Judgement Day

Morgen sind in den USA endlich Wahlen, wenn man vielen Nachrichtenoutlets glauben möchte. Endlich deswegen, weil dann der Wahlkampf aufhören würde, der viele Leute ankotzt. Ich nehme an, dass das vor allem Hillary-Anhänger ankotzt; Trump-Anhänger gehen ja sogar noch am Tag vor der Wahl zu Tausenden zu Vorträgen von ihm.

Nun war ich ja immer mehr für Trump als für die Hexe, aber dann habe ich diesen Bericht über Trump und seine Drogen-Sex-Gelage mit minderjährigen Models in seinem Central-Park-Penthouse in den 90ern gelesen und fand das schon ziemlich heftig.

Also, dass es bei diesen Partys Rauchverbot gab. Hallo? In den 90ern? Das war schließlich nicht 2016. Wo soll das hinführen? Am Ende verbietet Trump noch Kokspartys und Sexorgien mit minderjährigen Models?!

Ähnlich scheint es auch Roland Nelles zu gehen, der findet, “Es wird wohl so oder so ungemütlich.” Nun ist Herr Nelles gerne Volksverräter und damit mit mir politisch sicher nicht auf einer Linie, aber er versucht hier wenigstens, einen halbwegs ausgewogenen Standpunkt zu erörtern.

Zusammenfassend:

Unter Hillary bekommen wir einen verschärften Konflikt in Syrien, Libyen und v.a. mit Russland, brauchen zum ersten mal seit 1933 wieder ein ordentliches Militär, wegen dem dritten Weltkrieg, und können uns das nichtmal leisten, weil die US-Wirtschaft zusammenbricht.

Bei Trump weiß keiner so genau, was er machen will. Oder wird.

Herr Nelles findet letzteres das schrecklichere Szenario. Ich nicht. Aber wenn man davon ausgeht, dass Hillary, genau wie Obama, während ihrer Amtszeit schlicht und einfach gar nichts macht (außer das eigene Land in den Ruin zu treiben und die schlimmsten Rassenunruhen seit lange vor meiner Geburt schönreden), kann uns das eigentlich egal sein.

All-In, und fünf neue Karten bitte

[Es gibt unten eine Zusammenfassung]

Ich bin ja normalerweise eher Trump-freundlich, weil ich Berufspolitiker im Allgemeinen und Kommunisten im Besonderen nicht leiden kann, aber sein 100-Tage-Plan, den er heute in Gettysburg vorgestellt hat, wirkt… mei, besser als der von Hillary (den gibt es nicht), aber er ist inhaltlich trotzdem interessant genug, um sich inhaltlich damit zu beschäftigen und nicht nur, wie das die Lügenpresse macht, Trump als weinerlichen Loser darzustellen.

Es fängt mit sechs Maßnahmen an:

FIRST, propose a Constitutional Amendment to impose term limits on all members of Congress;

Man kann da jetzt Vor- und Nachteile diskutieren, aber der letzte Verfassungszusatz, der den Politikern selbst Nachteile gebracht wurde, wurde 1789 eingebracht. Und schon 1992 ratifiziert (keine Typos). Ich nehme daher mal Punkt 1 als “Establishment trollen”, finde ich gut.

SECOND, a hiring freeze on all federal employees to reduce federal workforce through attrition (exempting military, public safety, and public health);

Die Staatsquote der USA liegt bei 35%, das ist weniger als der europäische Durchschnitt, aber doppelt so hoch wie in China. Da ich bei 90% der staatlichen Angestellten in D nicht weiß, was sie machen, und von den staatlichen Angestellten in D, die ich kenne, weiß, dass sie denken, dass zumindest 2/3 ihrer Kollegen nichts machen, schadet das sicher nicht sonderlich.

THIRD, a requirement that for every new federal regulation, two existing regulations must be eliminated;

OK. Alleine dafür hätte er meine Stimme. Wenn Hillary das toppt (drei, vier, zwanzig?), kippe ich aber sofort. Ja, es gibt Länder mit mehr Gesetzen als Amerika – also, eines: Deutschland – aber die kennt doch kein Mensch mehr, aber halten muss man sich natürlich dran. Das ist doch kein Rechtsstaat. Ne, der Punkt ist wirklich der wichtigste.

FOURTH, a 5 year-ban on White House and Congressional officials becoming lobbyists after they leave government service;

Im Zusammenhang mit (1) ist das effektiv die Abschaffung des Berufspolitikertums mit anschließender Nachfinanzierung durch die Industrie, der man kleine Gefallen getan hat, und würde Politiker erfordern, die auch echte Jobs haben. Da Demokratie so gedacht war, ist das prinzipiell nicht schlecht, da hier die Arbeitsteilung der moderenen Gesellschaft nur eine Spezialisierung in Lügen, Betrügen und Klüngeltum hervorbringt, die schon im Kleinen recht unerträglich ist.

FIFTH, a lifetime ban on White House officials lobbying on behalf of a foreign government;

Das ist vollkommen unnötig, wenn (4) gilt. Ist nicht sonderlich durchdacht, das Ganze – oder Vorbeugen für Eventualitäten, weiß man nicht. Nicht so prall, dass ich damit jetzt hausieren gehen würde.

SIXTH, a complete ban on foreign lobbyists raising money for American elections.

Hey, ein Lex Putin! Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich das durchsetzen und kontrollieren lässt, also, in Zeiten multinationaler Konzerne, aber ich weiß auch nicht, was das bringen soll – das ist für arme Länder sinnvoll; reiche Länder zu kaufen ist schwierig.

Zwischenfazit zu den Maßnahmen: Establishment trollen, öffentliche Verwaltung verschlanken und Gesetzeswust streamlinen hätte meine Stimme, der Rest ist… zumindest nicht schlimm.

Aber neben diesen Maßnahmen folgen dann noch sieben Aktionen, wo auch immer neben einer marginalen semantischen Feinheit, die nur Grammatiknazis interessiert, der Unterschied zwischen Aktionen und Maßnahmen sein soll.

FIRST, I will announce my intention to renegotiate NAFTA or withdraw from the deal under Article 2205

Das hat Trump im Wahlkampf ja nun oft genug gesagt. Laut Wikipedia ist der Einfluss von NAFTA 0,08% (des BIP?) positiv. Das offizielle Militärbudget der USA ist 40mal höher, ich nehme also an, dass das unterm Strich eher egal sein wird; grundsätzlich sind Freihandelsabkommen eine gute Idee in einer “globalisierten” Welt, aber mit einem Handelsbilanzdefizit, wie es die USA haben, nicht förderlich für den heimischen Arbeitsmarkt, und den betont Trump auch. Ob das nun gut ist oder was hilft, sei dahingestellt, aber es ist zumindest konsequent auf Linie.

SECOND, I will announce our withdrawal from the Trans-Pacific Partnership

Dito. Und das wird vor allem Vietnam und Thailand freuen, dass sie auf amerikanische Intellectual-Property-Rechte entlich auch wieder offiziell scheißen dürfen.

THIRD, I will direct my Secretary of the Treasury to label China a currency manipulator

Das ist sicher eine effektive Maßnahme, die weiterführende Auswirkungen hat, als das Xi das seinem 财政部 sagen wird, er solle die USA als currency manipulator labeln. Ein Handels- und Währungskrieg mit China ist heutzutage eine absolut brillante Idee. Den will Hillary aber auch, das ist also kein Entscheidungsmerkmal.

FOURTH, I will direct the Secretary of Commerce and U.S. Trade Representative to identify all foreign trading abuses that unfairly impact American workers and direct them to use every tool under American and international law to end those abuses immediately

Mal ganz ehrlich – was für eine Bananenrepublik ist das denn, in der Rechtsbrüche nicht verfolgt werden? Ah, das ist das Land, wo die Frau, die streng geheime eMails im Keller aufbewahrt hat, die in den Umfragen vorne liegende Kandidatin für das Präsidentenamt ist. Na dann. Sollten wir da mal Wirtschaftssanktionen verhängen oder so, in Teheran oder Moskau gibt es sowas ja nun eher nicht.

FIFTH, I will lift the restrictions on the production of $50 trillion dollars’ worth of job-producing American energy reserves, including shale, oil, natural gas and clean coal.

Ich übersetze das mal mit “Fracking, Fracking, Fracking, bis kein amerikanischer Haushalt mehr einen Gasanschluss braucht, weil das Trinkwasser von alleine brennt”. Ich habe jetzt nichts gegen Fracking – und ich habe vor allem mit dem pervers-überzogenen US-Haftungssystem keine großen Probleme, die Unternehmen da fracken zu lassen, bis sie pleite sind, aber so ein paar Regeln wären schon eine gute Idee, oder? Und was ist “clean coal“? “pumps and stores CO2 emissions underground“. Was soll da schon schiefgehen? Und vor allem – warum? Damit es nicht dreckig wirkt? Wenn wir nicht soviele Maisfelder für dämlichen Biodiesel und so bräuchten, könnten wir ja schlicht auch Bäume pflanzen?!

SIXTH, lift the Obama-Clinton roadblocks and allow vital energy infrastructure projects, like the Keystone Pipeline, to move forward

Ich sehe da keinen Unterschied zu (5) – wobei – wozu brauchen wir eine Pipeline nach Kanada, wenn wie selbst genug Dreck machen können? Ich habe den Eindruck, dass das Ganze langsam etwas unbedacht wirkt, in etwa wie deutsche Parteiprogramme oder so.

SEVENTH, cancel billions in payments to U.N. climate change programs and use the money to fix America’s water and environmental infrastructure

Ich bin mir relativ sicher, dass die Zahlungsmoral der USA gegenüber der UN nicht so vorbildlich ist, dass man da groß rumtönen sollte, aber Wasser- und Abwasserversorgung (“environmental infrastructure) ist wichtiger als die Reduzierung des Plastiktütenaufkommens im Südsudan – oder die UN.

Zu den Aktionen und Maßnahmen kommen jetzt nochmal fünf Aktionen:

FIRST, cancel every unconstitutional executive action, memorandum and order issued by President Obama

Wieso kann der Präsident in einem Verfassungsstaat verfassungswidrige Sachen machen? Ich meine, mir ist klar, dass Verfassungen in der Regel nur solange was wert sind, bis jemand kommt und sie als Klopapier benutzt (das macht üblicherweise eine Institution namens “Verfassungsgericht”), aber ja, da bin ich natürlich dafür, wenn ich die Verfassung mag, und ich mag die US-Verfassung sehr.

SECOND, begin the process of selecting a replacement for Justice Scalia from one of the 20 judges on my list, who will uphold and defend the Constitution of the United States

Verfassungsrichter zu ernennen, die sich an die Verfassung halten, ist natürlich – verfassungsgetreu. Finde ich auch gut.

THIRD, cancel all federal funding to Sanctuary Cities

A sanctuary city is a city… that adopts local policies designed to not prosecute people solely for being an illegal alien.

Das muss man sich mal geben: Leute, die sich nicht an Gesetze halten, nennt man normalerweise Kriminelle, aber wenn das mehrere machen, sind es schon quasi Heilige von höherer Gnaden. Nichts gegen die freie Entfaltung des Individuums oder Separatisten oder Sezession oder so, aber denen ihre Spinnereien auch noch zu bezahlen ist ja quasi, als bezahlt man die Antifa dafür, Autos und Banken anzuzünden. Guter Punkt, Herr Trump. Und steht in Eurer Verfassung nicht eh drin, dass das gar nicht geht? Wenn nein: Schreibt mal eine neue!

FOURTH, begin removing the more than 2 million criminal illegal immigrants from the country and cancel visas to foreign countries that won’t take them back

Es verstößt gegen die grundlegenden und international vereinbarten Menschenrechte, eigene Staatsbürger nicht “zurückzunehmen”. Da ist “Visa canceln” noch recht milde; Außenhandel abbrechen und Blockieren wäre vielleicht mein Mittel der Wahl. Oder wir werfen die zwei Millionen illegalen Migranten einfach vor dem Land ins Meer, wenn es denn eine Küste hat; ist jetzt nicht so, als könnte sich irgendein Land groß wehren, wenn das US-Militär da auffährt.

FIFTH, suspend immigration from terror-prone regions where vetting cannot safely occur. All vetting of people coming into our country will be considered extreme vetting.

Leute zu prüfen, die in das Land kommen, ist eine ziemlich gute Idee, was auch jedes vernünftige Land macht. Nun kotzt mich das sehr an, dass die USA jeden wie Schwerverbrecher behandeln, aber da meine eigene Regierung auch Fingerabdrücke von mir haben will, die sie den USA eh geben, ist das das geringere Übel. Und versucht mal, als Deutscher ein Arbeitsvisum (es geht ja um Einwanderung) für China zu bekommen, oder gar in Horten der Menschenrechte wie Iran oder Saudi-Arabien. Viel Glück!

So, dann kommen noch sehr lange und langweilige und vor allem unkonkrete Passagen; ich versuche die mal so gut es geht zusammenzufassen:

1. Middle Class Tax Relief And Simplification

Effektiv geht es darum, dass alle, ausnahmslos alle, weniger Steuern zahlen, sofern sie jetzt schon Steuern zahlen, und mehr Leute keine Steuern zahlen. Das reißt natürlich ein riesiges Loch in den Staatshaushalt, erhöht aber die Nettogehälter und senkt damit die effektiven Arbeitskosten. Massives Entbürokratisieren und niedrige Steuern haben das deutsche Wirtschaftswunder unter Erhard verursacht, nachdem Marshallplan und die damit verbundene keynesianische Politik die Grundlagen gelegt hatten – Keynes funktioniert höchstens kurzfristig. Kann funktionieren. Kann auch alles vor die Hunde gehen. Da die Alternative “mehr Keynesianismus” mit Clinton wäre und die schon die letzten acht Jahre nicht funktioniert hat, wäre es einen Versuch wert.

2. End The Offshoring

Damit sind Handelszölle gemeint. Handelszölle sind eine gute Idee, wenn man ein Außenhandelsdefizit hat und der Meinung ist, dass es dem Land besser ginge, wenn man die “billigen” Waren aus dem Ausland nicht hätte. Für den Kongo (oder so) wären Einfuhrzölle auf Lebensmittel eine Katastrophe, da sie das meiste geschenkt bekommen und sonst die halbe Bevölkerung verhungert. China – auch ohne Außenhandelsdefizit – hat Einfuhrzölle auf Luxuswaren; es stört Chinesen, die sich eine S-Klasse leisten können, nicht sonderlich, wenn die das doppelte kostet.

Die USA haben kein Lebensmittelproblem; die exportieren Lebensmittel. Auch ansonsten werden die USA quasi-autark nicht sterben, und schicke, kleine und flache Handys und Autos, die wenig Sprit brauchen und zuverlässig fahren sind sowieso überbewertet. Kann man machen, wenn man will; ich würde es nicht machen, aber mit 10% weniger Steuern und 10% Aufpreis auf mein ausländisches Auto habe ich immer noch mehr Geld als vorher (ich gebe ja nicht alles für mein Auto aus), und das ist besser als Hillarys Vorschlag, meine Steuern zu erhöhen oder Milliarden auszugeben, von denen ich nichts habe und auch nicht sehe, wo die wieder herkommen sollten. Ist trotzdem ein schlechter Punkt.

3. American Energy & Infrastructure

Wir renovieren die marode US-Infrastruktur, indem wir sie an Unternehmen abtreten. Fände ich in Deutschland zum Kotzen, wir haben eine Kfz-Steuer und horrende Mineralölsteuern, in den USA haben die das (in der Form) nicht und zahlen deswegen wegeabhängige Maut. It is revenue neutral. Ist grundsätzlich sinnvoll, haut mich aber nicht vom Hocker.

4. School Choice And Education Opportunity

Trump möchte Bildungsgutscheine ausgeben, die man nutzen kann, um seine Kinder an eine Schule seiner Wahl zu schicken. Aktuell gibt es öffentliche Schulen (kostenlos) und mehr oder weniger gute private Schulen (kostenpflichtig). Effektiv würde Trump damit das öffentliche Schulsystem ruinieren, da jeder, der sich auch nur das bisschen mehr Geld für eine günstige Privatschule leisten kann, diese wählen wird, und das würden unheimlich viel mehr Menschen werden. Da das öffentliche Schulsystem in den USA völlig im Arsch ist und zudem der Hort einer der wenigen erfolgreichen Gewerkschaften ist eine Reform schwer vorstellbar, von daher ist da “kaputtmachen” der einzig mögliche Reformversuch.

5. Repeal and Replace Obamacare

Obamacare ist der miserable Versuch einer US-Version der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung, der unbezahlbar teuer ist. Was daran liegt, dass das Gesundheitssystem in den USA unbezahlbar teuer ist. Was (auch) an den oben angesprochen perversen Haftungsgesetzen liegt – man denke an das Gejammere deutscher Hebammen, die keiner mehr versichern will (oder rentabel kann), mal Hundert. Das Problem liegt woanders, und Omamacare hilft niemandem (ich müsste so 4.000$ p.a. zahlen und dann noch 40% aller Kosten bis zu 10.000$ im Jahr selbst, was in den USA wahrscheinlich keine Blinddarm-OP finanziert. Das ist kein sinnvolles Investment; da bräuchte es eine ähnlich destruktive Reform wie beim Schulsystem. Aber das wäre mal ein Anfang.

6. Affordable Childcare and Eldercare

Da sollen dann bestimmte Kosten steuerlich absetzbar sein. In Verbindung mit den Steuersenkungen ist das eine Nebelkerze, aber immerhin ein kleines Bonbon.

7. End Illegal Immigration

Mauer bauen, Knast bei widerholtem illegalen Grenzübertritt. Nichts gegen die Mauer, aber die US-Gefängnisse sind derart überfüllt und vor allem arschteuer, dass das keine gute Idee ist. Und wenn die Leute dann auch noch auf die gute Idee kommen, ihre Zellen mit Fäkalien zu dekorieren, ist das – nunja – Scheiße. Klar, für Amerika funktioniert das noch, weil Südamerika nicht Afrika ist und die Leute dort halbwegs einen Lebensstandard haben, aber so als Europäer ist die Lösung idiotisch. Ich bin nun auch deswegen kein Politiker, weil ich “Vogelfreiheit” als sehr gute Lösung dieses Problems ansehen würde, aber das bricht wahrscheinlich mit dem Grundgesetz und so.

8. Restoring Community Safety

Das bezieht sich auf Bandenkriminalität, also v.a. Drogen. Der Krieg gegen die Drogen war schon seit er existiert wahnsinnig erfolgreich, mehr Polizei und mehr Einsperren hat seit der Prohibition nicht geholfen. Wir müssen mal Duterte beobachten, ob das vielleicht doch funktioniert, aber ich glaube es nicht. Was helfen würde, ist legalisieren und besteuern. Aber das kann nichtmal Hillary sagen, wenn sie gewählt werden will.

9. Restoring National Security

Mehr Militärausgaben und Cybersecurity. Das ist prinzipiell Hitlers Lösung, und die funktionierte nicht. Nett zu anderen Leuten sein und Handeln wäre eine Idee, die Schweiz macht das ganz hervorragend. Da hat übrigens auch jeder eine Waffe (eher zwei), das mögen die Republikaner sehr. Und kaum Waffengewalt, das müssten die Demokraten mögen.

10. Clean up Corruption in Washington

Das ist schwammiges Geblubbs von ganz oben.

Kommen wir zur Zusammenfassung:

Trump möchte das Establishment trollen, die Steuern senken, den Staat verschlanken, Berufspolitikertum abschaffen und die Wirtschaft durch attraktive Investitionsrahmenbedingungen stärken. Das Schulsystem reformieren und Law & Order durchsetzen.

Es ist begrüßenswert, das marode Schulsystem reformieren zu wollen, schlanker Staat ist nie verkehrt, und der Ansatz einer Reform des Gesundheitssystems durch das den Status Quo veschlimmernde Obamacare ist ebenfalls positiv. Berufspolitiker sind sehr skeptisch zu beurteilen und Trollen finde ich sowieso super, also sind das sehr gute Punkte.

Kritisch sind die Aufkündigung der Freihandelsabkommen (die aber großteils uralt sind und wahrscheinlich totale Katastrophen), Anfeindungen in Richtung China und die “unheimlich viele Leute einsperren” – Ansätze, was enorme Risiken birgt, ohne dass ich da großes Potential sehe.

Unterm Strich ist aber zu sehen, dass Trump riskiert, dass alles vollkommen vor die Hunde geht. Eine Gesundheitsreform kann m.E. nur funktionieren, wenn das Haftungsrecht reformiert wird, und das wird Anwälte nicht sehr begeistern, und (zumindest die betroffenen) Ärzte und Anwälte sind verdammt reich und verdammt gerne Geldgeber für Politiker. Die US-Lehrer haben die einzige halbwegs funktionierende Gewerkschaft, ebenso viele Verwaltungsinstitutionen, die Trump quasi frontal angreifen muss. In Verbindung mit einer auf militärischer statt wirtschaftlicher Stärke basierenden Außenpolitik kann das eine innenpolitisch instabile Situation verursachen, die das außenpolitische Gleichgewicht nicht tragen kann, womit das Land zugrunde geht – was ein Land mit Atomwaffen ungern macht. Es hat aber den Vorteil, dass es durchaus funktionieren könnte.

Trumps Plan ist damit oft interessant, in einigen Punkten dämlich, und vor allem aber riskant. Um das mit einer amerikanischen Tradition zu vergleichen, hat Trump miserable Karten beim Poker in der Hand und geht All-In auf einen neuen Draw. Hillary findet ihre 5-7 unsuited “already very good”, vergleicht es mit Obamas Karten, und versucht ein Double Down.

Ich würde immer noch auf den Kandidaten setzen, der weiß, welches Spiel er spielt.

18 Days Later

Ich war heute im Billardsalon, der sich – wie zu erwarten – nicht in der besten Gegend befindet. Und während ich so draußen stehe, kommen zwei Mädels vorbei, so in dem Alter, was ich gerade aus irgendeinem Grund kategorisch attraktiv finde. Die eine tippte auf ihrem Handy rum und hielt es dann an ihr Ohr – das ist zunächst mal verwunderlich; sowas macht man heutzutage ja nicht mehr, das ist reaktionäre Nazi-Scheiße und überhaupt nicht progressiv.

Naja, das hübsche Mädel sagte dann ihrem Telefon “Mert*, ey, sagt Du die Hassan* das wir jetzt zu die Café gehen? … Oh? Ach, ihr seid schon in der Café!

Wie erwähnt, sie liefen vorbei, ich weiß nicht, was danach passierte oder warum man freiwillig in ein Café in Gostenhof gehen würde, aber mir fiel die vorbildliche Verwendung des Dativs auf. Zunächst. Es gab ja da dieses “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” – Buch und begleitend eine Menge von Zeitungsartikel, die das Aussterben des Genitivs heraufbeschworen haben. Deppen, allesamt, natürlich. Wie die Feministen – beschweren sich darüber, was Frauen fehlt, obwohl Männer oder gar Neger oder sonstiges Gesocks es viel schlechter haben. Dafür brauchen wir ja intersektionellen *ismus, um gegen Idiotien wie das sexistische (eigentlich ist es casusistisch, aber der Unterschied zwischen biologischem und grammatikalischen Geschlecht ist eh nur sozial konstruiert, und das gilt für Deklination erst Recht) Beklagen des Aussterbens eines Falles zu beenden, es ist schließlich 2016. Die anderen Fälle sterben schön auch aus, wer braucht schon grammatikalische Regeln? Die unterdrücken nur Minderheiten, wie das hübsche Mädchen aus Gostenhof und ihre Freunde Mert und Hassan, die sich vorbildlich in die deutsche Gesellschaft ignorieren, indem sie Deutsch sprechen. Mit immerhin einem Dativ, wo er hingehört, da muss man drüber wegsehen, dass es eigentlich “zu der Café” und nicht “zu die Café” heißen müsste; so viele Dative brauchen wir nun auch nicht.

Leider befürchte ich, dass das offenbar beginnende Sterben des Dativs in der Mainstream-Presse nicht die gebotene Aufmerksamkeit bekommen wird, da die Presse mit der anstehenden Entscheidung der US-Bevölkerung, ob sie lieber einen Bürgerkrieg oder den dritten Weltkrieg haben wollen, ausgelastet ist.

In dem Kontext gilt es natürlich, den Bürgerkrieg zu verhindern und alles auf eine Konfrontation mit Russland in Syrien zu setzen; ein ordentlicher US-Präsident der “Demokraten” braucht schließlich einen Stellvertreterkrieg in irgendeinem Drecksloch, von dem keiner weiß, wo es liegt – deswegen mag ja niemand Obama, der hatte keinen Krieg mit den Russen. Harry Truman hatte Korea, Lyndon B. Johnson Vietnam, und wer denkt nicht gerne an die tollen, heldenhaften Erfolge der US-Soldaten damals zurück? Kennt denn keiner mehr das preisgekrönte zeitgeschichtliche Meisterwerk Apocalypse Now des rennomierten Dokumentarfilmers Francis Ford Coppola? Das muss man natürlich wiederholen – in Syrien, besser jetzt als nie, deswegen sollte man definitiv für Clinton stimmen.

Komischerweise interessiert das die Presse nicht, die echauffiert sich seit der presidential debate am Mittwoch darüber, dass Trump sich vorbehält, das Wahlergebnis nicht so toll zu finden. Und das, erklärt uns Thomas Seifert, ist ein “Tabu-Bruch: Er nährt öffentlich den Zweifel an der Legitimität des Wahlprozesses in den Vereinigten Staaten.

Wie kann er nur! Die USA, DIE USA [no, your honor, that is German, it says “die Bart, die“], der Hort der Demokratie, die uns von den restlichen drei Nazis befreit haben, nachdem die Russen 90% der Wehrmacht in verlustreichen und blutigen Kämpfen feigen Angriffen auf die Zivilbevölkerung von Stalingrad und Umgebung heroisch besiegt blutig niedergemetzelt haben. Analog haben die Russen mit den Resten der Assad-treuen syrischen Armee auch 90% des Staatsgebiets Syriens zurückerobert und versuchen, den modernen, säkularen syrischen Staat, den Assad aufgebaut hatte, wieder aufzubauen heute wieder Zivilisten in Ost-Aleppo feige aus der Luft bombadiert, während unsere Freunde, die Amerikaner, die Deutschland schon seit 1990 nicht mehr besetzt halten und nur noch ein kleines bisschen mehr Zeit brauchen, um zu gehen, von Drohnenkontrollcentern in Rammstein ihr Möglichstes tun, die fiesen Terroristen in Mossul zu bekämpfen. Dass dabei einige, wenige zivile Opfer traurigerweise als collateral damage zu verzeichnen sind, ist traurig, aber ein notwendiges Übel zu einem größeren Wohl.

Aber es geht ja nicht um Kriege oder Doppelmoral oder so – nein, es geht um westliche Werte, und vor allem um das Aufrechterhalten der wahren Demokratie. Und wahre westliche Demokratien anzweifeln, das machen nur fiese Rechtspopulisten:

Freilich: Dies ist nicht allein das Privileg der Trumpisten in den USA – in Österreich brachte die FPÖ vor den Verfassungsgerichtshof einen Schriftsatz ein, um vor dem Richtergremium eine Wahlwiederholung zu erstreiten. … Dem vorausgegangen waren Aussagen von FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer – da war von einer Wahlanfechtung freilich noch keine Rede -, dass bei Wahlkarten “immer ein bisschen eigenartig ausgezählt wird”.

Trump ist also mit seiner Meinung in der modernen, zivilisierten Gesellschaft vollkommen alleine uns spinnt nur wüste Verschwörungstheorien, wie die Nazis von der FPÖ, die ja schlimmer sind als die AfD, Geert Wilders, Marine Le Pen und Adolf Hitler zusammen. Und das macht Trump nicht nur zu “schlimmer als Hitler”, sondern zum Teufel – das habe ich übrigens schon vor Monaten gesagt.

Wahlen werden nur in bösen Ländern manipuliert, nicht in guten. Und damit da niemand was dagegen sagen kann, schicken wir OSZE-Wahlbeobachter nur in Bananenrepubliken, die wir kritisieren wollen, nicht etwa in Krisengebiete wie die Krim, denn sonst gäbe es ja eventuell eine objektive Meinung zur Rechtmäßigkeit der Wahl. Man hat ja schließlich auch gemerkt, dass Alexander van der Bellen sich nur deswegen so vielen Anfeindungen ausgesetzt sieht, weil der österreichische Staat es vergessen hat, seinen angeblichen “Verfassungsgerichtshof” von Nazis zu säubern, denn die fanden – das vergisst Herr Seifert natürlich zu erwähnen – die Beschwerden der FPÖ ja durchaus berechtigt, deswegen gibt es in Österreich ja eine Neuwahl. Vielleicht. Irgendwann. Nach der Machtergreifung, vielleicht. Schaumamal.

Und das ist ein Problem, wie es das mit Trump auch ist: Demokratie ist nur dann gut, wenn die richtigen, einzig wahren Guten gewählt werden, die das gesamte Volk mit Brot und Spielen Hartz4 und Krankenversorgung begeistern können, da muss man drüber wegsehen, dass das aus der Sklavenarbeit minderwertiger, in Kriegen eroberten Untermenschen der anständigen, versteuerten Arbeit rechtschaffener Bürger finanziert wird. Es geht hier um das Richtige und Gute, und da darf weder ein Trump noch irgendein Verfassungsrichter reinreden. Wahrscheinlich kommt einer der Richter aus der Nähe von Braunau, wie Hitler; man kann “Nähe” ja sehr relativ definieren, so groß ist Österreich nun nicht.

Von daher bin ich mal gespannt, wie das Wahlergebnis ausfällt. Mir persönlich wäre ja Trump lieber, weil sonst Millionen junger amerikanischer Frauen niemals ihren Traum verwirklichen können, die erste weibliche Präsident von die USA zu werden. Auch weil Trump sich so eloquent ausdrücken kann wie das Frau heute in Gostenhof. Denk doch mal einer an dem Kinder!

*:Namen nicht geändert.

To boldly vote where no sane man would want to

Im amerikanischen Wahlkampf stellen sich immer mehr Promis hinter Hillary Clinton, und die Weltpresse hält das jedesmal für erwähnenswert. Es ist kein gutes Zeichen für eine Demokratie, wenn die Tatsache, dass Tony Stark (das ist der Reporter, der am Ende von Natural Born Killers umgebracht wird) findet, man sollte Hillary wählen, einen Einfluss auf die Wählerentscheidung zu haben scheint, aber die meisten Menschen sind dumm, von daher ist das halt so. Ich lasse mich immer von Oskar, dem Bahnhofspenner, bei der Wahl beraten, aber das kann ja jeder machen, wie er will.

Jetzt hat sich auch noch der Cast von Star Trek angeschlossen. Die Schauspieler aus dem neuen “Beyond”-Film, der gar nicht so schlecht ist, wie man erwarten würde, haben dafür auch tolle Gründe:

There’s a reality TV star who’s knocking on the White House door, it beggars belief.

Sehr einsichtig. Allein die abstruse Idee, ein Schauspieler könnte für die Republikaner ins Weiße Haus einziehen, ist so lächerlich, das glaubt niemand.

Oh, fuck, es ist gar nicht mehr 1955.

Tja – sehr viel bessere Argumente haben sie leider nicht wirklich:

Never has there been a presidential candidate who stands in such complete opposition to the ideals of the Star Trek universe as Donald Trump.

Ignorieren wir mal an der Stelle, dass das Star Trek-Universum fiktional ist. Sondern analysieren wir lieber, ob es denn wünschenswert ist, kontinuierlich im Krieg mit irgendeiner brutalen, fremden Zivilisation zu sein. Hillary bekommt das nämlich sicher hin, ihr Hauptsponsor ist ja gerüchtehalber Saudi-Arabien, also die, wo die 9/11-Attentäter herkamen;die den Jemen derart in Grund und Boden bomben, dass die Leute nach Somalia (ja, nach Somalia) fliehen; die jetzt schon die Gesetze haben, die der IS gerne hätte…

Weiterhin ist die Star Trek – Föderation ein sozialistischer Zentralstaat mit einer einflussreichen Zentralregierung, dem obersten Sowjet Föderationsrat, und ein paar Vasallenstaatenplaneten. Die Gesellschaft hat sogar eine Federation Security genannte Gestapo! Und einen KGB, der heißt Starfleet Security. Ich denke, Sozialismus und Geheimpolizei sind ganz oben auf Hillarys Agenda, und mit Trump gäbe es so etwas schönes offensichtlich nicht – widerspricht ja den Idealen des Star Trek-Universums.

Das wirkliche Problem ist aber, dass die United Federation of Planets ein unfähiger Haufen politisch korrekter Bürokraten ist, die sich in die Hose machen, wenn ein paar Klingonen / Romulaner / Cardassianer oder gar ein paar Khat-kauende Islamisten Tetracell-White-süchtige Jem’Hadar ankommen. Da braucht es dann den Captain der NCC-1701 Enterprise, um die Welt zu retten, den legendären James T. Kirk, der sich einen feuchten Dreck um Regeln und Bürokratie kümmert und halt das macht, was zu machen ist. Von daher wird am Ende auch mit Hillary alles gut, wir haben ja Jim:

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Fuck. Der steht nicht auf der Liste der Unterstützer. Und findet, Clinton looks like one of those girls who wore a short, red skirt and got killed when we landed on the planet.

Gut, dann nehmen wir halt, um die United Federation of Hillary Clinton vor ihren Feinden zu retten, den Captain der NCC-1701 Enterprise, Jean-Luc Picard, der sich einen feuchten Dreck um Regeln und Bürokratie kümmert und halt das macht, was zu machen ist. Von daher wird am Ende auch mit Hillary alles gut, wir haben ja Captain Picard:

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Oh. Der fehlt auch. Und ist Brite, aber Kleinigkeiten. Was ist denn mit dem Neger aus Deep Space Nine?

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Nope.

Tja, liebe Trekkies – ich würde mir das nochmal überlegen.

Wie man ein Land zerstört

… oder gleich einen ganzen Staatenbund.

Heute in den Nachrichten dominieren diverse Themen, die zumindest eines davon erklären können: Trump.

(1) Visafreiheit für Türken,

(2) Strafen für EU-Staaten, die nicht machen, was andere wollen,

(3) Abschaffung des Bargelds,

(4) Nanny-Stateism,

(5) Kriegstreiberei.

ah, und (6) Steuerbelastung.

Was das miteinander zu tun hat? Das ist ganz einfach: Trump steht auf der Seite derer, die Steuern zahlen. Ob er das nun selbst macht oder nicht, sei dahingestellt, aber seine “Geld, was ich bekommen habe” / “Geld, was ich der Gesellschaft geben musste” – Quote kann unmöglich schlechter sein als die eines Berufspolitikers, vor allem eines linken Berufspolitikers, der “(auch legal) nicht gezahlte” Steuern negativ einrechnet, während das eigene Einkommen “versteuert” wird. Das ist Augenwischerei; man könnte den Politikern das Gehalt – die UN macht das übrigens so – einfach netto zahlen. Ist ja nun egal, ob man 100 Euro in der linken oder rechten Hosentasche hat, oder?

Es finden aber durchwegs alle (deutschen) Medien Trump irgendwo zwischen entsetzlich und unverständlich. Obwohl das so einfach ist: Der Aufhänger ist Punkt 6. Es gibt Leute, die zahlen Steuern, aber die erwarten halt, dass dafür auch was sinnvolles gemacht wird. Und es ist absolut nicht sinnvoll, das Geld dafür auszugeben, NATO-Stützpunkte an der russischen Grenze zu verstärken – also, für mich. Für alle anderen auch nicht; es gab schonmal einen deutschen Politiker, der fand, dass auch nur ein potentieller Krieg gegen Russland (5) eine gute Idee wäre, und ich muss nur Stalingrad sagen, damit alle wissen, dass das nicht so prickelnd lief. Ich zahle meine Steuern an einen Staat, damit der dafür sorgt, dass ich in Frieden leben kann, aber scheiße zu Russland zu sein ist nun eher keine gute Idee – sage nicht ich, sagt irgendein General von der NATO – also, nur für die Leute, die nicht aus der Geschichte lernen wollen.

Ebensowenig sehe ich ein, warum die EU e-Zigaretten effektiv verbieten darf (4), obwohl es absolut keine Hinweise darauf gibt, dass die irgendwem schaden würden. Ich mag e-Zigaretten nicht, ich rauche “echte”, aber die bekommen jetzt “Schockbildchen”. Weil die ach so effektiv seien. Sagen die Politiker und Richter, die von meinen Steuern bezahlt werden, auch wenn es keine Studie gibt, die das reliabel stützt, und ich ganz persönlich auch nicht wüsste, warum das auch nur so sein sollte. In Thailand drucken die Bilder auf die Zigarettenschachteln, die hier aufgrund von Jungendschutz und so gar nicht gehen würden, was genau Null hilft, und ganz ehrlich war mit eine schicke, polierte Aluminium-Umverpackung mit integriertem Feuerzeug für zwei Euro zu teuer, um “das” nicht mehr sehen zu müssen. Von daher will ich auch keine Steuern zahlen, damit sich EU- wie Staats- und Landespolitiker darauf einen runterholen, dass meine Zigarettenschachteln jetzt mit Sammelbildchen kommen.

Ich habe kein grundsätzliches Problem mit der Abschaffung (3) des 500-Euro-Scheines, aber wenn sogar die Presse schreibt, dass die Politiker Bargeld abschaffen wollen, dann machte ich mir da durchaus Gedanken. Ist ja nun nicht so, als könnten die Politiker auf ihre eigenen, wenigen geheimsten der geheimen Daten aufpassen, und das sollte als Argument reichen, also: so ein Blatt Papier ist immerhin noch irgendwas, während digitale Zahlen einfach verschwinden können. Dass das per se ähnlich wertlos ist (seit dem Ende von Bretton-Woods), sei mal egal. Es ist schlimm genug, dass ich “Geld” von Leuten verwenden muss, denen ich nicht vertraue, aber das wird nicht besser, wenn ich es nur noch bei Leuten sehe, denen ich noch weniger vertraue. Konkret: Bei Banken, die ja keinerlei Nähe zur Politik aufweisen.

Wenn man jetzt noch die (de facto) demokratisch gewählten Regierungen, die den Unsinn nicht mitmachen wollen (2), bestrafen will, dann machen die da – sinnvollerweise – nicht mehr mit. Das verstehe ich vollkommen, das ist nicht das, wofür ich einen Staat haben will respektive brauche. Das ist schlimmere Abzocke als jeder Kredithai – die fragen wenigstens vorher.

Und wenn dann noch (1) die kommende Visafreiheit für Türken als “Angst” vorgeschoben wird, dann komme ich mir verarscht vor. Klar, da sind politische Volldeppen am Werke, die keine Ahnung von Spieltheorie haben und “Auge um Auge” denken, aber dazu zählt nicht Herr Erdogan – ich kann ganz hervorragend in die Türkei einreisen, was man von Türken umgekehrt nicht sagen kann. Herr Erdogan ist nämlich kein Vollidiot. Das Problem ist nämlich nicht, wie man den Zugang zu seinem Land kontrolliert, was so ein widerliches, neumodisches Erbe der Nazizeit ist, weil keiner die Juden haben wollte, die Hitler nicht mochte, sondern vielmehr die Fortsetzung dessen: Wie wird man die Leute wieder los? Also, wenn man sie eigentlich nicht dahaben will?!

– Und das ist das eigentliche Problem: Einwanderung kontrollieren ist ja niedlich, aber wem tut denn Einwanderung  was? Ok, als “Sozialstaat”, der jedem Asso, der gerade eine Wohnung besetzt, nicht nur 404 Euro Cash, sondern auch noch eine Wohnung zu bezahlt, ist das ja nunmal grenzdebil dämlich und nichts, was ich unterstützen würde oder will. Die daraufhin ergriffenen “rechtsstaatlichen” Maßnahmen schaden auch dem Steuerzahler mehr als den Assos. Und ich will keine Steuern dafür zahlen, das Asoziale mein Auto anzünden, nachdem es gerade für mehrere Tausend Euro repariert wird, weil nicht jeder Rumäne ein arbeitsloser Asso ist.

Das wirkliche Problem ist, die Leute (Assos) loszuwerden, die man nicht will. Und genau daher kommt Trump – der verspricht, die Leute erst gar nicht reinzulassen. die keiner drin haben will. Das ist Unsinn, googelt und lest mal irgendwas zu “Abschiebung”. Gegenüber Trump wird aber halt der Vorwurf erhoben, dass er nicht “10 Millionen Leute” abschieben könnte. Klar, the only thing we learned from history is that we learned nothing from history, aber mal ehrlich – ich halte die illegalen  Spics (das ist ein despektierliches Wort für die betroffene Gruppe) nicht für so doof, dass sie denken, dass das stimmt. Ich weiß ja, dass Hitler mit 65 Mio. Einwohnern es schaffte, sechs Millionen Juden umzubringen (und ganz nebenbei noch ein paar Millionen Zigeuner, Assos, Schwule, und gute 19 Millionen Russen) – von daher – was oder wer sollte Trump mit sechsmal mehr Leuten daran hindern können? Die Russen? 

Ich hab keine Lust, den Scheiß zu bezahlen. Sämtlich nicht. Wir haben kein Zuwanderungsproblem, wir haben ein “Asozialstaatsproblem”, also, dass der Staat Asoziale toleriert, während er zunehmend mehr von denen wegnimmt, die sich sozial verhalten. Diejenigen, die das nicht tun, muss man aber loswerden können, und das ist das zentrale Problem Deutschlands. Das ist für die Türkei kein Problem; kein Hartz4-Empfänger, der drei Jahre auf ein 2*-Hotel in der Türkei gespart hat, würde auch nur eine Minute in einem türkischen Gefängnis bleiben wollen. Wo man übrigens hinkommt, wenn man seine Visa überschreitet. Umgekehrt… so als syrischer Flüchtling… und auch nur als durchschnittlicher türkischer Arbeiter… etc pp… kürzen wir das ab: Anders Behring Breivik hat es besser als 90% der Weltbevölkerung. Mich würde das als Steuerzahler in Norwegen ärgern, und mich ärgert es als deutscher Steuerzahler. Ich – und der (steuerzahlende) Rest Deutschlands, wie der Rest Norwegens, und allen voran die Leute, die an einem Arbeitstag die Zeit haben, am Bahnhof “Refugees Welcome”-Schilder zu zeigen, können sich das nicht leisten. Das ist keine Frage des Wollens, das Wollen ist eine Selbstverständlichkeit. Es ist eine Frage der Machbarkeit, der Realpolitik.

Und Trump macht das halt. Dass er dabei lügt wie scheiße – geschenkt, das hat Obama auch. Oder hat der auch nur ein Wahlversprechen gehalten? Geht es der gesellschaftlichen Mitte – das Zentrum der modernen Demokratie – jetzt besser? Nein? Ach!

Tja… und so kommt dann die AfD. Ich persönlich mag die auch nicht, aber im Gegensatz zu allen anderen Parteien fordern die nichts, was mich irgendwie Geld kostet. Absolut. überhaupt. nichts.

Und so macht man Länder kaputt: Wenn man die Leute verärgert, die den Rotz bezahlen. Das haben alle etablierten Parteien ganz offensichtlich geschafft. Die aber wundern und echauffieren sich über Trump / die AfD, statt mal wirklich nachzudenken. Denn, wie Sciencefiles festgestellt hat, würden viele Leute auch lieber einen Joghurtbecher wählen als Frau Petry. Aber der Joghurtbecher steht hier leider nicht zur Wahl. In den USA schon, da heißt er Trump. Hatten wir mit Bush auch schonmal, auch wenn ich es beleidigend finde, Trump als so doof wie Bush darzustellen. Von daher wissen wir ja schon, dass die Amerikaner gerne Joghurtbecher wählen, nur waren sie von dem letzten Joghurtbecher derart enttäuscht, dass sie ihn zwar wiedergewählt, aber dann doch den linken Lügner genommen haben als… äh… weiß das noch wer?