Die eingeschränkt demokratische Grundordnung

Nachdem mein schöner, bedachter Beitrag zu Strohmännern, die einem liberalen, marktwirtschaftlichen Kapitalismus entgegengesetzt werden, wohl recht unbeliebt war, statt einer Fortsetzung heute ein kleiner Rant.

Da sind nämlich ein paar Sachen zusammengekommen, die sehr schön den Zustand der “demokratischen Grundordnung” in Deutschland beschreiben. Angefangen hat das mit Fefe, der diesen Hirnfurz einer Britt-Marie Lakämper veröffentlicht hat. Highlight:

Satire ist die Droge der Kleinintellektuellen.

Wohingegen echte Intellektuelle wie Britt-Marie natürlich mit Witzen amüsieren, die nur versteht, wer “Game of Thrones” schaut (ja, klickt ruhig, das kann man sich nicht ausdenken, dass sich so jemand sowas zu schreiben traut).

Mariechens eigentlicher Punkt ist aber, dass Die Partei – ihr wisst schon, Sonneborn und Konsorten – keine Wahlalternative sein sollten, weil Realpolitik blablablubbs.

Freilich aber kann man die Partei aber durchaus auch deswegen wählen, weil die Tatsache, auch nur einen Clown ins Europaparlament zu bringen eigentlich die ganze Veranstaltung als die lächerliche Farce entlarvt, die sie ist – und Herr Sonneborn hat, muss ich sagen, diese Meinung auch in ebendiesem Parlament kundgetan. Ich bin mir nun recht sicher, damit nicht Maries politische Meinung zu treffen (die CDU-Mitglied ist), aber ich fand meine Wählerstimme bei Herrn Sonneborn wirklich gut aufgehoben. Übrigens im Gegensatz zu allen anderen Parteien.

Nun hat den idiotischen Post aber auch Herr Nebgen aufgegriffen, seines Zeichens Strafverteidiger. Herr Nebgen verteidigt – als korrekter Jurist einerseits und als tatsächlicher Demokrat andererseits selbstverständlich die Zulässigkeit einer reinen Satire-Partei. Herr Nebgen mag aber zugleich die AfD nicht, findet aber, dass man ihr demokratisch entgegentreten sollte (im Gegensatz zu übrigens den meisten Politikern, aber egal) – er schreibt:

Satire ist vor allem dort wichtig, wo ein sachlicher Diskurs – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr möglich ist.

Da unterstütze ich Herrn Nebgen vollends. Ich teile nur nicht seine (kommt noch) Annahme, dass das in Parlamenten der Fall wäre. Eine parlamentarische “Debatte” sieht in der Regel so aus, dass jeder eine vorbereitete Rede hält, woraufhin dann alle so abstimmen, wie sie das ebenso bereits vorher (in kleinen Gremien; diese greife ich hier explizit nicht [aus diesem Grund] an) beschlossen haben. Ganz toll, sehr wichtige Veranstaltung, so ein Bundestags-Plenum.

Wenn man nun aber – wie Herr Nebgen – davon ausgeht, dass im Bundestag tatsächlich Debatten stattfinden, bei denen – außer “pöbelnden” und “unzulässigen” Zwischenrufen niemals zwei Parteien miteinander reden, dann, so Herr Nebgen, sei es ein Problem,

wenn eine Partei dort einziehen sollte, deren Mitglieder nicht nur Meinungen haben, sondern diese gerne mit falschen Tatsachenbehauptungen unterfüttern.

Er meint damit gezielt Alice Weidel von der AfD, mit Verweis auf zwei andere Artikel, von sich selbst und von den über jeden Zweifel erhabenen Staatsmedien der ARD.

Herr Nebgen schreibt dann weiter, dass man Satire bräuchte, weil:

Man behauptet irgendetwas möglichst Konkretes, dessen Wahrheitsgehalt auf die Schnelle niemand überprüfen kann und drischt damit auf die anderen ein. […] Ich habe Zweifel, ob die – im großen und ganzen immer noch seriösen – Altparteien mit diesem Stil klar kommen werden. Viele werden sich noch gar nicht vorstellen können, auf welches Niveau die Debatte herunter gezogen werden wird, wenn es erst einmal soweit ist. Und dann braucht es auch im Bundestag jemanden, der sich auf diesem Niveau auskennt.

Das “Niveau” des Gender Pay Gaps? Aber egal, ich habe mit dieser Interpretation Nebgens zwei andere Probleme: Erstens wäre jedwede Form des verbalen (!) “Aufeinandereindreschens” ein wahnsinniger Gewinn in der aktuellen politischen Diskussionskultur, die diesen Namen nicht mehr verdient hat, da es keine Diskussion ist, wenn die andere Seite schlicht ignoriert, was die eine sagt. Und zweitens tut Herr Nebgen der AfD Unrecht, aber lassen wir ihn das selbst illustrieren:

In dem Film “Jäger des verlorenen Schatzes” (Raiders of the lost arc) gibt es eine Szene, in der der Protagonist (Harrison Ford) von einem gefährlich anmutenden Kämpfer bedroht wird, der mehrere Säbel schwingt, dabei Furcht einflößende Laute von sich gibt, und so einen kurzen Moment den Eindruck vollständiger Überlegenheit vermittelt. Der Protagonist zieht seinen Revolver und erschießt diesen Gegner auf vergleichsweise unspektakuläre Weise.

Wenn die Altparteien nicht aufpassen, wird es ihnen ergehen wie diesem ehrlichen, naiven Kämpfer: Sie werden regelwidrig aber effektiv einfach über den Haufen geschossen werden.

Was Nebgen hier macht, nennt Schopenhauer ein simuliertes Argument. Wenn der Leser nämlich auch nur eine Sekunde nachdenkt, wird er feststellen, dass (a) Indiana Jones der Gute ist und (b) es gegenüber einem willkürlichen Aggressor, der nach eines Lebens trachtet, in keiner Gesellschaft ever “regelwidrig” ist, ihn einfach zu erschießen.

Aber gut, es geht heutzutage offensichtlich nichts über billiges AfD-Bashing, und so komme ich in die blöde Situation, was positives über die AfD-Quotenlesbe schreiben zu müssen. Ganz fein. Nebgen formuliert das so schön:

dass die dort von Dr. Alice Weidel aufgestellten Behauptungen auch inhaltlich schlicht falsch sind; man schaue mal hier

Hier, übrigens. Bei der ARD, der vom Staat unabhängigsten Medieninstutution der Welt, noch vor CCTV, Russia Today, Al Jazeera und der Pyongyang Times. Es geht hierum:

Mehrmals hat die AfD bereits behauptet, in Büros gelten viel höhere Grenzwerte für Stickstoffdioxid als auf der Straße. […] Richtiger wird sie dadurch aber nicht.

Kristin Becker vom SWR erklärt uns das dann ausführlich, wieso diese falschen Tatsachenbehauptungen einfach nur sachlich falsch seien:

Der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt im Außenbereich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Viel höher – bei 950 Mikrogramm pro Kubikmeter – hingegen ist der Wert für bestimmte Arbeitsplätze.

Oh. Wir müssen den Artikel also nicht weiter lesen. Frau Weidel und jeder andere von der AfD, der gesagt hat, dass am Arbeitsplatz höhere Grenzen gelten als auf der Straße, hat Recht. Punkt, Ende. Aber Kristin vom SWR hat auch den Schopenhauer gelesen, wie alle Linken, aber offenbar – wie die meisten Linken – schon bei Strategem #1 aufgehört, denn es erfolgt schlicht eine Erweiterung – weil man schon “Arbeitsplätze” schreiben musste, für Büros gelten (lest den ARD-Artikel plus deren Quelle) überhaupt keine Grenzwerte, es gibt da nur ein rechtlich schwaches “sollte wie draußen sein”. Gut auch, dass sich die Faktenfinder gleich mal auf Stickoxide beschränken – Schopenhauer empfiehlt bei einer Erweiterung auch zeitgleich, den Gegner möglichst stark einzuschränken – da muss man dann nämlich nicht über unangenehme Feinstaub-oder Ozonwerte in jedwedem Büro mit einem Laserdrucker reden. Von Kopierern fangen wir gar nicht erst an.

Kristin scheint sich aber der Schwäche ihrer Argumentation zumindest unterschwellig bewusst zu sein, denn es endet mit einem “denk doch mal einer an die Kinder”:

Während also die Luft draußen und in den meisten Innenräumen “gesundheitlich zuträglich” sein soll, geht es [anderswo] darum, dass die Luftbelastung einem gesunden, erwachsenen Menschen im Allgemeinen nicht schaden darf.

Was bei dieser Diskussion völlig unter den Tisch fällt, ist Alice Weidels eigentlicher Punkt: Wenn die Autos so viele Abgase produzieren, dass sie die Grenzwerte überschreiten – was spricht denn dagegen, einfach die Grenzwerte hochzusetzen?

Man sieht, man kann auch als klassischer Politiker sehr schön die Argumente der Gegenseite ignorieren, da braucht es keine Satire. Da braucht es nur ein bisschen Sophistik, als wären Grenzwerte per se in fucking Stein gemeißelt – und nicht etwa von Politikern beschlossen.

Und wie sinnvoll sind die Grenzwerte denn? Nun, nicht belastbaren Quellen zufolge, die ich keine Lust habe nochmal nachzuschauen, werden die so festgelegt, dass man Ratten so lange Schadstoff X aussetzt, bis die Hälfte stirbt. Das ergibt dann die “LD50”, und von der aus dosiert man runter, bis man die Ratten mit – in diesem Fall NOx – vergasen kann, ohne dass ihnen auch nur das geringste passiert. Dieser Wert ist aber dann noch nicht “nicht gesundheitsschädlich”, sondern man nimmt den noch durch 100. Wenn Ihr Euch fragt, wieso die Werte früher nie ein Problem waren: Da waren die Messgeräte noch nicht gut genug.

Weiterer Vergleich gefällig? Okay: Die höchsten Überschreitungen der Grenzwerte in “Problemgebieten” wie dem Stuttgarter Kessel im Sommer führen in Extremzeiten zu einer täglichen Schadstoffbelastung, die in etwa dem Rauchen einer halben Zigarette entspricht. Der Grenzwert für die (wahrscheinlich) schädlichen Schadstoffe darf an nicht mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten werden, das wäre dann weniger als eine Schachtel Zigaretten. Im Jahr. Für irgendeinen (auch nur diskutabel) nachweislichen, gesundheitlichen Effekt müsste man da aber nicht nur das ganze Jahr über der aktuellen Grenzwertbelastung leben, sondern auch noch wenigstens zwei oder drei Kippen rauchen. Täglich, nicht im Jahr.

Aber ist doch schön, dass wir so toll über Grenzwerte diskutieren konnten, nicht wahr? Vielen Dank, ARD-Faktenfinder, ihr habt uns da echt geholfen.

Aber zurück zu Alice Weidel und dem von ihr verursachten Untergang der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, weil man mit solchen Leuten ja nicht reden kann – weil sie einfach gehen. Da sich alle Berichte etwa gleich mit dem verlinkten lesen und ich keine große Lust habe, mir langweilige “Diskussionssendungen” im Fernsehen anzuschauen, bei denen Politiker ihre bereits bekannten Punkte wiederholen, habe ich mir – nur für Euch – aber dennoch die 5 Minuten, bevor sie ging, angeschaut.

Passiert ist da folgendes:

[0:57]: Weidel erklärt, dass die, die noch nicht so lange hier leben, durchaus überdurchschnittlich kriminell sind

[0:58:31] Wie es sich bei einer ordentlichen, politischen Diskussion gehört, nimmt die “unabhängige” “Moderatorin” den bedrübbelt guckenden Politikern der anderen Parteien die Peinlichkeit ab, darauf antworten zu müssen, indem (ernsthaft!) erklärt wird, dass die ja nur untereinander kriminell sind (schaut den fucking Clip, ehrlich – DAS ist deren Gegenargument. DAS! Ist ja nicht so schlimm, wenn fucking Kriegsflüchtlinge von irgendwelchen sozialschmarotzenden Negern vergewaltigt werden, gell? Danke, ZDF, Danke. Fickt euch) und nur 4,6% der geschädigten Deutschen von “Zuwanderern” beklaut, vergewaltigt oder umgebracht wurden. Toll, Danke auch dafür, ZDF, eine relative Zahl zur Relativierung zu verwenden – diese kriminellen Zuwanderer sind halt komischerweise – wie Frau Weidel sagte – im Vergleich zur schon länger hier lebenden Bevölkerung (inklusive 60er Türken 80er Iranern, 90er Afghanen etc. pp.)  fucking überdurchschnittlich kriminell – wie Frau Weidel sagte – richtig? Ah, ne, sind ja nur 4,6%, wen interessieren die schon? 

[01:01] Maas whataboutismt, dass diejenigen, die am wenigsten Interesse an kriminellen Illegalen (er nennt sie trotzdem “Flüchtlinge”) haben, andere [echte] Flüchtlinge sind, nicht die AfD.

Dazu: Ach nee, Heiko? Leute, die hier wirklich deswegen herkommen, weil sie vor politischer Verfolgung durch autoritäre Regimes (wie dem, was du mit deinem Orwell-Gesetz zu etablieren versuchst) oder vor echten Kriegen oder Genoziden fliehen, benehmen sich hier auch ordentlich? Und derweil erdreistest du dich, es als ganz toll hinzustellen, dass man sie jetzt (eventuell, theoretisch, aber wohl praktisch eher doch wieder nicht) ausweisen könnte, nachdem sie ihre ersten vier Opfer vergewaltigt haben? Für Ladendiebstahl gibt es ja nun kein Jahr Knast, gell? Das ist DEINE Partei, Heiko. Deine. Und die noch linksgrüneren.

Und die echten Flüchtlinge per se würden dann wohl eher die AfD wählen, gell? Ich meine, die haben ja die gleichen Interessen? Ja? Wolltest du uns das sagen, Heiko? Das ist der Unterschied zwischen Gutmenschen und guten Menschen, übrigens.

[01:02] Trittin mault irgendwie Scheuer von der CSU an [idiotisch, aus dem Kontext gerissen und unberechtigt, wie Scheuer später erläutert], leitet dann fließend zu Gauland über, der entsetzlich sei: “Verrohung fängt damit an, dass man Bürger[Innen] dieses Landes willkürlich ausbürgert, und genau das hat Herr Gauland gesagt, getan, als er Frau Özuguz, als er gesagt hat, er wolle sie in Anatolien entsorgen”.

Dazu eine kurze Anmerkung: Herr Gauland hat gesagt, man (!1) solle (!2) Frau Özoguz in Anatolien entsorgen. Ich hatte dazu bereits spontan getwittert, dass das keinesfalls einen realpolitischen Bezug haben kann, da ich zumindest Erdogan die Eier zutraue, die Dame nicht ins Land zu lassen, ohne sicher zu sein, dass sie wieder geht (ansonsten ist sie ziemlich auf seiner Parteilinie, aber das ist ein anderes Thema).

[01:03] Trittin schließt mit “da beginnt die Verrohung der Sprache”, so, als wäre das irgendwie vergleichbar mit dem von Frau Weidel angesprochenen und durch die Moderatorin (!) sofort relativiertem Thema der Verrohung derer, die hier jetzt halt leben. Das Wort bekommt Herr Scheuer.

[01:04] Weidel unterbricht Scheuer bei seinen (recht vernünftig klingenden) Ausführungen über intergrationswillige vs. solche Ausländer, die man rauswerfen sollte mit dem Anwurf, er wolle illegale Einwanderung legalisieren.

[01:05] Scheuer hält Weidel vor, dass sie sich erstmal von “für mich ist das ein Rechtsradikaler” Gauland distanzieren soll. Frau Weidel geht.

Freilich könnte man nun Frau Weidel vorwerfen, dass ihr Vorwurf gegenüber Scheuer “böse” war, aber er hatte ja nun auch die Gelegenheit, darauf zu antworten. Stattdessen kommt ein Argumentum ad auditores – bilderbuchmäßig, “machen Sie erstmal den Zuschauern klar” – statt irgendwas inhaltliches.

Nun bin ich da natürlich als Bayer enorm gebiast und auch – respektive deswegen – kein fanatischer Nationalist – die CSU hat nichts gegen Einwanderer, die hier was anständiges leisten, und das hat Herr Scheuer auch – zumindest für mich – klargestellt. Dass das nach aktueller Rechtslage eine Legalisierung illegaler Einwanderung ist, hat Frau Weidel (korrekt) konkretisiert. Das würde ich aber viel lieber unterstützen, wenn Herr Scheuer und die CSU die Eier hätten, dazu zu stehen.

Von den Extrema haben wir hier also – gehen wir mal davon aus, dass das Gedankengut tatsächlich da ist – die AfD, die auch Deutsche rauswerfen will, wenn die einfach nur gesellschaftsschädlich sind (am Beispiel Özoguz, aber da kann man sicher noch eine Menge rechts- wie linksradikales Pack dazutun), und die CSU, die auch Ausländer hierbehalten will, wenn sie hier was produktives machen.

Ehrlich gesagt finde ich beides eine gute Idee – aber leider hat keine der beiden Parteien die Eier in der Hose, dazu zu stehen. Und das, meine Damen und Herren, ist der aktuelle Stand der Demokratie in Deutschland und damit die Flatline auf dem EKG der ach so freiheitlichen demokratischen Grundordnung dieses Landes.

Ich bin so froh, dass ich bereits gewählt habe. Und kommende Woche in die Türkei fliege, da ist wenigstens das Wetter schön. Der Zustand der Demokratie ist in etwa der Gleiche.


Zwei Anmerkungen noch: Irgendwo wurde sich beschwert, dass (AfD-) Leute Frau Özoguz Namen falsch aussprechen. Ich habe eine Freundin namens Pinar, und mir fiel erst in der Türkei (und nachdem ich sie viele Jahre kannte) auf, dass sie eigentlich nicht Pinar heißen kann, sondern Pınar. Das spricht man so aus, wie es sich liest – man muss nur vorher an einer Zigarette ziehen, 30 Sekunden die Luft anhalten, einen Schluck Whisky trinken und derweil sprechen.

Zweitens muss ich anmerken, dass meine durchaus positiven Erwähnungen von Herrn Erdogan anders ausfielen, wenn ich in dem Land leben müsste. Ich finde nur einerseits, dass es mir nicht zusteht, die Türkei für die Verfolgung von Journalisten oder der Opposition zu kritisieren, wenn das bei uns auch passiert (siehe Links). Auch dass Erdogan nach dem lauten Geschrei aller deutschen Gutmenschen die Demokratie und grundlegende Menschenrechte (praktisch) abschaffen will und zum Beispiel das Internet zensiert sind Punkte, bei denen man vielleicht erstmal an den Balken im eigenen Auge denken sollte. Ich halte Erdogan nur deswegen für einen besseren Politiker als (nahezu, siehe Sonneborn) alle deutschen, weil er ehrlich ist. Andererseits – wenn ich ein albanischer Sozialschmarotzer wäre, fände ich Merkel auch toll.

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Heulen mit der evangelischen Kirche

Nachdem wir schon die Wahlhilfe-Fragen für Dumme RTL-Zuschauer hatten, kommen heute die Gutmenschen-“Fragen” der Diakonie der evangelischen Kirche. Nach dem Durchklicken der Wahlhilfe Propaganda der Diakonie bekommt man die “Konsequenzen” seiner Wahl tränenreich reingedrückt, wenn man nicht jedem Arsch sein Leben vollumfänglich finanzieren will, weil Gold ja wie Mana vom Himmel regnet, wenn man nur ein ausreichend guter Christ ist. Ich erspare Euch das mal nicht (dafür die öden Fragen):

[nicht noch mehr Geld für Leute, die selbst keines verdienen]
Familie Trevisan kann sich weder einen gemeinsamen Urlaub noch eine größere Wohnung leisten. Der zwölfjährige Enrico wird sich auch weiterhin sein Zimmer mit seinem lebhaften siebenjährigen Bruder teilen müssen, auch wenn er eigentlich Ruhe zum Lernen für das Gymnasium bräuchte.

Och wie herzzerreißend. Ging meinem Kumpel Walter aber auch so, und der kann sich jetzt Urlaube und ein eigenes Zimmer leisten. Sogar ein nettes Häuschen in München. Und sein lebhafter Bruder auch.

Zudem: Warum musste Familie Trevisan eigentlich zwei Kinder in die Welt setzen, wenn sie sich keine zwei Kinder leisten können? Freilich, Walter hatte drei Geschwister, aber die haben auch nicht gejammert.

[keine gratis Vollzeit-Kinderbetreuung für jeden] Oskar und seine Familie müssen auch weiterhin mit langen Wartezeiten für einen Hortplatz rechnen. Seine Mutter muss ihn deshalb noch immer betreuen, anstatt arbeiten gehen zu können.

Kann Enrico nicht auf Oscar aufpassen? Lernen kann er ja nun eh nicht, wenn es stimmt, was ihr behauptet?! Abgesehen davon ist Mama Trevisan Kassiererin, das ist tatsächlich noch schlechter bezahlt als Erzieherin. Ihre Arbeit hätte keinen gesellschaftlichen Mehrwert.

[keine Pflicht, Arbeitnehmer nach deren Tageslaune zu beschäftigen] Elisa Trevisan hat keinen rechtlichen Anspruch auf die Rückkehr in eine Vollzeitstelle als Verkäuferin. Neben ihrer Stelle als Kassiererin putzt sie deshalb zusätzlich abends oder frühmorgens in Büros.

Dann hat sich erfreulicherweise doch auch schon das Problem mit der Nachmittagsbetreuung des kleinen Oscar erledigt? Schaut, liebe Kirche, man muss nicht jedem seinen Arsch hinterhertragen – der Markt regelt das schon.

[Wartezeit bei Familiennachzug] Saleh Abusaeb kann seine Familie in nächster Zeit nicht auf legalem Weg nach Deutschland holen. So bleibt er weiterhin in ständiger Sorge um das Wohl seiner Frau und seiner Kinder. Es fällt ihm schwer, sich auf den Integrationskurs und das Erlernen der deutschen Sprache zu konzentrieren.

Saleh ist selbst nicht wirklich legal (a) nach Deutschland gelangt und als Geduldeter auch nicht sonderlich legal (b) hier. Er hat zudem Anspruch auf einen vom Staat bezahlten Heimflug – Oneway, natürlich. Nur, falls es ihn wirklich interessiert, wie es seiner Frau und den Kindern geht.

Verlogenes Pack.

[Abschiebung nach Afghanistan] Wenn der Asylantrag von Ramin Hassani abgelehnt wurde und eine Klage dagegen nicht mehr möglich ist, wird Ramin zur Ausreise aufgefordert. Ihm droht eine Abschiebung nach Afghanistan. Weil er in Afghanistan Angst um sein Leben hat, wird er versuchen, sich ohne regulären Aufenthaltstitel in Deutschland durchzuschlagen oder in ein anderes Land zu flüchten.

Da die Diakonie sich die Geschichten auch nur “auf Basis realer Ereignisse” ausgedacht hat, darf ich das sicher auch: Dafür muss sich Mama Trevisan, die Ramin eine Woche zuvor vergewaltigt hat, nicht mehr fürchten, abends ihren Putzjob im Flüchtlingsheim auszuüben.

Hat irgendwer noch Sympathien für Ramin?

[Sprachkurse für alle] Da Rashed aus Afghanistan kommt, wird seine Bleibeperspektive als schlecht eingestuft. Er hat kaum Zugang zu Sprachkursen, von der Teilnahme an einem Integrationskurs ist er ausgeschlossen. Seine Zeit bis zu einer Entscheidung muss er ohne Beschäftigung in seiner Containerunterkunft absitzen.

Die Mitarbeiter der Diakonie, die die Containerunterkunft betreuen, sollten Rashed mal die lokale Volkshochschule nahelegen. Ah, Moment, das können die Macher des Unsinns ja nicht wissen, die sind ja nicht bei der… Oh.

[Geld für die Pflege Angehöriger] Frau Fried-Bachmeier hat während der Pflegezeit keinen Anspruch auf eine Lohnersatzleistung. Sie könnte ein zinsloses Darlehen in Anspruch nehmen, das sie nach Beendigung der Pflegezeit wieder zurückzahlen muss. Die Pflegeversicherung übernimmt die Beiträge für die Renten-, und Arbeitslosenversicherung.

Ich sehe das Problem nicht.

[Pflegeversicherung zahlt nicht alles] Erna Fried kann einen Platz im Pflegeheim bezahlen, ohne dass sie Sozialhilfe beantragen muss. Ihre Kinder brauchen nicht dafür aufkommen.

Liebe Diakonie: Das ist nicht die Konsequenz, die ihr hinschreiben wolltet. Aber selbst wenn – was ist denn jetzt schlimm daran, wenn das die Sozialhilfe bezahlt? Oder ihre widerliche, feministische Tochter Susanne Fried-Bachmeier, die sich nicht selber kümmern will?

[Pflegekräfte, soviel man will] Pflegerin Petra Behncke hat nur Zeit für die Pflege. Sie kann Erna Fried nicht zuhören, das macht die alte Dame oft traurig.

Traurig – so wie Sieglinde Bachmann im Nebenzimmer. Schon doof, dass da überhaupt keine Lösung denkbar ist. Mal abgesehen davon füllt Petra etwa 60% ihrer Arbeitszeit blöde, bürokratische Formulare aus. Das wäre mal ein interessanterer Ansatzpunkt.

[Hartz4-Sanktionen] Weil sie nicht weiß, wer zu den Arbeitszeiten an den Wochenenden ihre Kinder betreuen kann, hat Corinna Dechsler das Jobangebot als Verkäuferin ablehnen müssen. Das Jobcenter zahlt ihr deshalb ab sofort noch weniger Geld als bisher.

Ist das jetzt endgültig die Rubrik “Gschicht’n aussm Paulanergarten”? Meint ihr das ernst? Eure Frage war übrigens “Hartz IV-[lern] sollten Leistungen gekürzt werden, wenn sie Jobangebote oder Weiterbildungsangebote ablehnen, die nicht ihren Wünschen entsprechen“. Da steht nicht “nicht annehmen können, weil sie ihre Bälger versorgen müssen”. Zudem: Was ist denn eigentlich mit Papa? Kennt den Corinna überhaupt? Also, wenigstens einen, von einem der Kinder?

[Gratis Schulessen] Corinna Dechsler muss auch weiterhin an allen Ecken sparen, um die zusätzlichen Kosten für Schulessen und Schulmaterialien für ihre Tochter abzudecken. Der gemeinsame Kinobesuch, der eigentlich am Wochenende geplant war, musste deshalb gestrichen werden.

Die arme Hartz4-Empfängerin muss sparen. Wie furchtbar! Kann sich nichtmal eine Yacht leisten – wir sollten dringend die Sozialstandards auf den Lebensstil von Donald Trump anheben. Um wieviel Geld geht es hier eigentlich?

Corinna Dechsler ist auf Hartz IV angewiesen und muss jeden Tag einen Euro für das Mittagessen ihrer Tochter bezahlen. Dafür sind im Hartz IV-Satz aber nur 50 Cent vorgesehen.

Wow. Bei fünf Schultagen in der Kino-Woche sind das sage und schreibe zwei Euro fünfzig.

Das reicht nicht für eine Kinokarte. Sonst noch Kosten?

Für den Schulbedarf sind 100 Euro eingeplant. Corinna Dechsler hat allerdings schon im ersten Schulmonat für einen Rucksack, eine Sporttasche, Bücher und einen Malkasten 110 Euro ausgegeben

Ich habe das Gefühl, Corinna plant nicht sonderlich gut. Was sind das eigentlich für Bücher – für über 80 Euro?

[nicht mehr Hartz4] Corinna Dechsler und ihre Kinder müssen auch weiterhin auf einen Baum zu Weihnachten, ein Eis im Sommer und die Haftpflichtversicherung verzichten.

Jetzt bin ich sicher, dass Corinna nicht sonderlich gut plant. Das sind horrende Kosten von 24€ für die Haftpflicht, 3,30€ für drei Kugeln Eis (zwei Kinder) und 10€ für einen netten, kleinen Baum. Macht 37,30€. Im Jahr.  Ich kenne Hartz4-Empfänger, die rauchen.

Corinna bekommt übrigens 409 Euro im Monat, plus 237 pro Kind, macht 10.596 € / Jahr. 37,30 sind davon 0,35%. Aber schön, dass man so einen Kleinscheiss als wahlrelevant hinstellt, ohne sich dabei blöd vorzukommen.

Return of the Fettie: Contradictio in Adjecto

Ich finde es immer gut, wenn ich Leute in einem Artikel kritisiere, und diese Kritik bei Leuten auch ankommt. Vor etwas über einem Jahr stieß ich auf Hengameh Yahooolalablabs, die ich aufgrund ihres unaussprechlichen Namens “Fettie” getauft habe, vor allem aber dafür kritisiert habe, dass sie:

ihre unreflektierte und schwachsinnige Meinung verewigt. Fettie hat in etwa so viel Übergewicht (in kg) wie ihr IQ-Punkte fehlen, um wissenschaftlich gesehen nicht als “verblödet” zu gelten. Es ist relativ lang und gehaltlos

tl;rd: … langen, hirnlosen Schwachsinn schreibt.

Und da huscht durch mein Twitter Fetties neuester, hirnloser Schwachsinn, der erstaunlich kurz ist… Naja, versuchen wir es nochmal; 50% der Kritik sind ja schon angekommen. Es geht um den Umgang mit Nazis. Und Neonazis. Und überhaupt allen, die die eigene Meinung nicht teilen.

Seit dem rassistischen Terroranschlag in Char­lottes­ville wird wieder prominent diskutiert: Wie umgehen mit Neonazis? Diese Frage sollte Dauerbrenner sein.

Wir kamen seit 1945, das sind jetzt 72 Jahre, wirklich gut damit klar, die paar Spinner (a) zu ignorieren, (b) sie für den Abschaum zu halten, der sie sind und (c) notfalls wegzusperren. Aber gut, ich bin auch nicht zwangsprogressiv.

Aber da einige Teile der Bevölkerung nicht permanent wegen Neonazis um ihre Existenz fürchten müssen

Ich möchte hier mal spezifizieren, dass die “einigen Teile” hier die deutliche Mehrheit ausmachen. Diese deutliche Mehrheit – Fettie wird eh gleich rassistisch, nehme ich das mal vorweg – ist weiß und nicht kommunistisch, und hat gerade mehr und echte Probleme mit muslimischen Terroristen, die sie totmessern, totfahren, totsprengen, oder auch nur mit Kommunisten, die ihnen die Autos anzünden. Nur so als Hintergrund, warum sich echt wenig Leute für alle drei Nazis interessieren. Natürlich sind die auch ein Problem, aber mit Gedankenverbrechen wollen wir ja jetzt hoffentlich nicht kommen, oder? Ich meine, denk mal dran, was das für andere Minderheiten wie Kommunisten oder Moslems bedeuten würde?!

(Spoiler: Dooooooch).

So sind viele Leute immer noch davon überzeugt, dass der beste Umgang mit Neonazis (und Nazis) der Dialog sei.

Ich halte diesen Strohmann der Linken für – ja, nun, einen Strohmann. Es ist definitiv Mainstream-Meinung, dass Neonazis doof und scheiße sind. “Halt’s Maul, du Depp” ist jetzt nicht wirklich “Dialog”, aber vollkommen ausreichend. (Das gilt übrigens auch für Kommunisten.)

Ich weiß nicht, ob sie sich mit Geschichte auseinandergesetzt haben, aber das letzte Mal, als ich nachgeschaut habe, wurde der Nationalsozialismus nicht beendet, weil es innovative Gesprächsformate gab, sondern mit einem Krieg.

Das einzige Mal, übrigens. Bei Kommunisten ist das hingegen eine etablierte Regel, und im Gegensatz zu den Nazis kommen die immer und immer und immer wieder und kommen sogar immer wieder an die Macht. Aber hey, bleiben wir bei Fetties Babystöckchenproblem:

Das Verurteilen von Menschen, die sich nicht auf dieser Illusion ausruhen, ist aber Haramstufe Rot.

Haramstufe? Wenn das lustig sein soll – okay, es ist lustig. Wichtiger ist aber, dass Fettie hier eine totalitäre Ideologie (den Islam) als Maßstab zur Verurteilung einer anderen totalitären Ideologie heranzieht. Wenn wir das als Argument gelten lassen, müssten wir wirklich nachdenken, was wir den Neonazis auf ihre arische Rassenideologie entgegnen wollen; dass das totalitärer, menschenverachtender Schwachsinn ist, wäre mit einem tu quoque ja dann recht einfach getötet.

Es folgt dann ein kurzer Absatz, dass sie keine “Lust” auf eine sinnvolle Begründung hat, ein Symptom vieler Linker, die keine fucking Argumente haben. Gefolgt von der Friss, Vogel, oder stirb (“listen and believe”)- Weisheit:

Natürlich müssen Neonazis (und Nazis) auf die Fresse kriegen – das steht nicht zur Debatte

Huh  – Gedankenverbrechen. Wie fein. Es ist immer erstaunlich, wie wenig linken Gutmenschen klar ist, dass ihre Argumentation genau das gleiche ist, was die Neonazis über sie sagen. Und sich dann auch noch wundern, wenn intelligente Menschen oder sogar Donald Trump beide Gruppen scheiße finden. Aber gut, Fettie hat ihren letzten Artikel mit einem Plädoyer für Babystrampelanzüge als modisches Kleidungsstück hingeführt, es wird auch hier noch dümmer als eigentlich vorstellbar:

White Supremacy ist Terror

Weil? Ich meine nur – Fettie verlinkt da einen Artikel, in dem das Wort “Terror” nichtmal vorkommt.

Aber Weißsein wird nicht erst dann zum Problem, wenn ein Neonazi mit dem Wagen in eine Black-Lives-Matter-Demo reinfährt und Menschen ermordet.

Ach sooooo – weil Fettie eine verdammte, widerliche Rassistin ist. Dazu diente der (ausgelassene) selbstmitleidige Teil vorher wegen Leuten, die

am Ende noch mit so Nonsens wie umgekehrtem Rassismus … kommen

Puh, gerade nochmal drumrumgekommen. Es ist natürlich nicht “umgekehrter Rassismus”, wenn Neger oder mirwegen dicke, weiße Frauen mit blöden Namen wie Fettie finden, dass Weiße per se scheiße sind, das ist schlicht und einfach nur Rassismus. Wobei sie – entgegen ihrer Beteuerung – natürlich selbst weiß ist, und das ganze wahrscheinlich nur auf Dritte projizierter Selbsthass ist, aber das soll ihr ihr Psychiater erklären.

Morde haben nämlich nichts mit “Weißsein” zu tun – meine Autokorrektur findet übrigens zurecht, dass das kein Wort ist – sondern mit totalitären Ideologien, die bei ausreichend dummen Menschen zu radikalem Extremismus führen. Das geht z.B. mit jeder noch so harmlos wirkenden Sache, z.B. Feminismus.

Rassismus passiert auf einer Skala. Ich habe im Netz ein Pyramidenschema gefunden, auf dem Rassismus in aktiv/gesellschaftlich verurteilt und passiv/gesellschaftlich akzeptiert aufgeteilt wird. Der aktive Part ist nur die Spitze des Dreiecks.

Praktischerweise habe ich die auch gefunden. Ich zeige sie Euch sogar:

Das ist von der ADL – die sind zwar selbst gebiast (Stufe 1), aber die Pyramide ist per se gut. Ist für Rassismus gedacht, funktioniert aber ohne Änderung für andere -ismen; nennen wir sie mal “Extremismen”.

Praktisch, wenn man sich keine neuen Wörter ausdenken muss, weil man tatsächlich was vernünftiges zu sagen hat. 

Man sieht hier sehr schön, dass die radikale Anfifa auf Stufe 4 zu verorten ist – als kollektive Bewegung natürlich mit den Mitteln Brandstiftung und Vandalismus, während Neonazis (z.B. der NSU) sich individuelleren Maßnahmen wie Mord widmen.

Ich habe aber den Verdacht, dass das nicht die Pyramide ist, die Fettie meint. Schauen wir doch mal, ob es irgendwelche linken Deppen gibt, die die arme Pyramide ausreichend vergewaltigt haben, damit (a) sie da nicht mehr vorkommen und (b) ihre ganzen Aufschrei-Steckenpferde drin vorkommen….

Quelle? Irgendein linker Volldepp. Sieht man schon daran, dass rassistische Witze gesellschaftlich inakzeptabel sein sollen. Höhö. Gilt also nur für deren Filterblase.

Was macht Fettie hieraus?

Der aktive Part ist nur die Spitze des Dreiecks. Darin befindet sich etwa Hasskriminalität, Polizeigewalt oder „Racial Profiling“. Der latente Teil trägt jedoch viel mehr in sich: Hass gegen Migrant_innen, Paternalismus, die Instrumentalisierung von nichtweißen Personen zum Reinwaschen des eigenen Images, kulturelle Aneignung oder das Leugnen weißer Privilegien.

Ah – wiederholen. Ich habe so langsam eine Ahnung, wieso sich Feministen nicht blöd vorkommen, ernsthaft “Listen and Believe” auf eine Vortragsfolie zu schreiben – das resoniert in ihrer hohlen Zielgruppe.

So, liebe Kinder, schafft man übrigens einen totalitären Unrechtsstaat: Den Dummen, die nichts im Hirn haben, füllt man da Scheiße rein, der Rest wird gekauft oder vernichtet. 

Was soll ich zu Fetties Müll sagen? Das ist eine reine, aus der Luft gegriffene Behauptung, gestützt darauf, dass jemand anders den Müll schonmal behauptet hat, gestützt auf eine Theorie, die die Aussage nicht hergibt.

Unsinn, sage ich da.

Mordende Neonazis haben eine ganz andere Dimension als Kartoffeln mit Wursthaaren.

Ist “Kartoffeln mit Wursthaaren” eine Beleidigung für weiße Deutsche? Falls ja, kleiner Tipp, Fettie: Beleidigungen sind effektiver, wenn der Adressat sie versteht.

Aber nur, weil das eine schlimmer ist als das andere, ist das andere nicht okay. Dieses ­Gegeneinanderaufwiegen ist „Silencing“:

Das ist genau meine Meinung. Und die von Donald Trump, übrigens, der die linken Vandalen genauso verurteilt wie die rechten Mörder.

Das gefällt nur den linken Vandalen nicht; die finden sich ja besser, weil die Anderen – oh, Moment, das wäre “gegeneinander aufwiegen”, was ja nicht geht. Vielleicht sollte man der taz, die das publiziert haben, mal nahelegen, ihre eigenen Artikel nicht nur zu drucken, sondern auch zu verstehen.

Solange Schwarze Menschen ermordet werden, gibt es keinen Grund, sich über weniger bedrohliche Zustände zu beschweren.

Hä? Ach, da kommt die fette Dummfeministin in Fettie wieder durch – klar kann man auch Kleinigkeiten anprangern, obwohl es größere Probleme gibt. Es setzt aber voraus, dass man da differenziert, und es eben nicht gleichsetzt, ob Abdullah 42 Menschen in die Luft sprengt oder seine Frau dazu zwingt, ein Kopftuch zu tragen. Ist beides nicht gut, aber eben nicht gleichermaßen ein Problem.

Weiße Leute haben so eine Ausrede, sich nicht mit ihrem Rassismus auseinandersetzen zu müssen, weil sie sich auch einfach von Neonazis abgrenzen können.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig die Linke es leiden kann, wenn Leute, die nicht ihre Meinung teilen, genau das gleiche machen wie sie. Es gab da mal so einen Spruch mit einem Balken und einem Splitter im Auge, aber das ist sicher reaktionär und konservativ und nicht progressiv genug.

Aber außer Abgrenzen tun sie halt wenig bis nichts gegen die. Und das ist auch haram.

Als ordentlicher Moslem ist das natürlich haram:

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen

Und da fragen sich noch Leute, wieso Feministen, Linke und radikale Moslems so gut zusammenpassen: Die glauben allesamt, dass sie die alleinige Wahrheit mit Löffeln gefressen haben und alle Ungläubigen bekehrt oder eben umgebracht werden müssen. Wie auch den Umgang mit Apostaten – man lese mal, was Feministen über Laci Green schreiben, seit sie keine profeministische Hure mehr ist, sondern sich jetzt halt an “die Anderen” verkauft.

Nur so als kleiner Hinweis, Fettie – und alle anderen idologischen Spinner: Was Deutschland aus dem Krieg gelernt hat ist, dass alle totalitären Ideologien schlecht sind. Das gilt auch für den Kommunismus. Man lese mal George Orwell, der war sehr gegen Nazis, hat aber absichtlich einen international-sozialistischen Staat in seiner Dystopie geschaffen. Mit Gedankenverbrechen, wie ihr sie den Neonazis andichten wollt.

Ihr seid kein bisschen besser. Und jetzt kommt mir nicht mit Whataboutism und Morden, das könnt ihr Linken schon auch, und habt auch beweisen, dass ihr da weder zimperlich seid noch vor individuellen, beliebigen Morden zurückschreckt.

Wenn ihr was gegen Nazis tun wollt, macht das, was alle vernünftigen Menschen machen: Distanziert euch von ihnen. Findet sie scheiße. Unterstützt Leute, die klar sagen, dass Gewalt, Terror und Hass scheiße sind – wie Donald Trump. Hasst selbst nicht – auch nicht euch selbst (auch wenn mir das jetzt schwer fallen würde, wenn ich derart dumm und fett wäre). Vor allem aber: Seid selbst wirklich besser.

Pro-Tipp: Das geht nicht, indem man genau das Gleiche macht. 

Menschenrechte? Nicht für Untermenschen.

Ich würde ja schon seit fünf Tagen gerne was über Charlottesville schreiben, aber ich wusste nicht so genau, was. Drei Tote sind natürlich immer unfein, wenn man friedlich demonstrieren wollte, aber es kotzt mich an, dass mittlerweile nichtmal mehr erwähnt wird, dass zwei davon mit einem fucking Hubschrauber abgestürzt sind und wir nicht in Kandahar sind, wo fucking Kameltreiber mit russischen RPGs spielen.

Bleibt dann noch ein Typ, von dem wir ruhig erstmal annehmen könnten, dass er ein widerlicher Faschist ist, der irgendeine friedliche, unschuldige Gegendemonstrantin totgefahren hat, woraufhin andere friedliche, unschuldige Gegendemonstranten mit ihren friedlichen, unschuldigen Baseballschlägern auf sein Auto losgingen wie eine Horde wildgewordener Neger Affen.

(Link zum Video).

Da die Faktenlage aber da nach dem obigen Video für mich nicht so eindeutig ist, wie die Presse tut (das Audio ist biassed, lasst es halt aus), warte ich da einfach mal, was die Justiz sagt. Ich bin sicher, dass der Fahrer des Wagens einen fairen Prozess bekommen wird, der fängt ja schon gut an:

he could not be appointed a public defender because someone in the public defender’s office was directly affected by the crime

Wir können also stattdessen über relevantere Themen reden, so wirklich interessiert sich außer ein paar Heuchlern und ihren Freunden und Eltern ja eh keiner für die tote Frau.

Was also hat denn die Antifa da eigentlich verloren gehabt? Netterweise ist dieser Frage Dahlia Lithwick vom seriösen, unparteiischen Slate-Magazin bereits nachgegangen (anhand mehrerer Augenzeugen, ich nummeriere die mal)

[1] It was basically impossible to miss the antifa for the group of us who were on the steps of Emancipation Park in an effort to block the Nazis and alt-righters from entering.

Na, das ist doch lobenswert. Die Antifa war ganz in der Nähe von Leuten, die andere Leute (Nazis) davon abgehalten haben, eine widerwärtige Versammlung abzuhalten. Das ist gut, schließlich ist es ein (beschlossenes, Art. 20) Menschenrecht, sich friedlich zu versammeln, da wird die Antifa sicher die Nazis vor den Leuten geschützt haben, die verhindern wollten, dass sie ihre Menschenrechte ausleben? Ich meine, die sind doch die Guten, richtig?

We tried not to break the line, but they got through some of us … Some of the anarchists and anti-fascist folks came up to us and asked why we let them through and asked what they could do to help.

Oh – nicht die Guten?

[2] I stood with a group of interfaith clergy and other people of faith in a nonviolent direct action meant to keep the white nationalists from entering the park to their hate rally

Hatten wir das nicht schon?

we were prepared to be beaten to a bloody pulp to show that while the state permitted white nationalists to rally in hate, in the many names of God, we did not. But we didn’t have to because the anarchists and anti-fascists got to them before they could get to us.

Ist das irgendwie suggestiv? Ich meine – haben die Nazis denn irgendwen zu Klump geschlagen, der sie nicht von der Ausübung ihrer Menschenrechten abhielt? Wäre irgendwas passiert, wenn man einen Schritt zur Seite gegangen wäre und anderer Leute grundlegende Menschenrechte achtet?

Hört sich für mich nicht so an, oder? Ich meine, die Antifa ist hier explizit für diejenigen Leute da, die wissentlich im Unrecht anderen ihre Menschenrechte verweigern. “Nicht zu Klump geschlagen werden” ist übrigens auch ein Menschenrecht, aber die kann man eben nicht aufwiegen (also, sagen die Moralisten).

[3] Our path home was blocked by them, and we had no choice but to face them.

Könnte das vielleicht an deinen Freunden bei [1] und [2] liegen, dass es da einen Rückstau gab? Ist dir irgendwas passiert? (Sie haben mit ihr geredet, angedeutet unflätig).

[4] Incredibly brave students held space at the University of Virginia and stared down a torch-lit mob that vastly outnumbered them on Friday night.

Das klingt jetzt nicht gerade nach Reichskristallnacht…

A phalanx of neo-Nazis shoved right through our human wall with 3-foot-wide wooden shields, … The white supremacists did not blink at violently plowing right through clergy, all of us dressed in full clerical garb. … as for antifa, anything they brought I would only categorize as community defense tools and nothing more.

Wir lernen: Schilde sind widerliche Nazi-Angriffswaffen, Baseballschläger und Pfefferspray Verteidigungsmittel.

Wir lernen weiterhin: Es ist gut, richtig und wichtig, Leute vom Ausleben ihrer Menschenrechte abzuhalten. Also, wenn es Nazis sind, natürlich.

Trump sieht das ein bisschen anders, aber der ist auch ein Nazi. Warum das so ist, erklärt uns Sascha Lobo im Spiegel:

“Es gab einige sehr gute Leute, auf beiden Seiten.” Man muss dieses Zitat der Pressekonferenz von Donald Trump über die Demonstration “Unite the right” in Charlottesville in den richtigen Kontext setzen. Dafür reicht in diesem Fall ein Bild:

Dieses Foto reicht aus, weil es nicht allein steht, sondern ein treffendes Symbol ist.

Danke, Sascha, für den sehr aussagefreien Text, der auch mit einem völlig anderen Bild als deinem funktioniert (das sind die friedlichen Gegendemonstranten). Willst du uns jetzt auch noch was über billige Sophismen erzählen?

Natürlich verbergen sich dahinter wiederum oft uralte Diskussionstricks, von altgriechischer Rhetorik bis zu Schopenhauers Eristik.

Süß. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Linken es überhaupt nicht leiden können, wenn man ihre rhetorischen Spielchen als den Bluff erkennt, die sie sind, und mit einer Hand voller Trump-Karten einfach mal callt…

Trump antwortet: [bla]
Es ist ein wiederkehrendes Muster in Netzdiskussionen, zu erklären, man kenne ja nicht alle Fakten. Damit wird impliziert, man könne noch nicht abschließend urteilen. Das hört sich zwar logisch an – aber ist doch ein Trick, denn es geht selten um “alle Fakten”.

Es geht nicht um Fakten, sondern um Gefühle. Ist der Lobo eigentlich auch Feminist?

Es geht um das Wesentliche, und das konnte man sehr wohl erkennen, ohne um jedes Detail zu wissen.

An wen erinnert mich das?

In welcher Form der Staat diese Erziehung weiterführt, kann heute gleichgültig sein, das Wesentliche ist, daß er’s tut und die Wege sucht, die dem nützen.

Ah, Hitler. Wer hätte das gedacht.

Auf diese Weise wird ein Argument der rationalen Herangehensweise ins Gegenteil verkehrt.

Ich finde Sascha Lobo gerade toll. Ich kann ihn einfach sich selbst zerlegen lassen und muss nichtmal mehr was dazu sagen, so dümmlich-nichtssagend ist das geschrieben.

Auf die Frage: “War das Terrorismus?”, antwortet Trump: [bla] In dieser kurzen Passage sind gleich zwei Botschaften versteckt, [bla]. Es “…nennen, wie Sie wollen” ist mehr als eine flapsige Anmerkung. Mit diesen Worten macht er das terroristische Attentat letztlich zu einer eher persönlichen Definitionsfrage.

Der Unterschied zwischen einem Terroristen und einem Freiheitskämpfer ist immer eine Definitionsfrage. Wir erinnern uns noch an die tapferen Freiheitskämpfer der Taliban aus Rambo III?

Und ich möchte mal anmerken, dass wirklich noch nicht klar ist, ob der Typ ein Terrorist war. Von Lobo angeführte “Eindeutigkeiten wie Hakenkreuzfahnen, Hitlergrüßen und Judenvernichtungsfantasien” hat man jedenfalls noch nicht gefunden, nur ein paar blöde Memes.

Trump öffnet damit in einem Nebensatz die Tür für andere Deutungen, die im Netz von den Neonazis bereits verbreitet werden: Es habe sich um einen Akt des Widerstands gehandelt.

Eine Blockade von ein paar Spinnern zu durchbrechen, die einen von der Ausübung seiner Menschenrechte abhalten wollen, ist ein Akt des Widerstandes. Ein legitimer solcher, übrigens, und das nicht im linken, sondern im rechten (im Sinne von Gesetz) Sinn des Worts.

Auf diese Weise spricht Trump die Neonazis von “Alt Right” frei und vereinzelt den Täter.

Wenn ich die Bilder richtig deute, waren da verdammt viele Neonazis, White Supremacists, KKK-Altgestrige, vor allem aber eine ganze Menge Militia-Spinner mit halbautomatischen Sturmgewehren. Zumindest letztere haben sicher nichts gemacht, sonst wäre ja wenigstens einer angeschossen worden. Ist aber nicht passiert. War also wohl ein Einzeltäter. Was Lobo hier macht, ist neudeutsch “Guilt by Association”. Dem von Lobo zitierten, aber nicht verstandenen, Schopenhauer wäre das zu doof. Lobos Text ist ein einziges “argumentum ad auditores” (man redet direkt zum Publikum, weil das eh doof ist), weil er sonst nix zu sagen hat. Das ist Strategem #28, für einen Linken durchaus erstaunlich, so weit gelesen zu haben.

Etwa wird bei islamistischen Mordanschlägen grundsätzlich eine Mitschuld sämtlicher Muslime unterstellt – während rechtsextremer Terrorismus stets von irgendwie fehlgeleiteten oder zeitweise nicht ganz zurechnungsfähigen Einzelpersonen verübt wird.

Der einzige, der hier eine Mitschuld aller angeblichen und tatsächlichen Neonazis an irgendwas unterstellt, ist Sascha Lobo. Es ist wortwörtlich genau das, was er Trump in den Mund legt, was dieser aber eben nicht getan hat – weil Trump, wie ich annehme, Schopenhauer gelesen und verstanden hat: Auf so einem Niveau diskutiert man nicht.

Dann sagt er: “Wenn Sie sagen ‘Alt Right’ – definieren Sie ‘Alt Right’ für mich”. Trump weiß genau, was “Alt Right” ist, [bla]. Aber hier tut er, als sei das alles diffus, als könne man es nicht genau sagen, als gäbe es da ja ohnehin Definitionsschwierigkeiten. Auf diese Weise macht er die Gruppierung weniger greifbar, sie ist damit schwieriger zur Verantwortung zu ziehen.

Ich bin mir recht sicher, dass Trump weiß, was die Alt Right ist. Ich bin mir aber auch recht sicher, dass das nicht alles Nazis sind, wie Lobo – und die von Trump angesprochenen Reporter – tun. White Supremacists sind z.B. nicht zwingend Nazis; Nazis wollen einen starken Staat, während die Militionäre mehr Anarchisten sind. Aber differenziertes Denken fällt wohl schwer, wenn man sich zu viel Chemie auf den Kopf schmiert (das war jetzt ein ad hominem, das ist aber Teil einer fucking Polemik).

“Was ist mit der ‘Alt Left’? […] Damit greift er zu einem der wichtigsten Standardtricks der Online-Kommunikation, insbesondere auch von “Alt Right” verwendet: Whataboutism.

Ich meine, wenn ich jetzt aussehen würde wie Sascha Lobo wäre es mir auch nicht mehr peinlich, derartigen Stuss zu reden, aber kommen wir auf die Sachebene zurück: Whataboutism ist nichtmal ein Wort. Bei Schopenhauer heißt der Sachverhalt “Strategeme spiegeln”, d.h., wenn Dein Gegner nur Sophismen statt Argumenten bringt, musst Du ihm das nicht sagen, sondern gibst sie einfach zurück – dann steht nämlich er blöd da. So kann man sich eine Sachdebatte – sagt Schopenhauer – komplett sparen, und das ist genau das, was passiert.

Denn Trump hat – wörtlich – Rassisten etc. pp. als Abschaum verurteilt, wie das jeder vernünftige Mensch tun würde. Das ist aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit, weswegen die zwei Spinner, die da einen Hitlergruß gezeigt haben und der eine mit der Nazi-Fahne auch recht alleine waren.

Trump will nur auch über die linken Chaoten sprechen. Das mögen aber linke Chaoten nicht sonderlich, weswegen da Unsinn wie “whataboutism” kommt. Kinder: Euer Thema ist nach eurem Wunsch geklärt. Nächstes Thema: Ihr.

Auf diese Weise packt man den Gegner vermeintlich bei den eigenen moralischen Maßstäben, tatsächlich handelt es sich um eine reine Ablenkungsstrategie, mit der unangenehme Fragen aus dem Fokus gedrängt werden sollen.

Hey, Moment, das habe ich gerade schon gesagt. Aber Sascha “whataboutism-t” ja lieber weiter so, als fände irgendwer Nazis toll, um eben nicht über seine eigenen moralischen Maßstäbe nachdenken zu müssen – weil er keine hat. “Die, Nazi scum” ist moralisch nämlich nicht besser als “tötet alle Moslems”. Falls ihr das anders seht: Stellt euch vor, ihr wärt ein Nazi-Moslem, und wie dann eure Meinung dazu wäre.

So schützt man diejenigen, bei denen gerade kein Argument zu ihrem Vorteil erkennbar ist.

In Saschas Fall die Antifa. Wissen wir.

Auf diese Weise tut Trump, als sei in Charlottesville gar nicht “Alt Right” gegen die normale amerikanische Bevölkerung aufgetreten – sondern rechte Aktivisten gegen linke Aktivisten.

Ich bezweifle sehr stark, dass die “normale amerikanische Bevölkerung” etwas gegen freie, friedliche Versammlungen hat oder es toll findet, Leute davon abzuhalten. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Amerikaner da sogar so liberal, dass sie das auch noch dem letzten Abschaum zugestehen.

Was Lobo hier macht ist übrigens eine Erweiterung (Kunstgriff #1, den lieben Feministen und Linke gleichermaßen, weil Schopenhauer ab #2 nicht ganz so einfach zu verstehen ist) – niemand, auch nicht Trump, hat irgendwas gegen die normale amerikanische Bevölkerung. Es geht gegen linke Chaoten – wie die, die überall freizügig Autos anzünden. Das sind keine normalen Leute. Das sind Terroristen. Um die geht es. Thema, Sascha, Thema.

Ganz ähnlich tun die Neonazis von “Alt Right” schon so, als seien nicht normale Bürgerinnen und Bürger gegen sie, sondern nur komische Linksradikale.

Wie wir oben gesehen haben, werden die einfachen Bürger* schlicht zur Seite geschoben, wenn sie im Weg stehen. Ich bin mir recht sicher, dass niemand das Recht hat, blöd im Weg zu stehen, und finde zur Seite schieben in Ordnung. Ist auch niemandem was passiert, wie die Augenzeugen sagen.

Erinnern wir uns oben an unzulässige Isolation zurück? Wenn “normale Bürger” sich mit den “komischen Linksradikalen” gemein machen, könnte man sie nach seiner (Nicht-) Logik auch einfach in den gleichen Topf werfen, wie das Sascha mit durchgeknallten Neonazi-KKKlern und Opa Herbert, der gerne Civil War Reenactment macht, tut. Ganz fein, Sascha, ganz fein.

Wie mich das ankotzt, wenn dumme Leute intellektuell tun. Ich lasse mal den blöden Strohmann der nächsten Seite im Originaltext aus, Sascha wird wohl nach Worten, nicht nach Inhalt bezahlt. Mir tut das in letzter Zeit für meine Leser leid, weil meine Posts dann so furchtbar lang werden, aber ich kann wirklich nichts für unendlich lange Vorlagen, die vor Unsinn nur so strotzen.

Die Strategie der Neonazis von “Alt Right” ist, die Ablehnung ihrer extremistischen, menschenfeindlichen Positionen als ebenfalls extremistisch darzustellen.

Ich halte es nicht für extremistisch, sondern für widerlich, Opa Herbert als Neonazi darzustellen. Aber wenn ihr wollt: “Tötet Gruppe X” ist in jedem Fall extremistisch. Kein Punkt für dich, Sascha.

Trump betont im Verlauf der Pressekonferenz die Gewalttätigkeit der “Alt Left”, während er die rechtsextremistischen Demonstranten eher in Schutz nimmt: Es habe dort auch “bad people” gegeben, aber die meisten hätten “unschuldig protestiert” und seien “fine people”. Dieses Diskussionsmuster gehört zu den boshaftesten, denn völlig unabhängig von eventueller Gewalt durch Gegendemonstranten gab es ein Mordattentat durch die Rechtsextremen auf eine friedlich protestierende Frau.

Whataboutism, Sascha, Whataboutism. Sammal. Du kannst doch nicht extra einen frei ausgedachten Begriff als Pseudo-Argument gegen deinen Gegner anführen, und dann selbst genau das gleiche machen? Ich meine, für wie doof hältst du deine Leser? Wie blöde Antifanten?

Oh.

Okay, Sachebene: Wieso ist das jetzt “völlig unabhängig”? Wieso sind die gewalttätigen Gegendemonstraten nur “eventuell”? Ich meine, die sind mit Baseballschlägern auf Leute losgegangen, da gibt es fucking Videos. Das ist eine der boshaftesten Diskussionsstrategien… ach, Moment, das kennst du als Linker natürlich in- und auswendig.

Wenn man diesen essenziellen Niveau-Unterschied verschweigt

Den essenziellen Niveau-Unterschied zwischen Leuten, die friedlich demonstrieren wollen und Leuten, die das mit Gewalt verhindern wollen, verschweigt hier übrigens Sascha.

ist das eine absichtsvolle Verharmlosung eines terroristischen Mordes. […] Dann steigert er die Schuldverteilung noch: “Es gab eine Gruppe auf der einen Seite, Sie können sie ‘die Linken’ nennen […], die kam und griff die andere Gruppe gewalttätig an.” Damit verschiebt Trump die Verantwortung auf die Gegendemonstranten.

Könnten wir bitte nicht so voreilig von terroristischen Morden sprechen? Ich meine, nur weil irgendwer “Allahu Akbar”-brüllend mit automatischen Waffen um sich schießt, ist das doch auch (wirklich!) noch lange kein terroristischer Anschlag.

Und inwiefern tut Trump das – also, “die Verantwortung verschieben” – jetzt mal außerhalb von Saschas Fantasie? Dürfen wir nicht über gewalttätige Linke reden, weil da eine Frau gestorben ist? Können wir das denn, nachdem wir den jungen Mann frittiert haben? Ich meine, das wäre es ihm sicher wert, wenn er denn wirklich ein anständiger Nazi ist. Die muslimischen Terroristen machen das schließlich auch…?

Ah – ne, können wir sicher nicht. Weil es ja sein könnte, dass irgendeine Bushaltestelle noch von Opa Herbert benutzt wird, daher muss die vorsorglich angezündet werden. Linke “Logik”.

Es geht um keine Demonstrationserlaubnis, sondern um Mord Der Eindruck, den Trump hier erwecken möchte, findet sich in Onlinediskussionen in großer Regelmäßigkeit: Die Betonung der Rechtsstaatlichkeit genau dort, wo sie legitimierend erscheint.

Wenn Dummheit sich irgendwie körperlich äußern würde, hätte Sascha sicher knallrote Haare. “Whataboutism” einführen und dann nur und ausschließlich das als “Argument” benutzen ist quasi der Superlativ von dumm.

Abgesehen davon sind es die Linken, die sofort nach dem Rechtsstaat schreien, sobald sie mal wegen irgendwas verhaftet werden. Unschuldsvermutung und so, deswegen sehen sie ja aus wie IS-Terroristen. Sowas haben Nazis, und das muss man ihnen zugute halten, nicht gemacht – die standen wenigstens zu dem, was sie machten. Das machte es dann auch ex post einfacher, sie für ihre Verbrechen zu hängen. Bei den Linken ist das immer schwieriger, siehe: Alle linken Diktatoren, z.B. Honecker.

Trump dagegen hebt mehrfach hervor, dass die Neonazi-Demo rechtskonform gewesen sei und die der Gegner nicht.

Und von grundlegenden Menschenrechten getragen, möchte ich nochmal betonen. Magst du Menschenrechte nicht, Sascha? Sollte der Rechtsstaat – und Trump als oberste Instanz dieses Rechtsstaats – nicht dafür einstehen? Komm, bring billige Ablenkungsmanöver, du kennst den Schopenhauer ja auswendig:

Die Mehrheit der Neonazis mit Fackeln, Hitlergrüßen, antisemitischen Gesängen und einem terroristischen Mord

Die Mehrheit mit … einem Mord.

Wie Schopenhauer diese Argumentationsstrategie wohl genannt hätte? Argumentum ad Vollidiotum?

Fast möchte man Mitleid bekommen mit den armen Nazis und der für sie so wichtigen Statue.

Und ihren fucking Menschenrechten. Aber hey, Scheiß auf Menschenrechte. Sind ja nur Juden Neger Nazis.


Disclaimer: Ich bin mir recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Neonazis und White Supremacists und den verbundenen Abschaum in Gulags stecken würde.

Ich bin mir aber auch recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Kommunisten, Sozialschmarotzer, Berufskriminelle und den verbundenen Abschaum in Konzentrationslager stecken würde.

Und so sehr ich beides grundsätzlich befürworte, bin ich gegen beides. Ich bin ein Kind der Zeit, wo man noch ohne Helm Fahrrad fahren , nachts am Bahnhof nur in einer Ecke Drogen kaufen konnte, mit 16 noch nicht Vater war, Mädchen noch Mädchen und Jungs noch Jungs waren – ja, und Homos Homos, ‘türlich, aber die Welt war mal gut so, wie sie war, ohne dass es eines von beidem gebraucht hätte. Irgendwie traurig.

Du kannst als religiöser Fanatiker keinen an der Waffel haben

Irritiert Euch die Überschrift auch? Also, seht Ihr da auch eigentlich keinen Widerspruch? Nun, zumindest ging es mir so, als ich bei EditionF (die, die alle weißen Männer ausrotten wollen) den neuesten feministischen Unsinn einer Menerva Hammad gelesen habe. Also, allein die Überschrift. Menerva hat in ihrem Namen kein “i” bekommen, weil das 300 Mark extra gekostet hätte,  und ist aus Protest gegen das frauenunterdrückende Patriarchat Feministin geworden. Das passt auch zu ihrer Selbstbeschreibung als faul und widerlich.

Da Menerva irgendwie Wurzeln in Ägypten hat, ist sie nicht nur psychisch gestört Feministin, sondern auch Muslima. Da beides, Moslems und Feministen, richtig, wichtig und gut sind, erklärt uns Menerva auf zig Internetportalen für Bekloppte (z.B. hier bei der HuffPo), warum man sehr wohl Feministin und Muslima sein kann.

Für die Eiligen, tl;dr: Klar muss man etwas geistig beschränkt und solipsistisch sein, um heutzutage Feministin zu werden, da kann man auch ruhig nicht nur die Realität, sondern auch eine Religion nicht verstehen.

Aber von Anfang an:

Feminismus und Kopftuch passen nicht zusammen?

Das kann man so oder so betrachten. Ein beliebiges Kopftuch mit Sicherheit nicht, man kann sich als Feministin ja auch getrickte Muschi-Mützen aufsetzen. Damit macht man sich halt lächerlich, aber davon wird man nicht weniger feministisch, eher im Gegenteil. Nun hat das Kopftuch im Islam aber eine Bedeutung, aber dazu kommen wir später noch.

[…] „Na, wie sind Musliminnen denn sonst so?” [bla] „Lass´ mich raten: Bombenlegerinnen, die im Namen Gottes andere terrorisieren und keine eigene Meinung haben?

Das Kopftuch im Islam drückt, kurz gefasst, nur aus, dass die Frau keine Hure ist. Boah, wie ich es hasse, Leuten ihre eigene Religion erklären zu müssen.

Da es aber nun – also, jetzt außerhalb des Islam – nicht wirklich üblich ist, alle Frauen ohne Kopftuch als Prostituierte zu sehen,  ist das natürlich eine Kontextfrage, von daher verallgemeinern wir das: Das Tragen eines Kopftuchs durch eine Muslima signalisiert “ich bin eine anständige Frau nach den Regeln des Koran”.

Verklemmte Weiber, die die eigene Sexualität vergraben, um irgendeinen Haberer voll und ganz zu befriedigen, während sie auf alles Schöne im Leben verzichten und ihre Haare mit 35 Lappen verstecken?

Ich bin mir relativ sicher, dass im Koran steht, dass man seine Frauen (a) ordentlich durchzuficken und (b) angemessen mit Annehmlichkeiten zu versorgen hat. Aber ich hatte ja schon vorausgeschickt, dass Menerva ihre Religion nicht verstanden hat.

„Komplimente” wie „Du bist aber emanzipiert für eine Muslima”, und „Du bist aber fesch für eine Schwarze”, sind schlicht wüste Beleidigungen.

Also, ich kann schwarzen Frauen in der Regel überhaupt nichts abgewinnen, aber wenn ich mal eine hübsch finde und ihr sagen würde, dass sie gut aussieht, ist das eine – Beleidigung? Weil?

So, als würde ich sagen: „Du bist aber gescheit, für eine Blondine”, oder „Du hast aber eine tolle Figur für eine Mutter”, etc.

Ah, wegen der inhärenten Relativierung. Die wohlgemerkt der Hörer da reininterpretiert, das muss derjenige, der das sagt, nicht so gemeint haben. Aber gut, Menerva sagt ja von sich selbst, dass sie widerlich ist, von daher verwundert das nicht. Das ist übrigens eine Frage des kulturellen Kontexts, aber das ginge jetzt zu weit, denn das meint Menerva gar nicht, sondern:

Das sind keine Komplimente, sondern Andeutungen, dass du in einer beschissenen Gruppe die tollste Ausnahme bist.

Also versteht sie es tatsächlich positiv. Sie beschwert sich nur über das Urteil über die Gruppe. Mei. Identitätspolitik, das ist dem Feminismus inhärent. Dumm. Davon finde ich Negerinnen immer noch nicht hübscher, und – naja, ich kenne jetzt keine, die ich so richtig toll finde… aber theoretisch…

[…] Wenn ein Wahnsinniger Leute niedersticht, dann tut er das auch, weil er ein Muslim ist.

Das kommt darauf an, ob es ein muslimischer Wahnsinniger ist, oder? Ich meine, wenn jetzt eine (wahnsinnige, aber das ist ein Pleonasmus) Feministin auf Andy Warhol schießt, liegt das eher am Feminismus als am Islam – oder? Schön, dass Menerva gleich zwei wahnsinnigen Mörder-Ideologien anhängt.

Und sollte er, wie in Hamburg, von anderen Männern aufgehalten werden, die zufälligerweise selber Muslime sind, dann konzentriert man sich NUR auf den Täter – die Zivilcourage hat plötzlich keinen Wert mehr.

Die Medienberichterstattung sah da vollkommen anders aus, aber hey, Realität und Feminismus passen ja sowieso nicht so gut zusammen. Gewundert hat mich das nicht – die meisten Muslime (in säkularen Ländern) sind anständige Leute. Das wundert eine Feministin natürlich, aber die hassen ja auch grundsätzlich alle Männer. Die zählen aber auch nicht zu den anständigen Leuten – also, die Feministinnen.

Wir leben im Jahr 2017

Noch vier Monate. Danach wird dieses “Argument” wirklich, wirklich blöd klingen.

und immer noch bestimmen andere Leute für Frauen, was sie anziehen sollten und was eben nicht – alles unter dem Deckmantel der „wahren” Freiheit natürlich.

Wie zum Beispiel der Prophet Allahs, Mohammed, der fand, Frauen haben ein Kopftuch zu tragen?

Würde sich mein Gedankengut ändern, wenn ich mein Kopftuch ablege?

Falsche Kausalität: Du würdest Dein Kopftuch nicht abnehmen können, wenn Du eine streng gläubige Muslima wärst. Du hast nur die eine oder die andere Option. Aber das verstehst du nicht, gell?

Hätte ich eine andere Einstellung?

Nunja, momentan siehst Du halt offensichtlich aus, als wärst du eine gläubige Muslima. Ohne Kopftuch sähst du aus wie jede andere moppelige Frau auch. Aber nachdem du findest, dass das eine Option ist, ist deine aktuelle  Einstellung sowieso bigott. Ohne Kopftuch wärst du vielleicht immer noch bigott. Aber es wäre nicht mehr so offensichtlich.

Wäre ich denn plötzlich integrierter

Hmmm… wenn ich in China aussehen würde wie ein Chinese, wäre ich dann integrierter? Oder würden mich Leute auf einem ländlichen, nicht-touristischen Gebiet immer noch anschauen, als wäre ich ein Exponat im Zoo? Lass mal überlegen – ja.

Nein.

Dooooooch.

Ich fühle mich aber mit Kopftuch einfach wohler. Einfach mehr ich. Ich lasse mir in mein Wohlgefühl nicht reinreden. Ich sage dir auch nicht, was du zu tragen hast und was nicht.

Du kannst doch tragen, was du willst?

Für mich ist das Kopftuch nicht nur ein religiöses Symbol

… sondern auch praktisch beim Cabrio-fahren?

sondern ein Stück Identität, Herkunft und mit dem Wissen, ich kann es ablegen wenn mir danach ist, ist es für mich eine Option, aber kein Zwang.

Hey, mirwegen machst du, was du willst. Dein Prophet sagt da was anderes. Die islamische Hölle heißt Dschahannam.

Ich kann und darf entscheiden – jedenfalls theoretisch, denn passt meine Entscheidung dir nicht, dann steckst du mich in eine bestimmte Schublade.

Mei – natürlich nehme ich an, dass eine Frau mit Hijab eine eher konservative Muslima ist, was ich übrigens respektieren kann. Dich nicht, du bist eine bigotte Kuh. Ich tue das also keineswegs endgültig. Das tun nur Rassisten, Sexisten  und Feministen, aber das ist ja heutzutage eigentlich das Gleiche.

Schließt das die Tatsache aus, dass es vielen Frauen aufgezwungen wird? Nein! […] Diesen Frauen gehört natürlich geholfen!

Wofür Menerva das Mittel wählt, einen Artikel darüber zu schreiben, wie toll Kopftücher für möchtegern-Muslimas sind. Weil Bigotterie Feminismus, fuck yeah!

Warum eine Frau sich für das Kopftuch entscheidet, muss nicht immer religiös sein.

Wie erwähnt, mit langen Haaren und einem Cabrio ist das sehr praktisch. Oder wenn man im Iran ist und nicht ausgepeitscht werden will. Oder die blaue Moschee in Istanbul besucht und nicht wie ein fucking respektloser Mallorca-Tourist wirken will. Also, zum Beispiel aus Respekt für andere Kulturen, nehmen wir mal Male, wo für die Einheimischen die Scharia gilt. Da kannst Du als Touristin natürlich im Bikini rumlaufen, aber die Leute werden halt einen entsprechenden Eindruck von dir haben.

Oh, Moment – so wie hier, wenn du mit einem Kopftuch rumläufst.

Deine Entscheidung. Wie du sagst. Aber du hast durchaus Verantwortung dafür, wie du in fremden Kulturen wahrgenommen wirst. DU!

Und ist die Religion der Grund für die Entscheidung, dann können wir den Grad der Religiösität nicht messen – wie auch?

Zum Beispiel daran, in welchem Maß man sich an die Vorschriften, die die Religion macht, hält? Ist das jetzt wirklich ein schwieriger Gedanke?

Ich kenne streng gläubige Musliminnen, die kein Kopftuch tragen und mich schief anschauen, wenn ich einen perversen Witz reiße

Ich wusste nicht, dass der Islam Witze verbietet. Verwechselt da jemand den Islam mit Feminismus?

Und wo hört denn “streng gläubig” auf? Ich meine, ich kenne (nominale) Muslime, die nach Spaghetti Carbonara und zwei Flaschen Raki noch ihr Salāt durchführen, aber die sind halt in etwa so muslimisch wie ich christlich – nicht sonderlich. Aber das (reformierte) Christentum ist da auch nicht so streng… wie der Islam.

Lasst euch nicht von Äußerlichkeiten und Labels ablenken, damit macht ihr es euch viel zu leicht.

Jaja, ich habe es ja schon verstanden: Nicht alle Kopftuchmädchen sind anständige, konservative Muslimas. Es gibt auch blöde, bigotte Schlampen, die Kopftücher tragen. Fühlst du dich jetzt besser?

Und wann hat uns Hass in der Geschichte jemals weitergebracht?

Meinst du mit “uns” die Muslime im Allgemeinen? Dann zum Beispiel 1453 bei der Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmed II. Aus Nächstenliebe hat der das sicher nicht gemacht – denke ich zumindest.

Wieso versuchen wir es nicht mit Zusammenhalt und gesunder menschlicher Neugier?

Mit “wir” meint eine Feministin natürlich “alle außer mir”. Was dann auch schon das Problem ist.

Wieso klopfen wir nicht beim türkischen Nachbarn an und fragen nach einem Teller Baklava?

Weil wir in Deutschland (leider) eine vergleichsweise widerliche Kultur haben, wo man sich vielleicht mal bei den Nachbarn etwas leiht. Und da alle Medien erzählen, dass alle Deutschen wiederliche Neonazis sind, gibt es da von Seiten der Muslime gewisse, aus meiner Sicht verständliche Vorbehalte, einfach mal muslimische Gastfreundschaft zu zeigen. Dass das Deutsche von sich aus machen passiert eher, als dass Christen nach Mekka eingeladen werden. Ah, da war ja was.

Aber ich werde daran denken, mir bei meinem nächsten Besuch in Wien bei dir einen Teller Baklava abzuholen, Menerva. Ich hoffe, du kannst das wenigstens halbwegs, so als Feministin und so. Wobei – vielleicht lieber nicht.

Jede Art von Zwang, vor allem dann, wenn es um den weiblichen Körper geht, muss bekämpft werden, [bla]  Bevormundung durch Frauen [bla] White Privilege [bla] Leiste deinen Teil doch anders, indem du nicht über „DIE” Muslima urteilst, weil du ein oder zwei Verse im Koran gelesen hast und dich dadurch in deiner Weiblichkeit attackiert gefühlt hast.

Süß. Feministen, die Frauen keine Kleidungsvorschriften machen wollen sollen dürfen, machen Meinungsvorschriften. Yay, da dreht der Hamster durch.

Der Koran sowie alle anderen Religionsbücher, lesen sich nämlich ziemlich ähnlich und das Kopftuch ist keine Erfindung des Islam.

Sagt das irgendwer? Ist das irgendein Punkt? Existiert eine andere Religion, in der das Kopftuch eine ähnliche Bedeutung hat, die heute noch jemand ernst nimmt?

Also, wie zum Beispiel im Islam, wo das Kopftuch – und weite Kleidung etc.pp. die Frauen vor den lüsternen, notgeilen Männern, die sonst unbeherrscht über sie herfallen, schützen soll? Ich meine, das ist ja nun total antiquiert und so, fragt mal die Frauen von der Kölner Silvesternacht, solche Leute gibt es ja gar nicht – also, außer in (/aus) muslimischen Ländern, aber das hat natürlich nichts mit dem Koran zu tun. Sondern mit den Leuten, für die er geschrieben wurde. Ah, Moment, das ist jetzt total – mei, kulturrassistisch, aber es macht schon irgendwie Sinn, oder? Ich sage übrigens nicht, was da Ursache und Wirkung ist, von daher mache mir bitte keiner einen Vorwurf, ich sei kulturrassistisch. Kann auch der Koran sein.

Es sind auch nicht Religionen daran schuld, dass Menschen einander bekämpfen, oder in die Luft jagen

Diese Aussage ist als Christ, deren Prophet sich immerhin (angeblich) für die Menschheit widerstandslos hat ermorden lassen, sehr viel leichter zu machen als als Moslem, deren Prophet ein pädophiler Massenmörder war. Aber da kommt sicher ein Argument?

sondern Menschen selbst entscheiden sich dazu- oder dagegen.

Wie – Mohammed?!

Mit einem Messer kann ich einen Obstsalat schneiden, oder aber jemanden umbringen.

Theoretisch sicher, aber rein praktisch ist letzteres mit meinem türkischen 18-cm-Obstmesser sehr viel leichter als mit meinem deutschen 6-cm-Obstmesser.

Nicht das Messer entscheidet, sondern ich.

Das widerspricht mir jetzt aber etwas, oder?

Ich alleine wache jeden Tag auf und entscheide mich dazu, ob ich nun ein Arschloch sein möchte oder nicht.

“Arschloch-sein” ist nicht dein Problem, Menerva.

eine Anekdote dazu, was passieren kann, wenn du aufgrund anderer dein Kopftuch abnimmst. […] eine Freundin […] Marketingabteilung […] Eines Tages rief der Boss meiner Freundin sie zu einem Gespräch und erklärte ihr, dass er in einer Entscheidung zwischen ihr und ihrer Kollegin schwankt. […] Es würde ihm aber helfen, würde sie das Kopftuch abnehmen, denn er wolle seine Marketingbeauftragte „herzeigen” können […]

Sie […] ging ohne Kopftuch zur Arbeit. Wochen später wurde die neue Abteilungsleiterin der Marketingabteilung ernannt – es war die andere. Als meine Freundin ihren Chef zu Rede stellte, sagte er: „Ich habe nie gesagt, Sie müssen es ablegen und Ihnen auch keine Stelle versprochen. Aber hätte ich vorher gewusst, dass Sie so leicht auf Ihre Prinzipien verzichten würden, hätte ich das früher gesagt.”

Ochi. Leute, die vorgeben, Prinzipien zu haben, aber eigentlich nur bigotte Egoisten sind, mag keiner?

Das ist natürlich hart für Feministen.

„Aber Menerva, du unterstützt mit dem Kopftuch eine Ideologie, die frauenfeindlich ist.”

Ja zerfleischt euch doch ruhig untereinander, ihr blöden Feministen.

„Und wen unterstützt du? Michael Kors?

Macht Michael Kors Frauen Vorschriften, wie sie sich sozial zu verhalten haben, so wie Mohammed? Ja? Welche? Wie? Bekommt man im Jenseits 72 Jungfrauen, wenn man eine gefälschte Michael-Kors-Tasche verbrennt?

Diese von euch kritisierte Ideologie ist die einzige, die uns Frauen erlaubt, uns scheiden zu lassen und uns mit den Männern gleichstellt.

Feministen, die Gleichstellung… oh, Moment:

[der Koran] stellt die Frau vor Gott auf gleiche Ebene mit dem Mann

Tun das andere Religionen wirklich nicht? Egal, wichtiger: Wem nützt das was – im Diesseits, also, in der Realität? Und – kommen Männer auch ins Dschahannam, wenn sie kein Kopftuch tragen? Eher nicht, oder? Ich bin aber jetzt auch kein Islamwissenschaftler wie

Angelika Neuwirth, die Folgendes im Bezug auf Frauenrechte im Koran sagt (ihre Forschung ist darauf fokussiert):

„Natürlich ist der Koran kein Nachschlagwerk für soziales Verhalten.

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass Frau Neuwirth den Sinn religiöser Texte nicht verstanden hat. Die sind sämtlich und natürlich Nachschlagwerke für soziales Verhalten. Dafuq?

Es gibt nicht nur muslimische, sondern auch christliche und jüdische Feministinnen, die gläubig in der Religion und feministisch im Leben sind.

Jaja, es gibt viele bigotte Frauen. Die nennt man Feministinnen. Gibt es, wie Krebs, überall. Und?

Ich muss nicht verstehen, wieso, wer wie lebt, aber ich muss es respektieren. […] Es hat mit meiner Weltanschauung nicht viel zu tun, ABER solang es wen anderen glücklich macht, wieso nicht?!

Da muss ich echt laaaange nachdenken. Ich meine, ehrlich, was genau spricht denn dagegen, Andersdenkende in Gulags zu vernichten? Juden zu vergasen? Neger zu lynchen? Ungläubige im Jihad umzubrigen? Sich jesidische Sexsklavinnen zu halten? Ich meine ja nur – solange es die Leute glücklich macht…

Falls es jemanden wirklich interessiert, wie gläubige Feministinnen argumentieren, dem empfehle ich das Buch „Faithfully Feminist” aus der Serie „I speak for myself”.

Ich werde das sicher nicht lesen, aber ich gehe mal nach sechs Jahren intensiver Beschäftigung mit Feminismus davon aus, dass die Argumente auf Menervas Nivau sind. Und ich habe ein besseres Argument in 0,5 Sekunden, wenn es darum geht, warum man sich Menerva nicht als Sexsklavin halten sollte: Sie nervt.

Wieso setzen wir uns nicht gemeinsam für Gleichberechtigung beim Lohn ein?

Du arbeitest überhaupt nicht, Menerva. Das könnte ein Grund dafür sein, warum du das nicht machst.

Wieso wird das von vielen einfach hingenommen?

Was? Gleichberechtigung beim Lohn? Habt ihr verdammt nochmal schon. 

Wieso wird die maskuline Überlegenheit hier so oft nicht kommentiert

Ich nehme an, Menerva wurde beim Schreiben langsam müde, sonst würde sie nicht schreiben, dass Männer Frauen überlegen sind. Das konterkariert zwar alles, wofür Feminismus jemals stand, aber hey- heute ist Feminismus sowieso nur noch ein Synonym für idiotische Inkonsistenz, Bigotterie und soziopathischen Solipsismus.

Ich kann selbst bestimmen, ob ich heute nackt, oder eben mit Kopftuch auf die Straße gehe.

Nein, das kannst du nicht. Im – säkularen – Westen bekommst du da 5,50 Ordnungsgeld und ein Pfuipfui wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, in anderen – muslimischen – Ländern eine gemütliche Steinigung. Das hat aber mehr etwas mit gesellschaftlichen Konventionen zu tun als mit Frauenrechten.

Nacktheit ist schön, natürlich und kein Gegensatz zum Kopftuch

Kopftücher sind natürlich?

denn auch jede Kopftuchträgerin […] wurde, wie alle anderen Menschen, nackt geboren

Ja – aber nicht mit einem fucking Kopftuch. Werden Frauengehirne, die ja eh schon vergleichsweise klein sind, vielleicht wegen der vielen Hitze unter einem Kopftuch irgendwie gegart oder so?

Wir sind uns ähnlicher als wir denken und es wäre schön, wenn wir einiges teilen könnten, auch dann, wenn wir nicht über alle Themen gleich denken.

Freilich werde ich mir meine jesidische Sexsklavin mit dir teilen, du apostatische Psychopathin.

Ist der Feminismus nicht das Ziel und das seelische Zuhause für ALLE Frauen?

Ne – nur für die gestörten Schlampen.

Unabhängig von Religion, Hautfarbe, Herkunft und Sexualität

😉

Die positiven Seiten fehlender psychischer Krankheit

Eine frustrierte, feministische Kampflesbe – ich muss mich an dieser Stelle bei der Twitter-Nutzerin @FinalJudgement bedanken, die mich geblockt hat (das habe ich in fucking zwei Jahren nicht geschafft) hat einen doofen Artikel geschrieben. Soweit, so wenig berichtenswert, aber ich habe gerade wirklich Lust, ihn zu lesen – dass kann ich ja nun mit Ariane FinalJudgements misandrischen Tweets nicht mehr, von daher brauche ich meine tägliche Portion Männerhass halt noch. Theoretisch – praktisch reicht natürlich auch Hass auf normale Menschen:

10 Examples of Straight Privilege

Freilich, das kommt von everydaylunacy, es kann also nur gut werden.

In spite of increasing acceptance and support for queer people,

Hmmm… das ist schon wieder diese blöde Akzeptanz-Toleranz-Vermischung, und das im ersten Satz. Die Frage ist da immer, wo die Grenze ist – finde ich es toll, in einer Schwulenbar angesprochen zu werden? Klar, in jedem Mann steckt eine solipsistische Frau. Finde ich das toll? Eher nicht. Unterstütze ich das? Sicher nicht.

… we still live in a society that affords heterosexual individuals more rights, power, and freedom.

Ich behaupte mal, dass nicht ein einziger Punkt davon irgendwie auch nur annähernd gezeigt – oder gar belegt – werden wird.

Straight people might not consciously think about or acknowledge it, but straight privilege influences everything – from their daily lives to their career goals.

Meine Karriereziele waren, mir 30 Millionär und Doktor zu sein. Hat zur Hälfte geklappt. Warum sollten Schwule andere Karriereziele haben? Ich meine, klar, Frisör oder so ist ein total schwules Karriereziel, aber mein neuer Friseur ist total Hetero (und besser als der letzte, schwule, der laberte nur Mist die ganze Zeit, da könnte ich gleich zu einer Frau gehen…) – das ist also mal sicher kein Punkt.

1. Your Orientation Is Naturalized from Birth

Joaaaaah… das ist ein Punkt. Ich verstehe aber die Relevanz nicht, weil “Homosexualität” und “Geburt” sich so ziemlich 100% der Menschheitsgeschichte ausgeschlossen haben….?

One day while I was shopping, I was simultaneously repulsed and amused to find baby onesies that said things like “Ladies Man” and “Lock Up Your Daughters.”

Mein Patenkind hat einen ganz tollen, rosanen Strampler mit Fußballclub-Logo drauf. Ist ein Mädchen. Und?

Putting aside the obvious gross misogyny

“Offensichtlich” und “heftig” hinzuschreiben macht etwas nicht offensichtlich oder heftig.

I couldn’t believe how early people jump at the chance to shoehorn their children into heterosexual narratives.

Ah. Kleidung zwängt also Kinder in Narrative. Dumm zwar, dass die das nicht, aber wirklich gar nicht, mitbekommen – aber hey, Fakten würde ja das dümmliche Homo-Narrativ zerstören – oder?

A similar phenomenon occurs whenever baby boys smile at me in the grocery store. Their mothers will say something like “Look at how he’s flirting with you!” Ma’am, your son barely has a grasp of object permanence, so I doubt he knows what a girl is.

Und der fucking dritte Satz im Artikel, bis die Autorin ihr eigenes Narrativ ad absurdum führt. Ist Homosexualität jetzt keine ICD-Geisteskrankheit mehr, weil die wollen, dass es als geistige Behinderung anerkannt wird? Das ist doch blöd – ich kenne zwar persönlich wenige Schwule, aber die sind allesamt nicht doof. Vielleicht ist das so ein Lesben-Problem?

Heteronormativity is established before kids are even out of diapers.

Jaja, das ist deine Prämisse. Sie nochmal fett in den Artikel zu schreiben hilft aber nicht dabei, sie rüberzubringen – also, bei nicht-dummen Lesern. Vollkommen unabhängig von ihrem Homo-Status, übrigens.

Although it’s annoying and borderline creepy, it gives straight people an easy template for romance.

?!

When a boy has a crush on a girl or vice versa, they don’t have to [bla]. Their attraction to another gender is already anticipated and expected.

Joah… wenn das bei ihren Eltern nicht so gewesen wäre, wären sie ja nun nicht auf der Welt. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

2. You Don’t Have to Come Out

Building off of #1,

… der ja nun mal vollkommener Unsinn war…

you don’t have to announce your heterosexuality to the world.

Das muss man mit seiner Homosexualität auch nicht. Ich habe vier Jahre mit einem Schwulen zusammengearbeitet, ohne das zu wissen. Weiß ich erst seit seiner Hochzeit.

Very few parents are going to be surprised or angry that their child is straight.

Ach. Kinder. Siehe oben.

People that you’re sexually compatible with are still going to be readily available without having to confirm that you’re both straight.

Über die “readily availability” von Frauen können wir aber mal eine Runde reden, oder? So einfach ist das nämlich nicht…

And if you’re thinking, “Queer people only have to come out once! [bla]

Nein, denke ich nicht. Hatte ich auch schon vorher abgehandelt: Müssen sie mirwegen gar nicht.

Next time you go to Thanksgiving dinner or score a date or make a friend, be grateful you don’t have to discuss and defend your sexual identity.

Ich weiß nicht, warum die ganzen Jammerfrauen nur so widerliche Verwandt- und Bekanntschaften haben. Klar, ich bin dankbar für nette Familien, aber kommt – das ist kein Homo-Problem, das ist ein Verwandtschafts-Problem. Meine Schwiegermutter ist entsetzlich und mein Schwager schwul, aber das hat wirklich nichts miteinander zu tun.

3. You Don’t Have to Justify Your Identity or the Legitimacy of Your Orientation

Joah – sprich für dich selbst? Warum findest du das? WTF?

No one is going to insist that heterosexuality is just a phase.

Natürlich nicht, wegen Fortpflanzung und so. Zum Dritten. Und fairerweise denke ich auch von meinem Schwager, dass er halt Männer nimmt, weil er halt Null Chancen bei Frauen hat – hat er probiert, fand er toll, und das war dann so ein progressives bi -> homo, aber das ist doch seine Sache?!

Heterosexuality is already legitimate in that it’s backed by centuries of sociocultural dominance and political laws.

Und – Kinder. Ja, Kinder. Du vergisst schon wieder den zentralen Punkt – absichtlich. Das ist nichtmal Sophismus, das ist blöde.

You can move through the world with your orientation and lifestyle unquestioned.

Werd du erst mal Ende 30 und hab keine Kinder. Oder hab welche. Fick dich doch.

4. Your Right to Get Married is Never Questioned

Das Recht des Gutsherren, in der Hochzeitsnacht deine Frau zu vögeln, war das auch nicht. Möchtest du dich vielleicht bei einer anderen Gruppe beschweren?

5. […] It might be unsettling to hear this in 2015, but you can still be fired for being queer in the majority of states.

Das ist USA. Da kann man Leute auch vollkommen ohne Grund entlassen, two weeks notice. ?!

6. You Don’t Have to Fear Violence Because of Your Orientation

Sagen Leute, die nie mit der Schwester vom Jawid gebumst haben, gell? Eben. Dachte ich mir.

7. You Don’t Have to Worry About Losing Your Family, Friends, or Financial Support as a Result of Revealing Your Sexuality

Ich bin mir recht sicher, dass meine Mutter genauso wenig von meinen sexuellen Vorlieben wissen will wie ich von ihren. Und bei meinen Freunden halte ich das ähnlich. Vielleicht ist das das Problem?

In more extreme cases, parents will stop paying their child’s college tuition or kick them out of the house. In fact, 40% of homeless youth are queer and trans kids.

… wo natürlich die Richtung der Kausalität zu klären wäre. Oder die Existenz einer Kausalität. Das ist also wieder mal gar keine Aussage.

Sure, sexuality can create some messy situations no matter who you like, but straight kids probably aren’t going to lose the roof over their heads if they get caught with their significant other.

Sagt jemand, der nie Sex mit der neuen Freundin seines Vaters hatte.

8. You Have Ample (And Fairly Accurate) Media Representation

Ernsthaft jetzt? Alle fucking Filme und Serien sind voll mit LMNOP-Menschen, und zwar weit über ihrem Anteil in der Realität.

From dewy Disney fantasies to awkward coming-of-age tales and zany romcoms, the heterosexual couple is a bedrock of our culture.

Civilization. Du meinst nicht nur Kultur, sondern die gesamte Zivilisation. Siehe oben: Kinder. Geht nicht in Homo. Ach.

Diversity might be increasing, but even as queer characters start to get bona fide love stories, there are still subtle codes that reinforce the implication that we’re always a little bit less than worthy of true fulfillment.

Will halt keiner gucken?!

Remember that rosy coming-of-age story? Replace it with homophobic and/or religious parents, a deeply closeted lover, and a heaping helping of self-loathing. Lighthearted or nonchalant stories of sexual self-discovery are few and far between.

Das sind ziemlich genau deine Punkte 2, 3, 4, 6 und 7. Wenn ihr nicht mehr Stories habtwas wollt ihr denn dann?

If you’re a lesbian, put simply, you’re always crying or dying. Writers have a nasty habit of killing them off as part of some half-assed, poorly executed social commentary – in subtext, of course!

Wenn das jetzt eine Literaturkritik sein soll – schreibt was besseres. Als Gesellschaftskritik frage ich mich gerade, warum wir die Lesben nicht einfach umbringen – wegen ihrer gehaltvollen Artikel kann das ja nun nicht sein.

Ah –  Pornos!

Let’s just say I look forward to the day when every channel plays reruns of a cheesy sitcom about your average American same-sex couple and their quirky kids who get into too many shenanigans.

Ich denke, dass das fairerweise etwa 40.000 Jahre nach dem Zeitpunkt stattfinden sollte, ab dem heterosexuelle in diesen “Genuss” kommen konnten. Also, von Kinder bis Fernsehserie. Habt halt mal Geduld. Sind nur noch wenig mehr als 40.000 Jahre.

9. You Can Talk About Your Partner and Your Love Life without Worrying About Accidentally Outing Yourself

Das ist wieder identisch mit Punkten 2 und 7. Vielleicht auch 6. Man sollte vielleicht keine 10-Punkte-Listen machen, wenn man eigentlich gar keine Punkte hat?!

queer people often have to go to meticulous lengths to avoid outing themselves.

Weil LMNOP-Menschen irgendwie Selbstbewusstsein fehlt? Oder die Einsicht, dass enorm viele Menschen strunzdumm sind? Oder Arschlöcher?

Liebe Schwule & Lesben: Wir Heteros wissen das seit zehntausenden von Jahren. Wir geben unser Möglichstes, das zu verbessern (manchmal; gerade eher nicht). Eure Alternativen sind (a) ignorieren oder (b) Konzentrationslager bauen, was halt immer das Risiko von (c) in Konzentrationslager kommen beinhaltet.

Imagine not being able to speak freely about the person you love or just not being able to swap silly dating misadventure stories with your friends.

Wäre für mich ein guter Grund, mir neue Freunde zu suchen. Muss man den Homos denn alles in den Arsch schieben?

Straight people have the luxury to divulge as much information as they want about their personal lives without worrying about the reactions of their audience.

Sagt jemand ohne jegliche interessante sexuelle Vorlieben.

10. You Have the Opportunity to Learn About Your Privilege, Rather Than Experiencing Oppression Firsthand

Also, die Angst so ziemlich aller widerlichen, dummen Gutmenschen, gegenüber irgendwelchen Homos was “falsch” zu machen, werde ich nie erfahren, aber dafür werde ich von genau wem nicht unterdrückt?

It is important to understand and recognize straight privilege in order to better ally yourself

Jajajajaja – schön. Bla, kein Gehalt, keine Aussage, nicht überzeugend. Auch insgesamt nicht überzeugend. Listen and Believe geht nicht mit selbständig denkenden Menschen.

Use your position of power to amplify the voices of those who might not otherwise be heard.

Sagt irgendeine geisteskranke Dummtrulla mit locker 10.000mal mehr Lesern als ich. Fein. Fick dich doch, Erin Tatum. Mit einem hübschen, blauen, heteronormativen Standards entgegenstehenden Doppeldildo. Mit einer Freundin. Und mach ein Video davon.
Sammal.

Beruf? Opfer!

Ich wurde ja – Danke an Luisman – auf das Blog “scheidendegeister” aufmerksam, was eine (lesenswerte) quasi-Rubrik “Jammerfrauen” hat.

Von daher, wenn linke Möchtegern “ich will die Medienkompetenz meiner Leser schulen” – Gutmenschen wie Fefe kommunistischen Dreck wie den folgenden posten, ignoriere ich das einfach:

Kennt ihr den schon? Arbeitsamt schickt studierte Physikerin in den Sexshop? Nein, zum Arbeiten!

Ich kenne nämlich Danischs promovierte Erdbeerpflückerin, und dass es – wo sonst, als in Berlin – den letzten, nutzlosesten Abschaum der Menschheit auch mit (angeblichem) Physik-Studium geben kann, schockt mich nicht mehr. Dass da (in Berlin) keiner arbeiten will, auch nicht – ich würde da nichtmal leben wollen. Und dass Sexshops irgendwie was Verwerfliches sein sollen, ist mir in Anbetracht der zunehmenden, politisch gewollten Islamisierung der ehemals deutschen Gesellschaft auch keinen Kommentar mehr wert.

Dass mir nun aber meine Frau erzählt, dass die Sexshop-Physik-Jammertrulla es in die – äh – “Nachrichten”, die meine Frau so konsumiert, geschafft hat, schon.

Denn wenn es auf RTL³ allen so verkauft wird, dass Arbeit unzumutbar für die arme, arme Jammerfrau wäre, deren Lebensleistung darin besteht, sich von irgendwem hat anbumsen zu lassen und in einem fucking Physik-Studium (ja, ernsthaft, Physik!) nichts, aber absolut gar nichts arbeitsmarktlich verwertbares zu lernen, dann setze ich mich halt mal eine Minute an den PC.

Die Dame heißt Frigga Wendt, und Frigga sieht, passend zu ihrem Namensgeber, der Fregatte, so aus:

Das wäre mal Punkt 1, den ich von Fefe nicht kannte. Ich meine, wer hat denn der Arbeitsamts-Frau ins Hirn geschissen, dass die auf die Idee kam, das in einen Sexshop zu stellen?

Ich habe nun nicht den Hauch einer Ahnung, ob es überhaupt noch Sexshops gibt – es gibt ja nun das Internet und so, aber früher arbeiteten da eher ältere Damen, die alle irgendwie so wirkten, als könnte man von ihnen viel lernen. Die Sexshops sind dennoch weitestgehend pleite gegangen, von daher weiß ich nicht, ob die nicht wirklich Nachfrage nach Friggas haben, um endlich Insolvenz anmelden zu können.

Viel interessanter ist aber natürlich die 5-sekündige Google-Suche nach Frigga Wendt. Die linkt nämlich quasi sofort auf diesen Blog, der irgendwie den Eindruck macht, als wäre Frigga eine Professionelle professionelle Hartz4 – Schmarotzerin. Sieht man dann auch in dem Bild oben – und das soll jetzt ernsthaft ein Opfer des deutschen Sozialsystems sein? Weil sie halt mal irgendwas arbeiten soll?

Fuck, ich habe gerade bis zum nächsten Urlaub nichts zu tun, vielleicht melde ich mich ja für die Zeit arbeitslos und erkläre dann mal einem Sachbearbeiter, dass ich gerne auf Zuhälter umschulen würde. Frauen ohne sonstige verwertbare Qualifikation haben die ja quasi eh offenbar genug in der Kartei. An Prostitution ist mit Sicherheit auch nichts unanständiges/auszusetzen, sagen sogar die Feministen (zumindest viele) – und wenn ich die Damen vom Arbeitsamt als §45 – Eingliederungs – Maßnahme für 1,50 brutto die Stunde bekomme, sollte sich sogar Frigga gewinnbringend vermarkten lassen.

Kommt, bei 80 cent pro Stich mache ich da schon Gewinn. Irgendwelche Perversen gibt es doch immer.

Wir müssen nur unsere “soziale Marktwirtschaft” endlich mal wieder zu einer Marktwirtschaft machen. Ich meine, es ist von der Frigga doch total asozial, gar nichts zu tun – oder?

Frauen fordern “wirksame” Maßnahmen. Bin ich bei.

Christian weist darauf hin, dass sich Frauen, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam zu jammern und zu nölen, bis die Welt so ist, wie sie sich vorstellen (also: nie), pünktlich zur Bundestagswahl ein Pamphlet erstellt haben, was drei Klassen von Forderungen “Frauen” enthält. Bei den “Frauen” handelt es sich um keine 10.000 professionellen Jammerfrauen und weitere 12 Millionen Frauen, die mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit nichtmal wissen, dass sie vom “Deutschen Frauenrat” vertreten werden.

Die Forderungen lassen sich, wie angedeutet, in drei Klassen einteilen: widerliche, strunzblöde, und vernichtende.

Die “Berliner Erklärung” (ich muss jetzt nicht “Berlin” sagen, oder?) wird von einem Walter Dombrowsky verantwortet, der – wenn man nun die Inhalte dementsprechend interpretiert – von einer ganzen Menge Leute, darunter aller im Bundestag vertretenen Parteien, Geld bekommt. Ich bin da natürlich nicht 100%ig sicher, aber Walter ist wohl wahrscheinlich eher keine Frau und macht das daher eher nicht aus Eigeninteresse, zumal er einen nennenswerten Teil seiner Einkünfte aus der “Berliner Erklärung” an die Jammertheaterdarstellerin Uta Zech abtreten werden muss, die als Präsidentin irgendeines sicher super-wichtigen Frauenverbandes keinerlei Interessenkonflikt darin sieht, sich Gelder in die eigene Tasche zu erwirtschaften. Aber gut, Basenwirtschaftstheorie beiseite, zum “Inhalt”:

Da geht noch was! Die Gleichberechtigung von Frauen in Arbeitswelt und Gesellschaft kommt zu langsam und nicht entschieden genug voran.

Was natürlich nicht daran liegen könnte, dass ihr immer noch kein Recht nennen könnt, was Frauen nicht haben, Männer aber schon?

Es ist höchste Zeit für weitere Schritte

… für viele Männer in Richtung eines Fachhändlers; es hat schließlich nicht jeder Mann eine Axt, ein Seil und eine Anhängerkupplung?

2018/19 jähren sich zentrale Meilensteine in der Geschichte von Demokratie und Gleichberechtigung: 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz mit Gleichberechtigungsartikel und 25 Jahre aktiver Gleichstellungsauftrag.

Und wir hätten ja eigentlich schon nach 16 Jahren Frauenwahlrecht lernen können, dass da sowas wie Hitler bei rauskommt und wir das – und den nachfolgenden Blödsinn – lieber lassen sollten?

Huh, ich befürchte, ich werde da sehr enttäuscht werden:

Unsere zentralen Forderungen an die Politik sind:

1. Gleiche Teilhabe
2. Gleiche Bezahlung
3. Verbindlichkeit, Transparenz und Monitoring von Gleichstellungspolitik

Als tl;dr: (1) haben alle Frauen, (2) auch, und (3) wollen sie gar nicht. Mit Sicherheit nicht. Aber im Detail:

1. Gleiche Teilhabe
Für die Privatwirtschaft fordern wir:

Kommunisten. Wer hätte es geahnt.

für die Aufsichtsräte auch der Unternehmen, die entweder börsennotiert sind oder der Mitbestimmung unterliegen, eine feste Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent

30% ist “gleiche Teilhabe”? Fuck, mit den Kenntnissen in Prozentrechnung will ich wirklich überhaupt keine Frauen in Aufsichtsräten; Aufsichtsräte haben eine auch finanzielle Kontrollfunktion.

… sowie ihre Ausweitung auf alle Unternehmensrechtsformen (SE, Ltd & Co KG), auch ausländische (britische Public Limited Company)

Warum fordert ihr das denn bei den Wahlen in Deutschland? Machen wir jetzt die Gesetze für GB? Ja? Oder wollt nur ihr das? Versteht ihr den Brexit jetzt wirklich (immer noch) nicht?

für die operativen Führungsebenen (Vorstand und zumindest die beiden darunterliegenden Ebenen) eine Zielgröße von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen

Euch ist schon klar, dass es nicht so das Problem ist, direkt unter dem Vorstand zwei Ebenen Putzfrauen einzuführen, oder? Ich meine ja nur – mit Visio kann eigentlich jeder Depp ein Organigramm zeichnen… sogar Deppinnen.

sowie die Einführung wirksamer Sanktionen:

Ihr solltet vielleicht spezifizieren, gegen was die Sanktionen wirksam sein sollen. Für Leute wie euch gab es in England früher witch’s birdles, das war durchaus wirksam.

– für den Fall der Nichterreichung der Geschlechterquote in Aufsichtsräten z.B. leerer Stuhl

Ich bin mir sehr sicher, dass es Vorstände total entsetzlich fänden, wenn sie von niemandem kontrolliert werden. Das zeigt auch ein gutes Verständnis des Zwecks von Aufsichtsräten. Schandgeigen?

– für den Fall, dass die transparente Veröffentlichung von Zielgrößen oder von Gründen für ihre etwaige Nichterreichung unterlassen wird z.B. finanzielle Sanktionen

Das ist nun auf dem Niveau unproblematisch – “wir haben keinerlei Frauen im Aufsichtsrat, weil wir das nicht wollen” erfüllt das ja nun. Kostet auch keine zehn Sekunden Arbeit.

für den Fall der Nichterreichung der mindestens 30 Prozent-Zielgrößen z.B. die Pflicht, die Gründe im Einzelnen nachvollziehbar offenzulegen und von einer geeigneten Stelle überprüfen zu lassen, die öffentlich hierzu Stellung nimmt

Das ist nun die erste reine, nepotistische Jobbeschaffung – oder wäre ich eine “geeignete Stelle”? Falls ja – bin ich sofort dabei. Ich nehme auch nur 250.000 € für die Bestätigung, dass der Aufsichtsrat total toll ist – das ist sogar viel billiger als ein Aufsichtsrat, oder sogar eine 23% weniger verdienende Aufsichtsrätin.

Für die Bereiche Medien, Kultur, Medizin und Wissenschaft fordern wir:

…also alle Bereiche, die in ihrer aktuellen Form ohne monströse staatliche Subventionen nicht überleben würden…

die paritätische Besetzung der jeweiligen Aufsichts-, Beratungs- und Vergabegremien

“paritätisch” ist hier das falsche Wort. Ihr wolltet “parasitär” schreiben. Gott, lernt erstmal Deutsch.

die Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel an mindestens 40 Prozent Frauen

Rollstuhlrampen, Aufzüge, und überhaupt alle Gebäude sind nämlich sowieso überbewertet. Oder ist das als “Firmen von” gemeint? Ich habe da einen Freund, der findet, seine Schwester könnte in der Firma ruhig auch mal was machen…

verbindliche Zielgrößen von mindestens 30 Prozent Frauen in den jeweiligen Führungspositionen

Wenn ihr so toll seid, liebe Frauen – also, so toll wie Männer – warum fordert ihr dann nicht 50%? Nur mal so – und nein, “man muss irgendwo anfangen” ist Bullshit. Seid doch mal ehrlich – ihr wisst selber, dass es nicht genug kompetente Frauen für 50% gibt. Ihr wisst aber auch selber, dass es nicht genug kompetente Frauen für 30% gibt, sondern nur für die bestehenden 15%. Ihr denkt halt nur, dass 15% nicht allzuviel kaputt machen – was ja auch stimmt – und wollt auch euer Stück vom Kuchen.

Lernt Backen, ihr parasitäre Schlampen!

Für Politik und Parlamente fordern wir: in der kommenden Legislaturperiode für die Wahlen zum Bundestag ein verfassungskonformes Paritätsgesetz auf den Weg zu bringen.

Das wäre dann also keines. Ich fordere übrigens, ein verfassungskonformes Atemluftbesteuerungsgesetz. Hmmm – man fühlt sich wirklich besser, wenn man politisch was getan hat.

2. Gleiche Bezahlung Das Gesetz für Entgelttransparenz ist ein erster Schritt, um  …

Ja, ich musste das screenshotten – was macht der Fisch in dem Wort?

Ne, jetzt wirklich? Wofür bekommt denn der Walter sein Geld?

Aber zurück zum Thema: Das Gesetz für Entgelttransparenz ist ein sehr heftiger Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung und den Datenschutz. Da Männer aber eh kein Problem damit haben, ehrlich zu sagen, was sie verdienen, ist das Wischiwaschi.

… Entgeltunterschiede zu erkennen und zu beheben

Wieso muss man denn “Entgeltunterschiede beheben”? Ich meine, klar, Bundestagsabgeordnete verdienen fuck viel mehr als ich pro 5 Minuten Arbeit die Woche – aber dafür habe ich auch mehr als fünf Minuten die Woche Arbeit. Aber gut, gegen den Punkt bin ich nicht – wir könnten aber erstmal mit dem Bekannten anfangen: Warum bekommen Leute, die ihr Kind in den Kindergarten bringen, den Lohn der Kindergärtner staatlich bezuschusst und ich, wenn ich mein Auto zu einem Mechatroniker bringe, keine Zuschüsse – obwohl Kindergärtner auch noch mehr verdienen als Mechatroniker?

transparente, umfassende Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Entgeltanalyse in allen Betrieben

Lies: Make-Work-Jobs ohne jeglichen Nutzen.

Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form bei angemessenen Übergangszeiten

Wäre mir herzlich egal, aber fairerweise wäre die “angemessene Übergangszeit” etwa 80 Jahre – sodass die neue Regelung nur Leute betrifft, die noch nicht verheiratet sind. Mir hat das ja in jungen Jahren durchaus Geld gespart; und Hochzeiten sind ja nun nicht gerade günstig (Warum? keine Ahnung. Frauen eben).

Einführung eines Unterrichtsfachs Wirtschaft und Lebensökonomie als Pflichtfach sowie eines Pflichtfachs Informatik/Technik.

Jetzt haben wir die Schulen schon seit ’68 runtergedummt und politisch korrekt gemacht, damit auch Mädchen das Abi schaffen, und jetzt wollt ihr Fächer einführen, damit die Mädchen ihr Abi nicht mehr schaffen? Welche Frauen repräsentiert ihr eigentlich?

Abgesehen davon gibt es Wirtschaft als Unterrichtsfach schon. Seit zig Jahren. Zumindest in Bayern. Informatik auch, und Technik erst Recht. Aber das mach mir eigentlich meinen schönen Backlash kaputt, also ignorieren wir das – ignorieren könnt ihr ja gut.

3. Verbindlichkeit, Transparenz und Monitoring von Gleichstellungspolitik

Da folgen dann nur noch sechs Punkt mit Make-Work-Jobs, bezahlt aus dem Steuertopf. Das ist mir zu blöd, die einzeln zu behandeln.

Aber um ehrlich zu sein, so ein Pflichtfach “Wirtschaft und Lebensökonomie” wäre gar nicht schlecht. Wirklich nicht – also, sofern es was mit Wirtschaft und Ökonomie und – Moment, das sind Synonyme – Realität zu tun hat. Hätte jedenfalls den Schreiberinnen (und Walter) nicht geschadet. Wobei Walter das ja offensichtlich gelernt hat, der verdient ja wahrscheinlich was dran, für die unfähigen Weiber was ins Internet zu schreiben. Inklusive der Forderung nach ihrem verpflichtenden Untergang bereits in der Schulzeit.

Bin ich bei, ganz ehrlich.

Nazi-Klimawandel, die Zweite – jetzt mit orangefarbenen Penissen

(tl;dr: Den Abschluss lesen)

Ich habe schon vor ein paar Monaten über den Klimawandel geschrieben, und ich bin seitdem weder klüger noch kamen da neue Informationen dazu, daher habe ich meine Meinung zu dem Thema auch nicht geändert. Auch die neuesten Erkenntnisse der Gender Studies, dass – was sonst? – Männer und v.a. Penisse an der globalen Erwärmung schuld sein sollen, ändert daran nichts.

Nun waren aber heute gleich zwei Nachrichten zum Thema Klimawandel in meinen Feeds, die erste kam von Danisch – siehe hier. Es geht um einen Comic von Dilbert-Zeichner Scott Adams, von dem wir (spätestens) seit seiner Wahlprognose letztes Jahr, dass, falls Trump gewinnt, die Linken vollkommen ausrasten werden, wissen, dass er ein widerlicher, illusorischer rechter Spinner ist, der schlimmer ist als Hitler und keine Ahnung von der Realität hat.

Scott Adams hat also einen Comic gezeichnet, in dem Dilbert (der Protagonist – ach!) einen Einwand gegen Klimaprediger bringt, der dann auch – wie für Klimaprediger üblich – mangels Argumenten abgekanzelt wird:

Dilbert: What if I don’t trust the [usually wrong] economic models?
Man: Who hired the science denier?

Nun muss man dazu wissen, dass Dilbert ein Comic mit starkem Background in der Kritik von sogenannten “Management-Fads” ist, also den Unsinn, den McKinsey & Co. alljährlich zur angeblichen Verbesserung von irgendwas (genauer: ihrem eigenen Geldbeutel) in die Welt tragen, zu kritisieren gewohnt ist. Ich bezweifle, dass es einen Wirtschaftsstudenten (/-absolventen) gibt, der Dilbert nicht kennt, und der Reiz an Dilbert ist per se, dass Adams die Idiotie dieser Management Fads & Fashions (das ist ein Fachbegriff – googelt es) seit 20 Jahren zunehmend früher und meistens völlig (und pointiert) zerlegt.

Scott Adams hat einen MBA aus Berkeley, und mit einem höheren Abschluss in Wirtschaft kann man eigentlich nur zwei Dinge tun (glaubt mir das, ich habe auch einen): (a) Leuten jeden nutzlosen Dreck verkaufen oder (b) Leute erkennen, die nur nutzlosen Dreck verkaufen. Das ist zwar subjektiv sehr nützlich, aber gesellschaftlich nicht sonderlich förderlich, da “Wahrheit” eben kein nutzloser Dreck ist – und das verkauft sich halt nicht.

Okay, fairerweise kann man natürlich noch eine Menge mehr, Adams z.B. kann Comics zeichnen und Donald Trump (nur BA, dafür an der Wharton Business School) sogar Präsident werden, also können Wirtschaftswissenschaftler eigentlich nahezu alles, aber zurück zum Thema:

Die (ehemalige) Eliteuniversität Yale, bekannt aus der Simpsons-Episode S28E19 als lächerlicher SJW-Spielplatz, hat sich – man lasse sich das auf der Zunge zergehen – wegen des obigen Comic-Dialogs berufen gefühlt (ja, wegen eines Comic-Dialogs), ein fünfminütiges Video zu erstellen, was – nunja, die Position von “Man” im Dilbert-Dialog unterstreicht. Wenn man sich das – aber Vorsicht, sowas machen nur illusorische rechte Spinner, die schlimmer sind als Hitler und keine Ahnung von der Realität haben – genauer ansieht, haben die Klimaprediger wirklich nicht mehr zu sagen als das, was Adams in fünf Comic-Panels unterbringt.

Aber zum Glück gibt es Donald Trump, der auf seine primitive Art und seinem Faible für einfache Lösungen, die es ja nur bei Populisten gibt, heute erklärt hat, dass das Pariser Klimaabkommen scheiße ist (oder so). Um genau zu sein, sagt Trump, es ginge um ” taxpayers to absorb the cost in terms of lost jobs, lower wages, shuttered factories and vastly diminished economic production”. Er betont hier explizit die “draconian financial and economic burdens”. Es geht ihm – ach – um Geld.

Natürlich sind die Klimapropheten prediger forscher auf solch rationale, unwiderlegbare und nachvollziehbare (hey, widersprecht mir – wenn ihr könnt) Argumente toll vorbereitet, allen voran natürlich der vollgepisste Planschpool politisch korrekter Idioten, aka Wikipedia:

Am 1. Juni 2017 traf US-Präsident Donald Trump, ein selbsterklärter Klimaskeptiker, die Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzvertrag auszutreten.

Über die oben angeführten, unwidersprochenen Gründe, die Trump angibt, verliert die Wikipedia natürlich kein Wort. Aber “Klimaskeptiker” ist verlinkt, und hat (natürlich) tolle “Argumente”:

Klimaskeptizismus (eigentlich Klimawandelskeptizismus) bezeichnet eine zweifelnde oder ablehnende Haltung bezüglich der gegenwärtig zu beobachtenden menschengemachten globalen Erwärmung.

Ist doch schön, dass sich 98% der Wissenschaftler und die Wikipedia sicher sind, dass man die anthropogene globale Erwärmung beobachten kann. Leider erklärt Wikipedia nicht und nirgends, wo man die wie beobachten kann, aber hey, das ist doch egal, außer widerlichen Nazis (etc pp, siehe oben) finden das alle richtig und wichtig:

Es existiert ein fließender Übergang zur expliziten Leugnung der globalen Erwärmung, wobei Klimaskeptiker für rationale Argumente offen sind und Klimawandelleugner sich Argumenten verschließen.

Das ist doch mal erstaunlich differenziert – oder?

Im Allgemeinen handelt es sich bei Klimaskeptizismus nicht um Skeptizismus im wissenschaftlichen Sinn, sondern vielmehr um die (organisierte) Leugnung.

Ah – nicht.

Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Klimaschutz aus politischen und ideologischen Motiven bekämpft wird.

Aus Trumps Rede geht hervor, dass es auch ökonomische Motive gegen “Klimaschutz” gibt, aber ignorieren wir die erstmal. Oder komplett. Ich brauche nämlich keine “wissenschaftliche Untersuchung”, um zu sehen, dass Klimaschutz aus politischen (Wählerstimmen für die Grünen) und ideologischen (“unseren Kindern eine lebenswerte Welt zurücklassen”) Motiven betrieben wird. Das ist also schlicht eine Nullaussage.

Aber gut, der Artikel versucht sich dann an “Systematisierungen” der widerlichen Nazi-Klimaleugner –  schauen wir mal, wo ich da reinpasse:

Häufig werden Klimaskeptiker und -leugner

… die ja eigentlich das Gleiche sind, siehe oben …

in die drei Grundkategorien „Trend-“, „Ursachen-“ und „Folgenskeptiker“ eingeteilt

Trendskeptiker leugnen generell, dass eine Erderwärmung stattfindet

Das tue ich mal sicher nicht. Die wissenschaftlichen Belege für Wärme- und Kälteperioden in der Erdgeschichte sind ziemlich unwidersprochen.

Ursachenskeptiker räumen zwar ein, dass gegenwärtig eine globale Erwärmung existiert.

Moment mal – beim ersten Punkt stand nichts von “gegenwärtig”. Und da sind die langfristigen Erkenntnisse auch nicht eindeutig – könnte sein, dass wir gerade in einer Erwärmungsphase sind; könnte aber genauso sein, dass die letzten 100 Jahre (also, außer den letzten so 20, natürlich, da wurde es nämlich nicht wärmer) eine Börsenhausse in einem Bärenmarkt waren. Ich muss das nicht einräumen, um Ursachenskeptiker zu sein – die da nämlich:

Sie stellen aber den menschlichen Einfluss darauf in Frage

Mmmmh – nö, kann schon auch sein. Die Frage ist, ob der relevant ist, aber das ist (wenn man mehr zitieren würde) schon auch Teil der Klimaleugner-Nazi-Bande. Bin ich also mal dabei. Es gibt dann aber auch noch die

Folgenskeptiker akzeptieren die menschliche Ursache der globalen Erwärmung, behaupten aber, dass diese positive Auswirkungen habe oder die Klimamodelle nicht robust genug seien.

Sammal, Kinder, kategorisiert ihr Scheiße. Ich hab das nicht “akzeptiert”, ich habe es als Möglichkeit im Raum stehen lassen. Und ich behaupte auch nicht, dass das positive Auswirkungen habe, aber die Klimamodelle sind nicht “nicht robust genug”, sondern zum absolut größten Teil Scheiße:

Ich erkläre das mal: Die obige Grafik ist von Klimawandelpredigern, die damit zeigen wollen, dass ihre Modelle nicht scheiße sind. Nun sieht man (graue Streuung) hier aber ein recht enges Feld um die “guten” bekannten (1960-2000) echten (rot) Daten, wohingegen die Felder vorher um plus oder minus 0.8, also 1.6° falsch liegen. Die Streuung in der Zukunft ist ebenso breit. Das heißt aber statistisch, dass die gar nichts wissen – darüber versuchen sie, mit der “Mittelwerte der Bullshit-Modelle” – Linie (schwarz) hinwegzutäuschen. Das ist aber ein statistisches Problem: Wenn ich den Mittelwert von zwei Wahrsagern, die bei einem Münzwurf jeweils immer “Kopf” oder “Zahl” voraussagen, nehme, liegen die im Durchschnitt nämlich auch immer richtig. Davon sind sie aber keine Wahrsager, sondern immer noch Scharlatane.

Gehen wir über zur nächsten Klassifizierung, denn “Speziell für klimaskeptische Wissenschaftler stellte Peter Doherty eine vierteilige Klassifizierung vor”:

glasklare Leugner, die dem IPCC Betrug vorwerfen und Klimaforscher für Narren halten

Wie diesen unbestreitbaren Betrug? Boah, ich bin gerade fuck stolz, Klimaleugner zu sein. Und ich halte Klimaforscher nicht für “Narren”, sondern für ideologie- oder eigeninteresse-getriebene Arschlöcher, wenn ich mich da entscheiden muss. Wes’ Brot ich ess’…

kampflustige Streithähne, die automatisch eine Gegenposition zu jedem generellen Konsens einnehmen

Wie – Galileo?

professionelle Polemiker, die durch ihre Beteiligung an einer bedeutenden öffentlichen Debatte nach persönlicher Anerkennung streben

Wtf? Was soll denn ein “professioneller Polemiker” sein? Hat das noch irgendeinen Gehalt – außer billigster Diffamierung? Aber gut, ich bin natürlich auch nur Laienpolemiker. Wo könnte ich mich da btw. bewerben?

Next:

Es lassen sich zudem mehrere hierarchische Stufen der Klimawandelleugnung erkennen.

Zu was? Einfachst zu zerlegendem Bullshit?

James L. Powell nennt insgesamt sieben Stufen. In diesem Zusammenhang weist er explizit darauf hin, dass sich Klimaleugner wie bei der militärischen Verzögerungstaktik von Stufe zu Stufe zurückfallen lassen, sobald ihre jeweiligen Behauptungen von Wissenschaftlern widerlegt werden. Sind sie schließlich bei der letzten Stufe angekommen, beginnen sie demnach zumeist die Abfolge wieder von vorne.

“Militärische Verzögerungstaktik”. Powell ist übrigens Geologe, aber ich habe Sun Tsu und Clausewitz wenigstens gelesen. Das ist keine militärische Taktik – also, zumindest keine, die irgendwer empfehlen würde, auf den ich hören würde. Denn “wieder von vorne beginnen” geht da halt nicht. Was ein Quark. Aber schaumamal:

Die Erde erwärmt sich nicht.

Dooooch… jeden Morgen. Nachts wird es dann kälter. Zum langfristigen siehe oben – seit 1998 nicht. Das ist also schonmal nichts, was irgendwie “von Wissenschaftlern widerlegt” wäre…

Ok, sie erwärmt sich, aber Ursache ist die Sonne

Ja WAS DENN SONST?

Also gut, Menschen sind die Ursache

Das ist jetzt nicht gerade “Leugnung des anthropogenen Klimawandels”, oder? Thema verfehlt, sechs, setzen.

.. aber das [a] macht nichts, weil die Erwärmung keine Schäden verursachen wird. [b] Mehr Kohlendioxid wird tatsächlich sogar vorteilhaft sein. [c] Mehr Pflanzen werden wachsen.

(a) ist Wahrsagerei, analog (b). (c) hingegen ist ein ziemlich unbestrittenes Faktum.

– das war jetzt erst Punkt 3, aber ist mir schon zu doof. Kommen wir zu Michael Mann, der Typ mit dem (von der Realität widerlegten) Klima-Hockey-Stick:

Kohlenstoffdioxidwerte steigen nicht tatsächlich an

Woher soll ich das wissen? Wieso wisst ihr das nicht?

Selbst wenn sie ansteigen, hat dieser Anstieg keinen Effekt auf das Klima und ist kein überzeugender Beweis für die Erwärmung

Unabhängig davon, ob sie einen Effekt auf das Klima haben, ist das sicher kein Beweis für die Erwärmung. WTF?

Selbst wenn es eine Erwärmung gibt, dann nur aufgrund natürlicher Ursachen

“Nur”? Stohmann, anyone?

Selbst wenn die Erwärmung nicht mit natürlichen Ursachen erklärt werden kann, ist der menschliche Einfluss klein und der Einfluss von fortgesetz[t]en Treibhausgasemissionen wird gering bleiben

“Nicht” oder “nicht vollständig”? Wieso wird hier bei Gegenargumenten derart undifferenziert pauschalisiert? Und beim zweiten Teil: Was spricht denn dagegen? Dafür? Hö?

Selbst wenn die derzeitigen und zukünftig erwarteten Effekte auf das Erdklima nicht vernachlässigbar sind, werden die Veränderungen im Allgemeinen gut für uns sein

Pjöm… mein Boot hat jetzt relativ viel Tiefgang, von daher wären an einigen Stellen ein paar cm mehr Wassertiefe nicht schlecht, aber selbst die “schlimmsten” Rechnungen helfen mir da eigentlich nicht wirklich weiter. Ich verstehe den Punkt nicht.

Egal ob die Veränderungen gut für uns sein werden oder nicht, [a] Menschen sind sehr versiert darin, sich an Veränderungen anzupassen; davon abgesehen ist es [b] zu spät etwas gegen den Klimawandel zu tun, und/oder [c] wird sich bestimmt eine technologische Lösung auftun, wenn wir sie wirklich brauchen

Wow – so viel auf einmal. (a) ist Bullshit, die wenigsten Menschen sind gut darin, sich an Veränderungen anzupassen. Menschen hassen Veränderungen, weil in der Regel bei Veränderungen eine Menge Menschen sterben – die, die sich nicht anpassen können. Diejenigen (c), die das können, werden irgendwie eine – natürlich technische, sonst sterben sie ja – Lösung finden, aber was das mit (b) zu tun hat, bleibt mir unklar. Dümmliche Rabulistik.

Stufe 6 ist aber, wie dann weiter erklärt wird, auch “wir können nichts gegen die Erwärmung tun”, und das ist halt meines Erachtens der vollkommen falsche Punkt: Mir war schon beim letzten Punkt danach, zu fragen, ob es jetzt besser oder schlechter “für uns” wäre, wenn eine Milliarde Neger in der anthropogenen Sintflut ertrinken – oder hier einwandern und “uns” umbringen, weil sie nicht ertrinken wollen.

Aber wenn auch nur die eine Milliarde Chinesen den CO2-Ausstoß der ach so umweltfreundlichen Deutschen erreichen würden, dann ist das mit der CO2-Bilanz mal “Gute Nacht”. Und ja, China ist ein großes Land, da ist viel Platz für Windrädchen, und die haben sogar viel Platz und Sonne und Wüste für sinnvolle Solaranlagen und echt viele große Flüsse für Wasserkraft, aber das reicht trotzdem nicht. In Afrika sieht das übrigens düsterer aus, die haben nicht so viel Wasser, nicht genug Wüste und da, wo Sonne ist, sehr viel Regenwald, den man ja auch noch braucht.  Von Indien reden wir mal gar nicht erst.

Und damit sind wir wieder beim (ideologischen) “Welt erhalten für unsere Kinder” – Gutmenschenargument – es ist meines Erachtens unglaublich vermessen, zu denken, der Mensch könnte die Natur beherrschen. Wenn man sich mal anschaut, wie “kalter Krieg” filmisch thematisiert wurde, ist der Unterton immer, dass die Menschheit den gesamten Planeten vernichten könnte. Und das halte ich für absoluten Unsinn .

Ihr kennt auch die Bilder von “nuclear wastelands” aus den Filmen, wüste Einöden, die aussehen wie Tatooine (oder Tunesien). Filme wie When the Wind Blows haben meine Generation (pünktlich zu Tschernobyl) in jungen Jahren den Schrecken des Atoms indoktriniert, die nachfolgende(n) Generation(en) bekam(en) dann ab Volcano (1997) fast nur noch Naturkatastrophen – Day After  Tomorrow (2004), An Inconvenient Truth (2006), 2012 (2009) – klar finden die das relevant.

Mein Problem ist nun, dass man, wenn man die Welt mal “einfach so” betrachtet, das ganze nukleare-Apokalypse-Gebullshitte schlicht nicht stimmt. Eine “nukleare Wüste” sieht in der Realität so aus:

(das ist Pripyat)

… und das führt dann halt zu der Einsicht, dass es vollkommene Idiotie ist, wenn ein paar deutsche Gutmenschen versuchen, den Planeten vor Menschen zu retten, die zu viel CO2 ausstoßen. Das macht der Planet nämlich schon – und da bin ich mir sicher – von alleine. Das Problem sind also nicht Menschen, die zu viel CO2 ausstoßen, sondern Menschen per se.

Das Problem wird sich aber – auch vollkommen ohne technologische Lösung – von alleine lösen – wenngleich das sicher keine philanthropische Lösung wird. Was mich natürlich – wie es auch die Natur der Welt ist – zu einem Misanthropen macht. Aber nach Peak soziemlichalles können wir es uns ja nun wenigstens noch ganz hedonistisch gut gehen lassen, bis (ziemlich wahllos) fuck viele Menschen sterben – oder?

Ich meine ja nur – ich könnte einer davon sein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß.

Schweinenackensteak zu Ramadan

Meine konservativeren türkischen Freunde wünschen sich bei gerade bei 30° Außentemperatur in Deutschland , sie wären zu Ramadan in die alte Heimat geflogen. Dort ist es nämlich gerade verhältnismäßig kühl, während sie hier halb verdursten – also, tagsüber.

Dieser alljährliche Anflug von Religiosität hält nun aber die wenigsten davon ab, ansonsten Schweinefleisch zu essen – ich werde mir das sicher nicht “erklären” lassen; Religion hat mit Logik ja nun wenig am Hut.

Von daher ist es vor allem in einer so bunt-multikulturellen Runde immer ganz nett, wenn man zu den zu den Şiş Kebap vom türkischen Metzger und den Cevapcici von Maris Mama ein paar saftige, fettige Schweinenackensteaks auf den Grill haut.

Es soll aber Leute geben, die was gegen gemütliche Grillabende mit Freunden haben, zum Beispiel Dominik Boisen. Dominik findet “Facebook ist ein übles eitriges Furunkel am Anus der Gegenwart”, was ihn als Gutmenschen aber natürlich nicht davon abhält, es fleißig zu benutzen. So zum Beispiel – wie mir GoogleNews via Welt, Focus, Stern uvm. als “Nachrichten” verkaufen wollte, um mal so richtig zu ranten.

Wir könnten jetzt natürlich auch darüber reden, wieso sowas keine “Nachrichten” sind und über den Untergang des Abendlandes lamentieren, aber lesen wir halt mal, was Dominik so stört:

Hallo ALDI,
diese Woche habt Ihr BBQ Nackensteak im Angebot. 600 g mariniertes Schweinenacken-Steak für 1,99 €.

Wer jetzt zum Aldi will – das war vor zehn Tagen.

Weniger als zwei Euro für mehr als ein halbes Kilo Fleisch.

Das merken wir uns mal. Denn:

Wenn man die Marinade, die Plastikverpackung und die Tamponage, den Transport und die sonstigen Logistik- und Dienstleistungskosten aller am Produkt Beteiligten – vom Bauern, über den Schlachthof, bis hin zum Verkaufspersonal im Laden – abzieht und dann noch berücksichtigt, dass Ihr bei der ganzen Geschichte sicherlich nicht drauf legt, sondern am Ende auch noch eine Marge übrig bleibt, kann man sich in etwa ausrechnen, was bei Euch das Fleisch “wert” ist, das am Ende auf dem Teller liegt.

Ich liebe nämlich Rechenaufgaben. Also – bei der Metro gibt es Schweinenacken TK für 3,73 brutto das Kilo, das wäre der Großhandel. Das ist auch ein Angebot, was uns sagt, dass es gerade mehr tote Schweine als Schweineesser gibt – klar, die Moslems machen ja gerade Ramadan.

Das sind aber auch weniger als zwei Euro für ein halbes Kilo Fleisch, ebenso inklusive Plastikverpackung, Tamponage, Transport sonstige Logistik- und Dienstleistungskosten wie Bauern, Schlachthof und Verkaufspersonal im Laden. Sogar inklusive Futtermittel. Das Fleisch ist also nicht nur Aldi weniger als vier Euro das Kilo wert, sondern allen anderen auch. Logisch, oder? Aber da kommt noch Marinade dran, und das macht man mit Wasser, damit sich das Fleisch schön vollzieht, und billigem Öl. So macht man aus dem Kilo Schwein für 3,73, Öl für 10 Cent und noch 2 Cent an Gewürzen sicher problemlos zweimal 600 Gramm abgepacktes Schweinennackensteak, und bei 3,98 Verkaufspreis bleiben da dann tatsächlich 13 Cent übrig. So. Wo war jetzt das Problem?

Von preisWERT kann bei diesem Angebot sicher keine Rede sein.

Klar, es könnte noch 11 Cent billiger sein. Stimmt. Verstehe ich, darüber könnte man sich aufregen, Aldi muss nicht derart viel Gewinn machen – wobei 3% im Einzelhandel eher normal ist.

Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde – am meisten die, die sich am wenigsten wehren können: die Tiere.

Oh Gott. Ein ideologisch verblendeter Ökofaschist.

Ich bin kein ideologisch verblendeter Ökofaschist

Jaja – das ist wie bei den Leuten, die sagen “Ich bin ja kein Nazi, aber”. Kommt da jetzt ein “aber”?

aber das, was Ihr tut, ist einfach nur KRANK!!

Hm. Okay, also, ein Rant eines verblendeten Ökofaschisten ist jetzt Nachrichten. Wie Feministen bei dem immerwährenden Bemühen darum, den Gedanken, dass es nicht noch dümmer und lächerlicher ginge als ihre (eigene) letzte Aktion, zu widerlegen (klickt da drauf, vor allem diejenigen mit Ponygirl-Fetisch). Womit wir wieder beim Untergang des Abendlandes wären – aber gut, erstmal zu den armen Schweinen:

Und Euer Verhalten ist nicht nur zum kotzen, sondern auch verantwortungslos.

Also, aus meiner Perspektive jetzt den armen Schweinen im Social Media Marketing von Aldi.

Es wäre für Euch ein Leichtes, Eure Marktdominanz zu nutzen, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Zustände positiv zu verändern.

Wirklich? Aldi macht nichts positives? Wie z.B. Deutschland erfolgreich gegen das quasi-Monopol von Walmart verteidigt zu haben und jetzt – als Befreier der Konsumenten – in Amerika auch dort Lebensmittel zu vernünftigen Preisen anzubieten?

Aber daran habt Ihr gar kein Interesse. […] Billig, billiger, am billigsten – das ist eure Religion.

Nein – das ist ihr Geschäftsmodell. Das steht auch im fucking Namen des Unternehmens – Albrecht Discount. Discount, wie billig. Wenn du ein ordentliches, saftiges Schweinenackensteak haben willst, was auf dem Grill nicht auf 1/10 seiner Größe zusammenschrumpelt, geh halt zu Edeka. Wie alle anderen Leute auch.

Da hilft es auch nichts, dass es zu eurer neuen Philosophie gehört, dass jetzt alles schick und hochwertig aussieht in den neuen Läden und ich ab sofort auch auf die Toilette gehen kann, wenn ich beim Einkaufen pinkeln muss.

Echt jetzt? Kundenservice? In Deutschland? Wie kommt der Mann auf die Idee, Aldi würde die Zustände nicht positiv verändern?

Ich schätze, gemessen an dem Fleisch, das man bei ALDI zu kaufen kriegt, handelt es sich bei den Gartengeräten, die ich jüngst bei Euch erworben habe (siehe Foto) um echte Qualitätsprodukte!

Das Foto zeigt zwei deutlich verrostete, gebrochene Gartengeräte. “Jüngst” ist also schon volljährig.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr vom Verzehr dieser Antibiotika-Schnitzel schlimmes Genitalherpes bekommt mit übelstem Juckreiz, hässlichen eitrigen Pusteln und beißendem Gestank.

Das ist jetzt so “Hate Speech”, wie was der hohle Heiko verbieten will, oder? Aber abgesehen davon – Genitalherpes ist eine Virusinfektion, und Antibiotika helfen nicht gegen Viren. Sie schwächen auch nicht gerade das Immunsystem, was den Ausbruch der bei 90% der Weltbevölkerung chronisch vorhandenen Krankheit (igitt!) befeuern könnte – eher im Gegenteil.

Aber ich fürchte, dass Ihr dieses ekelhafte Zeug selbst gar nicht anrührt.

Och, wenn man so richtig kleingeschrumptelte Steaks mag, die zu 90% aus krebserregenden Stoffen bestehen, ist das Zeug eigentlich ganz lecker – es muss nicht immer das saftige, zarte Fleisch sein.

Und das kann ich sogar verstehen. Naja, vielleicht läuft es ja gut und Ihr bekommt trotzdem irgendeine fiese Seuche. Glück auf!

Wie erwähnt, die Wahrscheinlichkeit, dass Dominik Boisen selbst Genitalherpes hat, ist fast 100%. Nur wenn irgendwelche Hippie-Bräute den jetzt total toll finden, wegen der armen Schweine und so. Ihr wisst, worauf ihr euch einlasst – ich habe euch gewarnt!

(Mittig im Bild links: Oryx, das Wappentier Namibias)