Neusprech zu #Altena

Wir haben als anständige Deutsche ja gelernt, dass man bedauerliche Einzelfälle nicht aufbauschen darf, um Stimmung gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen zu machen – ich bin daher sehr dankbar, dass wir nicht nur Hass und Hetze und Fake News im Internet haben, sondern auch Qualitätsmedien wie Focus oder die seriöse Plattform Belltower, via der Irgendein-Neger-Stiftung mit Steuergeldern bezahlt, haben, um uns die einzige gute, richtige und wichtige Wahrheit mitzuteilen:

Bei einem Angriff mit einer 30 Zentimeter langen Klinge fügte ein Mann dem Bürgermeister eines irrelevanten Kuhkaffs eine 15 cm lange Schnittwunde zu. Der Täter, ein 56-jähriger Deutscher, wurde festgenommen.

Bei der Illustration der schwere der Tat hilft uns dann der über alle Zweifel erhabene Sender RTLdas hier ist eine 30cm lange Klinge:

… und das hier eine 15cm lange Schnittwunde:

Und gleich noch die Schlagzeilen von morgen:

Warum wir schon immer mit Eurasien im Krieg waren und Ostasien unsere engsten Verbündeten sind. 

Advertisements

Unseren täglichen Faschismus gib uns heute

Den aktuellen Beitrag zur politisch korrekten Volksverdummung auf Bento präsentieren Hanna Zobel und Anatol Stefanowitsch:

Benutzt du diese Nazi-Sätze – ohne es zu wissen?

Nein, wenn ich Nazi-Sätze benutze, mache ich das mit Absicht, um linksgrüne Gutmenschen zu Ärgern. Ein Beispiel, was v.a. Poststrukturalisten hassen werden?

Worte sind Brücken in unerforschte Regionen
– Adolf Hitler

[HZ] Wenn wir Wörter wie “Mischvolk”, “Endlösung” oder “Überfremdung” hören, sollten bei allen von uns sofort die Nazi-Alarmglocken klingeln – klar.

Außer natürlich, wir reden von Tibet. Dass die chinesische Regierung nämlich zur Unterdrückung der Tibetaner da Viehwaggonweise Han-Chinesen hinkarrt, ist böse. Nein, nicht die Viehwaggons, die Chinesen, natürlich; die Tibetaner sind nämlich gut. Die Chinesen sind nicht gut, sondern wertlose Untermenschen.

[HZ] Die Nationalsozialisten haben Sprache ganz gezielt eingesetzt, um ihre Ideologie in der Gesellschaft zu verankern und Macht auszuüben.

Wie jede ideologische Bewegung. Bei den Marxisten waren die Bösen das “Establishment”, was heute kaum noch in einem anderen Sinn verwendet wird; bei der Befreiungsbewegung der Schwarzen in Amerika kam dann das bislang nicht bekannte Wort “Rassismus” auf, Feministen haben das – weil sie Frauen sind und Frauen keine eigenen Ideen haben – dann kopiert und “Sexismus” genannt. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass das Erfinden von Kampfbegriffen seit spätestens der von Lenin perfektionierten Propaganda aus dem politischen Diskurs (leider) kaum noch wegzudenken ist, gleichwohl aber keinerlei Aussage bezüglich der Güte der zugrundeliegenden Ideen hat.

[HZ] Sie hatten sogar ein Propagandaministerium, das sich damit beschäftigt hat.

Dieser Satz, zum Beispiel, ist Propaganda (systematische Verbreitung von Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen), davon sind aber die Aussage nicht falsch. Es ist nur falsch, daraus zu interpretieren, dass es schlecht wäre, dass die Nazis ein Propagandaministerium hatten, aber Bento irgendwie besser. Ist es nämlich nicht (wenn man Propaganda per se schlecht findet).

[AS] Man muss zwei Kategorien unterscheiden: Einerseits gibt es Begriffe, die durch die Nazis eingeführt wurden, wie das Wort “Lügenpresse”.

Jaaaaah… 1676 hieß das noch Lügen-Handwerk. Ne, komm, Anatol, selbst wenn das Wort “Lügenpresse” schön von der Zunge geht – es ist halt ein schönes, deutsches Komposit und keine “Fake News” – auch wenn mir “Presstituierte” ja sehr gut gefällt. Es geht doch das Problem nicht weg, wenn man das Wort kritisiert? – Oh; ich vergaß, ich rede mit Linken.

[AS] Andererseits gibt es Begriffe, die es schon vor der NS-Zeit gab, die aber durch die Nazis eine bestimmte Bedeutung bekommen haben. Zum Beispiel das Wort “Volk”.

Wie zum Beispiel in 中华人民国, “Volksrepublik China”, die fucking Nazis.

[AS] Politisch gibt es den Begriff als Definition von Staatszugehörigkeiten. Und dann gibt es die biologisch/ethnische Definition, wie die Nazis sie verwendet haben.

Tjoah… das stimmt halt so nur halb. Denn das Völkerrecht kennt keine klare Definition von Volk, wie der bolschewistische Glatzkopf in der seiner Lügenpresse-Propaganda die jungen, dummen Leser glauben lassen möchte. Ein ehtnisch-kultureller Volksbegriff wird übrigens auch von z.B. den Kurden benutzt.

[HZ] Was passiert denn, wenn wir Wörter wie “Volk” auf diese Art verwenden?

Die Leichen der gefallen Soldaten der SS-Totenkopfstandarte erstehen auf und veranstalten Fackelmärsche durch Bielefeld. Das dürfen wir auf keinen Fall zulassen, da sonst auffallen würde, dass es Bielefeld gar nicht gibt.

[AS] Wir gewöhnen uns an nationalsozialistische Denkmuster.

Dafuq? Wenn ich vom “amerikanischen Volk” spreche, stelle ich mir einen wüsten Mischmasch verschiedener Ethnien vor. Wenn ich vom chinesischen Volk spreche, stelle ich mir fucking Chinesen vor. Weil das so ist. Und das ist so das Linke Problem: Wenn die Realität nationalsozialistisch sein soll, dann muss man (a) feststellen, dass sie das in Deutschland nicht ist; wir füttern hier ganz sozialistisch gerade Millionen Leute durch, die nicht ansatzweise Deutsch sind, und (b) man offensichtlich heute als Nazi gilt, wenn man die Realität nicht verleugnet.

[AS] Selbst, wenn man es unbewusst benutzt, also gar keine böse Absicht hat, führt die Verwendung dazu, dass die Idee eines ethnisch definierten Volkes im Bewusstsein der Gesellschaft verankert bleibt.

Schau – und genau das ist das Problem mit idiotischen linken Vorstellungen: In meiner Welt ist der deutsche Volksbegriff kulturell geprägt, nicht ethnisch. Das war er übrigens auch immer, und Deutschland ist historisch von unvergleichlicher Kleinstaatlerei geprägt; dass sich die Bayern dran gewähnt haben, auch nur Preußen ebenso als Deutsch anzusehen ist eine recht junge Entwicklung. Aber auch damit sind schon unsere Großeltern aufgewachsen, und kleine kulturelle Unterschiede sind da auszuhalten. Große aber sind schwierig – Berliner z.B. (wie Anatol Stefanowitsch) sind für mich jetzt halt weniger deutsch als jeder türkisch-deutsche Autohändler mit Doppelpass. Die reden nämlich keinen Stuss, und Stuss reden ist das, was wir mit dem 3. Reich hinter uns lassen wollten. 

[HZ] Können wir nicht einfach die Nazi-Begriffe “zurückerobern”, also in anderen Kontexten verwenden und sie somit wieder positiv belegen?

Nein. Man kann Begriffe, die etwas inhärent Negatives beschreiben, nur positiv besetzen, wenn man das inhärent Negative verändert. “Zigeuner” per se ist ein reines Deskriptivum, solange die Zigeuner nicht stehlen wie die Raben und ihre Kinder zum Betteln schicken. Wenn sie das aber tun, wird der Begriff “Zigeuner” negativ. Diesen dann durch einen neuen zu ersetzten hilft nichts, und ihn “zurückzuerobern” ist schlicht schizophren. Aber klar, dass eine Feministin das fragt. Ist wahrscheinlich eine Schlampe.

[AS] zum Glück haben es die Nazis nicht geschafft, jedes Wort für immer zu ruinieren. Zum Beispiel “Mädel”.

Eigentlich haben die Nazis es nicht geschafft, überhaupt irgendein Wort zu ruinieren, nichtmal “Endlösung”. Aber Denken, Begründen irgendwas sinnvolles von sich geben muss man als Linker ja nicht, oder? Ich meine, komm – niemand dächte bei Autobahn an Nazis, wenn nicht irgendwelche Linken diese Assoziation hergestellt hätten. Okay, bei Gaskammern schon, aber ich wüsste jetzt nicht, inwiefern Gaskammern in irgendeinem Kontext allgemein positiv zu sehen sein könnten. Subjektiv geht das natürlich; ich hätte da gerade spontan einen Inhaltskandidaten im Kopf.

[AS] Aber es gibt auch Wörter, hinter denen ein Konzept steckt. … “völkisch” könne doch auch ganz neutral definiert werden …. Das stimmt aber nicht, weil mit diesem einen Wort viel mehr ausgedrückt wird,

Ja… das sah Hitler auch so:

[AH] Der Begriff völkisch ist infolge seiner begrifflichen Unbegrenztheit keine mögliche Grundlage für eine Bewegung und bietet keinen Maßstab für die Zugehörigkeit zu einer solchen.

Wir wissen also jetzt, wes’ Geistes Kind der Anatol ist. Und dann wundern sich die Linken, wenn man ihnen Siliones “Der neue Faschismus wird sagen, ‘ich bin der Antifaschismus'” vorhält – es ist (ja, spiegelbildlich) genau das Gleiche.

[HZ] Hat sich die Verwendung von Nazi-Sprech seit Pegida und AfD verstärkt?

Die Verwendung von Deppen-Sprech hat sich seit dem Aufkommen von Bento verstärkt, soviel kann ich sagen. Fuck, Orwell rotiert gerade in seinem Grab.

[AS] Das kann ich nicht abschließend beurteilen, aber man sieht, dass sich die Grenze des Sagbaren immer weiter in Richtung härterer Aussagen verschoben hat.

Die Grenze des Sagbaren, du widerlicher Faschist, ist da, wo Dritte in ihren Menschenrechten verletzt werden. Sagen die fucking Menschenrechte. Und da Worte niemanden in seinen fucking Menschenrechten verletzen können, ist die “Grenze des Sagbaren” politische Willkür – aber freilich mögen Kommunisten sowas, sonst könnte man ja nicht erzählen, dass wir schon immer im Krieg mit Ozeanien waren oder es ein Patriarchat gäbe oder Wörter rechtsradikal wären. Depp.

[AS] Damals war sehr klar, dass man so – zumindest öffentlich – nicht sprechen darf. Wir haben uns als Gesellschaft nie ausreichend damit auseinandergesetzt, wie tiefgreifend der Nationalsozialismus unsere Sprache verändert hat.

Hmmm… ist “verreck, du dreckiger Hurensohn” Nazisprache? Nein? Puh. 

[HZ] Also muss man am besten alle Nazi-Begriffe verbieten?

Sammal.

Wisst ihr, warum “Mein Kampf” auch heute noch so ein furchtbar gefährliches Buch für das Establishment ist? Weil man unweigerlich den Eindruck bekommt, die politische Linke hätte es neben 1984 als fucking Lehrbuch verwendet, um ihr Tun zu gestalten. Und jeder, der das sagt, muss ein Nazi sein, weil – ja, weil er “Mein Kampf” gelesen hat? Kinders: Hitler wäre nicht groß geworden, wenn seine Gedanken für die Zuhörer absurd gewesen wären. Und was macht ihr?

[AH] Mag es sich um Religion handeln oder um Moral an sich, um den Staat oder die Gesellschaft, einerlei, es wird alles beschimpft, in der unflätigsten Weise in den Schmutz einer niedrigsten Gesinnung gezerrt.

Toll. Ganz fein. Ihr gebt fucking Hitler Recht mit seiner Pressekritik. Ganz fein.

[AS] Wenn wir beispielsweise Sprachbilder verwenden, die Menschen in wertvoll und weniger wertvoll aufteilen, dann können diese Bilder sehr schnell wieder Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit werden.

Weil in der Realität (=! Wirklichkeit) natürlich alle Menschen gleich viel Wert sind. Mich würde aber Anatols Meinung dazu, wie er das auch nur in seiner öffentlichen Wirklichkeit bezüglich eines rechtsradikalen Spinners, der ihn umbringt, im Vergleich zu einem islamistischen Terroristen, der einen Kindergarten in die Luft sprengt, und Claudia, die nach der Arbeit putzen geht, um ihre Familie zu ernähren, rechtfertigt. Ich würde mir da nämlich wie ein verlogenes Arschloch vorkommen.

[AS] So etwas passiert nie plötzlich, sondern immer zuerst sprachlich. Es wird immer zuerst geguckt, wie weit kann ich sprachlich gehen, was akzeptiert die Gesellschaft. Und wenn sich das in den Köpfen etabliert hat, dann kann man zur Tat schreiten. Das ist das Gefährliche an dieser Art der Sprache.

Toll, Anatol. Danke, Anatol. Und jetzt sagst du das mal über die Leute, die kontinuierlich unsere Sprache verändern wollen, um uns ihre absolutistischen Ideologien raufzudrücken. Fang mal bei Feministen an, die “alle Männer sind potentielle Vergewaltiger” etabliert haben, um jetzt Willkürgesetze durchzudrücken. Sonst bist du nämlich ein bigottes Arschloch.

Zudem stimmt deine ach-so-toll-klingende These nicht. Der gesamte Sinn von Demokratie und Meinungsfreiheit ist nämlich, dass durch Reden verhindert wird, dass sich uneinige Parteien wechselseitig umbringen, um ihre Probleme zu klären. Und das mit der Demokratie und der Meinungsfreiheit funktioniert erstaunlich gut, solange man bestimmte Grundrechte nicht anfasst. Wie fucking Meinungsfreiheit.

Aber hey, sprich ruhig bestimmten Teilen der Bevölkerung ihre Menschenrechte ab; das war schon immer eine gute Idee. Das mögen die total gerne – du ja sicher auch, oder?

Ich überlasse das Schlusswort mal Hitler:

[AH] Die liebe bürgerliche Mitwelt aber ist ganz erstaunt … Sie sieht, wie in Theater und Kino, in Schundliteratur und Schmutzpresse Tag für Tag das Gift kübelweise in das Volk hineingeschüttet wird und staunt dann über den geringen „sittlichen Gehalt”

Brief an eine alte Jungfer

Als ich in der Schule war, hat man da noch (zumindest formell) inhaltliche Dinge gelernt und nicht nur was über die Befindlichkeiten von geisteskranken Lesben oder Männer mit Kastrationsfantasien. Eines davon ist das Konzept der Gewaltenteilung, also des Staates in Legislative, Exekutive und Judikative, als Säulen des Rechtsstaats. Das Konzept der Presse als “vierte Gewalt”, als weitere Säule dieses Rechtsstaats, wurde mir von Jeffrey Archer nähergebracht.

Nun kann man sich den demokratischen Rechtsstaat als Hocker vorstellen, der mehrere Füße hat. Ein dreibeiniger Hocker steht immer stabil, auch auf unebenem Grund. Das ist praktisch – und war das Sitzmöbel der Wahl für die einfachen Leute; Stühle mit vier Beinen waren was für Könige.

Mit dem Fall der Monarchie hielt der vierbeinige Stuhl dann Einzug in die Stuben der Arbeiter, und kurz darauf bekamen sie auch eine Tageszeitung. Das sieht gut aus, ist bequem, und da kann man schonmal ignorieren, dass es eigentlich fast immer kippelt – man baut halt als sorgfältiger Deutscher einfach sehr ebene Böden, dann geht das schon mit den vier Beinen. Zudem, das muss man dem vierbeinigen Stuhl ja auch lassen, fällt der nicht gleich um, nur weil ein Bein bricht – der dreibenige Hocker hingegen schon. So ist auch das “Fourth Estate”- Konzept mit der Presse als Korrektiv der drei Staatsgewalten sinnbildlich zu erfassen.

Freilich aber setzt das weiterhin einen sehr ebenen Boden voraus – der vierbeinige Stuhl kann, im Gegensatz zu einem gleich dreibeinig konstruierten Stuhl – schon auf vier Beinen nur unter idealen Bedingungen stabil stehen, wird der Untergrund abgenutzt oder zum Beispiel durch Antifanten rausgerissen und auf Polizisten geworfen, kippelt das schon sehr – bis zum Umfallen.

Es ist an dieser Stelle natürlich müssig, über die Sinnhaftigkeit von drei- versus vierbeinigen Stühlen zu sinnieren, da wir de facto einen vierbeinigen Stuhl haben. Und, wie sich das vierte Rad am Wagen nicht müssig wird, uns zu erzählen, bräuchte das dringend mal einen Reifenwechsel. Freilich aber gibt es – ja, im Internet- eine ganze Menge neuer Reifen unterschiedlichster Qualität. Was – natürlich – die alten Reifen stört, wollen sie doch nicht entsorgt und verbrannt werden, schon der Umwelt wegen.

Ein Vögelchen hat mir – wohl, um mich zu ärgern – diese Allegorie einer Caroline Fetscher (Triggerwarnung: enthält ein Bild von Caroline Fetscher) zugeschickt. Frau Fetscher schreibt:

Die sich von der Demokratie verabschiedet haben, sind in einer eigenen Welt voller Ressentiments.

Ich habe gestern schon geschrieben, wie sehr es mich ankotzt, dass diejenigen, die Demokratie und Rechtsstaat am meisten sabotieren und gezielt zu zerstören versuchen ebendiese Begriffe am lautesten schreien – und damit inhaltsleer machen. Heute möchte ich dazu also nur noch sagen, dass der zitierte Satz kein Deutsch ist. Es müsste “Die(jenigen), die” heißen. Nein, das ist nicht diskutabel. Und Leute, die kein ordentliches Deutsch können, wollen die vierte Gewalt im Staat sein. Freilich, das passt zu Justizministern ohne Respekt vor dem Recht, Polizisten, die ihren Job nicht machen dürfen, weil das “unschöne Bilder” geben könnte und einer Legislative, die nur noch um ihrer selbst Willen existiert, aber wenn die Beine des Hockers derart niedrig sind, können wir uns auch gleich auf den Boden setzen. Das ist dann übrigens auch schon der Punkt, den Caroline Fletscher nicht versteht:

Im Korb einer Frau mittleren Alters liegt neben den Einkäufen „Der Spiegel“. Freundlich tippt sie jemand hinter ihr an, ein junger Mann, Ende zwanzig, sportlich gekleidet, kurzes Haar. „Die Zeitschrift legen Sie besser zurück ins Regal“, rät er beiläufig. „Was da drinsteht, kriegen Sie online gratis.“ „Ja? Alles?“ Geduldig führt er aus: „Füttern Sie lieber nicht die Journalisten, die erfinden sowieso das meiste oder schreiben von anderen ab.“ „Ach“, staunt die Frau und wird hellhörig, „wo erfährt man das denn?“

Vage verweist der junge Mann auf das Internet, er will aber illustrieren, was er meint: „Zum Beispiel, ein Reporter hat Fotos von Rechten gemacht, auf dem G-20-Gipfel. Mit denen hat zufällig gerade einer geredet, der nicht dazugehört, aber unter dem Bild stand, das wären alles Neonazis.“

„So was passiert sicher mal“, sagt die Frau, „deswegen ist ja nicht alles falsch, was Medien berichten. Wenn keiner bezahlt, können sie irgendwann nicht weiterarbeiten.“

Was eine tolle Geschichte. Ich habe neulich bei der Welt einen Artikel gelesen, der mal mit der von linken Idioten propagierten Lüge aufräumt, “Gutmensch” wäre von den Nazis erfunden worden. Der Autor führt das Wort auf einen Lektor eines Buches eines Christian Oesers (was wiederum ein Pseudonym ist, aber egal) zurück. Das Buch trägt den überhaupt nicht sperrigen Titel “Ch. Oeser’s Briefe an eine Jungfrau über die Hauptgegenstände der Aesthetik: ein Weihgeschenk für Frauen und Jungfrauen, denen es mit der ästhetischen Bildung Ernst ist“. Ich erwähne das Buch deswegen, weil Frau Fetscher es wohl nicht gelesen hat, sonst wäre uns die Anekdote aus dem Paulanergarten oben erspart geblieben:

Diejenigen verstehen übrigens die Hoheit der Poesie schlecht, die da glauben, sie dürfen sich Nachlässigkeiten der Sprache erlau­ben; vielmehr erfordert sie die höchste Vollkommenheit, denn sie ist Schöpferin und Meisterin der Sprache selbst und muß als hohes Vorbild im höchsten Grade rein, richtig, deutlich und bestimmt sein. Ueberdies vermeidet die poetische Sprache Weitschweifigkeit und Breite, denn diese Fehler langweilen und hindern also- die rege Thätigkeit; hingegen bestrebt sie sich so kurz als möglich zu sein und wird eben dadurch auch bestimmter und kräftiger.

Gell, was der Mann da den Frauen und Jungfrauen mit auf den Weg gegeben hat, klingt doch ganz sinnvoll, oder? Aber gut, weiter mit Frau Fetscher; dem jungen Mann ist es nämlich herzlich egal, dass eventuell selbsternannte Journalisten für ihre Lügen (oder, im Fall von Frau Fetscher, Meinungen) nicht mehr bezahlt werden könnten:

„Dann würden die mal sehen, wie es unsereinem geht!“ Wie es ihm geht? „Na, der nette Netto-Rest, den einem der Staat übrig lässt“, sagt er, beträgt für ihn als gelerntem Einzelhandelskaufmann um die 1200 Euro, in seiner Familie gibt es Arbeitslose: „So sieht das aus.“

Tjo, an der Stelle endet dann auch schon Frau Fetschers illustre Geschichte, und sie geht ohne Umschweife dazu über, dem fiktiven jungen Mann noch sehr viel mehr anzudichten, als er – selbst in ihrer eigenen, fucking Fantasie – irgendwie zum Ausdruck gebracht hat:

was er sagte, war explosiv gefüllt mit Subtexten. Das Auffälligste an solchen Einlassungen im Alltag sind ihre Auslassungen, es fehlt der ungenierte Klartext der anonymen Online-Foren. Aber zu ahnen ist er: Die Lügenpresse betrügt uns, der Staat kassiert zu viel Steuern, die Rente wird nicht reichen, den Asylanten geht es zu gut, die Regierung ist schuld am Terror, kurz, „wir“ sind „denen“ egal.

“Die Lügenpresse betrügt uns” ist ziemlich wörtlich genau das, was der junge Mann gesagt hat. Das ist kein “Subtext”. Das steht da. 

Und wer, bitte, außer den politisch Verantwortlichen ist denn bitte sonst Schuld am Terror? Lieschen Müller? Du? Ich? Lass mich raten – natürlich ich.

Indirekt hatte der junge Mann im Supermarkt seine Anschauung der Welt offenbart, reale Nöte neben Ressentiments, Verbitterung, Zynismus. […] Die Warteschlange nutzte er als Gelegenheit, im Alltag, nebenher, seine Propaganda auszuprobieren.

Der Mann hat direkt seine Ansichten über die Presse und seine realen Nöte kundgetan. Das ist keine Propaganda, das ist eine Einzelmeinung. Propaganda ist, wenn man eine Meinung mit Massenmedien verbreitet. Wie, übrigens, du, Caroline.

Deren geübte Doppelbödigkeit hat etwas Unheimliches

Und schon sind wir bei der Extremform weiblichen Solipsismus: linkem weiblichen Solipsismus. An welcher Stelle bitte ist der Mann denn doppelbödig?

denn die so reden, haben sich vom demokratischen Konsens verabschiedet.

Boah, schon wieder. Alles, was ich sage, ist demokratischer Konsens, und alle anderen Meinungen sind antidemokratsich. Sammal.

Sie glauben dem kein Wort mehr.

“Dem” was? Dem demokratischen Konsens, einer theoretischen Fiktion? Oder der (lügenden) Lügenpresse? Lügenden, ihre Wahlversprechen nicht einhaltenden Politikern? Das nennt man Vernunft, wenn man Leuten nicht glaubt, die nachweislich viel lügen. Vernunft. 

Die Fremdenfeinde sind selber die Entfremdeten, sie sind ausgestiegen – eine Haltung, wie sie das sardonische Lächeln mancher AfD-Protagonisten verrät.

Und ihr dachtet schon, ich hätte mit dem Meme übertrieben, oder? Wer Journalisten, die lügen, für ihre Lügen kritisiert, ist automatisch Hitler.

On another note: sardonisch lächeln kann nur jemand, der tatsächlich einen eigenen Schaden hat. Das macht das bittere Lächeln der AfD, was Caroline Fetscher als fies und zynisch darstellen will, berechtigt.

Und das ist das Problem, wenn Idioten intellektuell tun. Herr Oeser hat das schöner formuliert:

zumal es ganz unleidlich klingt, wenn ein Frauen­zimmer sich solcher Kunstwörter bedient; weiblich und lieblich ist es, sich über Gegenstände des Geschmacks in natürlicher Sprache zu äußern, denn da ist man doch gewiß, daß das Gesagte nicht nachgeschwatzt, sondern selbst Empfundenes und Gedachtes sei.

Shiba-Inu-Hündin Rio ist schon 15 Monate alt!

Wenn Ihr den Titel jetzt scheiße fandet – eine Carline Mohr hält das für mitteilenswert. Was Carline “ich kaufe ein o” Mohr sonst noch für mitteilenswert hält, findet man bei Spiegel Online. Heute: Carline hatte eine Wutanfall, und deswegen ist sie jetzt Feministin. Das ist insofern verwunderlich, als Frauen sowieso außer traurig und wütend keine Emotionen haben, aber dennoch zu weit über 80% (je nach Land) keine Feministinnen werden müssen. Um zu analysieren, wieso die arme Corinna (ja Gott, hätte sie halt einen merkbaren Namen bekommen, ich kann da jetzt echt nix für) jetzt unter dieser schweren, unheilbaren Krankheit “Feminismus” leidet, müssen wir uns natürlich anschauen, was sie in diesen Wahnsinn getrieben hat:

24. April: Die österreichische Journalistin Corinna Milborn muss sich gegen Sportler Felix Baumgartner wehren.

Boah, müssen die jetzt beide gleich heißen? Aber gut – das Thema hatten wir schon, und daher wissen wir auch, dass das Unsinn ist – Corinna mit O musste gar nichts. Sie wollte sich halt irgendwie selbst vorführen und Unsinn reden, da spricht ja auch nichts dagegen – außer natürlich, dass man für strunzdumm gehalten wird. Natürlich schafft es Corinna ohne O noch eine Stufe dümmer, denn sie findet, das wäre

Sexismuskritik mit Sexismus kontern.

… obwohl Corinna mit O ja ganz klar betont, dass es ihr nicht um die Models, sondern um Menschenhandel gegangen wäre. Das ist also gar keine Sexismuskritik gewesen, sondern eine (vollkommen abstruse) Menschenrechtskritik. Lassen wir das so dumm sein, wie es ist, und kommen zum nächsten Punkt:

24. April: Kim Kardashian. Wer sich aufreizend kleidet, muss sich nicht wundern, wenn er überfallen wird. Sagt die Zeitung “Österreich”.

Laut dem zitierten Ausschnitt (also, dem Textausschnitt, nicht Kardashians) seien “aufreizende Kleidung und ständige Protz-Postings” Mitgründe für einen Raubüberfall. Nun – wenn ich jetzt jemanden berauben wollte, wäre es praktischer, wenn derjenige Geld hätte (Protz), und wenn ich den dann leicht erkenne (z.B. halbnackte Frauen in Paris). Das ist ja nun soweit ganz vernünftig, oder? Kommt da noch was? Nein? Ok, nächster Punkt:

24. April: “Flinkster” wollte wohl mal ganz flippig und witzig sein.

Was ist “Flinkster”?

Ah. Carsharing. Müssen wir jetzt auf tote Pferde eintreten, die nicht der Feminismus sind? Ich hatte doch extra schon Rape Culture und (unverständliche) Rassismusvorwürfe im letzten Absatz ignoriert? Car-Sharing ist unpraktisch, kein bisschen umweltschonend, und wenn man U-Bahn-fahren mag, sauteuer. Wenn man U-Bahnen nicht mag, ist es unnötig. Aber das ist noch nichtmal Corinnas Problem:

Frau freut sich, weil sie Geld spart und damit Schuhe kaufen kann. [bla] Auch das kleinste “witzige” Klischee, das wir bedienen, stärkt die gesamtgesellschaftliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.

Frauen.Mögen.Schuhe.

Aber wenn Flinkster “flippig und witzig” mit Klischees spielen wollen, sollten sie das in einer Zeit, wo Shitstorms bares Geld wert sind, doch vielleicht mal ordentlich probieren:

Nur falls die Firma Flinkster mal einen Werbeprofi braucht oder so.

(Ab dieser Stelle werden Corinnas “Punkte” vollkommen irrational und sind nur zum mit-fühlen respektive mit-aufregen gedacht; sorry, wenn es so wirkt, als bringe ich ihren “Punkt” nicht gut rüber – das ist Corinnas Schuld)

Ein Mann aus Brandenburg vergewaltigt eine Frau.  [bla] Die Richterin spricht ihn frei. [bla] Kopfschütteln.

Tjo, das habe ich schon gelesen, u.a. bei Miria. tl;dr: Die Frau fand selbst nicht, dass der Mann mitbekommen haben müsste, dass sie keinen Bock auf Poppen hat. Wundert es dann jemanden, dass die Richter das genauso sahen?

Nochmal Kim Kardashian. Sie ist eine ganz normale Frau, stellt der “Stern” überrascht fest. [bla] Weil sie Cellulitis hat.

Mit Bild! Ein sehr wertvoller Artikel – für alle Cellullite-Fetischisten, und weil Cellulite-Fetischisten schlecht sind, brauchen wir mehr Feminismus. Oder weil sie gut sind? Feminismus ist irritierend.

die Aufregung über das Alter von Brigitte Macron nervt mich.

Das ist die alte Lehrerin, die was mit ihrem 15jährigen Schüler hatte, der jetzt von allen Pudeln und Kriminellen zum französischen Präsidenten gewählt werden wird, oder? Was stört dich denn – ich meine, über die jüngere Ivanka Trump wurde ja auch geredet, auch über ihr Alter, obwohl Donald wenigstens volljährig war (und sie auch)?

Es ärgert mich, weil dem die Annahme zu Grunde liegt, dass Frauen jung und schön sein müssen, um für einen Mann begehrenswert zu sein.

Ah, wir brauchen Feminismus, damit Männer stattdessen alte, hässliche Frauen begehrenswert finden. Ich bezweifle zwar, dass Feminismus da mehr hilft als “blenden” (also, mit Feuer oder Säure oder so), aber selbst das hilft nicht so wirklich gut, denke ich.

Auf der W-20-Konferenz in Berlin tragen Ivanka Trump, Christine Lagarde und Máxima der Niederlande Kleider mit Blumen.

Das hat mich auch gestört – also, dass es eine “W20”-Konferenz gibt. Auf der offensichtlich nichts berichtenswerteres stattfindet als Frauen, die Blümchenkleider tragen und gehaltlosen Stuss zu Frauen-Empowerment von sich geben. Mehr stand dazu jedenfalls nicht in der Presse. Mich störte daran allerdings, dass ich den Dreck bezahlen soll. Aber mit Feminismus muss man da doch nur noch mehr davon bezahlen?

Seit wann müssen Frauen keine Hosenanzüge mehr tragen?

Ich bin kein Historiker, aber ich tippe mal so auf 25.000 v. Chr. – oder wann auch immer Kleidung erfunden wurde. Geschäftsfrauen tragen übrigens ein Kostüm. Wie auch Frau Lagarde oder Frau Trump, wenn sie was geschäftliches machen und nicht auf Femi-Kuschel-Veranstaltungen gehen.

Wäre es nicht schön, wenn wir gar nicht mehr über Blumenkleider sprechen würden, sondern nur noch über das, was die Frauen gesagt haben?

Sehr! Sie haben halt nichts gesagt. Also, nichts gehaltvolles, offensichtlich.

Ansonsten ist die Stilkritik übrigens ganz witzig und weist darauf hin, dass die bloße Existenz des “Women 20 Summit” der Beleg dafür ist, dass die Emanzipation eher noch nicht vollendet ist.

Das ist nicht witzig, das ist das einzige, was sie sich da gegenseitig im Kreis bestätigt haben. Deswegen steht ja auch was über Blümchenkleider in der Presse – mangels echter Inhalte. Muss man das tote Pferd jetzt dreimal treten?

Und dann ist doch noch Angela Merkel, die bei der W-20-Konferenz in Berlin gefragt wurde, ob sie Feministin sei. Sie hat nicht so richtig Ja gesagt.

Die will halt nicht noch ihre letzten Wähler verlieren, indem sie sich zu einer idiotischen, menschenverachtenden und desktruktiven Ideologie bekennt. Merkel ist ja nun nicht Beyonce oder Emma Watson, der alle außer ihr selbst völlig egal sein können. Oder sind, wie man das halt sehen will. Merkel mag ja immerhin Flüchtlinge.

Herzlich, eure Feministin Carline

War das jetzt irgendwie eine überzeugende Aufzählung von irgendwas, was irgendwen dazu bewegen könnte, irgendwas zu tun, was man einfach “herzlichst” beenden kann? Lass dich doch von deinem Shiba-Inu lecken oder sonstwas, aber spar uns solchen Unsinn!

Fuck, ich glaube, ich werde gerade wütend. Von daher: Natürlich kann man das zum Anlass nehmen, den kompletten Niedergang der Presse als (a) sicher und (b) verdient zu bezeichnen, aber sonst? Frauenwahlrecht? Ich meine, wenn da nur Männer gewesen wären, hätten die alle Anzüge getragen und die Frauen halt gar nichts, und das hätte weder jemanden gewundert noch von vorgeblich oder tatsächlich wichtigen Themen abgelenkt. Puh, okay, das könnte man als Grund nehmen, sogar radikaler Anti-Feminist zu werden. Man könnte aber auch einfach nur den Kopf schütteln.

Die Nicht-Nachrichten auf Bento

Bento ist ein Online-Programm des Spiegels, gemacht für all diejenigen, denen Spiegel Online noch nicht niveaulos genug ist. Da das – so Wikipedia – ein eigenes Angebot werden soll, das sich auch finanziell selbst trägt, wurden nur “Redakteure” zwischen 22 und 34 eingestellt, also weitestgehend Leute mit keiner Ahnung von überhaupt nichts bis zu denen, die sonst keiner will. Was kann da schon schiefgehen? Klickt doch eh jeder auf Clickbait. Ich habe mir das heute mal angetan – zumindest teilweise. Fangen wir mit der sehr, sehr großen Schlagzeile an:

Hass auf den ersten Blick: Wie Menschen auf ausländisches Aussehen reagieren

Dahinter verbirgt sich nichtmal ein Artikel, sondern ein Video. Bilal, 25, sieht aus wie ein ISIS-Terrorist und läuft durch die Fußgängerzone. Die von ihm angesprochenen Menschen sind freundlich und finden, er sieht ausländisch aus. Und sympathisch. Und gut.

Mal ganz ehrlich: Das passt nicht nur nicht zur Schlagzeile, sondern ist nichtmal der Versuch von Journalismus. 

Jennifer Rostock singt gegen Seximus – Nackt

Ich kenne Jennifer Rostock vom Hörensagen, weil sie gegen die AfD gesungen hat (stand in anderen Publikationen der Lügenpresse). Das Icon deutet auf eine Bilderserie hin, und ich möchte Jennifer Rostock nicht nackt sehen.

Matthias Schweighöfer, wir haben uns auseinandergelebt

Das ist traurig für die Autorin. Müsste ich Herrn Schweighöfer aus dem Dschungelcamp oder Dancing with the Stars kennen?

Horror-Clowns: Sind diese Geschichten wahr oder falsch (Quiz)?

Stand auf Wikipedia nicht gerade noch, das wäre eine Nachrichtenseite? Das einzige, was bisher eine “Nachricht” war, war, dass Jennifer Rostock gesungen hat, was wohl ihr “Beruf” ist. Und das nackt; nach dem Vorschaubild ist sie das aber öfter. Nachrichtenwert: Null.

Gaffer klauen Feuerwehrmännern während Einsatz die Brötchen

Übrigens in der Rubrik “Gerechtigkeit”, wie auch die nackte Jennifer. Ist aber ein ganz interessanter Artikel: Bei der Feuerwehr gibt es jetzt ja auch Frauen, und obwohl man intuitiv denkt, die machen da gar nichts und werden nur fürs rumstehen bezahlt, machen sie offenbar Sandwiches. War aber freiwillige Feuerwehr, bei der Berufsfeuerwehr machen die – woher soll ich das wissen, bin ich Journalist oder so?

“Er hat ein gutes Herz”: Warum junge Amerikaner Trump unterstützen

Auch aus der Rubrik “Gerechtigkeit”. Super, dass Bento so viel Wert auf Gerechtigkeit legt.  Was haben wir denn dazu zu sagen, Tatjana Thamerus?

Selten war ein Präsidentschaftskandidat bei jungen Wählern so unbeliebt wie Donald Trump.

Komm, Mädchen, wenn du mir schon einen Pro-Trump-Artikel versprichst, dann sollte da auch was positives drin stehen, oder? Oder willst du nur erklären, dass die alle doof sind, weil das alle machen? Nein – erstaunlicherweise kommen fünf Interviews ohne Kommentar oder sonstwas. Das ist zwar immer noch kein Journalismus, sondern eine durchgefallene Grundstudiumsarbeit in Soziologie, aber Tatjana ist ja auch noch jung.

Der Film zum Wochenende: “Sympathy for Lady Vengeance”

Es geht um einen Film, zu sehen bei Clipfish, aus der Rubrik “Streaming”. Inhaltlich eine Lobhudelei sondersgleichen. Früher hieß die Rubrik “Kultur”, aber wenn ich jetzt was zum kulturellen Niedergang Deutschland schreibe, schreibt jemand bei bento noch einen Artikel über Nazis wie mich. In der Rubrik “Gerechtigkeit”.

Diese 10 Apps machen dein Smartphone zum perfekten Reisebegleiter

Wir sind jetzt in der Rubrik “Storys”, nicht etwa bei “Leute, die uns Geld bezahlen”. Die Apps sind TripIt für Leute, die zu doof sind, sich zu merken, wo und wann sie hinfliegen und/oder einen Kalender zu führen und eMails abzurufen. Oder auszudrucken, man könnte ja auch mal Urlaub in einem unzivilisierten Dritte-Welt-Land machen wollen. Deutschland oder so.

Es folgen eine Video-App, eine Gemeinschaftskasse, HotelTonight, Google Translate (der erste sinnvolle Tipp, allerdings ohne den sinnvollen Hinweis, dass das auch offline funktioniert), Tip Check für Leute, die 10% nicht im Kopf ausrechnen können, weil sie Mathelehrer in Berlin sind, DuoLingo, mit dem man Klingonisch lernen kann, Wunderlist für Leute, die Google Keep nicht kennen, Flush Toilet Finder, wenn man mal muss und kein Problem hat, schnell mal 100km zu laufen sowie Mypostcard. Sinnvolle Apps wie Google Maps oder Tripadvisor fehlen natürlich, aber wer will schon wissen, ob das Restaurant/Hotel gut ist oder gar wo man sich befindet?

Diese küssenden Paare sollen Paris heilen

Aus der Rubrik “Art”, einer Unterrubrik von “Storys”. Ein Julien Nonnon, seiner Ansicht nach Grafik-Künstler, beamt Bilder von sich küssenden Pärchen an Hausfassaden. Darunter zwei Quotenschwule und sage und schreibe sechs Lesben. Ich weise darauf hin, dass meine Zusammenfassung mehr Informationsgehalt als der Artikel von Nike Laurenz hat. Und darauf, dass Nike die Göttin des Sieges ist, in diesem Fall des Sieges von Irrelevanz über Information.

Nora Tschirner, wie gehst du mit Liebeskummer um?

Wen interessiert das? Und: Wer ist Nora Tschirmer?

Der Tipp gegen Liebeskummer ist übrigens (a) rumheulen und (b) allen anderen was vorheulen. Dabei aber nicht vergessen, dass man (c) nicht in seinem Geheule versinken soll. Wie man mit kognitiver Dissonanz umgeht, steht da leider nicht. Als ob Frauen nicht eh genug heulen, sodass man sie dazu auch noch anstiften muss. Fein. Ich hasse euch, Bento.

Warum ich mit mehr als einem Menschen zusammen bin

Weil, wie uns “Kolumnistin” Eva in der Rubrik “Fühlen” (ja, ne, wirklich) erklärt, sie eine Schlampe ist. Ne, auch wirklich, lest selber, wenn ihr mir nicht glaubt. Wo nochmal aber ist da jetzt der Informationswert? War das nicht allen vorher klar?

Vor der Antarktis soll weltgrößtes Meeresschutzgebiet entstehen

Das könnte man als “Nachrichten” zählen. Ist auch in der Rubrik “News”, Unterrubrik “Grün”. Dass das Vorhaben beschlossene Sache ist, erfährt man aber nicht, stattdessen wird so getan, als hätten die Russen was dagegen.

Endlich: Dein Coffee-to-go ist bald kein Müllproblem mehr

Weil das Hartz4 gekürzt wird? Nein? Schade. Es hatte nur jemand die revolutionäre Idee, Becher mehrmals zu benutzen und den einzigen Vorteil von Coffee-to-go zunichte zu machen. Früher gab es draußen aber auch nur Kännchen, das war nicht doof, so mülltechnisch.

Die 176 ersten echten Emojis kommen ins Museum

Was nun niemanden sonderlich interessiert. Ole Reißmann behauptet aber, irgendwer hätte vor, Emojis zur universellen Weltsprache zu machen. Kann man “sacht mal, ihr verdammten Pisser, reicht es euch mit der Verdummung und Hyperemotionalisierung von jedem Dreck noch nicht und findet ihr das nicht noch schlimmer als Orwells Neusprech, ihr wiederlichen Faschisten” in Emojis ausdrücken? Nein? Ok, dann wissen wir, warum.

In Lüneburg ziehen Studenten jetzt in Flüchtlingsunterkünfte

Ich nehme an, weil die Flüchtlinge schöne Wohnungen bekommen haben, und die Studenten als Deutsche jetzt auch offiziell Menschen zweiter Klasse sind? Keine Ahnung, steht in dem Artikel nicht drin. Wäre vielleicht mal einen Artikel wert.

Justin Trudeau kommt nicht: Ceta-Gespräche vertagt

Ja – äh – das ist falschrum: Ceta-Gespräche vertagt: Justin Trudeau kommt nicht. Wozu auch? Er wollte ja zu Ceta-Gesprächen kommen. Mehr als “Ceta-Gespräche vertagt” steht auch nicht drin, aber klingt besser, wenn wir den Vorzeige-Eunuchen Trudeau erwähnen, oder?

Warum Anhänger von Donald Trump jetzt “Lügenpresse” für sich entdeckt haben

Der Artikel heißt fürs SEO übrigens luegenpresse-trump-unterstuetzer-benutzen-jetzt-pegida-vokabular. Komisch, wenn Pegida das Wort verwendet, ist es immer Nazi-Vokabular.

Die Autorin, Miriam Dahlinger, geht dann übrigens tatsächlich der Frage nach, warum die das machen, und erklärt – naja, eigentlich zitiert sie Lutz Bachmann via Breitbart – dass der Begriff für Medien verwendet wird, die “nicht akkurat” berichten. Wie zum Beispiel Bento oder, um wie Miriam Trump zu zitieren, Journalisten, die “die niedrigste Form des menschlichen Lebens” darstellen, also zum Beispiel Miriam, Artikel mit “jetzt entdeckt haben” überschreiben, um dann von einem seit mehr als einem Jahr bestehenden Phänomen zu berichten (was sie selbst schreibt).

Was sie auch schreibt ist, dass es sehr viele deutsche Wörter gibt, “die sind so hübsch, dass sie Amerikaner in ihren Sprachgebrauch übernommen haben. Es gibt aber auch Begriffe, auf deren Export wir lieber verzichtet hätten. “Lügenpresse” ist so ein Wort”. Warum Miriam hier offenbar nicht als Teil der Lügenpresse bezeichnet werden will, kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber mirwegen nennen wir Miriam halt ganz amerikanisch Presstitute.

Was ist nur mit diesen Beinen los?

Aus der Rubrik “Web”, Unterrubrik “Haha”, erkärt uns Ole mit den Emojis – keine Ahnung, wen interessiert das? Zu sehen ist ein Bild von Beinen mit weißer Farbe drauf. Das ist übrigens die Auflösung. Danke, Ole. Früher hätte Ole wenigstens noch Stereogramme gezeichnet und behauptet, dass man da was drauf sähe.

Die Krimigeschichten von J.K. Rowling werden verfilmt

Hey!!! Kurznachrichten! Die erste Krimigeschichte von JK Rowling ist übrigens noch schlechter als Harry Potter, da habe ich wenigstens zwei Seiten ausgehalten; bei dem Krimi nichtmal den ersten Satz. Nein, das steht nicht in dem Artikel, da steht nur die Überschrift breitgetreten drin. Und, dass JK Rowling Fans hat, aber hey, das wussten wir schon.

Schwarzer begeistert mit spontaner Rede gegen Vorurteile

Alice Schwarzer, oder reden wir jetzt über einen Neger? Heißen die jetzt nicht Buntmenschen oder so?

Naja, ein Neger hat in der U-Bahn gesagt, er sei “young, black and beautiful”.

Was 2,5 Mio. mal bei Facebook geteilt wurde. Nein, das ist keine Rede gegen Vorurteile. Nein, ich habe keine Ahnung, was daran toll oder interessant sein soll.

Reminder an mich: Für den nächsten Türkei-Urlaub Reparaturset für das Dinghy mitnehmen, Dinghy reparieren, Dinghy aufpumpen, Frau ins Dinghy setzen, Frau im Dinghy vor den Bug platzieren, mich auf die Bugplattform stellen, schreien “I am the king of the world”, auf Facebook teilen. Bonus für behaupten, das wäre eine spontane Rede gegen Vorurteile, Rassismus, Sexismus und viele andere *ismen.

Wenn eine Black-Metal-Band dein Pärchenfoto crasht

Ja, das unterstütze ich nicht; ich finde es unverantwortlich, Anleitungen zum Selbstmord zu verbreiten.

Die folgende Rubrik ist dann “Videos”, also sicher noch weniger Nachrichten als die nicht-Nachrichten unter den “Schlagzeilen”. Dann kommt die Rubrik “Smore”. Ein “S’More [smɔəɹ] ist ein Lagerfeuer-Snack in den USA und Kanada”. Wait… what? Ah…. ohne Apostroph. Fragen wir das Urban Dictionary:

When a girl is sucking your dick on her knees you jizz on the palm of your hand, then you rub your hands together and smack her with both jizz-filled hands at the same time to spread cum all over her face.

Ok, das klingt vielversprechend. Ich fand die BPjM ja auch immer scheiße. Vielleicht war ich vorschnell mit meinem Urteil über Bento?

Heute ist Weltspartag! Diese Erinnerungen machen dich wieder zum Kind

Ne, sorry, Normalisierung von Pädophilie finde ich total widerlich.

Comic: Was ich höre, wenn jemand Globuli sagt

Shit, habt ihr in eure sexuellen Perversionsgeschichten jetzt auch noch Erzählmirnix reingezogen?

Offenbar.

Wetten, du bist dir nicht sicher, ob auf dem folgenden Foto Bill Murray oder Tom Hanks ist?

Bill Murray lebt noch? Und was hat das jetzt mit Sex zu tun? Urrrgh. Ne, danke, Bento, lasst mal stecken. Hihi, stecken. Ihr Schwuchteln.


Halten wir mal fest: Das ist das, was sich der Spiegel, der früher mal ein Nachrichtenmagazin war, was zumindest Fefe behauptet, als Medienlandschaft für “junge Leute” vorstellt: Genau drei halbgare Nachrichtenmeldungen, die weitestgehend aus der Überschrift bestehen, sowie nutzloser Clickbait und ein paar Halbwahrheiten, Bildchen von nackten Frauen und Opinion Pieces darüber, wie es sich als Schlampe lebt und dass man als solche viel rumheulen muss, aber dann auch wieder nicht sollte, garniert mit dem Hinweis, dass man lieber Presstitute als Teil der Lügenpresse ist.

Wie soll sich das nochmal finanzieren? Womit verdienen die Geld? Ach so, die haben ja die arme Nadja mit reingezogen, und von deren Buch profitiert ja auch der Springer-Konzern. Shit, muss sich das gut verkaufen.

Nigel Farage und die Verantwortung

Nigel Farage ist zurückgetreten – vom Vorsitz seiner Partei, informieren mich drei von zehn der “Top News”-Artikel auf meinem Tablet heute morgen auf dem Klo.

Alle dieser Artikel haben den gleichen Tenor – “Populisten kann man nicht trauen”, “übernimmt keine Verantwortung für sein Volk”, “nimmt aber weiter das Geld der EU mit”, und zur Steigerung ist er seit heute Abend auch noch Alkoholiker.

Ich verlinke da ausnahmsweise nichts, ist eh alles das Gleiche. Ich möchte aber auf ein paar Dinge hinweisen:

Die UKIP hat im britischen Parlament (Unterhaus) beeindruckenden einen (1) von 650 Sitzen, und den belegt nicht Farage. Farage wurde niemals – und seine Partei auch nicht – für die Zukunft Großbritanniens als solches gewählt.

Die UKIP bekam aber 24/73, also mehr als 30%, der Stimmen der Briten im Europaparlament, und deren Message ist immer nur eine gewesen: Fuck the European Union. Ich kenne nur einige Reden von Farage im Europaparlament, aber – auch wenn ich ein großer Fan von Martin Sonneborn bin – es ist deutlich cooler,  Herman van Rompuy (den keiner gewählt hat) das Charisma eines feuchten Lumpens zu attestieren, als irgendwelche anderen Arschlöcher als Faschisten zu bezeichnen, wie das Sonneborn macht.

Ich habe Sonneborn bei der Europawahl gewählt, weil ich die ganze EU-Chose für einen sehr lächerlichen Haufen halte, dessen Lächerlichkeit (und Korruptheit) durch einen solchen Clown auffliegen sollte. Mei, war nett. Kurz. Ist keine zwei Jahre her, und mittlerweile kommt da nur noch Schweigen im Walde.

Farage hingegen war 17 Jahre im Europaparlament, und von seinen Wählern nur dafür gewählt, allen anderen zu sagen, dass sie keiner will und keiner braucht.

Das hat er nun geschafft: Dass die Mehrheit der Briten ihrer eigenen Regierung sagt, dass sie den EU-Unsinn satt haben. Farage ist nicht in der Regierung, er ist nichtmal Teil der Opposition, seine Partei hat (k)eine Stimme im Parlament.

“Jetzt ließen beide[Farage und Johnson] die Wähler im Stich, statt das umzusetzen, wofür sie von ihnen beauftragt wurden”, schreibt ein linksgrüner Gutmensch bei der FAZ, ohne zu wissen, dass Farage genau das getan hat, wofür er von seinen Wählern beauftragt wurde: Der EU kontinuierlich sagen, dass sie keiner braucht.

Johnson ist natürlich ein anderes Thema, aber wenn man den soeben verlinkten Artikel weiterliest, kommt da auch nur Unsinn von nutzlosen Berufsempörten:

Es ist beschämend, wie sich die größten Brexit-Befürworter aus der Verantwortung für das von ihnen angerichtete Schlamassel stehlen. (SPD)

Wer sich auf die Populisten verlässt, ist verlassen (Grüne)

Äh… haben die “Populisten” nicht versprochen, GB aus der EU zu bekommen und genau das (hoffentlich) erreicht? Welches “Schlamassel” gibt es denn, an dem nicht die EU “Schuld” träge?

Nenene Kinder, ihr habt die Suppe versalzen, und wenn Johnson und Farage es geschafft haben, den Leuten (im Gegensatz zu euch) einzutrichtern, dass versalzene Suppe scheiße schmeckt, dann liegt es gefälligst auch an EUCH, die zu löffeln, nicht an denen, die sie scheiße fanden. 17 Jahre!

“Zuspruch” kommt da natürlich nur von Neonazi-Terroristen, aber irgendwie haben ja nur eigentlich Juncker & Schulz und der Rest der EU(dSSR) versagt. Die hingegen denken nichtmal an Rücktritt – trotz ihres Versagens – sondern nehmen ihr Patentrezept “wenn mehr Staat nicht hilft, brauchen wir mehr Staat“, wie eine sehr einfache Definition von Geisteskrankheit das vorgibt:

[Persönliche Randnotiz: Mag vielleicht jemand süße Kätzchen? Fit, munter, kuschelig, verspielt, ab und zu stubenrein, zerstören alles, ab in 14 Tagen frisch geimpft abzugeben?]

Mimöschen

Interessanter Tag heute. Der Bundesrat, also ein Haufen heuchlerischer Demagogen, hat ja gerade erst beschlossen, dass sie wie heuchlerische Demagogen wirken würden, wenn sie gleichzeitig den Majestätsbeleidungsparagrafen abschaffen und irgendwelche Neger wegen Beleidigung anzeigen, wenn sie sich beleidigt fühlen.

Das kommt heute sehr praktisch, da heute morgen vor Frau Merkels Wahlbüro “einen Schweinskopf mit beleidigender Aufschrift abgelegt” gefunden wurde. Es wird wegen der (nicht näher spezifizierten) Aufschrift wegen Beleidigung ermittelt, was heißt, dass Merkel Anzeige erstattet haben muss; ist schließlich ein Antragsdelikt.

Mimöschen, von Berlin bis Ankara.

Boah, die Aussage wäre viel cooler, wenn ich Schweizer wäre, dann wäre es Ankara bis Zürich. Also, falls die schweizer Regierung in Zürich sitzt.

Wenn sich die heuchlerischen Demagogen glaubwürdig von dem Vorwurf freimachen wollen, sie wären heuchlerische Demagogen, würde ich es übrigens sehr angemessen finden, dass sich Böhmermann hier als Täter bekennt, dann wäre sein dummer Ai Weiwei-Vergleich wenigstens mal angemessen; Ai ist ja gegenüber seiner eigenen Regierung kritisch. Zudem erwarte ich, dass sich Herr Döpfner und die Springer-Presse den Aussagen des Schweinskopfs vollumfänglich anschließen und sie sich juristisch zu Eigen machen, und Detlef Seif das im Bundestag vorträgt. Und natürlich ein Burger mit Schweinskopfsülze in Köln. Meinungsfreiheit, wissenschon.

An dieser Stelle möchte ich übrigens erwähnen, dass ich Verstöße gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz überhaupt nicht lustig oder verteidigenswert finde und hoffe, dass die tatsächlichen Verantwortlichen nach aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Sowas zieht nur Ratten und Kakerlaken an, und wir wollen hier ja schließlich nicht die Zustände haben wie in einem türkischen Flüchtlingscamp.

Wie man ein Land zerstört

… oder gleich einen ganzen Staatenbund.

Heute in den Nachrichten dominieren diverse Themen, die zumindest eines davon erklären können: Trump.

(1) Visafreiheit für Türken,

(2) Strafen für EU-Staaten, die nicht machen, was andere wollen,

(3) Abschaffung des Bargelds,

(4) Nanny-Stateism,

(5) Kriegstreiberei.

ah, und (6) Steuerbelastung.

Was das miteinander zu tun hat? Das ist ganz einfach: Trump steht auf der Seite derer, die Steuern zahlen. Ob er das nun selbst macht oder nicht, sei dahingestellt, aber seine “Geld, was ich bekommen habe” / “Geld, was ich der Gesellschaft geben musste” – Quote kann unmöglich schlechter sein als die eines Berufspolitikers, vor allem eines linken Berufspolitikers, der “(auch legal) nicht gezahlte” Steuern negativ einrechnet, während das eigene Einkommen “versteuert” wird. Das ist Augenwischerei; man könnte den Politikern das Gehalt – die UN macht das übrigens so – einfach netto zahlen. Ist ja nun egal, ob man 100 Euro in der linken oder rechten Hosentasche hat, oder?

Es finden aber durchwegs alle (deutschen) Medien Trump irgendwo zwischen entsetzlich und unverständlich. Obwohl das so einfach ist: Der Aufhänger ist Punkt 6. Es gibt Leute, die zahlen Steuern, aber die erwarten halt, dass dafür auch was sinnvolles gemacht wird. Und es ist absolut nicht sinnvoll, das Geld dafür auszugeben, NATO-Stützpunkte an der russischen Grenze zu verstärken – also, für mich. Für alle anderen auch nicht; es gab schonmal einen deutschen Politiker, der fand, dass auch nur ein potentieller Krieg gegen Russland (5) eine gute Idee wäre, und ich muss nur Stalingrad sagen, damit alle wissen, dass das nicht so prickelnd lief. Ich zahle meine Steuern an einen Staat, damit der dafür sorgt, dass ich in Frieden leben kann, aber scheiße zu Russland zu sein ist nun eher keine gute Idee – sage nicht ich, sagt irgendein General von der NATO – also, nur für die Leute, die nicht aus der Geschichte lernen wollen.

Ebensowenig sehe ich ein, warum die EU e-Zigaretten effektiv verbieten darf (4), obwohl es absolut keine Hinweise darauf gibt, dass die irgendwem schaden würden. Ich mag e-Zigaretten nicht, ich rauche “echte”, aber die bekommen jetzt “Schockbildchen”. Weil die ach so effektiv seien. Sagen die Politiker und Richter, die von meinen Steuern bezahlt werden, auch wenn es keine Studie gibt, die das reliabel stützt, und ich ganz persönlich auch nicht wüsste, warum das auch nur so sein sollte. In Thailand drucken die Bilder auf die Zigarettenschachteln, die hier aufgrund von Jungendschutz und so gar nicht gehen würden, was genau Null hilft, und ganz ehrlich war mit eine schicke, polierte Aluminium-Umverpackung mit integriertem Feuerzeug für zwei Euro zu teuer, um “das” nicht mehr sehen zu müssen. Von daher will ich auch keine Steuern zahlen, damit sich EU- wie Staats- und Landespolitiker darauf einen runterholen, dass meine Zigarettenschachteln jetzt mit Sammelbildchen kommen.

Ich habe kein grundsätzliches Problem mit der Abschaffung (3) des 500-Euro-Scheines, aber wenn sogar die Presse schreibt, dass die Politiker Bargeld abschaffen wollen, dann machte ich mir da durchaus Gedanken. Ist ja nun nicht so, als könnten die Politiker auf ihre eigenen, wenigen geheimsten der geheimen Daten aufpassen, und das sollte als Argument reichen, also: so ein Blatt Papier ist immerhin noch irgendwas, während digitale Zahlen einfach verschwinden können. Dass das per se ähnlich wertlos ist (seit dem Ende von Bretton-Woods), sei mal egal. Es ist schlimm genug, dass ich “Geld” von Leuten verwenden muss, denen ich nicht vertraue, aber das wird nicht besser, wenn ich es nur noch bei Leuten sehe, denen ich noch weniger vertraue. Konkret: Bei Banken, die ja keinerlei Nähe zur Politik aufweisen.

Wenn man jetzt noch die (de facto) demokratisch gewählten Regierungen, die den Unsinn nicht mitmachen wollen (2), bestrafen will, dann machen die da – sinnvollerweise – nicht mehr mit. Das verstehe ich vollkommen, das ist nicht das, wofür ich einen Staat haben will respektive brauche. Das ist schlimmere Abzocke als jeder Kredithai – die fragen wenigstens vorher.

Und wenn dann noch (1) die kommende Visafreiheit für Türken als “Angst” vorgeschoben wird, dann komme ich mir verarscht vor. Klar, da sind politische Volldeppen am Werke, die keine Ahnung von Spieltheorie haben und “Auge um Auge” denken, aber dazu zählt nicht Herr Erdogan – ich kann ganz hervorragend in die Türkei einreisen, was man von Türken umgekehrt nicht sagen kann. Herr Erdogan ist nämlich kein Vollidiot. Das Problem ist nämlich nicht, wie man den Zugang zu seinem Land kontrolliert, was so ein widerliches, neumodisches Erbe der Nazizeit ist, weil keiner die Juden haben wollte, die Hitler nicht mochte, sondern vielmehr die Fortsetzung dessen: Wie wird man die Leute wieder los? Also, wenn man sie eigentlich nicht dahaben will?!

– Und das ist das eigentliche Problem: Einwanderung kontrollieren ist ja niedlich, aber wem tut denn Einwanderung  was? Ok, als “Sozialstaat”, der jedem Asso, der gerade eine Wohnung besetzt, nicht nur 404 Euro Cash, sondern auch noch eine Wohnung zu bezahlt, ist das ja nunmal grenzdebil dämlich und nichts, was ich unterstützen würde oder will. Die daraufhin ergriffenen “rechtsstaatlichen” Maßnahmen schaden auch dem Steuerzahler mehr als den Assos. Und ich will keine Steuern dafür zahlen, das Asoziale mein Auto anzünden, nachdem es gerade für mehrere Tausend Euro repariert wird, weil nicht jeder Rumäne ein arbeitsloser Asso ist.

Das wirkliche Problem ist, die Leute (Assos) loszuwerden, die man nicht will. Und genau daher kommt Trump – der verspricht, die Leute erst gar nicht reinzulassen. die keiner drin haben will. Das ist Unsinn, googelt und lest mal irgendwas zu “Abschiebung”. Gegenüber Trump wird aber halt der Vorwurf erhoben, dass er nicht “10 Millionen Leute” abschieben könnte. Klar, the only thing we learned from history is that we learned nothing from history, aber mal ehrlich – ich halte die illegalen  Spics (das ist ein despektierliches Wort für die betroffene Gruppe) nicht für so doof, dass sie denken, dass das stimmt. Ich weiß ja, dass Hitler mit 65 Mio. Einwohnern es schaffte, sechs Millionen Juden umzubringen (und ganz nebenbei noch ein paar Millionen Zigeuner, Assos, Schwule, und gute 19 Millionen Russen) – von daher – was oder wer sollte Trump mit sechsmal mehr Leuten daran hindern können? Die Russen? 

Ich hab keine Lust, den Scheiß zu bezahlen. Sämtlich nicht. Wir haben kein Zuwanderungsproblem, wir haben ein “Asozialstaatsproblem”, also, dass der Staat Asoziale toleriert, während er zunehmend mehr von denen wegnimmt, die sich sozial verhalten. Diejenigen, die das nicht tun, muss man aber loswerden können, und das ist das zentrale Problem Deutschlands. Das ist für die Türkei kein Problem; kein Hartz4-Empfänger, der drei Jahre auf ein 2*-Hotel in der Türkei gespart hat, würde auch nur eine Minute in einem türkischen Gefängnis bleiben wollen. Wo man übrigens hinkommt, wenn man seine Visa überschreitet. Umgekehrt… so als syrischer Flüchtling… und auch nur als durchschnittlicher türkischer Arbeiter… etc pp… kürzen wir das ab: Anders Behring Breivik hat es besser als 90% der Weltbevölkerung. Mich würde das als Steuerzahler in Norwegen ärgern, und mich ärgert es als deutscher Steuerzahler. Ich – und der (steuerzahlende) Rest Deutschlands, wie der Rest Norwegens, und allen voran die Leute, die an einem Arbeitstag die Zeit haben, am Bahnhof “Refugees Welcome”-Schilder zu zeigen, können sich das nicht leisten. Das ist keine Frage des Wollens, das Wollen ist eine Selbstverständlichkeit. Es ist eine Frage der Machbarkeit, der Realpolitik.

Und Trump macht das halt. Dass er dabei lügt wie scheiße – geschenkt, das hat Obama auch. Oder hat der auch nur ein Wahlversprechen gehalten? Geht es der gesellschaftlichen Mitte – das Zentrum der modernen Demokratie – jetzt besser? Nein? Ach!

Tja… und so kommt dann die AfD. Ich persönlich mag die auch nicht, aber im Gegensatz zu allen anderen Parteien fordern die nichts, was mich irgendwie Geld kostet. Absolut. überhaupt. nichts.

Und so macht man Länder kaputt: Wenn man die Leute verärgert, die den Rotz bezahlen. Das haben alle etablierten Parteien ganz offensichtlich geschafft. Die aber wundern und echauffieren sich über Trump / die AfD, statt mal wirklich nachzudenken. Denn, wie Sciencefiles festgestellt hat, würden viele Leute auch lieber einen Joghurtbecher wählen als Frau Petry. Aber der Joghurtbecher steht hier leider nicht zur Wahl. In den USA schon, da heißt er Trump. Hatten wir mit Bush auch schonmal, auch wenn ich es beleidigend finde, Trump als so doof wie Bush darzustellen. Von daher wissen wir ja schon, dass die Amerikaner gerne Joghurtbecher wählen, nur waren sie von dem letzten Joghurtbecher derart enttäuscht, dass sie ihn zwar wiedergewählt, aber dann doch den linken Lügner genommen haben als… äh… weiß das noch wer?

@janboehm ermann erklärt “Deutsch sein”

Was man alles verpasst, wenn man im Ausland ist… ich lerne in einem youtube-Video, dass nicht mehr ich “Deutsch” bin, sondern dieses hübsch illustrierte Konvolut arbeitsloser, behinderter Sozialschmarotzer – passend in Szene gesetzt vom zwangsgebührenfinanzierten Jan Böhmermann:

Nun kann man sich über dieses Video in vielfältiger Art und Weise echauffieren, aber hey – Böhmermann ist lt. Wikipedia ein begnadeter Satiriker, kein ideologisch verblendeter Vollidiot. Das ist halt das moderne Deutschland, Radfahrer mit Helmen, Frauen mit Burkha und evangelische Pfarrer in Damenunterwäsche. Die – so der Song – alle stolz darauf sind, nicht stolz zu sein.

Ja, gut, worauf sollen die denn auch stolz sein? Deutschland 2016 ist ein liberales, tolerantes Homoparadies für Weicheier, die nichts, aber auch gar nichts beitragen zum Erhalt einer Gesellschaft. Die, die das tun, sind “die verbitterten 10%“. Bei denen man es nicht etwa schön findet, dass die den ganzen Dreck wie den Rollstuhl und die Fahrradwege bezahlen, ne, die sind “die Krankheit, die unseren Staat auffrisst“. Und vor allem: Die sind überhaupt nicht das Volk, wie ich ja schon im Reichstag gelernt habe.

Was mich gerade mehr interessiert als diese Unterteilung ist die Frage: Wenn ich nicht “Volk” bin – kann ich dann aufhören, Steuern zu zahlen? Nein, natürlich nicht – ehrlich, ich habe es versucht, aber das Finanzamt fand, dass “ich möchte warten, bis die Bundesregierung beschlossen hat, ob wir uns nun an Gesetze halten müssen oder nicht” keine sonderlich tolle Begründung sei, keine Steuererklärung abzugeben. Insofern hat das Video schlicht Unrecht mit seiner zentralen Aussage. Und mit dem Rest auch – so wird behauptet, Deutschland 2016 sei “nice – liberal – compassionate – considerate – reasonable – social – temperate – peaceful”.

Wir sind natürlich so tolerant, dass es auch mich erfasst und wir endlich mal aufhören können mit dem unendlichen Moslems- und Flüchtlingsbashing. Natürlich nur, weil ein paar Jesiden eine 21-jährige Braut vor dem Altar erschossen haben – die stand nicht so auf Zwangsehe. Und wenn schon der Islam zu Deutschland gehört, kann ja nun das Jesidentum nicht zu Deutschland gehören, die schlachten sich in der Levante ja eher mal gegenseitig ab und halten Jesidinnen als Sexsklaven.

Insofern finde ich es gut, dass die toleranten, liberalen (linken), mitfühlenden, sozialen, gemäßigten, friedvollen, aber keineswegs bedachten und vernünftigen Deutschen mich nicht zu ihresgleichen zählen. Ich stelle mich da sehr viel lieber auf die Seite von Shilan H.’s Papa, der findet, dass wir in Deutschland keine Parallelgesellschaften tolerieren müssen. Dass wir nicht derart links sein müssen, dass der mordende Cousin nach Jugendstrafrecht mit 12 Sozialstunden davonkommt. Dass wir nicht mitfühlend sein müssen mit Leuten, die nur an sich und nicht an andere denken. Dass wir nicht sozial mit asozialen sein müssen. Dass wir uns nicht mäßigen und friedvoll handeln müssen, wenn unsere Grundwerte angegriffen werden.

Denn das, lieber Herr Böhmermann nebst Schreiberlingen, ist das, was Kant’s kategorischer Imperativ bedeutet: Reziprozität. Das ist vernünftig und bedacht. “It’s perfectly legal for them to do whatever the fuck they want to do”, wie es Böhmermann ein linksverblödet-indoktriniertes kleines, blondes Mädchen sagen lässt, ist nicht vernünftig. Nicht bedacht. Und glücklicherweise nicht wahr.

Ich bin froh, dass Leute wie Böhmermann und die Lügenpresse finden, dass ich nicht “Deutsch” bin. Das stimmt nämlich. Ich bin deutsch. So mit Rechtschreibung bei Adjektiven und so. So deutsch wie Shilan H.’s Papa. Und das finde ich gut so. Und da bin ich auch stolz drauf. Noch.