Wie man sich die Eier abschneidet

Als Fortsetzung zu meinem letzten Post hat Till noch ein paar tolle Tipps, wie man schnell und ohne Hirn zu einem eierlosen Pudel werden kann, wenn man denn gar keinen Selbstrespekt hat.

Stellen wir uns diese patriarchalen Denkgefüge in unseren Köpfen mal wie eine mittelalterliche Burg mit meterdicken Steinmauern vor.

So kommt mir das mit dem Feminismus vor. Bist du sicher, Till, dass du da nicht deine aktuelle Gefühlslage beschreibst statt meiner?

Es braucht starke, mächtige Geschütze, um da durchzudringen.

Deswegen sind ja die Feministen auch für unkontrollierte Masseneinwanderung von Moslems. Hat schon 1453 mit Konstantinopel funktioniert, mit den Kanonen des Urban und so. Der Film Fetih 1453 ist übrigens besser als sein Ruf.

Und wenig ist wirkmächtiger als die aufrichtige Selbstreflexion.

Also, vorausgesetzt, “Selbstreflexion” beinhaltet nicht “Realität”, sondern mehr das Drehen eines Hamsters im Laufrad – Stillstand.

Genau da kommen wir Männer beim Feminismus ins Spiel. Da müssen wir ansetzen, da beginnt die echte Unterstützung.

Mit “aufhören zu denken”? Ja, klar, das hilft, wenn man Feminist werden will, aber das ist doch keine gute Sache, oder?

Ich musste bei der Lektüre feministischer Theorie regelmäßig auflachen, mir an den Kopf fassen

Ja – letzteres geht mit genauso.

Das Patriarchat in seiner heutigen Form basiert auf Eroberung, Macht und Erniedrigung.

Das ist keine sinnvolle Mengenbildung. Eroberung und Macht mag sein, aber das braucht dann auch zwei Antipoden, und Erniedrigung ist kein Antonym zu Eroberung, das klingt nur ähnlich.

Das sind Attribute, die ich für mein Leben nicht brauche.

Habe, Till, habe. Wobei – mit Erniedrigung solltest du eigentlich genug Erfahrung haben. Aber kommen wir endlich zu den Tipps, wie man ein guter kastrierter Pudel werden kann:

Werdet sensibler für das Thema Sexismus und Feminismus, hinterfragt eure Denk- und Verhaltensweisen. […] Lest etwas darüber, hört nächstes Mal genauer hin, wenn jemand das F-Wort verwendet.

Fotze? Verwende ich nicht, das ist prollig. Und ich lese sehr viel über Feminismus, und ich ändere dadurch auch meine Denk- und Verhaltensweisen. Früher fand ich Hexenverbrennungen grausam. Heute verstehe ich die Notwendigkeit.

Und wenn Frauen künftig sagen, etwas sei sexistisch, glaubt ihnen.

Und wenn Frauen sagen, dass zwei plus zwei fünf ist, dann glaubt das auch. Wir haben ansonsten einen schönen Käfig mit Ratten in Zimmer 101.

Macht nicht den Fehler, körperliche Unterschiede von Frauen und Männern mit kulturell bedingten Unterschieden zu verwechseln.

Wieso sollten wir das machen? Wir sind ja nun keine Feministen.

Und falls jemand künftig sagt, Feministinnen seien alles unzufriedene Unbeglückte, dann erklärt ihnen ruhig und sachlich, dass sie Blödsinn erzählen.

Die sind aber doch unzufrieden, sonst würden sie ja nichts ändern wollen?! Und “unbeglückt” – mei, irgendwer poppt auch das letzte Wrack, aber kontinuierlich durchgevögelt werden ist für Frauen genauso schlecht wie gar nicht. Thousand-Cock-Stare, nennt man das. Nicht nur Feministen können Wörter erfinden; mit dem Unterschied aber, dass Männer Wörter für Sachverhalte erfinden, nicht für Einbildungen.

Unterstützt die Frauen in eurer Umgebung – emotional und körperlich. In der Beziehung kann das bedeuten, dass ihr euch mit eurer Partnerin darüber austauscht, wie Gleichberechtigung für euch beide aussehen kann.

Habe ich versucht. Meine Frau sieht es aber überhaupt nicht ein, sich extra zum Putzen Strapse und ein Hausmädchenkostüm anzuziehen.

Vielleicht übernehmt ihr künftig 50 Prozent der emotionalen Arbeit in der Beziehung

Da bin ich sehr dafür, aber wer macht denn dann die 50%, die ich dann nicht mehr machen würde?

Übernehmt mindestens 50 Prozent der Hausarbeit, wenn ihr zusammen wohnt.

Warum? Weil Feminismus? Frauen können den Müll auch selber rausbringen, so emanzipiert bin ich.

Gebt Frauen Raum – emotional und körperlich. Achtet darauf, wie viel Raum ihr in eurem Alltag einnehmt und tretet dort kürzer, wo ihr merkt, dass die Frauen in eurer Umgebung zu kurz kommen.

Was interessieren mich andere Frauen? Und was soll der “Raum einnehmen” – Blödsinn? Leute, die keine Ahnung haben. Fahrt mal zur Hauptverkehrszeit in Istanbul Trambahn, das ist nicht lustig. Erstens stinkt es schlimmer als ein anatolischer Ziegenmarkt (ja, ich weiß, wie ein anatolischer Ziegenmarkt riecht), und zweitens sind das anständige Moslems, da berührt man Frauen nicht. Das ist fuck anstrengend in einer 200% überfüllten Straßenbahn. Geht aber. Ich bin aber auch sehr dankbar, dass wir so einen Mist hier nicht machen, denn wenn man quasi mit einem Mann kuschelt, der 12 Stunden bei 38° gearbeitet hat, riecht man danach genauso.

Schreitet ein, wenn ihr Sexismus bemerkt, vor allem im eigenen Umfeld. Wenn ein Kumpel einen sexistischen Spruch ablässt, dann schweigt nicht länger, sondern macht ihn darauf aufmerksam.

Ich lache da normalerweise. Zählt das?

Eine echte Freundschaft wird das aushalten. Prangert Sexismus künftig laut und offen an.

Ich behaupte weiterhin, dass Till keine Freunde hat. Klar, das könnte er in meinem Freundeskreis schon machen, aber wir würden uns auch nach zehn Jahren noch drüber lustig machen. Bei jeder gottverdammten Gelegenheit.

Behaltet Kommentare über Frauen künftig für euch. Wenn euch eine Frau gefällt, ist das schön und gut, aber es ist keine Einladung, sie das mit einem platten Spruch wissen zu lassen.

Normalerweise ziehe ich sie mit einem starren Blick in Gedanken aus, bis sie fluchtartig wegrennt. Gut? Nein?

Beurteilt Frauen nicht von oben herab nach ihren Äußerlichkeiten, auch nicht mit Freunden.

Ich kenne einige Frauen, die es sicher schlimmer fänden, wenn ich sie nach ihren inneren Werten beurteilen würde. Sehr viel schlimmer. Wieso muss ich gerade an muss gerade an Miriams* hübsche Brüste denken?

Sucht euch weibliche Vorbilder. […] Sucht gezielt nach Schauspielerinnen, Musikerinnen und Künstlerinnen, deren Arbeit euch gefällt.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge so einen Büschel Gras, der vom Wind über eine trockene Wüstenlandschaft getragen wird… Ah, ne, Leni Riefenstahl. Ich fände es aber irgendwie illusorisch, Dokumentarfilmer werden zu wollen, und irgendwie falsch, Nazi zu werden. Muss das sein?

Erzählt in Gesprächen öfter von den Frauen in eurer Umgebung.

Ja, fuck, tu ich doch! Siehe Miriam mit den hübschen Brüsten, die sich von Peter hat anbumsen lassen. Was wollt ihr denn noch?


Es kommt ein Nachwort. Gott, der Typ schreibt viel Stuss:

Ich bin weiß, männlich und in einem der reichsten Ländern des Westens aufgewachsen.

Also, männlich jetzt im biologischen Sinn, natürlich, nicht im sozialen. Hab ich von Feministen gehört, dass es wichtig ist, das zu trennen.

Ich genieße damit ein riesiges Privileg, das unfassbar viele Menschen so nicht haben.

Mit einem Link zu einer Erklärung von “Male Privilege”. Ne, Till, keine Sorge, das hast du nicht. Ich halte dich für genauso doof wie alle weiblichen Feministen, und das sehen alle anderen Männer genauso. Du bist nur nichtmal fickbar, also vollkommen wertlos.

Ich habe nie mit systematischer Ausgrenzung zu kämpfen gehabt.

Sagt jemand, der keine Freunde hat.

Ich habe nie die Ohnmacht gespürt, die viele Frauen verspüren müssen, wenn ihnen ungefragt an den Po gegrapscht wird.

Mir wurde schonmal ungefragt an den Po gegrapscht. Ich würde das damit assoziierte Gefühl aber eher “Geilheit” nennen. Wo ist das Problem?

Ich wurde auch nie wegen meiner Hautfarbe, Herkunft oder Sexualität diskriminiert.

Till war noch nie im Ausland.

Gerade weil ich all das nie durchmachen musste, fühle ich mich als Mensch in der Verantwortung, dass meine Mitmenschen das nie wieder durchmachen müssen.

Warum? Wenn man sich wie ein anständiger Mensch benimmt, wird man auch von Negern oder Chinesen wie einer behandelt. Sogar von Arabern. Das geht Negern, Arabern und Chinesen hier übrigens auch so, von ein paar Arschlöchern mal abgesehen. Aber Arbeitslager mag ja niemand.

Der moderne Feminismus steht genau dafür ein.

Für Arbeitslager? Ne, eher für die grund- und hirnlose Vernichtung aller Männer. Ist irgendwie moralisch schlechter.

Schreiben wir bei ze.tt über diese Missstände, oder überhaupt über Feminismus, wird das als Genderwahnsinn betitelt, meine Kolleginnen werden mit Hass zugekotzt, als Feminazis beschimpft.

Du hast keine Misstände genannt, du hast die vollkommen idiotische Forderung gestellt, Frauen nach ihren inneren Werten zu beurteilen. Das mache ich gerne – mit allen Feministen, die wollen das so, und du willst das auch. Menschenmüll, nannte Marx solche Leute. Und für die gibt es dieses Blog.

Das ist kein Hass, das ist eine Beurteilung der gesellschaftlichen Nützlichkeit. Und Feminazis werden nur diejenigen genannt, die sich wie Nazis benehmen. Weil sie sich wie Nazis benehmen. Du, Till, bist nur ein Pudel.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Frauen sprechen an, dass Frauen in der Gesellschaft degradiert werden und werden dafür degradiert.

Weil Frauen, die in der Gesellschaft degradiert werden, mit Recht degradiert werden. Das ist übrigens dem Wort degradieren inhärent und eines der Probleme, wenn man einen Thesaurus benutzt, um intelligenter zu klingen, aber keine Ahnung von der deutschen Sprache hat.

Viele Männer fühlen sich tatsächlich dadurch angegriffen, dass Frauen Ungerechtigkeiten nicht länger akzeptieren wollen.

Viele Männer fühlen sich dadurch angegriffen, dass Frauen Ungerechtigkeiten schaffen. Weil sie Gleichberechtigung mit Gleichstellung verwechseln und Gerechtigkeit mit Ungerechtigkeit.

Das neue Lebensumfeld war der Auslöser, es ließ einen Knoten platzen und immense Denkfehler auflösen.

Ja – Berlin halt, wo die Durchgeknallten in ihren Filterbubbles unter sich bleiben und ihren Wahn als normal deklarieren können. Guckt nur mal in den Bundestag.

Es weckte ein Feuer in mir: Der Feminismus ist für mich keine Idee, er ist für mich auch keine Bewegung. Der Feminismus ist für mich eine Geisteshaltung.

Amen.

 

Warum man sich die Eier abschneiden sollte

Die Zeit, eine Tageszeitung für Linke, die sich für intellektuell halten, hat mit ze.tt ein Projekt für Leute ohne IQ gestartet, damit die sich auch für links-intellektuell halten können. Für die dort erscheinenden Artikel braucht man dann auch keine Journalisten, man kann einfach irgendwen irgendeinen Stuss schreiben lassen. Heute war das dann ein Till Eckert.

Ich bin ein Mann und hatte keine Ahnung vom modernen Feminismus.

Ja, das war noch eine schöne Zeit, als man die Welt noch in Ordnung glaubte.

Erst als ich verstanden habe, dass er alternativlos ist, stellte ich die richtigen Fragen.

Es gibt immer eine Alternative. Arbeitslager, zum Beispiel. Oder Hexen verbrennen. Und ich versichere jetzt schon, dass Till nicht die richtigen Fragen stellt. Dafür aber unendlich lange salbadert, ich entschuldige mich also mal im vorab, dass das länger wird.

Feministinnen, das sind doch die nackten Frauen in den Kirchen, Femen mit schwarzer Farbe über die Brüste geschmiert, die, die erst rumschreien und dann abgeführt werden.

Erstens mal sind nicht alle Feministinnen bei Femen, und zweitens sind die Femen-Aktivistinnen nicht nackt. Die tragen Höschen.

So dachte ich noch vor etwas über einem Jahr.

Und erst dann fiel dir Alice Schwarzer und die geisteskranke junge Berliner Aufschrei-Meute auf? Bist du einer von denen, die “noch nicht so lange hier leben”?

Es war mir einfach, mich über diese Frauen zu lustig zu machen

An der These scheint was dran zu sein, wie ordentliches Deutsch tut mir das nicht wirken. Die Frage ist aber, was dem armen Till passiert ist, dass er sich jetzt nicht mehr über geisteskranke hysterische Schnepfen lustig machen kann?

In meinem Fall war das mein Umzug aus dem schwäbischen Dorf nach Berlin, der neue Job, die neuen Kolleg*innen.

Berlin.

Hier wurde ich erstmals ziemlich frontal mit politischem Feminismus konfrontiert.

Ich wurde in Berlin mit einer eines zivilisierten Landes unwürdigen Menge Müll, materiellem und menschlichen, konfrontiert. Deswegen bin ich da auch so schnell es ging wieder weg. Ich bin nicht Wall-E und muss den ganzen verdammten Planeten aufräumen; man kann da auch einfach eine Mauer rumbauen. Die Pläne sind schon seit den 60ern zur Hälfte fertig.

Durch den Feminismusbegriff wird ein riesiges Spektrum abgedeckt, das man unmöglich durchblicken kann.

Es ist aber weitestgehend deckungsgleich mit dem Spektrum des ebenso breiten Begriffs “geisteskranke Spinner”. Das hilft auch beim Verständnis der “Inhalte”.

Himmel, das Thema ist verdammt komplex. […] Feministische Theorie und der Hass der Männer

Naja, soooo komplex ist das eigentlich nicht – es heißt aber “Hass auf Männer”. Was eine erschöpfende Erklärung feministischer Theorie ist, btw.

Der moderne Feminismus zielt in allererster Linie darauf ab, dass alle Menschen gleichberechtigt auf diesem Planeten leben können. Alle. Das will ich, und das sollte man wollen, wenn man ein moralischer Mensch ist.

Ein moralischer Mensch zu sein bedeutet nicht automatisch, dass man Tills Vorstellungen von Moral teilt. Was übrigens ein grundlegender Grundsatz philosophischer Moralvorstellungen ist, aber Till versteht ja schon Feminismus nicht wirklich.

Während ich meine Stimme als Antirassist dagegen erhebe, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, kann ich auf der anderen Seite nicht die Augen davor verschließen, dass 50 Prozent der Weltbevölkerung systematisch kleingehalten wird.

Das Problem an erklärten Antirassisten ist in der Regel, dass sie nicht wissen, was Rassismus ist. Und dass Frauen kleingehalten werden ist weitestgehend Unsinn. Da aber die gesamte feministische Theorie mit diesem Hirngespinst steht oder vielmehr fällt, muss der Till da natürlich ganz fest dran glauben, und das seinen Lesern natürlich als Tatsache unterjubeln.

Es fängt mit vermeintlichen Kleinigkeiten an, nennen wir es beim Namen: Alltags-Sexismus.

Ist “Alltags-Sexismus” sowas wie “einfache Sprache” für Leute, die an Analphabetismus schrammen? Ich meine, das Problem ist ja nun, dass “Alltagssexismus” halt ein Phantasiewort für ein Phantasiephänomen ist und man es daher auch mit Bindestrich schreiben kann, aber trotzdem…

Damit, dass wir Frauen grundsätzlich mit anderen Augen sehen als Männer

Man beachte: jetzt biegt Till völlig falsch ab. Natürlich hat Till als gesellschaftlicher Versager (seine Lebensleistung sind ein Umzug nach Berlin und ein präkerer Gesinnungsjob bei einem viertklassigen Online-Schmierblatt) keine sonderlich realistische Vorstellung davon, wie ihn erfolgreiche Männer beurteilen, also, nehmen wir halt mal irgendeinen Mann mit einem angesehenen Beruf, Müllmann oder so – aber wenn man nicht aus einer Position des Versagens heraus argumentiert, dann ist es eine richtig, richtig blöde Forderung, Frauen nicht anders zu beurteilen als Männer.

Freilich, auch mit gleichen Maßstäben hat selbst die Miriam* noch mehr erreicht als Till, weil sie sich von meinem Freund Peter* hat anbumsen und heiraten lassen, aber so ganz grundsätzlich ist das jetzt keine respektable Leistung.

das Äußere zählt bei ihnen immer etwas mehr als das Innere

Das ist das gleiche Problem wie mit Leuten, die “gesunder in einem gesunden Körper” predigen und Juvenal nicht verstanden haben. Das liegt auch daran, dass Juvenal Satiriker war und Kinder unter 14 wie auch Frauen im Allgemeinen in der Regel Satire nicht verstehen. Was Juvenal sagen will ist, dass es für eine Gesellschaft schlecht ist, wenn Schönlinge gegenseitig für ihr Aussehen gegenseitig beweihräuchern, aber nichts in der Birne haben.

Es ist auch insgesamt schlecht für eine Gesellschaft, auf Leute zu hören, die nichts in der Birne haben; das ist aber vom Geschlecht weitestgehend unabhängig, da ist Wizorek kein nennenswert schlechterer Ratgeber als Heiko Maas.

Das Feminismus-Problem mit den Äußerlichkeiten ist aber mehr, dass Frauen, die nichts in der Birne haben, allein durch ihr Äußeres noch einen gesellschaftlichen Nutzen haben – Fickbarkeit, siehe Miriam* oben.

Feministen haben diesen Nutzen aber in der Regel nicht, und sind auch zu hohl, um das zu verstehen. Aber das kann Till natürlich auch nicht erfassen – weil hohl, halt. Man merkt das an seinen “Beispielen”:

Es geht damit weiter, dass Frauen[…] sich in manchen Büros Sprüche über ihr Äußeres drücken lassen müssen: „Hach Süße, lass mal die Erwachsenen ran.“

Das ist eben nämlich kein Spruch über das Äußere der Frau, das ist eine Aussage über ihre offensichtliche Inkompetenz. Nett verpackt, weil Titten. Für Männer wäre das ein Kündigungsgrund.

Dieses Gedankengut gipfelt mitunter in sexueller Nötigung, Ausbeutung und Gewalt – und das häufiger, als vielen Männern bewusst sein dürfte.

Und so schnell kommen wir von inkompetenten Frauen in Jobs, in denen sie nichts verloren haben, zur rape culture. Wegen dem Gedankengut, dem Patriarchat und den Einhörnern. Oder so.

Darin, dass Männer nicht akzeptieren können oder wollen, was ein Nein ist.

Ja verreck, wir sind uns ja nun wirklich alle einig, dass man die wegsperren und den schlüssel wegwerfen sollte, oder? Steht im fucking StgB, §177.

40 Prozent der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. […] Diese Probleme werden von vielen Männern allzu oft abgetan und belächelt.

Ich nehme an, dass die (a) die Methodik dieser Umfrage kennen und (b) so ziemlich 100% aller Männer irgendwann seit ihrem 16. Lebensjahr von körperlicher Gewalt betroffen waren – womit man halt leben muss. Eva musste ja vom Baum der Erkenntnis essen und wir wurden aufgrund der grenzenlosen Habgier der Frauen aus dem Paradies vertrieben.

Das alles entschieden abzulehnen ist für mich alternativlos.

Was? Hirngespinste?

Weil ich ein wirklich großes Verständnis für Männer habe, die noch nicht verstanden haben, wie relevant der Feminismus ist – ich hab‘ ja selbst ewig gebraucht –, will ich nachfolgend zeigen, warum es vielen Männern so schwer fällt, die feministische Botschaft zu begreifen und sie diese falsch interpretieren.

Ich weiß ja nicht, wer Till die Eier abgeschnitten hat, aber so funktioniert Diskurs nicht. Wenn man die Relevanz von etwas belegen will, muss man ebendiese Relevanz mit Argumenten belegen, nicht blöd rumreden. Aber es wird wirklich doof:

Nichts ist ein schönerer Aufreger für die Lokalpresse, als die bösen, schwarztragenden Linken, die auf der Demo wieder mit der Polizei aneinander geraten sind. Der Gedanke hinter der Demo? Der Zweck? Warum da überhaupt Menschen auf die Straße gingen?

Wenn ich da nicht falsch informiert bin, ist deren Rechtfertigung für ihre terroristischen Aktionen “Deutschland verrecke, kapitalistisches Schweinesystem”. Da sie aber keinen besseren Vorschlag haben, halte ich das für vorgeschoben, und Terrorismus ist kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung in einer auch noch so vorgeblichen Demokratie, von daher wäre es auch egal, wenn es einen sinn gäbe.

Das gilt natürlich für Feministen auch.

Den Feminismus als Bewegung kann man gut mit der antirassistischen Bewegung vergleichen.

Sag ich doch: Einfach mal dagegen sein, aber keine bessere Idee haben. Leistungslos auf Kosten Dritter leben wollen. Halt, im Gegensatz zu klassischen Linken, nur für Frauen. Wegen Erbsünde oder so.

Es gibt Feministinnen, die transfeindlich sind, und es gibt Feministinnen, die öffentlich #KillAllMen propagieren – auch wenn das das Gegenteil ist, für das sich Feminist*innen heute einsetzen.

Dieser Satz widerspricht sich selbst. Und übrigens ist Jim Beam kein true scotsman. Aber trotzdem ein fucking Whisky.

Dass der Feminismus im Grundsatz das gleichberechtigte Leben aller anstrebt, kann durch solche Entartungen leider leicht vergessen werden.

Die einzigen, die sich gerade für ein gleichberechtigtes Leben aller in Deutschland einsetzen, sind aktuell die entsorgten Väter vom Genderkonkress.

Auch wenn ich die verstehen kann, die schlichtweg genug von der Beschissenheit der Dinge haben, und ihrer Wut darüber freien Lauf lassen

Wie zum Beispiel Anders Behring Breivik?

Wegen dieser ganz simplen Logik: Immer, wenn eine Gegenbewegung vermeintlich zu extrem wird, zu bedrohlich, zu verrückt, konzentrieren wir uns oft auf eine Minderheit. So geht die eigentlich wichtige Idee der Bewegung verschütt.

Wie Silvio Gesells Freigeldtheorie. Der war ein furchtbarer Nazi.

[Patriarchat:] Es geht nicht darum, dass alle Männer über alle Frauen herrschen, sondern, dass einige wenige Männer über alle anderen Männer und Frauen herrschen.

Ja, und der Vorschlag der Feministen ist, dass einige wenige Männer und Frauen über alle anderen Männer und Frauen herrschen. Das ist jetzt inwiefern besser? Wahlen haben wir ja nun ausprobiert; nichtmal Frauen wählen Frauen, siehe die arme Marine in Frankreich. Widerliche Sexisten, allesamt.

Das wird seit dem 17. Jahrhundert so gelebt.

Öhm… echt jetzt? Und vorher war… ah, äh… Frauenherrschaft? Wo?

Da kann heute nicht einfach kurz ein Vögelchen vorbeifliegen, ihnen eine neue Wahrheit über strukturelle Diskriminierung der Frauen zwitschern

Wahrheit übrigens im Sinne von der wahrhaftigen Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus.

und denken, sie würden das glauben

Naja, bei Till hat es ja funktioniert, oder?

Da kann eine Femen-Aktivistin in der Glotze nicht einfach den Herbert in Beimerstetten erleuchten, der es eben nicht anders beigebracht und vorgelebt bekommen hat, als dass er arbeiten geht, seine Frau ebenfalls und trotzdem danach in der Küche allein das Schnitzel klopft

Herbert aus Beimerstetten arbeitet wahrscheinlich am Umschlagbahnhof in Dornstadt. Der muss nach der Arbeit also erstmal duschen. In der Zeit kann seine Frau offensichtlich auch schonmal kochen.

Herbert könnte aber auch mit den Jungs in die Kneipe und danach in nach Ulm in den Puff. Ich bezweifle aber, dass das seiner Frau lieber wäre als Schnitzel zu klopfen.

Echt, ich verstehe das Problem dieser Feministen nicht.

Das ist mit dem Kapitalismus dasselbe. Erst, wer mal Dreck gefressen hat, erkennt, dass ein System krankt. Apropos Kapitalismus: Wer diesen in seiner jetzigen Form kritisiert, hat etwas mit modernen Feministinnen gemeinsam.

Wie erwähnt ist Systemkritik nur sinnvoll, wenn man eine bessere Idee hat. Aber immer, wenn ich “Freigeld” sage, schreit jemand wie Till “Antisemitismus”.  Oder Feministen. Ich habe Null mit denen gemein.

Es gibt ja auch ganze Branchen, die auf der sexuellen Ausbeutung von Frauen basieren. Ich muss wohl nicht benennen, welche.

 

Doch, musst du schon. Was freiwillig und gegen Geld zu machen ist nämlich nicht “Ausbeutung”.

Als ich jünger war, vielleicht gerade in der achten Klasse, musste ich mich vor meinen männlichen Freunden dafür rechtfertigen, warum ich Destiny’s Child höre.

Musikgeschmack unter pubertierenden Jungs. Ersetze “Destiny’s Child” durch [beliebige andere Band] und erkenne: Pubertät.

Ich wurde von Frauen, mit denen ich ein Date hatte, belächelt, wenn ich sagte, dass ich bei emotionalen Filmen auch mal weine.

Wirkt das auf Euch, liebe Leser, auch wie eine ausgedachte Geschichte? Ich meine, kommt, der und ein Date?

Mädchen, das war eine gängige Beleidigung. Einem Mann kann man damit besonders weh tun, weil man ihm seine Männlichkeit dadurch abspricht, also alles, was er sein muss, um respektiert zu sein.

Ne, Till, pubertierenden Jungs kann man damit weg tun. Erwachsene, vor allem Männer, wissen, dass Worte nicht verletzen.

Auf Partys, da musste ich mich in meiner Jugend immer als Eroberer geben

Ist Pudeltum so eine Sammelbewegung für Jungs, die keine abbekommen haben?

Und wenn man Frauen abschleppt, dann gilt das als erfolgreich. Es ist unglaublich, wie lange ich diesen Hirnfurz nachplapperte, dass Männer und Frauen keine echte Freundschaft aufbauen können, weil sicher das Bett in die Quere kommen werde.

Da ist schon was dran – ich denke, das gilt für durchschnittlich intelligente respektive dumme Männer und ebensolche Frauen. Klar, ich habe Frauenfreundschaften, aber das erfordert eine gewisse Art intelligenter Frau, die sich dann aber eher weniger mit Leuten wie Till abgeben würde. Till verwechselt hier “Friendzone” mit “Freundschaft” und lässt sich genüsslich die verbleibenden Reste seiner Eier abschneiden.

Ich habe in der Vergangenheit schlecht über Frauen gesprochen, hinter ihrem Rücken.

Jetzt sprichst du öffentlich schlecht über Männer. Hast du den Eindruck, dass das irgendwie besser wäre oder dich beliebter macht?

Ich habe anzügliche Witze über sie gemacht und sie reduziert.

Ich habe ein tolles Rezept für eine Tomatenconsommé, die besteht nur aus Pfeffer, Lorbeer, Basilikum und einer Dose Tomaten, reduziert auf eine Espressotasse. Wie eingangs erwähnt – wenn Frauen auf ihr Aussehen reduziert werden, liegt das meist daran, dass die Dose leer ist; das ist nicht unbedingt schlecht für die Frau.

Ich habe mich über Frauen mit kurzen Haaren lustig gemacht, ihnen ihre Weiblichkeit abgesprochen.

Hmmmm…. ich hab die eher geknallt; Frauen mit kurzen Haaren haben in der Regel nicht alle Tassen im Schrank und sind leicht zu haben.

Ich dachte, es verschaffe mir irgendeinen absurden Respekt unter meinen männlichen Freunden, wenn ich über Frauen lästere, nachdem ich mit ihnen in der Kiste war.

Ich glaube, der arme Till hatte nie Freunde.

Und es war auch so, dafür bekam ich Schulterklopfer, eine Bro-Fist, ein Lachen.

Von deinen Fantasiefreunden.

In der Schulzeit war das am Schlimmsten, danach nahm es zwar ab, aber diese Art des versteckten Sexismus fand statt – teilweise tut er das immer noch. […] Es ist bemerkenswert einfach, einen sexistischen Spruch abzulassen, eine Frau in ihrer Abwesenheit kurz Schlampe zu nennen, wenn man unter seinen Jungs bierselig in der Kneipe hängt

Ja, echte Männer sagen das den Schlampen natürlich direkt. Die regen sich dann auch immer so schön auf, wie Rumpelstielzchen, fast. Probiert das mal aus, wenn ihr nichts besseres zu tun habt.

Penny schreibt in ihrem Buch Fleischmarkt, dass Frauen in jungen Jahren mitunter eine panische Angst davor entwickeln, für andere als Schlampe zu gelten. Mich wundert das nicht.

Mich auch nicht. Ich frage mich aber, was daran falsch sein soll.

Für diejenigen, auf die das [sexistisch sein] zutrifft: das sollte der beste Grund für euch sein, darüber nachzudenken, warum das so ist.

Das hat was mit den Bienchen und den Blümchen zu tun, und mit blöden Feministen und den Kindern der 68er, die unbedingt finden, dass Frauen im Rotary-Club und beim Vatertagssaufen irgendwie dabei sein müssten.

Fortsetzung hier.