Zweiter Jahrestag der antifeministischen Kochkunst

Vor knapp über zwei Jahren postete eine Feministin, die heute wohl keiner mehr kennen wird, auf ihrem Blog “Das beste Rezept der Welt”. Ich scheine dazu hier nichts geschrieben zu haben, aber wohl bei Tom, der dazu recht knapp befindet “Wie so oft ist dies ein Thema, bei dem ich widersprechen muss”, aber freilich habe ich in den letzten Jahren aus dem Feminismus gelernt, dass die Urmotivation jedweden modernen Feminismus eine Projektion ihres eigenen Versagens ist – d.h., Fat-Acceptance-Feministinnen sind halt fett und hässlich, antirassistische Feministinnen sind halt irgendwie nicht-weiß und dumm und die ganzen intersektionalen Feministinnen sind halt psychisch gestört und widerlich.

Freilich aber habe ich damals schon bei Tom (jaja, klickt da halt mal drauf) kommentiert, dass Robins “Rezept” der besten Fertigtortellini der Welt zwar offenbar den Apex der Kunst feministischen Kochens darstellt, aber halt nicht mit ach-so-x-beliebigen Männern konkurrieren kann. Ich postete dann halt ein paar Rezepte, die auf Robins Nivau nachkochbar sind, und nach nur zwei Jahren findet sich tatsächlich eine Frau, die das mal versucht hat. Resultat?

Ich liebe die ChoCho-Spieße ❤
Ich hab ewig gesucht und probiert, aber es hat nie so geschmeckt wie im Trader Vic´s.
Aber mit dem Rezept von dir schmeckt es endlich perfekt.
Vielen, vielen lieben Dank für das Teilen 🙂

Tjoa – freilich fühle ich mich da als sonst nur als widerlicher, arrogant wahrgenommener Internet-Shirlord endlich mal anerkannt, aber dennoch überwiegt der Gedanke: Ach? Ich schreibe doch keine Rezepte ins Internet, wenn ich sie nicht selbst geil finde, und in dem Fall habe ich mich auch noch mit einem Gault Millau – Haubenrestaurant verglichen. Ich bin doch keine fucking Feministin, die es nicht schafft, sich ein fucking Tampon zwischen die Beine zu schieben und darauf wahlweise auch noch stolz ist (absichtlich kein Link) oder sich darüber auch noch beschwert, dass Tampons irgendwie zu teurer wären – wegen 6,84€ im Jahr.

Freilich, vor zwei Jahren hätte ich mir da auch gedacht “sind die denn alle blöd”, aber mittlerweile weiß ich das. Warum? Naja, das beste Rezept, was eine Feministin auf Robins Post damals zustandebrachte war Claudia, die – ach, deren Ausführungen sind allein kommentierenswert:

Eine kleine Dose Kidneybohnen (250g Abtropfgewicht) öffnen

Eine vollkommen normale Dose Kindeybohnen (400ml) hat bei mir – ja, ich habe extra nachgeschaut – 255g Abtropfgewicht. Es gibt halb so große und doppelt so große Dosen, ja, klar, aber das ist schonmal eine Angabe, mit der Claudias “5-Minuten-Mittagsimbiss” in fünf Minuten nicht fertig wird.

Bohnen in ein Sieb schütten und durchspülen

Die Bohnen kommen in Bohnen-Stärke-Wasser. Fuck, das ist eine Anleitung für Leute, die sich schwertun, ein Sandwich zuzubereiten, auf einem Niveau, wo da stünde “den Schinken öffnen, erst dann auf die Toastscheiben legen”. Aber gut, die Zielgruppe sind ja Feministinnen, die die Zubereitung von Fertignudeln für “Kochen” halten.

In einer Schüssel die Salatsoße zubereiten: Kräutersalz, Pfeffer, Öl (sehr gut: Rapsöl) und Essigwasser aus dem Gewürzgurkenglas.

Rapsöl schmeckt nach absolut überhaupt nichts. D.h., das billigste, undspezifische Pflanzenöl vom Aldi tut’s auch “sehr gut”. Zudem haben wir eine Fertigzutat – Kräutersalz – die vollkommen nutzlos ist; ich habe zum Beispiel etwa sechs Kräutersalze zuhause: zwei deutsche, drei türkische, und so’n komisches Zeug, was mir Papa aus Spanien mitgebracht hat. Aber hey- tun wir noch was unspezifisches, fertiges dazu: Wasser mit Essig (und Zucker, Zwiebeln, Salz, Dill, Senf). Gut, dass wir das Wasser vorhin weggeschüttet haben und eh Essiggurken brauchen, damit wir wenigstens einen Hauch von sexueller Befriedigung bekommen, gell?

Dazu klein geschnittene Zwiebeln oder TK-Schnittlauch.

Ich habe echt nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich das substituieren lässt; das werden zwei vollkommen unterschiedliche Geschmäcker. Vor allem aber stären gerade die fehlenden Mengenangaben – okay, wir hatten eine präzise, aber: Wie viele wie große Zwiebeln? Und muss der Schnittlauch TK sein? Das ist ein 99ct-Unkraut, was man nur nach jedem Urlaub neu braucht?!

Die Bohnen dazu geben, sowie drei Cornichons in Scheibchen.

Was zum Teufel sind Cornichons? Ach – die fucking Gewürzgurken aus dem Glas oben. Boah, so als Feministin muss man wohl Bullshit labbern, um nicht sofort blöd dazustehen. Okay, und was wir das dann?

Nun alles vermengen und 5 Minuten ziehen lassen – fertig.

Öhm… wir haben also jetzt ein halbes, kleines Glas Gewürzgurken und eine Dose Kidneybohnen gemischt und ein paar Zwiebeln (oder Schnittlauch?) dazugetan und das gesalzen, gepfeffert und ein bisschen Öl als Geschmacksträger dazugetan. Toll.

Ich werde das nicht ausprobieren, aber ich gehe stark davon aus, dass es schmeckt wie Kidneybohnen mit Gewürzgurken (und Zwiebeln – oder Schnittlauch). Ein Wahn-Sinns-Rezept, dem ich auch gleich was entgegensetzen muss – schaumamal, wie viel Lust ich habe, das nutzlos lang zu machen:

Super schnell und lecker:
5-Minuten-Snack: Tuc-Cracker mit Frischkäse

Ja – neee… ich hab echt keine Lust, da noch mehr dazu zu sagen. Dann dauert das auch angenehmerweise keine fünf Minuten.

Aber freilich, das ist zwei Jahre her, der Feminismus wird weltweit mit Milliarden von Steuergeldern gepusht, also wird sich da doch was getan haben, wenn man nach “feministisch kochen” sucht?

Wie erziehe ich meine Tochter feministisch?

Ui, toll. Bento. Ich mag Bento.

Diese Frage beantwortet Chimamanda Ngozi Adichie in ihrem neuen Buch.

Ich kenne ein tolles Rezept für Chimichangas al Horno, das sind mit Käse überbackene Hühnchen-Quesadillas, aber ich habe so die Befürchtung, dass die portraitierte Person halt nur zufällig so heißt.

Wir bewundern Chimamanda … weil sie nicht müde wird zu erklären: … Wir alle profitieren von einer Gender-Stempel-freien Welt.

Ja, Kinders, aber meine Frage an Google waren ja nun feministische Kochrezepte, gell? Und ihr Feministinnen seid es – also, neben meiner Frau wie Mutter – dass ihr ganz gender-ungerecht den Stempel “kann nicht kochen” aufgedrückt bekommt. Habt ihr dazu wenigstens irgendwas zu sagen?

“Die Fähigkeit zu kochen”, schreibt Adichie, “ist nicht vorinstalliert in einer Vagina.”

Joah… Danke, Chimichanga, und auch danke an Maria-Xenia Hardt, deren Eltern offenbar zwar viel Geld für Vokale übrig hatten, aber auch nicht genug.

Kleiner Tipp an dieser Stelle: Die Fähigkeit zu irgendwas ist nicht angeboren. Mit dem Kochen als Beispiel wird das ganz enorm lächerlich, weil so ziemlich ausschließlich alle Köche von Rang und Namen Männer sind. Es war aber vor allem nie ein Problem des Feminismus, dass Männer denken, dass Frauen irgendwas nicht können – es war das Problem des Feminismus, dass Männer dachten, dass Frauen die meisten Sachen nicht können. Hallo? Ihr seid angetreten mit den “starken” we can do it – Frauen. Und ihr scheitert am fucking Kochen, was so ziemlich das einzige ist, was der noch so konservativste, sexistischste 1930er Nazi-Chauvinist euch als Kompetenz zugesprochen hätte.

Und damit ist eigentlich alles zu “typisch Mann” und “typisch Frau” gesagt, was jemals gesagt werden musste.

Tjoa … Xena-Doppelnamens Artikel geht zwar noch weiter, aber das ist ein schöner Schluss für mich. Denn es ist offenbar “typisch Frau”, absolut überhaupt nichts besser zu können als Männer, wenn man die Männer denn mal lässt. Dafür bin ich dem Feminismus wirklich dankbar; noch die Generation meines Vaters glaubte ja die dümmlichen Parolen, dass Frauen auch irgendwas könnten, sogar noch. Ich hingegen weiß jetzt, dass “konservativ” wie “sexistisch” und “Chauvinist” nur

Mensch, der sein Leben irgendwie im Griff hat und keinen utopischen Illusionen nacheifert

bedeutet. Ich bin euch Feministen aber sauer, dass ich da “Nazi” auch noch mit reinziehen wollt; Nazis waren echt scheiße. Wohlgemerkt aber nicht zu Leuten wie mir – was ihr durchaus seid.

Lernt doch einfach fucking kochen, ihr dummem Schlampen. Ist jetzt nicht so schwer.

2 Replies to “Zweiter Jahrestag der antifeministischen Kochkunst”

  1. Hehe, ich sehe mal wieder, dass die Männer auch am Herd etwas mehr drauf haben, als feministische Bohnenwasserabgießerinnen a la Urban.

    Eine Idee von “Mein Senf”, tom147 aufgreifend, habe ich mich damals ungefragt und nicht nominiert eingemischt – mit meinen zwei geilsten Rezepten, die wenig Abwasch machen aber dafür umso leckerer schmecken:

    https://emannzer.wordpress.com/2015/06/14/goil-rezepte-als-blogstockchen/

    Das kam natürlich nicht so gut an, in dieser selbstbestimmten Szene der selbsternannter ‘Bauerfrauen’, die vermutlich darauf hinweisen mussten, dass man Kidney-Bohnen vorher erst ‘entdost’ und nicht im ganzen dem Gericht hinzufügt, bzw. das diese nicht durch Nierchen ersetzt werden können, selbst wenn die so aussehen wie die Böhnchen …

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