Shitlord Mansplaint: Sexismus

Ich habe gerade meinen Twitter-Feed gelesen, was so ungefähr 40 MB Daten verbraucht hat, weil Twitter jeden Dreck einbettet, vor allem aber Werbung. Ich mag nun Twitter eh nicht sonderlich, aber was muss, das muss halt.

Fing so an:

und ging dann weiter mit dem Doktorant, der sich mal die Skalen angeschaut hat, wie man “wissenschaftlich” Sexismus misst. Da man schon 1995 offenbar keinen Sexismus mehr gefunden hat, haben sich vier verlogene Arschlöcher denkbefreite Pseudowissenschaflter nicht nur einen, sondern gleich zwei Sexismusse ausgedacht: Alt- sowie neumodischen Sexismus. Da der “neumodische Sexismus” offensichtlich mit einem statistisch reliablen Alpha alle als Sexisten definiert, die nicht finden, dass Frauen im Fernsehen sexistisch behandelt werden, denke ich mal, der misst nur den Anteil vernünftiger Menschen, die halt “Sexisten” genannt werden, und das liegt dann so bei 30% – also eher nur halbwegs vernünftige Menschen.

Viel lustiger ist aber der altmodische Sexismus, den man mit fünf einfachen Fragen offenbar reliabel abbilden kann. Ich muss jetzt kurz einen Statistikvortrag über Reliabilität und Validität einschieben, denn man kann ein Pferd sehr reliabel mit vier Items messen:

  • Das Tier hat ein rechtes Vorderbein

Die übrigen könnt ihr euch denken. So werden dann übrigens auch 100% aller Pferde zuverlässig als Pferde erkannt, was die Skala total valide macht – das nennt man Konvergenzvalidität. Die Skala misst nun leider auch alle Katzen als Pferde, damit fehlt ihr Diskriminanzvalidität, und dann isse halt Müll. Einfach nur komplett Müll. Aber man findet halt keine echten Sexisten mehr, und wenn man ein Problem braucht, um darüber zu forschen, macht man sich halt eines, wenn man kein seriöser Wissenschaftler ist.

So zum Beispiel die Deppenschaften (ist eine Schwuchtel bei, nicht nur Frauen) Swim / Aikin / Hall / Hunter. Fünf Likert-skalierte Fragen, davon drei reverse coded, weil das fancy und cool ist, Sachen reverse zu coden und so wirkt, als hätte man Ahnung von Umfragen.

Women are generally not as smart as men.

Ok – das ist eine scheiß Frage, die auf einer Likert-Skala nicht eindeutig zu beantworten ist. Fakten: Wenn wir nach dem IQ gehen, ist die Hälfte der Leute dumm (IQ<100). Das ist bei Männern und Frauen gleich, weil die Skalen geschlechtsspezifisch normiert werden; auf der Männerskala lägen die Frauen im Schnitt so ein, zwei, drei Punkte unter den Männern. Aber der Durchschnitt ist nicht smart, und selbst mit der Gleichstellung finden sich am Ende der Intelligenzkurve, also so bei Leuten, die intelligenter sind als ich, deutlich mehr Männer als Frauen. Das ist also eine Bildungsfrage, keine Sexismusfrage, und wer die so beantwortet, dass er laut der Studie kein Sexist wäre, ist eigentlich nur ungebildet. Wir merken uns: Diese Skala misst nicht Sexismus, sondern eher Bildung. Oder mirwegen den Erfolg feministischer Indoktrination.

I would be equally comfortable having a woman as a boss as a man.

Das ist eine tendenziöse Frage, die setzt nämlich voraus, dass man überhaupt mit einem Boss comfortable wäre. Wenn ich da nein ankreuze, weil ich mich immer unwohl fühlen würde, bin ich noch kein Sexist. Und nein, das ist keine unzulässige Interpretation der Frage, man stellt keine interpretationsbedürftigen Fragen.

Mein letzter “Boss” war mein Doktorvater, und der wäre mit “condescending prick” hervorragend beschrieben. Wenn ich als Wahl eine “opinionated bitch” gehabt hätte – ich hätte ihn bevorzugt. Lernt man wenigstens was; dümmliche Rechthaberei funktioniert für Männer generell nicht so toll, fragt mal Herrn Sellering aus Meckpomm. Misst auch keinen Sexismus, mehr Überlebensfähigkeit (fragt mal die Grünen in Meckpomm).

It is more important to encourage boys than to encourage girls to participate in athletics.

Diese Frage ist revers, wenn ich also nicht zustimme, bin ich kein Sexist. Ok, das bedeutet auch, dass wenn ich finde, dass Jungs sich auf ihren beruflichen Erfolg konzentrieren sollen und die Mädchen mal lieber zum Ballett oder Synchronschwimmen gehen, weil sie sonst fett werden und keinen ordentlichen Mann abbekommen, wäre ich kein Sexist. Interessant. Aber nehmen wir das mal positiv: Ich bin offensichtlich und wissenschaftlich nachweisbar kein Sexist.

Women are just as capable of thinking logically as men.

*prust*
Das Wort “just” in dem Satz ist unnötig und suggestiv. Und die Frage ist wie #2 – die meisten Menschen sind überhaupt nicht in der Lage, logisch zu denken, und am oberen Ende sind dann halt mehr Männer. Klar nein zu der Frage, aber ganz klar kein Sexismus. Sexistisch wäre es, zu denken, Frauen könnten überhaupt nicht logisch denken. Können sie aber. Zumindest zwei oder drei, die ich kenne. Ob sie das dann machen ist wieder eine andere Frage.

When both parents are employed. and their child gets sick at school, the school should call the mother rather than the father.

Was für eine heteronormative Kackscheisze. Aber ja, sollte sie, bei ausnahmslos allen Eltern, die ich kenne. Es nützt dem armen kranken Kind nämlich genau Null, Papa auf Projekt in Südafrika, China oder Brasilien anzurufen. Das ist nicht sexistisch, das ist Realität – Männer reisen mehr und weiter als Frauen im Job. Wenn die Eltern das der Schule nicht gesagt haben, sollte man ihnen vielleicht das Kind wegnehmen, aber das hat doch wieder absolut nichts mit Sexismus zu tun?!

Machen wir doch noch einen echten Sexismus-Fragebogen, das ist nicht sonderlich schwer, aber man findet halt weniger Sexisten als Grünen-Wähler in Meckpomm (ja, das freut mich):

  • Ich behandle Frauen wie minderwertigen Dreck, weil sie Frauen sind
  • Frauen sind generell minderwertiger Dreck
  • Frauen putzen so gerne, weil sie sich mit minderwertigem Dreck gut identifizieren können

Ich wette einen Kasten Bier, dass die obige Skala bessere Alpha- und KMO-Werte bekommt als der Schwachsinn der Deppenschaften. Ich weiß aber nicht, ob das jetzt konkret Sexismus misst, wenn man die Diskriminanzvalidität zu “blödes Arschloch sein” prüft, aber ich bin ja nun kein Soziologe.

Vergewaltigungen und Falschbeschuldigungen verurteilen!

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, also eine (wohl nahezu rein) staatlich geförderte misandrische Organisation, die sich einen feuchten Dreck um Männer schert, hat eine ganz tolle Grafik zum Thema Vergewaltigungen erstellt. Die sieht so aus:

v1

Nun ist mir die Grafik nicht neu, und ich lese auch noch so dümmliche Grafiken nach Inhalt, von daher steht da nur, dass sieben verurteilten Vergewaltigern drei unschuldig Verdächtigte gegenüberstehen, der Rest ist für mich überflüssiger Bullshit, um das zu verdecken, was die Macher des Plakats ja auch selbst machen – ihre Message ist ihnen wichtiger.

Nachdem sich aber Klopfer, der unter Klarnamen im Internet schreibt, jetzt kritisch geäußert hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Grafik korrigieren. Klopfer schreibt, er verstehe gewisse Entscheidungen bei der Gestaltung nicht, aber das ist (hoffentlich) nur eine nette Formulierung für “das ist eine scheiß-Grafik”:

Die 3 Männchen, die laut den Zahlen falsch beschuldigt wurden, sind doppelt dabei (weil sie ja schon bei den Angezeigten oben dabei sind), aber gehören insgesamt auch zu den 1000 Männchen, die alle Vergewaltigungen symbolisieren sollen, obwohl sie nichts gemacht haben?

Da ist der Fehler: Die wurden nicht angezeigt, konnten also auch nicht falsch beschuldigt werden. Und da mir der hellrosa-auf-Hintergrundfarbe-Kontrast nicht so gefällt, und der pdf-Download für eine Bearbeitung (warum wohl) qualitativ zu schlecht ist, stellen wir die angeblichen “Fakten” mal ordentlich dar (ohne die Daten zu hinterfragen): Von 100 angezeigten Vergewaltigungen werden neun verurteilt und drei Männer wurden gerichtlich festgestellt falsch beschuldigt, wie (nach aktuellem Kenntnisstand) die beiden Ficker von Gina-Lisa:

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Alleine mit dieser Grafik ist es schon schwierig, das Problem der Falschbeschuldigung totzuschweigen, wie das Feministen versuchen. Die nehmen lieber eine “Dunkelziffer” an und blähen das (angebliche) Problem auf. Können wir gerne auch, aber vorher machen wir ein paar Korrekturen.

Die Fehlverurteilungen betragen lt. Wikipedia im Allgemeinen zwischen 5 und 25% – wenn ich also einen der neun fälschlich verurteilt habe, wären das 11%, das ist weniger als die Mitte. Zudem macht man durch Runden aus 8,4% nicht neun, sondern acht, also nehmen wir einen ganz weg.

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Klopfer verlinkt dann eine interessante Studie, die ich grundsätzlich schon kannte. Da da auch nur gemutmaßt wird, sparen wir uns die für die Dunkelziffern später, und machen mit der Studie weiter, aus der die 3% herkommen. Demnach können wir gleich mal zwei Fälle dazunehmen, bei denen die angeblichen Opfer es sich “anders überlegen”, wohl weil sie Unsinn geredet haben. Und noch 12 Fälle, bei denen das Opfer keine Lust mehr hatte, mit jemandem zu reden, die ich netterweise mal neutral werte. Viel wichtiger an dieser Stelle sind die vier freigesprochenen.

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An dieser Stelle kommen dann noch 34% mit Mangel an Beweisen, die wir sinnvollerweise nach den bekannten Fakten aufteilen:

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Weitere drei Fälle haben seitens der Staatsanwaltschaft keinerlei Interesse an Stafverfolgung aufzuweisen, sind also offenbar keine Straftat, was wir mal in dubio pro reo rechnen:

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Als nächstes kommen 20 nicht identifizierte mutmaßliche Täter, die wir fairerweise nach Status Quo aufteilen:

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Und der Rest? Tja, das ist das Problem der Feministen, denn deren Studie hatte deutlich mehr als die angegebenen acht verurteilten Vergewaltiger, und das macht dann halt die Prozentrechnung kaputt. Es sind deren Zahlen, nicht meine. Deren Studien, keine sinnvollen. Aber fassen wir mal zusammen – streichen wir den Rest, und die von Klopfer schön als “Julia kommt schluchzend zu ihren Eltern und gesteht: Sie ist schwanger! Die Eltern sind geschockt und stinksauer. Papa will wissen, wie es dazu kam. Julia hat Angst vor Ärger und erzählt, ein Junge hätte sie im Ferienlager vergewaltigt.” umschriebenen Fälle mal raus – auch wenn ich nicht verstehe, warum Julia für die Lüge nicht vier Jahre in den Knast kommen sollte, wenn der Typ das würde… – und sortieren mal:

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Das sind nun noch 54 Leute. Davon sind 21 tendenziell Vergewaltiger, von denen sieben wirklich verurteilt wurden – das sind 33%. 33 Männer hingegen wurden wahrscheinlich oder sicher falsch beschuldigt, dafür wurden aber nur drei Verleumderinnen verurteilt, das sind 9%.

Insgesamt sind damit von 54 Fällen wahrscheinlich bis sicher 33 falsche Verdächtigungen, das sind 61%, was sich weitestgehend mit den Einschätzungen der bayrischen Polizei deckt.

Natürlich ist es scheiße, dass quasi auf jeden verurteilten Vergewaltiger ein nicht verurteilter kommt, aber ist es nicht ein viel drastischeres Problem eines (angeblichen) Rechtsstaats, dass von fünf sicheren Falschbeschuldigungen nur drei verurteilt werden? Mit lächerlichen Strafen wie Gina-Lisas 80 Tagessätzen; das ist nichtmal vorbestraft. Das Leben der Angeklagten hingegen ist meist ruiniert, und die Täterin wird in gerade mal 10% der Fälle “bestraft” – da brauche ich nichtmal eine Dunkelziffer, um das schön zu rechnen.

Feministen schon. Komisch, oder?

Und wenn wir eine Dunkelziffer dazu nehmen wollen – warum sollte es sich da anders verhalten als bei den existenten Fällen? Ja, ich kenne Frauen, die eine Vergewaltigung (die ich ihnen glaube) nicht angezeigt haben, aber ich kenne auch Frauen, die das gemacht haben. Entsetzlicherweise mehr als eine, jeweils, aber da ist die Anzeigen/Verurteilungs-Quote halt 100%, von daher bin ich nicht repräsentativ. Feministinnen sind es aber ebenso 100%ig nicht, da “rumraten” kein Beleg ist, vor allem dann nicht, wenn man aus ihren tollen “Belegen” derart leicht das Gegenteil machen kann.