Return of the Fettie: Contradictio in Adjecto

Ich finde es immer gut, wenn ich Leute in einem Artikel kritisiere, und diese Kritik bei Leuten auch ankommt. Vor etwas über einem Jahr stieß ich auf Hengameh Yahooolalablabs, die ich aufgrund ihres unaussprechlichen Namens “Fettie” getauft habe, vor allem aber dafür kritisiert habe, dass sie:

ihre unreflektierte und schwachsinnige Meinung verewigt. Fettie hat in etwa so viel Übergewicht (in kg) wie ihr IQ-Punkte fehlen, um wissenschaftlich gesehen nicht als “verblödet” zu gelten. Es ist relativ lang und gehaltlos

tl;rd: … langen, hirnlosen Schwachsinn schreibt.

Und da huscht durch mein Twitter Fetties neuester, hirnloser Schwachsinn, der erstaunlich kurz ist… Naja, versuchen wir es nochmal; 50% der Kritik sind ja schon angekommen. Es geht um den Umgang mit Nazis. Und Neonazis. Und überhaupt allen, die die eigene Meinung nicht teilen.

Seit dem rassistischen Terroranschlag in Char­lottes­ville wird wieder prominent diskutiert: Wie umgehen mit Neonazis? Diese Frage sollte Dauerbrenner sein.

Wir kamen seit 1945, das sind jetzt 72 Jahre, wirklich gut damit klar, die paar Spinner (a) zu ignorieren, (b) sie für den Abschaum zu halten, der sie sind und (c) notfalls wegzusperren. Aber gut, ich bin auch nicht zwangsprogressiv.

Aber da einige Teile der Bevölkerung nicht permanent wegen Neonazis um ihre Existenz fürchten müssen

Ich möchte hier mal spezifizieren, dass die “einigen Teile” hier die deutliche Mehrheit ausmachen. Diese deutliche Mehrheit – Fettie wird eh gleich rassistisch, nehme ich das mal vorweg – ist weiß und nicht kommunistisch, und hat gerade mehr und echte Probleme mit muslimischen Terroristen, die sie totmessern, totfahren, totsprengen, oder auch nur mit Kommunisten, die ihnen die Autos anzünden. Nur so als Hintergrund, warum sich echt wenig Leute für alle drei Nazis interessieren. Natürlich sind die auch ein Problem, aber mit Gedankenverbrechen wollen wir ja jetzt hoffentlich nicht kommen, oder? Ich meine, denk mal dran, was das für andere Minderheiten wie Kommunisten oder Moslems bedeuten würde?!

(Spoiler: Dooooooch).

So sind viele Leute immer noch davon überzeugt, dass der beste Umgang mit Neonazis (und Nazis) der Dialog sei.

Ich halte diesen Strohmann der Linken für – ja, nun, einen Strohmann. Es ist definitiv Mainstream-Meinung, dass Neonazis doof und scheiße sind. “Halt’s Maul, du Depp” ist jetzt nicht wirklich “Dialog”, aber vollkommen ausreichend. (Das gilt übrigens auch für Kommunisten.)

Ich weiß nicht, ob sie sich mit Geschichte auseinandergesetzt haben, aber das letzte Mal, als ich nachgeschaut habe, wurde der Nationalsozialismus nicht beendet, weil es innovative Gesprächsformate gab, sondern mit einem Krieg.

Das einzige Mal, übrigens. Bei Kommunisten ist das hingegen eine etablierte Regel, und im Gegensatz zu den Nazis kommen die immer und immer und immer wieder und kommen sogar immer wieder an die Macht. Aber hey, bleiben wir bei Fetties Babystöckchenproblem:

Das Verurteilen von Menschen, die sich nicht auf dieser Illusion ausruhen, ist aber Haramstufe Rot.

Haramstufe? Wenn das lustig sein soll – okay, es ist lustig. Wichtiger ist aber, dass Fettie hier eine totalitäre Ideologie (den Islam) als Maßstab zur Verurteilung einer anderen totalitären Ideologie heranzieht. Wenn wir das als Argument gelten lassen, müssten wir wirklich nachdenken, was wir den Neonazis auf ihre arische Rassenideologie entgegnen wollen; dass das totalitärer, menschenverachtender Schwachsinn ist, wäre mit einem tu quoque ja dann recht einfach getötet.

Es folgt dann ein kurzer Absatz, dass sie keine “Lust” auf eine sinnvolle Begründung hat, ein Symptom vieler Linker, die keine fucking Argumente haben. Gefolgt von der Friss, Vogel, oder stirb (“listen and believe”)- Weisheit:

Natürlich müssen Neonazis (und Nazis) auf die Fresse kriegen – das steht nicht zur Debatte

Huh  – Gedankenverbrechen. Wie fein. Es ist immer erstaunlich, wie wenig linken Gutmenschen klar ist, dass ihre Argumentation genau das gleiche ist, was die Neonazis über sie sagen. Und sich dann auch noch wundern, wenn intelligente Menschen oder sogar Donald Trump beide Gruppen scheiße finden. Aber gut, Fettie hat ihren letzten Artikel mit einem Plädoyer für Babystrampelanzüge als modisches Kleidungsstück hingeführt, es wird auch hier noch dümmer als eigentlich vorstellbar:

White Supremacy ist Terror

Weil? Ich meine nur – Fettie verlinkt da einen Artikel, in dem das Wort “Terror” nichtmal vorkommt.

Aber Weißsein wird nicht erst dann zum Problem, wenn ein Neonazi mit dem Wagen in eine Black-Lives-Matter-Demo reinfährt und Menschen ermordet.

Ach sooooo – weil Fettie eine verdammte, widerliche Rassistin ist. Dazu diente der (ausgelassene) selbstmitleidige Teil vorher wegen Leuten, die

am Ende noch mit so Nonsens wie umgekehrtem Rassismus … kommen

Puh, gerade nochmal drumrumgekommen. Es ist natürlich nicht “umgekehrter Rassismus”, wenn Neger oder mirwegen dicke, weiße Frauen mit blöden Namen wie Fettie finden, dass Weiße per se scheiße sind, das ist schlicht und einfach nur Rassismus. Wobei sie – entgegen ihrer Beteuerung – natürlich selbst weiß ist, und das ganze wahrscheinlich nur auf Dritte projizierter Selbsthass ist, aber das soll ihr ihr Psychiater erklären.

Morde haben nämlich nichts mit “Weißsein” zu tun – meine Autokorrektur findet übrigens zurecht, dass das kein Wort ist – sondern mit totalitären Ideologien, die bei ausreichend dummen Menschen zu radikalem Extremismus führen. Das geht z.B. mit jeder noch so harmlos wirkenden Sache, z.B. Feminismus.

Rassismus passiert auf einer Skala. Ich habe im Netz ein Pyramidenschema gefunden, auf dem Rassismus in aktiv/gesellschaftlich verurteilt und passiv/gesellschaftlich akzeptiert aufgeteilt wird. Der aktive Part ist nur die Spitze des Dreiecks.

Praktischerweise habe ich die auch gefunden. Ich zeige sie Euch sogar:

Das ist von der ADL – die sind zwar selbst gebiast (Stufe 1), aber die Pyramide ist per se gut. Ist für Rassismus gedacht, funktioniert aber ohne Änderung für andere -ismen; nennen wir sie mal “Extremismen”.

Praktisch, wenn man sich keine neuen Wörter ausdenken muss, weil man tatsächlich was vernünftiges zu sagen hat. 

Man sieht hier sehr schön, dass die radikale Anfifa auf Stufe 4 zu verorten ist – als kollektive Bewegung natürlich mit den Mitteln Brandstiftung und Vandalismus, während Neonazis (z.B. der NSU) sich individuelleren Maßnahmen wie Mord widmen.

Ich habe aber den Verdacht, dass das nicht die Pyramide ist, die Fettie meint. Schauen wir doch mal, ob es irgendwelche linken Deppen gibt, die die arme Pyramide ausreichend vergewaltigt haben, damit (a) sie da nicht mehr vorkommen und (b) ihre ganzen Aufschrei-Steckenpferde drin vorkommen….

Quelle? Irgendein linker Volldepp. Sieht man schon daran, dass rassistische Witze gesellschaftlich inakzeptabel sein sollen. Höhö. Gilt also nur für deren Filterblase.

Was macht Fettie hieraus?

Der aktive Part ist nur die Spitze des Dreiecks. Darin befindet sich etwa Hasskriminalität, Polizeigewalt oder „Racial Profiling“. Der latente Teil trägt jedoch viel mehr in sich: Hass gegen Migrant_innen, Paternalismus, die Instrumentalisierung von nichtweißen Personen zum Reinwaschen des eigenen Images, kulturelle Aneignung oder das Leugnen weißer Privilegien.

Ah – wiederholen. Ich habe so langsam eine Ahnung, wieso sich Feministen nicht blöd vorkommen, ernsthaft “Listen and Believe” auf eine Vortragsfolie zu schreiben – das resoniert in ihrer hohlen Zielgruppe.

So, liebe Kinder, schafft man übrigens einen totalitären Unrechtsstaat: Den Dummen, die nichts im Hirn haben, füllt man da Scheiße rein, der Rest wird gekauft oder vernichtet. 

Was soll ich zu Fetties Müll sagen? Das ist eine reine, aus der Luft gegriffene Behauptung, gestützt darauf, dass jemand anders den Müll schonmal behauptet hat, gestützt auf eine Theorie, die die Aussage nicht hergibt.

Unsinn, sage ich da.

Mordende Neonazis haben eine ganz andere Dimension als Kartoffeln mit Wursthaaren.

Ist “Kartoffeln mit Wursthaaren” eine Beleidigung für weiße Deutsche? Falls ja, kleiner Tipp, Fettie: Beleidigungen sind effektiver, wenn der Adressat sie versteht.

Aber nur, weil das eine schlimmer ist als das andere, ist das andere nicht okay. Dieses ­Gegeneinanderaufwiegen ist „Silencing“:

Das ist genau meine Meinung. Und die von Donald Trump, übrigens, der die linken Vandalen genauso verurteilt wie die rechten Mörder.

Das gefällt nur den linken Vandalen nicht; die finden sich ja besser, weil die Anderen – oh, Moment, das wäre “gegeneinander aufwiegen”, was ja nicht geht. Vielleicht sollte man der taz, die das publiziert haben, mal nahelegen, ihre eigenen Artikel nicht nur zu drucken, sondern auch zu verstehen.

Solange Schwarze Menschen ermordet werden, gibt es keinen Grund, sich über weniger bedrohliche Zustände zu beschweren.

Hä? Ach, da kommt die fette Dummfeministin in Fettie wieder durch – klar kann man auch Kleinigkeiten anprangern, obwohl es größere Probleme gibt. Es setzt aber voraus, dass man da differenziert, und es eben nicht gleichsetzt, ob Abdullah 42 Menschen in die Luft sprengt oder seine Frau dazu zwingt, ein Kopftuch zu tragen. Ist beides nicht gut, aber eben nicht gleichermaßen ein Problem.

Weiße Leute haben so eine Ausrede, sich nicht mit ihrem Rassismus auseinandersetzen zu müssen, weil sie sich auch einfach von Neonazis abgrenzen können.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig die Linke es leiden kann, wenn Leute, die nicht ihre Meinung teilen, genau das gleiche machen wie sie. Es gab da mal so einen Spruch mit einem Balken und einem Splitter im Auge, aber das ist sicher reaktionär und konservativ und nicht progressiv genug.

Aber außer Abgrenzen tun sie halt wenig bis nichts gegen die. Und das ist auch haram.

Als ordentlicher Moslem ist das natürlich haram:

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen

Und da fragen sich noch Leute, wieso Feministen, Linke und radikale Moslems so gut zusammenpassen: Die glauben allesamt, dass sie die alleinige Wahrheit mit Löffeln gefressen haben und alle Ungläubigen bekehrt oder eben umgebracht werden müssen. Wie auch den Umgang mit Apostaten – man lese mal, was Feministen über Laci Green schreiben, seit sie keine profeministische Hure mehr ist, sondern sich jetzt halt an “die Anderen” verkauft.

Nur so als kleiner Hinweis, Fettie – und alle anderen idologischen Spinner: Was Deutschland aus dem Krieg gelernt hat ist, dass alle totalitären Ideologien schlecht sind. Das gilt auch für den Kommunismus. Man lese mal George Orwell, der war sehr gegen Nazis, hat aber absichtlich einen international-sozialistischen Staat in seiner Dystopie geschaffen. Mit Gedankenverbrechen, wie ihr sie den Neonazis andichten wollt.

Ihr seid kein bisschen besser. Und jetzt kommt mir nicht mit Whataboutism und Morden, das könnt ihr Linken schon auch, und habt auch beweisen, dass ihr da weder zimperlich seid noch vor individuellen, beliebigen Morden zurückschreckt.

Wenn ihr was gegen Nazis tun wollt, macht das, was alle vernünftigen Menschen machen: Distanziert euch von ihnen. Findet sie scheiße. Unterstützt Leute, die klar sagen, dass Gewalt, Terror und Hass scheiße sind – wie Donald Trump. Hasst selbst nicht – auch nicht euch selbst (auch wenn mir das jetzt schwer fallen würde, wenn ich derart dumm und fett wäre). Vor allem aber: Seid selbst wirklich besser.

Pro-Tipp: Das geht nicht, indem man genau das Gleiche macht. 

Menschenrechte? Nicht für Untermenschen.

Ich würde ja schon seit fünf Tagen gerne was über Charlottesville schreiben, aber ich wusste nicht so genau, was. Drei Tote sind natürlich immer unfein, wenn man friedlich demonstrieren wollte, aber es kotzt mich an, dass mittlerweile nichtmal mehr erwähnt wird, dass zwei davon mit einem fucking Hubschrauber abgestürzt sind und wir nicht in Kandahar sind, wo fucking Kameltreiber mit russischen RPGs spielen.

Bleibt dann noch ein Typ, von dem wir ruhig erstmal annehmen könnten, dass er ein widerlicher Faschist ist, der irgendeine friedliche, unschuldige Gegendemonstrantin totgefahren hat, woraufhin andere friedliche, unschuldige Gegendemonstranten mit ihren friedlichen, unschuldigen Baseballschlägern auf sein Auto losgingen wie eine Horde wildgewordener Neger Affen.

(Link zum Video).

Da die Faktenlage aber da nach dem obigen Video für mich nicht so eindeutig ist, wie die Presse tut (das Audio ist biassed, lasst es halt aus), warte ich da einfach mal, was die Justiz sagt. Ich bin sicher, dass der Fahrer des Wagens einen fairen Prozess bekommen wird, der fängt ja schon gut an:

he could not be appointed a public defender because someone in the public defender’s office was directly affected by the crime

Wir können also stattdessen über relevantere Themen reden, so wirklich interessiert sich außer ein paar Heuchlern und ihren Freunden und Eltern ja eh keiner für die tote Frau.

Was also hat denn die Antifa da eigentlich verloren gehabt? Netterweise ist dieser Frage Dahlia Lithwick vom seriösen, unparteiischen Slate-Magazin bereits nachgegangen (anhand mehrerer Augenzeugen, ich nummeriere die mal)

[1] It was basically impossible to miss the antifa for the group of us who were on the steps of Emancipation Park in an effort to block the Nazis and alt-righters from entering.

Na, das ist doch lobenswert. Die Antifa war ganz in der Nähe von Leuten, die andere Leute (Nazis) davon abgehalten haben, eine widerwärtige Versammlung abzuhalten. Das ist gut, schließlich ist es ein (beschlossenes, Art. 20) Menschenrecht, sich friedlich zu versammeln, da wird die Antifa sicher die Nazis vor den Leuten geschützt haben, die verhindern wollten, dass sie ihre Menschenrechte ausleben? Ich meine, die sind doch die Guten, richtig?

We tried not to break the line, but they got through some of us … Some of the anarchists and anti-fascist folks came up to us and asked why we let them through and asked what they could do to help.

Oh – nicht die Guten?

[2] I stood with a group of interfaith clergy and other people of faith in a nonviolent direct action meant to keep the white nationalists from entering the park to their hate rally

Hatten wir das nicht schon?

we were prepared to be beaten to a bloody pulp to show that while the state permitted white nationalists to rally in hate, in the many names of God, we did not. But we didn’t have to because the anarchists and anti-fascists got to them before they could get to us.

Ist das irgendwie suggestiv? Ich meine – haben die Nazis denn irgendwen zu Klump geschlagen, der sie nicht von der Ausübung ihrer Menschenrechten abhielt? Wäre irgendwas passiert, wenn man einen Schritt zur Seite gegangen wäre und anderer Leute grundlegende Menschenrechte achtet?

Hört sich für mich nicht so an, oder? Ich meine, die Antifa ist hier explizit für diejenigen Leute da, die wissentlich im Unrecht anderen ihre Menschenrechte verweigern. “Nicht zu Klump geschlagen werden” ist übrigens auch ein Menschenrecht, aber die kann man eben nicht aufwiegen (also, sagen die Moralisten).

[3] Our path home was blocked by them, and we had no choice but to face them.

Könnte das vielleicht an deinen Freunden bei [1] und [2] liegen, dass es da einen Rückstau gab? Ist dir irgendwas passiert? (Sie haben mit ihr geredet, angedeutet unflätig).

[4] Incredibly brave students held space at the University of Virginia and stared down a torch-lit mob that vastly outnumbered them on Friday night.

Das klingt jetzt nicht gerade nach Reichskristallnacht…

A phalanx of neo-Nazis shoved right through our human wall with 3-foot-wide wooden shields, … The white supremacists did not blink at violently plowing right through clergy, all of us dressed in full clerical garb. … as for antifa, anything they brought I would only categorize as community defense tools and nothing more.

Wir lernen: Schilde sind widerliche Nazi-Angriffswaffen, Baseballschläger und Pfefferspray Verteidigungsmittel.

Wir lernen weiterhin: Es ist gut, richtig und wichtig, Leute vom Ausleben ihrer Menschenrechte abzuhalten. Also, wenn es Nazis sind, natürlich.

Trump sieht das ein bisschen anders, aber der ist auch ein Nazi. Warum das so ist, erklärt uns Sascha Lobo im Spiegel:

“Es gab einige sehr gute Leute, auf beiden Seiten.” Man muss dieses Zitat der Pressekonferenz von Donald Trump über die Demonstration “Unite the right” in Charlottesville in den richtigen Kontext setzen. Dafür reicht in diesem Fall ein Bild:

Dieses Foto reicht aus, weil es nicht allein steht, sondern ein treffendes Symbol ist.

Danke, Sascha, für den sehr aussagefreien Text, der auch mit einem völlig anderen Bild als deinem funktioniert (das sind die friedlichen Gegendemonstranten). Willst du uns jetzt auch noch was über billige Sophismen erzählen?

Natürlich verbergen sich dahinter wiederum oft uralte Diskussionstricks, von altgriechischer Rhetorik bis zu Schopenhauers Eristik.

Süß. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Linken es überhaupt nicht leiden können, wenn man ihre rhetorischen Spielchen als den Bluff erkennt, die sie sind, und mit einer Hand voller Trump-Karten einfach mal callt…

Trump antwortet: [bla]
Es ist ein wiederkehrendes Muster in Netzdiskussionen, zu erklären, man kenne ja nicht alle Fakten. Damit wird impliziert, man könne noch nicht abschließend urteilen. Das hört sich zwar logisch an – aber ist doch ein Trick, denn es geht selten um “alle Fakten”.

Es geht nicht um Fakten, sondern um Gefühle. Ist der Lobo eigentlich auch Feminist?

Es geht um das Wesentliche, und das konnte man sehr wohl erkennen, ohne um jedes Detail zu wissen.

An wen erinnert mich das?

In welcher Form der Staat diese Erziehung weiterführt, kann heute gleichgültig sein, das Wesentliche ist, daß er’s tut und die Wege sucht, die dem nützen.

Ah, Hitler. Wer hätte das gedacht.

Auf diese Weise wird ein Argument der rationalen Herangehensweise ins Gegenteil verkehrt.

Ich finde Sascha Lobo gerade toll. Ich kann ihn einfach sich selbst zerlegen lassen und muss nichtmal mehr was dazu sagen, so dümmlich-nichtssagend ist das geschrieben.

Auf die Frage: “War das Terrorismus?”, antwortet Trump: [bla] In dieser kurzen Passage sind gleich zwei Botschaften versteckt, [bla]. Es “…nennen, wie Sie wollen” ist mehr als eine flapsige Anmerkung. Mit diesen Worten macht er das terroristische Attentat letztlich zu einer eher persönlichen Definitionsfrage.

Der Unterschied zwischen einem Terroristen und einem Freiheitskämpfer ist immer eine Definitionsfrage. Wir erinnern uns noch an die tapferen Freiheitskämpfer der Taliban aus Rambo III?

Und ich möchte mal anmerken, dass wirklich noch nicht klar ist, ob der Typ ein Terrorist war. Von Lobo angeführte “Eindeutigkeiten wie Hakenkreuzfahnen, Hitlergrüßen und Judenvernichtungsfantasien” hat man jedenfalls noch nicht gefunden, nur ein paar blöde Memes.

Trump öffnet damit in einem Nebensatz die Tür für andere Deutungen, die im Netz von den Neonazis bereits verbreitet werden: Es habe sich um einen Akt des Widerstands gehandelt.

Eine Blockade von ein paar Spinnern zu durchbrechen, die einen von der Ausübung seiner Menschenrechte abhalten wollen, ist ein Akt des Widerstandes. Ein legitimer solcher, übrigens, und das nicht im linken, sondern im rechten (im Sinne von Gesetz) Sinn des Worts.

Auf diese Weise spricht Trump die Neonazis von “Alt Right” frei und vereinzelt den Täter.

Wenn ich die Bilder richtig deute, waren da verdammt viele Neonazis, White Supremacists, KKK-Altgestrige, vor allem aber eine ganze Menge Militia-Spinner mit halbautomatischen Sturmgewehren. Zumindest letztere haben sicher nichts gemacht, sonst wäre ja wenigstens einer angeschossen worden. Ist aber nicht passiert. War also wohl ein Einzeltäter. Was Lobo hier macht, ist neudeutsch “Guilt by Association”. Dem von Lobo zitierten, aber nicht verstandenen, Schopenhauer wäre das zu doof. Lobos Text ist ein einziges “argumentum ad auditores” (man redet direkt zum Publikum, weil das eh doof ist), weil er sonst nix zu sagen hat. Das ist Strategem #28, für einen Linken durchaus erstaunlich, so weit gelesen zu haben.

Etwa wird bei islamistischen Mordanschlägen grundsätzlich eine Mitschuld sämtlicher Muslime unterstellt – während rechtsextremer Terrorismus stets von irgendwie fehlgeleiteten oder zeitweise nicht ganz zurechnungsfähigen Einzelpersonen verübt wird.

Der einzige, der hier eine Mitschuld aller angeblichen und tatsächlichen Neonazis an irgendwas unterstellt, ist Sascha Lobo. Es ist wortwörtlich genau das, was er Trump in den Mund legt, was dieser aber eben nicht getan hat – weil Trump, wie ich annehme, Schopenhauer gelesen und verstanden hat: Auf so einem Niveau diskutiert man nicht.

Dann sagt er: “Wenn Sie sagen ‘Alt Right’ – definieren Sie ‘Alt Right’ für mich”. Trump weiß genau, was “Alt Right” ist, [bla]. Aber hier tut er, als sei das alles diffus, als könne man es nicht genau sagen, als gäbe es da ja ohnehin Definitionsschwierigkeiten. Auf diese Weise macht er die Gruppierung weniger greifbar, sie ist damit schwieriger zur Verantwortung zu ziehen.

Ich bin mir recht sicher, dass Trump weiß, was die Alt Right ist. Ich bin mir aber auch recht sicher, dass das nicht alles Nazis sind, wie Lobo – und die von Trump angesprochenen Reporter – tun. White Supremacists sind z.B. nicht zwingend Nazis; Nazis wollen einen starken Staat, während die Militionäre mehr Anarchisten sind. Aber differenziertes Denken fällt wohl schwer, wenn man sich zu viel Chemie auf den Kopf schmiert (das war jetzt ein ad hominem, das ist aber Teil einer fucking Polemik).

“Was ist mit der ‘Alt Left’? […] Damit greift er zu einem der wichtigsten Standardtricks der Online-Kommunikation, insbesondere auch von “Alt Right” verwendet: Whataboutism.

Ich meine, wenn ich jetzt aussehen würde wie Sascha Lobo wäre es mir auch nicht mehr peinlich, derartigen Stuss zu reden, aber kommen wir auf die Sachebene zurück: Whataboutism ist nichtmal ein Wort. Bei Schopenhauer heißt der Sachverhalt “Strategeme spiegeln”, d.h., wenn Dein Gegner nur Sophismen statt Argumenten bringt, musst Du ihm das nicht sagen, sondern gibst sie einfach zurück – dann steht nämlich er blöd da. So kann man sich eine Sachdebatte – sagt Schopenhauer – komplett sparen, und das ist genau das, was passiert.

Denn Trump hat – wörtlich – Rassisten etc. pp. als Abschaum verurteilt, wie das jeder vernünftige Mensch tun würde. Das ist aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit, weswegen die zwei Spinner, die da einen Hitlergruß gezeigt haben und der eine mit der Nazi-Fahne auch recht alleine waren.

Trump will nur auch über die linken Chaoten sprechen. Das mögen aber linke Chaoten nicht sonderlich, weswegen da Unsinn wie “whataboutism” kommt. Kinder: Euer Thema ist nach eurem Wunsch geklärt. Nächstes Thema: Ihr.

Auf diese Weise packt man den Gegner vermeintlich bei den eigenen moralischen Maßstäben, tatsächlich handelt es sich um eine reine Ablenkungsstrategie, mit der unangenehme Fragen aus dem Fokus gedrängt werden sollen.

Hey, Moment, das habe ich gerade schon gesagt. Aber Sascha “whataboutism-t” ja lieber weiter so, als fände irgendwer Nazis toll, um eben nicht über seine eigenen moralischen Maßstäbe nachdenken zu müssen – weil er keine hat. “Die, Nazi scum” ist moralisch nämlich nicht besser als “tötet alle Moslems”. Falls ihr das anders seht: Stellt euch vor, ihr wärt ein Nazi-Moslem, und wie dann eure Meinung dazu wäre.

So schützt man diejenigen, bei denen gerade kein Argument zu ihrem Vorteil erkennbar ist.

In Saschas Fall die Antifa. Wissen wir.

Auf diese Weise tut Trump, als sei in Charlottesville gar nicht “Alt Right” gegen die normale amerikanische Bevölkerung aufgetreten – sondern rechte Aktivisten gegen linke Aktivisten.

Ich bezweifle sehr stark, dass die “normale amerikanische Bevölkerung” etwas gegen freie, friedliche Versammlungen hat oder es toll findet, Leute davon abzuhalten. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Amerikaner da sogar so liberal, dass sie das auch noch dem letzten Abschaum zugestehen.

Was Lobo hier macht ist übrigens eine Erweiterung (Kunstgriff #1, den lieben Feministen und Linke gleichermaßen, weil Schopenhauer ab #2 nicht ganz so einfach zu verstehen ist) – niemand, auch nicht Trump, hat irgendwas gegen die normale amerikanische Bevölkerung. Es geht gegen linke Chaoten – wie die, die überall freizügig Autos anzünden. Das sind keine normalen Leute. Das sind Terroristen. Um die geht es. Thema, Sascha, Thema.

Ganz ähnlich tun die Neonazis von “Alt Right” schon so, als seien nicht normale Bürgerinnen und Bürger gegen sie, sondern nur komische Linksradikale.

Wie wir oben gesehen haben, werden die einfachen Bürger* schlicht zur Seite geschoben, wenn sie im Weg stehen. Ich bin mir recht sicher, dass niemand das Recht hat, blöd im Weg zu stehen, und finde zur Seite schieben in Ordnung. Ist auch niemandem was passiert, wie die Augenzeugen sagen.

Erinnern wir uns oben an unzulässige Isolation zurück? Wenn “normale Bürger” sich mit den “komischen Linksradikalen” gemein machen, könnte man sie nach seiner (Nicht-) Logik auch einfach in den gleichen Topf werfen, wie das Sascha mit durchgeknallten Neonazi-KKKlern und Opa Herbert, der gerne Civil War Reenactment macht, tut. Ganz fein, Sascha, ganz fein.

Wie mich das ankotzt, wenn dumme Leute intellektuell tun. Ich lasse mal den blöden Strohmann der nächsten Seite im Originaltext aus, Sascha wird wohl nach Worten, nicht nach Inhalt bezahlt. Mir tut das in letzter Zeit für meine Leser leid, weil meine Posts dann so furchtbar lang werden, aber ich kann wirklich nichts für unendlich lange Vorlagen, die vor Unsinn nur so strotzen.

Die Strategie der Neonazis von “Alt Right” ist, die Ablehnung ihrer extremistischen, menschenfeindlichen Positionen als ebenfalls extremistisch darzustellen.

Ich halte es nicht für extremistisch, sondern für widerlich, Opa Herbert als Neonazi darzustellen. Aber wenn ihr wollt: “Tötet Gruppe X” ist in jedem Fall extremistisch. Kein Punkt für dich, Sascha.

Trump betont im Verlauf der Pressekonferenz die Gewalttätigkeit der “Alt Left”, während er die rechtsextremistischen Demonstranten eher in Schutz nimmt: Es habe dort auch “bad people” gegeben, aber die meisten hätten “unschuldig protestiert” und seien “fine people”. Dieses Diskussionsmuster gehört zu den boshaftesten, denn völlig unabhängig von eventueller Gewalt durch Gegendemonstranten gab es ein Mordattentat durch die Rechtsextremen auf eine friedlich protestierende Frau.

Whataboutism, Sascha, Whataboutism. Sammal. Du kannst doch nicht extra einen frei ausgedachten Begriff als Pseudo-Argument gegen deinen Gegner anführen, und dann selbst genau das gleiche machen? Ich meine, für wie doof hältst du deine Leser? Wie blöde Antifanten?

Oh.

Okay, Sachebene: Wieso ist das jetzt “völlig unabhängig”? Wieso sind die gewalttätigen Gegendemonstraten nur “eventuell”? Ich meine, die sind mit Baseballschlägern auf Leute losgegangen, da gibt es fucking Videos. Das ist eine der boshaftesten Diskussionsstrategien… ach, Moment, das kennst du als Linker natürlich in- und auswendig.

Wenn man diesen essenziellen Niveau-Unterschied verschweigt

Den essenziellen Niveau-Unterschied zwischen Leuten, die friedlich demonstrieren wollen und Leuten, die das mit Gewalt verhindern wollen, verschweigt hier übrigens Sascha.

ist das eine absichtsvolle Verharmlosung eines terroristischen Mordes. […] Dann steigert er die Schuldverteilung noch: “Es gab eine Gruppe auf der einen Seite, Sie können sie ‘die Linken’ nennen […], die kam und griff die andere Gruppe gewalttätig an.” Damit verschiebt Trump die Verantwortung auf die Gegendemonstranten.

Könnten wir bitte nicht so voreilig von terroristischen Morden sprechen? Ich meine, nur weil irgendwer “Allahu Akbar”-brüllend mit automatischen Waffen um sich schießt, ist das doch auch (wirklich!) noch lange kein terroristischer Anschlag.

Und inwiefern tut Trump das – also, “die Verantwortung verschieben” – jetzt mal außerhalb von Saschas Fantasie? Dürfen wir nicht über gewalttätige Linke reden, weil da eine Frau gestorben ist? Können wir das denn, nachdem wir den jungen Mann frittiert haben? Ich meine, das wäre es ihm sicher wert, wenn er denn wirklich ein anständiger Nazi ist. Die muslimischen Terroristen machen das schließlich auch…?

Ah – ne, können wir sicher nicht. Weil es ja sein könnte, dass irgendeine Bushaltestelle noch von Opa Herbert benutzt wird, daher muss die vorsorglich angezündet werden. Linke “Logik”.

Es geht um keine Demonstrationserlaubnis, sondern um Mord Der Eindruck, den Trump hier erwecken möchte, findet sich in Onlinediskussionen in großer Regelmäßigkeit: Die Betonung der Rechtsstaatlichkeit genau dort, wo sie legitimierend erscheint.

Wenn Dummheit sich irgendwie körperlich äußern würde, hätte Sascha sicher knallrote Haare. “Whataboutism” einführen und dann nur und ausschließlich das als “Argument” benutzen ist quasi der Superlativ von dumm.

Abgesehen davon sind es die Linken, die sofort nach dem Rechtsstaat schreien, sobald sie mal wegen irgendwas verhaftet werden. Unschuldsvermutung und so, deswegen sehen sie ja aus wie IS-Terroristen. Sowas haben Nazis, und das muss man ihnen zugute halten, nicht gemacht – die standen wenigstens zu dem, was sie machten. Das machte es dann auch ex post einfacher, sie für ihre Verbrechen zu hängen. Bei den Linken ist das immer schwieriger, siehe: Alle linken Diktatoren, z.B. Honecker.

Trump dagegen hebt mehrfach hervor, dass die Neonazi-Demo rechtskonform gewesen sei und die der Gegner nicht.

Und von grundlegenden Menschenrechten getragen, möchte ich nochmal betonen. Magst du Menschenrechte nicht, Sascha? Sollte der Rechtsstaat – und Trump als oberste Instanz dieses Rechtsstaats – nicht dafür einstehen? Komm, bring billige Ablenkungsmanöver, du kennst den Schopenhauer ja auswendig:

Die Mehrheit der Neonazis mit Fackeln, Hitlergrüßen, antisemitischen Gesängen und einem terroristischen Mord

Die Mehrheit mit … einem Mord.

Wie Schopenhauer diese Argumentationsstrategie wohl genannt hätte? Argumentum ad Vollidiotum?

Fast möchte man Mitleid bekommen mit den armen Nazis und der für sie so wichtigen Statue.

Und ihren fucking Menschenrechten. Aber hey, Scheiß auf Menschenrechte. Sind ja nur Juden Neger Nazis.


Disclaimer: Ich bin mir recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Neonazis und White Supremacists und den verbundenen Abschaum in Gulags stecken würde.

Ich bin mir aber auch recht sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden würde, wenn man Kommunisten, Sozialschmarotzer, Berufskriminelle und den verbundenen Abschaum in Konzentrationslager stecken würde.

Und so sehr ich beides grundsätzlich befürworte, bin ich gegen beides. Ich bin ein Kind der Zeit, wo man noch ohne Helm Fahrrad fahren , nachts am Bahnhof nur in einer Ecke Drogen kaufen konnte, mit 16 noch nicht Vater war, Mädchen noch Mädchen und Jungs noch Jungs waren – ja, und Homos Homos, ‘türlich, aber die Welt war mal gut so, wie sie war, ohne dass es eines von beidem gebraucht hätte. Irgendwie traurig.

Der Staatsschutz: Mehr als nur die Gestapo

Wir leben glücklicherweise in einer der tollsten Demokratien der Welt und nicht in einer gottverdammten Diktatur, in der eine kleine, sich moralisch und intellektuell überlegen fühlende Minderheit einfach allen ihren Willen aufzwingt. Deswegen sind wir im internationalen Ranking auch auf Platz 3 nach Abgabenlasten, die jeder, der auch nur ein bisschen arbeitet, an den Staat abdrücken darf. Und das sind nur 49,4%, nicht etwa 49,5% wie im schrecklichen Österreich, die ja nun ganz offensichtlich zu doof für Demokratie sind. Damit stehen wir viel besser da als zum Beispiel die in ein Präsidialsystem wie die USA (31,7%) verfallende Türkei (38,3%) oder überbürokratisierte, korrupte Länder wie China (33,7%).

Gut, dass wir nicht so ein Dritte-Welt-Land wie die oben genannten oder gar die Schweiz sind – ich meine, was will eine “demokratische” Regierung mit nur 22,2% Abgabenlast denn erreichen können? Und es ist ja nun nicht so, als wären jemals Revolutionen ausgebrochen wegen überbordender Steuerlasten, denen man sich nur mit einer Briefkastenfirma auf den Cayman Islands entziehen kann, oder?

Nein, es ist gut und wichtig, dass wir uns da an den Briten ein Vorbild nehmen und Wohnungseinbrüche nicht mehr verfolgen – es gibt schließlich wichtigere Probleme in unserer Gesellschaft, Hate Speech im Internet, zum Beispiel. Ich meine, man kann der öffentlichen Verwaltung wie der Polizei ja schlecht zumuten, abgelehnte Asylbewerber auch mal loszuwerden, wenn sie derweil derart viele Steuern eintreiben und mit dem SEK bei irgendeinem besoffenen Neonazi einfallen müssen. Der wäre am Ende noch mit dem Molotow-Cocktail auf dem Weg zum nächsten Flüchtlingsheim Auto gefahren – das wäre mit 2,1 Promille nämlich eine schwere Straftat, die ja auch von der Polizei glücklicherweise regelmäßig kontrolliert wird.

Wir müssen aber immer auch das Positive sehen: Seit Hitler haben wir die Gestapo den Verfassungsschutz, der unsere Verfassung schützt. Wir haben zwar keine Verfassung, aber wir sind ja nicht das überbürokratische China, wo sowas jemanden stören würde – wir sind die einzige, echte Demokratie im nahen Westen. Und wir können daher leider nicht wie andere “einzige” Demokratien, Israel zum Beispiel, mit lediglich 21,6% Steuerlast auskommen und uns überbordend viel Militär leisten, weil uns alle Nachbarländer hassen – die hassen ja schon Israel, deswegen schenken wir denen als anständige Demokratie und anständige Demokraten ununterbrochen U-Boote. Das schafft nämlich Arbeitsplätze!

Zurück zum Verfassungsschutz: Der schützt natürlich nicht wirklich die nichtexistente Verfassung, sondern immer nur das gerade existierende System die freiheitliche demokratische Grundordnung, weswegen der Verfassungsschutz bei Linken total unbeliebt ist, da Linke ja grundsätzlich “das System” (egal welches) bekämpfen, weil sie Systeme scheiße finden. Ich weiß nicht so genau, warum, denn wenn Linke Autos anzünden, monatelang, und dazu Bekennerschreiben veröffentlichen, dann sind die Hintergründe so unklar, dass man da gar nichts machen kann. Und wenn die Stasi-Mitarbeiter der Irgendein-Neger-Stiftung und der Justizminister aktiv gegen Artikel 5 GG ankämpfen, ist das auch kein Problem. Woher auch? Ist ja nur das Grundgesetz, nicht die Verfassung, die wir nicht haben. Dazu müsste man nach Artikel 146 GG erstmal abstimmen, aber seit dem Brexit wissen wir ja dankbarerweise alle, dass Volksabstimmungen scheiße sind.

Der Verfassungsschutz hat zudem Wichtigeres zu tun: Zum Beispiel muss der Staatsschutz jetzt wegen Kreidemännchen, Ketchupflecken und Zettelchen mit dem Aufdruck “Migration tötet” ermitteln. Ich meine, das sind ja nun die ernsten Probleme in diesem Land – Lebensmittelverschwendung und illegale Müllentsorgung. Ist ja nicht so, als zünden Leute Autos und/oder Flüchtlingsheime an.

Hate Speech ist nämlich das wahre Problem der Gesellschaft, und Fakten sind Hate Speech: Migration tötet nämlich de facto, je nach Perspektive erwähnt man da die Ersoffenen im Mittelmeer oder die (sämtlich) nicht “arischen” (keine Ahnung, wie man sowas für Franzosen ausdrückt) Terroristen. Aber es ist natürlich “Kunst” wenn Ai Weiwei alles mit Rettungswesten vollmüllt, während Kreidestriche und Ketchup natürlich keine Kunst sind. Kreidestriche und Ketchup gefährden nämlich die Demokratie und die Umwelt, während Rettungswesten völlig problemlos und vielleicht sogar nicht langsamer als Atommüll verrottet. OK, ist derweil nicht gut für Boden und Grundwasser, wie Atommüll auch, aber hey – Kunst.

Warum sollten uns oder den Verfassungsschutz also ein paar wenige, verwirrte und geisteskranke Einzeltäter stören, die in diesem Land absolut nichts verloren haben und nur ganz, ganz wenige IS-befürwortende Videos posten? Das wäre gänzlich der falsche Weg – analog muss man sich ja auch nicht um die Linksterroristen kümmern, die, auch wenn es einigen reaktionären Faschisten in der Seele wehtut, 20 Jahre alte, unwiederbringliche 124er-Cabrios verbrennen.

Vielmehr muss man den Leuten mehr psychologische Betreuung angedeihen lassen – ist ja nicht so, als wären der Depp aus Ansbach, der Psychopath aus München und der Möchtegern-Axtmörder aus dem Zug irgendwie in “Behandlung” gewesen, nicht? Nein, teure Therapien helfen natürlich, man muss nur mehr davon machen. Es geben auch alle Menschen gerne die Hälfte ihres Einkommens für die kommunistische Umverteilung ab, das sieht man ja an der Sowjetunion, der größten Wirtschaftsmacht der Erde, und der erfolgreichen Annexion der BRD durch die DDR.  Und daran, dass widerliche Rechtspopulisten in Ländern mit höherer Abgabenlast als Deutschland keinerlei Chance haben, wie der Aldi aus Österreich (~51% Wahlergebnis minus fragwürdige Briefwahlstimmen) oder gar die auf nur einem Drittel der Stimmen rumdümpelnde belgische N-VA (55,3% Steuern & Abgaben).

Das ist schon alles gut, was wir machen. Wir müssen nur Geduld haben. Und vor allem: Mehr Staat! Mehr Staat ist immer gut, individuelle Meinungen hingegen sind reaktionärer Dreck. Das wissen wir seit Hitler Stalin: Dissidenten einfach in ein Konzentrationslager Gulag, und schon fluppt das alles. Aber das ist natürlich alles historisch, und wir sind ja so schön progressiv – wir brauchen natürlich keine Gestapo oder gar eine Stasi, wir brauchen natürlich beides nur die Irgendein-Neger-Stiftung wegen dem entsetzlichen Hate Speech und den Verfassungsschutz für die die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdenden Ketchupflecken.

Ich bin so froh und stolz, Deutscher zu sein. Deutschland, wo sich der Verfassungsschutz um Kreidezeichnungen kümmert. Ob ich mal die Nachbarstochter wegen Hate-Paintings melden sollte? Als guter Deutscher macht man das doch sicher – haben mir zumindest Bekannte aus Karl-Marx-Stadt erzählt.

Ganz ehrlich, ich gehe dieses Jahr sicher nicht auf die Wies’n. Da fliege ich lieber in ein Land, in dem Terroristen nicht “welcome” sind. Die Türkei zum Beispiel – falls denn fluege.de nicht Pleite geht, bis sie meinen Flug an TA weiterbezahlt haben, natürlich. Via Istanbul-IST. Wie Erdogan, mitten in dem “demokratiefeindlichen” “Putsch”, umgeben von “Revolutionären” und geschützt von “echten Patrioten”. Auf meinem Törn die Küste entlang rette ich dann noch vier (oder so) ertrinkende Flüchtlinge. Bekomme Milliarden von der EU für mein “humanitäres Engagement”. Und dann lasse ich 16.000 (oder so) Dissidenten verhaften. Vom Verfassungsschutz. Jawoll.