Das Ende der Freiheit

Es gibt in der traditionellen Literatur zwei grundlegende Motive des menschlichen Seins: Die Suche nach Neuem und das Bewahren des Bestehenden. Klingt widersprüchlich und ist es auch, aber kein vernünftiger [sic!] Mensch würde behaupten, dass Menschen rational handeln. Wir haben deswegen auch so viele Wörter für die gleichen Dinge, sei es wie hier “rational” für “vernünftig” oder, wenn wir eine Wertung dazugeben wollen, “Freiheitskämpfer” für “Terroristen”.

Es ist nicht grundsätzlich gut, etwas Bestehendes bewahren zu wollen; es ist aber auch nicht grundsätzlich gut, etwas neuem hinterherzueifern. Nun sind wir, die wir heute leben, in einer Zeit aufgewachsen, in der wir enorm viele Freiheiten hatten, die Freiheit, zu heiraten, wen wir wollen, zu arbeiten, was wir wollen, zu… die Liste wird lang. Oder auch nur zu sagen, was wir denken, natürlich; aber die Kinder der vehementesten Fürsprecher für freie Meinungsäußerung, die reformatorisch-liberale Linke, sind diejenigen, die gerade nach der Einschränkung dieser Freiheiten schreien, die Revolution frisst ihre Kinder – nicht, weil es schlecht war, was gemacht oder gedacht wurde, sondern weil der Mensch in seinem Streben nach unerfüllbaren Gegensätzen keinen Zustand der Zufriedenheit erreichen kann.

Man merkt das deutlich an Frauen, man erinner sich an die Geschichte vom Fischer und seiner Frau oder jedwede Feministin, die “gleiches Geld für gleiche Arbeit” fordert, aber die Arbeit dazu nicht erledigen will.

Es ist dieses “Wollen” des Menschen, das wohlmeinende Philosophen als Ratio des Menschen skizzieren, das Politiker als “vernunftbegabt” in Verfassungen geschrieben haben, dieses Wollen ist es, was alle Menschen “gleich” macht – zu egoistischen Arschlöchern, die nie genug haben können, kann ich hier als Zyniker sagen; das ist inhaltlich das gleiche wie die hehren Formulierungen der ach-so-weisen Politiker.

Mit diesem Egoismus geht aber – das macht auch die Vernunft aus, oder vielleicht ist es schlicht ein evolutionsbiologisches Überbleibsel, weil die Andersdenkenden sich schlicht gegenseitig umgebracht haben – einher, dass man weiß, dass alle Menschen so sind und man deswegen seinen eigenen Egoismus zügeln sollte, da man selbst nicht so behandelt werden möchte, wie man andere gerne behandeln würde.

Nun ist diese Reflektiertheit aber bei weitem keine Selbstverständlichkeit; es ist ganz im Gegenteil zutiefst wider der menschlichen Natur, reziprok zu denken. “Do, ut des”, gib, so wird dir gegeben, ist ein sehr alter, religiöser Spruch, neu erfunden als wiederholendes Tit-for-tat in der Spieltheorie, mit immer dem gleichen Ergebnis: wir landen in einer Welt voller Idioten – oder einer Welt voller Arschlöcher, zu simulieren hier. Das ist aber, wie Menschen recht schnell – auch die Idioten und Arschlöcher, übrigens – erkennen scheiße, und daher versucht man irgendwie, das System zu ändern, das System zu “verbessern”, die Menschen zu den (enormen, übrigens) Vorteilen der Kooperation zu bringen. Das ist der Kern jedweder Religion, da müssen wir nichtmal über Moralphilosophie oder Politik reden – die kommt nämlich von ganz alleine: Wie oben behauptet, spieltheoretisch nachweisbar und in der Realität zu beobachten funktioniert Kooperation nur, wenn man die, die nicht kooperieren, ausschließt.

Dieses Ausschließen hat aber den nachteil, das man damit (a) seine eigenen ideale verrät, also das der Kooperation, ähnlich Poppers fatalem Ende der Tolerenz, , oder, um das krasser zu verdeutlichen: Wenn ich eine Gesellschaft möchte, in der alle es falsch finden, andere Menschen zu töten, werde ich wohl oder übel alle umbringen müssen, die das anders sehen.

Dieses Grunddilemma des menschlichen Daseins geht dann eine traurige Ehe mit dem Wunsch des Menschen nach mehr, nach besserem, nach etwas neuem einher, und so kann der Mensch nicht anders, als sich seiner bigotten Natur zu ergeben und jedem Heilsversprechen hinterherlaufen, in der Hoffnung, dass man die Früchte der Bemühungen (nicht reziprok, sondern möglichst eigennützig, übrigens) erhält. Oder, in jedem Fall, am Ende nicht schlechter dasteht als vorher, und das ist (klickt den Link mit der Simulation) halt ein sehr, sehr, sehr fehleranfälliges Spiel; will sagen – ein kooperativer Zustand ist immer volatil; stabil sind nur Gesellschaften voller Idioten oder Gesellschaften mit ausschließlich Arschlöchern. Die, wohlgemerkt, sich evolutionär verhalten und Verlierer des Spiels ausschließen; wenn nicht, gewinnen die Arschlöcher immer.

Und das wäre dann auch in Übereinstimmung mit der eingangs gezeichneten natur des Menschen, der das, was er halt, bewahren möchte, aber gleichzeitig mehr will – und dem im Idealfall (!) sehr wohl bewusst ist, dass das allen anderen auch so geht.

Letzteres setzt aber ein maß an Selbstreflexion voraus, die Menschen enorm unangenehm ist, da – und das ist sicher kulturell bedingt – man nicht zu einem Arschloch erzogen wurde, da man kleinen Kindern erklärt hat, dass man andere Menschen respektieren solle, und es daher jedweder erlernten Moralvorstellung zutiefst zuwiederläuft, auch nur den Gedanken in Erwägung zu ziehen, man sei das egoisische Arschloch, das man ist.

Und was läge da näher, als anderen zu verbieten, einem zu sagen, dass man ein egoistisches Arschloch ist? Als die Könige und Kaiser sich noch zu Göttern erklärten, galt das als Gotteslästerung; im Zuge unserer ach-so-gleichberechtigten Gesellschaft gilt aber jeder Mensch wie ein Gott, weswegen es ja auch (§185 StgB) verboten ist, bigotten, egoistischen Arschlöchern zu sagen, dass sie bigotte, egoistische Arschlöcher sind.

Weil Menschen lieber dem Traum an eine kooperative Welt nachhängen wollen und die, die nicht kooperieren wollen, ausschließen (siehe oben; das ist nötig) als sich die ex ante bestehenden Aussichtslosigkeit des Unterfangens einzugestehen.

Das nimmt, recht egal, welche Quellen man liest; ich erwähne hier gerne Polybios Kreislauf der politischen Systeme, aber das gibt es in jeder Kultur immer und überall – die Form eines zyklischen Auf- und Ab an, Phasen, in denen die Kooperation funktioniert und Phasen, in denen die Arschlöcher dominieren; Phasen der Bestandswahrung und Phasen der Progression.

Die allerdings kaputtgehen wird, da sie nicht stabil sein kann. Was, und das ist dem bestandswahrenden Menschen dann zu viel des Fortschritts, eigentlich nicht “schlimm” ist oder irgendwie moralisch “falsch”, sondern vielmehr eine Gegebenheit des menschlichen Seins – oder der Natur als solche; Asche zu Asche… aber halt, wie erwähnt, dem Menschen zutiefst zuwieder.

Und je näher man ans Ende einer Wohlbefindensphase kommt, desto vehementer wird die Suche nach einer “besseren” Zukunft, oder, lapidar ausgedrückt, nach einem neuen Gott. Und die Schuld an der sichtbar werdenden, eigenen und selbstverständlich selbstverschuldeten (wenngleich unausweichlichen) Misere will man dann ganz kooperativ anderen in die Schuhe schieben, denen, die sich “falsch” verhalten, den Arschlöchern, den Idioten, den Egoisten, die sich nicht kooperativ genug verhalten haben. Und natürlich denen, die einem sagen, dass man selbst… ich wiederhole mich.

Und natürlich braucht man eine Identifikation des “falschen” Gottes, der ist ziemlich traditionell Geld (lest die Bibel).

Derweil ist Geld natürlich ein beschissener Gott in egal welchem moralischen Maßstab, weil es kein Ideal ist, sondern nur die Verkörperung des menschlichen Bedüftnisses nach idealer, reziproker Kooperation, nach dem do, ut des, nach – jaja, idealistischer Bullshit, aber Geld ist grundsätzlich nur die materielle Repräsentanz einer Idee, oder vielmehr der Erkenntnis des menschlichen Bewusstseins, ermöglicht Geld doch die Wahung des bestehenden und das inhärente Versprechen auf ein Mehr in der Zukunft.

Aber, natürlich, ist Geld als Idee genauso anfällig für Missbrauch wie die Menge an idiotischen Menschen, aus der heraus es entstanden ist – ersonnen von Arschlöchern, um die Idioten auszunehmen; wie erwähnt sind das die einzigen stabilen Zustände der Menschheit. Das funktioniert dann, bis die Idioten ausgehen, und nur noch Arschlöcher existieren, was dann halt wieder alle scheiße finden, und dann überlegt man sich, ob man nicht mal kooperieren sollte – und all das geht mit Geld, wie praktisch.

Freilich, natürlich, macht das Geld zum Hauptfeind aller Menschen, vor allem derjenigen, die ihre eigene Natur verleugnen wollen. Und das – das hatten wir schon gesagt, das ist ein recht universelles Faktum menschlicher Kultur und jedweder kooperativer Zivilisation, dass man eben seinen eigenen Egoismus unterdrücken, verleugnen muss, um in eine bessere (kooperative) Welt zu kommen, in dieser zu Leben – es hat vorteile, es verspricht Fortschritt, es ist der ureigenste Drang des Menschen, besser sein zu wollen, als er ist.

Weil, und das verspricht jede Religion, wird die Welt eine bessere Welt, wenn denn nur alle Menschen sich wider ihrer Natur verhalten, dann kommt das Paradies auf Erden, wenn denn nur der Racheengel all die “falsch denkenden” Menschen ausgelöscht hat – oder halt die kommunistische Revolution oder was auch immer für einer blöden Ideologie ihr so nacheifert. Das, aber ist wieder das angesprochene Problem des Wunsches, eine Gesellschaft ohne Mörder haben zu wollen, die, bis zum Ende gedacht, nur noch aus einer Person bestehen kann – demjenigen, der den letzten Andersdenkenden umgebracht hat und damit selbst ein Mörder ist.

Von daher, wenn ihr von den gar-so tollen progressiv-weltoffenen linken Medien Lobpreisungen über verblendete Schuldschwänzer lest, die die wohlgemerkt stockreaktionäre Forderung in die Welt tragen, den Planeten, den wir haben, so, wie er ist, zu erhalten, zu behalten, dann wundert Euch nicht: Ihr wollt auch behalten, was ihr habt, das ist normal. Und auch Ihr wollt eine bessere Welt, auch Ihr wollt Fortschritt, auch ihr wollt, dass alle das richtige glauben, weil Glauben irgendwas mit Verhalten zu tun hat. Wenn denn nämlich nur alle so dächten wie die grenzdebile moppelige grün-bayrische Überdosis Antidepressiva, dann könnten wir alle 100.000 Meilen im Jahr fliegen, weil wir ja brav Ablassbriefe von der Klimakirche kaufen unseren CO2-Ausstoß durch eine Spende an irgendwelche Bäumepflanzer kompensieren. Nein – unseren, nicht Euren, natürlich, ihr seid die Andersdenkenden, ihr denkt falsch; bei uns ist das nötig, bei Euch natürlich nicht, weil wir Morde ja falsch finden, im Gegensatz zu Euch.

Deswegen bestrafen wir Mörder schließlich auch mit dem Tod – oder halt; das tun wir nicht; wir sind in unserem kooperativen Spiel mit unserer Gesinnungsethik derart arrogant, dass wir nicht Tit-for-tat spielen, sondern ganz christlich auch die andere Wange hinhalten, immer kooperieren. Spieltheoretisch maximiert das übrigens den Wohlstand, es ist nur leider nicht sonderlich stabil. Wir müssen halt aufpassen, dass wir konequent Leute, die nicht kooperativ spielen, fernhalten; wir müssen uns immer der Volatilität unseres Systems, der Vergänglichkeit unseres Wohlstands bewusst sein. Wir müssen unsere Freiheiten, die wir alle haben, weil wir uns kooperativ verhalten, verteidigen, wir dürfen nicht zulassen, dass uns irgendwelche Arschlöcher das System (unweigerlich) kaputtmachen, indem sie nicht mitspielen.

Das müssen wir klar bennenen, wer die Arschlöcher sind. Dazu haben wir  ja auch…. Oh.

Advertisements

Sexpuppen und Katzenbabys

Für diejenigen, denen Bento nicht niveaulos und die restlichen Mainstream-Medien nicht gutmenschlich genug sind, gibt es jetzt Piqd. Piqd beschreibt sich selbst – ach ich korrigiere das gleich mal:

Kluge Köpfe Ideologische Spinner filtern (sic!) den besten zur Filterblase passendsten Journalismus aus dem Netz. Entdecke handverlesene Artikel, die inspirieren deine idiotische “Meinung” bestätigen und bewegen dich traurig und wütend machen.

Denn – wenn man Antje Schrupp da mitschreiben lässt, können das allzu kluge Köpfe nicht sein – oder zumindest können die Redakteure nicht zwischen “klugen Köpfen” und “ideologischen Spinnern” unterscheiden. Aber sei’s drum, Antje Schrupp hat einen Beitrag geschrieben, warum dass “realistische” Sexpuppen überhaupt nicht gehen. Weil? Listen and Believe!

Die männerfeindlichsten Teile sind da mittlerweile wohl gelöscht, aber der für mich intressante steht noch da:

Das Problem an Sexrobotern ist, dass sie … Frauenimitate [sind]. .. Sie werden damit beworben, gefügsam, anschmiegsam und willenlos zu sein, sie sind ganz ihrem Herrn zu Diensten und lassen mit sich machen, was er will.

Anschmiegsam. Was für eine entsetzliche Eigenschaft, die niemand, wirklich niemand bei Frauen haben will.

Es muss schon furchtbar sein für Feministinnen, die Männern nichtmal so viel zu bieten haben wie eine Silikonpuppe und ein Mikrochip. Schaut, deswegen habe ich die Selbstbeschreibung von Pidq geändert – das macht sogar mich traurig. Leider aber sind die Autoren zu doof, das Problem zu erkennen – aber gut; ich ja nun nicht.

Das wäre mir aber eigentlich keinen Artikel wert, wenn ich es nicht meiner Frau erzählt hätte: Die meinte, heute früh im RTL-Morgenpromiklatsch lief ein Bericht über realistische Babypuppen. Die sehen etwa so aus:

Zielgruppe: Frauen. Und damit sich die einsame Frau nicht so sehr als einsame Versagerin fühlen muss, kann man sich da aussuchen, ob man lieber eine süße und pflegeleichte, oder aber eine nervtötend – brüllende Puppe haben will, die einem das Gefühl gibt, gebraucht zu werden. Das ist wohl ein aus Amerika rüberschwappender Trend – hier wäre ein älteres Video zum Thema – gibt’s auch als Hund, wenn man mag:

Tjoah… was soll ich dazu sagen? Ist das jetzt gut oder schlecht für die süßen Babykatzen in den Tierheimen? Gibt es die Puppen auch für Pädophile? Fragen über Fragen…

Generation Y – der Beginn des Endes

Celia Parbey ist Teil der Generation Y. Nach ihrer eigenen Angabe sind das die, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, aber obwohl ich da (gerade so) nicht dazuzähle, würde ich das zwei, drei Jahre später beginnen lassen; so bis Jahrgang ’84 sind in etwa so viele Bekloppte in Gen X wie Vernünftige in Gen Y.

Aber wie jede besondere Schneeflocke der Generation Y – “einen so selbstverliebten und unqualifizierten Haufen hätte die Menschheit noch nicht hervorgebracht” – findet sie sich natürlich vor allem selbst toll und listet uns dafür auch noch Gründe auf (also, warum sie sich selbst toll findet, nicht, warum wir das gut finden sollten, weil sie keine Ahnung von Argumentation hat, aber ich spoilere). Bevor wir dazu kommen, nochmal, worum es bei der Kritik an den Schneeflöckchen eigentlich geht – in Celias Worten:

Wir sind die Generation „Vielleicht“, also die die sich nicht festlegen wollen, sei es im Beruf, im Alltag oder in der Liebe – so zumindest das Klischee. Oft wird geschimpft über diese „Millennials“. Verweichlicht sollen wir sein, keinen Durchhaltewillen haben und sowieso, wollen wir alles auf dem Präsentierteller serviert bekommen. Zarte Schneeflocken, die ihren „safe space” brauchen, um klarzukommen. „Social Justice Warriors“, die alles viel zu persönlich nehmen. Als unpolitisch werden wir verschrien und unsere Unentschlossenheit verpönt.

Ja – und dass ihr die Generation seid, die die globale Peak Intelligence überschritten hat – also dumm. Aber das nur als kleine Anmerkung, fangen wir an:

1. Wir ernähren uns gesünder und vielfältiger

Ganz fein seid ihr. Es zeichnet Euch als ganz besonders gute Menschen aus, dass ihr nicht wie meine Oma nach dem Krieg von trocken Brot und Milchpulver leben musstet und dank von der Generation meiner Eltern aufgebauten und meiner Generation betriebenen internationalen Handelsketten fucking Pomelos essen könnt. Toll seid ihr, so toll. Wollt ihr einen Pokal? Ja, ich weiß, ihr wollt einen Pokal. Fürs fucking Essen.

2. Und überhaupt leben wir gesünder

Vor allem aber wiederholt ihr eure Punkte!

3. Wir können (fast) überall hinreisen

Nein, das könnt ihr nicht. Das konnte schon ich nicht mehr, weil unsere Eltern Autos und Benzin sackteuer gemacht haben. Vom Krieg im halben nahen Osten und Nordafrika gar nicht zu reden; vor 20 Jahren konnte man noch mit dem Jeep (einem echten Jeep, keinem SUV) durch Nordafrika. Ihr habt also nur keine Ahnung, sondern…

wir heutzutage weiter und häufiger fliegen können als jede Generation vor uns.  

Ja – inwiefern ist das jetzt ein positives Zeichen für euch und nicht für die Leute, die die fucking Flugzeuge, Flughäfen und – ach –

Und durch das Reisen, lernen wir nicht nur andere Kulturen kennen und können unseren Horizont erweitern, sondern wir üben uns auch in Toleranz und Flexibilität.

Ihr seid die mit Abstand unflexibelste Generation ever. Und seit meiner Oma die mit Abstand intoleranteste; ihr seid nur zu doof, zu wissen, was Toleranz bedeutet. Ihr lernt auch keine Kulturen mehr kennen; das haben schon Leute aus meiner Generation hinreichend kaputtgemacht, und an die Stellen, wo das noch geht, traut ihr euch nicht hin.

4. Wir sind technikaffin

Keiner von euch hat jemals einen Computer aus Einzelteilen zusammengebaut, was in meiner Generation eine Notwendigkeit war. Ihr wisst nichtmal mehr, dass es Computer aus Einzelteilen gibt.

Die Routine, mit der wir uns durch soziale Medien bewegen, ist etwas, um das uns vorherige Generationen beneiden. WhatsApp, Instagram, Facebook sind für uns nützliche Mittel zur Verständigung mit unserer Umwelt, die wir mit Leichtigkeit bedienen.

Ich darf mal dran erinnern, dass ihr die Generation seid, für die Microsoft sein 20 Jahre bewährtes Office-Layout verändert hat, damit es für inkompetente Volldeppen leichter zu bedienen ist? Und was bitte ist an Whatsapp, Instagram oder Facebook schwierig? Vor allem aber: Was ist an Instagram nützlich? Mir scheint, dass ihr nicht mehr wisst, was fucking Wörter bedeuten. Wie “nützlich”.

Wir verzweifeln auch nicht sofort, wenn das Internet mal ‘kaputt’ ist, sondern setzen uns selbst daran, das Problem zu lösen.

M-hm. Also, ihr zieht den Stecker der Fritzbox raus und dann wieder rein, gell? Weil, dass man erstmal prüfen muss, ob das jetzt am NTBA, Modem, Router, Switch oder AP liegt – ach; ich wisst gar nicht, dass das mal verschiedene Geräte waren, die zudem von alleine einen Dreck gemacht haben? Uiuiui. Braucht ihr ein Katzenbildchen, damit ihr nicht heulen müsst?

5. Unsere Unterhaltungsmöglichkeiten sind endlos

Es ist erstaunlich, das die Frau ernsthaft eine Aufzählung macht, wie fucking GUT es diese verweichlichten Jammerlappen haben, wohlgemerkt um zu zeigen, dass das negative Bild von ihnen nicht stimmt, nicht um es zu bestätigen. Ich addiere mal “vollkommen hirnlos” zur Liste der Anwürfe an Generation Y.

6. Wir machen uns das Leben einfacher … Von Uber, über Evernotes bis hin zur Öffi-App. … Die Generation Y gilt nicht umsonst als die innovativste Generation bisher.

Travis Kalanick (Uber) ist 41, Stepan Pachikov (Evernote) 67.

So innovativ – aber nicht ihr.

7. Wir nehmen unsere psychische Gesundheit genauso ernst wie unsere physische

Ihr seid fucking Heulsusen, die mit nichts klarkommen und wegen Blogbeiträgen wie diesem hier zu einem fucking Psychiater müssen, als hätte der IS euer Dorf niedergebrannt, euch vergewaltigt, geschwängert und das ungeborene Kind aus euch rausgeschnitten. Aber schön, dass ihr euch selbst ernstnehmt. Die Psychiater tun das auch, die nehmen das Geld eurer Eltern gerne.

8. Wir verschaffen uns online Gehör

Ja – toll. Ihr jammert auch im Internet. Juhuuu!!!

9. Wir erwarten mehr von unseren Arbeitgebern

Ich zitiere mal von oben: “sowieso, wollen wir alles auf dem Präsentierteller serviert bekommen”.

Argumentieren gelernt habt ihr echt nicht, gell?

10. Millennial-Frauen sind selbstbestimmter, was ihren persönlichen Lebensweg betrifft

Als wer? Meine Mutter? Meine Oma? Deren Oma? Einen Bullshit seid ihr, ihr habt nur keine Ahnung, was ihr wollt und lebt rein hedonistisch in den Tag. Das ist schön für euch, aber ihr gönnt meinem vor-Euronorm-Diesel ohne KAT kein Blei mehr ins Benzin. Bigotte Arschlöcher seid ihr, mehr nicht. Ihr merkt noch nichtmal mehr, was der Fehler in meinem Satz ist, vor lauter hysterischer Aufregung über die Einzelteile.

11. …und ihr Berufsleben

Ach? Frauenquoten wollt und braucht ihr, um ins Berufsleben zu kommen. Weil ihr sogar noch dümmer und lebensunfähiger seid als die verweichlichten androgynen Idioten in eurer Generation, die einen Penis haben. Oder?

 wie die Quote

Danke.

12. Wir sind die gebildetste Generation … Ein Studium steht nicht zwingend synonym für Intelligenz

Ja… seit Bologna eher gar nicht mehr. Ihr seid vielleicht formal gebildet. Aber so Sachen wie Argumentieren, Logik oder mal was Tun könnt ihr nicht. Das waren übrigens DEINE fucking Kritikpunkte an Leuten wie dir, und nichtmal die kannst du widerlegen. Dumm rumreden kannst du, aber hey – das kann jeder.

13. Wir sind beziehungsunfähig?

Nö, ihr seid Schlampen.

14. Wir sind tolerant

Auch das hatten wir schon. Wissen wir wirklich nicht, was tolerant bedeutet?

Wir haben jedoch erkannt, dass rassistische und sexistische Witze oder Sprüche in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben und weigern uns diesbezüglich Stillschweigen zu bewahren.

Ah, wir sind so tolerant, dass wir keine fucking Witze mehr tolerieren. Profi-Hinweis: Das beschreibt nicht Toleranz, das beschreibt Humorlosigkeit. War das einer der Punkte oben? Ja, natürlich war es das. Boah, mit Millenials zu argumentieren ist nicht nur nutzlos, sondern unnötig; die widerlegen sich (respektive bestätigen alles Negative über sich) schon selbst. Aber gut, ich verstehe, warum die ununterbrochen zum Psychiater müssen. Der könnte aber mal die entsetzliche Kommasetzung verbessern.

Es steht also nicht alles schlecht für diese Generation „Vielleicht“. Trotz starkem Gegenwind, schaffen wir es nicht nur uns in dieser Welt zu behaupten, sondern auch Impulse zu setzen, um sie zu ändern.

nur, KOMMA uns. Fuck. Fuck. Diese Leute haben es verdient, dass die fucking Welt untergeht. VERDIENT.

Das Problem einer Generation ist es nie, die Welt zu übernehmen; das müssen sie zwangsweise, weil die Älteren sterben.  Es ist auch vollkommen normal, dass die Welt sich ändert, und es wird auch von euch erwartet, dass ihr die Welt ändert.

Das Problem mit der Gen Y und noch mehr den Millenials ist aber, dass sie bei den ganzen Veränderungen, die sie per se toll finden, übersehen, dass nicht jede Veränderung gut ist, sondern Veränderung auch ein Krebsgeschwür sein kann. Nun sind eure Eltern wahlweise Späthippies oder aus meiner Generation, und wir legen sehr viel Wert auf Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Das heißt, ihr könnt gerne euren Krebs tolerieren oder mit homöopathischem Acerolakirschenextrakt D400 behandeln, und wir können euch auch nicht dazu zwingen, uns zu glauben, dass ihr davon sterbt. Dann sterbt halt. Postet Fotos davon auf Instagram.


Dr. Shitlords zum Patent nicht angemeldete Globuli mit Acerolakirschenextrakt D400 kosten übrigens für Blogleser mit dem Gutscheincode “Impfentötet” nur 26,99€/5g statt den üblichen 35,50/kg.

Nazi-Klimawandel, die Zweite – jetzt mit orangefarbenen Penissen

(tl;dr: Den Abschluss lesen)

Ich habe schon vor ein paar Monaten über den Klimawandel geschrieben, und ich bin seitdem weder klüger noch kamen da neue Informationen dazu, daher habe ich meine Meinung zu dem Thema auch nicht geändert. Auch die neuesten Erkenntnisse der Gender Studies, dass – was sonst? – Männer und v.a. Penisse an der globalen Erwärmung schuld sein sollen, ändert daran nichts.

Nun waren aber heute gleich zwei Nachrichten zum Thema Klimawandel in meinen Feeds, die erste kam von Danisch – siehe hier. Es geht um einen Comic von Dilbert-Zeichner Scott Adams, von dem wir (spätestens) seit seiner Wahlprognose letztes Jahr, dass, falls Trump gewinnt, die Linken vollkommen ausrasten werden, wissen, dass er ein widerlicher, illusorischer rechter Spinner ist, der schlimmer ist als Hitler und keine Ahnung von der Realität hat.

Scott Adams hat also einen Comic gezeichnet, in dem Dilbert (der Protagonist – ach!) einen Einwand gegen Klimaprediger bringt, der dann auch – wie für Klimaprediger üblich – mangels Argumenten abgekanzelt wird:

Dilbert: What if I don’t trust the [usually wrong] economic models?
Man: Who hired the science denier?

Nun muss man dazu wissen, dass Dilbert ein Comic mit starkem Background in der Kritik von sogenannten “Management-Fads” ist, also den Unsinn, den McKinsey & Co. alljährlich zur angeblichen Verbesserung von irgendwas (genauer: ihrem eigenen Geldbeutel) in die Welt tragen, zu kritisieren gewohnt ist. Ich bezweifle, dass es einen Wirtschaftsstudenten (/-absolventen) gibt, der Dilbert nicht kennt, und der Reiz an Dilbert ist per se, dass Adams die Idiotie dieser Management Fads & Fashions (das ist ein Fachbegriff – googelt es) seit 20 Jahren zunehmend früher und meistens völlig (und pointiert) zerlegt.

Scott Adams hat einen MBA aus Berkeley, und mit einem höheren Abschluss in Wirtschaft kann man eigentlich nur zwei Dinge tun (glaubt mir das, ich habe auch einen): (a) Leuten jeden nutzlosen Dreck verkaufen oder (b) Leute erkennen, die nur nutzlosen Dreck verkaufen. Das ist zwar subjektiv sehr nützlich, aber gesellschaftlich nicht sonderlich förderlich, da “Wahrheit” eben kein nutzloser Dreck ist – und das verkauft sich halt nicht.

Okay, fairerweise kann man natürlich noch eine Menge mehr, Adams z.B. kann Comics zeichnen und Donald Trump (nur BA, dafür an der Wharton Business School) sogar Präsident werden, also können Wirtschaftswissenschaftler eigentlich nahezu alles, aber zurück zum Thema:

Die (ehemalige) Eliteuniversität Yale, bekannt aus der Simpsons-Episode S28E19 als lächerlicher SJW-Spielplatz, hat sich – man lasse sich das auf der Zunge zergehen – wegen des obigen Comic-Dialogs berufen gefühlt (ja, wegen eines Comic-Dialogs), ein fünfminütiges Video zu erstellen, was – nunja, die Position von “Man” im Dilbert-Dialog unterstreicht. Wenn man sich das – aber Vorsicht, sowas machen nur illusorische rechte Spinner, die schlimmer sind als Hitler und keine Ahnung von der Realität haben – genauer ansieht, haben die Klimaprediger wirklich nicht mehr zu sagen als das, was Adams in fünf Comic-Panels unterbringt.

Aber zum Glück gibt es Donald Trump, der auf seine primitive Art und seinem Faible für einfache Lösungen, die es ja nur bei Populisten gibt, heute erklärt hat, dass das Pariser Klimaabkommen scheiße ist (oder so). Um genau zu sein, sagt Trump, es ginge um ” taxpayers to absorb the cost in terms of lost jobs, lower wages, shuttered factories and vastly diminished economic production”. Er betont hier explizit die “draconian financial and economic burdens”. Es geht ihm – ach – um Geld.

Natürlich sind die Klimapropheten prediger forscher auf solch rationale, unwiderlegbare und nachvollziehbare (hey, widersprecht mir – wenn ihr könnt) Argumente toll vorbereitet, allen voran natürlich der vollgepisste Planschpool politisch korrekter Idioten, aka Wikipedia:

Am 1. Juni 2017 traf US-Präsident Donald Trump, ein selbsterklärter Klimaskeptiker, die Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzvertrag auszutreten.

Über die oben angeführten, unwidersprochenen Gründe, die Trump angibt, verliert die Wikipedia natürlich kein Wort. Aber “Klimaskeptiker” ist verlinkt, und hat (natürlich) tolle “Argumente”:

Klimaskeptizismus (eigentlich Klimawandelskeptizismus) bezeichnet eine zweifelnde oder ablehnende Haltung bezüglich der gegenwärtig zu beobachtenden menschengemachten globalen Erwärmung.

Ist doch schön, dass sich 98% der Wissenschaftler und die Wikipedia sicher sind, dass man die anthropogene globale Erwärmung beobachten kann. Leider erklärt Wikipedia nicht und nirgends, wo man die wie beobachten kann, aber hey, das ist doch egal, außer widerlichen Nazis (etc pp, siehe oben) finden das alle richtig und wichtig:

Es existiert ein fließender Übergang zur expliziten Leugnung der globalen Erwärmung, wobei Klimaskeptiker für rationale Argumente offen sind und Klimawandelleugner sich Argumenten verschließen.

Das ist doch mal erstaunlich differenziert – oder?

Im Allgemeinen handelt es sich bei Klimaskeptizismus nicht um Skeptizismus im wissenschaftlichen Sinn, sondern vielmehr um die (organisierte) Leugnung.

Ah – nicht.

Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Klimaschutz aus politischen und ideologischen Motiven bekämpft wird.

Aus Trumps Rede geht hervor, dass es auch ökonomische Motive gegen “Klimaschutz” gibt, aber ignorieren wir die erstmal. Oder komplett. Ich brauche nämlich keine “wissenschaftliche Untersuchung”, um zu sehen, dass Klimaschutz aus politischen (Wählerstimmen für die Grünen) und ideologischen (“unseren Kindern eine lebenswerte Welt zurücklassen”) Motiven betrieben wird. Das ist also schlicht eine Nullaussage.

Aber gut, der Artikel versucht sich dann an “Systematisierungen” der widerlichen Nazi-Klimaleugner –  schauen wir mal, wo ich da reinpasse:

Häufig werden Klimaskeptiker und -leugner

… die ja eigentlich das Gleiche sind, siehe oben …

in die drei Grundkategorien „Trend-“, „Ursachen-“ und „Folgenskeptiker“ eingeteilt

Trendskeptiker leugnen generell, dass eine Erderwärmung stattfindet

Das tue ich mal sicher nicht. Die wissenschaftlichen Belege für Wärme- und Kälteperioden in der Erdgeschichte sind ziemlich unwidersprochen.

Ursachenskeptiker räumen zwar ein, dass gegenwärtig eine globale Erwärmung existiert.

Moment mal – beim ersten Punkt stand nichts von “gegenwärtig”. Und da sind die langfristigen Erkenntnisse auch nicht eindeutig – könnte sein, dass wir gerade in einer Erwärmungsphase sind; könnte aber genauso sein, dass die letzten 100 Jahre (also, außer den letzten so 20, natürlich, da wurde es nämlich nicht wärmer) eine Börsenhausse in einem Bärenmarkt waren. Ich muss das nicht einräumen, um Ursachenskeptiker zu sein – die da nämlich:

Sie stellen aber den menschlichen Einfluss darauf in Frage

Mmmmh – nö, kann schon auch sein. Die Frage ist, ob der relevant ist, aber das ist (wenn man mehr zitieren würde) schon auch Teil der Klimaleugner-Nazi-Bande. Bin ich also mal dabei. Es gibt dann aber auch noch die

Folgenskeptiker akzeptieren die menschliche Ursache der globalen Erwärmung, behaupten aber, dass diese positive Auswirkungen habe oder die Klimamodelle nicht robust genug seien.

Sammal, Kinder, kategorisiert ihr Scheiße. Ich hab das nicht “akzeptiert”, ich habe es als Möglichkeit im Raum stehen lassen. Und ich behaupte auch nicht, dass das positive Auswirkungen habe, aber die Klimamodelle sind nicht “nicht robust genug”, sondern zum absolut größten Teil Scheiße:

Ich erkläre das mal: Die obige Grafik ist von Klimawandelpredigern, die damit zeigen wollen, dass ihre Modelle nicht scheiße sind. Nun sieht man (graue Streuung) hier aber ein recht enges Feld um die “guten” bekannten (1960-2000) echten (rot) Daten, wohingegen die Felder vorher um plus oder minus 0.8, also 1.6° falsch liegen. Die Streuung in der Zukunft ist ebenso breit. Das heißt aber statistisch, dass die gar nichts wissen – darüber versuchen sie, mit der “Mittelwerte der Bullshit-Modelle” – Linie (schwarz) hinwegzutäuschen. Das ist aber ein statistisches Problem: Wenn ich den Mittelwert von zwei Wahrsagern, die bei einem Münzwurf jeweils immer “Kopf” oder “Zahl” voraussagen, nehme, liegen die im Durchschnitt nämlich auch immer richtig. Davon sind sie aber keine Wahrsager, sondern immer noch Scharlatane.

Gehen wir über zur nächsten Klassifizierung, denn “Speziell für klimaskeptische Wissenschaftler stellte Peter Doherty eine vierteilige Klassifizierung vor”:

glasklare Leugner, die dem IPCC Betrug vorwerfen und Klimaforscher für Narren halten

Wie diesen unbestreitbaren Betrug? Boah, ich bin gerade fuck stolz, Klimaleugner zu sein. Und ich halte Klimaforscher nicht für “Narren”, sondern für ideologie- oder eigeninteresse-getriebene Arschlöcher, wenn ich mich da entscheiden muss. Wes’ Brot ich ess’…

kampflustige Streithähne, die automatisch eine Gegenposition zu jedem generellen Konsens einnehmen

Wie – Galileo?

professionelle Polemiker, die durch ihre Beteiligung an einer bedeutenden öffentlichen Debatte nach persönlicher Anerkennung streben

Wtf? Was soll denn ein “professioneller Polemiker” sein? Hat das noch irgendeinen Gehalt – außer billigster Diffamierung? Aber gut, ich bin natürlich auch nur Laienpolemiker. Wo könnte ich mich da btw. bewerben?

Next:

Es lassen sich zudem mehrere hierarchische Stufen der Klimawandelleugnung erkennen.

Zu was? Einfachst zu zerlegendem Bullshit?

James L. Powell nennt insgesamt sieben Stufen. In diesem Zusammenhang weist er explizit darauf hin, dass sich Klimaleugner wie bei der militärischen Verzögerungstaktik von Stufe zu Stufe zurückfallen lassen, sobald ihre jeweiligen Behauptungen von Wissenschaftlern widerlegt werden. Sind sie schließlich bei der letzten Stufe angekommen, beginnen sie demnach zumeist die Abfolge wieder von vorne.

“Militärische Verzögerungstaktik”. Powell ist übrigens Geologe, aber ich habe Sun Tsu und Clausewitz wenigstens gelesen. Das ist keine militärische Taktik – also, zumindest keine, die irgendwer empfehlen würde, auf den ich hören würde. Denn “wieder von vorne beginnen” geht da halt nicht. Was ein Quark. Aber schaumamal:

Die Erde erwärmt sich nicht.

Dooooch… jeden Morgen. Nachts wird es dann kälter. Zum langfristigen siehe oben – seit 1998 nicht. Das ist also schonmal nichts, was irgendwie “von Wissenschaftlern widerlegt” wäre…

Ok, sie erwärmt sich, aber Ursache ist die Sonne

Ja WAS DENN SONST?

Also gut, Menschen sind die Ursache

Das ist jetzt nicht gerade “Leugnung des anthropogenen Klimawandels”, oder? Thema verfehlt, sechs, setzen.

.. aber das [a] macht nichts, weil die Erwärmung keine Schäden verursachen wird. [b] Mehr Kohlendioxid wird tatsächlich sogar vorteilhaft sein. [c] Mehr Pflanzen werden wachsen.

(a) ist Wahrsagerei, analog (b). (c) hingegen ist ein ziemlich unbestrittenes Faktum.

– das war jetzt erst Punkt 3, aber ist mir schon zu doof. Kommen wir zu Michael Mann, der Typ mit dem (von der Realität widerlegten) Klima-Hockey-Stick:

Kohlenstoffdioxidwerte steigen nicht tatsächlich an

Woher soll ich das wissen? Wieso wisst ihr das nicht?

Selbst wenn sie ansteigen, hat dieser Anstieg keinen Effekt auf das Klima und ist kein überzeugender Beweis für die Erwärmung

Unabhängig davon, ob sie einen Effekt auf das Klima haben, ist das sicher kein Beweis für die Erwärmung. WTF?

Selbst wenn es eine Erwärmung gibt, dann nur aufgrund natürlicher Ursachen

“Nur”? Stohmann, anyone?

Selbst wenn die Erwärmung nicht mit natürlichen Ursachen erklärt werden kann, ist der menschliche Einfluss klein und der Einfluss von fortgesetz[t]en Treibhausgasemissionen wird gering bleiben

“Nicht” oder “nicht vollständig”? Wieso wird hier bei Gegenargumenten derart undifferenziert pauschalisiert? Und beim zweiten Teil: Was spricht denn dagegen? Dafür? Hö?

Selbst wenn die derzeitigen und zukünftig erwarteten Effekte auf das Erdklima nicht vernachlässigbar sind, werden die Veränderungen im Allgemeinen gut für uns sein

Pjöm… mein Boot hat jetzt relativ viel Tiefgang, von daher wären an einigen Stellen ein paar cm mehr Wassertiefe nicht schlecht, aber selbst die “schlimmsten” Rechnungen helfen mir da eigentlich nicht wirklich weiter. Ich verstehe den Punkt nicht.

Egal ob die Veränderungen gut für uns sein werden oder nicht, [a] Menschen sind sehr versiert darin, sich an Veränderungen anzupassen; davon abgesehen ist es [b] zu spät etwas gegen den Klimawandel zu tun, und/oder [c] wird sich bestimmt eine technologische Lösung auftun, wenn wir sie wirklich brauchen

Wow – so viel auf einmal. (a) ist Bullshit, die wenigsten Menschen sind gut darin, sich an Veränderungen anzupassen. Menschen hassen Veränderungen, weil in der Regel bei Veränderungen eine Menge Menschen sterben – die, die sich nicht anpassen können. Diejenigen (c), die das können, werden irgendwie eine – natürlich technische, sonst sterben sie ja – Lösung finden, aber was das mit (b) zu tun hat, bleibt mir unklar. Dümmliche Rabulistik.

Stufe 6 ist aber, wie dann weiter erklärt wird, auch “wir können nichts gegen die Erwärmung tun”, und das ist halt meines Erachtens der vollkommen falsche Punkt: Mir war schon beim letzten Punkt danach, zu fragen, ob es jetzt besser oder schlechter “für uns” wäre, wenn eine Milliarde Neger in der anthropogenen Sintflut ertrinken – oder hier einwandern und “uns” umbringen, weil sie nicht ertrinken wollen.

Aber wenn auch nur die eine Milliarde Chinesen den CO2-Ausstoß der ach so umweltfreundlichen Deutschen erreichen würden, dann ist das mit der CO2-Bilanz mal “Gute Nacht”. Und ja, China ist ein großes Land, da ist viel Platz für Windrädchen, und die haben sogar viel Platz und Sonne und Wüste für sinnvolle Solaranlagen und echt viele große Flüsse für Wasserkraft, aber das reicht trotzdem nicht. In Afrika sieht das übrigens düsterer aus, die haben nicht so viel Wasser, nicht genug Wüste und da, wo Sonne ist, sehr viel Regenwald, den man ja auch noch braucht.  Von Indien reden wir mal gar nicht erst.

Und damit sind wir wieder beim (ideologischen) “Welt erhalten für unsere Kinder” – Gutmenschenargument – es ist meines Erachtens unglaublich vermessen, zu denken, der Mensch könnte die Natur beherrschen. Wenn man sich mal anschaut, wie “kalter Krieg” filmisch thematisiert wurde, ist der Unterton immer, dass die Menschheit den gesamten Planeten vernichten könnte. Und das halte ich für absoluten Unsinn .

Ihr kennt auch die Bilder von “nuclear wastelands” aus den Filmen, wüste Einöden, die aussehen wie Tatooine (oder Tunesien). Filme wie When the Wind Blows haben meine Generation (pünktlich zu Tschernobyl) in jungen Jahren den Schrecken des Atoms indoktriniert, die nachfolgende(n) Generation(en) bekam(en) dann ab Volcano (1997) fast nur noch Naturkatastrophen – Day After  Tomorrow (2004), An Inconvenient Truth (2006), 2012 (2009) – klar finden die das relevant.

Mein Problem ist nun, dass man, wenn man die Welt mal “einfach so” betrachtet, das ganze nukleare-Apokalypse-Gebullshitte schlicht nicht stimmt. Eine “nukleare Wüste” sieht in der Realität so aus:

(das ist Pripyat)

… und das führt dann halt zu der Einsicht, dass es vollkommene Idiotie ist, wenn ein paar deutsche Gutmenschen versuchen, den Planeten vor Menschen zu retten, die zu viel CO2 ausstoßen. Das macht der Planet nämlich schon – und da bin ich mir sicher – von alleine. Das Problem sind also nicht Menschen, die zu viel CO2 ausstoßen, sondern Menschen per se.

Das Problem wird sich aber – auch vollkommen ohne technologische Lösung – von alleine lösen – wenngleich das sicher keine philanthropische Lösung wird. Was mich natürlich – wie es auch die Natur der Welt ist – zu einem Misanthropen macht. Aber nach Peak soziemlichalles können wir es uns ja nun wenigstens noch ganz hedonistisch gut gehen lassen, bis (ziemlich wahllos) fuck viele Menschen sterben – oder?

Ich meine ja nur – ich könnte einer davon sein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß.

#covfefe

### BREAKING NEWS ###

According to recent intelligence, the White House will neither confirm nor deny plans for reinstating beheading as a capital punishment, which has absolutely nothing to do with Trump’s administrations’ alleged intent to sign a lèse-majesté bill into law.

In today’s other world news:

Court confirms Germany is allowed to give money to Israel while getting something in return.

Brussels university administrators do like tits.

Germany going to shit anyway.

Gefühlen mit Fakten begegnen

In der Zeit ist ein etwas übertrieben langer und etwas zu viel Begeisterung anstachelnder Artikel über eine Petra Köpping erschienen, der in den Koalitionsmauscheleien ein Pöstchen als “Integrationsministerin” zugeschanz wurde.

Frau Köpping wird darin gefeiert, weil sie auf die beeindruckende Idee gekommen sein soll, ihren Wählern und v.a. den Bürgern, die sie regieren soll, auch mal zuzuhören.

Man könnte fast meinen, wir lebten in einer Demokratie und nicht in irgendeiner Bananenrepublik, in der die Politiker einfach machen könnten, was sie wollen.

Was an dem Artikel (und an Frau Köpping) ganz ungemein nervt ist, dass die tatsächlichen Probleme vollkommen ignoriert werden. Stattdessen:

Man könnte sagen, dass Köppings Antwort auf die Wut nicht lautet: Mehr Fakten. Sondern: Mehr Gefühle.

Ja zefix verdammt, haben die armen, armen Ossis Wehwehchen? Komm, Mama pustet da mal drauf, dann tuts schon nicht mehr so schlimm weh.

Naja, wenn man dem Artikel was an Gehalt entnehmen will, ist es, dass die Ostdeutschen gar nicht alles widerliche, ausländerfeindliche Nazis sind, sondern finden, dass der deutsche Staat sich erstmal um Deutsche kümmern sollte. Klar, das ist nationalistisch und gar nicht links und so, aber ein zentrales Element jedes Gesellschaftsvertrags: Ich brauche keinen Staat, wenn der nix für mich tut. Niemand sonst braucht einen Staat, der nix für einen tut. Ein Staat muss für seine Staatssubjekte einen Nutzen haben.

Der Rest ist blablabla fehlgeschlagene Integration Ost, blabla Menschenwürde, blabla Hartz4 unwürdig, blablabla.

Bringen wir doch mal die Probleme auf den Punkt:

Wenn ich behaupten will, dass Hartz4 “unwürdig” sei, dann muss es dafür einen Maßstab geben. Wenn ich den Durchschnitt der Weltbevölkerung als Maßstab nehme, ist der Satz vollkommener Unsinn – der Satz hat also einen sehr hohen Maßstab. Und damit hat er einen vollkommen idiotischen Maßstab, da die Hälfte der Weltbevölkerung nicht “unwürdig” lebt, wenn dem Wort “Würde” irgendeine auf alle Menschen anwendbare Definition zugrunde liegen soll. Ansonsten ist es wertlos und der Punkt inhaltsleeres Geschwafel.

Aber es wird hierzu ein Beispiel gebracht, was man so interpretieren kann, dass es Sinn ergibt: Ehemalige DDR-Arbeiter wurden vom bösen kapitalistischen System aus ihrer jahrelang ausgeübten (aber unproduktiven) Berufstätigkeit geworfen und sind jetzt Jahre vor und sicher während dem Rentenalter auf Hartz4 angewiesen (um ihre Renten hat sie der böse Kapitalismus auch “betrogen”).

Das ist insofern unfair, als dass jeder Hartz4 bekommt, auch die, die nie gearbeitet haben. Wenn man Leute, die einen Beitrag geleistet haben (und fairerweise müssen wir hier den Staat, der ihnen gesagt hat, dass das ein Beitrag wäre, als Maßstab nehmen), dann ist das unfair, die Nichtstuer und die Nichts-nützliches-tuer gleich zu behandeln, weil sie verschieden sind. Das hat nichtmal was mit Würde zu tun, sondern schlicht mit Gerechtigkeit. Und das ist ein Problem, was viele Leute in nicht mehr gefragten oder konkurrenzfähigen Industrien haben – natürlich viele im Osten, aber auch zunehmend mehr im Westen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, da “was zu tun”, dafür ist die Politik da. Der Markt und die Natur regeln das natürlich auch von alleine, aber dem Markt und der Natur ist es halt egal, wenn Leute verhungern. Das sieht man sehr schön an Ländern, die fanden, sie könnten sich gegen die Natur stellen und Atomkraftwerke in Erdbebengebiete bauen oder kommunistischen Planwirtschafts-Ackerbau betreiben. Im ersteren Fall schafft sich die Natur halt eine natürlich 50-Kilometer-Bannmeile, und im zweiten Fall regelt der Markt das von der Natur bedingte Verhungern von Millionen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, aus solchen Fehlern zu lernen, und sie nicht zu wiederholen – in dem Fall eben Kommunismus.

Denn Hartz4 ist gelebtes “Jedem nach seinen Bedürfnissen”, und die Bedürfnisse von “jedem” können halt nicht allzu groß sein, wenn man das noch irgendwie bezahlen können soll. Kann man übrigens jetzt schon nicht – seit Jahrzehnten ist der Lebensstil in Westeuropa deutlich höher, als sich Westeuropa das eigentlich leisten kann. Aber unabhängig davon führt das – egal wie hoch oder wie niedrig man das ansetzt – zu Unzufriedenheit, weil es ungerecht ist.

Durch religiöse Heilsversprechen lassen sich Menschen natürlich zu vielem bringen, was ihnen eigentlich selbst schadet, sei es, sich auf dem Feld totzuackern, um dem König seine Sexpartys zu finanzieren oder die SPD zu wählen, aber die Natur des Menschen holt einen immer ein, wie das auch die echte Natur tut.

Was ich damit meine ist, dass die “soziale Frage” einer sozialen Antwort bedarf.  Und die soziale Antwort ist – auch das wissen wir aus der Geschichte – nicht “dann sollen sie halt Kuchen essen“, wenn die Leute verhungern. Und es ist auch nicht “man muss mehr auf die Gefühle von Leuten hören”, wenn sie Ungerechtigkeiten gegenüber stehen. Die finden nicht nur, dass da was falsch läuft, da gibt es einen Konsens, und damit wird selbst im Poststrukturalismus aus den subjektiven Wirklichkeiten eine geteilte Realität.

Freilich ist es halt leider auch eine Realität, dass eben nicht alle Menschen gleich sind, und Ungleichverteilungen deswegen inhärent gerecht sind – solange diese Ungleichheiten proportional zueinander sind.

Und ein Hartz4-Empfänger, der arbeiten will, ist etwas anderes als ein Hartz4-Empfänger, der nicht arbeiten will, und der wiederum etwa anderes als einer, der nicht arbeiten kann. Diese drei Gruppen werden aber gleich behandelt, weil unsere Parteien großteils denken, dass die Leute mit Kuchen zufrieden sein sollten. Auch wenn es nicht genug Kuchen für alle gibt und die meisten auch mit Brot glücklich wären. Aber nein, das Gros der Menschen will halt Kuchen haben, und wenn man ihnen erklärt, dass das nicht geht, wird man nicht gewählt.

Das ist eines der Probleme an der Diktatur des Proletariats, was selbst Marx schnell verstanden hat und niemals vorgesehen hatte, jeden Vollhorst bei politischen Entscheidungen mitreden zu lassen.

Die bekommt man aber in Deutschland nicht mehr weg, das steht so im Grundgesetz. Und man bekommt dafür auch keine Mehrheit, wenn man den Leuten nicht mit irgendwelchen Heilsversprechen wie Hitler ankommt, die dann auch erfüllt werden müssen, und das verursacht nahezu zwangsweise neue Probleme – weil Menschen halt unterschiedlich sind.

Ich habe – wie die meisten Studenten – zu Studentenzeiten ziemlich genau Hartz4 bekommen, und das reicht eigentlich. Noch eigentlicher wollte ich aber mehr, deswegen habe ich halt neben dem Studium gearbeitet – wo der Staat einen völlig beliebigen Deckel draufsetzt, über dem sonst überproportional Leistungen gekürzt werden, weil man es sich ja leisten könne.

Analog funktioniert das auch bei Hartz4 – man könnte ja was dazuverdienen, aber schon bei 100 Euro im Monat nimmt sich der Staat halt gleich mal 80%. Klar, eigentlich nimmt sich der Staat gar nichts, aber wenn man was “umsonst” bekommt, wird das halt subjektiv als  Opportunitätskosten verrechnet. Und dann lohnt sich Arbeit nicht.

Es lohnt sich auch für gewisse Gruppen unqualifizierter Leiharbeiter nicht, die zwar produktive Arbeit leisten, aber trotzdem “Aufstocken” müssen. Die hätten ohne Arbeit das gleiche Geld, und das ist unfair.

Nun schlagen einige Leute, die keine Ahnung von Wirtschaftspsychologie haben und in Wolkenkuckucksheim leben ein “bedingungsloses Grundeinkommen” vor, was zwangsläufig durch Abgabenlasten weit über den heutigen – also weit mehr als “nur” der Hälfte – auf echte Arbeitseinkommen erwirtschaftet werden müsste. Natürlich ist das mit ausreichender Automatisierung denkbar, aber ein Rezept für Arbeitsverweigerung a la DDR. Es klingt gut, wenn alle mitmachen, aber es werden halt (zu) viele nicht mitmachen, weil es sich für sie nicht lohnt.

Beliebig runtersetzen kann man die sozialen Zuwendungen auch nicht – 400 Euro Hartz4 sind nicht die Welt. Es braucht aber nun auch nicht jeder Asso eine eigene Wohnung, Bundeswehrsoldaten und Studenten brauchen schließlich auch keine, sondern kommen zu zweit oder viert mit einer Gemeinschaftsküche klar. Und schwupps haben wir mindestens 200 Euro Zuverdienstmöglichkeit geschaffen, die Staat und Steuerzahler keinen Cent kostet, nebenbei den aufgeblasenen Wohnungsmarkt bereinigt und dafür sorgt, dass sich Arbeit lohnt.

Und nein, ich glaube nicht, dass da irgendwer ein sehenswertes Problem damit hätte, außer der am Staatstropf hängenden Sozialindustrie, die davon profitiert. Die Leute, die eine eigene Wohnung haben und dafür arbeiten wollten, würden das machen, und die Leute, die das nicht wollen, sind auch zu lethargisch, um zu protestieren.

Freilich würde das voraussetzen, dass es auch Arbeitsmöglichkeiten für alle gibt, die arbeiten wollen, was in einem industrialisierten Land mit einem gewissen ethischen Verständnis zur Arbeitsgesundheit nicht geht – Luisman zeigt hier sehr schön auf, dass rund 10% der Bevölkerung leider zu dumm sind, eine Arbeit zu verrichten, die netto irgendeinen Nutzen hat, es also billiger ist, sie nichts tun zu lassen. Die sollten aber auch keine eigene Wohnung haben, die zünden sie sonst nur an. Man könnte jetzt gehässig sagen, dass sie ja einen Beschwerdebrief schreiben könnten, wenn sie denn keine Analphabeten wären, aber das wäre halt ein Mindestmaß dessen, was man an “Solidarität” opfern muss, wenn man es für die restlichen 90% der Gesellschaft gerechter haben will. Und für die 10% auch, die werden das zwar anders sehen, aber die sind ja nun auch zu dumm, das Konzept von Gerechtigkeit zu verstehen. Zudem kann man denen eh alles erzählen.

Für die restlichen Arbeitssuchenden – das wären dann deutlich mehr als die heutigen Statistiken zeigen – bräuchte es nicht mehr als eine radikale Flexibilisierung des Arbeitmarktes. 50% mehr Arbeitsplätze im Einzelhandel lassen sich durch 24/7-Öffnungszeiten erreichen, natürlich aber zu Lasten der Löhne. Kann aber eh jeder Depp machen, den Job, und so solidarisch sollte man dann schon sein, oder? Man hat ja selbst dafür mehr netto vom brutto, weil man den anderen Deppen nicht mehr quersubventionieren muss.

Das geht in x-zig Branchen, auch, wenn man den deutschen Qualifikationswahn etwas zurückschrauben würde. Meine letzte Putzfrau war zum Beispiel in ihrem Heimatland Pharmazeutin, aber hey, den Wisch konnte sie hier als Putzlappen verwenden. Leider konnte sie das nicht sonderlich gut.

Analog in der Pflege – schön, dass man da fünf Jahre Ausbildung braucht – wie auch als Kindergärtnerin – weil es früher ja nicht jede verdammte Frau geschafft hat, Kinder großzuziehen. Standards runter, Löhne runter, mehr Leute im Job. Wird unterm Stich wahrscheinlich nicht schlechter – das Hauptproblem in solchen Jobs ist Stress aufgrund von Unterbesetzung.

Dafür müsste man aber natürlich das gesamte “soziale” System Deutschlands so radikal umstellen, dass alle, die aktuell eigennützig sozial tun, auf die Barrikaden gehen würden. Oh, Moment – das tun sie eh ununterbrochen. Na dann, würde ich sagen, haben wir nichts zu verlieren. Außer ein paar Wählerstimmen, natürlich, aber dafür schwört man ja einen Eid zum Wohl des deutschen Volkes, nicht zu seinem eigenen Nutzen.

Natürlich wird selbst diesen kleinen, ersten Schritt keiner machen wollen. Lieber abwarten, die Hände zu einer Raute falten, und sich auf den Bürgerkrieg vorbereiten. Dann kann man auch endlich wieder mal den Pöbel erschießen und den mißliebigen Rest in Arbeitslager stecken. Nur so als Maßstab, wenn ihr meinen Vorschlag menschenverachtend findet – das ist die Alternative.

Downfall Porn – Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen

Ende der Nullerjahre flog ich viel durch Europa, vor allem wegen Freiflügen zu Bewerbungsgesprächen bei Stoxx50-Unternehmen. Auf dem Rückweg nach Schiphol teilte ich mir das Taxi dann mit einer rassigen Mulattin aus den Kolonien; wir hatten schließlich beide einen PhD in Evil Studies, das Taxi pauschal bezahlt bekommen und mussten eh beide zum Flughafen. Am Bahnhof in Den Haag hatten wir dann den Flughafenzubringer knapp verpasst, was zum Erwerb eines Produktes führte, das wir beide der Bezeichnung “Sandwich” unwürdig fanden. Das wiederum führte dazu, dass sie fragte, was ich sonst von Holland halte.

Fairerweise war ich da etwas bedrübbelt; ich kannte außer dem Flughafen, dem Bahnhof, der Firmenzentrale eines der Weltmarktführer in Umweltverschmutzung und eines Haubenrestaurants nicht viel (das Hilton war halt wie jedes andere Hilton auch). “Was denn so der Unterschied zu Deutschland sei”, konkretisierte sie.

Und ich antwortete, Mangels echter Unterschiede, schlicht ehrlich: Es ist dreckig.

Nun muss man dazu sagen, dass das Mädel aus der Karibik kam, und die Karibik jetzt nicht unbedingt chinesische Maßstäbe für Reinlichkeit erfüllt, die wiederum jedem deutschen Lebensmittelkontrolleur einen sofortigen Herzinfarkt verursachen würden. Aber für deutsche Verhältnisse war es halt dreckig. Sogar die Züge waren dreckig.

Die Mulattin konnte sich überhaupt nicht vorstellen, warum Züge sauber sein sollten.

Fairerweise war ich kurz darauf in einem Mannheimer Vorort bei einem vormals in der Judenvergasung behilflichen Unternehmen und kurz darauf bei der Propagandaabteilung eines deutschen Konzerns, der findet, sein rosanes Logo hätte die Farbe “Magenta”, in Berlin. Ich fühlte mich danach mit meiner Meinung, dass Züge sauber sein sollten, irgendwie einsam – und blieb halt in Bayern, was offenbar nur aufgrund – wie die Linken das ja für Afrika predigen – willkürlicher Grenzziehungen der Kolonialmächte Alliierten  zu Deutschland gehört.

Etwas zuvor war ich in China, und China war auch nicht sauber. Nicht so schmutzig wie Berlin, natürlich, aber halt sicher nicht München. Das hatte – wie Berlin das (absurderweise) für sich behauptet – durchaus seinen Charme. Das China von heute ist aber sehr bemüht, diesen Charme zu zerstören – also, sauber zu werden. Was ihnen übrigens gelingt – Guangzhou, wenn man jetzt eine irrelevante Kleinstadt als Maßstab nimmt, ist heute sehr viel sauberer als zum Beispiel Nürnberg. Was aber nicht so sehr an den chinesischen, als vielmehr an den deutschen Bemühungen liegt – hier sieht es ja langsam aus wie in Frankfurt.

Nun sind Sauberkeitsbemühungen nicht immer zwingend sinnvoll; es ist natürlich schön, dass man in Zürich von der Straße essen kann, aber ich bin es halt als reaktionärer Deutscher gewohnt, für eine Trambahnfahrt eine Fahrkarte zu kaufen, die weniger kostet als eine ganze Straßenbahn.

Was komischerweise in München vor zwanzig Jahren noch ging. Beides.

Klar könnte man sich da über den Verfall der Sitten beschweren, aber über Sitten beschwert hat man sich vor zwanzig Jahren auch schon. Ich erinnere mich an die entsetzte und wütende Babsi, die es abscheulich fand, dass sie auf dem Herweg ein fetter, alter Mann gefragt habe, was sie denn für einen Blowjob nimmt. Einfach so. 

Nachdem dann ziemlich einstimmig beschlossen wurde, dass Babsi halt wie eine Nutte aussähe, erklärte sie auch, dass sie den Nachmittag in den Bavaria-Filmstudios verbracht hatte, als Komparse für einen Babystrich-Tatort. Fand Babsi – naja, sie hat damals zumindest keinen #Aufschrei gestartet. Heute hätten das schon irgendwelche Berufsempörten gemacht, allein weil Babsi halt 15 war (oder so). Gegen die Bavaria-Filmstudios, natürlich, weil halt.

Aber das sind ja nun ernsthaft die Themen der heutigen “Politik”: Nichts. Absolut überhaupt nichts. Niemand interessiert sich dafür, dass auf den Straßen mehr echter (und menschlicher) Müll rumliegt; wer kritisiert, dass der Staat Aufzüge vor radikalen Antifanten wie vor einem Hurrican schützt, ist schnell schlimmer als Hitler, und dass bei 4.000 Polizisten in Köln (das sind mehr als eine Bundeswehr-Brigade und mehr Soldaten, als für den Schutz eines US-Militärstützpunktes in fuck Afghanistan im Einsatz sind) “nur” gefährliche Körperverletzung, Brandstiftung, Vandalismus und Sprengstoffattentate verübt werden, ist laut der Staatsmedien Qualitätspresse Zeichen der friedlichen, offenen und toleranten deutschen Willkommenskultur.

Selbst die letzte “Alternative für Deutschland” hat sich von jeglicher Vernunft (Petry) verabschiedet und eine karrieristische Kampflesbe und einen nicht weniger karrieristischen Politspeichellecker als neue Führer des deutschen Vaterlandes ihrer Partei auserkoren. Fein.

In fünf Monaten ist Wahl, und ich kann mich zwischen “jetzt sind sie halt da” – Merkel, “da müssen noch mehr her” – Kipping, “Frauenquoten haben mir die Position verschafft” – Göring (nicht echt Göring, jetzt, “nur” Göring-Doppelname und ohne Penis) und zweierlei rückgratlosen Speichelleckern entscheiden , wenn ich jemanden wählen will, der Chancen auf >5% hat – oh, ich habe den Alkoholiker vergessen.

Warum soll ich denn den Bullshit eigentlich noch mitmachen und mich aufregen? Geht das nicht auch alles von ganz alleine vor die Hunde? Und vor allem – würde mich das wirklich stören? Zumindest im Vergleich dazu, wie es die Verursacher stören würde?

Sargon of Akkad, ein Youtuber, wurde dafür kritisiert, dass er Strategien gegen die Antifaterroisten aufzeigt. Vor allem aber wurde davor gewarnt, dass das ja strafbar wäre – also, Molotov-Cocktails werfende Terroristen festzuhalten, bis die Polizei kommt. Weil, Rechtsstaat und so. Und das gilt für die “freiheitlichen” USA, nicht für Deutschland, wo man für die “Beleidigung” einer Medienhure mehrere Tausend Euro zahlen und für geschmacklose Tattoos in den Knast muss – im Gegensatz natürlich zu Ladendieben, Brandstiftern oder organisierten Einbrecherbanden, denen ist ja nichts nachzuweisen. Rechtsstaat, wissenschon.

Ich habe jetzt kein Problem damit, bestimmtes gesellschaftliches Wohlverhalten vorauszusetzen und Abweichungen davon zu bestrafen, aber es ist schlicht nicht sinnvoll, die niedrig hängenden faulen Früchte eines Baumes zu entfernen, der von der Wurzel her schimmelt. Dank unseres Lackaffen von Justizminister bekommen wir aber bald ein Gesetz, das es unter Strafe stellt, darauf hinzuweisen, dass der Baum fault. Das hat Hitler ja schließlich auch so gemacht – hat er von Stalin gelernt.

Sinnvoll wäre es, den Baum zu fällen und einen neuen zu pflanzen. Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, einfach zu warten, bis der Baum von alleine stirbt. Man kann dann ja auch dann noch einen neuen pflanzen, was Jefferson mit “The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants” halt nicht bedacht hatte: Das wäre ja modernenachhaltige Ökologie – der Baum war ja eine Weile gut. Ist halt alt. Zudem spart das auch das Blut der “Patrioten” – respektive derer, die irgendwas tun oder tun können, zum Beispiel Bäume pflanzen. Der Baum wächst nämlich auch auf völlig beliebigem Blut; das muss nicht meines sein. Es reicht ja schon, wenn ich mal einen Joghurtbecher in den Biomüll gebe; da habe ich genug getan. Die Züge sind ja noch sauber, so schlimm ist das Problem also nicht.