Lecker kochen mit der Bundesregierung

Unsere tolle Bundesregierung hat ein ganz prickelndes, neues “Zivilschutzkonzept” für den Verteidigungsfall vorgelegt. Das wichtigste, was dieses Konzept beinhaltet ist:

  • die Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen

Toll, oder? Im Falle dessen, dass unsere Regierung irgendwen so ankotzt, dass die hier einmarschieren, ist der erste, wichtige Punkt natürlich, dass es der unfähigen Regierung weiter gut geht. Fairerweise würde ich das aber auch so machen, wenn ich die Regierung wäre.

Nunja, es wird ja durchaus was für die Bevölkerung geplant. Das gesamte Dokument findet sich hier, und wir erfahren netterweise, was im Krisenfall wichtig ist: Pläne. Pläne mit Spezialfähigkeiten und Pläne mit Kernkompetenzen, die im Krisenfall wichtig sind. Die Kernkompetenzspezifizierungsfähigkeit scheint noch gesucht zu werden. Ich bin mir recht sicher, dass die Pläne noch länger als die 70 Seiten sind, und im Fall der Fälle gibt es in dem aufrechterhaltenen Staats- und Regierungskreise sicher genug Leute, die die dann lesen werden und sich wundern, wo denn die ganzen Kernkompetenzen und Spezialfähigkeiten gerade sind, vor allem, weil das Telefon kaputt ist. Ich gehe nämlich davon aus, dass die auf dem gleichen Niveau sind, und da werden

zur Überbrückung kurzfristiger Stromausfälle […] Vorbereitungsmaßnahmen wie insbesondere […] geladene Akkus an Computern, Mobiltelefonen

empfohlen. Mit einem geladenen Akku kann man nämlich noch Tetris auf dem Handy spielen oder mit dem Computer einen Notfallplan abtippen, den niemand lesen wird. Zudem wiegt ein geladener Akku marginal mehr als ein leerer, wenn dann also die Russen einmarschieren, hätte man schwerere Wurfgegenstände. Ich persönlich würde ja für den Fall eines Einmarschs der Russen eine Russische Flagge empfehlen, da kann man dann das Handy reinwickeln, und schwupps hat man einen improvisierten Totschläger.

Ebenso beinhaltet sind Pläne zum Umgang mit Flüchtlingsströmen, und wir wissen ja alle, wie toll das funktioniert hat. Vor allem aber empfiehlt – das ist wohl der meistdiskutierte Punkt an dem Dokument – Hamsterkäufe. Hamster sind prinzipiell eine gute Idee, die fressen jeden Dreck und vermehren sich super schell, aber da Baidu kein Rezept für Hamster kennt, gehe ich mal davon aus, dass Hamster echt ungenießbar sind. Man könnte sie an Schlangen verfüttern, aber die haben endlose Schlupf- und Wuchszeiten, aber nach zwei Jahren, begonnen einem Nattern- und einem Hamsterpärchen, kann man schon eine größere Familie ernähren.

Für die Übergangszeit empfiehlt das BMI, die Kernkompetenzen des BMEL nutzend, einen 14-Tages-Notvorrat, in dem die Hamster und die Schlangen natürlich fehlen, dafür aber 41 andere Lebensmittel vorhanden sind:

1000 g Roggenvollkornbrot
400 g Zwieback
1000 g Knäckebrot
500 g Eiernudeln
250 g Reis, Natur, roh
750 g Haferflocken, kernig
1000 g Kartoffel, roh
800 g Kidneybohnen
900 g Erbsen und Möhren
700 g Apfel-Rotkohl
700 g Sauerkraut
400 g Weisser Spargel im Glas
400 g Goldmais
400 g Champignons
400 g Saure Gurken
400 g Rote Bete, in Scheiben
500 g Zwiebel, frisch
700 g Kirschen aus dem Glas
250 g Birnen gezuckert
250 g Aprikosen gezuckert
350 g Mandarinen Dose
350 g Ananas in Stücken
200 g Rosinen
200 g Haselnusskerne
250 g Trockenpflaumen
200ml Zitronensaft
250 g Kaffeepulver
125g Tee,
3000 ml H-Milch, 3,5%
250 g Margarine
300 ml Sonnenblumenöl
700 g Grana Padano, Parmesan
1 Dose Thunfisch Filets
100 g Ölsardinen
100 g Heringsfilets, in Tomaten-Sauce
250 g Corned Beef
300 g Bockwurst
300 g Kalbsleber Streichwurst
360 g Salami
530 g Eier
1000 g Äpfel

Liest sich wie der Vorratskeller meiner Schwiegermutter. Fairerweise muss man den Machern dieses Plans zugute halten, dass sie sehr auf eine ausgewogene Ernährung geachtet haben, ich habe das mal bei FDDB eingegeben und komme (ähnlich dem BMEL) auf 35.000 kcal, und die Nährwerte sehen auch ganz vernünftig aus – 1,5kg Fett, 4kg Kohlehydrate, 1,3kg Proteine, 700g Ballaststoffe, und mit Ausnahme der Vitamine D und B12 sind auch alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Also, fangen wir an, was zu essen:

Frühstück ist unproblematisch, da gibt es aus Zwieback, Milch und Eiern improvisiertes French Toast, Knäckebrot mit Leberwurst oder Margarine, und Vollkornbrot mit Salami oder Bockwurst.

An warmen Gerichten gibt es dreimal Reis, dazu servieren wir Erbsen und Möhren. Fad, aber passt schon.

Aus Kartoffeln, Roter Beete, Rotkohl, Sauerkraut, Zwiebeln, Mais, Bohnen, Gurken, Champignons und dem Cordned Beef improvisieren wir ein fades Chili – Borschtsch, das reicht dann für sieben Mahlzeiten. Leider vergammelt uns da die Hälfte, aber man kann es ja einkochen.

Zu den dreimal Nudeln gibt es Hartkäse und einmal Sardinen, einmal Thunfisch und einmal Heringsfilets.

Zum Abendbrot gibt es in Kaffee oder Tee eingeweichte Haferflocken mit Dosenobst, Haselnüssen und Rosinen.

Für zwischendurch hat man noch fünf Äpfel, und für besondere Anlässe weißen Spargel mit Zitronensaft.

Wichtig ist dabei, es nicht wieder auszukotzen, die Nährstoffe sind ja genau kalkuliert. 

Jetzt mal im Ernst: Wer hat denn denen ins Hirn geschissen? Das mag ja nett gemeint sein mit der ausgewogenen Ernährung, aber man kann es halt nicht essen. Zudem sind das (ohne Verpackungen) 21 kg Lebensmittel. RTL hat es mal eingekauft, sind zwei Einkaufswagen voll. Genau so würde ich für den Notfall planen.

Wollen wir das mal sinnvoll machen? 

Es gibt für jeden Tag eine Packung Miracoli oder halt das entsprechende von Aldi oder Lidl, spart Geld, und es ist für den Notfall. Muss also nicht toll sein, und es ist essbarer als das obige, gell?

Zum Frühstück wird es genauso eintönig, wegen der Nährstoffe gibt es Pumpernickel mit Kalbsleberwurst. Ja, es muss Kalbsleberwurst sein, wegen Eisen und Vitamin A. Als Getränk nehmen wir dann Wasser mit wahlweise eine Multivitamin- und/oder einer Multimineralstoff-Brausetablette, ebenfalls vom Lidl. Das Essen hat nämlich von beidem herzlich wenig, und wir wollen uns ja ausgewogen ernähren.

Als Snack gibt es Yuba-Tofu mit Morcheln in scharfer Soße (aus dem Asia-Markt, die von “Little Sheep” ist die beste).

Ich komme dann auf folgende Einkaufsliste:

  • 14 Packungen Miracoli
  • 2,8kg Pumpernickel
  • 2,1kg Kalbsleberwurst in Dosen
  • 900g Yuba (getrocknet)
  • 450g Morcheln (getrocknet)
  • 2 Packungen (á 180g) Little Sheep Hot Pot Soup Base
  • 2 Röhrchen Multivitamin-Brausetabletten
  • 2 Röhrchen Multi-Mineral-Brausetabletten

Das kommt dann auf 33.500 kcal bei 1,1kg Fett, 3,9kg Kohlehydrate, 1,6kg Proteine und 460g Ballaststoffen, letztere sind ein bisschen wenig, dafür sind Proteine besser als das viele Fett des BMEL. Wiegt nichtmal die Hälfte, kostet deutlich weniger als die Hälfte, und es passt auch noch in einen mittelgroßen Rucksack. Ist alles problemlos fünf Jahre haltbar, im Krisenfall sicher auch zehn. Ausgewogen und mit allen Nährstoffen, es fehlt nur Iod. Wenn einem das nicht egal ist, eine Packung Kaliumiodidtabletten kostet 3,97€. An normalen Tagen reicht ein Bröselchen einer Tablette, im Fall eines nuklearen Fallouts nimmt man eine ganze oder beachtet die Packungsbeilage.

 

Vergewaltigungen und Falschbeschuldigungen verurteilen!

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, also eine (wohl nahezu rein) staatlich geförderte misandrische Organisation, die sich einen feuchten Dreck um Männer schert, hat eine ganz tolle Grafik zum Thema Vergewaltigungen erstellt. Die sieht so aus:

v1

Nun ist mir die Grafik nicht neu, und ich lese auch noch so dümmliche Grafiken nach Inhalt, von daher steht da nur, dass sieben verurteilten Vergewaltigern drei unschuldig Verdächtigte gegenüberstehen, der Rest ist für mich überflüssiger Bullshit, um das zu verdecken, was die Macher des Plakats ja auch selbst machen – ihre Message ist ihnen wichtiger.

Nachdem sich aber Klopfer, der unter Klarnamen im Internet schreibt, jetzt kritisch geäußert hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Grafik korrigieren. Klopfer schreibt, er verstehe gewisse Entscheidungen bei der Gestaltung nicht, aber das ist (hoffentlich) nur eine nette Formulierung für “das ist eine scheiß-Grafik”:

Die 3 Männchen, die laut den Zahlen falsch beschuldigt wurden, sind doppelt dabei (weil sie ja schon bei den Angezeigten oben dabei sind), aber gehören insgesamt auch zu den 1000 Männchen, die alle Vergewaltigungen symbolisieren sollen, obwohl sie nichts gemacht haben?

Da ist der Fehler: Die wurden nicht angezeigt, konnten also auch nicht falsch beschuldigt werden. Und da mir der hellrosa-auf-Hintergrundfarbe-Kontrast nicht so gefällt, und der pdf-Download für eine Bearbeitung (warum wohl) qualitativ zu schlecht ist, stellen wir die angeblichen “Fakten” mal ordentlich dar (ohne die Daten zu hinterfragen): Von 100 angezeigten Vergewaltigungen werden neun verurteilt und drei Männer wurden gerichtlich festgestellt falsch beschuldigt, wie (nach aktuellem Kenntnisstand) die beiden Ficker von Gina-Lisa:

v2c

Alleine mit dieser Grafik ist es schon schwierig, das Problem der Falschbeschuldigung totzuschweigen, wie das Feministen versuchen. Die nehmen lieber eine “Dunkelziffer” an und blähen das (angebliche) Problem auf. Können wir gerne auch, aber vorher machen wir ein paar Korrekturen.

Die Fehlverurteilungen betragen lt. Wikipedia im Allgemeinen zwischen 5 und 25% – wenn ich also einen der neun fälschlich verurteilt habe, wären das 11%, das ist weniger als die Mitte. Zudem macht man durch Runden aus 8,4% nicht neun, sondern acht, also nehmen wir einen ganz weg.

v3c

Klopfer verlinkt dann eine interessante Studie, die ich grundsätzlich schon kannte. Da da auch nur gemutmaßt wird, sparen wir uns die für die Dunkelziffern später, und machen mit der Studie weiter, aus der die 3% herkommen. Demnach können wir gleich mal zwei Fälle dazunehmen, bei denen die angeblichen Opfer es sich “anders überlegen”, wohl weil sie Unsinn geredet haben. Und noch 12 Fälle, bei denen das Opfer keine Lust mehr hatte, mit jemandem zu reden, die ich netterweise mal neutral werte. Viel wichtiger an dieser Stelle sind die vier freigesprochenen.

v4b

An dieser Stelle kommen dann noch 34% mit Mangel an Beweisen, die wir sinnvollerweise nach den bekannten Fakten aufteilen:

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Weitere drei Fälle haben seitens der Staatsanwaltschaft keinerlei Interesse an Stafverfolgung aufzuweisen, sind also offenbar keine Straftat, was wir mal in dubio pro reo rechnen:

v6

Als nächstes kommen 20 nicht identifizierte mutmaßliche Täter, die wir fairerweise nach Status Quo aufteilen:

v7

Und der Rest? Tja, das ist das Problem der Feministen, denn deren Studie hatte deutlich mehr als die angegebenen acht verurteilten Vergewaltiger, und das macht dann halt die Prozentrechnung kaputt. Es sind deren Zahlen, nicht meine. Deren Studien, keine sinnvollen. Aber fassen wir mal zusammen – streichen wir den Rest, und die von Klopfer schön als “Julia kommt schluchzend zu ihren Eltern und gesteht: Sie ist schwanger! Die Eltern sind geschockt und stinksauer. Papa will wissen, wie es dazu kam. Julia hat Angst vor Ärger und erzählt, ein Junge hätte sie im Ferienlager vergewaltigt.” umschriebenen Fälle mal raus – auch wenn ich nicht verstehe, warum Julia für die Lüge nicht vier Jahre in den Knast kommen sollte, wenn der Typ das würde… – und sortieren mal:

v8

Das sind nun noch 54 Leute. Davon sind 21 tendenziell Vergewaltiger, von denen sieben wirklich verurteilt wurden – das sind 33%. 33 Männer hingegen wurden wahrscheinlich oder sicher falsch beschuldigt, dafür wurden aber nur drei Verleumderinnen verurteilt, das sind 9%.

Insgesamt sind damit von 54 Fällen wahrscheinlich bis sicher 33 falsche Verdächtigungen, das sind 61%, was sich weitestgehend mit den Einschätzungen der bayrischen Polizei deckt.

Natürlich ist es scheiße, dass quasi auf jeden verurteilten Vergewaltiger ein nicht verurteilter kommt, aber ist es nicht ein viel drastischeres Problem eines (angeblichen) Rechtsstaats, dass von fünf sicheren Falschbeschuldigungen nur drei verurteilt werden? Mit lächerlichen Strafen wie Gina-Lisas 80 Tagessätzen; das ist nichtmal vorbestraft. Das Leben der Angeklagten hingegen ist meist ruiniert, und die Täterin wird in gerade mal 10% der Fälle “bestraft” – da brauche ich nichtmal eine Dunkelziffer, um das schön zu rechnen.

Feministen schon. Komisch, oder?

Und wenn wir eine Dunkelziffer dazu nehmen wollen – warum sollte es sich da anders verhalten als bei den existenten Fällen? Ja, ich kenne Frauen, die eine Vergewaltigung (die ich ihnen glaube) nicht angezeigt haben, aber ich kenne auch Frauen, die das gemacht haben. Entsetzlicherweise mehr als eine, jeweils, aber da ist die Anzeigen/Verurteilungs-Quote halt 100%, von daher bin ich nicht repräsentativ. Feministinnen sind es aber ebenso 100%ig nicht, da “rumraten” kein Beleg ist, vor allem dann nicht, wenn man aus ihren tollen “Belegen” derart leicht das Gegenteil machen kann.

Fatwa 131471, Burkinis und die Welt

Ich fand es ja im Flugzeug früher nett, die Welt Kompakt zu lesen, das waren Nachrichten. Ich bin nun lange nicht mehr Lufthansa geflogen, weil ich jetzt Turkish Airlines kenne, aber wenn man von der Online-Ausgabe der Welt auf das Niveau der Printausgabe der Welt Kompakt schließen kann, gewöhne ich mich vielleicht sogar endgültig an die Polyesterkissen bei TK statt der LH-Federkissen.

In der Welt ist ein Beitrag erschienen mit dem Titel “Burkini-Verbot oder nicht – wer hat die besseren Argumente“, gefolgt von den “wichtigsten Argumentationslinien der Gegner und Befürworter des Verbots”. Da diese Zusammenstellung schlimm genug ist, erspare ich zumindest meinen Lesern die strunzdumme Einleitung und komme gleich zu den “PRO”-Argumenten. (tl;dr: Es kommen keine). Bei der Gelegenheit möchte ich erwähnen, dass MAN IM INTERNET NICHT IN GROSSBUCHSTABEN SCHREIBT, ES SEI DENN, MAN WÜRDE IRL RUMBRÜLLEN, IHR PISSER!

BURKINIS SIND UNHYGIENISCH. Einige österreichische Badeanstalten verwehren Frauen im Burkini mit dem Verweis auf hygienische Gründe den Zutritt. [bla]

Früher musste man in vielen österreichischen Badeanstalten noch Badekappen tragen, weil Haare unhygienisch waren – ich nehme an, weil die verhinderten, dass die Haare ausfielen. Das muss man heute nicht mehr, von daher denke ich, dass irgendwer auf die Idee kam, dass jedweder ungewaschene Stoff unhygienischer ist als ein frisch geduschter, nackter Mensch. Frisch gekochte Wäsche ist hingegen immer hygienischer als ein Mensch, insofern ist das dennoch kein Argument. Es wäre ein Argument, dass so ziemlich alles, was man in eine hygienische Umgebung reinmacht, eventuell unhygienischer ist als diese Umgebung. Da Schwimmbäder keinen Sinn machen, wenn man Menschen verbietet, ist “weniger Kleidung” prinzipiell als Argument sinnvoll. Beim Meer weniger.

DER BURKINI IST HISTORISCH BETRACHTET EIN RÜCKSCHRITT. Freizügige Badekleidung war auch in Europa früher tabu. Mit dem Burkini kehren wir zurück in diese prüden Zeiten.

Früher war nicht automatisch alles schlecht, nur weil es früher war, und mehr steht da nicht. Das ist auch kein Argument, und da kann man auch keines draus machen.

DER BURKINI MACHT FRAUEN UNFREI. Wenn der Burkini verboten ist, haben Mädchen, die im Badeanzug schwimmen wollen, bessere Argumente, wenn sie konservative Eltern überzeugen müssen.

Nein, das macht er nicht – der Burkini verstößt gegen Fatwa 131471, vor allem in der Umgebung von Mahram. Muslimische Frauen, die einen Burkini tragen, müssen demnach gesteinigt werden (oder so). Was anständige, konservative muslimische Eltern auch hoffentlich machen würden, so ein Kindesopfer ist ja in Religionen praktisch Standard. Aber damit ist das halt auch kein Argument.

DER BURKINI SORGT DAFÜR, DASS SICH ANDERE FRAUEN IM BIKINI NACKT FÜHLEN. […] Sie stören sich allerdings nicht an den Burkini-Frauen selbst, sondern an den Blicken ihrer männlichen Begleiter.

Äh… was? Ganz ehrlich, wtf? Mit einem Bikini ist man nicht nackt. Ohne einen Bikini ist man nackt. Mit einem Kartoffelsack kann man sich auch nackt fühlen, ist es aber nicht. Das kann kein Argument sein, da ist die reductio ad absurdum zu naheliegend: Verbieten wir dünne Frauen, weil sich dicke Frauen sonst unattraktiv fühlen. Oder verbieten wir dicke Frauen, weil sich hässliche, dünne Frauen sonst unattraktiv fühlen. Was ein Unsinn.

Und das war es dann schon mit den Pro-Argumenten. Das einzig sinnvolle, also, mehr Dreck (Menschen, Stoff, Urin) in Schwimmbäder zu tun sei unhygienisch, kam ja nicht. Traurig. Und darüber diskutieren hochbezahlte Politiker wochenlang.

Aber es gibt ja auch noch die Contra-“Argumente”:

RECHTEN «FEMINISTEN” GEHT ES NICHT UM FRAUENRECHTE.

Da kommt noch ein wenig feministischer Bullshit, um zu verschleiern, dass das eigentlich kein Argument ist, aber das ist kein Argument. Rauchverbotsbefürwortern ging es auch niemals um die Gesundheit der Raucher, und es wurde trotzdem verboten. An Stränden, nicht nur in Schwimmbädern. Wäre schön, wenn das nicht passiert wäre, aber da der Maßstab nicht existiert – bööööööd.

DIE HYGIENE-BEDENKEN SIND VORGESCHOBEN. Warum sollte mehr Badeanzug-Stoff unhygienischer sein als ein kleineres Stück des gleichen Materials?

Siehe oben. Mehr Dreck = mehr Dreck. Das ist nicht vorgeschoben, das ist das einzige faktisch haltbare Argument. Und nein, “Bikinis können ja auch ungewaschen sein” ist kein Konter darauf, denn das gilt für Burkinis auch, und dann wäre eben mehr ungewaschen. Die Motivation des Aussagenden ist für die Beurteilung seiner Aussage völlig schnuppe, und wenn man das anders sieht, hat man davon trotzdem kein Argument.

VERBOTE ERZEUGEN TROTZ-REAKTIONEN. Muslime, die glauben, ein Frauenkörper solle in der Öffentlichkeit bis auf das Gesicht komplett verhüllt sein, werden durch das Verbot ausgegrenzt. Mögliche Folge ist ein Rückzug in ein rein-muslimisches Umfeld.

Das widerspricht sich selbst: Eine Trotz-Reaktion auf ein Verbot kann nur sein, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Ein Rückzug wäre kein Trotz, sondern eine Anpassung. Und ich sehe nichts kategorisch Negatives daran, sich jeder noch so bekloppten Gemeinschaft anzuschließen, wenn man das will. Ist das Problem der Leute, die das machen. Ich sehe hier nichtmal den Ansatz eines Arguments.

FRAUEN WERDEN IHRER FREIHEIT BERAUBT. Früher gingen streng religiöse Frauen gar nicht schwimmen. Der Burkini gibt ihnen jetzt die Möglichkeit, das zu tun.

Siehe oben, Fatwa 131471. Nein, tut es nicht. Das ist einfach nur Blödsinn. Und welcher Freiheit werden denn welche Frauen beraubt? Frauen, die ihre Religion und ihre Fatwas eh nicht so ernst nehmen, könnten genauso gut nackt baden gehen. Bullshit.

SEXISMUS IST KEIN FORTSCHRITT. In westlichen Staaten sind nackte oder leicht bekleidete Frauen allgegenwärtig – in der Werbung und auf Titelbildern. Teile der Feminismusbewegung beklagen, die Frau werde dadurch zum stets verfügbaren Objekt gemacht. Sie sagen: Das Recht, sich öffentlich auszuziehen, ist keine Emanzipation.

Moment… wir sind hier gerade gegen ein Burkini-Verbot, oder? Also für die Freiheit, Burkinis zu tragen. Burkinis sind das Gegenteil von “sich öffentlich ausziehen” – aber gut, Feminismus und Logik sind trennscharfe Mengen ohne Überlappung. Der Themenbereich Emanzipation hat ebenfalls nichts mit Burkinis zu schaffen; Emazipation ist Selbstbefreiung, insofern würde ein Burkini-Verbot sich emanzipieren wollenden Burkini-Trägerinnen eine neue Möglichkeit geben, sich zu emanzipieren, indem sie trotz des Verbots einen Burkini tragen. Wenn es nicht verboten ist, hat die Frau eh die Möglichkeit, es zu machen. Das ist so verquer, dass es wehtut.

Und da endet der “Artikel”. Morgen erscheint dann sicher wieder einer, wo die Autoren lamentieren, warum keiner mehr Presseerzeugnisse kauft und warum wir dafür eine Zwangsabgabe brauchen, um solch wichtige Indoktrination aufgehalst zu bekommen.

Fein.

Wenn jemanden meine persönliche Meinung zu Burkinis interessiert: Ist mir scheißegal. Wir könnten darüber reden, Babys mit “Schwimmwindeln” zu verbieten, aber höchstens in Schwimmbädern. Nicht im Meer – was im Meer für ein Dreck ist, wollt ihr gar nicht wissen. Verteilt sich aber gut. Und solange ich in einer SS-Uniform am Strand von Nizza entlang laufen darf, dürfen Frauen das auch in einem Burkini. Nicht, dass ich das möchte, aber gleiche Rechte für alle (Spinner).

In Deutschland – mei, wir haben hier ein Vermummungsverbot, was deutlich zu wenig geahndet wird. Das gilt dann auch für Burkas, und man braucht einen triftigen Grund, sein Gesicht zu verdecken. “Ich bin Skifahren und es hat 20° Minus” ist ein solcher, “ich fahre immer mit 200 durch die Innenstadt und Infrarotblitze schädigen meine Gesichtshaut” nicht. Wir können das wirklich gerne ändern, aber wenn ich beim Autofahren keine Burka tragen darf, dürfen Frauen das aus vollkommen irrationalen Gründen sicher nicht.

Ich halte es aber auch grundsätzlich für falsch, Leuten aus irgendwelchen Gründen irgendwelche Vorschriften zu machen, vor allem, wenn es um grundlegende Rechte wie Freiheit und Eigentum geht. Es ist sicher nicht toll, Frauen das Burka-Tragen zu verbieten, wenn sie im Supermarkt klauen gehen, weil das ihre Freiheit einschränkt. Aber identifizier mal eine Burka-Trägerin. Ließe sich einfach lösen – der Ladenbesitzer könnte die stehlende Burka-Trägerin ja auch einfach er- oder zumindest anschießen. Darf er aber nicht. Weil? Yay, Beliebigkeit.

Und ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass Frauen, die aus religiösen Gründen Burka tragen, klauen würden – das würden sie nämlich ganz sicher nicht. Bei Burkas ist die einzige Frage die Relevanz des Missbrauchspotentials, und bei Burkinis die einzige relevante Frage die nach der Hygiene. Und dank Chlor ist letztere Unsinn, sollen die Leute doch mirwegen in einem Michelin-Männchen-Kostüm schwimmen gehen.

Aber hey, mirwegen verbieten die Politiker das auch, dann hat der militärisch-chemieindustrielle Komplex ein bisschen Chlor übrig, falls mal was jemand gegen überbordende Regulierung machen will.

Hate Speech von @raulde

Yay! Ich habe endliche einen strunzblöden Beitrag zum Thema Hate Speech gefunden, den nicht schon 100.000 andere Blogger zerlegt haben, weil sich an den kleinwüchsigen Krüppel keiner rantraut – man könnte ja irgendwie scheiße dastehen, wenn man Behinderte dafür kritisiert, dass sie Scheiße reden.

Behinderte sind aber – wie Juden – auch nur Menschen. Und auch wenn ich es positiv finde, dass wir den Behinderten keine U-Boote schenken, nur weil die Nazis da eine ganze Menge umgebracht haben, schenkt man ihnen halt doch eine ganze Menge, weil man ihnen Euthanasie vorenthält – was ich jetzt noch widerlicher finde, als sie kategorisch  zu euthanasieren.

Naja, der Autor ist ein Raul Krauthausen, und der hat irgendeine Krankheit, die ich wirklich nicht haben will, und ich hab den auch schon in Talkshows und so gesehen, von daher will ich nichts kategorisch negatives über ihn schreiben – er versucht ja wenigstens, ein bisschen von dem Geld, das er den Steuer- und Sozialversicherungszahler kostet, selbst beizusteuern.

Herr Krauthausen ist aber nicht nur “Behindertenrechtsaktivist”, was übersetzt “gebt mir mehr Geld anderer Leute” heißt, also Kommunist, sondern auch noch begeisterter Anhänger mir bekannter dummer Feministinnen. Aber zum Thema:

Hass ist keine Meinung!

Nur, weil ich eine völlig beliebige Aussage mit einem Ausrufezeichen versehe, ist sie davon nicht wahr!

Leider kommen keinerlei Argumente, und der Artikel ist endlos lang, also greife ich halt alles auf, was wohl als Argument gelten soll, und das wird eh schon lang. Sorry dafür. Natürlich könnten wir nach dem ersten Satz auch aufhören:

Hate Speech ist der sprachlich ausgedrückte Hass […]

Eine beeindruckend untautologische Definition. Nasses Wasser ist Wasser, das nass ist. Aber es wird dümmer:

Elemente der Hassrede sind u.a. Beleidigungen, Diskriminierung, Lügen und Manipulation, Gegenüberstellung von “Wir”- und “Ihr”-Gruppen bis hin zum Aufruf zu Straftaten.

Raul erklärt uns damit, dass sein gesamter Post Hate Speech sein wird, weil er zwei Gruppen bildet: (1) die armen Opfer, die “Hate Speech” ausgesetzt sind, wie ihn und dumme Feministinnen, und (2) die bösen Täter, also Trolle und Hater.

Das ist – nach seiner eigenen Definition – Hate Speech. Warum hasst du mich so, Raul? Habe ich dir irgendwas getan?

Aber klar, das ist ein Offenbarungseid, denn, wie das Feministen gerne tun, unterstellen alle, die eine rational nicht haltbare Meinung haben ihrem Gegenüber lieber eine emotionale Räson, da kennen sie sich besser aus. Schön aber, dass sie sich dann nur selbst beschreiben. Aber erst später, zunächst erklärt er mit einem Zitat der “großartigen” Dunja Hajali, wie man sich zunächst selbst belügen muss:

Ich setze immer noch auf den Dialog, mich interessieren andere Meinungen, andere Argumente.

Ah. Welche?

Aber was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben.

Ok. Offensichtlich keine.

Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche.(…) Das macht keinen Spaß. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?“.

Ich kenne nun Dunja Hajali wegen ihres lächerlichen Tweets mit dem rechtschreibkorrigierten “Hassbrief”. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass da irgendwas derartiges drinstand. Hervorragendes Zitat, um zu emotionalisieren, wenn einem Fakten egal sind.

[Raul weiter:] Als ich dann im Mai diesen Jahres den Vortrag “Organisierte Liebe” vom Kübra Gümüşay hörte, wurde mir klar, dass das Wegblocken und Muten der Hater nicht ausreicht.

Was dann übrigens ein diametraler Gegensatz zu “mich interessieren andere Meinungen” ist. Ich habe übrigens noch von keinem Troll oder Hater gehört, der irgendwen geblockt hätte. Die werden wegzensiert, die machen das nicht selbst – nur falls sich jemand immer noch fragt, wer da die Guten und wer die Schlechten sind, Meinungsfreiheit ist ein verdammtes Menschenrecht.

Dass es eine gesellschaftliche Verpflichtung ist, sich diesem Thema zu widmen und aktiv zu werden.

Tue ich doch!!!

Das Ausmaß an Hate Speech, dem Kübra ausgesetzt ist – und das auch auf meinen Kanälen nach der Ausstrahlung des Interviews stattfand – ließ mich zum ersten Mal erfühlen, mit welcher Härte und in blindem Wahn Hater zuschlagen.

Unter dem verlinkten Video gibt es genau zwei Kommentare, und die fanden es (mit Begründung) scheiße. Was für eine Härte, was für blanker Wahn.

Und wie kurzfristig gedacht die weit verbreitete Meinung “Hass im Netz? Klicke ich einfach weg.” ist. Wie arrogant und egoistisch. Aus den Augen – aus dem Sinn.

Ist das jetzt eine Einsicht?

Es gibt Menschen, die können nicht einfach wegklicken – und blockieren. Spätestens seitdem Hate Speech in realen Hass und brutale Übergriffe mündete.

Echt jetzt? Maus bedienen ist so schwer? Und wo gab es brutale Übergriffe? Reden wir von dem Pegida-Typen, den die Antifa ins Krankenhaus geprügelt hat?

Seit kurzem bin ich – wie viele andere bekannte Twitterer*innen – selbst das Ziel von Hasskommentaren.

“Twittererinnen” ist kein Wort. Lern wenigstens ordentlich gendern, oder, noch besser, lass es.

Manche Hater haben sich sogar extra Fake-Accounts mit meinem Namen und Fotos von mir angelegt. Einige meiner Tweets und Fotos haben mittlerweile Meme-Charakter.

Wenn meine Tweets zu Memes werden würden, und ich das nicht beabsichtigt hätte, würde ich mir ernsthafte Gedanken über meine eigene Position machen.

Anfangs habe ich diese Kommentare tatsächlich noch gelesen – und ein mulmiges Gefühl bekommen. Egal wie abgeklärt ein Mensch sein mag, wie klar ist, dass derartige Hass-Kommentare nichts mit mir als Person zu tun haben – sondern vielmehr mit dem Hater und seinen speziellen sozialen Problemen

Warum können nur die anderen soziale Probleme haben und du nicht? Hey, du bist der Aktivist, der für die sozialen Problemchen von Behinderten kämpft, nicht Vollhorst Neonazi vom Freikorps Südwest. Und warum hattest du ein mulmiges Gefühl?

Diese Worte bewirken etwas. Neuronen werden abgeschossen und nach der Hebbschen Lernregel gibt es eben Verkettungen in jedem Gehirn, die Bedrohungen und Beleidigungen, seien es es auch anonyme und rein virtuelle, mit Gefahr und Angst als Reaktion verknüpfen.

Ah, wegen der Hebb’schen Theorie. Sowas wie Pavlov’s Hunde, nur halt nichtmal ausprobiert. Shit, wenn ich Behinderte mit Hunden vergleichen würde, würde sicher gleich wieder jemand “Nazi” schreien. Bin ich froh, dass der das selbst gemacht hat.

Danach überwiegt – jedenfalls bei mir – die Neugier.

Weswegen du auch alle blockst, siehe oben. Macht total viel Sinn.

Wir springen mal ein bisschen im Text.

Wenn man das Phänomen Hassrede zum ersten Mal oberflächlich betrachtet, fragt man sich natürlich: Was soll das? Jemand legt sich einen anonymen Fake-Account zu, um wild Beleidigungen, Hass-Kommentare und Lügen zu veröffentlichen.

Meine Frage war eher, wieso dafür Steuergelder verschwendet werden und man nicht stattdessen illegal besetzte Häuser räumt oder Kriminelle nach Surinam abschiebt. Aber wichtiger: Was ist denn ein “anonymer Fake-Account”? Lass mich raten: ein Fake-Account, der anonym ist? Das ist nicht nur ein Pleonasmus, das ist eine pleonastische Doppelformulierung.

Ich verbitte mir, dass ich Lügen veröffentlichen würde. Du behauptest, Hate Speech sei ein “Problem”, ohne das irgendwie zu belegen. Wenn hier jemand lügt, bin das sicher nicht ich. Ein Hass-Kommentar ist es auch, hast du gleich am Anfang erklärt. Und Beleidigungen?

Nichts, womit man vor den Freunden oder Kollegen auftrumpfen und ein gutes Bild von sich zeichnen kann: “Schaut her, ich belästige online Menschen aus verschiedensten Minderheitengruppen – und verstecke dabei meine Identität!”. Genau, das funktioniert nicht.

Stimmt – sind alles nur dysfunktionale Untermenschen, nicht die Speerspitze der Evolution wie Raul Krauthausen. Ist auch gar keine Verleumdung, irgendwem Belästigung zu unterstellen.

Wenn man dann noch sieht, wie intensiv das Ziel der Hater-Begierde verfolgt wird und wie viel Zeit und Energie in die Aktionen gesteckt wird, fragt man sich unweigerlich: Welches Selbstbild hat diese Person? Ist sie stolz auf dieses ausschließlich destruktive Handeln?

Ich sollte mich nun auch für Raul als “Hater” etabliert haben, von daher kann ich das für mich beantworten: Ich finde es erstrebenswert, auch noch den letzten geistigen Krüppel zum Nachdenken zu animieren, und das ist keineswegs destruktiv. Das ist konstruktiv. Destruktiv ist immer nur Ignoranz, egal, wie dumm die Meinung des Gegenübers ist oder wirken mag.

Die psychologischen Hintergründe sind so komplex und schwerwiegend, dass kein Hater allein durch nettes Entgegenkommen und wertschätzendes Verhalten “umgedreht” und in einen freundlichen Internet-Nutzer verwandelt werden kann.

Oh, am deutschen Gutmenschen sollen die Hater genesen. Kenne ich irgendwoher.

Der Wunsch des Haters ist es in erster Linie Aufmerksamkeit zu erreichen. […] Und Hasskommentare produzieren erstaunlich viele “Likes”.

Komisch, gell? Raul Krauthausens Youtube-Channel hat trotz enormer MSM-Präsenz gerade mal 4.000 Abonnenten. Der erstbeste, der mir zum Thema “Kraut” einfällt, ist Kraut and Tea, der hat gute 60K. Fuck, das ganze Internet ist nur voller hatender Trolle. Woran das wohl liegen mag? Freie Meinungsäußerung, Schutz vor repressiven Gesetzen durch Anonymität und so? Neeee… oder?

Auf Facebook sorgen die verwendeten Algorithmen dafür, dass man sich schnell in einer Interessen-Wohlfühl-Bubble befindet: Wer bei einem Post besonders aktiv war und fleißig kommentierte, bekommt Veröffentlichungen mit ähnlichen Inhalten angezeigt. So entsteht schnell eine ungute Eigendynamik, die den Personen, die sich in durch Facebook erzeugten Interessen-Gruppen bewegen, den Eindruck suggeriert, es gäbe viele User, die ihre Meinung teilen.

Hey – wenn ich das über Feminismus schreibe, bin ich immer sofort ein Hater. Willkommen im Club, Raul.

Die Reaktion, die möglicherweise zunächst am Naheliegendsten ist: Wütend zurückschimpfen.

Auf rationale Gegenargumente? Nein.

Allerdings ist das wenig konstruktiv und schnell entsteht eine Hass-Spirale, aus der es kaum noch ein Entkommen gibt, Kommentatoren*innen sich gegenseitig beeinflussen und echte Argumente einfach nicht mehr fruchten.

Welche Argumente? Du zum Beispiel hattest immer noch keines.

Eine andere Reaktion könnte sein, erstmal den ganzen irrsinnigen Hater-Wust zu blockieren

Das ist wohl gängige Praxis bei Leuten ohne Argumente – wie dir, schreibst du ja selbst.

Das ist aber mittelfristig auch keine Lösung: Zum einen schenkt dies Aufmerksamkeit, nach der viele Hater gieren; Screenshots mit Blockierungs-Mittleilungen werden wie Trophäen veröffentlicht und geteilt.

Jupp, Probleme gehen nicht weg, wenn man sie ignoriert. Aber Screenshots mit Block-Mitteilungen werden üblicherweise mit dem Thread dazu gepostet, der zeigt, wie lächerlich das Blocken ist, sonst ist es keine Trophäe. Eine Trophäe muss man sich verdienen, aber das verstehen viele nicht mehr…

Sollten die Kommentare zu störend werden: Auf Twitter kann man ganz einfach muten. Dann sind die Hater nicht blockiert, bekommen nicht die von ihnen gewünschte Aufmerksamkeit und merken schlichtweg gar nicht, ob ihre Hass-Kommentare ankommen sind oder ins Leere gehen.

Oder an Twitter schreiben und die Leute shadowblocken lassen. Big Brother wäre stolz auf dich! Und wie doof bist du (oder Twitter) eigentlich, dass du (oder Twitter) denkst, dass man das nicht merken würde?

Das sind allerdings nur schnelle Erste-Hilfe-Tipps. Langfristig sollten wir alle aktiv werden.

Ihr seid noch nicht alle aktiv? Ich meine, wir haben ja das “wir” und “die” als Hatespeech von deiner Seite etabliert, also leihe ich mir das mal: Hey, wir müssen auch mal arbeiten.

Wir müssen unsere sozialen Netzwerke formen, das Wort zu ergreifen und einen konstruktiven, wertschätzenden Umgang miteinander pflegen – auch und gerade in der Anonymität des Internets.

Ist es irgendwie konstruktiv, blöde Neonazis zu wertschätzen? Nein? Ok, dann musst du dich da entscheiden. Konstruktiv oder wertschätzend.

Hater kapern häufig Projekt-Hashtags und spammen mit diesen Hashtags dann negative Inhalte in soziale Netzwerke (passierte zum Beispiel bei #ausnahmslos).

Oder #aufschrei, darüber haben sich auch nur alle lustig gemacht.

Warum kapern wir nicht diskriminierende Hashtags und nutzen sie zur Gegenrede? Zum Beispiel: #rapefugees gibt es nicht!

Weil ihr zu blöd dafür seid? Keinen Spaß versteht? Wie der durchschnittliche Sechsjährige noch Probleme mit Ironie und Sarkasmus habt? – Keine Ahnung, hält dich und euch ja nun niemand von ab, oder?

Deshalb ist es an uns, hier etwas zu verändern – und uns zu feiern!

Wofür? Dass ihr es geschafft habt, ein- und auszuatmen, ohne dabei zu sterben?

Deshalb beende ich diesen sehr ernsten Artikel

Ah. Ja. Gut. War auch lang genug. Und feiert schön, solange “euch” das noch jemand bezahlt.

Biete: Kaum gebrauchten Lamborghini mit AHK

Ich habe heute Edition F kennengelernt, eine grenzdebile Ansammlung profeministischer Artikel, bei der man sich kaum entscheiden kann, über welchen man schreiben will. Gewonnen hat Marcia Scharf, da ich mir bei der die Recherche zu ihrer Person sparen kann – sie bezeichnet sich selbst als “verblödete Kuh“.

Nun ist das zwar nicht ganz korrekt, um verblödet zu sein, müsste man ja zu irgendeinem Zeitpunkt nicht blöde gewesen sein, aber das zu erkennen, erfordert wieder letzteres… ein interessantes philosophisches Dilemma, dem sich Platon in ähnlicher Form bereits gewidmet hat. Kommen wir also zum Artikel:

Zu einer sich Frauen mit Nasenring gewidmeten [der Grammatikfehler ist im Original; ich weise da nur darauf hin, um Marcia als Nazi zu framen wie die Lügenpresse das pflegt] Kolumne gab es einige Kommentare, bei denen wir uns fragen, in welcher Zeit wir denn eigentlich leben – und ob sich in Sachen Frauenbild eigentlich jemals etwas ändern wird.

Ja… ändert sich das Frauenbild nicht sehr, wenn man sich als Frau einen Nasenring einziehen lässt? Aber es geht natürlich um den “überforderten Mann”. Denn, so die Autorin:

Denn er [der Mann] ist schwer verunsichert, kann er doch, dank des Septums, nun nicht mehr auf den ersten Blick sehen, ob er eine Frau attraktiv findet – oder eben nicht.

Und da verliere ich den verworrenen Gedankengang der Autorin schlicht völlig – doch, so ein Nasenring macht es auf den ersten Blick sehr einfach für mich, zu beurteilen, ob ich eine Frau attraktiv finde. Um mal eine ernstzunehmende Frau zu zitieren “Honey, would you put a bumper sticker on a Bentley?

Wenn eine Frau also einen Nasenring hat, ist es vernünftig, davon auszugehen, dass es sich eben nicht um einen Luxuswagen handelt – und für den Fall, dass der Rest so aussieht, würde ich ihn auch nicht kaufen, da stimmt was nicht. Niemand baut eine Anhängerkupplung an einen Lamborghini, und wenn schon, dann haben sie ihn am Ende noch verliehen oder gar vermietet. Das macht man nicht, und sowas will man dann auch als Gebrauchtwagen nicht. Der hat eh einen schweren Motor-, Getriebe-, oder Achsschaden.

Das Schlimmste ist allerdings nicht der Artikel an sich, sondern die Kommentare darunter. Hier wird es nämlich erst so richtig sexistisch, rassistisch und beleidigend.

Ich bin gespannt.

Manche finden das Piercing praktisch, weil man eine Leine dran binden könne und die Frauen damit durch die Manege ziehen kann.

Da gibt es sogar Videos von. Finde ich nicht besonders sexy. Und auch nicht sexistisch, bei Bären und Kühen macht man die Ringe ja auch aus genau diesem Grund in die Nase. Warum machen das Frauen denn sonst?

Andere setzen den Schmuck mit einem niederen IQ gleich.

Naja, sich komplett zu verunstalten ist jetzt nicht gerade ein Zeichen für Intelligenz, oder? Man ist ja nun nicht selbst Schuld, wenn eine Splitterbombe in seinem Gesicht explodiert, aber diesen Effekt absichtlich zu wollen ist halt… doof.

Mich hat gewundert, dass keiner mit wedelnder Mistgabel und Fackel dazu aufgerufen hat, diese Frauen auf den Scheiterhaufen zu stellen.

Verbrennen sollte man Feministinnen Hexen, doch nicht einfach generell doofe Frauen. Wer putzt denn sonst?

Ich selbst trage ein Septum. Ich würde mich jetzt nicht gerade zu einer bildungsfernen Schicht zählen und nein, ich unterwerfe mich nicht gerne.

Das mit dem Unterwerfen stand eigentlich im Titel, das ist irrelevant, ungebildet und dumm. Dafür gibt es doch Nippel-Piercings. Von daher zähle ich Marcia jetzt mal schon zur bildungsfernen Schicht, und Leute aus der bildungsfernen Schicht zählen sich da grundsätzlich nicht dazu. Gina-Lisa, zum Beispiel, denkt ja auch, sie könnte studieren.

Ich habe mir das Piercing stechen lassen weil es mir gefällt, so wie wahrscheinlich jede andere Frau, die ein Septum trägt.

Was natürlich vor allem etwas über deinen (nichtexistenten) Geschmack aussagt.

Aber muss ich mich jetzt wegen meines Schmucks eklig oder dumm nennen lassen?

Eklig ja, ganz offensichtlich – also, wenn man das jetzt mit unattraktiv gleichsetzt. Und dumm – ja, auch, siehe oben.

Und vor allem: was ist denn das Problem daran, dass ich als Frau dieses Piercing trage?

Gut Frage. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass du dich selbst verunstaltest. Fragen wir doch mal den Hamster in deinem Kopf:

Von Männern ist nämlich weder im Artikel noch in den Kommentaren die Rede. Allerdings ergreifen hauptsächlich Männer das Wort und geben ihren Senf, nach dem nicht gefragt wurde, dazu.

Ja, fuck, niemand interessiert sich für Männer. Und die bösen Männer haben auch noch eine Meinung. Für die offensichtlich du dich sehr interessierst… hmmm… ja, was denn jetzt?

Ich finde es völlig in Ordnung, dass vielen diese Art von Schmuck nicht gefällt.

Und wenn du es nicht in Ordnung fändest, wäre es trotzdem so. Ich finde es z.B. nicht in Ordnung, in diesem Kontext den Begriff “Schmuck” zu verwenden, aber davon kannst du das ja trotzdem machen.

Ich finde es sogar wichtig. Denn ohne verschiedene Geschmäcker würde alles auf dieser Welt gleich aussehen

Echt jetzt? Kleiner Realitätsabgleich: Marcia Scharf würde never, ever, niemals so aussehen wie Candice Swanepoel. Niemals. Never, ever. Obwohl sich die Leute, die Marcia Candice vorziehen würden, wirklich, wirklich in enorm engen Grenzen halten dürfte.

Allerdings sollten alle Menschen darüber nachdenken, inwieweit sie derart über andere Personen, deren Aussehen oder deren Intelligenz urteilen können.

Ich kann genauso gut über das Aussehen anderer Personen urteilen wie alle anderen auch. Und das mit der Intelligenz geht sogar noch einfacher, da braucht es nichtmal Piercings – auch wenn es sich da leichter verbergen lässt:

Grenzbegabt und Verhaltensoriginell

Man tut sich ja in Zeiten politischer Korrektheit und grundgesetzwidriger, staatlich geförderter Internet- und Sprachzensur immer schwerer, die richtigen Worte für die Beschreibung blöder Volldeppen zu finden. Es ist ja nun in Deutschland leider trotz des Böhmermann-Zwergenaufstands immer noch verboten, Arschlöcher als solche zu betiteln, was leider auch für Herrn Maas gilt. Man darf auch nicht – in Retrospektive auf ihre Unterstützung für #teamginalisa – Frau Schwesig vorwerfen, sie wäre eine blöde Politikhure, die ihr Fähnchen in den gerade genehmen Wind hängt wie eine läufige Katze ihren Arsch darbietet – das wäre nämlich eine Beleidigung. Und darunter würden die Menschenrechte und die Ehre der Frau Schwesig sehr leiden, wenn man sowas sagen würde, deswegen ist es ja auch verboten, sowas zu sagen. Die Menschen sind nämlich alle blind, taub und dumm, wie wir von den drei Affen wissen, von denen wir abstammen.

Analog darf man auch Gina-Lisa, die von einer Richterin mit genau dem Anstand und Ehrgefühl, wie man es von einer (ehrenwerten) Vorsitzenden eines deutschen Strafgerichts erwarten würde, gerade zu 80 Tagessätzen für ihre widerliche Verleumdung (falsche Verdächtigung) zweier Unschuldiger junger Männer verurteilt wurde, nicht als irgendwas derogatives bezeichnen, wie sie selbst erklärt: “Sie sei keine Pornodarstellerin, keine Hure oder Schlampe.”

Das natürlich ist eine Interpretationsfrage – ich finde an “Pornodarstellerin” nichts grundsätzlich negatives. Aber ja, Gina -Lisa ist natürlich keine Pornodarstellerin, die wollte ja erstens nicht, dass gefilmt wird, und die beiden Jungs, die sie in dem Video durchpoppen, haben dafür wohl auch nichts bezahlt.  Damit ist sie auch keine Hure. Aber wohl eine Schlampe, also, laut Wikipedia eine Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird. Möchte da jetzt igendwer widersprechen? Nein? Ok, dann ist Gina-Lisa nur für diesen Punkt eine verlogene Schlampe, mal ganz abgesehen von dem Punkt, für den sie gerade verurteilt wurde. Es ist aber gefährlich, sowas zu schreiben, wenn das Familien- und das Justizministerium gemeinsam mit der Irgendein-Neger-Stiftung jede noch so wahre und belegte Aussage als “Hate Speech” zensieren. Von daher kommen wir zum eigentlichen Thema: Wie man Dinge anders ausdrückt.

Seit ein paar Jahren heißt ja schon das Arbeitsamt nicht mehr Arbeitsamt, sondern Arbeitsagentur, als würden die irgendwie fokal und im Kundenauftrag zwischen Angebot und Nachfrage vermitteln, wie das Agenturen machen. Die “Kunden” dieser Arbeitsagentur sind aber nun die Arbeitslosen, und die zahlen das sicher nichts – im Gegenteil, die bekommen Geld. Die, an die vermittelt wird, auch nicht, die bekommen noch mehr Geld, und damit ist das keine Agentur, sondern weiterhin das Geld-Leuten-hinterherwerfen-Amt. Klingt aber besser, richtig?

Nun ist es natürlich immer einfacher, Sachen von oben herab zu beurteilen, als sich wirklich Gedanken darüber zu machen, wie es denn den wirklich Betroffenen geht, weswegen ja allen voran Feministen immer finden, dass man nur die angeblich Betroffenen anhören sollte. Das ist natürlich blanker Unsinn, man muss mit Leuten reden, die wirklich Ahnung davon haben, wie es da zugeht.

Nehmt mal zum Beispiel die Dame vom Arbeitsamt, zu der Gina-Lisa hingeht und ihr erzählt:  “Ich überlege mir jetzt, mein Abitur zu machen und zu studieren.”

Ich meine, versetzt Euch mal in deren Lage? Da hatte man ein Dutzend ganz lebenspraktische Schulungen, wie wichtig es ist, die Kunden der Arbeitsagentur in den Arbeitsmarkt zu integrieren und Bildungswillen zu fördern – könntet Ihr da Sitzen und nicht lauthals loslachen? Ich meine, die Frau ist fast 30 und wurde statt Arzthelferin (ein ordentlicher Beruf) lieber Fitnesstrainerin (kann ich auch – Ok, ich könnte auch Arzthelferin, sind ja nicht alle gut und irgendwann trifft man die Venen schon, aber ich dürfte zumindest nicht). Das ist jetzt nicht die Einstellung, die man für ein Studium braucht, es sei denn natürlich, man will Gender Studies studieren und danach Pornodarstellerin werden (der lukrativste Job nach einem solchen Studium), aber da ist ja mal gar keine Perspektive vorhanden. Aber dafür isse ja nun langsam zu alt, und zudem will sie ja gar keine Pornodarstellerin sein. Was nun jeder weiß, ob er will oder nicht. Die Frau beim Arbeitsamt tut mir echt leid.

Aber endlich zum Thema: Wie geht man damit um? Wie geht es den Betroffenen?

Was macht man, wenn man tagein – tagaus mit faulen, dummen Assos zu tun hat? Von Staats wegen? Und setzen wir noch einen drauf: Nehmt mal an, das sind faule, dumme, kriminelle Assos, die wohlgemerkt eigentlich weggesperrt gehören? Und ihr seid Bewährungshelfer, werdet also vom Staat dafür bezahlt, dass der Rest der Staates den faulen, dummen, kriminellen Asso eben nicht wegsperrt, sondern in ein ganz tolles Programm für angehende Gina-Lisa-Zuhälter oder einen Drogenentzug oder beides steckt?

Eben, da muss man das vor Gericht eben ordentlich darstellen. Der Messerstecher ist kein psychopathischer Gefährder (das steht so in der Akte), der ist schlicht verhaltensoriginell. Kommt natürlich aus prekären Verhältnissen (alleinerziehende Mutter und so). Hat sprachliche, ungeförderte Integrationsprobleme (kann kaum ein Wort Deutsch außer “fick dich, Arschloch, ich stech dich ab”).  Und natürlich ist er nicht dumm wie Brot, der junge Mann ist grenzbegabt.

Ich schreibe das jetzt nur vorsorglich, da ich mir recht sicher bin, dass der schmierige Anwalt von Gina-Lisa Anfang kommender Woche verkünden wird, dass sie nicht in Berufung gehen werden, weil das keinerlei Aussicht auf einen Hauch von Erfolg hat das arme Opfer Gina-Lisa nicht noch mehr Belastungen ertragen kann. Aber so ist das eben mit den verhaltensoriginellen und grenzbegabten Straftätern. Reine Opfer ihrer widrigen Umstände.

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