Gute Flüchtlinge, schlechte Flüchtlinge

Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wer, aber irgendwer hat mal was in der Richtung gesagt, dass man vom Rechtsstaat in die Tyrannei übergeht, wenn der Staat die Guten pädantisch verfolgt und die Schlechten machen lässt.

Denn grundsätzlich ist Rechtsstaat eine gute Sache, eine sehr gute sogar – aber halt nur dann, wenn das Recht, was dieser Staat auch faktisch umsetzt, im Interesse der Mehrheitsgesellschaft ist.

Linksgrüne Gutmenschen zum Beispiel verwenden “Rechtsstaat” als Kampfbegriff, wenn/weil Bin Ladens Leibwächter, dem in Tunesien ja nun allen Unkenrufen (und weltfremden Richtern) zu Trotz herzlich wenig menschenrechtsverletzendes passiert, dahin nicht abgeschoben werden soll, weil wir Terroristen so sehr lieben.

Aber nicht nur das: wir müssen uns den Terroristen unbedingt zurückholen; weil ein Gericht nach seiner nach vielen Jahren endlich erfolgten Abschiebung fand, das dürfe man nicht.

Und, natürlich, gemäß dem Motto “ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn” ist es hier tatsächlich notwendig, das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat wiederherzustellen. Die Frage ist aber nicht damit beantwortet, den fucking Terroristen einfach wieder nach Deutschland zu holen. Davon beruhigen sich vielleicht die Gemüter linksgrüner Gutmenschen, deren Beitrag zum deutschen Wohlstand ziemlich genau bei Null liegt. Das ist – wie Terroristen – eine Gruppe, mir der man leben lernen muss, aber nicht diejenigen, die die theoretische wie praktische Ausgestaltung des Rechtsstaates vorgeben sollten.

Aus rationaler Perspektive zeigt uns dieser Fall nämlich nur Staatsversagen:

(1) Wir füttern einen bekannten Terrorunterstützer hier auf Kosten der Steuerzahler durch: Jahrelang.

(2) wir haben keine rechtliche Handhabe gegen Terrorunterstützer

(3) Es dauert acht (oder so) Jahre, bis wir Terroristen (!) überhaupt auch nur eventuell loswerden, wohlgemerkt derweil druchgefüttert vom Steuerzahler – und ihre Anwälte auch.

(4) Deutsche Gerichte haben die fucking Chuzpe, nach fucking acht Jahren rumzumaulen, dass den Typen jemand in sein wunderschönes Heimatland mit kristallklarem Meer (und anderen Terroristen Gleichgesinnten ) gebracht hat, statt nochmal acht Jahre zu warten, bis sie mal was tun.

Ja, da haben die Gutmenschen vollkommen Recht: Der Fall Sami A. zeigt das vollkommene Versagen des deutschen Rechtsstaats. Nur halt nicht so, wie sie das sehen.

Parallel berichtet die Süddeutsche Zeitung der Prantlhausener Anzeiger über alle 12 (angeblichen) Flüchtlinge in Bayern, die eher willkürlich abgeschoben werden sollen.

Nun könnte ich ohne schlechtes Gewissen auch endlos lang darüber schreiben, wieso man fucking drei Autorinnen braucht, um 12 (vorgebliche) Flüchtlinge zu finden, die auch nur eventuell mal – in der Zukunft -vielleicht – einen produktiven Beitrag zum Wohlstand dieses Landes leisten könnten, aber das wäre hier unfair – und gegen meine Vorstellung eines Rechtsstaats. Mit Betonung, natürlich, auf Staat; nicht auf Recht.

Denn was in einem Staat Recht ist und was nicht, ist in jedweder Staatsform immer nur das, was von der (zumindest angeblichen) Mehrheit als solches gesehen wird; es ist da relativ egal, ob man ordentliche Gerichte oder Mordkommandos hat. In der elementarsten, Hobbes’schen Perspektive auf den Staat hat dieser für Ordnung zu sorgen, damit keine Mob Justice entsteht. Denn letzteres will eigentlich wirklich niemand – allen voran die “Autonomen”, die als erstes nach einem Anwalt schreien, weil sie jemand mit Wasser bespritzt hat, “nur” weil sie Molotov-Cocktails durch die Gegend werfen.

Ich habe hier zwei wichtige Punkte recht kurz herausgestellt, die ich schlicht annehmen muss – (1) Menschen präferieren Ordnung gegenüber Anarchie und (2) jedweden Mensches Weltbild ist an irgendeiner Stelle bigott.

Das betrifft beides auch mich – ich finde es zB moralisch grundfalsch, Leute nur ob ihrer Ideen umzubringen; aber ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was man sonst mit Kommunisten machen sollte. Arbeitslager ist für die ja quasi Mord – weil, … arbeiten tun die ja nun nicht.

Aber das sehen die ja (umgekehrt) genauso – und das wird jetzt ein bisschen sehr philosophisch, v.a. für einen Abend nach einem schönen Sonntagsausflug nach Pilsen.

Daher zurück zum Problem des vollkommenen Versagens des deutschen Staates in seiner Aufgabe, ein solcher zu sein, und seinem Selbstverständnis,”im Recht” zu sein:

Der Fall Sami A. ist per se vollkommen irrelevant. Keine Sau interessiert sich für den fucking Leibwächter von Osama bin Laden, niemand, wirklich niemand, mag ihn. Zumindest niemand, in dessen Nähe ich wohnen wollte, und mit “Nähe” meine ich “nicht durch einen verminten Graben ätzender Lava mit Selbstschussanlagen getrennt”.

Ich bin mir nun an dieser Stelle aber bewusst, dass es Leute gibt, die das anders sehen, aber davon möchte ich sie auch nicht abhalten – auf der anderen Seite des Lavagrabens, aber. Die hingegen finden, sie müssten mir ihre (widerliche) Moral aufdrängen – wie Kommunisten ja auch – weil ihre so gut sei und meine so böse, allein, weil sie “nationalistisch” wäre.

Das Problem dabei ist, dass eine Nation – oder ein Stamm, mirwegen, oder jedwede Gruppe, eigentlich – immer nur dann eine solche bildet, wenn sie irgendwas gemeinsam hat (respektive davon hat, eine Gruppe zu bilden). Wir hatten hier ja schon einige Beiträge über “deutsche Kultur”, irgendwelche Deppen, die fänden, wir hätten gar keine, weil man in ihrem im Heimatland ihrer Eltern noch Homosexuelle von Hochhäusern wirft und Ehebrecher steinigt oder sowas, aber das ist jetzt überhaupt nicht wichtig.

Wichtig ist, dass Deutschland vor 20 Jahren eines der angesehendsten Länder der Welt war. Und gerade dabei ist, diesen Status zu verlieren. Und eines der reichsten Länder dieser Welt war – und dito. Und- ja, das ließe sich lange fortsetzen, aber so insgesamt haben wir als Deutsche irgendwas, was nichtmal unsere Nachbarn haben – ich meine, ihr seid sicher alle schonmal mit einem Mercedes und einem Renault oder Skoda gefahren, oder? Da ist ein Unterschied.

Und das ist “what German culture boils down to”, auf Englisch, weil “wir Deutschen” an so einen Mist eigentlich keinen Gedanken verschwenden: Deutsche machen Sachen ordentlich. Und zwar von Anfang an, nicht 可以 oder “Tamam”, sondern es passt dann halt wirklich. Zuverlässig.

Und das ist etwas, was Deutschland als Gesellschaft, als Staat, und ganz besonders nicht als Rechtsstaat nicht aufgeben kann. Darf. Muss: Sachen ordentlich machen.

Und genau das ist die Parallele des (nominal) irrelevanten Falles von Sami A. und den 12 (angeblich) arbeitenden (angeblichen) Flüchtlingen aus der SZ: Das, was da abgeht, ist in keines ordentlichen Deutschen Vorstellung irgendwie in Ordnung, weder der Unsinn, Terroristen zu re-importieren, noch das Abschieben von Leuten, die hier ihr Möglichstes geben, etwas zur Gesellschaft beizutragen.

Deutschland war mal – als ich jung war – eine offene Gesellschaft, die jedem hier – skeptisch, aber das war auch berechtigt – eine Chance gegeben hat. Schon meine Eltern haben Souflaki beim Griechen gegessen, Döner beim Türken, andere haben mit denen Räder an BMW’s geschraubt, und in meiner Generation sind wir mit deren Kindern auf die Uni gegangen, saufen gegangen, und ja, gevögelt haben wir die auch.

Und wir haben festgestellt, dass es da kulturelle Unterschiede gibt – aber dass das keine Fixpunkte sind: Arzus Bruder aus Afghanistan war zB sehr viel offener als Sohras Bruder aus Afghanistan, aber beide sind immer noch Welten besser als Burim aus – irgendeinem anderen ~stan – Land, der Babsi vergewaltigt hat (Barbaras Name geändert).

Und wenn dann Irina aus [irgendeinem Zigeunerland] im ersten Semester abgeschoben wird, weil – naja, weil man ja Burim schlecht abschieben kann, der vergewaltigt ja sonst nur die Tochter des Sachbearbeiters auch noch, dann denkt man schon irgendwie, man lebt in der letzten Bananenrepublik.

Das aber war vor 20 Jahren, und das war (auch) in Bayern. Und da wurde Burim halt natürlich auch abgeschoben. Das macht einen Rechtsstaat aus: Nicht Gutmenschentum, sondern Konsequenz.

Aber an dieser Konsequenz mangelt es heutzutage, siehe oben, Menschen sowieso grundsätzlich und Linken insbesondere – siehe die Schwedin in dem Flugzeug, die durch 180fache Nötigung ohne nennenswerte Konsequenzen erreicht hat, dass ein Frauenschläger und Kinderschänder in Schweden bleiben darf.

DAS ist Versagen eines Rechtsstaats. Wie auch – nehmen wir ein Beispiel aus dem Jammerartikel der SZ – Prissilla (no typo) “sogar bei der nigerianischen Botschaft hat sie sich um einen Pass bemüht” – ja sammal, was soll den das für eine “Integrationsleistung” sein, einen fucking Pass zu haben? ah – ne – Moment – sich darum ‘zu bemühen’? Beantrag mal als Deutscher Deinen neuen Pass fünf Minuten zu spät, kostet gleich mal 40 Euro. Keine Ahnung, was “nicht haben” bringt, aber wahrscheinlich gilt man dann als Reichsbürger und wird ausgewiesen. Man hat ja schließlich niemandem was getan.

Und im Endeffekt muss man sich um das Negermädchen, was einem die Gutmenschen von der SZ als Beispiel für “gelungene Integration und trotzdem abgeschoben” präsentieren nichtmal ernste Gedanken machen – hat sie sich doch anbumsen lassen. Von einem fucking Kevin. Obwohl sie kurz vor ihrer Ausbildung zum Zimmermädchen stand, die böse deutsche Justiz. Denn das ist es, wofür Deutschland international bekannt, beliebt und gefragt ist: Zimmermädchen.

Nicht ein einziger der SZ-Kandidaten, für den sich (vielleicht?) zwei Frauen von Asylbewerbern haben vergewaltigen und/oder umbringen lassen müssen (mir fällt echt kein anderer Grund ein, warum das drei Frauen geschrieben haben) hat auch nur eine Aussicht auf einen Job, der nicht nur vom deutschen Wohlstand abhängig ist; die meisten sind in der “Ohgott-Pflegenotstand” – Pflege.

Das ist von den (überlebenden) Autorinnen auf einem Niveau widerlich, dass ich es nicht beschreiben kann. “Guckt mal, ihr bösen Nazis, die dreckigen Neger hier sind sich nicht zu schade, euren Nazi-Omas die Scheiße von den Beinen abzuputzen, aber ihr CSU-Nazis schiebt sie ab”.

Das ist das Diskussionsnievau, auf dem wir angelangt sind. Wörtlich Scheiße. Die Neger (und Albaner oder so) gerne wegputzen wollen, weil – naja, weil es in Negerland wie Albanien halt noch mehr Scheiße gibt, und man hier immerhin dafür bezahlt wird, sie wegzuputzen.

Aber das ist doch nicht der Punkt? Denkt ihr ernsthaft, irgendein “die nehmen mir die Jobs weg” – Nazi würde Scheiße wegputzen? Hallo? Das sind Nazis (sagt ihr), die sind für Euthanasie. Ganz besonders, wenn die Alternative ist, sich von einem Neger den Arsch abwischen zu lassen.

Wer, denkt ihr, sind eure Gegner? Bigotte Arschlöcher? Okay – das sind sie, aber dann sind sie keine Nazis; die haben sich (“stolz” auf ihren Bullshit) hängen lassen, als sie verloren hatten.

Und dann wundert ihr euch, wenn Leute Trump wählen – aber der ist ehrlich und macht, was er sagt. Ich meine – der hat wohl deutsche Vorfahren, das bleibt wohl hängen. Machen.

Oder Erdoğan. Tusk. Orban. Kurz. Ihr habt sie doch nicht mehr alle?!

Naja -fairerweise hattet ihr sie wohl vielleicht noch nie. Von daher ist alles, was ich dazu sagen kann, eh für den Arsch, von dem ihr erwartet, dass ihn irgendein Neger abputzt, aber ich sage es trotzdem:

Es gibt eine Menge gut integrierter, arbeitender, respektabler Zuwanderer in diesem Land. die meisten davon kommen aus Asien, aber auch aus dem mittleren Osten, und sicher auch drei oder vier aus Afrika, die eben in der Genlotterie gewonnen haben (siehe).

Das, aber, sind die Leute, die durch den von euch befürworteten Import von Schlägern, Dorgendealern, Zuhältern und Terroristen hier mit Rassismus konfrontiert werden, weil sie nicht aussehen, als heißen sie Sepp Bauer. Und sicher nicht, als wären sie der Herr Doktor Mgamba Nwawmbama, dessen Namen zwar niemand aussprechen kann, aber hat er dafür einen Doktortitel.

Das sind die Leute, die mir leid tun. Und ja, auch die Putzfrau aus Ghana, auch wenn sie halt nur Putzfrau ist. Die trägt zum Wohlstand der deutschen Gesellschaft bei. Klar – “nur” durch saubere Toiletten, aber hey – in Ghana gibt es nun eher gar keine Toiletten; das ist doch hervorragend gelungene Integration?!

Aber natürlich, die wird als erstes abgeschoben werden; die hat ja nun einen Job, einen Ausweis, bezieht keine Sozialhilfe, macht den letzten Drecksjob – auf die Kleinen kann man schön runterprügeln, wenn man “Staatsmacht” ist. Und Steuererklärung macht sie sicher auch nicht (weil man für eine deutsche Steuererklärung ein bis zwei Studienabschlüsse braucht), aber hey – die arbeitet sicher schwarz nebenbei. Also, nicht schwarz, natürlich, sondern europäisch-afrikanisch. Da kann man ja mal die volle Härte des Rechtsstaats zeigen – bei albanischen Zuhältern und minderjährigen Nutten hingegen zünden die einem am Ende noch das Polizeiauto an.

Aber hey – da kann man dann ganz schnell sagen, dass “Rechtsstaat” auch bedeutet, dass es nur Gleichheit im Recht, aber keine Gleichheit im Unrecht gibt.

Das ist aber nur dann eine vernünfige Aussage, wenn es eine Gleichheit im Recht gibt. Und irgendwie Unrecht bekämpft wird. sonst ekelt man nur alle Leute raus, die was tun – einige durch Ausweisung, andere, weil sie spätestens dann nicht mehr einsehen, warum wir fucking Terroristen wiederhaben müssen/wollen.

Aber, liebe “demokratisch legitimierte Regierung” – macht ruhig so weiter. Da kann überhaupt nix passieren, es ist ja nun nicht so, als wären wir noch tribalistische, aufs Eigenwohl bedachte Deutsche, die auch was gebacken bekommen. Und ist auch nicht so, als würden meine Nachbarn Lenkraketen bauen oder in der Nukleartechnik tätig sein. Macht ruhig weiter, Euch passiert schon nichts. Ist wie bei den Negern, die zu doof sind, Laster anzuzünden. ganz sicher.

Echt nicht, übrigens. Wir können gerne auch weggehen. Uns bezahlt gerne jeder. Euch, liebe Politiker, aber halt nicht.

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Homophobie rechtfertigen mit Pornos

Das Problem, was ich mit linken Kampfbegriffen wie Racist, Sexist, Homophobe etc. pp. habe ist die Beliebigkeit ihrer Anwendung. Gerade macht ein Fall die Runde, in dem ein US-Pornosternchen sich erhängt hat. Das hat sie natürlich vor allem deswegen getan, weil sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte.

Nun ist der Tenor der Medien aber der, dass das am furchtbaren Online-Bullying läge.

Was ist passiert?

Nunja, August (ein sehr blöder Name für eine Frau, aber mei…) macht Mainstream-Vanilla Porn, siehe hier (nsfw). Nun war sie für einen Dreh gebucht mit einem Typen namens Jaxton Wheeler (ich würde diesen Link nicht klicken), der normalerweise Schwulenpornos macht.

Jetzt wollte aber August nicht mit dem Schwulen bumsen, weil – das ist ja nun erstmal egal, das ist ihre Entscheidung. Problematisch wird es dann, was sie twittert:

Anständige Frauen kaufen nämlich nicht bei Juden vögeln nicht mit Homos. (Sprecht mal den letzten Satz aus, es fühlt sich enormst grotesk an, das zu schreiben.)

Natürlich wird ihr da dann auch sofort Homophobie vorgeworfen…. was meines Erachtens zutreffend ist. Sie möchte nämlich nur keinen Sex mit Jaxton, weil der (a) mit Männern poppt, das (b) auch abseits von Kameras und (c) Geschlechtskrankheiten und HIV in der Homo-Szene grassieren wie Scheidenpilz.

Auftritt der bigotten Feministen:

Tja…. nicht mit Schwulen zu vögeln ist halt (mal abgesehen von der Tatsache, dass das Wort “schwul” früher mal bedeutete, dass Männer eben keinen Sex mit Frauen haben) aber homophob, bei allen Begründungen dafür – ich bin ja kein Nazi, aber…

Selbstverständlich hat die junge Dame vollkommen Recht damit, dass sie sich kein Aids holen will und deswegen grundsätzlich nicht mit Männern dreht, bei denen das Risiko da doch recht hoch ist. Aber – und das ist das wichtige ABER: Genau diese Generalisierung ist es, die von den Linken als racist, sexist, homophobe, als schlecht gebrandmarkt wird.

Ich kann nämlich auch recht gut erklären, dass ich nicht an Zigeuner vermieten würde, da die nur die gesamte Nachbarschaft beklauen, ihre Miete nicht bezahlen und die Wohnung zerstören würden. Alle Zigeuner? Ne, sicher nicht, aber nicht alle Schwulen haben AIDS. Es ist eben diese Generalisierung des Einzelfalls, die einen *ismus daraus macht; kategorische, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Miss Ames ist also durchaus und nach jedweder Definition homophob, wenn sie nicht mit dem Typen vögelt, nur weil er schwul ist, und Schwule im Allgemeinen X seien. Analog wäre sie auch rassistisch, wenn sie nicht mit Negern poppen würde, nur weil es Neger sind – auch dann, wenn sie grundsätzlich nicht mit Negern poppt, weil die ihr zu große Schwänze haben. Es ist schlecht, ein einer Gruppe zugeschriebenes Merkmal zur Beurteilung eines Individuums heranzuziehen. 

Das jetzt bitte nicht falsch verstehen: Ich bin sehr dafür, Menschen zu diskriminieren, wenn es dafür einen guten Grund gibt; es sind genau die SJW-Spinner, die das nicht richtig finden (und die gleich ‘Rassismus’ brüllen, wenn jemand es sich nicht leisten kann oder will, an unzuverlässige Gruppen zu vermieten oder unzuverlässige Gruppen (z.B. Frauen) einzustellen).

Und der Tweet von Miss Ames oben wäre nach den Maas’schen Zensurgesetzen in Deutschland Volksverheutzung; zumindest, wenn er von der AfD käme.

Davon ist er (a) immer noch ihre Meinung, (b) ist diese Meinung nicht dumm und (c) sollte sie die auch sagen dürfen.

Genau wie Jaxton darauf einen schwulen Aufschrei starten darf:

Und nun? Schaut, das ist das Problem, wenn Leute vergessen haben, wie man miteinander redet oder jedweden blöden Racist, Sexist, Homophobe – Vorwurf fucking ernst nimmt, als käme er von Leuten, die etwas anderes machen als sich fucking Homo-Pornos anzuschauen.

Denn die Meute, die jetzt Jaxton Vorwürfe macht, er habe August in den Tod getrieben (obwohl das recht offensichtlich Unsinn ist; sie hat sich erhängt; keine Pillen genommen) ist das nur eine idiotische Eskalationsspirale grenzdebilder Vorhaltungen in Bezug auf vollkommen normales menschliches Verhalten. Das ganz besondere Schneeflöckchen hat aber seinen Twitter-Account zugemacht, damit er sowas hier nicht lesen muss:

Jaja, so sind sie, die Gutmenschen. Das soll übrigens eine Kampagne gegen Cyber-Bullying sein.

Ganz ehrlich: fickt doch wen ihr wollt, ganz besonders euch selbst.

20 Dinge, die nichts mit Vergewaltigungen zu tun haben

Die Teen Vogue, also genau die richtige Adresse für bigotte Frauen, die vornehmlich gegen Körperstandards kämpfen, aber sich anziehen und stylen wie billige Nutten, hat eine Reihe ins Leben gerufen, auf die ich durch die grenzdebile Schlampe Emily Lindin aufmerksam geworden bin: Die Reihe “Not Your Fault“, die jungen Frauen das Konzept der Rape Culture als Ersatz für fehlende Eigenverantwortung näherbringen möchte.

In diesem Rahmen wird das Projekt “It’s On Us” referenziert, was sich irgendwie auch gegen Rape Culture engagiert, und zwar mit einem Video über mixed messages projected at girls and boys, die… ach, machen wir es hart:

20 Ways People Slut Shame Rape Victims

… darstellen sollen, aber faktisch absolut überhaupt nichts mit Vergewaltigungsopfern zu tun haben. Und da die antifeministische Szene gerade so dabei ist, sich mal gegen die Verharmlosung von Vergewaltigungen durch die Gleichsetzung mit absoluten Nichtigkeiten auszusprechen, leiste ich da halt auch mal meinen Beitrag:

Ich bin mir absolut sicher, dass niemand auf diesem Planeten jemals gesagt hat, “ach, der hat dich nur vergewaltigt, weil er dich mag”. Was soll das? Das androgyne Kind auf dem Bild ist vielleicht 8; da verhalten sich Jungs gegenüber Mädchen wirklich so. Die vergewaltigen sie aber auch nicht. Niemand vergewaltigt Leute, die er mag.

“Tattletale” heißt Petze. Ich spule mal zurück: Ich bin mir absolut sicher, dass niemand auf diesem Planeten jemals gesagt… ne, Kinders, kommt; was soll der Quatsch? Nehmt ihr euch selbst nicht ernst? “Sei keine Petze” ist eine gute Empfehlung, niemand mag Denunzianten, aber wirklich, wirklich überhaupt niemand mag Vergewaltiger. Ganz und gar überhaupt niemand. Jeder, wirklich jeder unterstützt Vergewaltigungsopfer. Jeder. 

… ja, und deswegen sperren wir je nach Zivilisationsgrad Leute ein, die Frauen was tun, verheiraten sie mit ihren Opfern, damit sie zeitlebens unglücklich sind oder schneiden ihnen den Schwanz ab und ersticken sie damit. Ich sehe wirklich nicht, wie das überhaupt Slutshaming sein kann; es hat ja nichtmal was mit Frauen zu tun.

Ja… wir wissen alle über den Zusammenhang von kurzen Röcken und Vergewaltigungen, hier nachzulesen bei der Weekly World News. Die natürlich keine Satirezeitung ist, wie auch der Feminismus eine ernstzunehmende Bewegung. M-hm.

Abgesehen davon ist das eine sehr gute Empfehlung, wenn man eine hysterische Feministin ist, die es als Vergewaltigung empfindet, wenn einem die Kamera auf die Beine zoomt. Nicht, dass das bei Feministinnen jetzt passieren würde; Kameraleute haben ja Augen.

Jaja, das ist halt Zeitgeist – you don’t simply walk into Mordor. Früher war das mal Walk on, walk on | With hope in your heart | And you’ll never walk alone. Übrigens einer der Punkte, warum Frauen zunehmend weniger mit der Realität klarkommen: Feministinnen und andere bekloppte Rape-Culture-Förderer verursachen eben nur Panik, keine Hoffnung.

Abgesehen finden die meisten Vergewaltigungen durch Bekannte des Opfers statt, das ist also eher ein unproduktiver Tipp –nominal. In Kombination mit “umgib dich nicht mit Arschlöchern” hingegen ein ganz hervorragender, und so ist er auch gemeint. Aber wo kämen wir denn hin, wenn Feministen etwas aus dem Kontext reißen? Aber freilich kennen die auch nur Arschlöcher; gleich und gleich gesellt sich gern.

Der Satz, den Vergewaltigungsopfer am häufigsten hören. Von – äh, ne, nichtmal dem Vergewaltiger. Also – von Niemandem. Nichtmal männliche Vergewaltigungsopfer.

Reden wir jetzt eigentlich überhaupt mal über Vergewaltigungsopfer, oder reden wir einfach nur über Schlampen? Weil – ganz ehrlich – das ist etwas, was Schlampen hören. Schlampen werden aber tendenziell seltener vergewaltigt, weil die zu sehr damit beschäftigt sind, sich von irgendwem durchknallen zu lassen als die braven Mädchen, die abends nach Hause gehen. Liebe Schlampen: Im Gegensatz zu Vergewaltigungsopfern könnt ihr was dafür, dass ihr Schlampen seid, und wohlgemerkt auch nur ihr.

In Zeiten, in denen – um es hier mal ganz deutlich zu sagen, wer die eigentliche Gruppe ist, die es Vergewaltigungsopfern schwer macht – Schlampen Sex ex post bereuen und dann “Vergewaltigung” brüllen wie in etwa jede einzelne Frau, die damit in die Medien kam, ist das eine berechtigte Frage. Die wichtigere aber wäre: Hast Du den Sex klar und deutlich nicht gewollt? Denn ansonsten wäre die relevante Frage “warst du bewusstlos”. Und nein, besoffener Sex zählt nicht als Vergewaltigung, wir sind nicht in einem US-Campus-Safespace.

… fragte der Richter, um die Glaubwürdigkeit des Erinnerungsvermögens einschätzen zu können? Ansonsten widerholen wir uns. Ach Gott, ja, Feministen wiederholen sich immer bloß. Sonst wären das ja am Ende nur 18 Punkte, und 18 ist ja total Nazi (Spoiler: Es sind dann 23, minus Dopplungen werden 18).

Ach kommt, Kinders, Wiederholungen sind scheiße. Ich hab hier nicht euer Publikum, die sind hier nicht alle doof, und die haben auch nicht die Schindlers-Liste-Musik dazu.

Ja – ganz ehrlich, das ist doch wieder das Schlampen-Problem und die Glaubwürdigkeit, oder? Aber wenigstens mal ein Punkt, der tatsächlich Slutshaming für Vergewaltigungsopfer darstellen könnte. Aber halt wichtig für die Frage, ob es halt vielleicht doch eher rapeshaming von Schlampen ist.

Sagen Vergewaltiger – wenn sie es nicht wollte. Wie erwähnt: Niemand mag Vergewaltiger. Und Falschbeschuldigungsopfer wie Martin N. über Schlampen wie die mit der Matratze, die wörtlich in den Arsch gefickt werden wollte. Ja, das ist blöd für die Vergewaltigungsopfer, aber das liegt an den Schlampen.

Das ist allgemein ein sehr guter Hinweis, den ich auch meiner Tochter geben würde. Und meinem Sohn. Und eigentlich jedem. Außer denen, denen ich empfehle, sich die Pulsadern aufzuschneiden.

… übermäßiger Alkoholkonsum führt nämlich zu einer Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsen- oder Speiseröhrenkarzinom und einem langsamen, vorzeitigen Tod. Mindestens aber macht man sich total zum Affen, verliert seinen Führerschein, landet mit jemandem im Bett, was man am nächsten Tag bereut, beschuldigt den fälschlicherweise der Vergewaltigung, weil man nicht als die Schlampe dastehen will, die man ist, dann sieht die ganze Welt dein Sexvideo, und du bist auch noch vorbestraft. Gell, Gina-Lisa?

Ja – ne, trinkt nicht so viel.

Tease beschreibt Frauen, die einen scharf machen und dann nicht liefern. Da es dafür im Deutschen kein Wort gibt, gibt es solche Frauen in Deutschland nicht, und ich halte das Phänomen für ausgedacht; in Amerika sind eigentlich alle Schlampen.

Hmmm… ja, hätte sie wirklich nicht sollen, wenn er sie dabei vergewaltigt hat. Blöd, die Realität, gell? Hilft halt ex post nix und ist nur widerlich, sagt daher auch außer irgendwelchen Shitlords niemand. Ah, und Frauen, natürlich.

Für Männer impliziert diese Aussage sicher nicht, dass man Frauen vergewaltigen soll (wenn man nicht Teil einer erfolgreichen Eroberungsarmee ist, aber selbst da darf man das seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr). Frauen hören diese Aussage eher nicht. Daher: Wtf?

Yeah… das ist mal Slutshaming, betrifft aber eher die wenigsten Vergewaltigungsopfer. Wie erwähnt sind Schlampen in der Regel zu beschäftigt damit, durchgevögelt zu werden, als dass irgendwer dazukäme, sie zu vergewaltigen. Das ist also eigentlich nur ein Kleidungstipp für anständige Mädchen, und der ist nicht doof.

Solche Frauen gibt es. Aber die sind es nicht wert, wenn sie es nur spielen. Sie sind es wert, wenn sie schwer zu haben sind. Aber natürlich ist das Slutshaming, das über Schlampen zu sagen – weil es voraussetzt, dass sie Schlampen sind, damit es zutrifft. Ich verstehe immer noch nicht, was an dem Kritisieren von moralisch verwerflichem Verhalten irgendwie falsch sein soll, aber wie so vieles im Feminismus muss man das wohl einfach glauben.

Das ist jetzt (a) Nummer 21 auf der 20-Punkte-Liste und (b) die vierte Erwähnung von Alkohol. Es kommt mir so vor, als würde das “rape culture” – Problem eigentlich nur eine “slut culture” beschreiben, also Frauen, die sich benehmen wie Seeleute nach sechs Monaten auf hoher See und dann am nächsten Tag neben was aufwachen, wo sie recht schnell wieder auf ihr Boot zurückwollen – bis auf, dass sie halt nicht auf einem Boot arbeiten.

Das erklärt auch die weltweit abnehmenden Zahlen bei Vergewaltigungen – außer da, wo sich die Bedingungen ändern, also man z.B. Horden unkultivierter Barbaren importiert (Deutschland) oder zwangsweise Frauen irgendwo reinsetzt, wo vorher keine waren (Bundeswehr). Und dieser Slutshaming – Unsinn ist die Projektion deren eigenen schlechten Gewissens nach Außen, wie das auch Falschbeschuldigungen sind (die m.W. ebenso zunehmen).

Liebe Frauen: Wir Männer sind als Gesamtheit nicht bereit, die Verantwortung für Euer Verhalten zu übernehmen, und ihr wolltet den Mist mit der Emanzipation. Jetzt übernehmt auch mal wenigstens Eigenverantwortung.

Ja… äh… was? Im Deutschen hat das den Nachsatz “die dich nichts angehen”, und dann ist der auch vollkommen korrekt. Der widerspricht nur eurem “das Private ist Politisch” – Schwachsinn, aber deswegen mag euch – außer Politikern – auch niemand.

Jaaaaah… weil einmal “Act like a man” nicht reicht, gell, Frau Wizorek?

Das habe ich jetzt bei durchaus vielen Punkten abgestritten, oder? Und wer sind “they”?  Ah – girls and boys in their tween, teen and college-age years. Streite ich immer noch ab, und wenn, ist es eine gute Empfehlung.

Warum?

Nein. Ihr habt meine letzte Frage nicht beantwortet, und die wäre wichtig.

Oh Gott. Noch mehr? Naja, meine Frau ist gerade auf so einer GiveYourMoneyToWomenDieWasSinnvollesTun – Veranstaltung mit überdimensionierten Schecks, Presse und Sekt, von daher:

Sterbt! Blast mir einen! Haaaaaaaaaalllo?!

Ne, tut es nicht. Empirisch überprüft.

Bei “Take the Pledge” gibt es übrigens nur ein Anmeldeformular. Keinen Pledge. Hey, sogar ich habe einen Pledge. So, halt, mit Text und Inhalt und so. Macht ihr da reines Virtue-Signalling ohne Sinn, Verstand, Inhalt und Ziel? Oder geht es um das hier, neben dem (mutmaßlichen) Vergewaltiger?

Weil – da will ich nicht mitmachen. Nicht-einvernehmlicher Sex ist nicht “nur” sexuelle Nötigung, sondern Vergewaltigung, und das sollte man nicht verharmlosen. Das macht ihr aber. Ihr seid damit auf meiner Meschlichkeitsskala ganz weit unten – wie alle Feministen, Vergewaltiger – und Politiker.

Das kann überall passieren, also ist #2 ein reiner Lückenfüller, und ich werde einen feuchten Dreck tun, eure in einem Nebensatz versteckte “consent cannot be given” – Definition zu übernehmen. Das ist nämlich ganz einfach: Wenn Du vollbesoffen dein Auto zu ´Schrott fährst, zahlt das deine Versicherung nicht. Wenn du dich also vollbesoffen von irgendwem nageln lässt, ist das ebenso ganz alleine dein Problem. Freilich können auch hackedichte Frauen vergewaltigt werden, aber das hat die Voraussetzungen, dass sie zu dem Zeitpunkt nicht will, nicht, dass sie es nüchtern nicht wollte. Es ist ihre eigene, freie Entscheidung, sich zu besaufen, nicht mein Problem, und auch nicht das des armen Würstchens, der außer besoffenen Schlampen nichts abbekommt.

Wir haben nämlich eine Umgebung, in der sexuelle Übergriffe nicht toleriert werden. Ihr seid diejenigen, die so tun, als wären irgendwelche Hollywood-Huren, die sich ihren Oscar erfickt haben, irgendwie Opfer von irgendwem außer ihrer eigenen, fehlenden Moral, Gier und Geltungssucht.

Nein, ihr widerlichen Pisser, das unterstütze ich ganz sicher nicht. Und auch nicht eine einzige Frau, die vergewaltigt wurde. Keine einzige.

Und ganz ehrlich fällt es mir schwer, euch nicht zu wünschen, dass ihr mal vergewaltigt werdet. Und das tue ich nur nicht, weil das niemand verdient hat. Nichtmal ihr. Aber Erschießen wäre in Ordnung. Oder Steinigen.

Brief an eine alte Jungfer

Als ich in der Schule war, hat man da noch (zumindest formell) inhaltliche Dinge gelernt und nicht nur was über die Befindlichkeiten von geisteskranken Lesben oder Männer mit Kastrationsfantasien. Eines davon ist das Konzept der Gewaltenteilung, also des Staates in Legislative, Exekutive und Judikative, als Säulen des Rechtsstaats. Das Konzept der Presse als “vierte Gewalt”, als weitere Säule dieses Rechtsstaats, wurde mir von Jeffrey Archer nähergebracht.

Nun kann man sich den demokratischen Rechtsstaat als Hocker vorstellen, der mehrere Füße hat. Ein dreibeiniger Hocker steht immer stabil, auch auf unebenem Grund. Das ist praktisch – und war das Sitzmöbel der Wahl für die einfachen Leute; Stühle mit vier Beinen waren was für Könige.

Mit dem Fall der Monarchie hielt der vierbeinige Stuhl dann Einzug in die Stuben der Arbeiter, und kurz darauf bekamen sie auch eine Tageszeitung. Das sieht gut aus, ist bequem, und da kann man schonmal ignorieren, dass es eigentlich fast immer kippelt – man baut halt als sorgfältiger Deutscher einfach sehr ebene Böden, dann geht das schon mit den vier Beinen. Zudem, das muss man dem vierbeinigen Stuhl ja auch lassen, fällt der nicht gleich um, nur weil ein Bein bricht – der dreibenige Hocker hingegen schon. So ist auch das “Fourth Estate”- Konzept mit der Presse als Korrektiv der drei Staatsgewalten sinnbildlich zu erfassen.

Freilich aber setzt das weiterhin einen sehr ebenen Boden voraus – der vierbeinige Stuhl kann, im Gegensatz zu einem gleich dreibeinig konstruierten Stuhl – schon auf vier Beinen nur unter idealen Bedingungen stabil stehen, wird der Untergrund abgenutzt oder zum Beispiel durch Antifanten rausgerissen und auf Polizisten geworfen, kippelt das schon sehr – bis zum Umfallen.

Es ist an dieser Stelle natürlich müssig, über die Sinnhaftigkeit von drei- versus vierbeinigen Stühlen zu sinnieren, da wir de facto einen vierbeinigen Stuhl haben. Und, wie sich das vierte Rad am Wagen nicht müssig wird, uns zu erzählen, bräuchte das dringend mal einen Reifenwechsel. Freilich aber gibt es – ja, im Internet- eine ganze Menge neuer Reifen unterschiedlichster Qualität. Was – natürlich – die alten Reifen stört, wollen sie doch nicht entsorgt und verbrannt werden, schon der Umwelt wegen.

Ein Vögelchen hat mir – wohl, um mich zu ärgern – diese Allegorie einer Caroline Fetscher (Triggerwarnung: enthält ein Bild von Caroline Fetscher) zugeschickt. Frau Fetscher schreibt:

Die sich von der Demokratie verabschiedet haben, sind in einer eigenen Welt voller Ressentiments.

Ich habe gestern schon geschrieben, wie sehr es mich ankotzt, dass diejenigen, die Demokratie und Rechtsstaat am meisten sabotieren und gezielt zu zerstören versuchen ebendiese Begriffe am lautesten schreien – und damit inhaltsleer machen. Heute möchte ich dazu also nur noch sagen, dass der zitierte Satz kein Deutsch ist. Es müsste “Die(jenigen), die” heißen. Nein, das ist nicht diskutabel. Und Leute, die kein ordentliches Deutsch können, wollen die vierte Gewalt im Staat sein. Freilich, das passt zu Justizministern ohne Respekt vor dem Recht, Polizisten, die ihren Job nicht machen dürfen, weil das “unschöne Bilder” geben könnte und einer Legislative, die nur noch um ihrer selbst Willen existiert, aber wenn die Beine des Hockers derart niedrig sind, können wir uns auch gleich auf den Boden setzen. Das ist dann übrigens auch schon der Punkt, den Caroline Fletscher nicht versteht:

Im Korb einer Frau mittleren Alters liegt neben den Einkäufen „Der Spiegel“. Freundlich tippt sie jemand hinter ihr an, ein junger Mann, Ende zwanzig, sportlich gekleidet, kurzes Haar. „Die Zeitschrift legen Sie besser zurück ins Regal“, rät er beiläufig. „Was da drinsteht, kriegen Sie online gratis.“ „Ja? Alles?“ Geduldig führt er aus: „Füttern Sie lieber nicht die Journalisten, die erfinden sowieso das meiste oder schreiben von anderen ab.“ „Ach“, staunt die Frau und wird hellhörig, „wo erfährt man das denn?“

Vage verweist der junge Mann auf das Internet, er will aber illustrieren, was er meint: „Zum Beispiel, ein Reporter hat Fotos von Rechten gemacht, auf dem G-20-Gipfel. Mit denen hat zufällig gerade einer geredet, der nicht dazugehört, aber unter dem Bild stand, das wären alles Neonazis.“

„So was passiert sicher mal“, sagt die Frau, „deswegen ist ja nicht alles falsch, was Medien berichten. Wenn keiner bezahlt, können sie irgendwann nicht weiterarbeiten.“

Was eine tolle Geschichte. Ich habe neulich bei der Welt einen Artikel gelesen, der mal mit der von linken Idioten propagierten Lüge aufräumt, “Gutmensch” wäre von den Nazis erfunden worden. Der Autor führt das Wort auf einen Lektor eines Buches eines Christian Oesers (was wiederum ein Pseudonym ist, aber egal) zurück. Das Buch trägt den überhaupt nicht sperrigen Titel “Ch. Oeser’s Briefe an eine Jungfrau über die Hauptgegenstände der Aesthetik: ein Weihgeschenk für Frauen und Jungfrauen, denen es mit der ästhetischen Bildung Ernst ist“. Ich erwähne das Buch deswegen, weil Frau Fetscher es wohl nicht gelesen hat, sonst wäre uns die Anekdote aus dem Paulanergarten oben erspart geblieben:

Diejenigen verstehen übrigens die Hoheit der Poesie schlecht, die da glauben, sie dürfen sich Nachlässigkeiten der Sprache erlau­ben; vielmehr erfordert sie die höchste Vollkommenheit, denn sie ist Schöpferin und Meisterin der Sprache selbst und muß als hohes Vorbild im höchsten Grade rein, richtig, deutlich und bestimmt sein. Ueberdies vermeidet die poetische Sprache Weitschweifigkeit und Breite, denn diese Fehler langweilen und hindern also- die rege Thätigkeit; hingegen bestrebt sie sich so kurz als möglich zu sein und wird eben dadurch auch bestimmter und kräftiger.

Gell, was der Mann da den Frauen und Jungfrauen mit auf den Weg gegeben hat, klingt doch ganz sinnvoll, oder? Aber gut, weiter mit Frau Fetscher; dem jungen Mann ist es nämlich herzlich egal, dass eventuell selbsternannte Journalisten für ihre Lügen (oder, im Fall von Frau Fetscher, Meinungen) nicht mehr bezahlt werden könnten:

„Dann würden die mal sehen, wie es unsereinem geht!“ Wie es ihm geht? „Na, der nette Netto-Rest, den einem der Staat übrig lässt“, sagt er, beträgt für ihn als gelerntem Einzelhandelskaufmann um die 1200 Euro, in seiner Familie gibt es Arbeitslose: „So sieht das aus.“

Tjo, an der Stelle endet dann auch schon Frau Fetschers illustre Geschichte, und sie geht ohne Umschweife dazu über, dem fiktiven jungen Mann noch sehr viel mehr anzudichten, als er – selbst in ihrer eigenen, fucking Fantasie – irgendwie zum Ausdruck gebracht hat:

was er sagte, war explosiv gefüllt mit Subtexten. Das Auffälligste an solchen Einlassungen im Alltag sind ihre Auslassungen, es fehlt der ungenierte Klartext der anonymen Online-Foren. Aber zu ahnen ist er: Die Lügenpresse betrügt uns, der Staat kassiert zu viel Steuern, die Rente wird nicht reichen, den Asylanten geht es zu gut, die Regierung ist schuld am Terror, kurz, „wir“ sind „denen“ egal.

“Die Lügenpresse betrügt uns” ist ziemlich wörtlich genau das, was der junge Mann gesagt hat. Das ist kein “Subtext”. Das steht da. 

Und wer, bitte, außer den politisch Verantwortlichen ist denn bitte sonst Schuld am Terror? Lieschen Müller? Du? Ich? Lass mich raten – natürlich ich.

Indirekt hatte der junge Mann im Supermarkt seine Anschauung der Welt offenbart, reale Nöte neben Ressentiments, Verbitterung, Zynismus. […] Die Warteschlange nutzte er als Gelegenheit, im Alltag, nebenher, seine Propaganda auszuprobieren.

Der Mann hat direkt seine Ansichten über die Presse und seine realen Nöte kundgetan. Das ist keine Propaganda, das ist eine Einzelmeinung. Propaganda ist, wenn man eine Meinung mit Massenmedien verbreitet. Wie, übrigens, du, Caroline.

Deren geübte Doppelbödigkeit hat etwas Unheimliches

Und schon sind wir bei der Extremform weiblichen Solipsismus: linkem weiblichen Solipsismus. An welcher Stelle bitte ist der Mann denn doppelbödig?

denn die so reden, haben sich vom demokratischen Konsens verabschiedet.

Boah, schon wieder. Alles, was ich sage, ist demokratischer Konsens, und alle anderen Meinungen sind antidemokratsich. Sammal.

Sie glauben dem kein Wort mehr.

“Dem” was? Dem demokratischen Konsens, einer theoretischen Fiktion? Oder der (lügenden) Lügenpresse? Lügenden, ihre Wahlversprechen nicht einhaltenden Politikern? Das nennt man Vernunft, wenn man Leuten nicht glaubt, die nachweislich viel lügen. Vernunft. 

Die Fremdenfeinde sind selber die Entfremdeten, sie sind ausgestiegen – eine Haltung, wie sie das sardonische Lächeln mancher AfD-Protagonisten verrät.

Und ihr dachtet schon, ich hätte mit dem Meme übertrieben, oder? Wer Journalisten, die lügen, für ihre Lügen kritisiert, ist automatisch Hitler.

On another note: sardonisch lächeln kann nur jemand, der tatsächlich einen eigenen Schaden hat. Das macht das bittere Lächeln der AfD, was Caroline Fetscher als fies und zynisch darstellen will, berechtigt.

Und das ist das Problem, wenn Idioten intellektuell tun. Herr Oeser hat das schöner formuliert:

zumal es ganz unleidlich klingt, wenn ein Frauen­zimmer sich solcher Kunstwörter bedient; weiblich und lieblich ist es, sich über Gegenstände des Geschmacks in natürlicher Sprache zu äußern, denn da ist man doch gewiß, daß das Gesagte nicht nachgeschwatzt, sondern selbst Empfundenes und Gedachtes sei.

Anti-Libertarian Arguments

James Damore hat einen Link getwittert, in dem sich (zumindest angeblich) kritisch mit Argumenten gegen eine freie Gesellschaftsordnung auseinandergesetzt wird. Da ich recht schnell den ersten Unsinn gefunden habe, gehen wir das mal zusammen durch.

Teil A: Freie Märkte,

Gegenargument 1a: Externalitäten, die erste:

An externality is when I make a trade with you, but it has some accidental effect on other people who weren’t involved in the trade. Suppose for example that I sell my house to an amateur wasp farmer. Only he’s not a very good wasp farmer, so his wasps usually get loose and sting people all over the neighborhood every couple of days.

Meine Meinung: Das ist ein reiner Strohmann. Das sieht man auch an dem “are libertarian ways to solve externalities” – “Gegen-Gegenargument”:

To some degree, yes. You can, for example, refuse to move into any neighborhood unless everyone in town has signed a contract agreeing not to raise wasps on their property. But getting every single person in a town of thousands of people to sign a contract every time you think of something else you want banned might be a little difficult.

So funktioniert das nämlich nicht mit der freien Gesellschaft. In der hat man – das mag Linken komisch vorkommen, keinerlei Möglichkeit, etwas verboten zu bekommen, was nicht alle scheiße finden – zum Beispiel Mord oder Diebstahl. Oder Körperverletzung – auch durch Wespen. Der Wespenfarmer in dem Beispiel wäre in einer freien Gesellschaft für sein Handeln verantwortlich, was offensichtlich ein sehr schwieriges Konzept ist. Das ist nicht, wie der Auto behauptet:

But in this case, you’re not coming up with a clever libertarian way around government, you’re just reinventing the concept of government. There’s no difference between a town where to live there you have to agree to follow certain terms decided by association members following some procedure, pay dues, and suffer the consequences if you break the rules – and a regular town with a regular civic government.

.. sondern da ist ein Riesen-Unterschied: Ich der freien Gesellschaft darf ich machen, was ich will, und muss mich einen fuck-Scheiß an irgendwelche Wehwehchen irgendwelcher Sensibelchen halten. ich kann also sehr wohl Wespen züchten, solange die niemanden nennenswert stören. Tun sie aber, das Beispiel ist absurd.

Gegenargument 1b: Externalitäten, die zweite:

Couldn’t consumers boycott any company that causes externalities? (Antwort: Nein), sowie der “Schluss”: They justify some environmental, zoning, and property use regulations.

Nein, das tun sie nicht. In der freien Gesellschaft hat Klaus das gleiche (theoretische) Recht, giftige Chemikalien in einen Fluss zu kippen wie Gabi das Recht hat, in dem (vorher) sauberen Fluss zu schwimmen. Klaus kann also niemals praktische Recht haben, den Fluss zu verschmutzen. Da braucht es kein Gesetz, aus der Verantwortung von Klaus für Gabis Schwimmrecht ergibt sich, dass der fucking Fluss sauber bleibt.

Gegenargument 2: Allokationsprobleme.

As a thought experiment, let’s consider aquaculture (fish farming) in a lake. Imagine a lake with a thousand identical fish farms owned by a thousand competing companies. Each fish farm earns a profit of $1000/month. For a while, all is well. But each fish farm produces waste, which fouls the water in the lake. Let’s say each fish farm produces enough pollution to lower productivity in the lake by $1/month. A thousand fish farms produce enough waste to lower productivity by $1000/month, meaning none of the fish farms are making any money. Capitalism to the rescue:

Ne, Meister, die sind gerade alle pleite gegangen. Aber gut – bleiben wir in Deinem Beispiel:

someone invents a complex filtering system that removes waste products. It costs $300/month to operate. All fish farms voluntarily install it, the pollution ends, and the fish farms are now making a profit of $700/month – still a respectable sum. But one farmer (let’s call him Steve) gets tired of spending the money to operate his filter. Now one fish farm worth of waste is polluting the lake, lowering productivity by $1. Steve earns $999 profit, and everyone else earns $699 profit. Everyone else sees Steve is much more profitable than they are, because he’s not spending the maintenance costs on his filter. They disconnect their filters too. Once four hundred people disconnect their filters, Steve is earning $600/month – less than he would be if he and everyone else had kept their filters on! And the poor virtuous filter users are only making $300. Steve goes around to everyone, saying “Wait! We all need to make a voluntary pact to use filters! Otherwise, everyone’s productivity goes down.”

Lalala. Kinders, so funktioniert das natürlich nicht. Das ist wieder ein reiner Strohmann: Es ist von Anfang an nicht in Ordnung, nicht für seine Externalitäten zu haften. Punkt, Ende.

I bet [extremely complex privatization scheme that takes into account the ability of cod to move across property boundaries and the migration patterns of cod and so on] could have saved the Atlantic cod too.

Jajaja – immer noch: Wer die Atlantik-Kabeljaus am meisten vermissen wird, werden die Atlantik-Kabeljaufischer sein. Die.gehen.aber.pleite, und zwar lange bevor die fucking Fische ausgestorben sind. 30 Jahre später gibt es dann sicher wieder genug Kabeljaus, damit sich das Fischen lohnt, und derweil gibt es halt Zuchtkabeljaus oder andere fucking Fische.

An der Stelle vermischen wir dann schon Thema 1 und Thema 2:

2b: How do coordination problems justify environmental regulations?

Consider the process of trying to stop global warming. If everyone believes in global warming and wants to stop it

Schön. Das ist schon wieder die fucking Auslassung von “anthropogen”, die die Klimaprediger so gerne “vergessen”. Aber gut, nehmen wir mal einen menschengemachten Klimawandel an – dann sind alle, die Treibhausgase ausstoßen, selbstverständlich für den z.B. Untergang der Malediven verantwortlich. In dem Fall müssten sich dann die Malediver entscheiden, ob (a) man alle Treibhausgasemmissionen unterlässt oder (b) sie entschädigt werden. Da die Malediver in Fall (a) elendig verhungern, weil sie auf fucking Inseln im verdammten Nirgendwo leben, werden sie sich für (b) entscheiden.

Und freilich braucht auch ein noch so libertäres System einen Staat, der die Grundregel der Verantwortung durchsetzt, in diesem Fall – falls der Klimawandel nun antropogen ist – zum Beispiel mit einer Abgabe auf Luftverschmutzung. Komischerweise haben wir die schon, geben das Geld aber nicht den Maledivern. Aber der fucking Libertarismus habe ein Allokationsproblem, my ass.

2c: How do coordination problems justify regulation of ethical business practices?

Ja fucking gar nicht.

Let’s say Wanda’s Widgets has one million customers. Each customer pays it $100 per year, for a total income of $100 million. Each customer prefers Wanda to her competitor Wayland, who charges $150 for widgets of equal quality.

Wayland ist bankrott. Wanda’s Widgets hat jetzt ein Monopol. Oder wer kauft den Mist? Oder ist das wie Apple?

Now let’s say Wanda’s Widgets does some unspeakably horrible act which makes it $10 million per year, but offends every one of its million customers.

Ich frage mich, wie das gehen soll, nachdem Wanda für ihre unaussprechlich furchtbare Handlung fucking verantwortlich ist. Das ist reines Denken in modernen, korrupten Rechtssystemen, in den Millionenprozesse mit lügenden Anwälten und bezahlten (lies: auch lügenden) Gutachtern fegührt werden. Wenn es so offentsichtlich furchtbar ist, ist die Verantwortungsfrage recht einfach und eher der Geschädigte der neue Eigentümer von Wanda’s Widgets.

There is no incentive for a single customer to boycott Wanda’s Widgets.

Genau. Genau das ist der Punkt an freien Märkten.

This suggests a “market failure” of boycotts, which seems confirmed by experience.

Jaaaaa… richtig. In verzerrten Märkten. Ich zum Beispiel möchte keinen “Ökostrom” aus nicht energieeffizienten Windrädchen, aber da kann ich boykottieren wie ich will, zahlen muss ich den Scheiß trotzdem. In einem freien Marrkt gäbe es nicht mehr Windrädchen, als man braucht, und von allen anderen Produkten auch nicht. Da kann man nicht boykottieren im Sinne von Ersatzprodukten, da kann man nur verzichten. Das will aber keiner, deswegen funktioniert das nicht.

The existence of government regulation solves this problem nicely. If >51% of people disagree with Wanda’s unspeakably horrible act, they don’t need to waste time and money guessing how many of them will join in a boycott, and they don’t need to worry about being unable to conscript enough defectors to reach critical mass. They simply vote to pass a law banning the action.

Scheiß übrigens auf die 3,7 Milliarden Menschen, die zu den 49% gehören. Scheiß auf die. So richtig, richtig hart. Aber was von sauberen Flüssen erzählen.

2d: How do coordination problems justify government spending on charitable causes?

Gar nicht. Sammal. Jetzt kommt der ultimative Cringe:

How many people want to end world hunger? … There are various estimates about how much [feeding the world] would cost, … [but] Even if we take the highest possible estimate, it’s still well below what you would make if 50% of the population of the world donated $1/week to the cause.

Hmmm… verhungern dann nicht eine ganze Menge “neuer” Menschen, weil sie den fucking Dollar gebraucht hätten?

Now, certainly there are some very poor people in the world who couldn’t donate $1/week, but there are also some very rich people who could no doubt donate much, much more.

Wirklich? Yay, Kommuismus!

So we have two possibilities. Either the majority of people don’t care enough about world hunger to give a dollar a week to end it, or something else is going on. That something else is a coordination problem.

Das ist schön – aber vielleicht ist die Erklärung ja doch eher die erste, und wir haben gar kein Problem? Es hält sie ja nun wirklich, wirklich niemand davon ab, Geld zu spenden?

Klar, verhungernde Kinder in Afrika sind ein Problem – für verhungernde Kinder in Afrika. Deswegen bekommen sie da so viele – weil es nicht genug für alle zu essen gibt, damit wenigstens eines überlebt. Das ist ein hausgemachtes Problem. Benutzt fucking Kondome. Bekommt keine Kinder, wenn ihr sie nichtmal ernähren könnt. Sammal.

2e: How do coordination problems justify labor unions and other labor regulation?

Niemand hat was gegen jedwede Form von Zusammenschlüssen, die schaden niemandem. Regelungen hingegen gehen nur mit einer absoluten Mehrheit – die muss nichtmal 100% sein, es reichen 80% Mehrheit bei einem 80% Quorum von allen, das sind nur 64% der Weltbevölkerung. Geht halt nur bei Themen, für die sich 80% der Leute nicht zu doof sind, auch nur wählen zu gehen – also eher herzlich wenige. Ratet mal, wie viele Gesetze wir dann hätten? Drei? Vier? Verantwortung für Schäden an Dritten und Einhaltung von Verträgen wären mal nur zwei, und das regelt schon verdammt viel.

Sonstige Regeln? Oh, nehmen wir ein schönes Beispiel:

The boss can ask all sorts of things like that the prospective pay for her own background check, or pee in a cup so the boss can test the urine for drugs

… solche Fragen nicht stellen zu dürfen schafft zwangsweise einen lemons market. Würdet ihr ein Auto kaufen, ohne eine Probefahrt zu machen? Eben. Der Rest sind Strohmänner gegen Labour Unions, die kein vernünftiger Libertärer hat. Können die Arbeiter gerne bilden, soviel sie wollen. Es darf nur niemand gezwungen werden, mit denen zu reden.

Thema 3: Irrational Choices

A company gives its employees the opportunity to sign up for a pension plan. They contribute a small amount of money each month, and the company will also contribute some money, and overall it ends up as a really good deal for the employees and gives them an excellent retirement fund. Only a small minority of the employees sign up. The libertarian would answer that this is fine. 

Vollkommen korrekt.

Then the company switches tactics. It automatically signs the employees up for the pension plan, but offers them the option to opt out. This time, only a small minority of the employees opt out.

Am deutschen sozialistischen Wesen soll die Welt genesen. Kinders, ganz ehrlich: Ich hasse es, wenn ihr so tut, als wüsstet ihr alles besser und alle anderen wären nur Vollidioten, die man zu ihrem Glück zwingen muss. Fun fact: Es gibt wirklich viele, viele Vollidioten, aber wenn ihr anfangt, so einen Paternalismus zu rechtfertigen, dann reden wir bitte gleich und sofort über “Opt-Out” – Sterilisationen von Frauen auf Sozialhilfe im Westen – oder gleich allen Frauen in Afrika und Südostasien (mirwegen nach ihrem ersten Wurf).

Was, wollt ihr nicht? Komisch – immer, wenn ich paternalistische Vorschläge, dir sowohl den Betroffenen als auch der Gesellschaft als Ganzes nutzen, mögt ihr mich nicht mehr. Ich mache aber das fucking Gleiche wie ihr. Deswegen finde ich Euch übrigens Scheiße.

3c (ich hab da den repetitiven Mist ausgelassen): It justifies government-mandated pensions, some consumer safety and labor regulations, advertising regulations, concern about addictive drugs, and public health promotion, among other things.

Ist es nicht schön, wie toll all das klingt, wenn man nur “justified” dazuschreibt? Oder “legitim”? Leute, nochmal: Meine Position erlaubt es nicht, Leute zwangszusterilisieren. Eure schon. Denkt mal drüber nach.

4. Intransparenz

4a: Many economic theories start with the assumption that everyone has perfect information about everything.

Das sind genau die gleichen, die den rationalen Konsumenten unterstellen, die oben verwendet wurden. Es sind aber nicht diejenigen, die sich mit Allokaltionsproblemen befassen, die ebenfalls oben angesprochen wurden. Könntet ihr Euch bitte für eine (oder zumindest eine Gruppe) von Theorien entscheiden, die nicht vollkommen inkommensurabel sind (lies: sich widersprechen)?

In libertarian thought, if people really care about product safety, efficacy and ethics, the market will ensure them itself, and if they genuinely don’t care, that’s okay too.

Ja.

And what’s wrong with the libertarian position here?

Sehr gute Frage.

Section 5 describes how we can sometimes predict when people will make irrational choices. One of the most consistent irrational choices people make is buying products without spending as much effort to gather information as the amount they care about these things would suggest. So in fact, the nonlibertarians are right: if there were no government regulation, people who care a lot about things like safety and efficacy would consistently be stuck with unsafe and ineffective products, and the market would not correct these failures.

JA DANN IST ES IHNEN ABER AUCH NICHT WICHTIG WENN SIE KEINE FUCKING MINUTE ZEIT INVESTIEREN? An was bemesst ihr Deppen denn “Care”? Politsch korrekten Bullshit labern und dann 12jährige vögeln? Das ist ganz genau kein Argument, und zeigt ganz genau das Gegenteil.

4c (ja, blabla ausgelassen): What other unexpected consequences might occur without consumer regulation?

It could destroy small business.

Das wird spannend. Regularien sind nämlich prohibitiv für kleine Unternehmen, aber das Weglassen soll schlecht sein?

One could feel quite safe shopping at Wal-Mart. But suppose on the way to Wal-Mart, you see a random mom-and-pop store that looks interesting. What do you know about its safety standards? Nothing. If they sold tainted or defective products, it would be unlikely to make the news; if it were a small enough store, it might not even make the Internet. Although you expect the CEO of Wal-Mart to be a reasonable man who understands his own self-interest and who would enforce strict safety standards, you have no idea whether the owner of the mom-and-pop store is stupid, lazy, or just assumes (with some justification) that no one will ever notice his misdeeds.

Warum? Warum sollte ich annehmen, dass der Chef von Walmart kein blödes Arschloch ist? Wenn dessen Laden morgen pleite geht, zieht er für den Rest seines Lebens auf eine (untergehende) Malediveninsel. Der Chef des kleinen Ladens hingegen wird sein möglichstes tun, um nicht zu verhungern. Das ist ein Argument für Vollidioten.

Repeated across a million people in a thousand cities, big businesses get bigger and small businesses get unsustainable.

De facto sterben die kleinen Läden aus, weil es für sie immer unerträglicher wird, 400.000 neue fucking Regelungen, wie genau man seinen fucking Wischmop zu putzen hat, einzuhalten, die dann auch noch kontrolliert werden. Freilich aber esse ich in Ländern, wo das noch geht, sehr, sehr gerne in Läden, bei deren purem Anblick ein deutscher Lebensmittelkontrolleur einen Herzinfarkt bekäme. Wenn da was nicht in Ordnung wäre, wäre der Laden nämlich leer.

Teil B. Gott, das wird lang, und auch bekomme bald Besuch. Ich beschränke mich mal auf die Highlights:

The claim of many libertarians is that the wealthy earned their money by the sweat of their brow, and the poor are poor because they did not. The counterclaim of many liberals is that the wealthy gained their wealth by various unfair advantages, and that the poor never had a chance. These two conflicting worldviews have been the crux of many an Internet flamewar.

Jaja, schön. Das liegt an fucking Regierungen, die es den Reichen erlauben, immer reicher zu werden, weil sie ja “too big to fail” sind und eine Million arbeitslose Kohlearbeiter Wählerstimmen kosten würden. Das ist ein Staats-Problem, kein Marktproblem. Kaum ein Unternehmen hält sich länger als drei Generationen.

Okay, I acknowledge that at least half of the differences in wealth can be explained by parents.

Ach. Ich verbrachte bis zu meinem 19. Lebensjahr plusminus 12.000 Stunden in der Schule, aber alleine in meinen ersten drei Lebensjahren 26.280 Stunden mit meinen Eltern. Komisch, dass die einen Einfluss haben.

Ich überspringe mal das ganze Einkommens-Ungleichheits-Gejammere. Faktisch sind es Märkte, nicht – und nieRegierungen, die den Wohlstand auch der Unterschicht steigern. Vor allem aber ist es nicht:

This is a good deal of the justification for the liberal program of redistribution of wealth and government aid to the poor.

Denn wenn man Leuten Geld schenkt, werden sie davon weder andere Eltern haben noch ein anderes soziales Umfeld, man hebt nur die Unterschicht über die Unterschicht in Ländern ohne Kommunismus – vielleicht. Davon ist es aber (a) immer noch die Unterschicht, und (b) nimmt es der Unterschicht einen Teil der Motivation, nicht mehr Unterschicht zu sein. Siehe: Fortpflanzungsraten in zweiter Generation Hartzern.

6. Steuern

The most important justification for progressive tax rates is the idea of marginal utility.

Und schon wieder cherrypicking bei wirtschaftlichen Theorien.

Wer Grenznutzen nicht kennt:  Your first hundred dollars determine whether you live or starve to death. Your next five hundred dollars determine whether you have a roof over your head or you’re freezing out on the street. But by your ten billionth dollar, all you’re doing is buying a slightly larger yacht.

Und daraus der Fehlschluss:

Progressive taxation is an attempt to tax everyone equally, not by lump sum or by percentage, but by burden. Just as taking extra movie tickets away from the person with a thousand is more fair than taking some away from the person with only two, so we tax the rich at a higher rate because a proportionate amount of money has less marginal value to them.

Denn (a) ist das hier so dargestellt, als fängt die Steuerprogression erst bei der großen Yacht an und erreicht nicht, wie z.B. in meinem Fall, schon bei einer kleinen Yacht die Grenze (für nicht-Superreiche), aber wenn wir so anfangen, reden wir doch mal wirklich über Grenznutzen: Wieviel ist es wohl einem Superreichen wert, nicht bestohlen oder umgebracht zu werden? 10% seines Einkommens? Okay – warum sollte das bei jemand bettelarmen anders sein? warum sollte der Reiche für die gleiche Leistung überproportional mehr zahlen? Ist das Leben des Reichen mehr wert als das des Armen? Hey – das ist euer Punkt, nicht meiner?!

Over the past thirty years, the rich have consistently gotten richer.

Übrigens in der Zeit, als ihr euch in den USA vom liberalen Kapitalismus verabschiedet habt und zunehmenden Sozialismus einzuführen begonnen habt. Aber daran kann es natürlich nicht liegen.

Teil C: Politik

War das nicht alles fucking Politik?

Government never does anything right

Das ist kein libertärer Punkt, das ist ein linker Strohmann. Wir brauchen sehr wohl eine Regierung – im Sinne von Hobbes Leviathan. Das Problem ist, dass die Regierung keine eierlegende Wollmilchsau ist, die alles richtig machen kann. Wir wären daher dafür, dass die Regierung recht wenige Sachen macht, und die dafür ordentlich. Ich nehme an, dass jetzt nur Beispiele kommen, was die Regierung alles tolles macht…

Super. do you have any examples of government succeeding at anything more practical?

Wenigstens versteht der Autor sich in diesem Fall mal auf die Formulierung einer vernünftigen Gegenfrage.

Eradicating smallpox and polio globally

Okay, das wird Dreck. Das ist einfach nur eine glatte Lüge. Den globalen Kampf gegen Polio führt der fucking Rotary-Club mit meilenweitem Vorsprung an, was Regierungen hier tun, ist das zu sabotieren. Fickt euch. So richtig.

Du hast zudem gerade deine gesamte Glaubwürdigkeit verloren, Scott Alexander. Deine ganze. Das ist nicht mehr nur billiges Strohmann-abfackeln, das ist eine unverzeihliche Lüge.

Argument: State-run companies are always uncreative, unprofitable, and unpleasant to use.
Some of the greatest and most successful companies in the world are or have been state-run. Japan National Railways, which created the legendarily efficient bullet trains, and the BBC, which provides the most respected news coverage in the world as well as a host of popular shows like Doctor Who, both began as state-run corporations

Das sind eure Beispiele? Das? Ich meine, nichts gegen Doctor Who, aber ob das jetzt fünf Milliarden Pfund pro Jahr wert ist… Und ja, der Shinkanzen ist ein toller Zug. Nur 100km/h langsamer als der Siemens Velaro, den wir in Deutschland mit der Staatsbahn natürlich niemals sehen werden. Der geht in kapitalistische Länder – wie China.

Sehr guter Punkt. Ist dein Argument gegen Selbstmorde, dir selbst in den Kopf zu schießen?

A lot of what government trumpets as “successful regulation” is just obvious stuff anyway that any individual in a free market would do of her own accord.

Ja, das war mein Punkt, wieder schön erkannt. Und du wirst ihn sicher wieder sehr erbärmlich zu “widerlegen” versuchen?

Many cars did not even include seatbelts until the government mandated that they do so. In 1983, the seat belt use rate in the United States was 14%.

Kinders: Der Sicherheitsgurt, den ihr da so toll dem Staat zuschreibt, kommt von Volvo.

Argument: Government-run health care would be bloated, bureaucratic, and unnecessarily expensive, as opposed to the sleek, efficient service we get from the free market.
Actually, government-run health care is empirically more efficient than market health care

Und es kommt ein Vergleich mit fucking Amerika, wo man für den kleinsten, menschlichen Fehler mal gleich Millionen an seine armen Opfer zahlen muss. Wisst ihr, wie das an einem freien Markt funktionieren würde? Da wäre ein Typ tot, wie jetzt auch, aber der Arzt würde enorm unbeliebt werden. Vor allem, weil er nur Leute operiert, die ihn von Flüchtigkeitsfehlern freischreiben. Klar, das machen dann alle Ärzte – aber die Leute werden dann halt wahlweise sterben (ihr Problem) oder zu den guten Ärzten gehen. Es sind nicht alle Ärzte gleich gut, ihr dummen Sozialisten.

any of the issues surrounding gun control are much less restrictive. For example, some involve restrictions on sales to criminals, “cooldown periods” before purchase, mandatory safety training, et cetera.

Wer bitte verkauft einem Kriminellen eine Waffe, wenn er die Verantwortung dafür trägt, was der damit macht? “Ich dachte, das ist ein anständiger Mensch, der die zum Selsbtschutz kauft” ist übrigens ein gutes Argument, da keinen Teil der Verantwortung zu tragen, aber das trifft hier nicht zu. Waffen sind übrigens weniger nützlich, desto mehr Leute welche haben; Balance of Power haben wir aus dem kalten Krieg gelernt.

Bah. Ich denke, die “moralischen” Sachen haben einen eigenen Psot verdient, aber ich muss jetzt weg.

Schockierende Studie: denkbefreites Gutmenschentum in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Der Münchner Merkur (und andere Zeitungen) berichten von einer “schockierenden Studie”, die angeblich zeigt, dass nur 11% der (befragten) Münchner nicht zumindest eine “latente” sogenannte Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufweisen.

In der “am Montag” vorgestellten Studie, die bereits seit drei Jahren auf dem Server der Uni München rumgammelt, werden natürlich super-reliable Fragen gestellt, die nach Ansicht von Eliteuniversitäts-Soziologen irgendwas messen, angeblich eben gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Um zumindest “latent” menschenfeindlich zu sein, dürfen Sie als Proband keinesfalls auch nur im kleinsten Maß der verwendeten Skala einer der folgenden Aussagen zustimmen (oder sie ablehnen, wenn sie [r]evers formuliert ist).

Schauen wir uns doch mal an, was wir so gegen Gruppen haben:

(1) Frauenfeindlichkeit

a. Frauen sollten sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen

Ja wo kämen wir denn hin, wenn die Schlampen auch noch die Väter ihrer Bälger kennen würden und die Wochenenden nicht zugekokst auf einer Party verbringen, während der Kleine zuhause den plötzlichem Kindstod stirbt? Nein, liebe Leser, wenn Sie das anders sehen, sind sie latent frauenfeindlich! Willkommen im Club, übrigens.

b. Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollten Männer mehr Recht auf eine Arbeit haben als Frauen.

Fairerweise – das ist mal wirklich latent frauenfeindlich. Aber Frauen arbeiten ja weniger als Männer und verdienen deswegen auch 23% weniger, von daher wäre das trotzdem sinnvoll.

c. Für eine Frau sollte es wichtiger sein, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen.

Das ist Ansichtssache. Ich finde nicht, dass Frauen unbedingt Karriere machen oder ihrem Mann bei seiner Karriere helfen müssen. Meine neutrale Position zu der dummen Aussage macht mich zu einem starken Frauenfeind.

(2) Homos

a. Homosexualität ist unmoralisch

Sagt die Bibel, sagt der Koran, sagen eine ganze Menge Leute. Alle Religionsanhänger sind somit homofeindlich, weil sie Moralvorstellungen haben, die von denen der Schwulen abweichen. Leute mit unterschiedlichen Moralvorstellungen hassen sich nämlich immer wie die Pest; rationale Atheisten gehen ja auch immer Katholiken klatschen; das grassiert wie eine Epidemie. Meine Position ist übrigens auch hier wieder die Mitte, die von den Autoren der Studie als nicht mehr nur latent homofeindlich intepretiert wird. Wenngleich etwas nicht nicht moralisch ist oder nicht ist, nur weil ich das finde.

b. Ehen zwischen zwei Frauen bzw. zwei Männern sollten erlaubt sein [r]

Gleiches Problem – man muss nicht unbedingt was gegen Homos haben, wenn man findet, dass die Ehe ein Sakrament ist und diese Frage daher ablehnt. Ebensowenig muss man was gegen Homos haben, wenn man die Ehe für eine antiquierte Institution hält, die nur dazu dient, Frauen zu unterdrücken und das Lesben nicht zumuten will.

c. Es sollte gleichgeschlechtlichen Paaren untersagt bleiben, Kinder zu adoptieren.

Wir messen hier offenbar gar nicht, ob Leute was gegen Homosexuelle haben, sondern eher, ob wir die Nationalhymne in Ho-mos, Ho-hohmos ü-hüber a-halles ändern sollten und Gruppen mit einer auffälligen Häufung von Pädophilie und Suiziden auch noch Kinder geben sollen, scheiß doch auf die Kinder? Wir können aber mirwegen gerne Homo-Männern Mädchen geben. Lesben nicht, die sind alle geisteskrank; abgesehen davon produzieren schon alleinerziehende Mütter fast nur Kriminelle, wenn das dann noch zwei Frauen sind, werden das Schwerstkriminelle.

(3) Behinderte

a. Für Behinderte sollte in Deutschland mehr getan werden.

JA WAS DENN NOCH?! Ok, ich bin offenbar maximal Behindertenfeindlich. Ich Schwein.

b. Viele Forderungen von Behinderten finde ich überzogen [r]

Wie die Forderung, dass jeder Kleinwüchsige ohne Arme in einem Rollstuhl an alle Produkte in Supermarktregalen rankommen sollte? Ich meine, dass die nicht mehr euthanasiert werden wollten, fand ich ja noch OK, aber wir rutschen da sehr tief auf einem sehr slippery Slope…

c. Behinderte erhalten zu viele Vergünstigungen.

Das kommt sehr auf die Behinderung an, gell? Da bekommen sicher einige zu viel, und andere zu wenig. Und damit bin ich hier nur mittelmäßig behindertenfeindlich. Wie schön.

(4) Langzeitarbeitslose

a. Die meisten Langzeitarbeitslosen bemühen sich darum, einen Job zu finden.

Nein, die meisten resignieren irgendwann, was ich verständlich finde. Fuck, muss ich Langzeitarbeitslose hassen.

b. Wer nach längerer Arbeitslosigkeit keine Stelle findet, ist selber schuld. [r]

Ja, wer denn sonst?

c. Ich finde es empörend, dass sich die Langzeitarbeitslosen auf Kosten der Gesellschaft ein bequemes Leben machen. [r]

Ich finde das Leben eines Langzeitarbeitslosen jetzt nicht so prickelnd, aber über einen Arbeitsdienst könnten wir schon reden; Arbeit macht ja bekanntlich frei dient ja der Selbsterfüllung junger, emanzipierter Frauen.

d. Es macht mich wütend, wenn sich manche Leute systematisch vor der Arbeit drücken. [r]

Wenn wir jetzt nicht kategorisch ausschließen, dass das “manche” tun, und das wäre eine sehr weltfremde Annahme, bleibt die Frage, ob einen das “wütend” macht. Ja, es macht mich wütend, dass die Politik derart versagt, dass das geht. Davon habe ich aber doch nichts gegen Langzeitarbeitslose, sondern was gegen Politiker, oder?

e. Langzeitarbeitslose sollten mehr Unterstützung erhalten, damit sie ins Arbeitsleben zurückfinden können.

Es gibt Händchenhalte-Kurse für Langzeitarbeitslose. Was wollen wir denn noch machen? Ihnen jemanden zur Seite stellen, der für sie die Arbeit erledigt?

Liebe LMU: Ich habe nichts gegen Arbeitslose, nur weil ich finde, dass in Deutschland die Politik versagt. Ich habe aber was gegen Soziologen, die zugunsten einer Agenda die Validität opfern. [tl;dr: Geht so weiter].

(5) Obdachlose

a. Die meisten Obdachlosen sind unverschuldet in diese Situation geraten.

Keine Ahnung. Ich nehme mal die mittlere Antwort und hasse Obdachlose damit nur mittelmäßig.

b. Bettelnde Obdachlose sollten aus den Fußgängerzonen entfernt werden. [r]

Ja, und bettelnde Nicht-Obdachlose auch; wir haben Hartz4, man muss in Deutschland nicht betteln. Das hat überhaupt nichts mit Obdachlosen zu tun.

c. Die meisten Obdachlosen sind arbeitsscheu. [r]

Keine Ahnung, vielleicht wurden sie nur vor einem Scheidungsgericht vergewaltigt und Arbeit lohnt sich nicht mehr. Und wenn ich wieder die Mitte ankreuze, hasse ich Obdachlose noch mehr. Ich Unmensch.

(6) Ausländer

a. Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen. [r]

Nein, eine ganze Menge Ausländer kommt hierher, um zu arbeiten, studieren, seine Kinder zu besuchen, Ski zu fahren und so. Aber ein paar der Ausländer machen das schon, von daher hasse ich auf Basis dieser Frage wohl auch Ausländer. Toll. Schaumamal, welche Gruppen ich noch hassen kann.

b. Die Einbürgerung zugewanderter Ausländer sollte erleichtert werden.

Wenn man ein paar Jahre hier ist und einen Job hat, ja. Wenn nicht, nein. Mittlere Antwort. Noch mehr Ausländerhass. Tolle Frage.

c. Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken. [r]

Gehen die nicht von alleine, wenn sie hier kein Geld mehr bekommen? Aber hey, das ist seit langem mal wieder eine von den Fragen, die wirklich nur ausländerfeindlich ist.

d. In unserem Viertel wohnen zu viele Ausländer. [r]

In meinem Dorf wohnen überhaupt keine Ausländer, also nein. Das sagt absolut nichts über meine Einstellung zu Ausländern aus.

e. Ein Arbeitgeber sollte das Recht haben, nur Deutsche einzustellen. [r]

Natürlich. Aber ein Arbeitgeber sollte auch das Recht haben, nur Chinesinnen mit Körbchengröße E oder praller einzustellen. Das hat ebenfalls nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit unternehmerischer Freiheit.

f. Ausländer, die hier leben, bedrohen meine persönliche Lebensweise [r]

Also, die Ausländer, die wahllos terroristische Anschläge verüben, tun das. Klares Ja – warum habe ich damit nochmal was gegen Ausländer?

g. Ich würde mein Kind nur ungern in einem Kindergarten/einer Schule mit vielen ausländischen Kindern anmelden. [r]

Naja, wenn man diesen Brief liest, entwickelt man da ein gewisses Verständnis. Kommt aber sehr auf die Ausländer an; auf meiner Schule waren sehr viele Ausländer, und auf die würde ich auch heute noch meine Kinder schicken, wenn sie noch so wäre wie damals. Heute würde ich meine Kinder ungern auf überhaupt eine Schule schicken, das liegt aber mehr an den Schulen. Mittlere Antwort, immer noch keine echte Ausländerfeindlichkeit.

h. Ausländer sollen so schnell wie möglich Deutschland verlassen. [r]

Nein. Warum denn? Shit, Mito kommt aus Serboslovkroatzedonien, und der muss mir kommendes Frühjahr noch einen neuen Carport bauen. Habt ihr mal deutsche Handwerker “arbeiten” sehen?

i. Ausländer, die hier leben, bedrohen meine finanzielle Situation. [r]

Nur die Sozialschmarotzer, also so jeder Achte. Damit muss ich der Aussage allerdings voll zustimmen, was immer noch nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun hat.

j. München ist durch Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet [r]

Ich kenne München nicht anders. Keine Ahnung – mittlere Antwort, mittlere Ausländerfeidlichkeit, mal wieder? Wobei – die letzten zwei Jahre waren entsetzlich, sagen meine Münchner Freunde, die da noch leben, und würden sämtlich zustimmen. Die haben aber mittlerweile auch alle einen deutschen Pass…

Warum waren da eigentlich fast alle Fragen revers formuliert? Weil Leute in Umfragen grundsätzlich lieber zustimmen und wir ja fürchterliche Ausländerfeindlichkeit nachweisen wollen? Als wären die Fragen nicht schon schlimm genug?

(7) Muslime

a. Die muslimische Kultur passt gut nach Deutschland.

Weiblichen Zeugen vor Gericht nur halb so viel Beachtung zu schenken wie männlichen und Scharia-Gesetze im Allgemeinen finde ich ja nicht schlecht, aber Alkoholverbot geht gar nicht. Nein. Juiii, ich hasse Muslime.

b. Der Bau von Moscheen bereichert das kulturelle Leben in München

Im Vergleich zum Bau von… Konzentrationslagern? Hmmm… ne, auch nicht. Sachen bauen bereichert nicht, man müsste sie auch benutzen. Und… sprechen die da nicht arabisch oder so, wie die Juden in den Synagogen, und man versteht nichts?

c. Die Sitten und Bräuche des Islam sind mir nicht geheuer. [r]

Wie erwähnt finde ich einige Ansätze super. Nur widerliche Feministinnen würden bei dieser Frage ihre Islamophobie offenbaren.

d. Es gibt zu viele Muslime in Deutschland.

Nein. Puh, endlich wieder eine klare Frage. Schon die dritte klare Frage im ganzen Fragebogen. Wozu nochmal waren die anderen Fragen da? Oder ist das als “es gibt zu viele nervtötende, weinerliche oder asoziale Muslime in Deutschland” zu verstehen? Dann Ja. Hat aber auch nichts mit der Religion zu tun.

(8) Juden

a. Die jüdische Kultur ist ein wichtiger Teil Deutschlands.

Wir haben eine jüdische Kultur in Deutschland, die sich in etwas anderem äußert, als sich über Antisemitismus zu beschweren? Wo? Ich bin jetzt übrigens absoluter Antisemit, weil ich keine Ahnung von Juden in Deutschland habe. Cool.

b. Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß [r]

In Hollywood? An der Wall Street? In Palästina? Hmmm… ich glaube, ich werde hier mal ein richtig krasser Antisemit.

c. Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches und passen nicht so recht zu uns.

Puh, das rettet mich. Nein, Juden sind überhaupt nichts besonderes.

Zum krönenden Abschluss kann man sich dann auch noch als Nazi abstempeln lassen:

(9) Nazis (denen gegenüber muss man gruppenbezogen menschenfeindlich sein, natürlich, sonst ist man selbst einer)

a. Was unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland

Was sind denn “deutsche Interessen”? Angebliche “Flüchtlinge” aus Nordafrika aufnehmen? Dann nein. Kriminelle Sozialschmarotzer nach Nordafrika deportieren? Dann ja. Puh, noch bin ich nur ein halber Nazi.

b. Es darf in Deutschland nie wieder eine nationalsozialistische Diktatur geben. [r]

Was sind denn meine Alternativen? Eine maoistische Diktatur? Eine stalinistische Diktatur? Oder, noch schlimmer, eine rot-rot-grüne Bundesregierung? Sorry, da bin ich ambivalent; es geht schlimmer.

c. Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten [r]

Das Wirtschaftssystem war ziemlich effektiv in der damaligen Krisenzeit. Klares Ja. Wollen wir das jetzt leugnen? Shit, wie kann man denn bei den Fragen keinen Nazistempel bekommen?

d. Wie in der Natur sollte sich in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzten.

Das ist in der Natur nicht so, sonst wäre die dominante Rasse auf diesem Planeten die Hornmilbe, nicht der Mensch.

e. Eigentlich sind die Deutschen andern Völkern von Natur aus überlegen.

In Rechtschreibung ganz offensichtlich nicht.

f. Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.

Ich bin als Wirtschaftswissenschaftler ein großer Fan des wohlwollenden Diktators. Leider tendieren Diktatoren dazu, nicht wohlwollend zu sein und v.a. größenwahnsinnig zu werden, aber das Konzept per se ist super. Wobei wir uns fragen müssen, ob wir überhaupt jemanden brauchen, der uns “regiert” oder ob wir nicht langsam eigenverantwortlich leben könnten. Schwierige Frage, aber ich bin sicher Nazi, mit egal welcher Antwort.

g. Wir müssen unsere eigene Kultur vor dem Einfluss anderer Kulturen schützen

Das hat schon immer sehr gut funktioniert, man schaue nur mal nach Atlantis. Und was ist denn überhaupt “unsere eigene Kultur”, und warum muss man die vor jedweden Einflüssen schützen? Klar, deutscher Erfindergeist wird mit Förderung der Bundesregierung gerade gegen die kulturellen Bewahrungstendenzen eines afrikanischen Ureinwohnerstammes vernichtet, was nicht so toll ist, und auch afrikanische Arbeitsethik ist sicher nicht sonderlich erstrebenswert, wenn man einen höheren Lebensstandard als “nichts” haben will, aber umgekehrt sind der ebenfalls deutsche Bürokratisierungs- und Kontrollwahn sicher durch fremdkulturelle Alternativen “bereicherbar” – zum Beispiel verlogene Elemente wie der Verkauf eines “frischen Hähnchens” in der Kühltheke, was schon tot ist und so. Das kostet übrigens auch nur Energie, das Kühlen der Hähnchen, obwohl die bei Raumtemperatur toll leben könnten. Fische und so übrigens auch. Man muss da auch mal an die Umwelt denken.


Ich denke, es sollte klar geworden sein, dass die wenigsten Elemente des Fragebogens das messen, was sie zu messen vorgeben – genauer gesagt gibt es lediglich drei Fragen von 41, bei denen mir eine von “Gruppenfeindlichkeit” abweichende Interpretation nicht möglich ist. In der Statistik nennt man das Inhaltsvalidität, nachzulesen in jedem Statistikbuch, von dem die Autoren der “schockierenden” Studie offenbar nie eines in der Hand hatten und deswegen auch im Literaturverzeichnis keines angeben. Diese Inhaltsvalidität ist nicht gegeben. Damit ist die Studie Klopapier.

Doch selbst wenn wir diesen Punkt ignorieren – also, dass die Autoren nicht unbedingt Ausländerfeindlichkeit gemessen haben, sondern z.B. eher Gutmenschentum, ist die Studie nicht sonderlich schockierend, wenn man die Mittelwerte betrachtet:

Auf einer Skala von 1-5 erreichen die Befragten einen Durchschnittswert von 1,7 bei Frauenfeindlichkeit. Wäre das eine schulische Prüfung, und Frauenfeindlichkeit das Lernziel, wäre der Klassendurchschnitt bei 4,125 – der Durchschnitt ist also durchgefallen bei der Prüfung. Das wäre dann entsetzlich, wenn wir versuchen würden, Menschen frauenfeindlich zu machen, aber nicht, wenn wir das nicht wollen.

In den anderen Bereichen sieht es nicht viel besser aus, die “beste” Note erhalten die Münchner mit einer Schulnote von 3,5 bei der angeblichen Muslimenfeindlichkeit, die darauf zurückzuführen sein mag, dass Minarette mit Muezzinrufen wirklich nervtötend sind, aber so schlimm finden die Befragten das wohl auch nicht.

Keiner der Werte hat irgendeine Mehrheit im Bereich der “Zustimmung”, und aus unsere Probanden lehnen sogar unsere kranke Konzeption gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten fast durchgehend ab zu folgern, “Hass auf Fremde, Minderheiten, anders Lebende sei nicht mehr auf Extremisten beschränkt …, sondern hat längt ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden”, ist nicht nur nicht durch die Daten gedeckt, sondern ist schlicht verlogen. Korrekter wäre angesichts der niedrigen Werte festzustellen, dass – im Hinblick auf die Fragen – die Mitte der Gesellschaft das rationale Denken der politischen Korrektheit geopfert hat.

Gutmensch sein ist richtig und wichtig.

Irgendein Typ, den keiner kennt und der nichtmal einen Grimme-Online-Award bekommen hat schreibt im Bildblog über die wichtige Rolle der Political Correctness.

Der Artikel versucht einen polemischen Anfang, aber Gutmenschen haben es nicht so mit Polemik, dafür braucht es Eigenschaften wie Humor, Selbstreflexion und ein grundsätzliches nicht-alles-so-ernst-nehmen. Aber es geht dann recht schnell in glatte Lügen über – man muss den Strohmann ja aufbauen, wenn man keine Argumente hat. Wir machen also erstmal Namedropping: Trump, Diekmann, Sarrazin, eben Schlechtmenschen mit entarteten Meinungen. Und dann kommt das:

Mut bedeutet in Deutschland seitdem nicht mehr, sich mit den Starken anzulegen. Sondern mit den Schwachen. Seitdem ist der Kampf gegen die Politische Korrektheit, der sich als Kampf gegen den Mainstream versteht, selbst zum Mainstream geworden.

Gutmenschen lieben “Faktenchecks”, also machen wir mal einen: Die zentralen Proponenten der Political Correctness sind die Bundesregierung, Google und Facebook, Bertelsmann und die Reste der Stasi. Klar, unsere schwache Bundesregierung und die Milliardenkonzerne mit monopolähnlicher Marktmacht sind sicher “die Schwachen”. Check-Urteil: Verlogener Dreck.

Deshalb gibt es jetzt diese Kolumne. Sie ist ein Versuch, Political Correctness zu verteidigen. Und die Gutmenschen. Die Basisweisheit im Gutmenschen-Bashing lautet, dass „gut gemeint“ eben nicht automatisch „gut gemacht“ bedeutet. Das stimmt zwar

Dann würde ich an dieser Stelle abbrechen und sagen, dass der Versuch, Political Correctness und die Gutmenschen zu verteidigen, gehörig in die Hose gegangen ist, wenn und weil das Argument der Gegenseite zutrifft. Wir können an dieser Stelle auch aufhören, zu lesen, es kommen keine Argumente mehr. Aber es kommt noch mehr Schwachsinn, also weiter im Text:

ändert aber nichts daran, dass man etwas gleichzeitig gut meinen und gut machen kann und dass es nicht schadet, etwas gut zu meinen, wenn man es gut machen will. Bei der Political Correctness ist das so: Sie funktioniert, sie hat vieles besser, ja, sie hat vieles gut gemacht.

Das ist reine Demagogie – es wird unterstellt, als würden Gutmenschen, die es gut meinen, auch irgendwas gut machen, was ja nun aus Sicht der Kritiker und der Realität eben nicht der Fall ist. Lässt sich ganz einfach festmachen am letzten Satz: Es reicht nicht, zu behaupten, dass PC funktioniert und vieles besser oder gut gemacht hätte, man müsste auch sagen was und wie. Spontan sehe ich da nur Denkverbote, und die finde ich nicht gut.

PC bedeutet eben nicht Denkverbote, sondern das Gegenteil.

Oh. Echt?

Es geht darum, genauer nachzudenken. Es geht nicht darum, Worte zu verbieten, sondern darum, ein Bewusstsein für deren Wirkung und Kontexte zu erreichen.

Ah, es geht nur um Sprechverbote. Viel besser.

Jeder „darf“ sagen, was er will.

Ja dafuq, was denn dann?

Aber dank Political Correctness kann sich keiner mehr damit herausreden, dass er nicht weiß, was er da tut.

Ah. Political Correctness ist der einzig wahre Interpretationsmaßstab für alles, was andere denken. Das ist sehr aufklärerisch. In den Frühzeiten der Aufklärung hat die Kirche auch ein solches Framing vollzogen: Wenn irgendwer behauptet, die Sonne drehe sich nicht um die Erde, ist das ein gotteslästernder Ketzer, der sich nicht mit einem Teleskop rausreden kann, sondern verbrannt werden muss. War damals auch schon sehr erfolgreich, die Strategie.

Wenn jemand unbedingt „Neger“ sagen möchte, weil er meint, dass man das unbedingt sagen dürfen muss, dann weiß er, dass er einen rassistischen Begriff benutzt.

Ich benutze Neger auf diesem Blog hauptsächlich deskriptiv – für Neger. Das deutsche Derogativ für Neger aus der Kolonialzeit ist “Kaffer”. Und Wörter sind nicht diskriminierend, nur Handlungen können diskriminierend sein.

Nein, das Streichen des N-Worts aus Pipi-Langstrumpf-Büchern schafft den Rassismus nicht ab, aber ohne die Diskussion um die Geschichte des Wortes hätten wichtige Erkenntnisgewinne zum Thema Rassismus so nicht stattgefunden.

In Pippi Langstrumpf kommen Nazis vor?
Ach, wie schön, dass die politisch korrekte Sprache so vieles besser verständlich und eindeutig macht. Und auch hier wieder: Welche wichtigen Erkenntnisgewinne sollen das denn sein? Bisher gibt es nur die leere Behauptung, dass Neger ein rassistisches und diskriminierendes Wort wäre, was außerhalb des vom Autoren definierten Kreises von “Gutmenschen und weinerliche[n] Minderheiten” wohl kaum jemand so sieht.

Wenn ZDF-Mann Peter Hahne darauf besteht, das „Zigeuner-Schnitzel“ zu „retten“ (sic!),

Sic! Meine Güte, was ist denn falsch daran, wenn irgendwer beim ZDF außer Zwangsgebühren zu verschwenden mal versucht, wenigstens die deutsche Sprache vor der Political Correctness zu retten? Sick!

dann tut er das in dem Bewusstsein um die Probleme, die viele Menschen in diesem Land aufgrund ihrer Leidenserfahrung mit diesem Wort haben.

Haben Sinti und Roma jetzt auch nur einen Hauch von besseren Ruf als damals, wo Zigeuner noch in KZs kamen? Nein? Oooooh. Der Autor scheint den Begriff “Euphemismus-Tretmühle” nicht zu kennen. Oder als Hatespeech zu sehen, wäre nicht allzu weit hergeholt. Was für eine Leidenserfahrung haben eigentlich Zigeuner mit Zigeunerschnitzeln? Cultural Appropriation?

Kommt, wenn ihr Political Correctness verteidigen wollt, dann macht bitte konkrete Aussagen. Könnt ihr aber nicht, weil die einzigen “konkreten” Sachen frei ausgedachter Unsinn sind. Es wird euch aber nicht positiv angerechnet, es nichtmal zu versuchen.

Und tritt für das Privileg der Gesamtgesellschaft ein, sich nicht um diese Probleme kümmern zu müssen, angesichts der Zumutung, die es für sie bedeuten würde, auf diese paar Wörter (ja, wie viele ähnlich populäre Mohrenkopfwörter gibt es eigentlich? Fünf? Zehn?) zu verzichten.

Das ist in sich widersprüchlich, die Neger und die Zigeuner sind ja nun Teil der Gesamtgesellschaft und müssten sich genauso wenig um diese “Probleme” kümmern, weil sie eben keine Probleme sind. Das gilt auch für die Kümmeltürken, Schlitzaugen und Froschfresser, bei denen man gerne zum Essen geht, wie auch für die Schwuchteln, Krüppel und die ganzen frustrierten Fotzen. Und das war nur der Anfang, es ist ja politisch auch nicht korrekt, Armutsmigranten als integrationsverweigernde Sozialschmarotzer oder kriminelle Bettelbanden als solche zu bezeichnen. Die Liste kann sehr lang werden, wenn man so will wie die Gutmenschen es gerne hätten. “Behinderte” ist ja auch schon “diskriminierend”. Also, für Behinderte, gegenüber dem Autoren wäre es ableistisch. Ja, fickt euch doch, ihr dummen Heulsusen.

Schaut, ihr lebt noch! Cool, das Privileg der Gesamtgesellschaft, sich nicht um jeden Scheiß kümmern zu müssen.

Wenn Peter Hahne fragt: „Müssen wir uns diesen täglichen Schwachsinn wirklich bieten lassen? Haben wir keine größeren Probleme als uns tagelang über die politisch korrekte Bezeichnung von Schnitzeln zu ereifern?“, dann lautet die — politisch korrekte — Antwort: Doch die haben wir

Da fehlt ein “nein, wir müssen uns das von den geisteskranken Deppen nicht bieten lassen, aber wir hoffen, dass die das einsehen, bevor noch jemand auf die Idee kommt, Lager zu bauen”. Aber auch hier wieder: Zustimmung auf den Kritikpunkt. So verteidigt man seine Position nicht.

aber viele von ihnen [den Problemen] haben eben auch damit zu tun, dass die immer weitere Dehnung des Sagbaren,

Wir reden aber schon immer noch über eine Einschränkung dessen, was politisch korrekt sagbar ist, oder? Lüge.

verbunden mit dem Insistieren darauf, das bewusst Verletzende sagen zu dürfen, zu Treibmitteln geworden sind, mit denen sich die Gesellschaft gerade rasant entsolidarisiert.

Was genau ist denn falsch daran, dass ich Leute, die sich wie eine blöde Fotze aufführen, als solche bezeichne? Dass die sich verletzt fühlen? Weil sie blöde Fotzen sind? Das wäre ja nun eher die Realität, die sie stört, nicht das, was ich sage, oder?

Und das ist es auch nicht, was die Gesellschaft entsolidarisiert. Es sind unsolidarische, weinerliche Minderheiten und Gutmenschen, die keinerlei solidarischen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Es gibt keinen Grund, mit Schmarotzern solidarisch zu sein, sind die nämlich auch nicht. Das ist wie im menschlichen Magen: Da hat man Dutzende nützlicher Bakterien, die Milchsäure produzieren und pathogene Bakterien damit abtöten. Oder bei Käse: Edelschimmel hält Schadpilze ab. Niemand mit klarem Verstand würde es Mycetophobie nennen, wenn man keine Coli-Infektion haben will, und eine (funktionierende) Gesellschaft will halt keine kriminellen drogendealenden Neger oder stehlende Zigeunerbanden.

Political Correctness bedeutet ja nicht, dass alle ihr Verhalten ändern müssen, nur weil irgendjemand „Diskriminierung“ ruft.

Sondern?

Es bedeutet aber hinzuhören, verstehen lernen, zu akzeptieren, dass individuelle Diskriminierungserfahrungen und die daraus resultierenden Gefühle eben individuell sind und nicht allgemein plausibel.

Ah. Es gibt Leute, die einen an der Klatsche haben, und ich soll auf die Befindlichkeiten jedes Geisteskranken Rücksicht nehmen. Lass mich überlegen…. Nein, sicher nicht.

Dass diese Gefühle eben nicht nur Befindlichkeiten sind, sondern Hemmnisse, ganz konkrete Barrieren, verwehrte Entwicklungsmöglichkeiten, die nicht nur die Betroffenen betreffen, sondern die ganze Gesellschaft.

Es betrifft immer nur die Betroffenen, deswegen heißen sie “Betroffene”. Weil sie betroffen sind. Aber wichtiger: Inwiefern verwehre ich dem Neger, der bei Mr. Wash zum Mindestlohn mein Auto poliert irgendwelche Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich einen solchen Satz schreibe? Wenn ich meinem Bruder sage “und fahr zum Polieren zu dem Neger, der ist echt sorgfältig, vor allem, wenn man ihm ein kleines Trinkgeld gibt”? Wäre es nicht schlimmer, wenn jemand sagt “bei Mr. Wash arbeitet ein somalischer Asylant, der macht zwar Kratzer ins Auto, aber man sollte solidarisch mit Bantu sein?” Doch?

Eben. Wörter per se sind ohne Kontext vollkommen wertfrei, und daran wird sich auch nichts ändern, egal, wieviel die Gutmenschen rumheulen.

Was bedeutet, dass man diese Gefühle auch dann nicht ohne Not zu verletzen sucht, wenn man sie nicht teilen kann. Welche Not hat Peter Hahne? Was „rettet“ er?

Nochmal: Welche Gefühle von wem habe ich denn gerade verletzt? Warum muss ich in einer “Not” sein, um meine Meinung auszudrücken, und zwar so, wie ich will? Man muss in Not sein, um Asyl (erfolgreich) beantragen zu können, und ich bezweifle, dass es den Neger bei Mr. Wash wahnsinnig stört, wenn andere ihn als Neger bezeichnen; ich nehme an, er besitzt einen Spiegel und weiß das selbst.

Ich streite für Political Correctness nicht, weil ich möchte, dass sie etwas bewirkt.

Tut sie aber. Es geht allen Leuten mit einem IQ über Raumtemperatur gewaltig auf den Geist.

Sondern weil ich es weiß.

Du gehst mir mit so dummen Artikeln absichtlich auf den Geist und erwartest dann, dass ich den Unsinn mitmache? Es gibt ja nun ein paar sehr einfache Regeln des menschlichen Zusammenlebens, und so funktioniert das nicht.

Es kommt dann ein langer Einschub über die Begeisterung des Autors darüber, dass der perverse, schwule Piratenpartei-Mörder fokal als perverser Piratenpartei-Mörder dargestellt wird und nicht als perverse Schwuchtel.

Natürlich wird „Bild“ nie zugeben, dass die Tatsache, dass sie heute über den schwul-Aspekt einer solchen Geschichte einigermaßen angemessen berichten kann, ein Erfolg der Politischen Korrektheit ist.

“Einigermaßen angemessen” bedeutet hier, dass mit keinem Wort erwähnt wird, dass Homosexualität mit psychischen Problemen, Selbstmord und devianten sexuellen Neigungen, auch Pädophilie, stark korreliert ist. Der Erfolg der PC ist also, dass Tatsachen totgeschwiegen werden. Fein. Und die Bananenproduktion hat sich im Vergleich zum Vormonat um 100% erhöht – von Null auf Null.

Es ist der Erfolg vieler Menschen, die in Gesellschaft, Politik und Medien ein Bewusstsein dafür geschaffen haben, dass es nicht egal ist, wie man über Schwule spricht.

Es sollte halt stimmen, was sie sagen, und möglichst, wie vor Gericht, die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit sein. Dass das nicht passiert, ist natürlich der “Erfolg” der Political Correctness, da wird dann nur die halbe Wahrheit, ohne die unangenehmen Wahrheiten, und ein paar Lügen berichtet. Fein. Wenn die Presse pleite geht, können die Journalisten umgehend beim Ministerium für Wahrheit anheuern.

Diesen Menschen wurde und wird Korinthenkackerei vorgeworfen und dass sie zu „sensibel“ seien.

Ich würde es jetzt eher “Beschäftigung mit völlig irrelevanten Themen” und “weinerliches Schwuchteltum” nennen, aber ja, das passiert.

Sie werden gefragt, wann sie denn endlich zufrieden sind mit dem, was sie erreicht haben, und ob sie eigentlich keine anderen Probleme haben, als über Wörter zu streiten.

Das ist eine rhetorische Frage. Gott, Gutmenschen haben keine Ahnung von Argumentationsstrategien. Die Antworten sind übrigens “nie” und”doch, eine unbehandelte psychische Störung”.

Man wirft ihnen Totschlagargumentiererei vor, weil sie, wenn es sein muss (und manchmal muss es sein)

Das ist schon der dritte Vorwurf gegen Gutmenschen, den der Autor als korrekt bestätigt.

beispielsweise darauf hinweisen, dass die hohe Zahl schwuler Teenagerselbstmorde im Vergleich zu den heterosexuellen auch irgendwie was damit zu tun hat, wie Journalisten über Schwule schreiben.

Wissen wir leider nicht. Es könnte auch daran liegen, dass schwule Teenager überproportional viele psychische Probleme haben, aber das zu sagen ist politisch nicht korrekt. Man könnte den Leuten ja eventuell psychotherapeutisch helfen, wenn man das thematisieren würde. Ist aber diskriminierend, also lassen wir das. Auch fokussierte AIDS-und STD- Aufklärung lassen wir mal bleiben, sollen die Schwuchteln doch verrecken. Wie bei den Nationalsozialisten, nur dass die sich heute Gutmenschen nennen.

Diese Menschen leben mit dem Vorwurf, Schwule, Homosexuelle dauernd zu Opfern zu stilisieren, auch wenn sie gerade dafür kämpfen, dass diese nicht zu Tätern gemacht werden.

Und noch ein bisschen Victim Blaming zum Abschluss. Wie fein. Ich liebe die Inkonsistenz der Gutmenschen. Aber hey, wir können ja Abdullah und seinen Freunden vom Bahnhof erklären, dass Marie-Lusie mit dem kurzen Röckchen sie zum Täter gemacht hat, nicht wahr? Und das nur, weil das böse Dunkeldeutschland die ehrenamtlichen Helferinnen nicht ausreichend dabei unterstützt, sich mal von ein paar Asylbewerbern durchknallen zu lassen.

Politische Korrektheit nervt. Aber weil sie wirkt, müssen Sie da jetzt durch. Ab jetzt hier einmal im Monat.

Ja… äh… das schöne ist, dass ich da nicht durch muss, ich kann es auch einfach nicht anklicken. Das ist sicher schlecht für eure Zugriffszahlen, aber das ist nicht mein Problem.

Ich habe auch kein großes Problem damit, wenn ich mir bald kein Zigeunerschnitzel und ein Neger dazu bestellen kann, ich mag nämlich keine Zigeunerschnitzel, und Neger ist eher was für kleine, blonde Mädchen.


So ein Mist. Derweil ist es so einfach, Political Correctness zu verteidigen:

Don’t you see that the whole aim of Newspeak Political Correctness is to narrow the range of thought?… Has it ever occurred to you, Winston, that by the year 2050, at the very latest, not a single human being will be alive who could understand such a conversation as we are having now?… The whole climate of thought will be different. In fact, there will be no thought, as we understand it now. Orthodoxy means not thinking – not needing to think. Orthodoxy is unconsciousness.

Indoktrination ist #nichtegal, aber auch #nichtnützlich

Das bezieht sich auf meinen letzten Post. Tr;dr: Wenn die Politik missliebige Meinungen respektive das “Pack” oder die Untermenschen mit bestimmten Weltanschauungen gezielt diskreditiert, ist das nicht so prickelnd.

#nichtegal ist eine groß angelegte Propagandakampagne, sonst kann man dem dummen Wählervolk ja nicht ordentlich eintrichtern, dass sich die Herr*innenrasse vom Pöbel distanzieren muss. Das war aber schon früher #nichtnützlich:

Natürlich indoktrinieren wir zur Erreichung unserer arischen gutmenschlichen Gesellschaft als erstes die Hitler- Jugend, mit einem groß angelegten, vom Steuerzahler finanzierten Programm, das war ja schon bei der NSDAP erfolgreich. Und das ist auch kein bisschen Nazi, macht ja nicht der Führer, sondern die demokratisch gewählte Familienministerin (die nichtmal für den Bundestag kandidierte, im Gegensatz zu Hitler). Aber zwei Tage dafür aufwenden, Schüler zu indoktrinieren, sollte man schon. Wegen der zentralen Bedeutung der nationalsozialistischen Ideologie des Kampes gegen Hatespeech.

Finden zumindest die Digitalen Helden, die uns erklären, dass es im Internet zugeht “wie im Kindergarten: Da wird beleidigt, auf die übelste Art und Weise, es wird gehetzt, es wir zu Gewalt aufgerufen, gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen und vieles mehr”.  Und man denkt sich: Ist das wirklich der Großteil der Bevölkerung, der so denkt?

Ne, der letzte Satz ist nicht von mir, der ist noch aus dem Video. Und ich hoffe sehr, dass der Großteil der Bevölkerung nicht denkt, dass in Kindergärten auf übelste Art und Weise beleidigt, gehetzt und zu Gewalt aufgerufen wird. Ich befürchte aber, dass es der Großteil der Bevölkerung nicht merkt, dass zunehmend radikalere illiberale Gutmenschen zunehmend größere Bevölkerungsgruppen auf übelste Art und Weise beleidigen, gegen sie hetzen und zu Gewalt aufrufen. Also, Menschen wie MrWissen2go. Aber:

Nein. Das ist nur eine kleine, sehr laute Gruppe, die versucht, mit Hass, mit Häme, mit Hetze andere einzuschüchtern und vor allem andere daran zu hindern, ihre Meinung zu sagen.

Denn die andere Meinung ist Hatespeech, und Hatespeech ist Volksverhetzung und eine Straftat.

Und viele von Euch fragen sich sicherlich, was kann man dagegen tun? Wie kann man sich wehren? – Im Prinzip ist das ganz einfach: Indem man aktiv wird.

Gern geschehen.

Aber das will man natürlich nicht.

Moment, MrIdiotie4ever, das widerspricht dir doch jetzt, oder?

Wir müssen etwas dagegen setzen. Wir kommen zu euch. Zu euch an die Schule. Wie werden an 40 Schulen vorbeischauen und euch sagen, wie ihr zu digitalen Experten werdet.

Echt jetzt? Kann ich gleich: Gar nicht. Menschen werden immer analog bleiben. Fuck, nicht nur das Internet nicht verstanden, sondern auch digital nicht. Oder impliziert der Typ jetzt, dass ein “digitaler Experte” nur “gut” und “böse” unterscheiden kann, wie ihm das vorgegeben wird, und alles, was nicht gut ist, eben Hass ist? Hui, ich denke, ich bin da auf dem richtigen Weg. Er erklärt dann noch, was man alles mit Hetze machen kann.

Aber ich klaue ihm sein Schlusswort, auch wenn mich die Grammatik schmerzt: Denn das, was da im Netz passiert momentan, das sollte uns allen nicht egal sein.

Naja, gut, mir ist das ziemlich egal, wie Ihr das findet. Ist Euer Problem. Ich hab aber auch keine tollen Kompetenzen wie “Videos produzieren, um was gegen Hass im Netz zu sagen”. Ich kann aber ein VPN aufbauen und einrichten. Hilft gegen die “Great Firewall of China” hervorragend, und die haben unsere (ja, unsere) Handys gebaut. Die Zensoren sind zu blöd für ihr Vorhaben, wenn das nichtmal die Chinesen schaffen. Das ist das verdammte Internet, ihr hirnverbrannten Vollidioten. Und das ist älter als ich. Gott, das geht notfalls (mittlerweile) über Kurzwellenradio. Was denkt ihr denn, wie die alliierten Agenten in Nazideutschland nach Hause telefoniert haben? Youtube?

hsklein

Entartete Meinungen sind #nichtegal

Heiko Maas und die anderen möchtegern-totalitären Kommunisten in der SPD und den anderen linken Parteien zensieren ja nun offensichtlich schon seit einer Weile mit scheinbar zu wenig Erfolg facebook. Dank irgendeinem Internet-Meme-Affen namens Harambe wurde die Nazi-Schwuchtel Milo Yiannopoulos von Twitter entfernt, aber den Stasi-erfahrenen Mitarbeitern in den Parteien und der Irgendein-Neger-Stiftung scheint jetzt auch noch Youtube ein Dorn im Auge zu sein, und das ist nicht nur ein weiterer Tropfen in ein übervolles Fass.

Es sind ja selbst in Berlin 14,2% des Fasses bereits übergelaufen, was alle als den totalen Weltuntergang darstellen – das ist er aber nicht. Es ist doch für den einzelnen Bürger #scheißegal, welche korrupte, dumme und lügende Partei jetzt ein paar Euro aus der Wahlkasse bekommt. In einer (parlamentarischen) Demokratie ist die einzig relevante Frage, ob man es gut findet, was die Regierung mit dem ganzen anderen übrigen Geld macht. Der Rest sind Nebelkerzen.

Und durch “Fördermittel” von einem Dutzend Organisationen, die sämtlich am Staatstropf hängen (BmFSFJ, BPB und ihre vielfältigen und unterverzweigten Lakaien), “prominente Youtuber” dafür zu bezahlen (nehme ich an), dass sie unfertige Satzfetzen in eine Kamera sprechen und dabei aussehen wie – seien wir geschlechtergerecht – eine Crackhure, die man als nicht gänzlich verzweifelter Mann nicht vögeln wollte oder ein Kioskbetreiber, dem man auch kurz vor dem Verhungern kein Sandwich abkaufen würde… Soll das ernsthaft die digitale Elite Deutschlands sein, oder, wie das eine dickliche, hässliche “Jette” formuliert, die “Generation Internet”?

Ich bin 36 Jahre alt. Ich bin die verdammte Generation Internet, und die Kinder in dem Video wissen nichtmal, was Internet eigentlich bedeutet. Güte, nichtmal ich bin wirklich “Generation Internet”, mein erstes Modem hatte schon 14.400 baud, und das ist 22 Jahre her. Ich bin die Generation Eternal September, und dafür würde ich mich schämen – zumindest, wenn es die Generation Internet nicht gäbe. Internet ist nicht Twitter, Facebook, Google und Youtube. Internet ist ein Mittel zum Zweck.

Jeden Zweck, das ist das schöne am Internet. Ist wie bei der Post oder der Bahn – man kann einen Liebesbrief schicken oder seine Familie besuchen, oder man kann Paketbomben verschicken und Panzer verladen. Scheint aber für die “Generation Internet” ernsthaft überraschend zu sein, dass man im Internet was “sagen kann gegen Leute, die ein bisschen anders aussehen” – sagt ein androgyner Grischistudios mit blaugrünen Haaren, der mich unweigerlich an die Plastik-Troll-Figuren aus den 80ern erinnert, die alle Mädchen so toll fanden.

Und solche Leute verbreiten dann Aussagen wie “Don’t feed the Troll”. Ist das jetzt selbstreflexiv? Neeee – Nachdenken und Reflexion ist so 20stes Jahrhundert, das ist schlimmer als Hitler. Es ist 2016. Reden wir einfach weiter.

Dagi Bee – die erste einzige, die ich kenne, da gibt es ein tolles Video – fragt, ob uns Hass einfach egal sein dürfe. Irgendeine Frau mit Kopftuch sagt dann “in keinem Fall”, und begründet wird das – natürlich nicht. Weil – Gründe! Hey, wenn Euch Gründe nicht ausreichen, seid ihr schlimmer als Hitler. Hitler hatte schließlich keine… oh… Moment… ne, unsere Gründe sind viel besser!

Statt Gründen gibt es aber Derogative: zu bequem, feige, gleichgültig, ignorant, verletzend.

Eine billig-nuttige EllatheBee sagt dann, wir wären alle Teil einer großen Videocommunity. Das ist mindestens der zweite pluralis majestatis. Ich meine ja nur – ah, nein, Wir meinen ja nur, dass uns dümmliche Propaganda nicht egal sein sollte.

Wie uns Diana Dingens erklärt: “Nichtegal heißt, dass man auch gegen was vorgeht, dass man zeigt, dass es nicht richtig ist”.

Und das ist der einzig sinnvolle Satz in dem ganzen, wohl absichtlich wirren Propagandavideo: Es sollte uns nicht egal sein, mit was für einem flachen, indoktrinierendem Dreck wir da beworfen werden, gefördert durch unsere Steuergelder.

Nein, ich werde nicht youtube kritisieren, die können machen, was sie wollen. Nur weil das sicher einigen bitter aufstößt, die ich auf youtube gerne sehe, ist das deren Problem. Schade, ja, aber kein echtes Problem. “Ich mache Videos auf Youtube” ist sowieso kein langfristiges Geschäftsmodell, weil das das verdammte Internet ist. Fragt mal die Jungs von Altavista. Kennt ihr nicht? Ach.

Die zentrale Frage ist also: Zwangsabgaben. Ich Wir finden es nicht in Ordnung, dass Steuergelder, die wir zahlen müssen, für solch dämliche Propaganda ausgegeben werden. Das hat in der Sowjetunion nicht funktioniert, das hat – ach Gott, das kann nicht funktionieren. Ist mir scheißegal, ob youtube das unterstützt, die verdienen Geld durch Werbeeinblendungen, weil Leute sehen wollen, wie sich Leute zum Affen machen. Wenn diese (dumme) Klientel profitabler ist als z.B. Leute, die gerne Honest Trailers sehen oder Everything Wrong With, dann ist das von Seiten youtubes vernünftig, diese Klientel zu bedienen.

Vorwerk stellt sich ja auch nicht hin und plakatiert “Leute, die zu doof sind, eine Dichtung in unseren Thermomix einzulegen, sollten ihn nicht kaufen”, weil ihnen das ihre Kundschaft vergraulen würde. Die drucken eine extra-große, bebilderte Anleitung und machen grell-rote Plastikpläpperle dran.

Das sind nämlich Unternehmen. Unternehmen können mir – und uns – unser Geld nicht zwangsweise wegnehmen. Der Staat schon. Wenn also irgendeine Feministin im Internet schreibt, dass alle Männer Schweine sind und kastriert werden sollten, ist das scheißegal. Wenn der Staat das aber unterstützt, dann kann es nicht mehr scheißegal sein.

Weil?

Es gab da einen Fall in Berlin, wo es einer Ladenbesitzerin zu doof wurde, dass Zigeuner nur bei ihr klauen und sie hängte deswegen ein “Keine Roma”-Schild auf. Das ist mal grundsätzlich ihr Problem, denn die Dame hat(te?) einen Esoterikladen, und damit verdirbt sie sich auch die ganzen Gutmenschen, die an den Unsinn glauben. Wenn wir dann aber von “Diskriminierung” und “Volksverhetzung” reden, weil die Dame nicht beklaut werden will, dann fühle ich mich im falschen Film. Ist ein kleiner Laden. Geht halt pleite. Oder nicht. Ist scheißegal. Das ist kein Staatsproblem, und das sollte es niemals sein.

Problematisch ist es, wenn Mainstreammedien dann irgendwen von der (sicherlich auch vom Steuerzahler finanzierten) Irgendein-Zigeuner-Stiftung zitieren mit “Da ist ganz klar eine Grenze überschritten worden. Man muss sich nur mal vorstellen, da stünde nicht ‘Roma’, sondern ‘Juden’.”

Ja – äh – haben wir im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst? Die Nazis haben “Kauft nicht beim Juden” propagiert. Nicht “Juden dürfen hier nicht einkaufen” – das wäre wirtschaftlicher Selbstmord, und derart doof waren die Nazis nun auch nicht.

Aber auch das wäre egal, wenn die Politik das nicht stützen würde. Politik ist nämlich #nichtegal, das sollte man als Deutscher ganz besonders gut wissen. Und das ist die Parallele, die sich wirklich anbietet – entartete Kunst. Passt uns nicht, ist entartet, wird verbrannt. Wie entartete Meinungen. Wir finden da nur kein gutes deutsches Wort dafür, das “entartet” ist ja schon so Nazi-verbrannt – ach, egal, nennen wir es “Hatespeech“.

IKEA of Leiden, Netherlands

Mir geht es ja eigentlich gerade gut. Das  Lokal unserer Wahl in Alanya bekommt die Gerichte, die wir haben wollen, so hin, wie wir sie haben wollen, und sie haben wirklich täglich frische Shrimps (ja, das schmeckt man). Unsere Stegnachbarn sind nett, die Leute gegenüber toll, und ein paar Boote weiter gibt es griechischen Wein aus alten Colaflaschen. Der Sohn der Supermarktbesitzer bringt meiner Frau nachmittags ungefragt ein Vanilleeis vorbei – sehr viel besser kann das Leben nicht werden.

Wir haben aber leider auch hier Internet, und man kann nicht den ganzen Tag nur Bücher lesen, ab und an sind die alle. Und dann liest man diesen dümmlichen entitled Bullshit von irgendeiner kastrierten Schwuchtel aus – na, ratet – Berlin. Kersten Augustin ist “freier Journalist”, also Hartz4-Empfänger, geboren 1988 mit aller Weisheit der Welt Zeit im Arsch und beschwert sich darüber, dass ihm (xix? xirs? essen?) der IKEA-Katalog Vorschriften machen würde.

Vorschriften.

Der IKEA-Katalog.

IKEA. Die gendergerechtesten, progressivsten lubblabbs überhaupt. Aus Schweden. Schweden, rape capital of the world, bekannt für… IKEA. Und Pippi Langstrumpf. Aber dazu kommen wir noch.

Das ganz besondere Schneeflöckchen Kersten, dessen Eltern ihn ja eigentlich Kerstin nennen wollten und er auch so erzogen wurde, Bullshit zu schreiben, wie das normalerweise nur lobotomierte Feministinnen schaffen, mag den neuen IKEA-Katalog nicht. Weil – er zu progressiv ist.

Ich hingegen wusste nichtmal, dass es noch IKEA-Kataloge gibt.

Kerstin auch nicht, aber er hat den IKEA-Prospekt mitgenommen, obwohl er sonst “nie Werbeprospekte mit in die Wohnung [nimmt], mich interessiert nicht, dass es beim Supermarkt jetzt ein Kilo Hack für eins neunundsiebzig gibt“.

Mich würde es sehr interessieren, wo es ein Kilo Hack für 1,79€ gibt, ich habe einen großen Gefrierschrank. Aber Kerstin Duzt auch Ingvar Kamprad, den IKEA-Gründer, weil IKEA ja auch alle Duzt. Was mich übrigens nervt. Ich Duze wirklich gerne alle, aber keine Kunden oder Kellnerinnen. Das ist unprofessionell respektive respektlos.

Naja, Kerstin hatte auf jeden Fall durch die Lektüre des IKEA-Katalogs die gleiche Reaktion, wie man sie von Katniss Everdeen oder Tris Prior erwarten würde: “ich habe deinen Katalog durchgeblättert und bin wütend geworden“.

Da merkt man dann doch noch den Einfluss genderdivergenter Erziehung, Kerstin wurde ja als Mann sozialisiert. Wäre er eine Frau, wäre er natürlich traurig und wütend.

1988, in meinem Geburtsjahr, sah man auf dem Cover deines Katalogs ein lila Sofa. Daneben stand, dass es KARLSO heiße und wie teuer es sei.

1988 war ich bei der IKEA im Bällebad und danach gingen wir in Dingsdadorf Karpfen essen, wo sogar das Schnitzel nach Fisch schmeckte. Ich mochte keinen Fisch. Aber das werfe ich jetzt nicht Ingvar Kamprad vor.

2016 steht auf dem Cover: “Entworfen für dich, nicht für irgendwen.” Dein Katalog hat allein in Deutschland eine Auflage von 30 Millionen, und die Möbel sind extra für mich?

Joah, das Marketing von Apple ist viel besser, gell? Ich meine, mit so nem Samsumg-Handy wäre man nur einer der Asso-Hartzer, aber mit deinem iPhone bist Du der King, gell?

Auf dem Coverfoto sieht man eine Clique beim Abendessen, die offenbar ein Antidiskriminierungsbeauftragter zusammengestellt hat.

Wollen wir mal raten, was Kerstin geschrieben hätte, wenn das nicht so wäre? Aber mei: Auf dem Cover ist ein arabischer Terrorist, eine Negerin mit Dreadlocks, eine dickliche Brünette und eine schlanke Schwedin (von hinten). Das ist doch nicht integrativ-diversitygerecht, da fehlen Südamerikaner, Asiaten, Inder, Mulatten und vor allem die ganzen Otherkin. Was ist denn mit den ganzen Leuten, die sich als Kampfhubschrauber oder Delfin sehen? Hä? An die denkt natürlich keiner. Kerstin ist eine schlechte Feminstin. Sehr schlecht.

Nunja, der Artikel ist endlos lang, also springen wir mal etwas, sonst komme ich nie ins Bett:

Das Bad nennst du “meine, deine, unsere Oase”. Mein Bad hat etwa vier Quadratmeter und ist ein Schlauch, die Fugen zwischen den orangefarbenen Kacheln schimmeln.

Wieso wundert mich das nicht? Klar, es kostet Zeit, blöde Beschwerartikel zu schreiben, aber wenn jetzt mein Bad zuhause (11m²) schimmeln würde, wäre meine Priorität nicht, Bullshit ins Internet zu schreiben. Und was spricht denn gegen 4m² – ich hab hier auf dem Boot nicht mal 1m², aber da schimmelt auch nix. Ist aber natürlich Teak, nicht orange Fliesen.

Da hilft es auch nicht, dass der Schrank unter dem Waschbecken, der Spiegel und die klebrige Korbkommode von dir sind. Wenn ich mir eine Gurkenmaske auflege wie deine Models im Katalog, stoße ich mir den Kopf an deinem Regal.

Ich hoffe, dass ich jetzt keine Kritik mehr dafür bekomme, ihn Kerstin zu nennen. Aber ich sehe da keinen Kritikpunkt – ich meine, wenn man zu blöd ist, sein Bad einzurichten, ist das doch nicht die Schuld von IKEA, oder? Ich habe auch IKEA-Möbel, weil der anbaubare Schreibtisch erstens auf 9mm perfekt in mein Arbeitszimmer passt und zweitens geschenkt günstig ist, aber mein Wäschesammler ist vom XXXLutz (im Sonderangebot) und sicher nicht klebrig. Gott, in meiner Studentenbude war nichts klebrig. Das ist doch eklig.

Bei dir kochte schon der Vater, und die Mutter arbeitete, als in Deutschland Vergewaltigung in der Ehe noch nicht unter Strafe stand. 

Bei. Mir. Auch. Und Papa arbeitete natürlich auch. Papa konnte aber besser kochen. Aber schön, dass wir betonen, wie wichtig der “Vergewaltigung in der Ehe”-Paragraph ist. Gibt es denn da schon auch nur einen verurteilten Angeklagten? Nein? Echt jetzt? 

Nicht mehr die homogene Kleinfamilie, sondern der möglichst heterogene Freundeskreis wird in Szene gesetzt, multiethnisch, multikulturell. Warum nennst du BILLY nicht gleich YUSSUF?

Weil BILLY eine seit vor meiner Geburt etablierte Marke ist. Man könnte sich nun beschweren, dass moderne BILLY-Teile nicht zwingend mehr an 1970er BILLY-Regale passen, aber der orientalische Teetisch “YUSSUF” verkauft sich offenbar halt nicht. Und nein, das ist keine rhetorische Frage, das ist blöde Demagogik, das muss man halt klarstellen. Vor allem klingt “Yussuf” nicht sonderlich schwedisch, das hat was mit Markenidentität zu tun. Aber hey, Hauptsache, man mault dumm rum, während man sich mit einer Gurkenmaske die Eier abschneidet.

Am drei Meter langen Esstisch wird nicht nur gegessen, sondern rund um die Uhr gearbeitet. Ist das noch cool oder schon Prekariat?

Das ist fuck cool. Shit, mein Wohnzimmer hat fast 50m², und da bekomme ich keinen drei Meter langen Esstisch rein. Und das Prekariat in Deutschland arbeitet gar nicht, oder schreibt offenbar Artikel in der Zeit.

In meinem Flur will ich nicht entspannen, sondern meine Schuhe anziehen. Und Danke für diese Erkenntnis: “Persönlichkeit ist die halbe Miete”, schreibst du. Leider bist du nicht mein Coach, Ingvar.

Ok, gehen wir mal schnell weiter. Ich bin sehr, sehr verlockt, Euch die Inneneinrichtung meines Flurs zu beschreiben und wie toll IKEA-Küchentüren an (offene) Hülsta-Eckregale passen und warum Flure durchaus wichtig sind, ich nehme aber an, dass wisst Ihr selber. Ist die deutsche Presse, die keine zehn Jahre jünger ist als ich, wirklich so dumm geworden? Ich meine – ich habe den Artikel kaum ausgehalten.

Deine Kiefer hat die deutsche Eiche rustikal besiegt. Du hast es möglich gemacht, dass Menschen mit wenig Geld ihr Elternhaus verlassen und in Würde eine Wohngemeinschaft gründen konnten. Dein günstiges Design war nicht nur ästhetisch ein Fortschritt, es hat geholfen, Wohnen demokratischer und liberaler zu machen.

Demokratisch und liberal wohnen. Mit wenig Geld. Shit, mit wenig Geld habe ich mir meine erste Wohnung vom KARE-Restpostenlager eingerichtet, IKEA ist relativ teuer.  Was soll der Unsinn? Und “ästhetisch” und IKEA – ja, die Küchen sind schick, aber es gibt bessere. Sogar günstiger. Da geht man zum Segmüller, sucht sich was aus, und lässt es sich dann übers Internet für die Hälfte liefern. Fuck. Wie dumm ist denn die Generation Kerstin eigentlich?

Wie alle meine Freunde habe ich deshalb in den vergangenen Jahren versucht, dich abzustreifen, dich zu ersetzen, mit Möbeln vom Flohmarkt, aus Weinkisten und Europaletten, mit einem Esstisch vom Tischler.

Tja, der Esstisch vom Tischler hat halt mal 5.000€ gekostet. Da sitzt man dann auch auf Bierkisten, Sofas sind überflüssiger Luxus, gell? Mal ehrlich: Kerstin hat genau Null Ahnung von Möbeln und Möbelpreisen. Kerstin jammert ausschließlich sinnbefreit rum.

Aber du bist doch bei mir geblieben: Die Schüsseln im Regal sind von dir. Das Regal ist von dir.

Meine Schüsseln sind von Rosenthal. Das Regal ist von – egal, sind eh pleite, für den Preis mussten die Pleite gehen.

Der Küchentisch, an dem ich gerade sitze, ist von dir. Er heißt INGO. Warum weiß ich das, verdammt?

Mein Küchentisch ist vom Schreiner. Und ich werde ihn nicht INGO nennen.

Aber die Progessivität und das Gutmenschentum muss man ja weiter ausstrahlen, und zeigen, warum IKEA nicht progressiv ist mit seinem zu progressivem Marketing:

Du bist Opfer deines eigenen Erfolgs. Heute hat außerhalb des Nachmittagsprogramms von RTL 2 niemand mehr einen Fliesentisch. Alle haben helle Holzmöbel.

Ich schon, von Hülsta. Aber meine Mama hat hübsch vom Schreiner Kirsche. Bullshit.

Du hast das gleiche Problem, das auch Autohersteller haben: Die Jugend will deine Produkte nicht mehr. Weil wir glauben möchten, dass wir individuell sind. Weil wir nicht mehr Unmengen konsumieren wollen – und wenn, dann klimaverträglich und nachhaltig.

Wenn man sich über Massenware als individuell zu identifizieren vermögen glaubt, hat man etwas sehr, sehr wichtiges nicht verstanden in Bezug auf das Wort “individuell”. Und meine (gebrauchten) Travertin-Marmortische sind so klimaverträglich und nachhaltig, wie es geht. Was bei der Kaufentscheidung genau keine Rolle gespielt hat, die sehen nach einer Runde Schwingschleifer Top aus. Aber das ist sicher kein Gutmenschentum, da muss man in verschimmelten orangen Fliesen in Berlin hausen. Und sowas sagen:

In deinem Katalog gibt es eine Reportage aus dem Irak, du hast ein paar Unterkünfte für Flüchtlinge gespendet. Schön für dich. Mir würde es schon reichen, wenn du ausreichend Steuern zahltest.

Tut er doch. Ingvar Kamprad und die IKEA zahlen brav und ordentlich ihre Steuern – in Holland und der Schweiz. Und das ist völlig ausreichend. Die Kritik ist nur widerlich, weil Kerstin Kommunist ist und das schwedische Steuersystem toll findet – zahle mehr Steuern, als Du Einnahmen hast, klingt doch 1a, oder? Astrid Lindgren (ich hatte versprochen, wir kommen dazu) hat das sehr schön aufgeschrieben: Pomperipossa in Monismania.

Da das der Punkt war, der mir wichtig war, sparen wir uns das restliche Drittel des Artikels. Kerstin erwähnt, dass er auf 50m² mit seiner Freundin wohnt, die wahrscheinlich blaue Haare und mehr Piercings als eine Holsteinische Kuh hat (und mehr wiegt), und den Artikel in seiner (wahrscheinlich ungewaschenen) Unterhose an einem schmutzigen INGO-Tisch geschrieben hat und in einem BILLY-Regal ein Buch einer israelischen (hey, es ist wichtig, ausdrücklich kein Antisemit zu sein) Soziologin zu haben, was er aber wohl nicht gelesen oder zumindest nicht verstanden hat. Zum Ende schlägt er dann noch einen Altpapierbehälter für IKEA-Kataloge mit dem Namen KERSTEN vor, wohl aufgrund seiner mangelnden Intelligenz und der dem heutigen Pseudo-Journalismus innewohnenden Abneigung zu Recherchen – IKEA hat das nämlich bereits im Angebot, es heißt DIMPA und kostet 1,99. Für 2,99 bekommt man DIMPA auch in 70l Größe, da passt dann auch KERSTEN rein, wenn man ihn vorher püriert. Ist aber natürlich nicht intelligent, man könnte auch einfach die klassische FRAKTA-Tasche kaufen, die kostet nur 50 cent und fasst über 100l. Ist ja nur für Müll.