten meint nach meinem Verständnis „nicht-justiziablen Recht“ soviel wie „ich kann das machen ohne es begründen oder nicht rechtfertigen zu müssen“. Denn natürlich schließt ein Rechtfertigungsverlangen, das ja gerade eine Art Anspruchsgrundlage erzeugt, das Vorhandenseins eines Rechtes aus: Wenn ich erst fragen oder erst via Begründung erzwingen muß, daß x, dann habe ich eben kein mit meiner Person verbundenes Recht auf x.

Legt man dieses Rechteverständnis zugrunde, dann gibt es im sozialen Leben für Männer fast keine und für Frauen jede Menge Rechte. Und es hat bisher imho noch niemand versucht, diesen geschlechterasymmetrischen Sachverhalt seriös zu beschreiben.

Würde der Maskulismus – oder einer seiner Vertreter – das mal machen, dann würde eine Vision für eine soziale Bewegung der Männer geschaffen, die es im Moment so gut wie gar nicht gibt. Aber ich würde das für ebenso wichtig und interessant halten.

Hilft dir das bereits weiter? Sonst frag gerne noch mal nach.

Das wird man ja wohl endlich mal sagen müssen

Ich weise mal eingangs auf den hervorragenden Artikel von Luisman hin, der ein zentrales Problem aufzeigt, was der Mainstream vollkommen ignoriert. Aber der Mainstream ist dumm; das sieht man z.B. am IQ – wenn der Durchschnitts-IQ 100 ist, ist die Hälfte der Menschen unter- (über-?) durchschnittlich blöde.

Ein Beispiel dieses dummen Mainstreams ist der vielpublizierte Sascha Lobo, der laut Wikipedia offenbar nie durch anständige Arbeit auch nur einen cent Geld verdient hat und nur bekannt ist, weil er keinen Friseur kennt und neben keiner Ahnung auch keinen Geschmack hat.

Nun, Sascha hat auf SpOn einen Artikel geschrieben, der mir nach zwei Absätzen derart zu doof wurde, dass ich meine Meinung dazu mit Euch teilen muss. Lesen wir also zusammen:

Wir müssen sagen dürfen – alle anderen nicht

Tjo, liebe linksgrüne Gutmenschen, das war halt mal, gell? Jetzt kommt Gegenrede, das stört Euch gewaltig, richtig? Tja. That’s life. Handlungen haben halt Konsequenzen.

Kaum etwas ärgert Rechte so sehr wie der Begriff Political Correctness. Dabei haben sie längst ein Gegenkonzept entwickelt: rechte Korrektheit.

Hä? Ach, ich vergaß: Die Linke lebt nur von Projektion ihrer eigenen Machenschaften, Ansichten und Weltbilder auf Andere. Außerhalb ihrer Weltbilder kann nichts existieren, und im poststrukturalistischen Duktus von Derrida und anderen Idioten kann es ja auch nichts anderes geben. Schade, hätte ja mal selbstkritisch werden können, aber nein. Das wäre ja gar nicht dekonstruierend und so Bullshit. Aber gut, lassen wir uns erklären, was “rechte Korrektheit” sein soll; mich stört Political Correctness enormst, und damit bin ich ja offensichtlich “rechter” als Adolf Hitler.

“Vorverurteilung ist nicht so schnafte” – darf ich das wohl noch so sagen, nach #Breitscheidplatz und nach Köln 2?

Öh… was heißt denn “schnafte”? Ich meine nur, selbst der Duden findet, dass das selbst in dem Moloch Berlin niemand mehr benutzt, aber als belesener Heinlein-Konsument grokt man das schon trotzdem – prickelnd.

Das nennt man übrigens einen Strohmann – ich kenne wirklich keinen, niemanden, nicht irgendwen, der Vorverurteilungen toll findet. Nichtmal Rechte, die werden ja selbst ununterbrochen vorverurteilt, fragt mal Frau Petry. Vor allem von Leuten wie Sascha Lobo, aber ich vergesse mein Doppeldenk an der Stelle. Aber nochmal, für die Doofen, die ganz, ganz doofen und die Sascha Lobos: Niemand findet Vorverurteilungen prickelnd. Hat auch keiner ein Problem damit, wenn du das sagst; es fragen sich nur alle, warum. Ist wie “der Himmel ist blau”, was man auch nach einem Gewitter und nachts noch sagen darf.

Oder bin ich dann schon Qualifikant für das Unwort des Jahres: Volksverräter?

Ein Qualitfikant ist ein Sportler, der über eine Qualifikation in einen Wettbewerb gelangt, also Nein. “Unwort des Jahres” ist nämlich keine Sportart. Du bist ein Kandidat für den dümmsten, unqualifiziertesten Autoren des Jahres, aber die Liste ist lang und das Jahr jung. Zum Unwort des Jahres – mei, Sciencefiles hat das wirklich auf den Punkt gebracht. Aber um die Frage zu beantworten: Ich finde nicht, dass Sascha Lobo “Unwort des Jahres” werden sollte, insbesondere, weil Sascha ein Mensch ist und kein Wort. Drecks-poststrukturalistischer konstruktivisischer Mist, wo Worte und Realität das Gleiche sein sollen. Ne, wirklich, lest halt mal die Deppen um Derrida.

“Das wird man doch wohl noch sagen dürfen” ist der inzwischen ikonische Satz, mit dem Rechte und Rechtsextreme spätestens seit Sarrazin immer neue Debattenräume erobern.

So, wir sind bei Satz drei, und es kommt immer schlimmerer Unsinn. Wie “erobert” man denn einen “Debattenraum”? Was ist überhaupt ein “Debattenraum”? Macht man das damit, dass man etwas sagt? Wenn ja, wären die Alternativen Sprachverbote und/oder Zensur, was jetzt nicht so prickelnd, oder, wenn ich das richtig gegrokt habe, schnafte wäre. Oder? Und wer – außer Linken – benutzt den Satz denn, außer um angeblich Rechten das Wort im Mund umzudrehen und Bullshit von sich zu geben, wie der Herr Lobotomie? Ne, echt jetzt? Ich habe ja nun keine Ahnung, was Sascha unter “Rechten” versteht, aber für mich ist ein echter Rechter nicht irgendein “das wird man ja wohl noch sagen dürfen” – Weichei, sondern eher wie Timur Vermes Hitler jemand, der das (was auch immer das ist) halt schlicht sagt. Das ist das, was heutzutage “rechts” gesehen wird, und ich darf hier aus dem oben empfohlenen Artikel von Luisman zitieren:

kann’s dann losgehen, mit dem was Kahane als hate speech oder fake news bezeichnet. Ich übersetze beide Begriffe immer völlig falsch mit „die Wahrheit“

Nun gab es da in der Wissenschaft den sog. Methodenstreit, der damit endete, dass die Idioten auf der einen Seite und die Nazis auf der anderen Seite blieben und sich gegenseitig für Idioten respektive Nazis hielten. Das ist immer noch so, und man kann in dem Schema Sascha Lobo auch sehr schön einordnen – macht er ja quasi selbst.

Aber weiter im Text:

Der Gottseibeiuns des Internets: vorgeblich gegen Sprechverbote, gegen Denkverbote, gegen Political Correctness.

Also, ich muss mich nicht auf Gott berufen, um gegen Sprech- und Denkverbote zu sein, ebensowenig bzgl. PC. Wo kommt die dümmliche Unterstellung des “vorgeblich” her? Ich bin gegen jedwede Sprech- und Denkverbote. Ich finde das gut, dass Sascha Lobo so einen Mist schreibt und schreiben darf und der Spiegel das publiziert; so merkt jeder ganz einfach, wie dumm die alle sind. Also, idealerweise; dummerweise sind die Menschen ja im Schnitt echt dumm, aber mei, damit muss man leben.

Political Correctness (PC) ist ein, das Reizwort. Das dahinterstehende Konzept erscheint links, weil es um Sprachregeln geht,

Das ist wieder die typische linksgrüne Gutmenschen-Nichtargumentation: Erst ein haltloser, unbegründeter “vorgeblich”-Vorwurf, und dann selbst bestätigen, dass der Vorwurf berechtigt ist, denn plötzlich geht es ja um Sprachregeln. Das passiert, wenn man zu viel Derrida liest oder eine Lobotomie hatte. Hihi, Lobotomie. Hihi.

die Diskriminierung reduzieren sollen

Das ist doch schön, was Regeln sollen, aber die relevante Frage ist, ob sie es tun. Klar, das ist für Sascha und alle anderen gutmenschlichen Realitätsignoranten nicht das Thema, aber ob ich nun die Zigeuner scheiße finde oder die Sinti und Roma ändert halt nichts daran, dass ich die scheiße finde. Jetzt, theoretisch, ich kenne keine der einen Gruppe.

Die Kritik an politischer Korrektheit kommt daher

Woher? Man kann natürlich zwei vollkommen zusammenhanglose Sätze mit einem Kausalität implizierenden Adverb (“daher”) verknüpfen, weswegen das sofort schlüssig wirkt, aber das ist nichtmal billiger Sophismus, das ist schlicht dumm.

eher von konservativer, aber eben auch von rechter und rechtsextremer Seite.

Ah – äh – schön. Da das völlig aus der Luft gegriffener Unsinn ist, setzte ich dem entgegen, dass aufgrund der schlüssigen Argumentation Lobos nur eine Schlussfolgerung zwingend möglich ist, nämlich, dass die Echsenmenschen mit dem LAARP unsere Gedanken kontrollieren und Sascha Lobos Frisur für die RF-Strahlen besonders empfänglich ist, daher schreibt er so einen Unsinn. Fuck, und das war noch eine bessere Argumentation als seine. Sie war zumindest existent.

“Anti-PC” war zum Beispiel ein wesentliches Element des Wahlkampfs von Donald Trump.

Ja. War es. Das ist kein Beleg für irgendwas. Oder ist Trump konservativ, rechts oder rechtsextrem? Wenn ja: Inwiefern?  Komm, bisher war das nur Unsinn mit Bullshit-Unterstellungen. Wieso publiziert man sowas?

Wenn in sozialen Medien die Rede ist von Political Correctness, folgen von Gegnern dieses Sprachkonzepts umgehend drei Wendungen:

Wir hatten bereits oben festgelegt, dass PC nicht nur ein “Sprachkonzept” ist, sondern “Sprachregeln“. Regeln muss man einhalten, sonst sind sie nutzlos, und zur Forcierung der Regeleinhaltung gibt es normalerweise Sanktionen. Ist ja schön, dass Sascha hier seine eigenen Worte verharmlost, aber das ist immer noch nicht nur billiger Sophismus, sondern einfach nur Dreck.

Es folgt eine Aufzählung bereits genannter, irrelevanter Punkte, und dann geht es weiter:

Persönlich stehe ich dem Konzept “Politische Korrektheit” trotz der vorhandenen, weniger liberalen Tendenzen eher positiv gegenüber, weil ich es mit “Anstand” assoziiere.

Huh – eine vorgeschobene concessio, da hat jemand den Schopenhauer auf dem Klo. Toll. PC ist “anständig”. Leider ist “anständig” ein moralisch-wertender Begriff und damit unglaublich relativ; man kann es auch “anständig” finden, Ladendieben die Hand abzuhacken. Aber schauen wir mal, wo er mit dieser (schwachen) petitio principii (Schopenhauer #6) hinwill:

Und ich glaube nicht, dass die drei genannten Vorwürfe so pauschal haltbar sind.

Ok, jetzt brauchen wir doch die drei “Vorwürfe” (der “Rechten” an die -äh – “Anständigen”) von oben:

  • Verschleierung und Beschönigung

  • Sprech- und Denkverbote

  • Angriff auf die Meinungsfreiheit und Zensur

Hmmm… machen wir das kurz: #1 wären meine Zigeuner / Roma, #2 hat Lobo wörtlich zugegeben, und #3 ist die sich zwingend ergebende Konsequenz. Aber hören wir uns an, wieso das nicht haltbar sein soll, weil wir so illusorisch sind, als würde er das auch nur zu erklären versuchen *prfffff*.

Im Kern bedeutet Politische Korrektheit, dass man Worten eine gesellschaftliche Wirkung beimisst

Tjo. Derrida-Bullshit. Worte haben eine gesellschaftliche Funktion, nämlich den Austausch von Gedanken. Die Wirkung ist, dass andere Leute die in Worten geäußerten Gedanken des Sprechenden kennen. Soweit, so nicht-falsch, aber das ist halt so schwammig formuliert, dass es wie folgt weitergeht:

und zur bewussten Verwendung in der Öffentlichkeit aufruft.

Das “bewusste” hat hier eine moralisch-wertende Komponente, die Worte durchaus haben können, aber halt – und das ignorieren die Saschas und Jaques und Kevins dieser Welt – nicht ohne Kontext. Wenn ich meiner Frau sage “Boah, Du siehst aus wie die Stripperin auf dem Junggesellenabschied meines (jüngeren) Bruders” – in unserem Schlafzimmer – wird das vollkommen anders wahrgenommen werden, als wenn ich das meiner Schwägerin auf dem Weg zum Uniball sage. Klar? Eben.

So einfach ist das, und “Kontext ignorieren” ist der Grund, warum denen PC so wichtig ist, weil PC halt “wichtiger” (lies: einfacher einzuhalten) ist als Kontext (lies: Zusammenhänge verstehen).  Aber natürlich kommt das in einer einfachen, unverfänglichen Verpackung daher, wie dass man Worte “bewusst” verwendet. Da widerspricht niemand, selbst ich nenne ja Sascha Lobo nicht einfach einen pädophilen Ziegenficker,  weil ich mir des Kontexts bewusst bin: Erstens würde ich mich damit auf Böhmermann-Niveau herabbegeben, und zweitens wäre das in Deutschland, dem Land der eingeschränkten Meinungsfreiheit, strafbar. Mache ich also nicht.

Aber ich sehe, dass die Art und Weise, wie dieses Konzept bisher umgesetzt worden ist, zu oft zur Reaktanz geführt hat, also zur gegenteiligen der beabsichtigten Reaktion.

Jaja, jeder kann einen Thesaurus benutzen. Früher war das Shift-F7, aber dann wurde ich irgendwann 16 und mir wurde klar, dass das doof ist. Zudem ist das nicht die korrekte Definition von Reaktanz, aber egal. Halten wir fest: Sascha ist selbst klar, dass sein dümmliches PC-Konzept das Gegenteil dessen bewirkt, was es sollte. Vertritt es aber trotzdem. Das ist irgendwie die Definition von Wahnsinn: immer wieder das gleiche tun, aber eine andere Konsequenz erwarten.

Instrumente zur Weltverbesserung – als solches betrachte ich Politische Korrektheit

Ich betrachte Arbeitslager als Instrument zur Weltverbesserung, wie Saschas großes Vorbild Marx, aber im Gegensatz zu ihm ist mir klar, dass Sascha – in dem Arbeitslager – das anders sehen würde und ich mich deswegen auf Basis des kategorischen Imperativs nicht dazu aufschwingen sollte, ihm das aufzudrücken. Auch wenn das verlockend ist, da Kant wohl nie mit Menschen konfrontiert war, die seinen kategorischen Imperativ nur für andere, aber nicht für sich selbst angewendet sehen wollen und dafür erschossen gehören (oder so).

Instrumente zur Weltverbesserung […] müssen sich nicht nur an ihrer Absicht, sondern auch an ihrer konkreten Wirkung messen lassen.

Öh – sag ich doch. Ich habe auch gezeigt, dass PC genau Null bringt, also keines ist. Könnten wir jetzt aufhören?

Die Kritik, dass sich politische Korrektheit trotz ihrer Toleranz-propagierenden Absicht für einen Teil des Publikums zu oft anfühlt wie ihr eigenes – nämlich intolerantes – Gegenteil, muss man daher ernst nehmen.

Die Kritik war gerade eben noch, dass es nutzloses Schönreden, Sprech- und Denkverbote und Zensur ist, nicht “dass es sich so anfühlt“. Wie es sich anfühlt, ist kack-egal. Reden wir jetzt darüber, was es ist, oder was du dazu fühlst, Sascha?

Unterdessen hat sich jedoch im Netz ein Gegenkonzept entwickelt – Political Correctness von rechts: rechte Korrektheit.

Ich nehme das mal als “Nein” – es sind ja immer nur die eigenen Gefühle wichtig, der Rest soll doch in einem Arbeitslager verrecken. Yay, Marx ist cool. Wie Hitler.

Bei näherem Hinsehen wird jeder Vorwurf, der der linken Political Correctness gemacht wurde, von rechts aggressiver und ungebremster in der öffentlichen Debatte vorgetragen als je zuvor.

Äh… was? Ich meine, einen Vorwurf zurückzugeben ist einfach, das lernt man im Kindergarten – du bis doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof, aber – äh – weil? Wo? Inwiefern?

Rechte Political Correctness streicht die positiven, mäßigenden Elemente der politischen Korrektheit weg und streift sich den antiliberalen Rest auf rechts gewendet über.

Die positiven, mäßigenden und vor allem nichtexistenten Elemente der PC muss man nicht “wegstreifen”, die sind halt nicht da. Und dass extremistische Ideologien (wie PC) “antiliberal” (das heißt illiberal) sind, bestreitet nicht mal Sascha in seiner “Verteidigung” dümmlich-gutmenschlicher PC. Was aber machen so genannte Rechte jetzt?

Weil die Republik als hilflose Antwort auf AfD-Erfolge und islamistischen Terror stückchenweise nach rechts rückt, treten auch rechte Sprach- und Denkverbote und Attacken auf die Meinungsfreiheit immer deutlicher hervor.

Jajajajaja, das ist deine Behauptung. Die bleibt es seit einer verdammten Seite. Dass linksgrüne Gutmenschen für real existierende Probleme keine Lösung zu haben scheinen – das Thema der AfD, btw. – sei ja mal egal; es geht ja hier nur um Gefühle, gell?

Am besten zu beobachten anhand der Äußerungen von Grünen-Chefin Simone Peter zu der Verfahrensweise der Polizei Köln zu Silvester: “Die böse Polizei ist 1 schlimmer Rassistenhaufen und soll sich ins Knie…” – Moment, stimmt gar nicht.

Ja, wenn es nicht stimmt, warum schreibst du es denn dann? Und was ist an dem Wort “ficken” jetzt un-PC, plötzlich?

Tatsächlich lobte Peter die Polizei dafür, dass “Übergriffe deutlich begrenzt” wurden. Sie schob dem Lob jedoch eine fragende Anmerkung nach: “Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.”

Echt jetzt? Das kommt aus der Rheinischen Post, und da steht:

Simone Peter sagte unserer Redaktion, zwar habe das Polizei-Großaufgebot Übergriffe deutlich begrenzt. “Allerdings …

Da steht nichts von “lobte”, es ist zudem kein Zitat der Frau, und damit kommt das ausschließlich vom lobenden Sascha. Gott, bietet sich der Name für blöde Wortspiele an.

Das war vielleicht vorschnell, aber doch im Ton zurückhaltend formuliert: “Stellt sich die Frage”, “wenn”. Man vergegenwärtige sich dabei, wie etwa CSU-Nebelhorn Andi Scheuer Kritik formuliert.

Ich habe keine Ahnung, wer Andi Scheuer ist, ich weiß aber, was ein Nebelhorn ist: Etwas, dem man wirklich, dringendst und vor allem unbedingt Beachtung schenken sollte. Die Relativierung des Großteils der Aussage – also, des Vorwurfs des Racial Profilings als irgendwas Schlechtes gegenüber des Nicht-Lobes in drei Wörtern ist schon sehr – verzweifelt?

Ein Sturm der Entrüstung kam über Simone Peter – und in die Entrüstung hinein mischte sich blanker Hass.

Blablablablabla.

Samt des rechtsextremen Empörungsstandards gegen Frauen, die Person möge von Flüchtlingen vergewaltigt werden.

Wie gesagt, in der Post-Kant’schen Ära ist man verlockt, Leute nach ihren eigenen Maßstäben zu messen, wenn diese niedriger sind als die eigenen, und wenn Frau Peters lieber Frauen von angeblichen Flüchtlingen vergewaltigt sieht als sinnvolle Polizeiarbeit, gebietet es der Anstand  – und auch meine Maßstäbe, sich da als erste Frau vergewaltigen zu lassen. Ich bin kein Polizist, die sollen ihre Arbeit machen und “Flüchtilanten” – also, illegal in Deutschland befindliche Kriminelle, die hier nur wegen Frau Peters und Konsorten noch nicht abgeschoben oder wenigstens auf offener Straße erschossen worden sind –  sollte man halt loswerden. Zu der Meinung stehe ich, mache ich auch was dafür, wenn man mich lässt. Frau Peters hingegen steht nicht hinter ihrer eigenen Meinung, und die Leute, die hinter Frau Peters stehen wollen, wollen sich auch nicht vergewaltigen lassen. Komisch, oder?

Aber es pöbelten nicht nur die Rechtsextremen in sozialen Medien.

Eigentlich machten die sich nur lustig; pöbeln machte nur die BILD.

Auch die “Bild”-Zeitung beteiligte sich an der Hatz auf Simone Peter. Für eine Frage, die man nach Ansicht der “Bild” wohl nicht ungestraft stellen darf.

Öhm… Frau Peters durfte die “Frage” doch stellen. Das war auch gut so, jetzt weiß jeder, dass sie eine blöde, realitätsfremde Dummtrulla ist, die mit Bundestags-Personenschützern von der Realität der Menschen, die das bezahlen, nicht den Hauch einer Ahnung hat. Die faire Konsequenz ist öffentliche Lächerlichmachung, aber die hat sie ganz alleine selbst verursacht, verschuldet und mit Sicherheit abgesegnet. Wo ist da die Strafe?  Bullshit-Behauptung Nummer – ach, zählt selbst.

“Bild” hat sich damit … eifrig im Werkzeugkasten rechter Political Correctness bedient.

Aha.

Stichwort: Sprechverbot. Es geht dabei um die Verhinderung der Debatte, darum, dass bestimmte Äußerungen nicht erlaubt sein sollen ohne sofortige Strafe am Wutpranger, Niederschreien, “Silencing”.

Hä? Handlungen haben in der Realität Konsequenzen. Äußerungen haben Konsequenzen. Alles hat Konsequenzen. Der Rest ist feministisch angehauchter Bullshit – wenn man andere Leute mit Scheiße bewirft, muss man damit rechnen, dass die (zumindest) die (zugeworfene) Scheiße zurückwerfen. Das ist eine Reaktion. Wenn einem das nicht passt, sollte man nicht mit Scheiße werfen, nur weil man seine Scheiße besser findet als anderer Leute Scheiße. Gott, das Prinzip ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

Das ist die rechte Sprachpolizei, die fordert, man müsse doch wohl noch sagen dürfen – aber meint: Wir müssen sagen dürfen, alle anderen nicht.

Wer? Wann? Wie? Wo? Das war jetzt kein Beispiel für irgendwas. “Rechte” werden für Wörter kritisiert, Frau Peters für absolut unhaltbaren Unsinn, hinter dem sie selbst nicht stehen würde und will. Das ist was anderes.

Das entlarvt die rechte Argumentation für eine vorgebliche “Meinungsfreiheit” als hohle Phrase, in Anlehnung an Rosa Luxemburg: Meinungsfreiheit ist die Freiheit der Andersmeinenden.

Jaja, auch Rosa Luxemburg war eine verlogene linke Schlampe, die das nur für sich beanspruchte und bei anderen kritisierte. Wie Sascha Lobo. Wo ist denn da jetzt ein Argument, dafuq?

Es ist daher ein Grund zur Sorge, wenn nicht nur die “Bild”-Zeitung, sondern auch bürgerliche Kommentatoren meinen oder implizieren, im Fall Polizei Köln dürfe nicht einmal debattiert werden.

Verlinkt ist hier ein Artikel, der das gleiche behauptet. Faktisch wird darüber diskutiert, wohlgemerkt ohne Ergebnis – abseits von Saschas Unsinn – und ohne irgendein Problem zu lösen, was real existiert – und das Problem ist nicht Racial Profiling, das hilft offenbar gegen ein Problem. Wir haben also v.a. ein Problem mit linksgrünen Gutmenschen, die lieber Probleme erfinden statt real existierende Lösungen für real existierende  Probleme  einfach nur in Ruhe zu lassen, und das stört – hmmmm…. linksgrüne Gutmenschen, dass man über sie als Problem spricht? Ok, wundert mich nicht. Aber hey, da sollten wir ganz offen drüber sprechen können, Sascha. Arbeitslager?

Dahinter steht aber eine Lehre, … : Das Eskalationspotenzial sozialer Medien verändert die Wahrnehmung des Einzelnen dramatisch.

Bullshit. Hey, ich kann auch einfach nur Sachen behaupten, Mir reicht es langsam wirklich, dass ich hier alles begründen soll und du nicht.

Schnell steht man gefühlt oder tatsächlich einem digitalen Mob gegenüber – obwohl die meisten auf der anderen Seite glauben, sie seien ja bloß empörte, kritische, sarkastische Einzelpersonen.

Oder aufgeklärte, humanistische, gerechte und überhaupt gute linksgrüne Gutmenschen? Was soll der Scheiß? Hat das eine Aussage?

Und das gilt eben für alle Seiten.

Außer natürlich für Sascha Lobo, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und absolut unfehlbar ist, obwohl er nur Dreck schreibt.

Der dezentrale, digitale Mob – dessen Teil man ohne Absicht und ohne es zu bemerken werden kann – ist eine der wesentlichsten Netzerscheinungen, die in Sprechverboten und Beschneidung der Meinungsfreiheit münden.

Nein, das tut er eben nicht. Der dezentrale, digitale Mob macht, was er lustig findet, just for the lolz. Ich erwähne da nur mal Boaty McBoatface, und als verdammter auch nur angeblicher Internetexperte sollte man wissen, dass das Internet nicht die Realität, ein Abbild der Realität oder irgendwie relevant für die Realität ist. Dass sich jetzt Feministinnen, Linke, Grüne und andere Sektenanhänger im Internet ihre Bubbles aufblasen und sich wundern, dass die in der Realität platzen, wundert mich nicht, aber daraus Sprechverbote oder Beschneidungen der Meinungsfreiheit zu konstruieren ist absoluter Unsinn. Vor allem, wenn man sie selbst fordert oder fördert.

Es sind SPD-Politiker wie Lauer, die nie einen Tag ehrlicher Arbeit gemacht haben, die anständigen Sparkassen-Mitarbeitern mit Internet-Mobs und Denunziation an ihre Existenz gehen und damit die Meinungsfreiheit bedrohen. Politiker hingegen leben dafür, für ihre Meinung gewählt zu werden, und es ist die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft, dass man diese Meinung nicht wählen, toll finden oder auch nur akzeptieren muss, Toleranz ist da der Gipfel der Gefühle.

Auf das Memo für 2017 kommt die Selbstfrage, Kant für Twitterer, gewissermaßen: Könnte ich mit meiner Kommunikation in sozialen Medien als Teil eines digitalen Mobs betrachtet oder missverstanden werden?

Das hat mit Kant einen feuchten Dreck zu tun. Und: Man muss nicht twittern. Ich twittere (fast) nur, um Leute zu provozieren – oder mich mit anderen über Idioten lustig zu machen. Und wenn der digitale “Mob” mich nicht versteht, ist das sicher lustig, aber zu erwarten. Der ignoriert mich nur leider; ich bin aber auch nicht Donald Trump, also kann mir das weitgehend egal sein.

In Zeiten der Verquickung von Internetöffentlichkeiten und Politik, in Zeiten von Breitbart und Trump, in Zeiten einer rechten Political Correctness ist die wichtige Erkenntnis: Das Problem ist nicht (nur), was Medien und Personen veröffentlichen, sondern vor allem, was deren Publikum darin für Aktionsaufforderungen in oft mobhaften Strukturen sieht.

Jaja, liebe linksgrüne Gutmenschen: Ich finde das nicht toll. Aber #Donglegate kam aus eurer Ecke, vorher kannte ich das nicht, und der Lauer ist auch aus eurer Ecke. Es gibt da so einen Spruch, der ist älter als Kant und hat was mit einem Splitter und einem Balken und einem Auge zu tun, aber man muss ja keine schwierigen Metaphern bemühen, sondern kann das auch klar sagen: Liebe linksgrüne Gutmenschen: Bevor ihr euch über irgendwelche Rechte, und seien es die sicher nicht so prickelnden “Identitären”, beschwert, räumt erstmal euren eigenen Laden auf. Niemand außer euch selbst hat Mitleid wegen eures Gejammers, wenn ihr selbst das Gleiche macht, und das seit Jahren. Wenn ihr das nicht gut findet, (a) lasst es und (b) distanziert euch. Ansonsten – hey, Arbeitslager findet ihr doch auch toll, richtig? Ihr habt ja in Deutschland schon um ’33 ausprobiert, wer da wohl reinkommt. Muss man nicht nochmal beweisen. Benehmt euch doch einfach mal.

Mediale Verantwortung hat sich mit den sozialen Medien verändert. Es scheint, als hätten Worte eine stärkere Wirkung als je zuvor. Fast könnte man mal über ein gesellschaftliches Konzept nachdenken, Worte vorsichtiger und bewusster zu verwenden.

Du möchtest in ein Arbeitslager, oder? So richtig, richtig unbedingt? Komm, schreib das einfach hin; es ist nicht soooooo schwierig, mal ehrlich zu sein. Du bekommst sicher auch eine ordentliche Frisur. Wie bei Hitler, wie wollen ja keine verlausten kommunistischen Gulags, oder?

Antifeministisch Nähbloggen: Der feministische Rock

Frau “Crafteln” verkauft ihre lächerlichen Schnittmuster, und das nicht für wenig Geld, und veranstaltet dann “Sew-Alongs”, wo man sich in seiner Wohlfühlblase gemeinsam hässliche Röcke nähen kann, wenn man nur (unverschämte) 10 Euro für das Schnittmuster ausgegeben hat:

Nun kam irgendein Idiot auf die Idee, Schnittmuster mit einem Urheberrecht zu versehen, weswegen ich es super-riskant finde, sowas einfach ins Internet zu stellen; ich persönlich habe aber keine Lust, mir in meinen (thailändischen) Briefkasten flatternde Abmahnungen einfach zu ignorieren, also fangen wir von vorne an.

Prinzipiell sieht das ja aus wie ein einfacher Tellerrock, und wie der geht, erklärt eine eher überhaupt nicht feministische, bei Thema bleibende Bloggerin namens Marie ganz hervorragend. Kurzfassung: Das rechte Teil sieht an einer Frau dann so aus wie auf der Zeichnung links; wir erinnern uns- Kurven werden Geraden, wenn man Frau (Männermode funktioniert anders und viel, viel einfacher) nicht für Fat Acceptance wirbt:

Von Meike Feminismus-Crafteln wissen wir, dass wir sechs Rockteile benötigen, von denen drei auf 1,40 Stoffbreite passen, und der Rock 58cm lang werden soll. Bei Iskras 74-cm-Taille brauchen wir für einen vollen Tellerrock einen Innenkreis von 74cm Umfang, also 74/2π = 11.8cm (jetzt 12) Radius, plus 58cm Rocklänge, sind 70 cm, also 140 Durchmesser, dass geht bei 140 Stoffbreite gerade so. Vom Bild her ist das aber kein voller Tellerrock, eher ein halber oder 2/3ter, also nehmen wir mal einen 2/3ten. Hässliche Kinderzimmervorhänge sind ja nicht teuer, da muss man nicht stoffoptimierend schneiden.

Für den 2/3-Rock gilt: 2/3 Umfang Innkreis = Taille = (hier) 74 cm, also Umfang Innkreis = 3/2 Taille, also 2πr(i) = 3/2 * 74 => r = 17,66 (machmer 18, muss ja nicht direkt in der Taille sitzen). Plus 58 cm Rocklänge, sieht dann mal so aus:

rock1

Könnte man so ausschneiden und zusammennähen (die beiden Geraden, Reißverschluss nicht vergessen. Wäre aber ein anderer Rock. Und wir hatten ja 6 Teile, also machen wir uns mal 6 (identische) Teile – respektive eines, ist ja symmetrisch:

rock2

So, auch das (sechsmal achtmal, ich hab mich mit dem Winkel vertan; kann man als Mann ja einfach umrechnen, als Frau nimmt man halt einfach jetzt 8 Teile) zusammengenäht ergibt einen schönen Tellerrock, aber wir orientieren hier uns ja an dem (unkreativen) “Designerstück” der “Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes)”, der sich durch zwei hässliche Falten auszeichnet. Machen wir also zwei Falten rein (brauchen wir nicht) – dafür zerschneiden wir unseren wundervoll passenden Rock, machen einen Dart daraus und gucken halt, dass der Rest noch passt:

rock3

Step 1 ist eine Schnittkante, 2 zerlegen, 3 Darts reinrotieren, 4 so anpassen, dass die Darts nur bis zur Mitte gehen wie im Bild.

Was wir jetzt noch machen müssen, ist die Darts “righten”, damit die beim Zusammenfalten noch die richtige Größe haben, und der Rock ist um unteren Saum irgendwie unförmig, nicht schön rund, also verunstalten wir den halt irgendwie:

rock4

Danach machen wir die eckigen Linien zu Kurven (Schritt 5) und räumen auf (Schritt 6).

Dann müssen wir nur noch eine Nahtzugabe dazumachen (mein Nähfuß ist 16mm breit, also gibt’s 8mm) und daraus ein A4-druckbares PDF machen. Das gibt es hier, ist überlappend mit Schnittmarken, schön auf 100% ausdrucken. Und dran denken: Es sind bei 74 cm Taille acht Teile, was heißt, dass es auch für 65cm Taille (7 Teile) respektive 83cm Taille (9 Teile) passt. denkt dran, irgendwo einen Reißverschluss reinzumachen, falls ihr diese Grausamkeit wirklich nähen wollt. Die 10 Euro, die die Feministin dafür will, könnt ihr dann ja versaufen oder einem Tierheim spenden oder so. Boah, kotzt mich diese Abzocke an. Und dass Leute für so einen unkreativen Mist Copyright beanspruchen zu können glauben.

Falls sich jemand fragt: Mir ist nach dem letzten Schritt vor der pdf der Rechner abgeschmiert und ich durfte von vorne anfangen, daher weiß ich, dass das ohne Blog-Erklärung dazu genau 12 Minuten Arbeit sind. Das sind bei 10 Euro Traumschlosspreis 50 Euro fiktiver Stundenlohn, für ein standardisiertes Schnittmuster, was dann auf ein Zoll halt eben nicht passt und super-umständlich angepasst werden muss, statt ein genau passendes zu haben. Frauen halt

Antifeministisch Nähbloggen: Schnittmuster (mit antifeministischem Plus-Size-Model!)

Schnittmuster haben eine gewisse Faszination für Mathebegeisterte; 2D- in 3D-Geometrie umzudenken ist verdammt kompliziert, aber es gibt nicht nur Frauen, die gerne in Säcken rumlaufen wie die bereits erwähnte Feministin, sondern auch Frauen, die Bücher mit Anleitungen schreiben. Die gibt es in dick und dünn (die Bücher; die Autoren-Frauen sind wahrscheinlich eher nicht dick); ich habe nach den ersten Versuchen auf das dünne Buch gewechselt, als ich die Prinzipien verstanden hatte.

Das macht es enorm verwunderlich, warum Frauen und Nähen vor allem für Feministinnen ein Thema ist, weil Feministinnen und Logik und/oder Mathematik ja nun klassisch divergente Themen sind. Das ist aber nur für logisch denkende Menschen unverständlich; Feministinnen machen und kaufen deswegen ja Schnittmuster, um doch wieder in Säcken rumzulaufen, weil weder die Designerinnen noch die Anpasserinnen verstanden haben, was sie machen.

Derweil ist das Grundprinzip ist ganz einfach: Menschliche Körper sind dreidimensional und tendenziell rund, Stoff ist aber flach, und das geht halt nie ordentlich zusammen – xkcd zeigt das anschaulich:

Es ergibt sich halt immer und sofort ein totales Chaos, und dann muss man halt bedenken, dass wenn man aus dem 2D-Chaos wieder einen Globus macht, sind alle momentan sehr scheppsen (kurvigen) Linien plötzlich Geraden. Also, 2D-Kurven auf 3D-Körpern werden Geraden, 2D-Geraden werden Kurven, und überhaupt ist das alles sehr, sehr komplex und ich würde mir wünschen, dass man das irgendwie berechnen könnte, aber Pythagoras oder so hat mehr oder weniger bewiesen, dass man Kugeln ums verrecken nicht mit flachen Rechtecken darstellen kann. Von daher wird da immer etwas rumraten und ausprobieren dabei sein, aber das heißt natürlich gleichzeitig, dass man mit einigen wenigen Grundprinzipien eigentlich alles nachbasteln kann, was man sieht, weil eine gewisse Ungenauigkeit quasi zwingend ist. Ich erkläre mal nur zwei, das sollte reichen:

1. Grundprinzip: Kurven

Wir brauchen jetzt was zum sich-was-vorstellen, also nehmen wir ganz politisch korrekt ein Plus-Size-Model:

Iskra ist Plus Size, weil sie plus den normalen Modelmaßen noch Titten und Arsch hat. Like. Sie hat die Maße 97-74-109. Nun haben Frauen wie alle Menschen zwei Seiten, aber halt Brüste vorne, von daher bräuchte man für ein Oberteil Vorderseite auch noch den nur-vorne-Brustumfang; nehmen wir da mal 55% (jaja, das wirkt nur optisch mehr; ist bei allen Frauen so).

Wir bräuchten also ein Stück Stoff, was oben 97*0,55 = 53cm breit ist, an der Taille analog 40 und an der Hüfte 60, also etwa so:

1

So, das könnte man jetzt der Iskra ausschneiden und anziehen, aber das sieht halt scheiße aus. Denn die seitlichen Linien gehen ja links und rechts an ihrer Seite eigentlich gerade hoch, die hat aber eine Ecke (also, die Linie, nicht Iskra). Machen wir eine Kurve draus:

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Die Maße stimmen noch, mehr Maße haben wir nicht, also wird das genauso gut oder schlecht passen wie das vorher. Eher schlecht, aber die Ecke ist weg, also besser. Sieht auch eher wie eine Sanduhr aus, oder? Eben.

Merke: Ecken durch Kurven ersetzen wird immer besser.

2. Grundprinzip: Darts

Es wird aber halt nicht toll sitzen, weil Iskras Kurven an bestimmten Stellen sitzen, die wir bei dem Schnitt halt vorher berücksichtigen müssen:

3

In Bild A zu sehen sind Iskras Rundungen an der Brustlinie. Da Iskra (wie alle nicht allzu fetten Menschen) an der Seite ziemlich senkrecht sind brauchen wir da keine komplizierte Kurve, wir können einfach die Taille nach Außen schieben. Dann hat die halt Lücken, aber das ist halt jetzt so.

Die müssen wir wieder zubekommen, und da kommt was rein, was man Contouring nennt – die Stelle, wo der Stoff weniger wird, gibt Form (also Kurven); wir wissen, wo die sein sollen (die Kurven, hier Brüste), also machen wir die halt da hin (zu den Nippeln, die sollten ja am weitesten vorne-oben sein, gell? Klar, das geht bei Feministinnen schwer, aber wir schneidern ja nun für Iskra und nicht für irgendeine uralte Feministin wie Margarete Stokowski). Der obere Punkt ist klar, der untere Punkt ergibt sich aus den Lücken in der Taille, und dann malen wir einfach Dreiecke dazwischen:

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So, das wird schon ziemlich gut sitzen. Wenn ihr mir das nicht glaubt, näht es halt einfach. Wobei wir nun das Problem haben, dass Iskras Kurven an der Hüfte nicht mittig sitzen wie die Brüste, sondern eher seitlich, und auch nach hinten gehen, und wir zudem da an der Taille nach unten noch zu viel Stoff haben (rosa Linie; der schraffierte Teil wird ja weggeschnitten). Wir machen also auch einen Dart für die Hüfte:

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Tjo, jetzt haben wir da ein bisschen was weggeschnitten unter der Taille, aber dafür haben wir drei schöne Stoffteile, die zusammengenäht einmal Iskras Vorderseite in 3D ergeben. Da Iskra nicht so unförmig ist, zerlegen wir die Teile erstmal und machen dann aus allen Ecken Kurven, dann sieht das schon wie ein Schnittmuster aus:

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So, das waren die Grundlagen. Im nächsten Post machen wir dann einen antifeministischen Rock.

Antifeministisch Nähbloggen: Warum?

Was mich an dem Nähscheiß am meisten ankotzt, ist, dass alles, aber auch wirklich alles vollkommen überteuert ist, mit Ausnahme von Nähmaschinen, bei denen die Frauen alle rumheulen, sie seien teuer.

Man könnte nun diskutieren, dass an einem Nähtag (ich hatte erwähnt, dass das Nähen per se schnell geht?) eine Maschine vielleicht für eine Patchworkdecke genutzt wird, bei meiner Decke mit 160x120cm und 48 Teilen und 2,5mm Stichlänge sind das 9.200 Stiche; soviel dreht ein alter Benziner alleine schon, wenn man ihn zum Scheiben freikratzen nur warmlaufen lässt.

Daher gehen Nähmaschinen auch ums Verrecken nicht kaputt, die Technologie ist 100 Jahre alt und unverändert; das einzig “neue” sind Umlaufgreifer statt Central Bobbin-Greifer, was der Grund für meinen Nähmaschinentausch war, und die Technik war in den 50ern schon nicht mehr neu. Bis auf Verschleißteile ist eine Nähmaschine also eine Anschaffung für’s Leben, wenn man sich nicht – wie die meisten Frauen – eine ganz tolle elektronische Nähmaschnine kauft, von deren x-zig-hundert Funktionen man dann genau keine benutzt, weil man sie nicht bedienen kann – weil man eine Frau ist; klar, oder? Die gehen natürlich kaputt, ist ja Elektronik, keine 50 Jahre bewährte und auf 1/10mm genaue Mechanik.

Das ist aber nicht das, was mich stört. Auch nicht, dass man einen verdammten eigenen Raum dafür braucht, ordentlich zu nähen, und zwar tendenziell mein halbes Wohnzimmer, also so 25m². Oder der ganze Scheiß, den man braucht oder haben will, also ein paar Spezialnähfüße oder ordentliche Stecknadeln und Quilt-Klammern und und und und und – ich habe locker 50$ bei Aliexpress nur für Kleinscheiß gelassen; in Deutschland wären das sicher 300 Euro.

Ich habe aber auch, auf der Suche nach einem sinnvolleren Nähprojekt als Kissenhüllen oder Tellerröcken (da näht man zumindest mehr, als man anderen Scheiß macht) beschlossen, ich nähe meiner Frau ein Kleid. Ein schulterfreies, hübsch dekolletiertes, richtig eng an den Stellen, wo das bei ihr halt gut aussieht und dann unten weiter werdend. Findet man auch, das hier gefiel ihr und mir ganz gut:

Wie erwähnt ist beim Nähen alles furchtbar teuer, und auch wenn der Designer es sich verdient hat – ist ja ein schönes Kleid – sind $19.20 nur für das Schnittmuster eine verdammte Unverschämtheit, vor allem, weil meine Frau halt nicht so aussieht wie die auf dem Bild und es daher eh nicht passt; ansonsten würde ja auch “ich will das Kleid in den Maßen” aus China funktionieren. Ne, denkt sich der Mann da, das muss man eh alles selbst machen, und beschäftigt sich mit Schnittmustern.

Kommen wir zum antifeministischen Gegenschlag: Schnittmuster sind etwas, was ein horrendes Vermögen kostet, und ich hatte ja erwähnt, dass die Frauen da in ihrer fetten Wohlfühlblase enorm viel Dreck für alles mögliche ausgeben, was dann auch wieder wahlweiße scheiße sitzt, gar nicht sitzt oder halt beides, wenn man keine Kleiderpuppe ist. Natürlich lässt sich das mit Strechtstoff beheben, wenn man Model ist, aber nicht jeder hat Null Problemzonen und will lieber etwas hübsch fallendes, aber trotzdem passendes.

Feministinnen und andere Zeit verschwendende Näherinnen begegnen dem Problem so, dass sie sich für teures Geld Schnittmuster kaufen und dann mit einer Schneiderkurve (oder besser Burmester-Schablonen) von Taille Größe 40 zu Brust Größe 44 zu Hüfte Größe 50 die Kurven anzupassen versuchen, was erstens dummes Rumraten ist und zweitens nicht toll wird, da man mit Papier und einer verdammten Plastikkurve niemals so gut wird wie ein CAD-Programm mit Spline-Funktion – und vor allem spart es horrende Unsummen für billige Plastikteile und wahlweise überteuertes Schneiderpapier oder Backpapier; zudem kann man sitzen bleiben, und Draftsight ist in einem Tag gelernt. Ich bin hier darauf gestoßen, war produktiv. Youtube-Nähvideos von Frauen sind übrigens grundsätzlich und grundlos lang. Man findet immer eines von einem Mann, der in 30 Sekunden das gleiche erläutert wie eine Frau nach vielleicht fünf Minuten Schwafeln in weiteren zehn.

Nunja, Feministinnen wie die Backlash-Frau geben nicht nur unendlich viel Geld für ihr Hobby aus, sondern erwarten das auch von anderen. Natürlich sind Feministen da auch noch dumm genug, den Mist mitzumachen, aber ich halt nicht, und ich finde auch, dass man das aktiv boykottieren sollte. Ich boykottiere deswegen das System, indem ich halt meine eigenen Schnittmuster mache. Ich erkläre Euch das im nächsten Blogpost.