Seerecht, die 48ste

Im linksradikalen Propagandamagazin “Die Zeit” ist ein Artikel eines Martin Klings erschienen, der nach dem  Jurastudium (!) beschlossen hat, Journalist zu werden. Das ist von daher erwähnenswert, als der Mann angibt, seit 1987 Journalist zu sein. Das war eine Zeit, wo er auch hätte Richter werden können und jetzt mit R2, Stufe 8 (7.400€/Monat), schon lange in Frührente gegangen sein könnte. Also, wenn seine Examensnote gut genug gewesen wäre. War sie also entweder nicht, oder Martin ist halt aweng doof.

Oder beides; der unendlich lange Artikel in der SZ rekurriert, wie so ziemlich alles, was spätestens seit der Festsetzung der “Lifeline” in Malta, täglich durch die Presse geistert, also seine gesamte “aber man darf keine Leute nach Libyen bringen”-Argumentation, auf ein Gefälligkeitsgutachten des pseudowissenschaftlichen Dienstes des Bundestags für die (ratet mal) Linken.

Nun habe ich nur ein paar Semester Jura studiert, weil mir langweilig war, aber selbst da lernt man, dass Recht als “Wissenschaft” nicht nennenswert seriöser ist als Gender Studies – es geht nur darum, eine Meinung zu haben, und die konsequent an Gesetzestexten zu begründen; egal, wie man diese derweil vergewaltigt.

Im Gegensatz zu ideologischen Disziplinen ist den Juristen aber klar, dass die idiotisch-unklaren Gesetzestexte, die sie und ihresgleichen so produzieren, nicht nur auf eine Art zu interpretieren sind, sondern eben auch als ihr genaues Gegenteil. Das nennt sich “herrschende Meinung” versus “Mindermeinung”. Und zB für ein Staatsexamen, geschweige denn irl, ist es vollkommen legitim, die Mindermeinung zu verwenden, wenn man das denn ordentlich tut. Die Jurisprudenz ist demnach kein ideologisches Geblabber, sondern einfach nur Geblabber.

Nun ist das Problem an internationalen Rechten, dass die (nationalen) Staaten sich (nur) mehr oder weniger gut daran halten – weil in Staaten internationale Rechte eben herzlich wenig wert sind, wenn sie keine nationalen Gesetze sind. Das ist was, worüber Amnesty International früher mal sehr berechtigt, jetzt zunehmend häufiger schlicht idiotisch, rummault.

Nur vorweg.

Die “Gutachter” der Linken im Bundestag erklären dann das Seerecht vollkommen korrekt so(weit), wie es ihnen nützt, was (natürlich mit Auslassungen als wären sie von linksuntenfaktenfinder.tagesschau.de) ziemlich genau meinen Ausführungen vom Juni entspricht. Das tl;dr wäre: wenn wer auf See ein Problem hat, hast Du gefälligst zu helfen.

Dann kommen sie mit “Menschenrechten”.

Nun sind Seerecht und Menschenrechte zwei vollkommen verschiedene Baustellen, aber beides verpflichtet nur Staaten. Die Einwohner dieser Staaten hingegen müssen wiederum durch nationale Gesetze dazu verpflichtet werden, da – insbesondere auf hoher See – das Recht des Flaggenstaates gilt.

Das (mit dem Recht des Flaggenstaats) wurde so gemacht, weil man nicht wollte, dass Schiffe auf hoher See vollkommen rechtlos sind und schon die Juristen vor 500 Jahren Piraten nicht einfach hängen wollten, sondern rechtlich begründet hängen wollten.

Das führt natürlich dazu, dass auf einem Boot, was z.B. die deutsche Flagge führt, deutsches Recht gilt. Allerdings: Wenn das jetzt aber innerhalb der 12-Seemeilen-Küstenzone eines anderen Landes liegt, z.B. der Türkei, gilt da auch türkisches Recht, weil innerhalb der Landesgrenzen eines Landes (ja, Grenzen sind tatsächlich juristisch wichtig) deren Gesetze gelten.

Das führt rechtlich zu einer enormen Problematik: Wenn ich also auf meinem Boot im Hafen von Taka-Tuka-Land die 14jährige Pippi Langstrumpf vergewaltige, mache ich mich nach deutschem Recht strafbar, obwohl das in Taka-Tuka-Land, einem fiktiven Shithole County, als normaler Heiratsantrag gilt.

In der Praxis versucht man das daher zu vermeiden. Ende Juni zB war in der Türkei Wahl, und in der Türkei ist am Wahltag Alkoholkonsum zwischen 06 und 24 Uhr verboten. Das sagt aber nicht zwingend etwas über mein Boot aus – das ist nämlich nicht “die Türkei”, das ist Deutschland – in türkischen Hoheitsgewässern.

Das geht noch komplexer: Wenn ich am Sonntagmorgen um 05:30 ausklariere (quasi ausreise), muss ich (nach türkischem Gesetz) binnen 24 Stunden das Land verlassen. Aber bereits vorher ist mein Boot rein juristisch schon in internationalen Gewässern, die dann wohlgemerkt deckungsgleich mit der Marina 3 Minuten vor dem Ausklarieren sind.

Was dann bereits menschenrechtliche Fragen aufwirft – ich kann ja nun noch bis zum nächsten Sonnenaufgang in dem Hafen bleiben – was, wenn mich ein Türke um politisches Asyl bittet, weil er aufgrund islamischer Unterdrückung in der Türkei an dem Tag kein Bier trinken darf?

Ich meine, das ist politische Verfolgung im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention; Artikel 17 gewährt grundlegende Menschenrechte (wie Bier trinken), die nicht einfach eingeschränkt werden dürfen?!

Ich würde mich dann quasi der Schlepperei schuldig machen; mein Boot (einen halben Meter vom Pontoon entfernt) ist ja (rechtlich) schon in internationalen Gewässern. Das wäre quasi schon Einschleusung in den EU-Binnenraum (mein Boot ist Deutschland, juristisch).

Und wenn der Türke dann nach dem Bier wieder an Land hüpft? Der wäre illegal aus- und wieder eingereist; wohlgemerkt mit meiner Hilfe. Dafür könnte mich die türkische Küstenwache zumindest innerhalb ihrer Hoheitsgewässer mit Sicherheit festsetzen – und ich bin ja immer noch am Steg festgebunden.

Und das ist so einer der recht offensichtlich komplexen Punkte, die mir in dem jammernden Zeit-Artikel fehlen: der Autor schreibt nämlich für die ganz Primitiven:

Denn in internationalem Gewässer, also außerhalb der libyschen Zwölfmeilenzone, dürfen private Rettungsboote nicht nur frei kreuzen. Entdecken sie Schiffbrüchige, müssen sie sogar von Rechts wegen sofort zu Hilfe eilen, selbst dann, wenn die Unglücksstelle in libyschem Gewässer liegt. Unabhängig davon hat ohnehin jedes zivile Schiff ein Recht auf friedliche Durchfahrt durch die Territorialgewässer eines Küstenstaates.
Doch müssten die privaten Seenothelfer der Order einer libyschen Seenotleitzentrale gehorchen und die Geretteten zurück nach Libyen bringen?

Ja, das musste jetzt so lang sein, denn letzteres ist meine Bier-Frage. Und an der merkt man, wie er um den heißen Brei rumredet – und warum sich die NGOs aus der libyschen 12-Meilen-Zone fernhalten: Man kann nicht einfach nach Lust und Laune Leute an Bord nehmen. Innerhalb der libyschen Küstengewässer gelten libysche Gesetze, und ich bezweifle, dass die Neger auf den Schlauchbooten alle einen ordentlichen Ausreisestempel im Pass haben. Und dann hätte der Kapitän des “Rettungsschiffes” das gleiche Problem wie ich mit dem türkischen Biertrinker: Beihilfe zur illegalen Ausreise  – recht unabhängig davon, wo er hinfährt, das Schiff ist bereits Ausland (wenn/weil es nicht einklariert ist) – oder Schlepperei, eben.

Nun habe ich keine Ahnung von libyschen Gesetzen, aber nachdem wir denen (endlich mal) Milliarden geben, die auch umzusetzen, nehme ich an, dass die Kontrollen da strenger sind als in der durchschnittlichen türkischen Marina. Und ich hätte keine Lust auf einen libyschen (oder türkischen) Knast.

Die in dem “Gutachten” vertretene Argumentation, dass irgendein Kapitän irgendeine Verpflichtung hätte, 200 Neger in einem Schlauchboot nach Europa zu taxieren, halte ich also für *enormst* aus der Luft gegriffen. Die Linken begründen das nämlich mit “non-refoulement“, also, dass unterzeichnende Staaten nicht in Staaten abschieben dürfen, die sich nicht an Menschenrechte halten.

Das betrifft den Kapitän jedweden Schiffes nämlich einen feuchten Dreck; der ist kein Staat. Dafür ist der der alleinherrschende Diktator seines Schiffs. Der aber seinem Flaggenstaat gegenüber für alle Handlungen auf diesem verantwortlich ist. Dafür schützt ihn sein Flaggenstaat auch vor Drittstaaten.

Die aktuelle Anklage der Malteser, also, dass die nicht auf die für dieses Gebiet nach internationalem Seenotrettungs-Abkommen zuständige libysche Küstenwache gehört haben, ist eine solche internationale, seerechtliche Verantwortung.

Und das dämlichste daran ist, dass die ihren 400-Tonnen-Fischkutter als “Sportboot” in Holland registriert haben, was die Holländer (als Seefahrernation enormst verständlich) natürlich nicht so prall finden. Vielmehr finden die Holländer, ziemlich explizit, dass das NGO-Schlepperboot Lifeline ihnen mal komplett am Arsch vorbeigeht.

Das ist seerechtlich doof; die Schlepper haben jetzt in etwa den Rechtsstatus von flaggenlosen Freibeutern. Das ist blöd für die deutsch-österreichische Identitäre Bewegung, weil die aufgrund deutschem Recht Piraten trotz ihres Piratentums nicht einfach versenken dürfen; aber das gilt nun nicht für die Libyer, offensichtlich. Und ich habe an den Schlauchbooten mit den Migranten…

… noch keine Flagge gesehen, uns selbst wenn, denke ich nicht, dass deren angeblicher Flaggenstaat sich dafür zuständig sehen würde, da die IMO-Standards ziemlich eindeutig nur für flaggenführende (§1) Schiffe von Unterzeichnerstaaten gelten. Und die Libyer hätten einen Riesen-Ärger mit dem IMO, wenn sie den seeuntauglichen Schlauchbooten ein Flaggenzertifikat ausstellen (wie die Holländer mit den Seelenverkäufern).


Ich möchte übrigens an der Stelle mal erwähnen, dass ein derart billiges Dinghy, mit dem die da zu Hunderten rumfahren, nichtmal jemand baut (ok, die hier schon, aber das sind Seenotrettungsboote) Die Schlepper löten da Mist zusammen. Mit zu wenig Sprit & Wasser für die Überfahrt. Das ist keine “Flucht”, das ist Selbstmord.

Wenn mir jemand von den enormst viel besser als mich (ich mache das hier gratis) bezahlten Medien mich hier vom Gegenteil überzeugen will, erwarte ich übrigens einfach nur eine Erklärung auf folgende Fragen – ich habe ja nun ein Boot:

Wenn ich 20 Kilometer vor Tripolis ein Flüchtlingsschiff Selbstmordwerkzeug antreffe, auf dem sich 100 Neger ohne Sprit und Wasser befinden, und denen anbiete, sie auf ihrem Schlauchboot die nächsten fünf bis acht Stunden zurück nach Libyen zu schleppen, und die sagen “nein”, werde ich einfach weiterfahren. Gegen welches Gesetz verstoße ich? Wer klagt mich dafür vor welchem Gericht an? 

Ich mache das natürlich; die Äppelkähne haben durchaus passable Motoren, und die sind dann *meins*. Wie übrigens auch alle mitgeführten Besitztümer der “Geretteten”, wenn die nicht vorher verhandeln. Man muss Menschen retten, nicht Sachen. Seerecht ist ziemlich fair, eigentlich.


Die ach-so-grünen “Lebensretter” versenken die Schlauchboote übrigens im Meer. Das sind locker ~200 kg PVC. Aber wir bekommen wegen genau diesen Leuten keine Plastiktüten mehr, freilich. In Tschechien kosten lumpigere Plastiktüten als die in der Türkei jetzt 2 Kronen. Das ist eine vollkommen verständliche Maßnahme; man muss nur mal schauen, wie furchtbare Unmengen an Plastikmüll an der tschechischen Küste quasi tsunamiartige Berge bilden.

(Disclaimer: Ich kaufe mit einer mittlerweile 25 Jahre alten Curver-Shopbox ein. In die passt auch immer noch eine Rolle Plastik-Mülltüten von Aldi/Lidl; die sind schon lumpig genug)

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Denunzianten, Duden und Zivilcourage

Puh, da zieht ja was Kreise…
Wir haben ja momentan ein ganz enormes Problem im wichtigen und richtigen Kampf gegen Rechts, was natürlich nicht daran liegen kann, dass die Leute in Deutschland mehr Probleme mit sexuellen Belästigungen, Vergewaltigungen, Morden oder einfach nur Diebstählen haben, nicht wenige davon begangen von Leuten, die absolut vermeidbar gewesen wären, sondern an den ganzen furchtbaren Nazis.

Da wir aber ach so gute Deutsche sind, die ob ihrer Schuldgefühle für etwas, was nichtmal meine beiden Opas gemacht haben (sonst hätte man sie gehängt, nur mal so nebenbei – und das fände ich voll in Ordnung, auch wenn ich dann nicht leben würde) niemals irgendwie in den Verdacht kommen wollen, “rechts” zu sein, auch wenn das mittlerweile bedeutet, dass man sich wie ein hirnloser Vollidiot aus Orwells 1984 zu benehmen hat, und da wir eh jedwede Hoffnung auf eine finanzielle Zukunft der Bundesrepublik zugunsten der oben genannten Kriminellen (und plusminus gleich vielen tatsächlich Schutzbedürftigen) aufgegeben haben, schadet es ja nicht, noch ein paar Preise für würgereizerregendes Gutmenschentum rauszuhauen. Einen davon bekam ein moppeliges Mädchen aus Dresden, die einen Preis für Zivilcourage bekommen hat.

Nun bekommt ja seit Jahren schon jeder Horst Christoph, der sein privates Portemonnaie auf Kosten der Allgemeinheit und unter Vorgabe eines hehren Interesses irgendeiner Minderheit füllt, ein Bundesverdienstkreuz, von daher wäre das ja nun eigentlich kein Thema – aber wir haben jetzt die AfD, von daher ist das endlich mal ein echtes Thema in überregionalen Zeitungen. So weit, so erfreulich.

Das moppelige Mädchen hat also einen Preis für Zivilcourage bekommen, und das fällt genug Leuten auf, dass das sogar ich mitbekomme – danke, Sciencefiles. Ziemlich parallel zu lesen auch auf der Idioten-Plattform Facebook von einem Carsten Härle. Und Herrn Härle muss natürlich sofort von einer radikallinken Schreckschraube entschieden entgegengetreten werden, wegen meines Opas, der nichts verwerfliches getan hat, denn Herr Härle ist bei der AfD, die es noch nicht gab, als mein Opa starb. Bei der Frankfurter Rundschau übernahm das Katja Thorwarth, die wohl wegen ihres furchtbaren Nazi-Namens ein ganz besonders starkes Bedürfnis hat, die AfD als Nazis hinzustellen – obwohl andere, nicht minder linke Autoren ihr diesbezüglich schonmal attestieren, eigentlich “keine Ahnung” zu haben.

Naja, die Schreckschraube schreibt:

Der hessische AfD-Politiker Carsten Härle ist bekannt für seine rechten Posts auf Facebook.

… was mich der Meinung des Zeit-Autoren, der findet, dass Katja (ich tue mir gerade echt schwer, Katja ist ein so schöner Name, und die FR hat ein Bild von der Frau) – die Schreckschraube keine Ahnung hat, anzuschließen; ich kenne Herrn Härle nämlich überhaupt nicht, und die Relevanz eines Lokalpolitikers aus einem Kaffdorf in der Nähe eines Kaffdorfs bei Frankfurt (also, dem einen Frankfurt) sei nun mal dahingestellt. Aber gut, unsere Relevanzgrenze sind ja nun heldenhafte, zivilcouragierte, moppelige 15-jährige Mädchen. Gegen die Herr Härle auf Facebook “hetzt”, denn alles, was die AfD tut, ist Hetzen. Während Schreckschrauben die einzig richtige und wichtige Wahrheit verkünden.

An der Stelle sollten wir mal klären, was eigentlich passiert war:

Das moppelige Mädchen geht auf eine Schule, und wie überall in Deutschland gibt es da ganz furchtbare Nazis.

Ihr merkt, liebe Leser, wie schlimm es in Deutschland mittlerweile um die Zivilisation beschert ist. Während Frauen von illegal hier befindlichen Kriminellen reihenweise vergewaltigt und umgebracht werden sich von alten, weißen Männern blöde Witze anhören müssen, treiben marodierende Waffen-AfD-Gruppen Moslems und Kommunisten in Vernichtungslagern zusammen – machen Jugendliche blöde Witze.

Ne – ernsthaft:

„Das  Schrecklichste war ein Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift ‚jüdisches Familienfoto‘ – da  wehrte ich mich und schrieb, sie sollen mit dem Nazigetue aufhören.“

Grau-samst, findet ihr nicht auch? Wenn ich eine hätte, müsste ich jetzt erstmal meine jesidische Sexsklavin vergewaltigen und meine Zweitfrau prostituieren, weil ich dank der Schwarzafrikaner nicht mehr genug Drogen verticken kann jetzt ein vollkommen denkbefreiter Linker wäre, würde ich der Dame nicht nur einen kleinen Preis für Zivilcourage verleihen, sondern ihr mindestens ein Bundesverdienstkreuz am Bande verleihen und sie als Sonderbotschafter für Menschenrechte zur UN schicken – dank vollkommen unverständlicher Einwände gegen Herrn Mugabe ist da ja eine Stelle frei.

So, die heldenhafte moppelige Schülerin – nennen wir die mal Marion, Mielke hätte die sicher auch adoptiert – hat also gegenüber den marodierenden, gemeingefährlichen Nazis einen Hashtag auf Twitter gestartet Anzeige bei der Polizei erstattet. Das ist eine starke Frau, und das, was sie tut, richtig und wichtig, wären da nicht die widerlichen Nazis von der AfD, die sowas Denunziantentum (lest mal wirklich den Post von dem Härle, der ist gut) nennen. Aber – zur Beruhigung der schuldüberladenen antideutschen Seele – haben wir ja die Schreckschraube, die uns erklärt:

der AfD-Mann, der hier unter Denunziation die Anklage von Volksverhetzung versteht. Dass ‚Denunziant‘ die Beschuldigung anderer aus niedrigen Beweggründen meint, dürfte Härle sicherlich nicht entgangen sein, weshalb er ergo nicht die Volksverhetzung als nieder bezeichnet – sondern den Widerstand dagegen.

Als würde es sich irgendwie ausschließen, dass sowohl Volksverhetzung als auch die Anzeige dieser aus niedrigen Beweggründen erfolgen können. Das ist recht billiger Sophismus, und man kann der FR ob derart widerlicher Rhetorik der FR nur deswegen nicht “Fake News” vorhalten, weil sie “Meinung” drüberschreiben. Achtet mal drauf, wie wenige Artikel zu kontroversen Themen noch ohne diesen Ausrede-Hinweis kommen und bedenkt dann evtl. nochmal Eure Einstellung zu “Fake News” vs. echte Nachrichten, bei denen sowas halt nicht dastehen darf. Aber gut, wenn die FR ein Meinungsmagazin sein will, darf sie das – aber dann ist sie halt nichtmal mehr  “Fake News”, dann ist sie gar keine News, sondern ein Propagandamagazin. Ich frage mich, wann Donald Trump das einsieht und endlich aufhört, die Mainstream-Presse als Fake News zu bezeichnen. Vor allem freue ich mich auf deren Reaktionen.

So – der Punkt ist aber, dass Denunziation nicht nur “Anzeige aus niederen Beweggründen” bedeutet, sondern halt auch nurLeute negativ hinstellen“. Das macht es dann auch einfacher mit dem widerlichen Verwirrspiel: Selbstverständlich kann man auch widerliche Leute denunzieren. Warum auch sollte man nette Leute denunzieren?

Nun war das aber der Schreckschraube noch nicht peinlich genug, Herrn Höckes inhaltlich offensichtlich vollkommen zutreffender Bewertung des “ausgezeichneten” Verhaltens von Marion auf Basis einer unvollständigen Lexikondefinition zu begegnen zu versuchen, als wäre sie eine 16-jährige, hirnlose Feministin, sondern sie musste noch einen zweiten Artikel dazu schreiben:

Eine Schülerin erhält einen Preis für Zivilcourage und die Rechten bekommen Schnappatmung.

Es ist schon ein bisschen bezeichnend, jetzt ausgerechnet den Rechten Schnappatmung zu unterstellen – oder? Ich meine – was die (von der Schreckschraube erwähnten) Rechten gemacht haben, waren – der Reihe nach:

  • Blöde Witze
  • Ein inhaltlich vollkommen berechtigter, kritischer Facebook-Post
  • Eine rationale Analyse mit etwa dem gleichen Fazit wie der Facebook-Post

Die Linken haben gemacht:

  • Eine Anzeige bei der Polizei
  • Staatsanwaltliche Ermittlungen und ggf. ein strafrechtliches Verfahren
  • Ein fucking Preis für angebliche Zivilcourage
  • Mehrere Artikel in regionalen wie überregionalen Tageszeitungen Propagandaschriften
  • Facebook löscht den keineswegs fragwürdigen falschen Post von Herrn Härle

Entscheidet bitte mal einfach selbst, wer da jetzt “Schnappatmung” respektive wer klinisch relevant hysterisch in die Geschlossene gehört. Oder ob es jetzt schlimmer ist, dass sich ein paar 15-jährige (angeblich) unreif wie geschmacklos verhalten oder die Tatsache, dass das die breite deutsche Medien-, Politik-, und Justizlandschaft beschäftigt.

Der zweite Artikel war nämlich nötig, weil die Schreckschraube ihre Informationen offenbar nur von Facebook bekommt und nicht von seriös recherchierten und mit Quellen hinterlegten Blogs wie Sciencefiles – bei ihr klingt das negativer:

Doch der AfD-Mann wäre nicht Carsten Härle, ließe er es damit auf sich beruhen. Mit „Denunziation heißt nun Zivilcourage“ postet er einen weiteren Artikel zum Thema, den die rechte Online-Plattform Faktum-Magazin dem radikal antifeministisch-pseudowissenschaftlichen Blog „ScienceFiles“ entnommen hat.

Wir analysieren mal die Unterstellungen:

  • Der AfD-Mann ließ es nicht “auf sich beruhen” , dass Facebook seine verfassungsrechtlich garantierte Meinungsfreiheit nicht respektiert. Komischerweise findet die Schreckschraube nicht, dass Herr Härle dafür einen Preis für Zivilcourage bekommen sollte.
  • Das Faktum-Magazin sei eine rechte Plattform. Okay, der Punkt ist fair, aus Sicht einer radikallinken Propagandaschrift ist alles “rechts”, und dass die FR recht offensichtlich eine solche ist, hatten wir oben geklärt.
  • Sciencefiles sei ein “radikal antifeministisch-pseudowissenschaftliches Blog”. Okay, es ist ein Blog. Aber es ist doch nicht radikal antifeministisch – ich meine, ich fordere, Feministen als Hexen zu verbrennen. Herr Klein (und Sciencefiles insgesamt) fordert nur, dass wir aufhören, den Dummschwätzern Geld in die untervögelte Muschi zu blasen, und SF würde das niemals so formulieren. Womit das also schonmal blanker Unsinn ist – oder aber das Wort “radikal” nur ein wertloser Lückenfüller, aber dann ist die CDU eine radikal-linke Partei (Urgh; der Gedanke gefällt mir gar nicht, dass das stimmen könnte). Zu pseudowissenschaftlich – ach, das überlasse ich Herrn Klein, solchen Denunzierungen (!) und Diffamierungen begegnet man mit einem Call, wenn der Gegenspieler blufft und keine Ahnung vomn Spiel Wissenschaft hat.

Drei fucking ad hominems – oder die grenzdebile Variante davon, das ad Quellem – die alten Philosophen haben sich offensichtlich keine derart blöden Diskutanden vorstellen können. Kommt da noch was inhaltliches?

Dass Zivilcourage die Wahrung moralischer Werte meint, trotz möglicher Nachteile, ist begrifflich gar nicht an eine Staatsmacht als Gegenüber gekoppelt.

Eine fucking Lexikondefinition. Die FR beschäftigt eine Frau, die fucking Lexikondefinitionen (neben (absichtlichen?) Missverständnissen, natürlich) als einziges fucking Argument hat.

Der nicht genannte Autor braucht diese sachlich falsche Behauptung jedoch, um seine simple Argumentationskette durchzuhalten.

Der “nicht genannte Autor” steht unter dem fucking Artikel, aber die widerliche Schreckschraube braucht den Punkt, weil es ihrer Leserschaft von Blockwarten natürlich ein Dorn im Auge ist, missliebige Leute nicht denunzieren zu können und es sie gleich noch rechter und denunzierenswerter macht. Wie Kinder, die geschmacklose Witze machen, wir leben schließlich in einem Rechtsstaat und brauchen Ablenkung von echten Problemen, die mit linken Utopien wie offenen Grenzen einhergehen. Panem et Circensis, oder auf Deutsch: Preise für Zivilcourage und die Frankfurter Rundschau.

Aber lesen wir mal selbst, warum Herr Klein die staatliche Obrigkeit als Kriterium für die Beurteilung des Vorliegens von Zivilcourage gewählt haben könnte – mit Hilfe der von ihm verlinkten wie fucking zitierten Duden-Definition. Fuck, und das war das “Gegenargument” der Schreckschraube: Nicht fucking lesen können.

Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt

So… und ich bin da jetzt nicht Herr Klein und stelle deswegen schonmal in Frage, ob die Aufregung über das geschmacklosejüdische Familienfoto” [eine Rauchwolke] (das war “das Schlimmste“, wir müssen uns also nicht mit Kleinigkeiten aufhalten) jetzt einen nennenswerten humanen oder demokratischen Wert verletzt.

Demokratisch schließe ich aus; ich durfte darüber nie abstimmen, und ich durfte auch nie über die existente repräsentative Demokratie abstimmen, von daher ist das höchstens ein totalitärer Wert aufgrund der Tatsache, dass es halt einen extra fucking Paragrafen dafür gibt, blöde Witze über den Holocaust zu machen – solang Juden betroffen sind. “Mein Opa ist im KZ gestorben – ist besoffen vom Wachturm gefallen” war zu meinen Studentenzeiten eine beliebte Methode, dumm-gutmenschliche Linke, die die Stimmung verderben wollten, loszuwerden. Heute bekämen die Pisser einen fucking Preis für Zivilcourage, damit sie fröhlich weiter jedwede positive Stimmung zerstören können – wobei ich jetzt eher annehme, dass sie eins aufs Maul von den Afghanen bekommen – und naja, wenn ich so zurückdenke, haben sie das damals auch. 

Ah – humane Werte. Ja, es ist nicht lustig, eine Million Juden zu verbrennen. Oder sechs. Oder einen Zahnarzt, aber man darf ja keine Holocaust-Witze mehr machen. Aber – ist das nicht was anderes? Ist es nicht enorm wichtig, sich über dumme, lächerliche politische Bewegungen lustig zu machen?

Ich habe irgendwo gelesen: wenn es Deine politische Position nicht verträgt, dass man sie ins lächerliche zieht, ist sie scheiße, und faktisch hat jedes totalitäre System ebendies verboten. Ich finde es von daher wichtiger, nicht in einem inhumanen, totalitären System zu leben, was auch noch so blöde Witze verbietet, als die Befindlichkeiten der NS-Opfer – ah, Moment, die sind tot. Also, als die Befindlichkeiten der NS-Überlebenden – ah, Moment, die sind langsam auch alle tot. Ja – neeee, Kinders, ich lebe lieber nicht in einem totalitären System, als dass hier jedes Pseudo-Opfer sein ganz besonderes Schneeflockentum ausleben kann. Fairerweise aber spreche ich es Marion nicht ab, dass sie das anders sehen kann und tut; ich bin ja kein widerlicher linker Totalitärer. Von daher machen wir ein Häkchen bei der Motivation. Und dann landen wir wieder bei den eventuellen (negativen) Folgen “in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o.Ä.”.

Okay, betrachten wir da mal Marions Situation: Von den Obrigkeiten wird sie mit einem Preis ausgezeichnet, von der Öffentlichkeit als Heldin gefeiert… ja…. wo sind denn da auch nur eventuell negative Folgen? Was hätte ihr denn passieren können? Dass sie gesagt bekommt, dass sie eine blöde Kuh ist? Das ist keine negative Folge ihres ach so couragierten Akts der Nächstendenunziationliebe, sondern das war ihr fucking Motivator:

Die Dresdnerin erntete nur Anfeindungen („wohl zu viele tote Juden eingeatmet“) und wandte sich an die Polizei.

So… und damit wäre dann auch der hehre Beweggrund weg; die wollte nur die Leute bestraft sehen, die nicht mit ihr einer Meinung sind, wie jeder brave Stasi-Denunziant. Das ist aber nicht nur Denunziantentum, das ist totalitäres Herrschaftsverhalten, unterstützt und ausgezeichnet von einem totalitären Staat. Denn aufgrund persönlicher Anfeindungen zu denunzieren ist kein humanistisches, sondern ein subjektives Motiv, und die Schreckschraube schreibt das – basierend auf Zitaten – auch noch so hin.

Und – als reiche das noch nicht, um nicht nur zu zeigen, dass das Mädel eine egoistische, geltungssüchtige Denunziantin ist, sondern auch um gleich noch ihren eigenen Punkt zu widerlegen, als hätte Marion irgendwelche reale, negativen Konsequenzen zu befürchten, publizieren sie auch noch ein Bild von ihr. Zweimal (zweimal in der FR. Überall sonst auch, siehe Links unten. Man könnte fast meinen, die wollen das arme Mädel ihrer Ideologie opfern, brauchen einen Märtyrer und sind alle zu feige). 

Fucking mutig das. Fucking mutig.

Fairerweise aber ist das arme Mädel 15 Jahre alt, und während man mit 15 schon total wiederlich sein kann, ist das eher Schuld der Erziehung und der Indoktrination – meine Oma war unter Hitler so  15, und das ging nie so ganz weg mit der NS-Ideologie. Es wäre also unfair, Marion da zu viel eigene Entscheidung zuzuschreiben; das wird sie schon merken, wenn sie auf dem Heimweg von der Schule mal kulturell bereichert wird.

Das Mädchen, das sich gegen ihre Klassenkameraden trotz Anfeindungen wehrt, handele fremdgesteuert und obrigkeitshörig, und eben nicht ihren Wertvorstellungen entsprechend – wie es die Widerstandskämpfer während der NS-Zeit getan haben.

Ja – das unterstellt keiner. Ihr tut so, als macht sie das aus Eigeninteresse und nicht, weil sie euren Bullshit glaubt und es einfach nicht blickt, was das für eine Gesellschaft fördert. Oder dachtet ihr, meine Oma war super-dankbar dafür, dass ihr Haus weggebombt wurde? Oder die Nachkriegszeit? Ich nehme an, Marions Uroma ist tot, die lebte in den Ostgebieten, die hätte da aber sicher noch weniger drüber geredet. Aber wir müssen jetzt nicht so tun, als wäre da alles heiler SafeSpace gewesen, oder?

Oh – das ist übrigens böses Nazi-Sprech, findet die Schreckschraube:

„Vielleicht sollte die mal von 10 Goldstücken verwöhnt werden“, gibt Hans T. seinen Vergewaltigungsfantasien freien Lauf.

Das sind nämlich nicht Hans T.’s Vergewaltigungsfantasien. Das sind die Vergewaltigungsrealitäten von einer ganzen Menge Frauen.

Und es ist defintiv nicht Marions Schuld, wenn ihr das passiert. Es ist aber die Schuld von euch. Von der Schreckschraube Katja Thorwarth, die junge Frauen in einer der gefährlichsten Zeiten in Deutschland seit 1949 dazu ermutigt, sich dümmlich mit Stärkeren anzulegen, als könne ihr nichts passieren, der jüdischen Gemeinde in Berlin, die ihr für dieses Verhalten einen Preis verleiht, ihr vom Spiegel, der Welt, der BILD, RTLallen Propagandamedien? Euch gebührt jedwede Schuld, wenn Marion, die eigentlich Emilia heißt, irgendwas schlimmes passiert, weil ihr ihr beibringt, dass sich die Welt nur um sie dreht, dass ihr niemals was schlimmes passieren kann und es fucking heldenhaft sei, sich strunzblöde zu verhalten und sich auf ein bigottes System zu verlassen, was nichtmal seine elementarsten Pflichten – das Wohlergehen der Bevölkerung – wahrnimmt, sondern stattdessen fucking Gedankenverbrechen verfolgt wie Orwells IngSoc, und ihr ihr erklärt und sie belobigt dafür, dass das gut und richtig und wichtig sei. Tipp: Das ist fucking Drecksegal.

Ah – sollte dieser Post irgendwie das arme Mädel erreichen: Die weitaus meisten Menschen sind anständig. Es ist nichts verwerflich oder schlecht daran, Leute wegen Straftatbeständen anzuzeigen – man macht sich damit nur keine Freunde, vor allem, wenn es Lappalien sind, aber die Deppen tun dir nix. Die helfen Dir jetzt nur im Fall der Fälle nicht mehr, aber jedweder anständige (und wie erwähnt, das sind die meisten) AfD-Wähler würde das schon tun. Wie auch die absolut meisten Türken, Afghanen, Iraner, Iraker etc. pp. Aber sei fucking vorsichtig, Mädel; niemand hat Dir mehr gesunden Menschenverstand beigebracht. Dafür hast Du sicher eine Freundin mit Kopftuch, lass die Dir das erklären; je kürzer die hier ist, desto besser kann sie das.

Feminism is cuntfusing

This is a reply to Jessa Crispin’s utter bullshit in the Guardian. If you would like to understand my thoughts, which will be in German, leave a comment. I will translate if requested.

tr;dr: Das ist von vorne bis hinten einfach nur doof. Denn die Autorin ist so in ihrer linksfeministischen Fitlerbubble, dass sie nicht mehr weiß, was “Richtig” und “Falsch” von “Wahr” und “Falsch” unterscheidet, und natürlich ihre egoistischen (und natürlich bigotten) moralischen Maßstäbe als die einzig richtige und wichtige Wahrheit sieht. Aber fangen wir an:

Liberal men think they know feminism. They really don’t

Ja – wundert das irgendwen? Linke denken grundsätzlich, sie hätten nach einem fünfminütigen Vortrag über Marxismus die allseligmachende Weisheit mit Löffeln gefressen. Aber das ist natürlich für Leute, die sich selbst im Besitz ebendieser allseligmachenden Weisheit wähnen, verwunderlich, weil – ja, die angeblichen Weisheiten halt dann doch meist inkommensurabel sind. Was man halt wüsste, wenn man sich die “Erfolge” linker Ideen, die weitestgehend Massenmorde, Hungerkatastrophen oder im besten Fall bittere Armut sind, mal anschauen würde – und dann nicht mit dem Unsinn kommt, dass ebendiese linken Marxisten ja gar nicht die eigentliche, allseligmachende marxistische Weisheit vertreten hätten, die man selbst vertritt – die dann zwar (in der Realität) auch nur zu Gulags und Armut führt, aber dazu müsste man selbstreflexiv nachdenken (können).

Now that our culture has finally decided to take violence against (some) women (somewhat) seriously

Ja genau – die Gewalt von allen, die nicht so ganz weiß sind, wird gerne mal verschwiegen. Und selbst in der ARD erklären die Leute, dass Flüchtlingskriminalität ja fast nur andere Flüchtlinge betrifft, so als dürfte man als Deutscher keine Probleme mit Assos haben, wenn die Leute mit einer anderen Hautfarbe vergewaltigen. Aber wie schon vorausgeschickt: Bigotte Arschlöcher. Und das meinte die Autorin sicher nicht, die tut so, als wäre es irgendwo auf diesem Planeten okay, Frauen gegenüber gewalttätig zu sein. Freilich gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, was da nun darunterfällt, aber seid mal nicht so kulturimperialistisch!

In recent weeks, men throughout so-called enlightened, liberal industries have been brought down by allegations of harassment and sexual assault.

“Enlightenment” übersetze ich mit “Aufklärung”. Das sind klassische, konservative Zeitungen vielleicht, aber TV-und Filmmedien sicher nicht. Und Hollywood ist da ganz hinten dran; Aufklärung ist so “Primat der Wissenschaft” und “Realität” und nicht Fiction. [Sidenote: Ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, dass irgendwelche Männer aufgrund unbewiesener Anschuldigungen ihren Job verlieren, aber mein Mitleid mit den medial bekannten Betroffenen der letzten Wochen hält sich in Grenzen, zumal die Anschuldigungen auch nach deren eigenen Angaben zutreffend scheinen. Das ändert meine Meinung auf: Haben sie verdient.]

The only thing that’s surprising is how many of the men who have long abused their power have gotten away with it in part by hiding it behind a sheen of progressive politics and claims of feminism.

Wen überrascht das? Liebe zwangsprogressive, krebsartige Linke: Ihr seid die Einzigen, die das Konzept von Gedankenverbrechen gut finden und einen Unterschied machen zwischen jemandem, der einen anderen totschlägt, weil derjenige schwarz ist oder weil der Täter dessen Uhr haben wollte. Konservative finden beides gleich abscheulich. Analog seid ihr die, die Leute, die was gesagt haben, was ihr Pfuibäh findet, allein deswegen ausschließen – und analog Leute einschließt, die das (eurer Meinung nach) richtige sagen – unabhängig davon, was sie tun. Das ist strunzblöde, verlogen und bigott. Aber EUER Ding.

Writers at leftist publications who have written about women’s issues and self-identify as feminist now stand accused of assault and rape. In public, they call themselves our allies, and in private, they reveal their true selves.

Ja. Virtue Signalling nennen wir das, und halten es für verlogenes Verhalten von “Gutmenschen”, die nur ihr eigenes Fremdbild, nicht aber tatsächlich altruistische Motive im Sinn haben. Aber das wollt ihr nicht hören und nennt Leute wie mich immer Nazi, wenn wir sowas sagen, oder behauptet sinnfreien Stuss wie “wegen Leuten wie dir braucht man Feminismus”. Hättet ihr mal lieber zugehört, hättet ihr euch von denen ferngehalten und wärt nicht vergewaltigt worden.

Yes, it’s hypocrisy, but it’s something more than that.

Ja, es ist abscheulich, verlogen, gesellschaftsschädlich und mir fällt leider auch nichts mehr ein, wie man Linke dazu bringt, mit dem Unsinn aufzuhören, bevor alles den Bach runtergeht – außer KonzentrationsBesinnungslagern, natürlich. Ihr habt hoffentlich nichts gegen Besinnungslager, mit der Umbenennung gehen eurer Meinung nach ja die existenten Probleme weg, wie bei Zigeunern, gell?

Ah, nein – ich vergaß, ihr seid verlogene, bigotte Arschlöcher, deren eigene Standards natürlich nicht für sie selbst gelten. Wie die Schweinchen in Orwells Animal Farm oder jedem Sozialisten ever.

Male feminists have long been a joke for both the right and the left.

Ich kann jetzt nicht für die politische Linke sprechen, aber bei uns sind sie das schon immer noch. Es scheint so, als wäre das ein hausgemachtes Problem bei euch, und das könnte was mit euren grundsätzlichen Paradigmen und Maximen zu tun haben, die halt einfach scheiße sind, aber – hey, denkt halt mal selbst nach (in einem Besinnungslager, zum Beispiel. Wir können die auch “Safe Spaces” nennen und da nur Leute wie euch reintun….).

The alt-right, filled with men who identify as alpha or beta, call them cucks, meaning they are so far down on the scale of hierarchical masculinity they fall below women.

Ich bezweifle jetzt mal, dass sich irgendein Verwender des Alpha-Beta-Schemas nicht als Alpha einordnet – oder zumindest einer sein will – aber das ist Unsinn. Es ist keine hierarchische Männlichkeit, es ist eine hierarchische Menschlichkeit. Und da sind cucks nicht nur unter den Frauen sondern bei Omega. Frauen selbst sind direkt unter den Alphas, gaaaaanz weit oben, nur halt unter den Alphas. Wohl aber über den Betas, aber wer auch immer sich das ausgedacht hat, hat halt nicht sonderlich gut nachgedacht – oder kann kein Griechisch.

On the left, there was such a widespread understanding that men who self-identify as feminists were doing it mostly to get laid that even Saturday Night Live has done a skit about it.

Ah. Und? Ja, es gibt auch gute Sketche von Linken. Selbstironische.

They were performing as sensitive allies, but this was just to hide a darker truth: that men have not encountered feminism at all.

Freilich hat man bei Linken auf Twitter manchmal das Gefühl, dass die in einer Höhle leben, nur rein aufgrund ihrer fehlenden Manieren, aber: Hä?

Sure, they took a class at their liberal arts college, [bla] They believe all the right things when it comes to women’s issues,

Alles, was nach Jessas (googelt die übrigens nicht!) Meinung “right things” sind, nicht etwa, was tatsächlich oder auch nur ethisch richtig wäre, natürlich. Nur, um meine Behauptung oben zu belegen; bei uns Nicht-Linken ist das üblich und für das Verständnis unserer Ausführungen wichtig, dass wir nicht einfach nur wild Unsinn behaupten.

but they still treat women as if they were objects there only for their sexual use.

Äh – ist das jetzt das Problem? Ja, ich halte Linke im Allgemeinen für einen widerlichen Sauhaufen, aber die Kassiererin im Supermarkt wie ein Sexobjekt zu behandeln würde jetzt auf Seiten der politisch Rechten (oder auch nur nicht-Linken, wie auch immer man das nennen will – Libertären?) einfach eine grundsätzliche Frage des fucking Anstands darstellen. Anstand ist eines der Wörter, die ihr nicht kennt, liebe Linke. Schaut mal in ein Lexikon (ne, jetzt nicht schnell den Wikipedia-Artikel auf Parteilinie umschreiben; ein echtes Lexikon).

What feminism should mean to men is not think this thing or vote this way.

Komisch. Feministen erzählen aber von “listen and believe” bis “I’m with her” genau das. Bigotterie, anyone? Jessa selbst scheibt einem (naja, Frauen) sogar vor, wie man sich zu fühlen hat (als Weißer natürlich schlecht). Fucking fühlen.

It’s a project that needs to illuminate the dark, unconscious urges that power the violent behavior.

Es tut mir ja fast ein bisschen Leid für euch da bei den Linken, aber ich habe (a) keine “dunklen Dränge”, und ich bin (b) auch nicht gewalttätig. Das ist auch auf meiner Seite der Politik nicht üblich; das ist mehr so Antifa: “halts Maul, sonst gibt’s eins drauf”. Und: Nein, ich bin nicht bereit, über die drei fucking Neonazis zu reden, die das doch durchaus so handhaben. Ich habe geschrieben, dass es mir reicht, und jetzt reden wir über eure Probleme. Machst du ja auch, Jessa, also bleib dabei: Das ist ein Problem, was ihr geschaffen, gefördert und glorifiziert habt; Aussagen über Tatsachen zu stellen. Das ist dumm, falsch in jedem Sinne von falsch, und vor allem greift es die Grundlagen jedes Rechtsstaats an, wenn Aussagen mehr zählen als Tatsachen – gell, Emma mit der Matratze? Wi-der-lich-es Pack.

The power imbalance between the genders is built in from birth, and our cultural values (strength and power over empathy and softness)

Freilich ist da schon der erste Satz seltsam, aber der zweite ist… dumm. Die kulturellen Werte der Aufklärung sind mal fokal Vernunft. Und Vernunft, Vernunft, Vernunft, gepaart mit ein bisschen Wissenschaft und Realität. Empathie und “Softness” sind die fucking Werte von Jesus, Stärke und Macht die von Mohammed. Beides ist nicht unsere aufgeklärte Kultur.

are transmitted through everything from entertainment to the news to our political structure.

Wann? Wo? Wie? Jeder fucking Film endet mit irgendeinem Mist bzgl. “innerer Stärke” und “man hatte das schon immer in sich”, zunehmend mit inkompetenten weiblichen Protagonisten, um die reihenweise Leute sterben und die einen feuchten Dreck zu interessieren haben. Politisch leben wir in der breitesten Demokratie, die es je gab (und die niemand bei den alten Griechen nicht für eine strunzdumme Idee gehalten hätte). Das ist gelebte Macht des Wortes, die aber wirklich klare Regeln braucht, die auch eingehalten werden müssen – was z.B. die Linke gerade nach der demokratischen Wahl von Trump eben nicht tut; gegen ein Wahlergebnis zu protestieren – in der Erwartung, dass das was bringt – ist zutiefst undemokratisch. Analog bei der AfD, übrigens. Muss man nicht mögen. Ist aber demokratisch legitimiert, nur weil ihr linken alles immer so gerne legitimiert seht. Das hier ist etwas, was tatsächlich legitim ist; Steinewerfen ist das nicht.

It’s one thing to perform respect out in public.

Respekt ist keine Theaterperformance, sondern etwas, was man (1) wirklich (2) leben muss. Das fängt bei einem gewissen Respekt vor sich selbst an, und geht (erst) dann über einen gewissen Mindestrespekt vor Fremden über zu echtem Respekt gegenüber denen, die etwas respektables geleistet haben. Das ist eine sehr individuelle Geschichte, die zu verallgemeinern ist blöde – aber das tun Linke gerne. Könnt ihr Linken mirwegen gerne machen, respektiert mich als Mann für alle Errungenschaften der Zivilisation, die irgendein anderer Mann erschaffen hat. Das wären übrigens nahezu alle. Doof? Ja, natürlich, aber kollektivistischer Unsinn ist doch eure Prämisse?!

It’s another to fully understand, both consciously and unconsciously, that when you’re alone with a woman, she is a human with her own valid needs and desires.

Essen, sicher Schlafen, und ab und zu mal durchgevögelt werden. Wie bei jedem Menschen, ja. Wieso tun Linke so, als wäre das irgendwie eine beeindruckende Erkenntnis?

Alcohol and sexual desire has a way of bringing our unconscious beliefs out from under this veil of civility, showing us parts of ourselves even we didn’t know was there.

Teilweise stimmt das sogar: Nach einigem Alkohol habe ich Fressgelüste, und irgendwann werde ich müde. Aber das sexuelle Bedürfnis ist dann doch unabhängig davon da…

Feminism should be a spiritual awakening for men; it should be a revelation of the ways they have participated in the oppression of women in both public and private spheres.

Ja, wir wissen, dass Feminismus eine fucking Religion ist. Daher nochmal: Wir sind eine aufgeklärte Gesellschaft, da ist für Religion nicht mehr so viel Platz (neben Wissenschaft und Fakten). Und ich unterdrücke keine Frauen. Ich habe auch keine Frauen unterdrückt. Die wenigsten Menschen haben das, und in der Weltgeschichte haben das die wenigsten Männer getan; die waren zu sehr damit beschäftigt, selbst unterdrückt zu werden. Von so unaufgeklärtem Unsinn wie Religion, zum Beispiel, oder vom Kommunismus.

It should show them the parts of themselves, their own feminine nature and their capacity for compassion and vulnerability, that they have dismissed as mere weakness, that need to be reclaimed. It is a psychological – even a spiritual – project, not merely a political one.

Eines der Dinge, die wir im Rahmen der Aufklärung gelernt haben ist, dass nicht alle Menschen gleich sind. Es gibt dümmere und intelligentere, fleißigere und faulere, vor allem aber nettere und widerlichere. Um sich selbst seiner eigenen Leidenschaft und seiner Verletzlichkeit bewusst zu werden, braucht es als Mann keinen Feminismus, das erledigt Jessica aus der Parallelklasse, während wir so 15 sind. Gleichwohl erkennt man dann auch, dass es sich durchaus lohnt, einfach nur nett zu Heather und Kacie zu sein. Dass Leidenschaft nichts Schlechtes ist, wissen wir. Das erklären nur Feministen. Und andere Religionen, natürlich, und das hat – je nach Vernunft der Religion – auch einen wahren Gehalt; aber der ist nicht, wie der Feminismus das propagiert, dass Leidenschaft und Verletztlichkeit irgendwie gut wären und Schwächen toll. Sie sind natürlich. Man kann (und muss) damit leben, und das ist es, was man lernen muss. Das ist aber nicht das, was der Feminismus den Frauen beibringt. Es ist vielmehr: “Du und deine Schwächen sind toll, die Welt ist scheiße” – soweit ist das auch noch korrekt – aber halt dann der Nachsatz “die Welt muss sich ändern” eben nicht. Die Welt ist scheiße, und selbst die großangelegtesten Versuche, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sei es jetzt seitens Stalins, Hitlers, Maos, Pol Pots oder Kim Il-Sungs, machten die Welt für absolut alle (außer den genannten und ihrer Günstlings-Schweinchen) ausschließlich schlimmer.

Wenn Du (ja, das ist das einzige großgeschriebene Du, was sich hier an Linke richtet) also wirklich die Welt verbessern willst, fang bei dir selbst an. Und dann gebe deine Gutheit an dein Umfeld weiter, wenn du fucking Jesus sein willst. Aber sei erstmal selber gut, du verlogene Schlampe, und nicht nur eine solipsistische Spinnerin, die ohne Gegenleistung immer nur haben, haben, haben will. Das ist keine Ethik, das ist widerlich. Nur widerlich. Boah, kotzen mich solche Leute an.

Und: Ja, ich bin der festen Überzeugung, Jessa etwas Gutes damit zu tun, ihr zu sagen, dass sie eine widerliche, entsetzliche und egoistische Person ist. Wenn das alle tun würden – also, alle einfach nur ehrlich wären – würde es vielleicht ankommen und sie könnte endlich auch nur versuchen, an sich selbst zu arbeiten. Aber die Welt ist halt Scheiße, und es sind nicht alle Menschen gut. Und irgendwelche Loser werden Jessa schon noch sagen, dass sie eine tolle, starke, attraktive Frau ist, um ihren Dödel in sie reinzustecken. Der Teufelskreis des linken Lügens und sich-selbst-Belügens, halt.

And until it is, feminism might as well not exist for men.

Zur Erinnerung, weil mich das echt aufregte: Feminismus sollte Jessas Meinung nach eine Bewegung sein, die Männern beibringt, dass ihre “femininen” (lies: selbstverständlich *guten*) Eigenschaften wie Leidenschaft und Verletzlichkeit wieder näher bringt.

Als hätten Männer es geschafft, Leute auf den fucking Mond zu schießen, wenn das nicht ihre absolute Leidenschaft gewesen wäre. Als wüsste nicht jeder (echte, nicht linke) Intellektuelle, der gerade in einem nordkoreanischen Internierungslager zerstückelt wird, um seine Verletzlichkeit. Und ja, das sind Extrembeispiele, aber das sind doch keine Werte, die man irgendeinem Mann näherbringen könnte, der – wie oben erwähnt – älter ist als 15? Das weiß der doch schon?! Von daher: Wenn wir Feminismus bis dahin, wo er das tut, Jessas Meinung nach nicht brauchen, brauchen wir ihn dann erst Recht nicht mehr. Also insgesamt gar nicht.

That so few men even seem to realize this work is required does not bode well for the near future of masculinity.

Wenn das stimmen würde, ja, dann kommen wir recht schnell zu einer nuklearen Apokalypse, was dann vielleicht auch nicht die schlechteste Lösung wäre. Ich kann mich aber damit trösten, dass der weitaus größte Teil der Menschheit nicht so denkt wie Jessa oder die linken Weicheier, von denen sie redet, und die Menschheit noch eine Zukunft hat. Also, hoffe ich zumindest.


Ja, das war ein toller Schluss für den Artikel, aber Jessas Redakteur hatte das Bedürfnis, noch einen klärenden Nachsatz zu schreiben, den ich Euch nicht vorenthalten will:

Jessa Crispin is the author of Why I Am Not a Feminist: A Feminist Manifesto

Klingt irgendwie schizophren, oder?

Anti-Libertarian Arguments

James Damore hat einen Link getwittert, in dem sich (zumindest angeblich) kritisch mit Argumenten gegen eine freie Gesellschaftsordnung auseinandergesetzt wird. Da ich recht schnell den ersten Unsinn gefunden habe, gehen wir das mal zusammen durch.

Teil A: Freie Märkte,

Gegenargument 1a: Externalitäten, die erste:

An externality is when I make a trade with you, but it has some accidental effect on other people who weren’t involved in the trade. Suppose for example that I sell my house to an amateur wasp farmer. Only he’s not a very good wasp farmer, so his wasps usually get loose and sting people all over the neighborhood every couple of days.

Meine Meinung: Das ist ein reiner Strohmann. Das sieht man auch an dem “are libertarian ways to solve externalities” – “Gegen-Gegenargument”:

To some degree, yes. You can, for example, refuse to move into any neighborhood unless everyone in town has signed a contract agreeing not to raise wasps on their property. But getting every single person in a town of thousands of people to sign a contract every time you think of something else you want banned might be a little difficult.

So funktioniert das nämlich nicht mit der freien Gesellschaft. In der hat man – das mag Linken komisch vorkommen, keinerlei Möglichkeit, etwas verboten zu bekommen, was nicht alle scheiße finden – zum Beispiel Mord oder Diebstahl. Oder Körperverletzung – auch durch Wespen. Der Wespenfarmer in dem Beispiel wäre in einer freien Gesellschaft für sein Handeln verantwortlich, was offensichtlich ein sehr schwieriges Konzept ist. Das ist nicht, wie der Auto behauptet:

But in this case, you’re not coming up with a clever libertarian way around government, you’re just reinventing the concept of government. There’s no difference between a town where to live there you have to agree to follow certain terms decided by association members following some procedure, pay dues, and suffer the consequences if you break the rules – and a regular town with a regular civic government.

.. sondern da ist ein Riesen-Unterschied: Ich der freien Gesellschaft darf ich machen, was ich will, und muss mich einen fuck-Scheiß an irgendwelche Wehwehchen irgendwelcher Sensibelchen halten. ich kann also sehr wohl Wespen züchten, solange die niemanden nennenswert stören. Tun sie aber, das Beispiel ist absurd.

Gegenargument 1b: Externalitäten, die zweite:

Couldn’t consumers boycott any company that causes externalities? (Antwort: Nein), sowie der “Schluss”: They justify some environmental, zoning, and property use regulations.

Nein, das tun sie nicht. In der freien Gesellschaft hat Klaus das gleiche (theoretische) Recht, giftige Chemikalien in einen Fluss zu kippen wie Gabi das Recht hat, in dem (vorher) sauberen Fluss zu schwimmen. Klaus kann also niemals praktische Recht haben, den Fluss zu verschmutzen. Da braucht es kein Gesetz, aus der Verantwortung von Klaus für Gabis Schwimmrecht ergibt sich, dass der fucking Fluss sauber bleibt.

Gegenargument 2: Allokationsprobleme.

As a thought experiment, let’s consider aquaculture (fish farming) in a lake. Imagine a lake with a thousand identical fish farms owned by a thousand competing companies. Each fish farm earns a profit of $1000/month. For a while, all is well. But each fish farm produces waste, which fouls the water in the lake. Let’s say each fish farm produces enough pollution to lower productivity in the lake by $1/month. A thousand fish farms produce enough waste to lower productivity by $1000/month, meaning none of the fish farms are making any money. Capitalism to the rescue:

Ne, Meister, die sind gerade alle pleite gegangen. Aber gut – bleiben wir in Deinem Beispiel:

someone invents a complex filtering system that removes waste products. It costs $300/month to operate. All fish farms voluntarily install it, the pollution ends, and the fish farms are now making a profit of $700/month – still a respectable sum. But one farmer (let’s call him Steve) gets tired of spending the money to operate his filter. Now one fish farm worth of waste is polluting the lake, lowering productivity by $1. Steve earns $999 profit, and everyone else earns $699 profit. Everyone else sees Steve is much more profitable than they are, because he’s not spending the maintenance costs on his filter. They disconnect their filters too. Once four hundred people disconnect their filters, Steve is earning $600/month – less than he would be if he and everyone else had kept their filters on! And the poor virtuous filter users are only making $300. Steve goes around to everyone, saying “Wait! We all need to make a voluntary pact to use filters! Otherwise, everyone’s productivity goes down.”

Lalala. Kinders, so funktioniert das natürlich nicht. Das ist wieder ein reiner Strohmann: Es ist von Anfang an nicht in Ordnung, nicht für seine Externalitäten zu haften. Punkt, Ende.

I bet [extremely complex privatization scheme that takes into account the ability of cod to move across property boundaries and the migration patterns of cod and so on] could have saved the Atlantic cod too.

Jajaja – immer noch: Wer die Atlantik-Kabeljaus am meisten vermissen wird, werden die Atlantik-Kabeljaufischer sein. Die.gehen.aber.pleite, und zwar lange bevor die fucking Fische ausgestorben sind. 30 Jahre später gibt es dann sicher wieder genug Kabeljaus, damit sich das Fischen lohnt, und derweil gibt es halt Zuchtkabeljaus oder andere fucking Fische.

An der Stelle vermischen wir dann schon Thema 1 und Thema 2:

2b: How do coordination problems justify environmental regulations?

Consider the process of trying to stop global warming. If everyone believes in global warming and wants to stop it

Schön. Das ist schon wieder die fucking Auslassung von “anthropogen”, die die Klimaprediger so gerne “vergessen”. Aber gut, nehmen wir mal einen menschengemachten Klimawandel an – dann sind alle, die Treibhausgase ausstoßen, selbstverständlich für den z.B. Untergang der Malediven verantwortlich. In dem Fall müssten sich dann die Malediver entscheiden, ob (a) man alle Treibhausgasemmissionen unterlässt oder (b) sie entschädigt werden. Da die Malediver in Fall (a) elendig verhungern, weil sie auf fucking Inseln im verdammten Nirgendwo leben, werden sie sich für (b) entscheiden.

Und freilich braucht auch ein noch so libertäres System einen Staat, der die Grundregel der Verantwortung durchsetzt, in diesem Fall – falls der Klimawandel nun antropogen ist – zum Beispiel mit einer Abgabe auf Luftverschmutzung. Komischerweise haben wir die schon, geben das Geld aber nicht den Maledivern. Aber der fucking Libertarismus habe ein Allokationsproblem, my ass.

2c: How do coordination problems justify regulation of ethical business practices?

Ja fucking gar nicht.

Let’s say Wanda’s Widgets has one million customers. Each customer pays it $100 per year, for a total income of $100 million. Each customer prefers Wanda to her competitor Wayland, who charges $150 for widgets of equal quality.

Wayland ist bankrott. Wanda’s Widgets hat jetzt ein Monopol. Oder wer kauft den Mist? Oder ist das wie Apple?

Now let’s say Wanda’s Widgets does some unspeakably horrible act which makes it $10 million per year, but offends every one of its million customers.

Ich frage mich, wie das gehen soll, nachdem Wanda für ihre unaussprechlich furchtbare Handlung fucking verantwortlich ist. Das ist reines Denken in modernen, korrupten Rechtssystemen, in den Millionenprozesse mit lügenden Anwälten und bezahlten (lies: auch lügenden) Gutachtern fegührt werden. Wenn es so offentsichtlich furchtbar ist, ist die Verantwortungsfrage recht einfach und eher der Geschädigte der neue Eigentümer von Wanda’s Widgets.

There is no incentive for a single customer to boycott Wanda’s Widgets.

Genau. Genau das ist der Punkt an freien Märkten.

This suggests a “market failure” of boycotts, which seems confirmed by experience.

Jaaaaa… richtig. In verzerrten Märkten. Ich zum Beispiel möchte keinen “Ökostrom” aus nicht energieeffizienten Windrädchen, aber da kann ich boykottieren wie ich will, zahlen muss ich den Scheiß trotzdem. In einem freien Marrkt gäbe es nicht mehr Windrädchen, als man braucht, und von allen anderen Produkten auch nicht. Da kann man nicht boykottieren im Sinne von Ersatzprodukten, da kann man nur verzichten. Das will aber keiner, deswegen funktioniert das nicht.

The existence of government regulation solves this problem nicely. If >51% of people disagree with Wanda’s unspeakably horrible act, they don’t need to waste time and money guessing how many of them will join in a boycott, and they don’t need to worry about being unable to conscript enough defectors to reach critical mass. They simply vote to pass a law banning the action.

Scheiß übrigens auf die 3,7 Milliarden Menschen, die zu den 49% gehören. Scheiß auf die. So richtig, richtig hart. Aber was von sauberen Flüssen erzählen.

2d: How do coordination problems justify government spending on charitable causes?

Gar nicht. Sammal. Jetzt kommt der ultimative Cringe:

How many people want to end world hunger? … There are various estimates about how much [feeding the world] would cost, … [but] Even if we take the highest possible estimate, it’s still well below what you would make if 50% of the population of the world donated $1/week to the cause.

Hmmm… verhungern dann nicht eine ganze Menge “neuer” Menschen, weil sie den fucking Dollar gebraucht hätten?

Now, certainly there are some very poor people in the world who couldn’t donate $1/week, but there are also some very rich people who could no doubt donate much, much more.

Wirklich? Yay, Kommuismus!

So we have two possibilities. Either the majority of people don’t care enough about world hunger to give a dollar a week to end it, or something else is going on. That something else is a coordination problem.

Das ist schön – aber vielleicht ist die Erklärung ja doch eher die erste, und wir haben gar kein Problem? Es hält sie ja nun wirklich, wirklich niemand davon ab, Geld zu spenden?

Klar, verhungernde Kinder in Afrika sind ein Problem – für verhungernde Kinder in Afrika. Deswegen bekommen sie da so viele – weil es nicht genug für alle zu essen gibt, damit wenigstens eines überlebt. Das ist ein hausgemachtes Problem. Benutzt fucking Kondome. Bekommt keine Kinder, wenn ihr sie nichtmal ernähren könnt. Sammal.

2e: How do coordination problems justify labor unions and other labor regulation?

Niemand hat was gegen jedwede Form von Zusammenschlüssen, die schaden niemandem. Regelungen hingegen gehen nur mit einer absoluten Mehrheit – die muss nichtmal 100% sein, es reichen 80% Mehrheit bei einem 80% Quorum von allen, das sind nur 64% der Weltbevölkerung. Geht halt nur bei Themen, für die sich 80% der Leute nicht zu doof sind, auch nur wählen zu gehen – also eher herzlich wenige. Ratet mal, wie viele Gesetze wir dann hätten? Drei? Vier? Verantwortung für Schäden an Dritten und Einhaltung von Verträgen wären mal nur zwei, und das regelt schon verdammt viel.

Sonstige Regeln? Oh, nehmen wir ein schönes Beispiel:

The boss can ask all sorts of things like that the prospective pay for her own background check, or pee in a cup so the boss can test the urine for drugs

… solche Fragen nicht stellen zu dürfen schafft zwangsweise einen lemons market. Würdet ihr ein Auto kaufen, ohne eine Probefahrt zu machen? Eben. Der Rest sind Strohmänner gegen Labour Unions, die kein vernünftiger Libertärer hat. Können die Arbeiter gerne bilden, soviel sie wollen. Es darf nur niemand gezwungen werden, mit denen zu reden.

Thema 3: Irrational Choices

A company gives its employees the opportunity to sign up for a pension plan. They contribute a small amount of money each month, and the company will also contribute some money, and overall it ends up as a really good deal for the employees and gives them an excellent retirement fund. Only a small minority of the employees sign up. The libertarian would answer that this is fine. 

Vollkommen korrekt.

Then the company switches tactics. It automatically signs the employees up for the pension plan, but offers them the option to opt out. This time, only a small minority of the employees opt out.

Am deutschen sozialistischen Wesen soll die Welt genesen. Kinders, ganz ehrlich: Ich hasse es, wenn ihr so tut, als wüsstet ihr alles besser und alle anderen wären nur Vollidioten, die man zu ihrem Glück zwingen muss. Fun fact: Es gibt wirklich viele, viele Vollidioten, aber wenn ihr anfangt, so einen Paternalismus zu rechtfertigen, dann reden wir bitte gleich und sofort über “Opt-Out” – Sterilisationen von Frauen auf Sozialhilfe im Westen – oder gleich allen Frauen in Afrika und Südostasien (mirwegen nach ihrem ersten Wurf).

Was, wollt ihr nicht? Komisch – immer, wenn ich paternalistische Vorschläge, dir sowohl den Betroffenen als auch der Gesellschaft als Ganzes nutzen, mögt ihr mich nicht mehr. Ich mache aber das fucking Gleiche wie ihr. Deswegen finde ich Euch übrigens Scheiße.

3c (ich hab da den repetitiven Mist ausgelassen): It justifies government-mandated pensions, some consumer safety and labor regulations, advertising regulations, concern about addictive drugs, and public health promotion, among other things.

Ist es nicht schön, wie toll all das klingt, wenn man nur “justified” dazuschreibt? Oder “legitim”? Leute, nochmal: Meine Position erlaubt es nicht, Leute zwangszusterilisieren. Eure schon. Denkt mal drüber nach.

4. Intransparenz

4a: Many economic theories start with the assumption that everyone has perfect information about everything.

Das sind genau die gleichen, die den rationalen Konsumenten unterstellen, die oben verwendet wurden. Es sind aber nicht diejenigen, die sich mit Allokaltionsproblemen befassen, die ebenfalls oben angesprochen wurden. Könntet ihr Euch bitte für eine (oder zumindest eine Gruppe) von Theorien entscheiden, die nicht vollkommen inkommensurabel sind (lies: sich widersprechen)?

In libertarian thought, if people really care about product safety, efficacy and ethics, the market will ensure them itself, and if they genuinely don’t care, that’s okay too.

Ja.

And what’s wrong with the libertarian position here?

Sehr gute Frage.

Section 5 describes how we can sometimes predict when people will make irrational choices. One of the most consistent irrational choices people make is buying products without spending as much effort to gather information as the amount they care about these things would suggest. So in fact, the nonlibertarians are right: if there were no government regulation, people who care a lot about things like safety and efficacy would consistently be stuck with unsafe and ineffective products, and the market would not correct these failures.

JA DANN IST ES IHNEN ABER AUCH NICHT WICHTIG WENN SIE KEINE FUCKING MINUTE ZEIT INVESTIEREN? An was bemesst ihr Deppen denn “Care”? Politsch korrekten Bullshit labern und dann 12jährige vögeln? Das ist ganz genau kein Argument, und zeigt ganz genau das Gegenteil.

4c (ja, blabla ausgelassen): What other unexpected consequences might occur without consumer regulation?

It could destroy small business.

Das wird spannend. Regularien sind nämlich prohibitiv für kleine Unternehmen, aber das Weglassen soll schlecht sein?

One could feel quite safe shopping at Wal-Mart. But suppose on the way to Wal-Mart, you see a random mom-and-pop store that looks interesting. What do you know about its safety standards? Nothing. If they sold tainted or defective products, it would be unlikely to make the news; if it were a small enough store, it might not even make the Internet. Although you expect the CEO of Wal-Mart to be a reasonable man who understands his own self-interest and who would enforce strict safety standards, you have no idea whether the owner of the mom-and-pop store is stupid, lazy, or just assumes (with some justification) that no one will ever notice his misdeeds.

Warum? Warum sollte ich annehmen, dass der Chef von Walmart kein blödes Arschloch ist? Wenn dessen Laden morgen pleite geht, zieht er für den Rest seines Lebens auf eine (untergehende) Malediveninsel. Der Chef des kleinen Ladens hingegen wird sein möglichstes tun, um nicht zu verhungern. Das ist ein Argument für Vollidioten.

Repeated across a million people in a thousand cities, big businesses get bigger and small businesses get unsustainable.

De facto sterben die kleinen Läden aus, weil es für sie immer unerträglicher wird, 400.000 neue fucking Regelungen, wie genau man seinen fucking Wischmop zu putzen hat, einzuhalten, die dann auch noch kontrolliert werden. Freilich aber esse ich in Ländern, wo das noch geht, sehr, sehr gerne in Läden, bei deren purem Anblick ein deutscher Lebensmittelkontrolleur einen Herzinfarkt bekäme. Wenn da was nicht in Ordnung wäre, wäre der Laden nämlich leer.

Teil B. Gott, das wird lang, und auch bekomme bald Besuch. Ich beschränke mich mal auf die Highlights:

The claim of many libertarians is that the wealthy earned their money by the sweat of their brow, and the poor are poor because they did not. The counterclaim of many liberals is that the wealthy gained their wealth by various unfair advantages, and that the poor never had a chance. These two conflicting worldviews have been the crux of many an Internet flamewar.

Jaja, schön. Das liegt an fucking Regierungen, die es den Reichen erlauben, immer reicher zu werden, weil sie ja “too big to fail” sind und eine Million arbeitslose Kohlearbeiter Wählerstimmen kosten würden. Das ist ein Staats-Problem, kein Marktproblem. Kaum ein Unternehmen hält sich länger als drei Generationen.

Okay, I acknowledge that at least half of the differences in wealth can be explained by parents.

Ach. Ich verbrachte bis zu meinem 19. Lebensjahr plusminus 12.000 Stunden in der Schule, aber alleine in meinen ersten drei Lebensjahren 26.280 Stunden mit meinen Eltern. Komisch, dass die einen Einfluss haben.

Ich überspringe mal das ganze Einkommens-Ungleichheits-Gejammere. Faktisch sind es Märkte, nicht – und nieRegierungen, die den Wohlstand auch der Unterschicht steigern. Vor allem aber ist es nicht:

This is a good deal of the justification for the liberal program of redistribution of wealth and government aid to the poor.

Denn wenn man Leuten Geld schenkt, werden sie davon weder andere Eltern haben noch ein anderes soziales Umfeld, man hebt nur die Unterschicht über die Unterschicht in Ländern ohne Kommunismus – vielleicht. Davon ist es aber (a) immer noch die Unterschicht, und (b) nimmt es der Unterschicht einen Teil der Motivation, nicht mehr Unterschicht zu sein. Siehe: Fortpflanzungsraten in zweiter Generation Hartzern.

6. Steuern

The most important justification for progressive tax rates is the idea of marginal utility.

Und schon wieder cherrypicking bei wirtschaftlichen Theorien.

Wer Grenznutzen nicht kennt:  Your first hundred dollars determine whether you live or starve to death. Your next five hundred dollars determine whether you have a roof over your head or you’re freezing out on the street. But by your ten billionth dollar, all you’re doing is buying a slightly larger yacht.

Und daraus der Fehlschluss:

Progressive taxation is an attempt to tax everyone equally, not by lump sum or by percentage, but by burden. Just as taking extra movie tickets away from the person with a thousand is more fair than taking some away from the person with only two, so we tax the rich at a higher rate because a proportionate amount of money has less marginal value to them.

Denn (a) ist das hier so dargestellt, als fängt die Steuerprogression erst bei der großen Yacht an und erreicht nicht, wie z.B. in meinem Fall, schon bei einer kleinen Yacht die Grenze (für nicht-Superreiche), aber wenn wir so anfangen, reden wir doch mal wirklich über Grenznutzen: Wieviel ist es wohl einem Superreichen wert, nicht bestohlen oder umgebracht zu werden? 10% seines Einkommens? Okay – warum sollte das bei jemand bettelarmen anders sein? warum sollte der Reiche für die gleiche Leistung überproportional mehr zahlen? Ist das Leben des Reichen mehr wert als das des Armen? Hey – das ist euer Punkt, nicht meiner?!

Over the past thirty years, the rich have consistently gotten richer.

Übrigens in der Zeit, als ihr euch in den USA vom liberalen Kapitalismus verabschiedet habt und zunehmenden Sozialismus einzuführen begonnen habt. Aber daran kann es natürlich nicht liegen.

Teil C: Politik

War das nicht alles fucking Politik?

Government never does anything right

Das ist kein libertärer Punkt, das ist ein linker Strohmann. Wir brauchen sehr wohl eine Regierung – im Sinne von Hobbes Leviathan. Das Problem ist, dass die Regierung keine eierlegende Wollmilchsau ist, die alles richtig machen kann. Wir wären daher dafür, dass die Regierung recht wenige Sachen macht, und die dafür ordentlich. Ich nehme an, dass jetzt nur Beispiele kommen, was die Regierung alles tolles macht…

Super. do you have any examples of government succeeding at anything more practical?

Wenigstens versteht der Autor sich in diesem Fall mal auf die Formulierung einer vernünftigen Gegenfrage.

Eradicating smallpox and polio globally

Okay, das wird Dreck. Das ist einfach nur eine glatte Lüge. Den globalen Kampf gegen Polio führt der fucking Rotary-Club mit meilenweitem Vorsprung an, was Regierungen hier tun, ist das zu sabotieren. Fickt euch. So richtig.

Du hast zudem gerade deine gesamte Glaubwürdigkeit verloren, Scott Alexander. Deine ganze. Das ist nicht mehr nur billiges Strohmann-abfackeln, das ist eine unverzeihliche Lüge.

Argument: State-run companies are always uncreative, unprofitable, and unpleasant to use.
Some of the greatest and most successful companies in the world are or have been state-run. Japan National Railways, which created the legendarily efficient bullet trains, and the BBC, which provides the most respected news coverage in the world as well as a host of popular shows like Doctor Who, both began as state-run corporations

Das sind eure Beispiele? Das? Ich meine, nichts gegen Doctor Who, aber ob das jetzt fünf Milliarden Pfund pro Jahr wert ist… Und ja, der Shinkanzen ist ein toller Zug. Nur 100km/h langsamer als der Siemens Velaro, den wir in Deutschland mit der Staatsbahn natürlich niemals sehen werden. Der geht in kapitalistische Länder – wie China.

Sehr guter Punkt. Ist dein Argument gegen Selbstmorde, dir selbst in den Kopf zu schießen?

A lot of what government trumpets as “successful regulation” is just obvious stuff anyway that any individual in a free market would do of her own accord.

Ja, das war mein Punkt, wieder schön erkannt. Und du wirst ihn sicher wieder sehr erbärmlich zu “widerlegen” versuchen?

Many cars did not even include seatbelts until the government mandated that they do so. In 1983, the seat belt use rate in the United States was 14%.

Kinders: Der Sicherheitsgurt, den ihr da so toll dem Staat zuschreibt, kommt von Volvo.

Argument: Government-run health care would be bloated, bureaucratic, and unnecessarily expensive, as opposed to the sleek, efficient service we get from the free market.
Actually, government-run health care is empirically more efficient than market health care

Und es kommt ein Vergleich mit fucking Amerika, wo man für den kleinsten, menschlichen Fehler mal gleich Millionen an seine armen Opfer zahlen muss. Wisst ihr, wie das an einem freien Markt funktionieren würde? Da wäre ein Typ tot, wie jetzt auch, aber der Arzt würde enorm unbeliebt werden. Vor allem, weil er nur Leute operiert, die ihn von Flüchtigkeitsfehlern freischreiben. Klar, das machen dann alle Ärzte – aber die Leute werden dann halt wahlweise sterben (ihr Problem) oder zu den guten Ärzten gehen. Es sind nicht alle Ärzte gleich gut, ihr dummen Sozialisten.

any of the issues surrounding gun control are much less restrictive. For example, some involve restrictions on sales to criminals, “cooldown periods” before purchase, mandatory safety training, et cetera.

Wer bitte verkauft einem Kriminellen eine Waffe, wenn er die Verantwortung dafür trägt, was der damit macht? “Ich dachte, das ist ein anständiger Mensch, der die zum Selsbtschutz kauft” ist übrigens ein gutes Argument, da keinen Teil der Verantwortung zu tragen, aber das trifft hier nicht zu. Waffen sind übrigens weniger nützlich, desto mehr Leute welche haben; Balance of Power haben wir aus dem kalten Krieg gelernt.

Bah. Ich denke, die “moralischen” Sachen haben einen eigenen Psot verdient, aber ich muss jetzt weg.

Menschenrechte? Nicht für Untermenschen.

Ich würde ja schon seit fünf Tagen gerne was über Charlottesville schreiben, aber ich wusste nicht so genau, was. Drei Tote sind natürlich immer unfein, wenn man friedlich demonstrieren wollte, aber es kotzt mich an, dass mittlerweile nichtmal mehr erwähnt wird, dass zwei davon mit einem fucking Hubschrauber abgestürzt sind und wir nicht in Kandahar sind, wo fucking Kameltreiber mit russischen RPGs spielen.

Bleibt dann noch ein Typ, von dem wir ruhig erstmal annehmen könnten, dass er ein widerlicher Faschist ist, der irgendeine friedliche, unschuldige Gegendemonstrantin totgefahren hat, woraufhin andere friedliche, unschuldige Gegendemonstranten mit ihren friedlichen, unschuldigen Baseballschlägern auf sein Auto losgingen wie eine Horde wildgewordener Neger Affen.

(Link zum Video).

Da die Faktenlage aber da nach dem obigen Video für mich nicht so eindeutig ist, wie die Presse tut (das Audio ist biassed, lasst es halt aus), warte ich da einfach mal, was die Justiz sagt. Ich bin sicher, dass der Fahrer des Wagens einen fairen Prozess bekommen wird, der fängt ja schon gut an:

he could not be appointed a public defender because someone in the public defender’s office was directly affected by the crime

Wir können also stattdessen über relevantere Themen reden, so wirklich interessiert sich außer ein paar Heuchlern und ihren Freunden und Eltern ja eh keiner für die tote Frau.

Was also hat denn die Antifa da eigentlich verloren gehabt? Netterweise ist dieser Frage Dahlia Lithwick vom seriösen, unparteiischen Slate-Magazin bereits nachgegangen (anhand mehrerer Augenzeugen, ich nummeriere die mal)

[1] It was basically impossible to miss the antifa for the group of us who were on the steps of Emancipation Park in an effort to block the Nazis and alt-righters from entering.

Na, das ist doch lobenswert. Die Antifa war ganz in der Nähe von Leuten, die andere Leute (Nazis) davon abgehalten haben, eine widerwärtige Versammlung abzuhalten. Das ist gut, schließlich ist es ein (beschlossenes, Art. 20) Menschenrecht, sich friedlich zu versammeln, da wird die Antifa sicher die Nazis vor den Leuten geschützt haben, die verhindern wollten, dass sie ihre Menschenrechte ausleben? Ich meine, die sind doch die Guten, richtig?

We tried not to break the line, but they got through some of us … Some of the anarchists and anti-fascist folks came up to us and asked why we let them through and asked what they could do to help.

Oh – nicht die Guten?

[2] I stood with a group of interfaith clergy and other people of faith in a nonviolent direct action meant to keep the white nationalists from entering the park to their hate rally

Hatten wir das nicht schon?

we were prepared to be beaten to a bloody pulp to show that while the state permitted white nationalists to rally in hate, in the many names of God, we did not. But we didn’t have to because the anarchists and anti-fascists got to them before they could get to us.

Ist das irgendwie suggestiv? Ich meine – haben die Nazis denn irgendwen zu Klump geschlagen, der sie nicht von der Ausübung ihrer Menschenrechten abhielt? Wäre irgendwas passiert, wenn man einen Schritt zur Seite gegangen wäre und anderer Leute grundlegende Menschenrechte achtet?

Hört sich für mich nicht so an, oder? Ich meine, die Antifa ist hier explizit für diejenigen Leute da, die wissentlich im Unrecht anderen ihre Menschenrechte verweigern. “Nicht zu Klump geschlagen werden” ist übrigens auch ein Menschenrecht, aber die kann man eben nicht aufwiegen (also, sagen die Moralisten).

[3] Our path home was blocked by them, and we had no choice but to face them.

Könnte das vielleicht an deinen Freunden bei [1] und [2] liegen, dass es da einen Rückstau gab? Ist dir irgendwas passiert? (Sie haben mit ihr geredet, angedeutet unflätig).

[4] Incredibly brave students held space at the University of Virginia and stared down a torch-lit mob that vastly outnumbered them on Friday night.

Das klingt jetzt nicht gerade nach Reichskristallnacht…

A phalanx of neo-Nazis shoved right through our human wall with 3-foot-wide wooden shields, … The white supremacists did not blink at violently plowing right through clergy, all of us dressed in full clerical garb. … as for antifa, anything they brought I would only categorize as community defense tools and nothing more.

Wir lernen: Schilde sind widerliche Nazi-Angriffswaffen, Baseballschläger und Pfefferspray Verteidigungsmittel.

Wir lernen weiterhin: Es ist gut, richtig und wichtig, Leute vom Ausleben ihrer Menschenrechte abzuhalten. Also, wenn es Nazis sind, natürlich.

Trump sieht das ein bisschen anders, aber der ist auch ein Nazi. Warum das so ist, erklärt uns Sascha Lobo im Spiegel:

“Es gab einige sehr gute Leute, auf beiden Seiten.” Man muss dieses Zitat der Pressekonferenz von Donald Trump über die Demonstration “Unite the right” in Charlottesville in den richtigen Kontext setzen. Dafür reicht in diesem Fall ein Bild:

Dieses Foto reicht aus, weil es nicht allein steht, sondern ein treffendes Symbol ist.

Danke, Sascha, für den sehr aussagefreien Text, der auch mit einem völlig anderen Bild als deinem funktioniert (das sind die friedlichen Gegendemonstranten). Willst du uns jetzt auch noch was über billige Sophismen erzählen?

Natürlich verbergen sich dahinter wiederum oft uralte Diskussionstricks, von altgriechischer Rhetorik bis zu Schopenhauers Eristik.

Süß. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Linken es überhaupt nicht leiden können, wenn man ihre rhetorischen Spielchen als den Bluff erkennt, die sie sind, und mit einer Hand voller Trump-Karten einfach mal callt…

Trump antwortet: [bla]
Es ist ein wiederkehrendes Muster in Netzdiskussionen, zu erklären, man kenne ja nicht alle Fakten. Damit wird impliziert, man könne noch nicht abschließend urteilen. Das hört sich zwar logisch an – aber ist doch ein Trick, denn es geht selten um “alle Fakten”.

Es geht nicht um Fakten, sondern um Gefühle. Ist der Lobo eigentlich auch Feminist?

Es geht um das Wesentliche, und das konnte man sehr wohl erkennen, ohne um jedes Detail zu wissen.

An wen erinnert mich das?

In welcher Form der Staat diese Erziehung weiterführt, kann heute gleichgültig sein, das Wesentliche ist, daß er’s tut und die Wege sucht, die dem nützen.

Ah, Hitler. Wer hätte das gedacht.

Auf diese Weise wird ein Argument der rationalen Herangehensweise ins Gegenteil verkehrt.

Ich finde Sascha Lobo gerade toll. Ich kann ihn einfach sich selbst zerlegen lassen und muss nichtmal mehr was dazu sagen, so dümmlich-nichtssagend ist das geschrieben.

Auf die Frage: “War das Terrorismus?”, antwortet Trump: [bla] In dieser kurzen Passage sind gleich zwei Botschaften versteckt, [bla]. Es “…nennen, wie Sie wollen” ist mehr als eine flapsige Anmerkung. Mit diesen Worten macht er das terroristische Attentat letztlich zu einer eher persönlichen Definitionsfrage.

Der Unterschied zwischen einem Terroristen und einem Freiheitskämpfer ist immer eine Definitionsfrage. Wir erinnern uns noch an die tapferen Freiheitskämpfer der Taliban aus Rambo III?

Und ich möchte mal anmerken, dass wirklich noch nicht klar ist, ob der Typ ein Terrorist war. Von Lobo angeführte “Eindeutigkeiten wie Hakenkreuzfahnen, Hitlergrüßen und Judenvernichtungsfantasien” hat man jedenfalls noch nicht gefunden, nur ein paar blöde Memes.

Trump öffnet damit in einem Nebensatz die Tür für andere Deutungen, die im Netz von den Neonazis bereits verbreitet werden: Es habe sich um einen Akt des Widerstands gehandelt.

Eine Blockade von ein paar Spinnern zu durchbrechen, die einen von der Ausübung seiner Menschenrechte abhalten wollen, ist ein Akt des Widerstandes. Ein legitimer solcher, übrigens, und das nicht im linken, sondern im rechten (im Sinne von Gesetz) Sinn des Worts.

Auf diese Weise spricht Trump die Neonazis von “Alt Right” frei und vereinzelt den Täter.

Wenn ich die Bilder richtig deute, waren da verdammt viele Neonazis, White Supremacists, KKK-Altgestrige, vor allem aber eine ganze Menge Militia-Spinner mit halbautomatischen Sturmgewehren. Zumindest letztere haben sicher nichts gemacht, sonst wäre ja wenigstens einer angeschossen worden. Ist aber nicht passiert. War also wohl ein Einzeltäter. Was Lobo hier macht, ist neudeutsch “Guilt by Association”. Dem von Lobo zitierten, aber nicht verstandenen, Schopenhauer wäre das zu doof. Lobos Text ist ein einziges “argumentum ad auditores” (man redet direkt zum Publikum, weil das eh doof ist), weil er sonst nix zu sagen hat. Das ist Strategem #28, für einen Linken durchaus erstaunlich, so weit gelesen zu haben.

Etwa wird bei islamistischen Mordanschlägen grundsätzlich eine Mitschuld sämtlicher Muslime unterstellt – während rechtsextremer Terrorismus stets von irgendwie fehlgeleiteten oder zeitweise nicht ganz zurechnungsfähigen Einzelpersonen verübt wird.

Der einzige, der hier eine Mitschuld aller angeblichen und tatsächlichen Neonazis an irgendwas unterstellt, ist Sascha Lobo. Es ist wortwörtlich genau das, was er Trump in den Mund legt, was dieser aber eben nicht getan hat – weil Trump, wie ich annehme, Schopenhauer gelesen und verstanden hat: Auf so einem Niveau diskutiert man nicht.

Dann sagt er: “Wenn Sie sagen ‘Alt Right’ – definieren Sie ‘Alt Right’ für mich”. Trump weiß genau, was “Alt Right” ist, [bla]. Aber hier tut er, als sei das alles diffus, als könne man es nicht genau sagen, als gäbe es da ja ohnehin Definitionsschwierigkeiten. Auf diese Weise macht er die Gruppierung weniger greifbar, sie ist damit schwieriger zur Verantwortung zu ziehen.

Ich bin mir recht sicher, dass Trump weiß, was die Alt Right ist. Ich bin mir aber auch recht sicher, dass das nicht alles Nazis sind, wie Lobo – und die von Trump angesprochenen Reporter – tun. White Supremacists sind z.B. nicht zwingend Nazis; Nazis wollen einen starken Staat, während die Militionäre mehr Anarchisten sind. Aber differenziertes Denken fällt wohl schwer, wenn man sich zu viel Chemie auf den Kopf schmiert (das war jetzt ein ad hominem, das ist aber Teil einer fucking Polemik).

“Was ist mit der ‘Alt Left’? […] Damit greift er zu einem der wichtigsten Standardtricks der Online-Kommunikation, insbesondere auch von “Alt Right” verwendet: Whataboutism.

Ich meine, wenn ich jetzt aussehen würde wie Sascha Lobo wäre es mir auch nicht mehr peinlich, derartigen Stuss zu reden, aber kommen wir auf die Sachebene zurück: Whataboutism ist nichtmal ein Wort. Bei Schopenhauer heißt der Sachverhalt “Strategeme spiegeln”, d.h., wenn Dein Gegner nur Sophismen statt Argumenten bringt, musst Du ihm das nicht sagen, sondern gibst sie einfach zurück – dann steht nämlich er blöd da. So kann man sich eine Sachdebatte – sagt Schopenhauer – komplett sparen, und das ist genau das, was passiert.

Denn Trump hat – wörtlich – Rassisten etc. pp. als Abschaum verurteilt, wie das jeder vernünftige Mensch tun würde. Das ist aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit, weswegen die zwei Spinner, die da einen Hitlergruß gezeigt haben und der eine mit der Nazi-Fahne auch recht alleine waren.

Trump will nur auch über die linken Chaoten sprechen. Das mögen aber linke Chaoten nicht sonderlich, weswegen da Unsinn wie “whataboutism” kommt. Kinder: Euer Thema ist nach eurem Wunsch geklärt. Nächstes Thema: Ihr.

Auf diese Weise packt man den Gegner vermeintlich bei den eigenen moralischen Maßstäben, tatsächlich handelt es sich um eine reine Ablenkungsstrategie, mit der unangenehme Fragen aus dem Fokus gedrängt werden sollen.

Hey, Moment, das habe ich gerade schon gesagt. Aber Sascha “whataboutism-t” ja lieber weiter so, als fände irgendwer Nazis toll, um eben nicht über seine eigenen moralischen Maßstäbe nachdenken zu müssen – weil er keine hat. “Die, Nazi scum” ist moralisch nämlich nicht besser als “tötet alle Moslems”. Falls ihr das anders seht: Stellt euch vor, ihr wärt ein Nazi-Moslem, und wie dann eure Meinung dazu wäre.

So schützt man diejenigen, bei denen gerade kein Argument zu ihrem Vorteil erkennbar ist.

In Saschas Fall die Antifa. Wissen wir.

Auf diese Weise tut Trump, als sei in Charlottesville gar nicht “Alt Right” gegen die normale amerikanische Bevölkerung aufgetreten – sondern rechte Aktivisten gegen linke Aktivisten.

Ich bezweifle sehr stark, dass die “normale amerikanische Bevölkerung” etwas gegen freie, friedliche Versammlungen hat oder es toll findet, Leute davon abzuhalten. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Amerikaner da sogar so liberal, dass sie das auch noch dem letzten Abschaum zugestehen.

Was Lobo hier macht ist übrigens eine Erweiterung (Kunstgriff #1, den lieben Feministen und Linke gleichermaßen, weil Schopenhauer ab #2 nicht ganz so einfach zu verstehen ist) – niemand, auch nicht Trump, hat irgendwas gegen die normale amerikanische Bevölkerung. Es geht gegen linke Chaoten – wie die, die überall freizügig Autos anzünden. Das sind keine normalen Leute. Das sind Terroristen. Um die geht es. Thema, Sascha, Thema.

Ganz ähnlich tun die Neonazis von “Alt Right” schon so, als seien nicht normale Bürgerinnen und Bürger gegen sie, sondern nur komische Linksradikale.

Wie wir oben gesehen haben, werden die einfachen Bürger* schlicht zur Seite geschoben, wenn sie im Weg stehen. Ich bin mir recht sicher, dass niemand das Recht hat, blöd im Weg zu stehen, und finde zur Seite schieben in Ordnung. Ist auch niemandem was passiert, wie die Augenzeugen sagen.

Erinnern wir uns oben an unzulässige Isolation zurück? Wenn “normale Bürger” sich mit den “komischen Linksradikalen” gemein machen, könnte man sie nach seiner (Nicht-) Logik auch einfach in den gleichen Topf werfen, wie das Sascha mit durchgeknallten Neonazi-KKKlern und Opa Herbert, der gerne Civil War Reenactment macht, tut. Ganz fein, Sascha, ganz fein.

Wie mich das ankotzt, wenn dumme Leute intellektuell tun. Ich lasse mal den blöden Strohmann der nächsten Seite im Originaltext aus, Sascha wird wohl nach Worten, nicht nach Inhalt bezahlt. Mir tut das in letzter Zeit für meine Leser leid, weil meine Posts dann so furchtbar lang werden, aber ich kann wirklich nichts für unendlich lange Vorlagen, die vor Unsinn nur so strotzen.

Die Strategie der Neonazis von “Alt Right” ist, die Ablehnung ihrer extremistischen, menschenfeindlichen Positionen als ebenfalls extremistisch darzustellen.

Ich halte es nicht für extremistisch, sondern für widerlich, Opa Herbert als Neonazi darzustellen. Aber wenn ihr wollt: “Tötet Gruppe X” ist in jedem Fall extremistisch. Kein Punkt für dich, Sascha.

Trump betont im Verlauf der Pressekonferenz die Gewalttätigkeit der “Alt Left”, während er die rechtsextremistischen Demonstranten eher in Schutz nimmt: Es habe dort auch “bad people” gegeben, aber die meisten hätten “unschuldig protestiert” und seien “fine people”. Dieses Diskussionsmuster gehört zu den boshaftesten, denn völlig unabhängig von eventueller Gewalt durch Gegendemonstranten gab es ein Mordattentat durch die Rechtsextremen auf eine friedlich protestierende Frau.

Whataboutism, Sascha, Whataboutism. Sammal. Du kannst doch nicht extra einen frei ausgedachten Begriff als Pseudo-Argument gegen deinen Gegner anführen, und dann selbst genau das gleiche machen? Ich meine, für wie doof hältst du deine Leser? Wie blöde Antifanten?

Oh.

Okay, Sachebene: Wieso ist das jetzt “völlig unabhängig”? Wieso sind die gewalttätigen Gegendemonstraten nur “eventuell”? Ich meine, die sind mit Baseballschlägern auf Leute losgegangen, da gibt es fucking Videos. Das ist eine der boshaftesten Diskussionsstrategien… ach, Moment, das kennst du als Linker natürlich in- und auswendig.

Wenn man diesen essenziellen Niveau-Unterschied verschweigt

Den essenziellen Niveau-Unterschied zwischen Leuten, die friedlich demonstrieren wollen und Leuten, die das mit Gewalt verhindern wollen, verschweigt hier übrigens Sascha.

ist das eine absichtsvolle Verharmlosung eines terroristischen Mordes. […] Dann steigert er die Schuldverteilung noch: “Es gab eine Gruppe auf der einen Seite, Sie können sie ‘die Linken’ nennen […], die kam und griff die andere Gruppe gewalttätig an.” Damit verschiebt Trump die Verantwortung auf die Gegendemonstranten.

Könnten wir bitte nicht so voreilig von terroristischen Morden sprechen? Ich meine, nur weil irgendwer “Allahu Akbar”-brüllend mit automatischen Waffen um sich schießt, ist das doch auch (wirklich!) noch lange kein terroristischer Anschlag.

Und inwiefern tut Trump das – also, “die Verantwortung verschieben” – jetzt mal außerhalb von Saschas Fantasie? Dürfen wir nicht über gewalttätige Linke reden, weil da eine Frau gestorben ist? Können wir das denn, nachdem wir den jungen Mann frittiert haben? Ich meine, das wäre es ihm sicher wert, wenn er denn wirklich ein anständiger Nazi ist. Die muslimischen Terroristen machen das schließlich auch…?

Ah – ne, können wir sicher nicht. Weil es ja sein könnte, dass irgendeine Bushaltestelle noch von Opa Herbert benutzt wird, daher muss die vorsorglich angezündet werden. Linke “Logik”.

Es geht um keine Demonstrationserlaubnis, sondern um Mord Der Eindruck, den Trump hier erwecken möchte, findet sich in Onlinediskussionen in großer Regelmäßigkeit: Die Betonung der Rechtsstaatlichkeit genau dort, wo sie legitimierend erscheint.

Wenn Dummheit sich irgendwie körperlich äußern würde, hätte Sascha sicher knallrote Haare. “Whataboutism” einführen und dann nur und ausschließlich das als “Argument” benutzen ist quasi der Superlativ von dumm.

Abgesehen davon sind es die Linken, die sofort nach dem Rechtsstaat schreien, sobald sie mal wegen irgendwas verhaftet werden. Unschuldsvermutung und so, deswegen sehen sie ja aus wie IS-Terroristen. Sowas haben Nazis, und das muss man ihnen zugute halten, nicht gemacht – die standen wenigstens zu dem, was sie machten. Das machte es dann auch ex post einfacher, sie für ihre Verbrechen zu hängen. Bei den Linken ist das immer schwieriger, siehe: Alle linken Diktatoren, z.B. Honecker.

Trump dagegen hebt mehrfach hervor, dass die Neonazi-Demo rechtskonform gewesen sei und die der Gegner nicht.

Und von grundlegenden Menschenrechten getragen, möchte ich nochmal betonen. Magst du Menschenrechte nicht, Sascha? Sollte der Rechtsstaat – und Trump als oberste Instanz dieses Rechtsstaats – nicht dafür einstehen? Komm, bring billige Ablenkungsmanöver, du kennst den Schopenhauer ja auswendig:

Die Mehrheit der Neonazis mit Fackeln, Hitlergrüßen, antisemitischen Gesängen und einem terroristischen Mord

Die Mehrheit mit … einem Mord.

Wie Schopenhauer diese Argumentationsstrategie wohl genannt hätte? Argumentum ad Vollidiotum?

Fast möchte man Mitleid bekommen mit den armen Nazis und der für sie so wichtigen Statue.

Und ihren fucking Menschenrechten. Aber hey, Scheiß auf Menschenrechte. Sind ja nur Juden Neger Nazis.


Disclaimer: Ich bin mir recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Neonazis und White Supremacists und den verbundenen Abschaum in Gulags stecken würde.

Ich bin mir aber auch recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Kommunisten, Sozialschmarotzer, Berufskriminelle und den verbundenen Abschaum in Konzentrationslager stecken würde.

Und so sehr ich beides grundsätzlich befürworte, bin ich gegen beides. Ich bin ein Kind der Zeit, wo man noch ohne Helm Fahrrad fahren , nachts am Bahnhof nur in einer Ecke Drogen kaufen konnte, mit 16 noch nicht Vater war, Mädchen noch Mädchen und Jungs noch Jungs waren – ja, und Homos Homos, ‘türlich, aber die Welt war mal gut so, wie sie war, ohne dass es eines von beidem gebraucht hätte. Irgendwie traurig.

Communist Fiction

Ich lese ja gerne, wenn ich dafür Zeit habe. Leider schreibt ja kaum noch jemand gute Bücher, von daher ist man schon dankbar, wenn Daniel Suarez endlich mal wieder die Zeit gefunden hat, was neues zu schreiben. Das war auch – wie immer – gut; es fällt nur irgendwie bei Suarez auf, wie er sich förmlich dazu zwingen muss, in seinen Büchern auch ein paar Frauen in auch nur in der Nähe von relevanten Rollen unterzubringen. Fairerweise hatte Influx, wenn ich mich nicht falsch erinnere, eine weibliche Protagonistin; das war aber mehr unglaubwürdig, als es wirklich störte – also, man hatte nie den Eindruck, dass der Protagonist eine Frau wäre, weil sie sich nie wie eine Frau verhielt.

Frauen als Protagonisten glaubwürdig zu schreiben ist schwierig; Jeffrey Archer hat da mit Anna in False Impression einen Maßstab gesetzt, einen weiblichen Protagonisten zu schreiben, der gleichzeitig als stereotypisch weiblich zu erkennen ist und gleichzeitig die sinnvollen Sachen, die man als Protagonist halt so machen muss, nicht vollkommen widersprüchlich zu ihrem Charakter erscheinen zu lassen.

Naja, denken wir uns, wenn schon Archer nur noch Mist schreibt und Crichton (der auch glaubwürdige Frauen schreiben konnte) tot ist, muss man ja ab und zu mal den “andere Kunden kauften auch” – Empfehlungen vertrauen und was neues ausprobieren – Hugh Howey beschreibt das Problem in Beacon 23 mit “but for every book I like, there are like a billion I don’t, and there is no way to differentiate in advance”.

Nun stellt sich also kurz vor dem Abflug raus, dass Cory Doctorow ein Buch geschrieben hat. Es nennt sich Walkaway, und ist nicht sein erstes Buch. Den Namen kannte ich aus Fefes Blog und dem Free-Speech-EFF-Umfeld, also beschloss ich, dem mal eine Chance zu geben.

Und fairerweise muss man sagen, dass Doctorow gut schreibt, ein wirklich cooles, realistisch-dystopisches Zukunftsszenario schafft, und man das Buch nur zum Schlafen weglegt, wenn es einem aus der Hand fällt.

Wenn man aber vorher Suarez gelesen hat, der ein wirklich cooles, realistisch-dystopisches Zukunfsszenario schafft und man nicht schläft, bevor das Buch zuende ist, fällt Doctorow ein paar Ligen tiefer.

Was mehrere Gründe hat – ich identifiziere da mal zentral den, dass Doctorow ein überzeugter SJW sein muss. Da ich dem interessierten Leser Suarez Change Agent (und den Rest seiner Bücher) ans Herz legen würde, spoilere ich mal wie Hölle Doctorows Walkaway – auch wenn die Prämissen ähnlich sind:

Nach dem nächsten Kondratieff-Zyklus sind grundlegende Ressourcenprobleme eigentlich gelöst, aber finanzielle Interessen wie Beharrungstendenzen staatlicher politischer Macht stehen echtem menschlichen Fortschritt im Weg – und die Tatsache, dass niemand Verwendung für Milliarden weitestgehend nutzloser Menschen hat. Suarez löst letzteres Problem realistisch-düster und als Nebenplot, während Doctorow feministische Safe-Spaces als Hauptplot hat, die nur von allen angefeindet werden.

Dass die Safe-Spaces in sich inkohärent und widersprüchlich sind, stört den Leser mehr als die Charaktere, die sämtlich ganz besondere (und weibliche, mit einer Transe und einem Neger als Ausnahme) Frauen sind und natürlich ganz besondere Schneeflocken sind, die aus der Erkenntnis heraus, dass alle Menschen ganz besondere Schneeflocken und damit wieder alle gleich sind, eigentlich nur ungezügelt mit allem vögeln, was sie treffen. Doctorow schreibt, was man als seriöser Autor nicht macht, übrigens explizite Sexszenen, die – neben einer etwas pervers wirkenden pornografischen Komponente – in etwa so spannend sind wie ein feministischer Consent-Leitfaden. Der Protagonist des ersten Teils des Buches stirbt dann übrigens im zweiten, wohlgemerkt völlig ohne jeglichen Grund, und man liest dann halt in der Hoffnung weiter, dass wenigstens der Rest auch stirbt.

Man wird leider auch in diesem Punkt derbst enttäuscht – wie in jedem anderen Punkt auch.

Die Storyline der lieben, kuschelnden (und vögelnden), kooperativen, toleranten LMNOP-Menschen, die den aktuellen Microaggressions-Bullshit zu einem “huh, wie interpretiere ich Microausdrücke” – Bullshit hochstilisiert haben, leben (dank exzessiv vieler Drogen) in völliger Ignoranz gegenüber der (natürlich nur durch die bösen Systemkapitalisten als Gerüchte gestreuten) ständigen Plünderungen und Vergewaltigungen in ihrem SafeSpace-Paradies, an dem jeder teilnehmen kann, der seinen Beitrag leistet – oder auch nicht, aber um Leute, die nichts beitragen können, muss man sich ja auch kümmern. Oder sie bitten, zu gehen, das kommt ganz auf die Laune der ganz besonderen Schneeflocke an.

Ich glaube ja nun schon, dass die durchschnittliche Feministin davon feucht wird – zumindest, wenn man sie beim Lesen auf einen Symbian setzt, aber die Idee, dass man einfach friedlich weggehen kann, wenn jemand das, was man sich als Gemeinschaft geschaffen hat, um sich dann was besseres zu schaffen, ist ja grundsätzlich ganz nett, und ich sage jetzt auch nicht, dass Zigeunerleben etwas grundsätzlich negatives ist, aber das ist halt schlicht kein gesamtgesellschaftliches Modell, weil es keinen inhärenten Mechanismus besitzt, mit Arschlöchern umzugehen.

Es ist, wenn man sich traditionelle Kulturen so anschaut, ein gangbares Modell, friedlich trotz begrenzter Ressourcen zu koexistieren (wie arabische Nomaden) – aber halt nur, bis die Menschen zu viele werden. Analog sind bei (scheinbar) unbegrenzten Ressourcen kommunistische Gesellschaften möglich – siehe afrikanische Stämme – bis die Gesellschaften zu groß werden. Beides zu kombinieren scheitert zwangsweise irgendwann an beidem, wenn es keinen forcierten Arschloch-Coping-Mechanismus gibt – das wissen nicht-linke Intellektuelle übrigens spätestens seit Thomas Hobbes. Selbst linke Intellektuelle wie Marx wussten das, weil grundsätzlich jede noch so idiotische und menschenverachtende Ideologie irgendwie funktioniert, wenn man denn irgendeine Form von Gulag, Konzentrations- oder Arbeitlager schafft.

Wenn man nun aus der Perspektive darüber nachdenkt, sind die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durch vollkommen urteilsfreie Kooperation und die Möglichkeit des Ausschlusses nach wahllosen Mehrheitsprinzipien genau solche Arbeitslager, die Doctorow als überzeugter, profeministischer SJW als utopische Lösung des Gesellschaftsproblems skizziert. Von daher sind die feindseligen Reaktionen der etablierten Gesellschaft in seinem Buch auch vollkommen unrealistisch; niemand hat Probleme damit, wenn die Probleme von alleine weggehen.

Freilich spielt da auch Doctorows trotzkyistischer Hintergrund und sein kanadisch-hirntotes Umfeld mit rein, die stark von US-linker (und berechtigter) Kritik an den Amerika-als-Heilsbringer-Gedanken beeinflusst ist. “Jedem das Seine” stand nicht ohne Grund auf einem KZ-Tor – das ist nämlich die dahinterstehende Ideologie aller Sozialisten, die ja nicht grundsätzlich verkehrt ist – das ist ein Arschloch-Coping-Mechanismus. Nur dass die Linken halt keinen Staat als notwendiges Übel wollen, “nur” die Vernichtungslager, und den Staat braucht man dann halt trotzdem, um die zu betreiben…

Wenn die Allahu-Akhbar-Schreier 500km östlich von hier finden, dass Jesiden Teufelsanbeter sind und umgebracht gehören, ist das ja nun eigentlich kein amerikanisches Problem, sondern mehr ein jesidisches. Da eine Partei zu ergreifen ist genau das, was Linke so besonders verachten: Kulturimperialismus. Machen sie aber natürlich sofort. Weil – hey, auch ganz besondere Schneeflocken schmelzen in der Sonne, wie alle anderen auch. Und Gefrierschränke sind nur eine widerliche, patriarchalische, frauenunterdrückende, konservative bis regressive, umweltzerstörende Technologie. Oder so.

Das Problem ist, dass Menschen Ordnung brauchen, während aber die angemessene Form der Ordnung ebenso wie Technologie und Lebensstandards einem Schumperter’schen Wandel unterliegen, gegen den immer Beharrungskräfte bestehen werden. Viele Leute verlinken in letzter Zeit diesen Comic, den Danisch recht kurz erklärt – es gibt gewisse Urinstinkte in Menschen, die nur die wenigsten zu überwinden vermögen; vor allem den, dass man das, was man zu wissen glaubt, höher bewertet als neue Informationen.

Ich bin davon auch nicht ganz frei, siehe die wirtschaftswissenschaftlichen Referenzen in diesem Text, aber – ja, auch das Verteidigen der eigenen Ansichten gehört dazu – die Wirtschaftswissenschaften haben im Gegensatz zu anderen “neuen” Wissenschaften wie z.B. Gender Studies das Rad nicht neu erfunden und sehen meist ein, wenn sie falsch liegen. In der Makroökonomie zum Beispiel mit so ziemlich allem, aber “es geht eh immer alles vor die Hunde” ist halt nicht so die geile Theorie, wenn man langfristige Politik machen will, deswegen sind ja Schumpeter und Kondratieff eher der Giftschrank des Fachbereichs, zu dem man jungen Bachelors lieber nicht mehr den Schlüssel gibt.

Ebenso sind die Tendenzen der regressiven Linken zu betrachten – selbst der vorgeblichst progressivste, genderqueere Anarchist fand Deutschland noch besser, als er nicht für sein Aussehen von einer Gruppe Kulturbereicherer verprügelt wurde und 1000€ Sozialhilfe statt 400€ Hartz4 bekam.

Das ist eine Katharsis, die Linken wie den ständig wechselnden Protagonist*innen von Doctorow dank der Doctorow selbst von seinem Hirn verwehrten Katharsis erspart bleibt – egal, wie sehr Du Recht hast, es wird irgendwo Leute geben, die völlig anders denken als Du und genauso finden, dass sie Recht haben. Davon haben sie natürlich nicht Recht und Du schon, und die sind nur doof, das steht ja jeden Tag in der linken Presse, wie doof alle Rechten sind, aber der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist eine Gesellschaft, die klein genug ist, dass das “zu viele Menschen” – Problem nicht auftritt.

So, ich muss jetzt einkaufen gehen, Cem aus Konya, Gunther aus Johannesburg und Yuri aus Odessa haben sich (+1) zur Pasta Carbonara eingeladen (wir schmuggeln Bacon), und dafür haben wir nicht genug Bier.

Doğum günün kutlu olsun, Mr. President

Ich hatte ja nicht weiter vor, mich zu der Türkei-Geschichte zu äußern, wie ich z.B. hier geschrieben habe. Mit dem ganzen Dreck, mit dem man aber jetzt konfrontiert ist, kann ich nicht mehr anders.

Das fing heute morgen bei Fefe an:

Ein österreichischer Wahlbeobachter sagt, bis zu 2,5 Millionen Stimmen im Türkei-Referendum könnten manipuliert worden sein.

Nun geht es hier um OSZE-Wahlbeobachter, die ich ja als blonder, blauäugiger, anständiger Mensch als neutrale, um Objektivität bemühte Berichterstatter im Kopf hatte – also, bis sie sich weigerten, zu der Krim-Abstimmung auch nur hinzugehen, um danach besser (wenngleich uninformiert) lamentieren zu können.

Aber gut, soooo schlimm werden OSZE-Wahlbeobachter doch nicht sein, vor allem nicht solche, die eine “ihre Leserschaft in Medienkompetenz schulen wollende” Autorität, wie Fefe sich selbst darstellt, zitierfähig finden?

Tjo, der “österreichische Wahlbeobachter” heißt Alev Korun, und ist erstmal kein Wahlbeobachter, sondern eine Frau (aber gut, das hätte ich jetzt vom Namen auch nicht erraten, aber ich bin auch nicht Fefe und blogge jeden Dreck, ohne irgendwas dazu zu recherchieren oder die von mir angegebenen Quellen zu lesen).

Nun wäre es natürlich dumm und rein sexistisch, Wahlbeobachterinnen als grundsätzlich schlechter als Wahlbeobachter darzustellen, aber da es hier nur um Alev Korun geht, ist das ziemlich schnuppe: Alev Korun ist eine Grünen-Politikerin, und die ist bzgl. Erdogan – naja, sagen wir mal, voreingenommen:

Nun müssen wir Frau Korun fairerweise zugutehalten, dass sie die Situation in der Türkei wenigstens so zusammenfasst, wie einem das dort jeder Türke erklärt:

Erdogans Stärke ist vor allem die Schwäche der Opposition.

… aber halt mit einem vollkommen anderen Fokus – Frau Korun tut so, als wäre die türkische Opposition eine echte Alternative für die Erdogan-wählenden Türken. Was die Türken, mit denen ich geredet habe, halt nicht so sehen. Ich habe in sechs Jahren wochenlangen Türkeiaufenthalten mit keinem Türken gesprochen, der Erdogan toll fand, aber mit einer Ausnahme wählten die ihn halt trotzdem – mangels Alternativen. Die Ausnahme war Kommunist, dazu muss ich jetzt nichts sagen. Warum die übrigen Türken das so sehen, lässt sich mit Frau Korun schön erklären:

Nachdem in der Türkei seit Jahren ein wilder Raubbau an der Natur betrieben wird, auf Erdbebenplatten Atomreaktoren und an den schönsten Küsten Kohlekraftwerke geplant sind, kämpfen die türkischen Grünen gegen Umweltzerstörung und Atomkraftwerke.

Ich bin etwa 1/4 der 8.300km türkischer Küste entlanggesegelt, und was da wirklich ästhetisch stört, sind Windrädchen. Fairerweise gibt es an der türkischen Ägäisküste so zuverlässig Wind, dass der einen (eher sogar zwei) Namen bekommen hat, weswegen sich die Windrädchen da sogar auch für nicht-Grüne als “Windkraftwerke” bezeichnen lassen, aber ein Kohlekraftwerk würde da dazwischen nun nicht sonderlich auffallen. Das ist keines der Probleme, die irgendein Türke hat.

Und das ist auch das Problem, was ich als Türke mit der Opposition hätte: Da gibt es nur die AKP-Kommunisten und totale Spinner, die die (in der Türkei eh schon unbezahlbaren) Spritpreise noch unbezahlbarer machen wollen. Obwohl sowieso jeder super-arme Bauer seinen LCD-Sat-TV mit einem Solarpanel betreibt, weil es keine zuverlässige (oder auch gar keine) Stromversorgung gibt.

Aber gut, soviel zur Weltfremdheit der Frau Korun, ihre nicht-Unvoreingenommenheit ist das eigentlich wichtige Thema. Die aber natürlich für andere linksgrüne, unter Terrorverdacht stehende “Journalisten” wie Bülent Mumay kein Grund ist, das mal zu hinterfragen, sondern noch einen draufzusetzen (mit freundlicher Unterstützung der FAZ):

Präsident Erdogan hat seinen Willen bekommen, weil er noch während des Spiels die Regeln änderte und 2,5 Millionen Stimmen ohne Stempel als Ja-Stimmen zählen ließ.

Wir rekapitulieren mal: Aus bis zu 2,5 Millionen potentiell manipulierten Stimmen einer super-gebiasten Quelle werden binnen 24 Stunden 2,5 Millionen Stimmen für Erdogan – eine Situation, bei der die politisch korrekte Linke sonst sehr schnell wäre, mal die Statistik anzuzweifeln.

Sorry – an der Stelle glaube ich euch halt kein Wort mehr, liebe Presse. Ich glaube natürlich nicht, dass die Türkei so 100%ig korrekt ist, wie das ein demokratischer Rechtsstaat sein sollte, aber ich weiß auch, dass das Deutschland auch nicht ist (hey, ich kann als kleiner Selbständiger kein Double Irish Sandwich nutzen – wie die großen Parteispender das tun). Die Vor- und Nachteile muss dann halt jeder für sich abwägen, und da werde ich den Türken nicht reinreden.

Auch nicht den 65%, bei denen die Integration ja – geht es nach den Linksgrünen – ach so gescheitert sei. Die, die das beklagen, sind nahezu deckungsgleich mit denen, die ebendiesen 65% zwei Pässe zugestanden haben. Und da kann – und muss ich, ich habe ja nun ein kleines bisschen Ahnung von Sozialwissenschaft und hier v.a. von Colemans Badewanne – nur individuell denken, und wenn ich in Land T für knalleharten Polizeistaat und in Land D für neokommunistisches Nichtstun stimmen könnte, und da jeweils damit durchkommen würde, würde ich das auch machen. Es kann natürlich nur eines funktionieren, aber das bessere könnte ich mir ja dann völlig frei im Nachhinein aussuchen.

Ich würde da jetzt eher auf Erdogan als auf Merkel wetten, aber ich bin da auch gebiast gegenüber türkischen Präsidenten, Herr Gül hat sehr nett Merhaba gesagt, als ich mit einem rosa Handtuch um die Hüften von der Dusche zu meinem Boot lief, währen ihm und seinem Tross von [türkisches Analogon zum Secret Service – ] Agenten die Marina in Çeşme gezeigt wurde.

Auf der anderen Seite sind ja selbst von der linken Presse gehasste Präsidenten mitunter charakterfreie Arschlöcher, die lieber ihre eigenen Vorlieben verraten, als sich wirklich mit der EU anzulegen, wenn es denn darauf ankommt – ich spreche hier vom Rauchverbot des (kettenrauchenden) tschechischen Präsidenten Zeman. Aber man sollte politische Entscheidungen grundsätzlich nicht den produktiven Leuten in den jeweiligen Ländern anlasten, die können nämlich immer am wenigsten dafür – und im Gegensatz zum Gros der Wähler noch was sinnvolles.

Darf man Furien schlagen?

Ich hatte mir ja bereits im Februar überlegt, ob ich einen Kommentar dazu schreibe, was ich davon halte, dass die Rotfront Antifa jetzt in den USA ihre (sowieso schon immer nur vorgeheuchelte) Gewaltfreiheit auch gegenüber Menschen aufgibt, aber dass es keine besonders gute Idee ist, eine offen kampfbereite Gruppe als angeblich friedliche Gruppe anzugehen, ist so offensichtlich, dass – naja.

Aus aktuellem Anlass möchte ich das Thema aber nun doch aufgreifen:

Oh, Entschuldigung, das war die falsche rechtsradikale Publikation, ich meine natürlich:

Guy Smashed in the Head with U-Lock by Masked Antifa Thug in Berekely

(Quellen: Der Angriff, 30 Januar 1933, Daily Stormer, 16. April 2017)

Aber gut, dass Antifanten grundlegende Menschenrechte (die da wären: Freiheit, körperliche Unversehertheit, Eigentum) vollkommen am Arsch vorbeigehen, ist klar, da kann man auch nicht mehr dazu schreiben – außer, dass das Gesocks weggesperrt gehört. Was wir wohl nur deswegen nicht machen, weil Hitler das gemacht hat, und alles, was Hitler gemacht hat, war schließlich schlecht. So zum Beispiel Anti-Raucher-Kampagnen, Tierschutz oder Kindergeld.

Befassen wir uns also mit einem interessanteren Thema: Wenn Nazis Frauen schlagen.

Ah, Moment, das ist das falsche Bild. Ich bin aber heute auch dusselig.

Sonst könnte man ja den Eindruck bekommen, dass der adrette Irak-Veteran widerliche Nazi (blaues Hemd) die ungewaschene Pornodarstellerin (klickt nicht auf den Link!) adrette junge Frau nicht vollkommen ohne jeglichen Grund schlägt.

Ich meine, was bewegt eine Frau dazu, wie eine durchgeknallte Furie auf diesen Schrank von einem Mann zuzupreschen? Ah – Furien: Die in der Unterwelt hausenden Erinnyen werden als Vetteln (Liederlichkeit, Unzucht, hexenhaftes Aussehen und Wesen) beschrieben, deren Hautfarbe schwarz war; sie kleideten sich in graue Gewänder, die Haare waren Schlangen, ihr Geruch war unerträglich und aus ihren Augen floss giftiger Geifer oder Blut.

Aber gut, das war jetzt Homer vor 3.000 Jahren. Damals waren das noch die Göttinnen der Gerechtigkeit – antike Göttinnen, noch vor Zeus und so. Aus der Unterwelt. Verdammte Satanisten, die sowas auf die Welt der Lebenden loslassen… ah, die heißen ja jetzt Kommunisten.

Zurück zum Thema: Natürlich kann man da jetzt geteilter Meinung sein, denn Mädchen schlägt man nicht. Was für kleine Kinder eine gute Lehre sein mag, die wissen nämlich noch nicht so genau, dass selbst kleine Jungs ganz von alleine deutlich fester zuhauen als Mädchen, und man die halt zu leicht kaputt macht.

Für Erwachsene hingegen hat sich eher eingebürgert, dass man überhaupt keine anderen Menschen schlagen sollte, was in einem gewissen Maß auch vernünftig ist – wir kennen alle die Geschichte von Jesus, der meinte, man solle auch die andere Wange hinhalten, und wir wissen, dass das nur dazu führt, dass man gekreuzigt wird. Da niemand gekreuzigt werden will, schlagen die meisten dann doch irgendwie zurück, und da die meisten Leute nicht geschlagen werden wollen, kommt da der Kant’sche kategorische Imperativ zum Tragen, und sie schlagen auch selbst niemanden.

Nicht so Venus mit der Predator-appropriatenden Frisur und der haarigen Muschi. Die hält es ernsthaft für eine gute Idee, sich mit einer Gruppe Rechtsradikaler zu prügeln. Weil – keine Ahnung, ihr irgendwer im wörtlichen Sinn das Hirn rausgevögelt hat? Ich meine, wie strunzdumm muss man denn sein?

Klar, das Troll-Level bei einem solchen Event ist galaktisch – “die wollte doch Gleichberechtigung” und so, aber noch viel besser sind die befürwortenden Antifanten:

If you watch that video the Nazi guy with the queer looking haircut came in full steam with his right hand locked n loaded and gave this girl everything he had with that punch. Sure, she got knocked down, but she got up for more three seconds later.

Ich meine, kommt – so doof könnt ihr doch nicht wirklich sein, oder? Man muss jetzt auch gar nicht blöde rumwitzeln, dass er als widerlicher, weißer, heterosexueller, patriarchaler Nazi sie sicherlich 23% weniger stark geschlagen hat, als das ein Mann verdient hätte, sondern man könnte – natürlich nur, wenn man eine Sekunde nachdenkt – auf die Idee kommen, dass der Typ das relativ beliebig oft wiederholen könnte; ihr volle-Pulle-mit-Kampfhandschuhen-an-die-Kehle-Schlag hat ihn ja nun nicht sonderlich verletzt.

Und ich befürchte, dass das passieren wird. Menschen im Allgemeinen sind nämlich nicht lernfähig – also, jetzt rein historisch betrachtet macht jede Gesellschaft über kurz oder lang die gleichen Fehler wie die vorangehende, bis sie untergeht.

Das wird man ja wohl endlich mal sagen müssen

Ich weise mal eingangs auf den hervorragenden Artikel von Luisman hin, der ein zentrales Problem aufzeigt, was der Mainstream vollkommen ignoriert. Aber der Mainstream ist dumm; das sieht man z.B. am IQ – wenn der Durchschnitts-IQ 100 ist, ist die Hälfte der Menschen unter- (über-?) durchschnittlich blöde.

Ein Beispiel dieses dummen Mainstreams ist der vielpublizierte Sascha Lobo, der laut Wikipedia offenbar nie durch anständige Arbeit auch nur einen cent Geld verdient hat und nur bekannt ist, weil er keinen Friseur kennt und neben keiner Ahnung auch keinen Geschmack hat.

Nun, Sascha hat auf SpOn einen Artikel geschrieben, der mir nach zwei Absätzen derart zu doof wurde, dass ich meine Meinung dazu mit Euch teilen muss. Lesen wir also zusammen:

Wir müssen sagen dürfen – alle anderen nicht

Tjo, liebe linksgrüne Gutmenschen, das war halt mal, gell? Jetzt kommt Gegenrede, das stört Euch gewaltig, richtig? Tja. That’s life. Handlungen haben halt Konsequenzen.

Kaum etwas ärgert Rechte so sehr wie der Begriff Political Correctness. Dabei haben sie längst ein Gegenkonzept entwickelt: rechte Korrektheit.

Hä? Ach, ich vergaß: Die Linke lebt nur von Projektion ihrer eigenen Machenschaften, Ansichten und Weltbilder auf Andere. Außerhalb ihrer Weltbilder kann nichts existieren, und im poststrukturalistischen Duktus von Derrida und anderen Idioten kann es ja auch nichts anderes geben. Schade, hätte ja mal selbstkritisch werden können, aber nein. Das wäre ja gar nicht dekonstruierend und so Bullshit. Aber gut, lassen wir uns erklären, was “rechte Korrektheit” sein soll; mich stört Political Correctness enormst, und damit bin ich ja offensichtlich “rechter” als Adolf Hitler.

“Vorverurteilung ist nicht so schnafte” – darf ich das wohl noch so sagen, nach #Breitscheidplatz und nach Köln 2?

Öh… was heißt denn “schnafte”? Ich meine nur, selbst der Duden findet, dass das selbst in dem Moloch Berlin niemand mehr benutzt, aber als belesener Heinlein-Konsument grokt man das schon trotzdem – prickelnd.

Das nennt man übrigens einen Strohmann – ich kenne wirklich keinen, niemanden, nicht irgendwen, der Vorverurteilungen toll findet. Nichtmal Rechte, die werden ja selbst ununterbrochen vorverurteilt, fragt mal Frau Petry. Vor allem von Leuten wie Sascha Lobo, aber ich vergesse mein Doppeldenk an der Stelle. Aber nochmal, für die Doofen, die ganz, ganz doofen und die Sascha Lobos: Niemand findet Vorverurteilungen prickelnd. Hat auch keiner ein Problem damit, wenn du das sagst; es fragen sich nur alle, warum. Ist wie “der Himmel ist blau”, was man auch nach einem Gewitter und nachts noch sagen darf.

Oder bin ich dann schon Qualifikant für das Unwort des Jahres: Volksverräter?

Ein Qualitfikant ist ein Sportler, der über eine Qualifikation in einen Wettbewerb gelangt, also Nein. “Unwort des Jahres” ist nämlich keine Sportart. Du bist ein Kandidat für den dümmsten, unqualifiziertesten Autoren des Jahres, aber die Liste ist lang und das Jahr jung. Zum Unwort des Jahres – mei, Sciencefiles hat das wirklich auf den Punkt gebracht. Aber um die Frage zu beantworten: Ich finde nicht, dass Sascha Lobo “Unwort des Jahres” werden sollte, insbesondere, weil Sascha ein Mensch ist und kein Wort. Drecks-poststrukturalistischer konstruktivisischer Mist, wo Worte und Realität das Gleiche sein sollen. Ne, wirklich, lest halt mal die Deppen um Derrida.

“Das wird man doch wohl noch sagen dürfen” ist der inzwischen ikonische Satz, mit dem Rechte und Rechtsextreme spätestens seit Sarrazin immer neue Debattenräume erobern.

So, wir sind bei Satz drei, und es kommt immer schlimmerer Unsinn. Wie “erobert” man denn einen “Debattenraum”? Was ist überhaupt ein “Debattenraum”? Macht man das damit, dass man etwas sagt? Wenn ja, wären die Alternativen Sprachverbote und/oder Zensur, was jetzt nicht so prickelnd, oder, wenn ich das richtig gegrokt habe, schnafte wäre. Oder? Und wer – außer Linken – benutzt den Satz denn, außer um angeblich Rechten das Wort im Mund umzudrehen und Bullshit von sich zu geben, wie der Herr Lobotomie? Ne, echt jetzt? Ich habe ja nun keine Ahnung, was Sascha unter “Rechten” versteht, aber für mich ist ein echter Rechter nicht irgendein “das wird man ja wohl noch sagen dürfen” – Weichei, sondern eher wie Timur Vermes Hitler jemand, der das (was auch immer das ist) halt schlicht sagt. Das ist das, was heutzutage “rechts” gesehen wird, und ich darf hier aus dem oben empfohlenen Artikel von Luisman zitieren:

kann’s dann losgehen, mit dem was Kahane als hate speech oder fake news bezeichnet. Ich übersetze beide Begriffe immer völlig falsch mit „die Wahrheit“

Nun gab es da in der Wissenschaft den sog. Methodenstreit, der damit endete, dass die Idioten auf der einen Seite und die Nazis auf der anderen Seite blieben und sich gegenseitig für Idioten respektive Nazis hielten. Das ist immer noch so, und man kann in dem Schema Sascha Lobo auch sehr schön einordnen – macht er ja quasi selbst.

Aber weiter im Text:

Der Gottseibeiuns des Internets: vorgeblich gegen Sprechverbote, gegen Denkverbote, gegen Political Correctness.

Also, ich muss mich nicht auf Gott berufen, um gegen Sprech- und Denkverbote zu sein, ebensowenig bzgl. PC. Wo kommt die dümmliche Unterstellung des “vorgeblich” her? Ich bin gegen jedwede Sprech- und Denkverbote. Ich finde das gut, dass Sascha Lobo so einen Mist schreibt und schreiben darf und der Spiegel das publiziert; so merkt jeder ganz einfach, wie dumm die alle sind. Also, idealerweise; dummerweise sind die Menschen ja im Schnitt echt dumm, aber mei, damit muss man leben.

Political Correctness (PC) ist ein, das Reizwort. Das dahinterstehende Konzept erscheint links, weil es um Sprachregeln geht,

Das ist wieder die typische linksgrüne Gutmenschen-Nichtargumentation: Erst ein haltloser, unbegründeter “vorgeblich”-Vorwurf, und dann selbst bestätigen, dass der Vorwurf berechtigt ist, denn plötzlich geht es ja um Sprachregeln. Das passiert, wenn man zu viel Derrida liest oder eine Lobotomie hatte. Hihi, Lobotomie. Hihi.

die Diskriminierung reduzieren sollen

Das ist doch schön, was Regeln sollen, aber die relevante Frage ist, ob sie es tun. Klar, das ist für Sascha und alle anderen gutmenschlichen Realitätsignoranten nicht das Thema, aber ob ich nun die Zigeuner scheiße finde oder die Sinti und Roma ändert halt nichts daran, dass ich die scheiße finde. Jetzt, theoretisch, ich kenne keine der einen Gruppe.

Die Kritik an politischer Korrektheit kommt daher

Woher? Man kann natürlich zwei vollkommen zusammenhanglose Sätze mit einem Kausalität implizierenden Adverb (“daher”) verknüpfen, weswegen das sofort schlüssig wirkt, aber das ist nichtmal billiger Sophismus, das ist schlicht dumm.

eher von konservativer, aber eben auch von rechter und rechtsextremer Seite.

Ah – äh – schön. Da das völlig aus der Luft gegriffener Unsinn ist, setzte ich dem entgegen, dass aufgrund der schlüssigen Argumentation Lobos nur eine Schlussfolgerung zwingend möglich ist, nämlich, dass die Echsenmenschen mit dem LAARP unsere Gedanken kontrollieren und Sascha Lobos Frisur für die RF-Strahlen besonders empfänglich ist, daher schreibt er so einen Unsinn. Fuck, und das war noch eine bessere Argumentation als seine. Sie war zumindest existent.

“Anti-PC” war zum Beispiel ein wesentliches Element des Wahlkampfs von Donald Trump.

Ja. War es. Das ist kein Beleg für irgendwas. Oder ist Trump konservativ, rechts oder rechtsextrem? Wenn ja: Inwiefern?  Komm, bisher war das nur Unsinn mit Bullshit-Unterstellungen. Wieso publiziert man sowas?

Wenn in sozialen Medien die Rede ist von Political Correctness, folgen von Gegnern dieses Sprachkonzepts umgehend drei Wendungen:

Wir hatten bereits oben festgelegt, dass PC nicht nur ein “Sprachkonzept” ist, sondern “Sprachregeln“. Regeln muss man einhalten, sonst sind sie nutzlos, und zur Forcierung der Regeleinhaltung gibt es normalerweise Sanktionen. Ist ja schön, dass Sascha hier seine eigenen Worte verharmlost, aber das ist immer noch nicht nur billiger Sophismus, sondern einfach nur Dreck.

Es folgt eine Aufzählung bereits genannter, irrelevanter Punkte, und dann geht es weiter:

Persönlich stehe ich dem Konzept “Politische Korrektheit” trotz der vorhandenen, weniger liberalen Tendenzen eher positiv gegenüber, weil ich es mit “Anstand” assoziiere.

Huh – eine vorgeschobene concessio, da hat jemand den Schopenhauer auf dem Klo. Toll. PC ist “anständig”. Leider ist “anständig” ein moralisch-wertender Begriff und damit unglaublich relativ; man kann es auch “anständig” finden, Ladendieben die Hand abzuhacken. Aber schauen wir mal, wo er mit dieser (schwachen) petitio principii (Schopenhauer #6) hinwill:

Und ich glaube nicht, dass die drei genannten Vorwürfe so pauschal haltbar sind.

Ok, jetzt brauchen wir doch die drei “Vorwürfe” (der “Rechten” an die -äh – “Anständigen”) von oben:

  • Verschleierung und Beschönigung

  • Sprech- und Denkverbote

  • Angriff auf die Meinungsfreiheit und Zensur

Hmmm… machen wir das kurz: #1 wären meine Zigeuner / Roma, #2 hat Lobo wörtlich zugegeben, und #3 ist die sich zwingend ergebende Konsequenz. Aber hören wir uns an, wieso das nicht haltbar sein soll, weil wir so illusorisch sind, als würde er das auch nur zu erklären versuchen *prfffff*.

Im Kern bedeutet Politische Korrektheit, dass man Worten eine gesellschaftliche Wirkung beimisst

Tjo. Derrida-Bullshit. Worte haben eine gesellschaftliche Funktion, nämlich den Austausch von Gedanken. Die Wirkung ist, dass andere Leute die in Worten geäußerten Gedanken des Sprechenden kennen. Soweit, so nicht-falsch, aber das ist halt so schwammig formuliert, dass es wie folgt weitergeht:

und zur bewussten Verwendung in der Öffentlichkeit aufruft.

Das “bewusste” hat hier eine moralisch-wertende Komponente, die Worte durchaus haben können, aber halt – und das ignorieren die Saschas und Jaques und Kevins dieser Welt – nicht ohne Kontext. Wenn ich meiner Frau sage “Boah, Du siehst aus wie die Stripperin auf dem Junggesellenabschied meines (jüngeren) Bruders” – in unserem Schlafzimmer – wird das vollkommen anders wahrgenommen werden, als wenn ich das meiner Schwägerin auf dem Weg zum Uniball sage. Klar? Eben.

So einfach ist das, und “Kontext ignorieren” ist der Grund, warum denen PC so wichtig ist, weil PC halt “wichtiger” (lies: einfacher einzuhalten) ist als Kontext (lies: Zusammenhänge verstehen).  Aber natürlich kommt das in einer einfachen, unverfänglichen Verpackung daher, wie dass man Worte “bewusst” verwendet. Da widerspricht niemand, selbst ich nenne ja Sascha Lobo nicht einfach einen pädophilen Ziegenficker,  weil ich mir des Kontexts bewusst bin: Erstens würde ich mich damit auf Böhmermann-Niveau herabbegeben, und zweitens wäre das in Deutschland, dem Land der eingeschränkten Meinungsfreiheit, strafbar. Mache ich also nicht.

Aber ich sehe, dass die Art und Weise, wie dieses Konzept bisher umgesetzt worden ist, zu oft zur Reaktanz geführt hat, also zur gegenteiligen der beabsichtigten Reaktion.

Jaja, jeder kann einen Thesaurus benutzen. Früher war das Shift-F7, aber dann wurde ich irgendwann 16 und mir wurde klar, dass das doof ist. Zudem ist das nicht die korrekte Definition von Reaktanz, aber egal. Halten wir fest: Sascha ist selbst klar, dass sein dümmliches PC-Konzept das Gegenteil dessen bewirkt, was es sollte. Vertritt es aber trotzdem. Das ist irgendwie die Definition von Wahnsinn: immer wieder das gleiche tun, aber eine andere Konsequenz erwarten.

Instrumente zur Weltverbesserung – als solches betrachte ich Politische Korrektheit

Ich betrachte Arbeitslager als Instrument zur Weltverbesserung, wie Saschas großes Vorbild Marx, aber im Gegensatz zu ihm ist mir klar, dass Sascha – in dem Arbeitslager – das anders sehen würde und ich mich deswegen auf Basis des kategorischen Imperativs nicht dazu aufschwingen sollte, ihm das aufzudrücken. Auch wenn das verlockend ist, da Kant wohl nie mit Menschen konfrontiert war, die seinen kategorischen Imperativ nur für andere, aber nicht für sich selbst angewendet sehen wollen und dafür erschossen gehören (oder so).

Instrumente zur Weltverbesserung […] müssen sich nicht nur an ihrer Absicht, sondern auch an ihrer konkreten Wirkung messen lassen.

Öh – sag ich doch. Ich habe auch gezeigt, dass PC genau Null bringt, also keines ist. Könnten wir jetzt aufhören?

Die Kritik, dass sich politische Korrektheit trotz ihrer Toleranz-propagierenden Absicht für einen Teil des Publikums zu oft anfühlt wie ihr eigenes – nämlich intolerantes – Gegenteil, muss man daher ernst nehmen.

Die Kritik war gerade eben noch, dass es nutzloses Schönreden, Sprech- und Denkverbote und Zensur ist, nicht “dass es sich so anfühlt“. Wie es sich anfühlt, ist kack-egal. Reden wir jetzt darüber, was es ist, oder was du dazu fühlst, Sascha?

Unterdessen hat sich jedoch im Netz ein Gegenkonzept entwickelt – Political Correctness von rechts: rechte Korrektheit.

Ich nehme das mal als “Nein” – es sind ja immer nur die eigenen Gefühle wichtig, der Rest soll doch in einem Arbeitslager verrecken. Yay, Marx ist cool. Wie Hitler.

Bei näherem Hinsehen wird jeder Vorwurf, der der linken Political Correctness gemacht wurde, von rechts aggressiver und ungebremster in der öffentlichen Debatte vorgetragen als je zuvor.

Äh… was? Ich meine, einen Vorwurf zurückzugeben ist einfach, das lernt man im Kindergarten – du bis doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof, aber – äh – weil? Wo? Inwiefern?

Rechte Political Correctness streicht die positiven, mäßigenden Elemente der politischen Korrektheit weg und streift sich den antiliberalen Rest auf rechts gewendet über.

Die positiven, mäßigenden und vor allem nichtexistenten Elemente der PC muss man nicht “wegstreifen”, die sind halt nicht da. Und dass extremistische Ideologien (wie PC) “antiliberal” (das heißt illiberal) sind, bestreitet nicht mal Sascha in seiner “Verteidigung” dümmlich-gutmenschlicher PC. Was aber machen so genannte Rechte jetzt?

Weil die Republik als hilflose Antwort auf AfD-Erfolge und islamistischen Terror stückchenweise nach rechts rückt, treten auch rechte Sprach- und Denkverbote und Attacken auf die Meinungsfreiheit immer deutlicher hervor.

Jajajajaja, das ist deine Behauptung. Die bleibt es seit einer verdammten Seite. Dass linksgrüne Gutmenschen für real existierende Probleme keine Lösung zu haben scheinen – das Thema der AfD, btw. – sei ja mal egal; es geht ja hier nur um Gefühle, gell?

Am besten zu beobachten anhand der Äußerungen von Grünen-Chefin Simone Peter zu der Verfahrensweise der Polizei Köln zu Silvester: “Die böse Polizei ist 1 schlimmer Rassistenhaufen und soll sich ins Knie…” – Moment, stimmt gar nicht.

Ja, wenn es nicht stimmt, warum schreibst du es denn dann? Und was ist an dem Wort “ficken” jetzt un-PC, plötzlich?

Tatsächlich lobte Peter die Polizei dafür, dass “Übergriffe deutlich begrenzt” wurden. Sie schob dem Lob jedoch eine fragende Anmerkung nach: “Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.”

Echt jetzt? Das kommt aus der Rheinischen Post, und da steht:

Simone Peter sagte unserer Redaktion, zwar habe das Polizei-Großaufgebot Übergriffe deutlich begrenzt. “Allerdings …

Da steht nichts von “lobte”, es ist zudem kein Zitat der Frau, und damit kommt das ausschließlich vom lobenden Sascha. Gott, bietet sich der Name für blöde Wortspiele an.

Das war vielleicht vorschnell, aber doch im Ton zurückhaltend formuliert: “Stellt sich die Frage”, “wenn”. Man vergegenwärtige sich dabei, wie etwa CSU-Nebelhorn Andi Scheuer Kritik formuliert.

Ich habe keine Ahnung, wer Andi Scheuer ist, ich weiß aber, was ein Nebelhorn ist: Etwas, dem man wirklich, dringendst und vor allem unbedingt Beachtung schenken sollte. Die Relativierung des Großteils der Aussage – also, des Vorwurfs des Racial Profilings als irgendwas Schlechtes gegenüber des Nicht-Lobes in drei Wörtern ist schon sehr – verzweifelt?

Ein Sturm der Entrüstung kam über Simone Peter – und in die Entrüstung hinein mischte sich blanker Hass.

Blablablablabla.

Samt des rechtsextremen Empörungsstandards gegen Frauen, die Person möge von Flüchtlingen vergewaltigt werden.

Wie gesagt, in der Post-Kant’schen Ära ist man verlockt, Leute nach ihren eigenen Maßstäben zu messen, wenn diese niedriger sind als die eigenen, und wenn Frau Peters lieber Frauen von angeblichen Flüchtlingen vergewaltigt sieht als sinnvolle Polizeiarbeit, gebietet es der Anstand  – und auch meine Maßstäbe, sich da als erste Frau vergewaltigen zu lassen. Ich bin kein Polizist, die sollen ihre Arbeit machen und “Flüchtilanten” – also, illegal in Deutschland befindliche Kriminelle, die hier nur wegen Frau Peters und Konsorten noch nicht abgeschoben oder wenigstens auf offener Straße erschossen worden sind –  sollte man halt loswerden. Zu der Meinung stehe ich, mache ich auch was dafür, wenn man mich lässt. Frau Peters hingegen steht nicht hinter ihrer eigenen Meinung, und die Leute, die hinter Frau Peters stehen wollen, wollen sich auch nicht vergewaltigen lassen. Komisch, oder?

Aber es pöbelten nicht nur die Rechtsextremen in sozialen Medien.

Eigentlich machten die sich nur lustig; pöbeln machte nur die BILD.

Auch die “Bild”-Zeitung beteiligte sich an der Hatz auf Simone Peter. Für eine Frage, die man nach Ansicht der “Bild” wohl nicht ungestraft stellen darf.

Öhm… Frau Peters durfte die “Frage” doch stellen. Das war auch gut so, jetzt weiß jeder, dass sie eine blöde, realitätsfremde Dummtrulla ist, die mit Bundestags-Personenschützern von der Realität der Menschen, die das bezahlen, nicht den Hauch einer Ahnung hat. Die faire Konsequenz ist öffentliche Lächerlichmachung, aber die hat sie ganz alleine selbst verursacht, verschuldet und mit Sicherheit abgesegnet. Wo ist da die Strafe?  Bullshit-Behauptung Nummer – ach, zählt selbst.

“Bild” hat sich damit … eifrig im Werkzeugkasten rechter Political Correctness bedient.

Aha.

Stichwort: Sprechverbot. Es geht dabei um die Verhinderung der Debatte, darum, dass bestimmte Äußerungen nicht erlaubt sein sollen ohne sofortige Strafe am Wutpranger, Niederschreien, “Silencing”.

Hä? Handlungen haben in der Realität Konsequenzen. Äußerungen haben Konsequenzen. Alles hat Konsequenzen. Der Rest ist feministisch angehauchter Bullshit – wenn man andere Leute mit Scheiße bewirft, muss man damit rechnen, dass die (zumindest) die (zugeworfene) Scheiße zurückwerfen. Das ist eine Reaktion. Wenn einem das nicht passt, sollte man nicht mit Scheiße werfen, nur weil man seine Scheiße besser findet als anderer Leute Scheiße. Gott, das Prinzip ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

Das ist die rechte Sprachpolizei, die fordert, man müsse doch wohl noch sagen dürfen – aber meint: Wir müssen sagen dürfen, alle anderen nicht.

Wer? Wann? Wie? Wo? Das war jetzt kein Beispiel für irgendwas. “Rechte” werden für Wörter kritisiert, Frau Peters für absolut unhaltbaren Unsinn, hinter dem sie selbst nicht stehen würde und will. Das ist was anderes.

Das entlarvt die rechte Argumentation für eine vorgebliche “Meinungsfreiheit” als hohle Phrase, in Anlehnung an Rosa Luxemburg: Meinungsfreiheit ist die Freiheit der Andersmeinenden.

Jaja, auch Rosa Luxemburg war eine verlogene linke Schlampe, die das nur für sich beanspruchte und bei anderen kritisierte. Wie Sascha Lobo. Wo ist denn da jetzt ein Argument, dafuq?

Es ist daher ein Grund zur Sorge, wenn nicht nur die “Bild”-Zeitung, sondern auch bürgerliche Kommentatoren meinen oder implizieren, im Fall Polizei Köln dürfe nicht einmal debattiert werden.

Verlinkt ist hier ein Artikel, der das gleiche behauptet. Faktisch wird darüber diskutiert, wohlgemerkt ohne Ergebnis – abseits von Saschas Unsinn – und ohne irgendein Problem zu lösen, was real existiert – und das Problem ist nicht Racial Profiling, das hilft offenbar gegen ein Problem. Wir haben also v.a. ein Problem mit linksgrünen Gutmenschen, die lieber Probleme erfinden statt real existierende Lösungen für real existierende  Probleme  einfach nur in Ruhe zu lassen, und das stört – hmmmm…. linksgrüne Gutmenschen, dass man über sie als Problem spricht? Ok, wundert mich nicht. Aber hey, da sollten wir ganz offen drüber sprechen können, Sascha. Arbeitslager?

Dahinter steht aber eine Lehre, … : Das Eskalationspotenzial sozialer Medien verändert die Wahrnehmung des Einzelnen dramatisch.

Bullshit. Hey, ich kann auch einfach nur Sachen behaupten, Mir reicht es langsam wirklich, dass ich hier alles begründen soll und du nicht.

Schnell steht man gefühlt oder tatsächlich einem digitalen Mob gegenüber – obwohl die meisten auf der anderen Seite glauben, sie seien ja bloß empörte, kritische, sarkastische Einzelpersonen.

Oder aufgeklärte, humanistische, gerechte und überhaupt gute linksgrüne Gutmenschen? Was soll der Scheiß? Hat das eine Aussage?

Und das gilt eben für alle Seiten.

Außer natürlich für Sascha Lobo, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und absolut unfehlbar ist, obwohl er nur Dreck schreibt.

Der dezentrale, digitale Mob – dessen Teil man ohne Absicht und ohne es zu bemerken werden kann – ist eine der wesentlichsten Netzerscheinungen, die in Sprechverboten und Beschneidung der Meinungsfreiheit münden.

Nein, das tut er eben nicht. Der dezentrale, digitale Mob macht, was er lustig findet, just for the lolz. Ich erwähne da nur mal Boaty McBoatface, und als verdammter auch nur angeblicher Internetexperte sollte man wissen, dass das Internet nicht die Realität, ein Abbild der Realität oder irgendwie relevant für die Realität ist. Dass sich jetzt Feministinnen, Linke, Grüne und andere Sektenanhänger im Internet ihre Bubbles aufblasen und sich wundern, dass die in der Realität platzen, wundert mich nicht, aber daraus Sprechverbote oder Beschneidungen der Meinungsfreiheit zu konstruieren ist absoluter Unsinn. Vor allem, wenn man sie selbst fordert oder fördert.

Es sind SPD-Politiker wie Lauer, die nie einen Tag ehrlicher Arbeit gemacht haben, die anständigen Sparkassen-Mitarbeitern mit Internet-Mobs und Denunziation an ihre Existenz gehen und damit die Meinungsfreiheit bedrohen. Politiker hingegen leben dafür, für ihre Meinung gewählt zu werden, und es ist die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft, dass man diese Meinung nicht wählen, toll finden oder auch nur akzeptieren muss, Toleranz ist da der Gipfel der Gefühle.

Auf das Memo für 2017 kommt die Selbstfrage, Kant für Twitterer, gewissermaßen: Könnte ich mit meiner Kommunikation in sozialen Medien als Teil eines digitalen Mobs betrachtet oder missverstanden werden?

Das hat mit Kant einen feuchten Dreck zu tun. Und: Man muss nicht twittern. Ich twittere (fast) nur, um Leute zu provozieren – oder mich mit anderen über Idioten lustig zu machen. Und wenn der digitale “Mob” mich nicht versteht, ist das sicher lustig, aber zu erwarten. Der ignoriert mich nur leider; ich bin aber auch nicht Donald Trump, also kann mir das weitgehend egal sein.

In Zeiten der Verquickung von Internetöffentlichkeiten und Politik, in Zeiten von Breitbart und Trump, in Zeiten einer rechten Political Correctness ist die wichtige Erkenntnis: Das Problem ist nicht (nur), was Medien und Personen veröffentlichen, sondern vor allem, was deren Publikum darin für Aktionsaufforderungen in oft mobhaften Strukturen sieht.

Jaja, liebe linksgrüne Gutmenschen: Ich finde das nicht toll. Aber #Donglegate kam aus eurer Ecke, vorher kannte ich das nicht, und der Lauer ist auch aus eurer Ecke. Es gibt da so einen Spruch, der ist älter als Kant und hat was mit einem Splitter und einem Balken und einem Auge zu tun, aber man muss ja keine schwierigen Metaphern bemühen, sondern kann das auch klar sagen: Liebe linksgrüne Gutmenschen: Bevor ihr euch über irgendwelche Rechte, und seien es die sicher nicht so prickelnden “Identitären”, beschwert, räumt erstmal euren eigenen Laden auf. Niemand außer euch selbst hat Mitleid wegen eures Gejammers, wenn ihr selbst das Gleiche macht, und das seit Jahren. Wenn ihr das nicht gut findet, (a) lasst es und (b) distanziert euch. Ansonsten – hey, Arbeitslager findet ihr doch auch toll, richtig? Ihr habt ja in Deutschland schon um ’33 ausprobiert, wer da wohl reinkommt. Muss man nicht nochmal beweisen. Benehmt euch doch einfach mal.

Mediale Verantwortung hat sich mit den sozialen Medien verändert. Es scheint, als hätten Worte eine stärkere Wirkung als je zuvor. Fast könnte man mal über ein gesellschaftliches Konzept nachdenken, Worte vorsichtiger und bewusster zu verwenden.

Du möchtest in ein Arbeitslager, oder? So richtig, richtig unbedingt? Komm, schreib das einfach hin; es ist nicht soooooo schwierig, mal ehrlich zu sein. Du bekommst sicher auch eine ordentliche Frisur. Wie bei Hitler, wie wollen ja keine verlausten kommunistischen Gulags, oder?

Uli Hannemann: Vollpfosten mit null Substanz

Der Herr Danisch hat einen Artikel in der (Berliner) TAZ verlinkt, in dem sich ein gewisser Uli Hannemann echauffiert. Uli ist Schulabbrecher und aktuell offenbar arbeitsloser Taxifahrer (in Berlin, wo sonst), wenn man seinem CV auf Wikipedia glaubt.

Ulis Artikel ist so doof, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten möchte: Es geht um

Die Sorgen der Arschlöcher

Klar, Uli ist mutmaßlich ein radikaler Linker, der in seiner Freizeit antikapitalistisch Faschisten anzündet oder was Linke sonst so an friedlichem Prostest machen, aber vor allem stört Uli, dass Leute wie er, also arbeitslose, rumjammernde Sozialschmarotzer, die Häuser besetzen und Polizisten mit Steinen bewerfen, irgendwie daran “Schuld” sein könnten, dass sie an irgendwas schuld sein könnten, weil ja durch die Presse ginge

Wir sind schuld an Trump und an Petry, an Le Pen, Kaczyński und Orbán.

Natürlich ist Uli ein guter Linker und weist jegliches Verdienst gleich von sich; das könnte ja eventuell bedeuten, er hätte etwas nicht-destruktives gemacht und das wäre ja gleich eine Verherrlichung des Kapitalismus und überhaupt allen Bösens. Das Problem ist, dass Uli bereits am Anfang des Artikels am Rande einer Einsicht steht:

Unsere Überheblichkeit und unsere spöttische, im Grunde aber hilflose Arroganz gegenüber den – um hier einen allgemein verständlichen Arbeitsbegriff zu wählen – Arschlöchern habe erst zu diesem globalen Erstarken totalitärer Strukturen geführt.

… aber die Einsicht kommt natürlich nicht. Überheblichkeit und spöttische, aber im Grunde hilflose Arroganz führen nur dazu, dass einen niemand leiden kann. Natürlich kann man alle, die einen nicht leiden können, als Arschlöcher titulieren, aber das ist in Deutschland zumindest dann, wenn man es konkret macht, strafbar, und zudem ist es nicht sonderlich produktiv. Die meisten Leute sind viel zu blöde, um ordentliche Arschlöcher sein zu können; das wüsste Uli auch, wenn er irgendein Selbstreflexionspotential hätte. Aber ignorieren wir das:

Denn man müsse die Sorgen und Nöte dieser Arschlöcher unbedingt ernst nehmen.

Wir haben nun also zwei Gruppen definiert: hilflose, überhebliche Spötter und Arschlöcher. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, warum eine der Gruppen die andere ernst nehmen sollte, aber der Uli auch nicht. Er lamentiert trotzdem erstmal weiter, um sich den Anstrich von Intellektualität zu geben:

Und zwar auch noch die dümmsten und unbegründetsten.

Hatten wir nicht gerade von vornherein ausgeschlossen, dass wir auf die blöden Pisser irgendwas geben, sei es ob unserer Überheblichkeit auf der einen oder unseres Arschlochtums auf der anderen Seite? Was soll diese Diminuierung?

Wir sollen auf die gesellschaftlich Abgehängten zugehen, die wirklichen wie die eingebildeten, sie fürsorglich bei der Hand nehmen und zart ans Licht der Erkenntnis führen.

Wer genau will das denn? Die Arschlöcher oder die Überheblichen? Mirwegen ersäufen wir die alle im Mittelmeer. Das ist wohl so ein tief in Uli verankertes linkes Ding, Leute zur Erleuchtung führen, auf den einzig wahren Pfad des Marxismus oder so.

Das ist die Verantwortung, die wir als Privilegierte haben.

Wenn ein arbeitsloser Taxifahrer privilegiert ist, dann ist das Wort nicht mehr sonderlich gehaltvoll. Aber es ist schön, dass sich jeder noch so nutzlose Asso in der linken Filterbubble privilegiert fühlen kann; vielleicht fühlen sie sich dann auch privilegiert, wenn man sie im warmen Teil des Mittelmeers ersäuft?

Schon wenn die Angsthasen und Sorgenkaninchen mit für uns simplen Begriffen wie LGBTQIAPAOPEG (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex, Asexual, Plus, All, Other, Possibly, Existing, Groups) konfrontiert werden

Reden wir von den Arschlöchern, die jetzt auch noch Angsthasen und Sorgenkaninchen sind, und behaupten, die könnten sich eine 13-folgige Buchstabenkombination nicht merken? Hey, wenn wir da von den gleichen Arschlöchern reden – die können sogar das Lied der Deutschen auswendig, alle drei Strophen, das sind mehr Buchstaben. Mal abgesehen davon ist “Plus, All, Other…” keine Aufzählung, da setzt man also keine Kommata.

entwickeln sie eine ganz dolle Wut und auch furchtbar schlimme Angst.

Sind wir sicher, dass wir da nicht die Seiten verwechseln?

Die Projektion stark in dir ist, junger Linker.

Weil die Vollpfosten sich nicht so viele Buchstaben merken können, würde nun wieder die bürgerliche Arroganz behaupten.

Die bürgerliche Arroganz ist jetzt Teil der überheblichen, hilflosen Spötter, richtig? Wie zum Teufel passt das zusammen? Und warum denkt irgendwer, dass sich Leute keine 13 Buchstaben merken können, wenn die Hälfte auch noch einen Satz ergibt? Die wollen vielleicht nicht? Ich meine, ist es so schwer zu verstehen, dass schon Schwule und Lesben vollkommen unterschiedliche Gruppen bilden und mit allen vier Zwittern in Deutschland herzlich wenig gemein haben, und noch weniger mit Leuten, die sich für Pandabären oder Kampfhubschrauber halten oder sonstige Geisteskrankheiten haben?

Vermeiden wir jedoch den alten Fehler und nehmen stattdessen die Ängste der Hirnverbrannten ernst

Den alten Fehler der Überheblichkeit und Arroganz bei vollkommener Ahnungslosigkeit? Lieber Uli, die Leute als “Hirnverbrannt” zu bezeichnen zeugt nicht davon, dass du sie sonderlich ernst nimmst. Aber du lügst eh bloß, um dein Gutmenschentum als Popanz zu zeigen, oder?

erblicken wir nur Homophobie und Furcht vor jeder Form von Veränderung, ob sie die Trottel nun groß betrifft oder nicht.

Es wäre natürlich schön, zu wissen, von welchen Ängste der Hirnverbrannten wir jetzt reden und vor allem wieso ein arbeitsloser Taxifahrer aus Berlin besser um die Ängste der Hirnverbrannten weiß als diese selbst. Aber da kommt was:

Sie ziehen trotzdem ihre Schlüsse daraus: „Müssen unsere Kinder jetzt alle zwangsschwul werden, weil wir nicht mehr ‚Weihnachtsmarkt‘ sagen dürfen?“, fragen nun die Schwachköpfe.

Ich bin mir relativ sicher, dass das niemand gesagt hat. Die Kinder müssen nicht zwangsschwul werden, nur frühsexualisiert, für die Pädophilen bei den Grünen, und man darf nicht mehr Weihnachtsmarkt sagen, weil dann eine Muslima unter ihrer Burka heult. Das hat doch nichts miteinander zu tun? Ich habe langsam den Eindruck, Uli zeichnet mit den ganzen Fäkalausdrücken nur ein Bild von sich selbst, möchte Kinder zwangsverschwulen und hasst Weihnachtsmärkte.

Dass man etwas „nicht mehr sagen“ dürfe, ist eine ihrer Lieblingslegenden.

Das, Uli, hast gerade du gesagt.

„Darf ich jetzt etwa keiner Schlampe mehr auf den Arsch hauen?“, sorgen sich wiederum andere Sensibelchen um einen angemessenen Umgang zwischen den Geschlechtern.

Natürlich darf man Schlampen auf den Arsch hauen. Das mögen die, sonst wären es ja keine Schlampen. Was ist das denn jetzt für eine blöde Frage? Und was hat das mit sensiblem Umgang zwischen den Geschlechtern zu tun? Ich dachte, wir reden von Arschlöchern?

Und irgendeine rotgrüngenderversiffte Drecksau hat auch Pippi Langstrumpf umgeschrieben.

Ja, diese “Drecksau” arbeitet beim Oetinger-Verlag. Das ist ein Faktum. Soll uns das jetzt was sagen? Was hat das mit dem Thema zu tun? Was ist eigentlich das Thema?

Wir müssen die Ängste der Arschlöcher ernst nehmen,

Das hast du schonmal behauptet, Uli, aber du scheinst nicht Teil von “wir” zu sein, gell?

die so groß sind, dass sie sich nicht mehr gegen die Mächtigen verbünden können, die ohnehin dasselbe gewählt haben, sondern nur gegen die noch Schwächeren, die Außenseiter und allenfalls noch gegen arrogante Intellektuelle.

Der Satz ist grammatikalisch entsetzlich. Die erste Interjunktion macht die Ängste zum Subjekt des Satzes, der Rest die Arschlöcher. So. Geht. Deutsch. Nicht. Aber auch abgesehen davon ist der Satz eher Durchfall mit Bröckchen – wenn da jemand einen Inhalt sieht, kommentiert das bitte.

Diese hochnäsigen Besserwisser sind es, die einen echten sozialen Protest von unten gegen oben verhindern.

Die arroganten Intellektuellen? Ja – äh – war das nicht die Prämisse deines Artikels, Uli, die du ablehnen wolltest?

Im Rassismus, diesem hehren Aufschrei der gequälten Seelen armer und reicher weißer Menschen, liegt nun zwangsläufig der letzte Ausweg, den ihnen die Klugscheißer gelassen haben.

Im Gegensatz zu Uli finde ich Rassismus nicht hehr, aber ich sehe auch keinen Rassismus, wenn man sich über Frühsexualisierung oder den Einfluss des Islam echauffiert. Was der Einschub mit “weißen” Menschen soll, weiß ich auch nicht – wie viele Deutsche sind denn nicht weiß? Sicher weniger als Schwule, und schon die sind irrelevant.

„Wertvolle Stimmen“, „Denkzettel“, „Wachmacher“ sind das in den Augen der Faschoflüsterer vom Verantwortungsfeuilleton.

Wenn wir mal irgendwann konkretisieren könnten, Uli, von was wir eigentlich reden, hätte ich jetzt nicht das Bedürfnis, ganz überheblich zu konstatieren, dass die TAZ vielleicht keine arbeitslosen Taxifahrer schreiben lassen sollte, sondern vielleicht meine Katze; die tippt auch nur sinnlosen Müll. Aber wenn’s für die Klientel reicht, ist mir das auch egal. Ich habe nur keine Lust, den Mist (Text und Menschen) zu bezahlen.

Auch müssten wir endlich begreifen, dass natürlich dort die Furcht vor dem Fremden am größten ist, wo das einzige entfernt ausländerähnliche Wesen ein einsamer Dönermann ist, der aus Selbstschutz so überangepasst agiert, dass man ihn fast schon selber für einen Nazi halten möchte.

Tjo, hätte der Uli bei den Wartezeiten in seinem Taxi ein bisschen Literatur gelesen, wüsste er, dass die Furcht vor dem Fremden immer dann am größten ist, wenn man das Fremde nicht kennt. Das ist vollkommen normal. Und warum es wünschenswert sein sollte, dass der Dönermann sich nicht anpasst, weiß ich zwar nicht, aber ich sehe keinen großen Unterschied zwischen Dönerverkäufern in Izmir und Ingolstadt. Manche sprechen gut Deutsch, manche nicht. Mei. Machen Döner. Und passen sich so an, dass sie Döner verkaufen. Ist es jetzt irgendwie verwerflich, Döner zu verkaufen?

Auch das ist unsere Schuld. Warum haben wir uns über die Idioten lustig gemacht? Wieso sind wir im Minirock in diese üble Bar gegangen?

Ich stelle mir gerade vor, wie Uli im Minirock in eine Bar geht und sich – ne; sorry, geht nicht. Es haben sich alle über Uli lustig gemacht.

Alles ist unsere Schuld. Hätten wir nur den Arschlöchern zugehört und uns auf sie eingelassen!

Ich bin mir recht sicher, dass das Ulis Minirock-Bar-Situation nicht sonderlich verändert hätte. Glaubt mir, meines Bruders Junggesellenabschied war nicht nett – also, für ihn.

Folgerichtig machen wir uns auf die Suche nach einem solchen, um Wiedergutmachung an ihm zu betreiben.

Einem was? Arschloch? Gerade eben war die Welt noch voll davon; es ist in dem Fall keine Leistung, eines zu finden. Ist das das, was Linke unter “Arbeit” verstehen? Fragt sich noch irgendwer, warum Kommunismus nicht funktioniert?

Und da sitzt schon eines. Mit einem Bier.

Hey – das könnte ich sein!

An einer Bushaltestelle.

Das dann nicht.

Was für ein aus Überheblichkeit geborenes Klischee!

Ja, wie überheblich, wenn man an einer Bushaltestelle Bier trinkt. Das ist ja quasi schon reaktionär-elitär!

„Heil Trump“, piepst der kapitale Hornochse.

Ah – wir denken uns nur Quatsch aus – naja, Realität ist auch Scheiße, richtig?

„Deutschland den Deutschen, Ausländer raus.“ Och, goldig! Wie der piepst. Von den Argumenten mal ganz abgesehen, fällt es schon schwer, so ein Gepiepse ernst zu nehmen.

Welchen Argumenten? Hat der piepsende, eingebildete Hornochse nun ein Argument gebracht oder nicht? Klar, Uli, du kannst so tun, als hätte er keines gebracht, aber das wäre irgendwie… Arrogant? Überheblich? Spöttisch? Hilflos?

Wir setzen uns neben das Rindvieh, schenken ihm ein Lächeln und streicheln ihm über den Unterarm. Es soll Vertrauen fassen. Schließlich hat es schon Sorgen und Ängste genug. Da soll es nicht auch noch vor uns Angst haben.

Wenn ich an einer Bushaltestelle mit einem Bier sitze und so eine verdammte Schwuchtel tatscht mich an, gibt es erstmal eine Anzeige wegen sexueller Belästigung. Hey, Uli – der Trump hat Frauen an die Pussy gegrabscht, weil die das toll fanden – also, hat er zumindest gesagt. Das heißt nicht, dass du das darfst. Das ist widerlich.

„Erzähl uns deine Ängste und Sorgen“, fordern wir ihn mit warmer Stimme auf.

Jaja, Uli, wir kennen deine sexuelle Orientierung. Ich erwähne mal, dass ich dich schon vorher nicht mochte und für dumm hielt, damit mir hier keiner Homophobie unterstellt oder so.

„Kein so’n LTG-Blabla mit linksdrehender Volksverschwulung, die Chemtrails mit Aluraketen vom Himmel schrubben, Merkel muss ins Lager, Deutschland in den Grenzen des Pleistozäns, Ken Jebsen soll Reichskanzler werden, die Flüchtlinge dürfen nicht mehr in Turnhallen schlafen, die viel größer sind als die Wohnung, die uns das Amt bezahlt, deutsche Frauen sollen wieder Apfelkuchen backen, mit Sahne bitte, der Islam muss – schwupps – einfach verschwinden und, ach ja“, piepst er weiter, „wir möchten nicht mehr Arschlöcher genannt werden.“

Guck, genau das ist das Problem, wenn man mit Leuten redet, die mit einer Flasche Bier an einer Bushaltestelle sitzen. Klar, in linken Kreisen ist das ein vollkommen normales Diskussionsthema, aber davon ist es doch trotzdem abstruser Quark?

Naja, abgesehen davon, dass der sexuell belästigte Überlebende an der Bushaltestelle nicht auch noch Arschloch genannt werden will, was nun wirklich nicht zuviel verlangt sein sollte, oder? Gott, sind Linke widerlicher Abschaum.

„Ist okay.“ Wir wundern uns ein bisschen, schließlich ist er doch ein Arschloch. „Aber wie denn dann: Arschgesicht? Arschgeige? Nazi?“ – „Nee!“ Er schüttelt den Kopf. „Auf keinen Fall. Nazi ist auch doof. Aber Besorgter Bürger wäre schön.“

Ein besorgter Bürger hätte an der Stelle bereits lange die Polizei gerufen und Uli verhaften oder einweisen lassen. Ein Arschloch oder Nazi hätte ihm die Fresse poliert. Ich habe langsam den Eindruck, dass die Bushaltestellen-Szene nie wirklich passiert ist.

Denn es sind eigentlich gute Menschen, auch wenn man es den rassistischen Pöblern nicht anmerkt, in die sich die oftmals stolzen Unterdrückten von einst verwandelt haben, die die elitären Schlauschwätzer zuweilen wirklich und wahrhaftig noch beschämen konnten.

Ich bin ein ziemlich “elitärer Schlauschwätzer” und ich warte noch darauf, dass irgendwer kommt, mich wirklich und wahrhaftig beschämen zu können. Aber gut, ich bin auch kein linker Idiot. Und niemand war je stolz unterdrückt. Nichtmal Neger.

Unsere eigenen Sorgen nehmen wir übrigens auch ernst. Sehr ernst sogar. Und deshalb nehmen wir den besorgten Bürger nicht nur bei der Hand, sondern ziehen ihn sanft, aber bestimmt hinter uns her. Er quengelt. Offenbar will er in eine andere Richtung. Nach rechts, vermuten wir mal.

Ich finde den Artikel langsam doof. Außer einer dummen, ausgedachten Geschichte mir irgendeinem besoffenen Typen an einer Bushaltestelle, den Uli und seine “wir”-Freunde sexuell belästigt haben, passiert hier gar nichts. Kommt da noch was?

Also packen wir energischer zu. Erstaunlich widerstandslos stolpert die Nulpe hinter uns her. Halten die sich denn gar nicht mehr fit in ihrer Hitlerjugend?

Die Hitlerjugend ist eine verbotene Organisation nach Paragraph § §gesetzbuch. Wie ungebildet sind Linke eigentlich? Und warum erwarten die, dass man stockbesoffen und mitten in der Nacht an einer Bushaltestelle noch fit ist? Saufen die nur?

Der Turnbeutelvergesser kann ja kaum den rechten Arm heben. Wir ziehen ihn zur S-Bahn, im Bahnhof die Treppe hoch und auf den Bahnsteig. Ein Zug fährt ein. Direkt vor dem springen wir auf die Gleise. Das Arschloch nehmen wir fürsorglich mit. Schließlich kennen wir unsere Verantwortung.

Hm – das war jetzt unerwartet. Aber die Idee ist super: Nehmen wir mal an, das war jetzt so ein Neonazi. Und die “wirs” so Antifanten. Ich schätze mal, das es da so ein 20:1-Verhältnis gibt, aber wenn immer 20 Antifanten mit einem Neonazi vor die S-Bahn springen, haben wir 21 Probleme weniger. Also, jetzt nicht Ulis “wir”, sondern wir, die überhaupt nicht hilflosen. Sag Bescheid, wenn du loslegen willst, Uli. Wir schubsen aber auch gerne, wenn es sein muss. Wir übernehmen nämlich sogar Verantwortung.