Politische Korrektheit bleibt uncool

Sooo… diesmal gibt es Bonusmaterial im Video. Wenn ich aber nicht wenigstens ein Like (oder einen Daumen runter, irgendeine fucking Reaktion halt) auf Youtube bekomme, war’s das. Videos machen ist ein Scheiß Aufwand, wenn man keine Ahnung von Videos machen hat, selbst mit einer billigen ppt als Bild. Versprecht Euch halt mal sieben Minuten lang nicht gänzlich entsetzlich. Oder erklärt mir, wie man Videos schneidet.

Vor ein paar Tagen tickerte bei Christian das unreflektierte Geschreibsel einer Lehramtsreferendarin über ihr Entsetzen darüber durch, dass selbst kleine Kinder zwischen der Realität und gewünschten Meinungen differenzieren können.

Zu einem anderen Jugend-Thema schreibt ebenso der Spiegel ebenso unreflektiert:

Umfrage unter Jugendlichen
Komasaufen wird uncool

Basis für diese “Erkenntnis” ist eine Studie der BZgA, um ihre horrend teuren Kampagnen zu rechtfertigen. Auch horrend teure Studienergebnisse haben die gewünschte Wirkung:

So greift durchschnittlich jeder zehnte Befragte zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken, wie die Bundesbehörde am Donnerstag mitteilte. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent).

Schön und gut, möchte man meinen. Ist es aber nicht. Denn nur weil die sagen, dass sie sich nicht die Birne zukippen, heißt das noch lange nicht, dass sie das nicht tun. Dafür müsste man mal die Zahlen zum Komasaufen anschauen – die sind zwar erfreulicherweise auch rückläufig, um 2,2% von 2014 auf 2015 – bezogen auf absolute Zahlen, nicht auf eine hochgerechnete Umfrage.

Nun ist das Problem dabei, dass nominal weniger Jugendliche, die sich ins Koma saufen, nicht automatisch prozentual weniger Jugendliche bedeutet, die sich ins Koma saufen – 2015 gab es schlicht 168.195 Kinder und Jugendliche weniger als 2014, das sind 1,54% weniger Kinder, die sich ins Koma saufen können. Wenn das dann nur ein halbes Prozent weniger macht, ist das jenseits einer epidemiologischen Zuverlässigkeit und wahrscheinlich ein statistisches Artefakt.

Es wird hier also gefeiert, dass “Komasaufen uncool wird”, und das seit 2004 – obwohl 2004 lediglich 17.931 Jugendliche wegen Komasaufen im Krankenhaus waren, 2015 aber 21.907.  Das sind 22,1% mehr.

Bedenkt man dann, dass die vorhandene Anzahl an Kindern und Jugendlichen in Deutschland zwischen 2004 und 2015 im gleichen Zeitraum um 15,7% abgenommen hat, wäre der naheliegende Schluss eigentlich, dass die jetzt (1) mehr saufen als früher und (2) das nicht mehr zugeben.

Danke, Political Correctness, danke für Millionen verschwendeter Gelder bei der BZgA, danke an die Regierung für Sondersteuern auf Alcopops. War super erfolgreich.

Darauf erstmal ein Bierchen; so einen Scheiß hält man ohne ja nicht aus.

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Das wird man ja wohl endlich mal sagen müssen

Ich weise mal eingangs auf den hervorragenden Artikel von Luisman hin, der ein zentrales Problem aufzeigt, was der Mainstream vollkommen ignoriert. Aber der Mainstream ist dumm; das sieht man z.B. am IQ – wenn der Durchschnitts-IQ 100 ist, ist die Hälfte der Menschen unter- (über-?) durchschnittlich blöde.

Ein Beispiel dieses dummen Mainstreams ist der vielpublizierte Sascha Lobo, der laut Wikipedia offenbar nie durch anständige Arbeit auch nur einen cent Geld verdient hat und nur bekannt ist, weil er keinen Friseur kennt und neben keiner Ahnung auch keinen Geschmack hat.

Nun, Sascha hat auf SpOn einen Artikel geschrieben, der mir nach zwei Absätzen derart zu doof wurde, dass ich meine Meinung dazu mit Euch teilen muss. Lesen wir also zusammen:

Wir müssen sagen dürfen – alle anderen nicht

Tjo, liebe linksgrüne Gutmenschen, das war halt mal, gell? Jetzt kommt Gegenrede, das stört Euch gewaltig, richtig? Tja. That’s life. Handlungen haben halt Konsequenzen.

Kaum etwas ärgert Rechte so sehr wie der Begriff Political Correctness. Dabei haben sie längst ein Gegenkonzept entwickelt: rechte Korrektheit.

Hä? Ach, ich vergaß: Die Linke lebt nur von Projektion ihrer eigenen Machenschaften, Ansichten und Weltbilder auf Andere. Außerhalb ihrer Weltbilder kann nichts existieren, und im poststrukturalistischen Duktus von Derrida und anderen Idioten kann es ja auch nichts anderes geben. Schade, hätte ja mal selbstkritisch werden können, aber nein. Das wäre ja gar nicht dekonstruierend und so Bullshit. Aber gut, lassen wir uns erklären, was “rechte Korrektheit” sein soll; mich stört Political Correctness enormst, und damit bin ich ja offensichtlich “rechter” als Adolf Hitler.

“Vorverurteilung ist nicht so schnafte” – darf ich das wohl noch so sagen, nach #Breitscheidplatz und nach Köln 2?

Öh… was heißt denn “schnafte”? Ich meine nur, selbst der Duden findet, dass das selbst in dem Moloch Berlin niemand mehr benutzt, aber als belesener Heinlein-Konsument grokt man das schon trotzdem – prickelnd.

Das nennt man übrigens einen Strohmann – ich kenne wirklich keinen, niemanden, nicht irgendwen, der Vorverurteilungen toll findet. Nichtmal Rechte, die werden ja selbst ununterbrochen vorverurteilt, fragt mal Frau Petry. Vor allem von Leuten wie Sascha Lobo, aber ich vergesse mein Doppeldenk an der Stelle. Aber nochmal, für die Doofen, die ganz, ganz doofen und die Sascha Lobos: Niemand findet Vorverurteilungen prickelnd. Hat auch keiner ein Problem damit, wenn du das sagst; es fragen sich nur alle, warum. Ist wie “der Himmel ist blau”, was man auch nach einem Gewitter und nachts noch sagen darf.

Oder bin ich dann schon Qualifikant für das Unwort des Jahres: Volksverräter?

Ein Qualitfikant ist ein Sportler, der über eine Qualifikation in einen Wettbewerb gelangt, also Nein. “Unwort des Jahres” ist nämlich keine Sportart. Du bist ein Kandidat für den dümmsten, unqualifiziertesten Autoren des Jahres, aber die Liste ist lang und das Jahr jung. Zum Unwort des Jahres – mei, Sciencefiles hat das wirklich auf den Punkt gebracht. Aber um die Frage zu beantworten: Ich finde nicht, dass Sascha Lobo “Unwort des Jahres” werden sollte, insbesondere, weil Sascha ein Mensch ist und kein Wort. Drecks-poststrukturalistischer konstruktivisischer Mist, wo Worte und Realität das Gleiche sein sollen. Ne, wirklich, lest halt mal die Deppen um Derrida.

“Das wird man doch wohl noch sagen dürfen” ist der inzwischen ikonische Satz, mit dem Rechte und Rechtsextreme spätestens seit Sarrazin immer neue Debattenräume erobern.

So, wir sind bei Satz drei, und es kommt immer schlimmerer Unsinn. Wie “erobert” man denn einen “Debattenraum”? Was ist überhaupt ein “Debattenraum”? Macht man das damit, dass man etwas sagt? Wenn ja, wären die Alternativen Sprachverbote und/oder Zensur, was jetzt nicht so prickelnd, oder, wenn ich das richtig gegrokt habe, schnafte wäre. Oder? Und wer – außer Linken – benutzt den Satz denn, außer um angeblich Rechten das Wort im Mund umzudrehen und Bullshit von sich zu geben, wie der Herr Lobotomie? Ne, echt jetzt? Ich habe ja nun keine Ahnung, was Sascha unter “Rechten” versteht, aber für mich ist ein echter Rechter nicht irgendein “das wird man ja wohl noch sagen dürfen” – Weichei, sondern eher wie Timur Vermes Hitler jemand, der das (was auch immer das ist) halt schlicht sagt. Das ist das, was heutzutage “rechts” gesehen wird, und ich darf hier aus dem oben empfohlenen Artikel von Luisman zitieren:

kann’s dann losgehen, mit dem was Kahane als hate speech oder fake news bezeichnet. Ich übersetze beide Begriffe immer völlig falsch mit „die Wahrheit“

Nun gab es da in der Wissenschaft den sog. Methodenstreit, der damit endete, dass die Idioten auf der einen Seite und die Nazis auf der anderen Seite blieben und sich gegenseitig für Idioten respektive Nazis hielten. Das ist immer noch so, und man kann in dem Schema Sascha Lobo auch sehr schön einordnen – macht er ja quasi selbst.

Aber weiter im Text:

Der Gottseibeiuns des Internets: vorgeblich gegen Sprechverbote, gegen Denkverbote, gegen Political Correctness.

Also, ich muss mich nicht auf Gott berufen, um gegen Sprech- und Denkverbote zu sein, ebensowenig bzgl. PC. Wo kommt die dümmliche Unterstellung des “vorgeblich” her? Ich bin gegen jedwede Sprech- und Denkverbote. Ich finde das gut, dass Sascha Lobo so einen Mist schreibt und schreiben darf und der Spiegel das publiziert; so merkt jeder ganz einfach, wie dumm die alle sind. Also, idealerweise; dummerweise sind die Menschen ja im Schnitt echt dumm, aber mei, damit muss man leben.

Political Correctness (PC) ist ein, das Reizwort. Das dahinterstehende Konzept erscheint links, weil es um Sprachregeln geht,

Das ist wieder die typische linksgrüne Gutmenschen-Nichtargumentation: Erst ein haltloser, unbegründeter “vorgeblich”-Vorwurf, und dann selbst bestätigen, dass der Vorwurf berechtigt ist, denn plötzlich geht es ja um Sprachregeln. Das passiert, wenn man zu viel Derrida liest oder eine Lobotomie hatte. Hihi, Lobotomie. Hihi.

die Diskriminierung reduzieren sollen

Das ist doch schön, was Regeln sollen, aber die relevante Frage ist, ob sie es tun. Klar, das ist für Sascha und alle anderen gutmenschlichen Realitätsignoranten nicht das Thema, aber ob ich nun die Zigeuner scheiße finde oder die Sinti und Roma ändert halt nichts daran, dass ich die scheiße finde. Jetzt, theoretisch, ich kenne keine der einen Gruppe.

Die Kritik an politischer Korrektheit kommt daher

Woher? Man kann natürlich zwei vollkommen zusammenhanglose Sätze mit einem Kausalität implizierenden Adverb (“daher”) verknüpfen, weswegen das sofort schlüssig wirkt, aber das ist nichtmal billiger Sophismus, das ist schlicht dumm.

eher von konservativer, aber eben auch von rechter und rechtsextremer Seite.

Ah – äh – schön. Da das völlig aus der Luft gegriffener Unsinn ist, setzte ich dem entgegen, dass aufgrund der schlüssigen Argumentation Lobos nur eine Schlussfolgerung zwingend möglich ist, nämlich, dass die Echsenmenschen mit dem LAARP unsere Gedanken kontrollieren und Sascha Lobos Frisur für die RF-Strahlen besonders empfänglich ist, daher schreibt er so einen Unsinn. Fuck, und das war noch eine bessere Argumentation als seine. Sie war zumindest existent.

“Anti-PC” war zum Beispiel ein wesentliches Element des Wahlkampfs von Donald Trump.

Ja. War es. Das ist kein Beleg für irgendwas. Oder ist Trump konservativ, rechts oder rechtsextrem? Wenn ja: Inwiefern?  Komm, bisher war das nur Unsinn mit Bullshit-Unterstellungen. Wieso publiziert man sowas?

Wenn in sozialen Medien die Rede ist von Political Correctness, folgen von Gegnern dieses Sprachkonzepts umgehend drei Wendungen:

Wir hatten bereits oben festgelegt, dass PC nicht nur ein “Sprachkonzept” ist, sondern “Sprachregeln“. Regeln muss man einhalten, sonst sind sie nutzlos, und zur Forcierung der Regeleinhaltung gibt es normalerweise Sanktionen. Ist ja schön, dass Sascha hier seine eigenen Worte verharmlost, aber das ist immer noch nicht nur billiger Sophismus, sondern einfach nur Dreck.

Es folgt eine Aufzählung bereits genannter, irrelevanter Punkte, und dann geht es weiter:

Persönlich stehe ich dem Konzept “Politische Korrektheit” trotz der vorhandenen, weniger liberalen Tendenzen eher positiv gegenüber, weil ich es mit “Anstand” assoziiere.

Huh – eine vorgeschobene concessio, da hat jemand den Schopenhauer auf dem Klo. Toll. PC ist “anständig”. Leider ist “anständig” ein moralisch-wertender Begriff und damit unglaublich relativ; man kann es auch “anständig” finden, Ladendieben die Hand abzuhacken. Aber schauen wir mal, wo er mit dieser (schwachen) petitio principii (Schopenhauer #6) hinwill:

Und ich glaube nicht, dass die drei genannten Vorwürfe so pauschal haltbar sind.

Ok, jetzt brauchen wir doch die drei “Vorwürfe” (der “Rechten” an die -äh – “Anständigen”) von oben:

  • Verschleierung und Beschönigung

  • Sprech- und Denkverbote

  • Angriff auf die Meinungsfreiheit und Zensur

Hmmm… machen wir das kurz: #1 wären meine Zigeuner / Roma, #2 hat Lobo wörtlich zugegeben, und #3 ist die sich zwingend ergebende Konsequenz. Aber hören wir uns an, wieso das nicht haltbar sein soll, weil wir so illusorisch sind, als würde er das auch nur zu erklären versuchen *prfffff*.

Im Kern bedeutet Politische Korrektheit, dass man Worten eine gesellschaftliche Wirkung beimisst

Tjo. Derrida-Bullshit. Worte haben eine gesellschaftliche Funktion, nämlich den Austausch von Gedanken. Die Wirkung ist, dass andere Leute die in Worten geäußerten Gedanken des Sprechenden kennen. Soweit, so nicht-falsch, aber das ist halt so schwammig formuliert, dass es wie folgt weitergeht:

und zur bewussten Verwendung in der Öffentlichkeit aufruft.

Das “bewusste” hat hier eine moralisch-wertende Komponente, die Worte durchaus haben können, aber halt – und das ignorieren die Saschas und Jaques und Kevins dieser Welt – nicht ohne Kontext. Wenn ich meiner Frau sage “Boah, Du siehst aus wie die Stripperin auf dem Junggesellenabschied meines (jüngeren) Bruders” – in unserem Schlafzimmer – wird das vollkommen anders wahrgenommen werden, als wenn ich das meiner Schwägerin auf dem Weg zum Uniball sage. Klar? Eben.

So einfach ist das, und “Kontext ignorieren” ist der Grund, warum denen PC so wichtig ist, weil PC halt “wichtiger” (lies: einfacher einzuhalten) ist als Kontext (lies: Zusammenhänge verstehen).  Aber natürlich kommt das in einer einfachen, unverfänglichen Verpackung daher, wie dass man Worte “bewusst” verwendet. Da widerspricht niemand, selbst ich nenne ja Sascha Lobo nicht einfach einen pädophilen Ziegenficker,  weil ich mir des Kontexts bewusst bin: Erstens würde ich mich damit auf Böhmermann-Niveau herabbegeben, und zweitens wäre das in Deutschland, dem Land der eingeschränkten Meinungsfreiheit, strafbar. Mache ich also nicht.

Aber ich sehe, dass die Art und Weise, wie dieses Konzept bisher umgesetzt worden ist, zu oft zur Reaktanz geführt hat, also zur gegenteiligen der beabsichtigten Reaktion.

Jaja, jeder kann einen Thesaurus benutzen. Früher war das Shift-F7, aber dann wurde ich irgendwann 16 und mir wurde klar, dass das doof ist. Zudem ist das nicht die korrekte Definition von Reaktanz, aber egal. Halten wir fest: Sascha ist selbst klar, dass sein dümmliches PC-Konzept das Gegenteil dessen bewirkt, was es sollte. Vertritt es aber trotzdem. Das ist irgendwie die Definition von Wahnsinn: immer wieder das gleiche tun, aber eine andere Konsequenz erwarten.

Instrumente zur Weltverbesserung – als solches betrachte ich Politische Korrektheit

Ich betrachte Arbeitslager als Instrument zur Weltverbesserung, wie Saschas großes Vorbild Marx, aber im Gegensatz zu ihm ist mir klar, dass Sascha – in dem Arbeitslager – das anders sehen würde und ich mich deswegen auf Basis des kategorischen Imperativs nicht dazu aufschwingen sollte, ihm das aufzudrücken. Auch wenn das verlockend ist, da Kant wohl nie mit Menschen konfrontiert war, die seinen kategorischen Imperativ nur für andere, aber nicht für sich selbst angewendet sehen wollen und dafür erschossen gehören (oder so).

Instrumente zur Weltverbesserung […] müssen sich nicht nur an ihrer Absicht, sondern auch an ihrer konkreten Wirkung messen lassen.

Öh – sag ich doch. Ich habe auch gezeigt, dass PC genau Null bringt, also keines ist. Könnten wir jetzt aufhören?

Die Kritik, dass sich politische Korrektheit trotz ihrer Toleranz-propagierenden Absicht für einen Teil des Publikums zu oft anfühlt wie ihr eigenes – nämlich intolerantes – Gegenteil, muss man daher ernst nehmen.

Die Kritik war gerade eben noch, dass es nutzloses Schönreden, Sprech- und Denkverbote und Zensur ist, nicht “dass es sich so anfühlt“. Wie es sich anfühlt, ist kack-egal. Reden wir jetzt darüber, was es ist, oder was du dazu fühlst, Sascha?

Unterdessen hat sich jedoch im Netz ein Gegenkonzept entwickelt – Political Correctness von rechts: rechte Korrektheit.

Ich nehme das mal als “Nein” – es sind ja immer nur die eigenen Gefühle wichtig, der Rest soll doch in einem Arbeitslager verrecken. Yay, Marx ist cool. Wie Hitler.

Bei näherem Hinsehen wird jeder Vorwurf, der der linken Political Correctness gemacht wurde, von rechts aggressiver und ungebremster in der öffentlichen Debatte vorgetragen als je zuvor.

Äh… was? Ich meine, einen Vorwurf zurückzugeben ist einfach, das lernt man im Kindergarten – du bis doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof – nein, du bist doof, aber – äh – weil? Wo? Inwiefern?

Rechte Political Correctness streicht die positiven, mäßigenden Elemente der politischen Korrektheit weg und streift sich den antiliberalen Rest auf rechts gewendet über.

Die positiven, mäßigenden und vor allem nichtexistenten Elemente der PC muss man nicht “wegstreifen”, die sind halt nicht da. Und dass extremistische Ideologien (wie PC) “antiliberal” (das heißt illiberal) sind, bestreitet nicht mal Sascha in seiner “Verteidigung” dümmlich-gutmenschlicher PC. Was aber machen so genannte Rechte jetzt?

Weil die Republik als hilflose Antwort auf AfD-Erfolge und islamistischen Terror stückchenweise nach rechts rückt, treten auch rechte Sprach- und Denkverbote und Attacken auf die Meinungsfreiheit immer deutlicher hervor.

Jajajajaja, das ist deine Behauptung. Die bleibt es seit einer verdammten Seite. Dass linksgrüne Gutmenschen für real existierende Probleme keine Lösung zu haben scheinen – das Thema der AfD, btw. – sei ja mal egal; es geht ja hier nur um Gefühle, gell?

Am besten zu beobachten anhand der Äußerungen von Grünen-Chefin Simone Peter zu der Verfahrensweise der Polizei Köln zu Silvester: “Die böse Polizei ist 1 schlimmer Rassistenhaufen und soll sich ins Knie…” – Moment, stimmt gar nicht.

Ja, wenn es nicht stimmt, warum schreibst du es denn dann? Und was ist an dem Wort “ficken” jetzt un-PC, plötzlich?

Tatsächlich lobte Peter die Polizei dafür, dass “Übergriffe deutlich begrenzt” wurden. Sie schob dem Lob jedoch eine fragende Anmerkung nach: “Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.”

Echt jetzt? Das kommt aus der Rheinischen Post, und da steht:

Simone Peter sagte unserer Redaktion, zwar habe das Polizei-Großaufgebot Übergriffe deutlich begrenzt. “Allerdings …

Da steht nichts von “lobte”, es ist zudem kein Zitat der Frau, und damit kommt das ausschließlich vom lobenden Sascha. Gott, bietet sich der Name für blöde Wortspiele an.

Das war vielleicht vorschnell, aber doch im Ton zurückhaltend formuliert: “Stellt sich die Frage”, “wenn”. Man vergegenwärtige sich dabei, wie etwa CSU-Nebelhorn Andi Scheuer Kritik formuliert.

Ich habe keine Ahnung, wer Andi Scheuer ist, ich weiß aber, was ein Nebelhorn ist: Etwas, dem man wirklich, dringendst und vor allem unbedingt Beachtung schenken sollte. Die Relativierung des Großteils der Aussage – also, des Vorwurfs des Racial Profilings als irgendwas Schlechtes gegenüber des Nicht-Lobes in drei Wörtern ist schon sehr – verzweifelt?

Ein Sturm der Entrüstung kam über Simone Peter – und in die Entrüstung hinein mischte sich blanker Hass.

Blablablablabla.

Samt des rechtsextremen Empörungsstandards gegen Frauen, die Person möge von Flüchtlingen vergewaltigt werden.

Wie gesagt, in der Post-Kant’schen Ära ist man verlockt, Leute nach ihren eigenen Maßstäben zu messen, wenn diese niedriger sind als die eigenen, und wenn Frau Peters lieber Frauen von angeblichen Flüchtlingen vergewaltigt sieht als sinnvolle Polizeiarbeit, gebietet es der Anstand  – und auch meine Maßstäbe, sich da als erste Frau vergewaltigen zu lassen. Ich bin kein Polizist, die sollen ihre Arbeit machen und “Flüchtilanten” – also, illegal in Deutschland befindliche Kriminelle, die hier nur wegen Frau Peters und Konsorten noch nicht abgeschoben oder wenigstens auf offener Straße erschossen worden sind –  sollte man halt loswerden. Zu der Meinung stehe ich, mache ich auch was dafür, wenn man mich lässt. Frau Peters hingegen steht nicht hinter ihrer eigenen Meinung, und die Leute, die hinter Frau Peters stehen wollen, wollen sich auch nicht vergewaltigen lassen. Komisch, oder?

Aber es pöbelten nicht nur die Rechtsextremen in sozialen Medien.

Eigentlich machten die sich nur lustig; pöbeln machte nur die BILD.

Auch die “Bild”-Zeitung beteiligte sich an der Hatz auf Simone Peter. Für eine Frage, die man nach Ansicht der “Bild” wohl nicht ungestraft stellen darf.

Öhm… Frau Peters durfte die “Frage” doch stellen. Das war auch gut so, jetzt weiß jeder, dass sie eine blöde, realitätsfremde Dummtrulla ist, die mit Bundestags-Personenschützern von der Realität der Menschen, die das bezahlen, nicht den Hauch einer Ahnung hat. Die faire Konsequenz ist öffentliche Lächerlichmachung, aber die hat sie ganz alleine selbst verursacht, verschuldet und mit Sicherheit abgesegnet. Wo ist da die Strafe?  Bullshit-Behauptung Nummer – ach, zählt selbst.

“Bild” hat sich damit … eifrig im Werkzeugkasten rechter Political Correctness bedient.

Aha.

Stichwort: Sprechverbot. Es geht dabei um die Verhinderung der Debatte, darum, dass bestimmte Äußerungen nicht erlaubt sein sollen ohne sofortige Strafe am Wutpranger, Niederschreien, “Silencing”.

Hä? Handlungen haben in der Realität Konsequenzen. Äußerungen haben Konsequenzen. Alles hat Konsequenzen. Der Rest ist feministisch angehauchter Bullshit – wenn man andere Leute mit Scheiße bewirft, muss man damit rechnen, dass die (zumindest) die (zugeworfene) Scheiße zurückwerfen. Das ist eine Reaktion. Wenn einem das nicht passt, sollte man nicht mit Scheiße werfen, nur weil man seine Scheiße besser findet als anderer Leute Scheiße. Gott, das Prinzip ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

Das ist die rechte Sprachpolizei, die fordert, man müsse doch wohl noch sagen dürfen – aber meint: Wir müssen sagen dürfen, alle anderen nicht.

Wer? Wann? Wie? Wo? Das war jetzt kein Beispiel für irgendwas. “Rechte” werden für Wörter kritisiert, Frau Peters für absolut unhaltbaren Unsinn, hinter dem sie selbst nicht stehen würde und will. Das ist was anderes.

Das entlarvt die rechte Argumentation für eine vorgebliche “Meinungsfreiheit” als hohle Phrase, in Anlehnung an Rosa Luxemburg: Meinungsfreiheit ist die Freiheit der Andersmeinenden.

Jaja, auch Rosa Luxemburg war eine verlogene linke Schlampe, die das nur für sich beanspruchte und bei anderen kritisierte. Wie Sascha Lobo. Wo ist denn da jetzt ein Argument, dafuq?

Es ist daher ein Grund zur Sorge, wenn nicht nur die “Bild”-Zeitung, sondern auch bürgerliche Kommentatoren meinen oder implizieren, im Fall Polizei Köln dürfe nicht einmal debattiert werden.

Verlinkt ist hier ein Artikel, der das gleiche behauptet. Faktisch wird darüber diskutiert, wohlgemerkt ohne Ergebnis – abseits von Saschas Unsinn – und ohne irgendein Problem zu lösen, was real existiert – und das Problem ist nicht Racial Profiling, das hilft offenbar gegen ein Problem. Wir haben also v.a. ein Problem mit linksgrünen Gutmenschen, die lieber Probleme erfinden statt real existierende Lösungen für real existierende  Probleme  einfach nur in Ruhe zu lassen, und das stört – hmmmm…. linksgrüne Gutmenschen, dass man über sie als Problem spricht? Ok, wundert mich nicht. Aber hey, da sollten wir ganz offen drüber sprechen können, Sascha. Arbeitslager?

Dahinter steht aber eine Lehre, … : Das Eskalationspotenzial sozialer Medien verändert die Wahrnehmung des Einzelnen dramatisch.

Bullshit. Hey, ich kann auch einfach nur Sachen behaupten, Mir reicht es langsam wirklich, dass ich hier alles begründen soll und du nicht.

Schnell steht man gefühlt oder tatsächlich einem digitalen Mob gegenüber – obwohl die meisten auf der anderen Seite glauben, sie seien ja bloß empörte, kritische, sarkastische Einzelpersonen.

Oder aufgeklärte, humanistische, gerechte und überhaupt gute linksgrüne Gutmenschen? Was soll der Scheiß? Hat das eine Aussage?

Und das gilt eben für alle Seiten.

Außer natürlich für Sascha Lobo, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und absolut unfehlbar ist, obwohl er nur Dreck schreibt.

Der dezentrale, digitale Mob – dessen Teil man ohne Absicht und ohne es zu bemerken werden kann – ist eine der wesentlichsten Netzerscheinungen, die in Sprechverboten und Beschneidung der Meinungsfreiheit münden.

Nein, das tut er eben nicht. Der dezentrale, digitale Mob macht, was er lustig findet, just for the lolz. Ich erwähne da nur mal Boaty McBoatface, und als verdammter auch nur angeblicher Internetexperte sollte man wissen, dass das Internet nicht die Realität, ein Abbild der Realität oder irgendwie relevant für die Realität ist. Dass sich jetzt Feministinnen, Linke, Grüne und andere Sektenanhänger im Internet ihre Bubbles aufblasen und sich wundern, dass die in der Realität platzen, wundert mich nicht, aber daraus Sprechverbote oder Beschneidungen der Meinungsfreiheit zu konstruieren ist absoluter Unsinn. Vor allem, wenn man sie selbst fordert oder fördert.

Es sind SPD-Politiker wie Lauer, die nie einen Tag ehrlicher Arbeit gemacht haben, die anständigen Sparkassen-Mitarbeitern mit Internet-Mobs und Denunziation an ihre Existenz gehen und damit die Meinungsfreiheit bedrohen. Politiker hingegen leben dafür, für ihre Meinung gewählt zu werden, und es ist die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft, dass man diese Meinung nicht wählen, toll finden oder auch nur akzeptieren muss, Toleranz ist da der Gipfel der Gefühle.

Auf das Memo für 2017 kommt die Selbstfrage, Kant für Twitterer, gewissermaßen: Könnte ich mit meiner Kommunikation in sozialen Medien als Teil eines digitalen Mobs betrachtet oder missverstanden werden?

Das hat mit Kant einen feuchten Dreck zu tun. Und: Man muss nicht twittern. Ich twittere (fast) nur, um Leute zu provozieren – oder mich mit anderen über Idioten lustig zu machen. Und wenn der digitale “Mob” mich nicht versteht, ist das sicher lustig, aber zu erwarten. Der ignoriert mich nur leider; ich bin aber auch nicht Donald Trump, also kann mir das weitgehend egal sein.

In Zeiten der Verquickung von Internetöffentlichkeiten und Politik, in Zeiten von Breitbart und Trump, in Zeiten einer rechten Political Correctness ist die wichtige Erkenntnis: Das Problem ist nicht (nur), was Medien und Personen veröffentlichen, sondern vor allem, was deren Publikum darin für Aktionsaufforderungen in oft mobhaften Strukturen sieht.

Jaja, liebe linksgrüne Gutmenschen: Ich finde das nicht toll. Aber #Donglegate kam aus eurer Ecke, vorher kannte ich das nicht, und der Lauer ist auch aus eurer Ecke. Es gibt da so einen Spruch, der ist älter als Kant und hat was mit einem Splitter und einem Balken und einem Auge zu tun, aber man muss ja keine schwierigen Metaphern bemühen, sondern kann das auch klar sagen: Liebe linksgrüne Gutmenschen: Bevor ihr euch über irgendwelche Rechte, und seien es die sicher nicht so prickelnden “Identitären”, beschwert, räumt erstmal euren eigenen Laden auf. Niemand außer euch selbst hat Mitleid wegen eures Gejammers, wenn ihr selbst das Gleiche macht, und das seit Jahren. Wenn ihr das nicht gut findet, (a) lasst es und (b) distanziert euch. Ansonsten – hey, Arbeitslager findet ihr doch auch toll, richtig? Ihr habt ja in Deutschland schon um ’33 ausprobiert, wer da wohl reinkommt. Muss man nicht nochmal beweisen. Benehmt euch doch einfach mal.

Mediale Verantwortung hat sich mit den sozialen Medien verändert. Es scheint, als hätten Worte eine stärkere Wirkung als je zuvor. Fast könnte man mal über ein gesellschaftliches Konzept nachdenken, Worte vorsichtiger und bewusster zu verwenden.

Du möchtest in ein Arbeitslager, oder? So richtig, richtig unbedingt? Komm, schreib das einfach hin; es ist nicht soooooo schwierig, mal ehrlich zu sein. Du bekommst sicher auch eine ordentliche Frisur. Wie bei Hitler, wie wollen ja keine verlausten kommunistischen Gulags, oder?

Gutmensch sein ist richtig und wichtig.

Irgendein Typ, den keiner kennt und der nichtmal einen Grimme-Online-Award bekommen hat schreibt im Bildblog über die wichtige Rolle der Political Correctness.

Der Artikel versucht einen polemischen Anfang, aber Gutmenschen haben es nicht so mit Polemik, dafür braucht es Eigenschaften wie Humor, Selbstreflexion und ein grundsätzliches nicht-alles-so-ernst-nehmen. Aber es geht dann recht schnell in glatte Lügen über – man muss den Strohmann ja aufbauen, wenn man keine Argumente hat. Wir machen also erstmal Namedropping: Trump, Diekmann, Sarrazin, eben Schlechtmenschen mit entarteten Meinungen. Und dann kommt das:

Mut bedeutet in Deutschland seitdem nicht mehr, sich mit den Starken anzulegen. Sondern mit den Schwachen. Seitdem ist der Kampf gegen die Politische Korrektheit, der sich als Kampf gegen den Mainstream versteht, selbst zum Mainstream geworden.

Gutmenschen lieben “Faktenchecks”, also machen wir mal einen: Die zentralen Proponenten der Political Correctness sind die Bundesregierung, Google und Facebook, Bertelsmann und die Reste der Stasi. Klar, unsere schwache Bundesregierung und die Milliardenkonzerne mit monopolähnlicher Marktmacht sind sicher “die Schwachen”. Check-Urteil: Verlogener Dreck.

Deshalb gibt es jetzt diese Kolumne. Sie ist ein Versuch, Political Correctness zu verteidigen. Und die Gutmenschen. Die Basisweisheit im Gutmenschen-Bashing lautet, dass „gut gemeint“ eben nicht automatisch „gut gemacht“ bedeutet. Das stimmt zwar

Dann würde ich an dieser Stelle abbrechen und sagen, dass der Versuch, Political Correctness und die Gutmenschen zu verteidigen, gehörig in die Hose gegangen ist, wenn und weil das Argument der Gegenseite zutrifft. Wir können an dieser Stelle auch aufhören, zu lesen, es kommen keine Argumente mehr. Aber es kommt noch mehr Schwachsinn, also weiter im Text:

ändert aber nichts daran, dass man etwas gleichzeitig gut meinen und gut machen kann und dass es nicht schadet, etwas gut zu meinen, wenn man es gut machen will. Bei der Political Correctness ist das so: Sie funktioniert, sie hat vieles besser, ja, sie hat vieles gut gemacht.

Das ist reine Demagogie – es wird unterstellt, als würden Gutmenschen, die es gut meinen, auch irgendwas gut machen, was ja nun aus Sicht der Kritiker und der Realität eben nicht der Fall ist. Lässt sich ganz einfach festmachen am letzten Satz: Es reicht nicht, zu behaupten, dass PC funktioniert und vieles besser oder gut gemacht hätte, man müsste auch sagen was und wie. Spontan sehe ich da nur Denkverbote, und die finde ich nicht gut.

PC bedeutet eben nicht Denkverbote, sondern das Gegenteil.

Oh. Echt?

Es geht darum, genauer nachzudenken. Es geht nicht darum, Worte zu verbieten, sondern darum, ein Bewusstsein für deren Wirkung und Kontexte zu erreichen.

Ah, es geht nur um Sprechverbote. Viel besser.

Jeder „darf“ sagen, was er will.

Ja dafuq, was denn dann?

Aber dank Political Correctness kann sich keiner mehr damit herausreden, dass er nicht weiß, was er da tut.

Ah. Political Correctness ist der einzig wahre Interpretationsmaßstab für alles, was andere denken. Das ist sehr aufklärerisch. In den Frühzeiten der Aufklärung hat die Kirche auch ein solches Framing vollzogen: Wenn irgendwer behauptet, die Sonne drehe sich nicht um die Erde, ist das ein gotteslästernder Ketzer, der sich nicht mit einem Teleskop rausreden kann, sondern verbrannt werden muss. War damals auch schon sehr erfolgreich, die Strategie.

Wenn jemand unbedingt „Neger“ sagen möchte, weil er meint, dass man das unbedingt sagen dürfen muss, dann weiß er, dass er einen rassistischen Begriff benutzt.

Ich benutze Neger auf diesem Blog hauptsächlich deskriptiv – für Neger. Das deutsche Derogativ für Neger aus der Kolonialzeit ist “Kaffer”. Und Wörter sind nicht diskriminierend, nur Handlungen können diskriminierend sein.

Nein, das Streichen des N-Worts aus Pipi-Langstrumpf-Büchern schafft den Rassismus nicht ab, aber ohne die Diskussion um die Geschichte des Wortes hätten wichtige Erkenntnisgewinne zum Thema Rassismus so nicht stattgefunden.

In Pippi Langstrumpf kommen Nazis vor?
Ach, wie schön, dass die politisch korrekte Sprache so vieles besser verständlich und eindeutig macht. Und auch hier wieder: Welche wichtigen Erkenntnisgewinne sollen das denn sein? Bisher gibt es nur die leere Behauptung, dass Neger ein rassistisches und diskriminierendes Wort wäre, was außerhalb des vom Autoren definierten Kreises von “Gutmenschen und weinerliche[n] Minderheiten” wohl kaum jemand so sieht.

Wenn ZDF-Mann Peter Hahne darauf besteht, das „Zigeuner-Schnitzel“ zu „retten“ (sic!),

Sic! Meine Güte, was ist denn falsch daran, wenn irgendwer beim ZDF außer Zwangsgebühren zu verschwenden mal versucht, wenigstens die deutsche Sprache vor der Political Correctness zu retten? Sick!

dann tut er das in dem Bewusstsein um die Probleme, die viele Menschen in diesem Land aufgrund ihrer Leidenserfahrung mit diesem Wort haben.

Haben Sinti und Roma jetzt auch nur einen Hauch von besseren Ruf als damals, wo Zigeuner noch in KZs kamen? Nein? Oooooh. Der Autor scheint den Begriff “Euphemismus-Tretmühle” nicht zu kennen. Oder als Hatespeech zu sehen, wäre nicht allzu weit hergeholt. Was für eine Leidenserfahrung haben eigentlich Zigeuner mit Zigeunerschnitzeln? Cultural Appropriation?

Kommt, wenn ihr Political Correctness verteidigen wollt, dann macht bitte konkrete Aussagen. Könnt ihr aber nicht, weil die einzigen “konkreten” Sachen frei ausgedachter Unsinn sind. Es wird euch aber nicht positiv angerechnet, es nichtmal zu versuchen.

Und tritt für das Privileg der Gesamtgesellschaft ein, sich nicht um diese Probleme kümmern zu müssen, angesichts der Zumutung, die es für sie bedeuten würde, auf diese paar Wörter (ja, wie viele ähnlich populäre Mohrenkopfwörter gibt es eigentlich? Fünf? Zehn?) zu verzichten.

Das ist in sich widersprüchlich, die Neger und die Zigeuner sind ja nun Teil der Gesamtgesellschaft und müssten sich genauso wenig um diese “Probleme” kümmern, weil sie eben keine Probleme sind. Das gilt auch für die Kümmeltürken, Schlitzaugen und Froschfresser, bei denen man gerne zum Essen geht, wie auch für die Schwuchteln, Krüppel und die ganzen frustrierten Fotzen. Und das war nur der Anfang, es ist ja politisch auch nicht korrekt, Armutsmigranten als integrationsverweigernde Sozialschmarotzer oder kriminelle Bettelbanden als solche zu bezeichnen. Die Liste kann sehr lang werden, wenn man so will wie die Gutmenschen es gerne hätten. “Behinderte” ist ja auch schon “diskriminierend”. Also, für Behinderte, gegenüber dem Autoren wäre es ableistisch. Ja, fickt euch doch, ihr dummen Heulsusen.

Schaut, ihr lebt noch! Cool, das Privileg der Gesamtgesellschaft, sich nicht um jeden Scheiß kümmern zu müssen.

Wenn Peter Hahne fragt: „Müssen wir uns diesen täglichen Schwachsinn wirklich bieten lassen? Haben wir keine größeren Probleme als uns tagelang über die politisch korrekte Bezeichnung von Schnitzeln zu ereifern?“, dann lautet die — politisch korrekte — Antwort: Doch die haben wir

Da fehlt ein “nein, wir müssen uns das von den geisteskranken Deppen nicht bieten lassen, aber wir hoffen, dass die das einsehen, bevor noch jemand auf die Idee kommt, Lager zu bauen”. Aber auch hier wieder: Zustimmung auf den Kritikpunkt. So verteidigt man seine Position nicht.

aber viele von ihnen [den Problemen] haben eben auch damit zu tun, dass die immer weitere Dehnung des Sagbaren,

Wir reden aber schon immer noch über eine Einschränkung dessen, was politisch korrekt sagbar ist, oder? Lüge.

verbunden mit dem Insistieren darauf, das bewusst Verletzende sagen zu dürfen, zu Treibmitteln geworden sind, mit denen sich die Gesellschaft gerade rasant entsolidarisiert.

Was genau ist denn falsch daran, dass ich Leute, die sich wie eine blöde Fotze aufführen, als solche bezeichne? Dass die sich verletzt fühlen? Weil sie blöde Fotzen sind? Das wäre ja nun eher die Realität, die sie stört, nicht das, was ich sage, oder?

Und das ist es auch nicht, was die Gesellschaft entsolidarisiert. Es sind unsolidarische, weinerliche Minderheiten und Gutmenschen, die keinerlei solidarischen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Es gibt keinen Grund, mit Schmarotzern solidarisch zu sein, sind die nämlich auch nicht. Das ist wie im menschlichen Magen: Da hat man Dutzende nützlicher Bakterien, die Milchsäure produzieren und pathogene Bakterien damit abtöten. Oder bei Käse: Edelschimmel hält Schadpilze ab. Niemand mit klarem Verstand würde es Mycetophobie nennen, wenn man keine Coli-Infektion haben will, und eine (funktionierende) Gesellschaft will halt keine kriminellen drogendealenden Neger oder stehlende Zigeunerbanden.

Political Correctness bedeutet ja nicht, dass alle ihr Verhalten ändern müssen, nur weil irgendjemand „Diskriminierung“ ruft.

Sondern?

Es bedeutet aber hinzuhören, verstehen lernen, zu akzeptieren, dass individuelle Diskriminierungserfahrungen und die daraus resultierenden Gefühle eben individuell sind und nicht allgemein plausibel.

Ah. Es gibt Leute, die einen an der Klatsche haben, und ich soll auf die Befindlichkeiten jedes Geisteskranken Rücksicht nehmen. Lass mich überlegen…. Nein, sicher nicht.

Dass diese Gefühle eben nicht nur Befindlichkeiten sind, sondern Hemmnisse, ganz konkrete Barrieren, verwehrte Entwicklungsmöglichkeiten, die nicht nur die Betroffenen betreffen, sondern die ganze Gesellschaft.

Es betrifft immer nur die Betroffenen, deswegen heißen sie “Betroffene”. Weil sie betroffen sind. Aber wichtiger: Inwiefern verwehre ich dem Neger, der bei Mr. Wash zum Mindestlohn mein Auto poliert irgendwelche Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich einen solchen Satz schreibe? Wenn ich meinem Bruder sage “und fahr zum Polieren zu dem Neger, der ist echt sorgfältig, vor allem, wenn man ihm ein kleines Trinkgeld gibt”? Wäre es nicht schlimmer, wenn jemand sagt “bei Mr. Wash arbeitet ein somalischer Asylant, der macht zwar Kratzer ins Auto, aber man sollte solidarisch mit Bantu sein?” Doch?

Eben. Wörter per se sind ohne Kontext vollkommen wertfrei, und daran wird sich auch nichts ändern, egal, wieviel die Gutmenschen rumheulen.

Was bedeutet, dass man diese Gefühle auch dann nicht ohne Not zu verletzen sucht, wenn man sie nicht teilen kann. Welche Not hat Peter Hahne? Was „rettet“ er?

Nochmal: Welche Gefühle von wem habe ich denn gerade verletzt? Warum muss ich in einer “Not” sein, um meine Meinung auszudrücken, und zwar so, wie ich will? Man muss in Not sein, um Asyl (erfolgreich) beantragen zu können, und ich bezweifle, dass es den Neger bei Mr. Wash wahnsinnig stört, wenn andere ihn als Neger bezeichnen; ich nehme an, er besitzt einen Spiegel und weiß das selbst.

Ich streite für Political Correctness nicht, weil ich möchte, dass sie etwas bewirkt.

Tut sie aber. Es geht allen Leuten mit einem IQ über Raumtemperatur gewaltig auf den Geist.

Sondern weil ich es weiß.

Du gehst mir mit so dummen Artikeln absichtlich auf den Geist und erwartest dann, dass ich den Unsinn mitmache? Es gibt ja nun ein paar sehr einfache Regeln des menschlichen Zusammenlebens, und so funktioniert das nicht.

Es kommt dann ein langer Einschub über die Begeisterung des Autors darüber, dass der perverse, schwule Piratenpartei-Mörder fokal als perverser Piratenpartei-Mörder dargestellt wird und nicht als perverse Schwuchtel.

Natürlich wird „Bild“ nie zugeben, dass die Tatsache, dass sie heute über den schwul-Aspekt einer solchen Geschichte einigermaßen angemessen berichten kann, ein Erfolg der Politischen Korrektheit ist.

“Einigermaßen angemessen” bedeutet hier, dass mit keinem Wort erwähnt wird, dass Homosexualität mit psychischen Problemen, Selbstmord und devianten sexuellen Neigungen, auch Pädophilie, stark korreliert ist. Der Erfolg der PC ist also, dass Tatsachen totgeschwiegen werden. Fein. Und die Bananenproduktion hat sich im Vergleich zum Vormonat um 100% erhöht – von Null auf Null.

Es ist der Erfolg vieler Menschen, die in Gesellschaft, Politik und Medien ein Bewusstsein dafür geschaffen haben, dass es nicht egal ist, wie man über Schwule spricht.

Es sollte halt stimmen, was sie sagen, und möglichst, wie vor Gericht, die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit sein. Dass das nicht passiert, ist natürlich der “Erfolg” der Political Correctness, da wird dann nur die halbe Wahrheit, ohne die unangenehmen Wahrheiten, und ein paar Lügen berichtet. Fein. Wenn die Presse pleite geht, können die Journalisten umgehend beim Ministerium für Wahrheit anheuern.

Diesen Menschen wurde und wird Korinthenkackerei vorgeworfen und dass sie zu „sensibel“ seien.

Ich würde es jetzt eher “Beschäftigung mit völlig irrelevanten Themen” und “weinerliches Schwuchteltum” nennen, aber ja, das passiert.

Sie werden gefragt, wann sie denn endlich zufrieden sind mit dem, was sie erreicht haben, und ob sie eigentlich keine anderen Probleme haben, als über Wörter zu streiten.

Das ist eine rhetorische Frage. Gott, Gutmenschen haben keine Ahnung von Argumentationsstrategien. Die Antworten sind übrigens “nie” und”doch, eine unbehandelte psychische Störung”.

Man wirft ihnen Totschlagargumentiererei vor, weil sie, wenn es sein muss (und manchmal muss es sein)

Das ist schon der dritte Vorwurf gegen Gutmenschen, den der Autor als korrekt bestätigt.

beispielsweise darauf hinweisen, dass die hohe Zahl schwuler Teenagerselbstmorde im Vergleich zu den heterosexuellen auch irgendwie was damit zu tun hat, wie Journalisten über Schwule schreiben.

Wissen wir leider nicht. Es könnte auch daran liegen, dass schwule Teenager überproportional viele psychische Probleme haben, aber das zu sagen ist politisch nicht korrekt. Man könnte den Leuten ja eventuell psychotherapeutisch helfen, wenn man das thematisieren würde. Ist aber diskriminierend, also lassen wir das. Auch fokussierte AIDS-und STD- Aufklärung lassen wir mal bleiben, sollen die Schwuchteln doch verrecken. Wie bei den Nationalsozialisten, nur dass die sich heute Gutmenschen nennen.

Diese Menschen leben mit dem Vorwurf, Schwule, Homosexuelle dauernd zu Opfern zu stilisieren, auch wenn sie gerade dafür kämpfen, dass diese nicht zu Tätern gemacht werden.

Und noch ein bisschen Victim Blaming zum Abschluss. Wie fein. Ich liebe die Inkonsistenz der Gutmenschen. Aber hey, wir können ja Abdullah und seinen Freunden vom Bahnhof erklären, dass Marie-Lusie mit dem kurzen Röckchen sie zum Täter gemacht hat, nicht wahr? Und das nur, weil das böse Dunkeldeutschland die ehrenamtlichen Helferinnen nicht ausreichend dabei unterstützt, sich mal von ein paar Asylbewerbern durchknallen zu lassen.

Politische Korrektheit nervt. Aber weil sie wirkt, müssen Sie da jetzt durch. Ab jetzt hier einmal im Monat.

Ja… äh… das schöne ist, dass ich da nicht durch muss, ich kann es auch einfach nicht anklicken. Das ist sicher schlecht für eure Zugriffszahlen, aber das ist nicht mein Problem.

Ich habe auch kein großes Problem damit, wenn ich mir bald kein Zigeunerschnitzel und ein Neger dazu bestellen kann, ich mag nämlich keine Zigeunerschnitzel, und Neger ist eher was für kleine, blonde Mädchen.


So ein Mist. Derweil ist es so einfach, Political Correctness zu verteidigen:

Don’t you see that the whole aim of Newspeak Political Correctness is to narrow the range of thought?… Has it ever occurred to you, Winston, that by the year 2050, at the very latest, not a single human being will be alive who could understand such a conversation as we are having now?… The whole climate of thought will be different. In fact, there will be no thought, as we understand it now. Orthodoxy means not thinking – not needing to think. Orthodoxy is unconsciousness.