Schweinenackensteak zu Ramadan

Meine konservativeren türkischen Freunde wünschen sich bei gerade bei 30° Außentemperatur in Deutschland , sie wären zu Ramadan in die alte Heimat geflogen. Dort ist es nämlich gerade verhältnismäßig kühl, während sie hier halb verdursten – also, tagsüber.

Dieser alljährliche Anflug von Religiosität hält nun aber die wenigsten davon ab, ansonsten Schweinefleisch zu essen – ich werde mir das sicher nicht “erklären” lassen; Religion hat mit Logik ja nun wenig am Hut.

Von daher ist es vor allem in einer so bunt-multikulturellen Runde immer ganz nett, wenn man zu den zu den Şiş Kebap vom türkischen Metzger und den Cevapcici von Maris Mama ein paar saftige, fettige Schweinenackensteaks auf den Grill haut.

Es soll aber Leute geben, die was gegen gemütliche Grillabende mit Freunden haben, zum Beispiel Dominik Boisen. Dominik findet “Facebook ist ein übles eitriges Furunkel am Anus der Gegenwart”, was ihn als Gutmenschen aber natürlich nicht davon abhält, es fleißig zu benutzen. So zum Beispiel – wie mir GoogleNews via Welt, Focus, Stern uvm. als “Nachrichten” verkaufen wollte, um mal so richtig zu ranten.

Wir könnten jetzt natürlich auch darüber reden, wieso sowas keine “Nachrichten” sind und über den Untergang des Abendlandes lamentieren, aber lesen wir halt mal, was Dominik so stört:

Hallo ALDI,
diese Woche habt Ihr BBQ Nackensteak im Angebot. 600 g mariniertes Schweinenacken-Steak für 1,99 €.

Wer jetzt zum Aldi will – das war vor zehn Tagen.

Weniger als zwei Euro für mehr als ein halbes Kilo Fleisch.

Das merken wir uns mal. Denn:

Wenn man die Marinade, die Plastikverpackung und die Tamponage, den Transport und die sonstigen Logistik- und Dienstleistungskosten aller am Produkt Beteiligten – vom Bauern, über den Schlachthof, bis hin zum Verkaufspersonal im Laden – abzieht und dann noch berücksichtigt, dass Ihr bei der ganzen Geschichte sicherlich nicht drauf legt, sondern am Ende auch noch eine Marge übrig bleibt, kann man sich in etwa ausrechnen, was bei Euch das Fleisch “wert” ist, das am Ende auf dem Teller liegt.

Ich liebe nämlich Rechenaufgaben. Also – bei der Metro gibt es Schweinenacken TK für 3,73 brutto das Kilo, das wäre der Großhandel. Das ist auch ein Angebot, was uns sagt, dass es gerade mehr tote Schweine als Schweineesser gibt – klar, die Moslems machen ja gerade Ramadan.

Das sind aber auch weniger als zwei Euro für ein halbes Kilo Fleisch, ebenso inklusive Plastikverpackung, Tamponage, Transport sonstige Logistik- und Dienstleistungskosten wie Bauern, Schlachthof und Verkaufspersonal im Laden. Sogar inklusive Futtermittel. Das Fleisch ist also nicht nur Aldi weniger als vier Euro das Kilo wert, sondern allen anderen auch. Logisch, oder? Aber da kommt noch Marinade dran, und das macht man mit Wasser, damit sich das Fleisch schön vollzieht, und billigem Öl. So macht man aus dem Kilo Schwein für 3,73, Öl für 10 Cent und noch 2 Cent an Gewürzen sicher problemlos zweimal 600 Gramm abgepacktes Schweinennackensteak, und bei 3,98 Verkaufspreis bleiben da dann tatsächlich 13 Cent übrig. So. Wo war jetzt das Problem?

Von preisWERT kann bei diesem Angebot sicher keine Rede sein.

Klar, es könnte noch 11 Cent billiger sein. Stimmt. Verstehe ich, darüber könnte man sich aufregen, Aldi muss nicht derart viel Gewinn machen – wobei 3% im Einzelhandel eher normal ist.

Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde – am meisten die, die sich am wenigsten wehren können: die Tiere.

Oh Gott. Ein ideologisch verblendeter Ökofaschist.

Ich bin kein ideologisch verblendeter Ökofaschist

Jaja – das ist wie bei den Leuten, die sagen “Ich bin ja kein Nazi, aber”. Kommt da jetzt ein “aber”?

aber das, was Ihr tut, ist einfach nur KRANK!!

Hm. Okay, also, ein Rant eines verblendeten Ökofaschisten ist jetzt Nachrichten. Wie Feministen bei dem immerwährenden Bemühen darum, den Gedanken, dass es nicht noch dümmer und lächerlicher ginge als ihre (eigene) letzte Aktion, zu widerlegen (klickt da drauf, vor allem diejenigen mit Ponygirl-Fetisch). Womit wir wieder beim Untergang des Abendlandes wären – aber gut, erstmal zu den armen Schweinen:

Und Euer Verhalten ist nicht nur zum kotzen, sondern auch verantwortungslos.

Also, aus meiner Perspektive jetzt den armen Schweinen im Social Media Marketing von Aldi.

Es wäre für Euch ein Leichtes, Eure Marktdominanz zu nutzen, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Zustände positiv zu verändern.

Wirklich? Aldi macht nichts positives? Wie z.B. Deutschland erfolgreich gegen das quasi-Monopol von Walmart verteidigt zu haben und jetzt – als Befreier der Konsumenten – in Amerika auch dort Lebensmittel zu vernünftigen Preisen anzubieten?

Aber daran habt Ihr gar kein Interesse. […] Billig, billiger, am billigsten – das ist eure Religion.

Nein – das ist ihr Geschäftsmodell. Das steht auch im fucking Namen des Unternehmens – Albrecht Discount. Discount, wie billig. Wenn du ein ordentliches, saftiges Schweinenackensteak haben willst, was auf dem Grill nicht auf 1/10 seiner Größe zusammenschrumpelt, geh halt zu Edeka. Wie alle anderen Leute auch.

Da hilft es auch nichts, dass es zu eurer neuen Philosophie gehört, dass jetzt alles schick und hochwertig aussieht in den neuen Läden und ich ab sofort auch auf die Toilette gehen kann, wenn ich beim Einkaufen pinkeln muss.

Echt jetzt? Kundenservice? In Deutschland? Wie kommt der Mann auf die Idee, Aldi würde die Zustände nicht positiv verändern?

Ich schätze, gemessen an dem Fleisch, das man bei ALDI zu kaufen kriegt, handelt es sich bei den Gartengeräten, die ich jüngst bei Euch erworben habe (siehe Foto) um echte Qualitätsprodukte!

Das Foto zeigt zwei deutlich verrostete, gebrochene Gartengeräte. “Jüngst” ist also schon volljährig.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr vom Verzehr dieser Antibiotika-Schnitzel schlimmes Genitalherpes bekommt mit übelstem Juckreiz, hässlichen eitrigen Pusteln und beißendem Gestank.

Das ist jetzt so “Hate Speech”, wie was der hohle Heiko verbieten will, oder? Aber abgesehen davon – Genitalherpes ist eine Virusinfektion, und Antibiotika helfen nicht gegen Viren. Sie schwächen auch nicht gerade das Immunsystem, was den Ausbruch der bei 90% der Weltbevölkerung chronisch vorhandenen Krankheit (igitt!) befeuern könnte – eher im Gegenteil.

Aber ich fürchte, dass Ihr dieses ekelhafte Zeug selbst gar nicht anrührt.

Och, wenn man so richtig kleingeschrumptelte Steaks mag, die zu 90% aus krebserregenden Stoffen bestehen, ist das Zeug eigentlich ganz lecker – es muss nicht immer das saftige, zarte Fleisch sein.

Und das kann ich sogar verstehen. Naja, vielleicht läuft es ja gut und Ihr bekommt trotzdem irgendeine fiese Seuche. Glück auf!

Wie erwähnt, die Wahrscheinlichkeit, dass Dominik Boisen selbst Genitalherpes hat, ist fast 100%. Nur wenn irgendwelche Hippie-Bräute den jetzt total toll finden, wegen der armen Schweine und so. Ihr wisst, worauf ihr euch einlasst – ich habe euch gewarnt!

(Mittig im Bild links: Oryx, das Wappentier Namibias)

Die @n26 – Bank diskriminiert ausländische Währungen

Ich habe nicht viele Hobbies, aber Konten eröffnen ist eines davon. Seit den späten 90ern haben Banken einem nämlich immer was dafür geschenkt, wenn man bei ihnen ein Konto eröffnet. Klar, viele Konten seien schlecht für die Schufa oder so, aber erstaunlicherweise hat man einen hervorragenden Schufa-Score, wenn man all seine Handyverträge von all seinen Konten auch tatsächlich monatlich bezahlt – wer hätte das gedacht?

Das jüngste Konto, was ich eröffnet habe, war bei dem jungen Fintech-Startup N26, damals noch Number26. Es gab eine Warteliste für die Kontoeröffnung. Eine Warteliste! Endlich konnte man sich wie in der DDR fühlen und auf irgendwas warten… tja, und das hätte mich eigentlich warnen sollen. Das, und die Tatsache, dass die Jungs in Berlin sitzen.

Aber es war zu verlockend, ein (natürlich kostenloses) Konto zu eröffnen, ohne dafür aus dem Haus gehen zu müssen, und die transparente MasterCard begeistert das kleine Kind in mir. Zudem hat die Bank genau die Gebührenstruktur, die ich von jemandem erwarte, der nichts anderes macht, als mein Geld zu haben: Nix. Null Euro für alles. Gute Struktur.

Wie die Bank Geld verdienen will? Ist mir ganz ehrlich scheißegal. “Gebt mir euer Geld” ist eine Aufforderung, die eine gewisse Gegenleistung erfordert, und mir mein Geld dann da wiederzugeben, wo ich es brauche, ist top. Macht zum Beispiel die DKB seit Jahren sehr nett, unproblematisch und völlig kostenlos; die haben nur, wie die meisten Banken, die dumme Eigenschaft, mein Kreditkartenlimit derart hochzusetzen, dass ich meine scheiß Abrechnungen akribisch kontrollieren will, damit ich nicht plötzlich ein Einfamilienhaus in Bautzen ärmer bin.

N26 ist ein gutes Jahr alt, hat sich umbenannt, gibt sich total international und ist die Bank, die ich jedem ans Herz legen würde, der absolut keine Lust hat, seinem Sparkassenberater eine halbe Stunde beim ineffizienten Umgang mit seiner Maus zuzusehen, um dann genau drei Formulare unterschreiben zu müssen, die auch per Post hätten kommen können. Bislang.

Und was machen sie jetzt? 1,7% Gebühren auf Auslandsabhebungen. 1,7% von 400€ sind 6,80€, das habe ich mit meiner American Express Traveller Cheque Card 2006 in China nicht bezahlt – Hallo? Wir haben das aktuelle Jahr, ihr Spinner?!

Ja, ich finde es fein, meine Karte mit einem Klick auf dem Handy für Auslandsabhebungen sperren zu können, wenn ich sie nicht brauche, und in den gleichen fünf Sekunden auch wieder freigeben zu können, aber 6,80€ sind in Tschechien zwei Schachteln Zigaretten.

Nein, ich finde es nicht in Ordnung, kostenlos zu versprechen und dann nicht zu halten. Ja, ich sehe ein, dass es Arschlöcher gibt, die sich jeden Tag 10€ an der Supermarktkasse auszahlen lassen, was mehr Gebühren verursacht, als ihr einnehmt, oder jeden Tag zum Geldautomaten rennen müssen, aber denen erlaubt ihr das noch fünfmal im Monat. Ich will nur einmal im Monat in Tschechien Geld abheben. Einmal. Oder in der Türkei. China, Thailand, Österreich.

Danke, liebes N26-Team, dass ihr mich dieses Jahr um die halbe Welt begleitet habt. Aber, um mich da bei der Targobank zu bedienen, der ich das auch schon gesagt habe: So geht Banking heute nicht mehr.

Das ist nämlich rassistisch und diskriminierend: Liebes N26-Team, ihr seid schlimmer als Trump. Was haben Euch die tschechischen Kronen denn getan, dass sie jetzt 1,7% weniger wert sein sollen als die arischen deutschen Euros? Die türkischen Liras werden von alleine 1,7% weniger wert, wenn ihr nur bis Monatsende warten würdet, und ihr diskriminiert sie trotzdem. Auch der chinesische Renminbi und der thailänische Baht sind Währungen wie alle anderen auch. Keine Währung ist illegal, und keine Währung hat es verdient, so behandelt zu werden.