Gefühlen mit Fakten begegnen

In der Zeit ist ein etwas übertrieben langer und etwas zu viel Begeisterung anstachelnder Artikel über eine Petra Köpping erschienen, der in den Koalitionsmauscheleien ein Pöstchen als “Integrationsministerin” zugeschanz wurde.

Frau Köpping wird darin gefeiert, weil sie auf die beeindruckende Idee gekommen sein soll, ihren Wählern und v.a. den Bürgern, die sie regieren soll, auch mal zuzuhören.

Man könnte fast meinen, wir lebten in einer Demokratie und nicht in irgendeiner Bananenrepublik, in der die Politiker einfach machen könnten, was sie wollen.

Was an dem Artikel (und an Frau Köpping) ganz ungemein nervt ist, dass die tatsächlichen Probleme vollkommen ignoriert werden. Stattdessen:

Man könnte sagen, dass Köppings Antwort auf die Wut nicht lautet: Mehr Fakten. Sondern: Mehr Gefühle.

Ja zefix verdammt, haben die armen, armen Ossis Wehwehchen? Komm, Mama pustet da mal drauf, dann tuts schon nicht mehr so schlimm weh.

Naja, wenn man dem Artikel was an Gehalt entnehmen will, ist es, dass die Ostdeutschen gar nicht alles widerliche, ausländerfeindliche Nazis sind, sondern finden, dass der deutsche Staat sich erstmal um Deutsche kümmern sollte. Klar, das ist nationalistisch und gar nicht links und so, aber ein zentrales Element jedes Gesellschaftsvertrags: Ich brauche keinen Staat, wenn der nix für mich tut. Niemand sonst braucht einen Staat, der nix für einen tut. Ein Staat muss für seine Staatssubjekte einen Nutzen haben.

Der Rest ist blablabla fehlgeschlagene Integration Ost, blabla Menschenwürde, blabla Hartz4 unwürdig, blablabla.

Bringen wir doch mal die Probleme auf den Punkt:

Wenn ich behaupten will, dass Hartz4 “unwürdig” sei, dann muss es dafür einen Maßstab geben. Wenn ich den Durchschnitt der Weltbevölkerung als Maßstab nehme, ist der Satz vollkommener Unsinn – der Satz hat also einen sehr hohen Maßstab. Und damit hat er einen vollkommen idiotischen Maßstab, da die Hälfte der Weltbevölkerung nicht “unwürdig” lebt, wenn dem Wort “Würde” irgendeine auf alle Menschen anwendbare Definition zugrunde liegen soll. Ansonsten ist es wertlos und der Punkt inhaltsleeres Geschwafel.

Aber es wird hierzu ein Beispiel gebracht, was man so interpretieren kann, dass es Sinn ergibt: Ehemalige DDR-Arbeiter wurden vom bösen kapitalistischen System aus ihrer jahrelang ausgeübten (aber unproduktiven) Berufstätigkeit geworfen und sind jetzt Jahre vor und sicher während dem Rentenalter auf Hartz4 angewiesen (um ihre Renten hat sie der böse Kapitalismus auch “betrogen”).

Das ist insofern unfair, als dass jeder Hartz4 bekommt, auch die, die nie gearbeitet haben. Wenn man Leute, die einen Beitrag geleistet haben (und fairerweise müssen wir hier den Staat, der ihnen gesagt hat, dass das ein Beitrag wäre, als Maßstab nehmen), dann ist das unfair, die Nichtstuer und die Nichts-nützliches-tuer gleich zu behandeln, weil sie verschieden sind. Das hat nichtmal was mit Würde zu tun, sondern schlicht mit Gerechtigkeit. Und das ist ein Problem, was viele Leute in nicht mehr gefragten oder konkurrenzfähigen Industrien haben – natürlich viele im Osten, aber auch zunehmend mehr im Westen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, da “was zu tun”, dafür ist die Politik da. Der Markt und die Natur regeln das natürlich auch von alleine, aber dem Markt und der Natur ist es halt egal, wenn Leute verhungern. Das sieht man sehr schön an Ländern, die fanden, sie könnten sich gegen die Natur stellen und Atomkraftwerke in Erdbebengebiete bauen oder kommunistischen Planwirtschafts-Ackerbau betreiben. Im ersteren Fall schafft sich die Natur halt eine natürlich 50-Kilometer-Bannmeile, und im zweiten Fall regelt der Markt das von der Natur bedingte Verhungern von Millionen.

Es wäre eine grundlegende Aufgabe der Politik, aus solchen Fehlern zu lernen, und sie nicht zu wiederholen – in dem Fall eben Kommunismus.

Denn Hartz4 ist gelebtes “Jedem nach seinen Bedürfnissen”, und die Bedürfnisse von “jedem” können halt nicht allzu groß sein, wenn man das noch irgendwie bezahlen können soll. Kann man übrigens jetzt schon nicht – seit Jahrzehnten ist der Lebensstil in Westeuropa deutlich höher, als sich Westeuropa das eigentlich leisten kann. Aber unabhängig davon führt das – egal wie hoch oder wie niedrig man das ansetzt – zu Unzufriedenheit, weil es ungerecht ist.

Durch religiöse Heilsversprechen lassen sich Menschen natürlich zu vielem bringen, was ihnen eigentlich selbst schadet, sei es, sich auf dem Feld totzuackern, um dem König seine Sexpartys zu finanzieren oder die SPD zu wählen, aber die Natur des Menschen holt einen immer ein, wie das auch die echte Natur tut.

Was ich damit meine ist, dass die “soziale Frage” einer sozialen Antwort bedarf.  Und die soziale Antwort ist – auch das wissen wir aus der Geschichte – nicht “dann sollen sie halt Kuchen essen“, wenn die Leute verhungern. Und es ist auch nicht “man muss mehr auf die Gefühle von Leuten hören”, wenn sie Ungerechtigkeiten gegenüber stehen. Die finden nicht nur, dass da was falsch läuft, da gibt es einen Konsens, und damit wird selbst im Poststrukturalismus aus den subjektiven Wirklichkeiten eine geteilte Realität.

Freilich ist es halt leider auch eine Realität, dass eben nicht alle Menschen gleich sind, und Ungleichverteilungen deswegen inhärent gerecht sind – solange diese Ungleichheiten proportional zueinander sind.

Und ein Hartz4-Empfänger, der arbeiten will, ist etwas anderes als ein Hartz4-Empfänger, der nicht arbeiten will, und der wiederum etwa anderes als einer, der nicht arbeiten kann. Diese drei Gruppen werden aber gleich behandelt, weil unsere Parteien großteils denken, dass die Leute mit Kuchen zufrieden sein sollten. Auch wenn es nicht genug Kuchen für alle gibt und die meisten auch mit Brot glücklich wären. Aber nein, das Gros der Menschen will halt Kuchen haben, und wenn man ihnen erklärt, dass das nicht geht, wird man nicht gewählt.

Das ist eines der Probleme an der Diktatur des Proletariats, was selbst Marx schnell verstanden hat und niemals vorgesehen hatte, jeden Vollhorst bei politischen Entscheidungen mitreden zu lassen.

Die bekommt man aber in Deutschland nicht mehr weg, das steht so im Grundgesetz. Und man bekommt dafür auch keine Mehrheit, wenn man den Leuten nicht mit irgendwelchen Heilsversprechen wie Hitler ankommt, die dann auch erfüllt werden müssen, und das verursacht nahezu zwangsweise neue Probleme – weil Menschen halt unterschiedlich sind.

Ich habe – wie die meisten Studenten – zu Studentenzeiten ziemlich genau Hartz4 bekommen, und das reicht eigentlich. Noch eigentlicher wollte ich aber mehr, deswegen habe ich halt neben dem Studium gearbeitet – wo der Staat einen völlig beliebigen Deckel draufsetzt, über dem sonst überproportional Leistungen gekürzt werden, weil man es sich ja leisten könne.

Analog funktioniert das auch bei Hartz4 – man könnte ja was dazuverdienen, aber schon bei 100 Euro im Monat nimmt sich der Staat halt gleich mal 80%. Klar, eigentlich nimmt sich der Staat gar nichts, aber wenn man was “umsonst” bekommt, wird das halt subjektiv als  Opportunitätskosten verrechnet. Und dann lohnt sich Arbeit nicht.

Es lohnt sich auch für gewisse Gruppen unqualifizierter Leiharbeiter nicht, die zwar produktive Arbeit leisten, aber trotzdem “Aufstocken” müssen. Die hätten ohne Arbeit das gleiche Geld, und das ist unfair.

Nun schlagen einige Leute, die keine Ahnung von Wirtschaftspsychologie haben und in Wolkenkuckucksheim leben ein “bedingungsloses Grundeinkommen” vor, was zwangsläufig durch Abgabenlasten weit über den heutigen – also weit mehr als “nur” der Hälfte – auf echte Arbeitseinkommen erwirtschaftet werden müsste. Natürlich ist das mit ausreichender Automatisierung denkbar, aber ein Rezept für Arbeitsverweigerung a la DDR. Es klingt gut, wenn alle mitmachen, aber es werden halt (zu) viele nicht mitmachen, weil es sich für sie nicht lohnt.

Beliebig runtersetzen kann man die sozialen Zuwendungen auch nicht – 400 Euro Hartz4 sind nicht die Welt. Es braucht aber nun auch nicht jeder Asso eine eigene Wohnung, Bundeswehrsoldaten und Studenten brauchen schließlich auch keine, sondern kommen zu zweit oder viert mit einer Gemeinschaftsküche klar. Und schwupps haben wir mindestens 200 Euro Zuverdienstmöglichkeit geschaffen, die Staat und Steuerzahler keinen Cent kostet, nebenbei den aufgeblasenen Wohnungsmarkt bereinigt und dafür sorgt, dass sich Arbeit lohnt.

Und nein, ich glaube nicht, dass da irgendwer ein sehenswertes Problem damit hätte, außer der am Staatstropf hängenden Sozialindustrie, die davon profitiert. Die Leute, die eine eigene Wohnung haben und dafür arbeiten wollten, würden das machen, und die Leute, die das nicht wollen, sind auch zu lethargisch, um zu protestieren.

Freilich würde das voraussetzen, dass es auch Arbeitsmöglichkeiten für alle gibt, die arbeiten wollen, was in einem industrialisierten Land mit einem gewissen ethischen Verständnis zur Arbeitsgesundheit nicht geht – Luisman zeigt hier sehr schön auf, dass rund 10% der Bevölkerung leider zu dumm sind, eine Arbeit zu verrichten, die netto irgendeinen Nutzen hat, es also billiger ist, sie nichts tun zu lassen. Die sollten aber auch keine eigene Wohnung haben, die zünden sie sonst nur an. Man könnte jetzt gehässig sagen, dass sie ja einen Beschwerdebrief schreiben könnten, wenn sie denn keine Analphabeten wären, aber das wäre halt ein Mindestmaß dessen, was man an “Solidarität” opfern muss, wenn man es für die restlichen 90% der Gesellschaft gerechter haben will. Und für die 10% auch, die werden das zwar anders sehen, aber die sind ja nun auch zu dumm, das Konzept von Gerechtigkeit zu verstehen. Zudem kann man denen eh alles erzählen.

Für die restlichen Arbeitssuchenden – das wären dann deutlich mehr als die heutigen Statistiken zeigen – bräuchte es nicht mehr als eine radikale Flexibilisierung des Arbeitmarktes. 50% mehr Arbeitsplätze im Einzelhandel lassen sich durch 24/7-Öffnungszeiten erreichen, natürlich aber zu Lasten der Löhne. Kann aber eh jeder Depp machen, den Job, und so solidarisch sollte man dann schon sein, oder? Man hat ja selbst dafür mehr netto vom brutto, weil man den anderen Deppen nicht mehr quersubventionieren muss.

Das geht in x-zig Branchen, auch, wenn man den deutschen Qualifikationswahn etwas zurückschrauben würde. Meine letzte Putzfrau war zum Beispiel in ihrem Heimatland Pharmazeutin, aber hey, den Wisch konnte sie hier als Putzlappen verwenden. Leider konnte sie das nicht sonderlich gut.

Analog in der Pflege – schön, dass man da fünf Jahre Ausbildung braucht – wie auch als Kindergärtnerin – weil es früher ja nicht jede verdammte Frau geschafft hat, Kinder großzuziehen. Standards runter, Löhne runter, mehr Leute im Job. Wird unterm Stich wahrscheinlich nicht schlechter – das Hauptproblem in solchen Jobs ist Stress aufgrund von Unterbesetzung.

Dafür müsste man aber natürlich das gesamte “soziale” System Deutschlands so radikal umstellen, dass alle, die aktuell eigennützig sozial tun, auf die Barrikaden gehen würden. Oh, Moment – das tun sie eh ununterbrochen. Na dann, würde ich sagen, haben wir nichts zu verlieren. Außer ein paar Wählerstimmen, natürlich, aber dafür schwört man ja einen Eid zum Wohl des deutschen Volkes, nicht zu seinem eigenen Nutzen.

Natürlich wird selbst diesen kleinen, ersten Schritt keiner machen wollen. Lieber abwarten, die Hände zu einer Raute falten, und sich auf den Bürgerkrieg vorbereiten. Dann kann man auch endlich wieder mal den Pöbel erschießen und den mißliebigen Rest in Arbeitslager stecken. Nur so als Maßstab, wenn ihr meinen Vorschlag menschenverachtend findet – das ist die Alternative.

Downfall Porn – Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen

Ende der Nullerjahre flog ich viel durch Europa, vor allem wegen Freiflügen zu Bewerbungsgesprächen bei Stoxx50-Unternehmen. Auf dem Rückweg nach Schiphol teilte ich mir das Taxi dann mit einer rassigen Mulattin aus den Kolonien; wir hatten schließlich beide einen PhD in Evil Studies, das Taxi pauschal bezahlt bekommen und mussten eh beide zum Flughafen. Am Bahnhof in Den Haag hatten wir dann den Flughafenzubringer knapp verpasst, was zum Erwerb eines Produktes führte, das wir beide der Bezeichnung “Sandwich” unwürdig fanden. Das wiederum führte dazu, dass sie fragte, was ich sonst von Holland halte.

Fairerweise war ich da etwas bedrübbelt; ich kannte außer dem Flughafen, dem Bahnhof, der Firmenzentrale eines der Weltmarktführer in Umweltverschmutzung und eines Haubenrestaurants nicht viel (das Hilton war halt wie jedes andere Hilton auch). “Was denn so der Unterschied zu Deutschland sei”, konkretisierte sie.

Und ich antwortete, Mangels echter Unterschiede, schlicht ehrlich: Es ist dreckig.

Nun muss man dazu sagen, dass das Mädel aus der Karibik kam, und die Karibik jetzt nicht unbedingt chinesische Maßstäbe für Reinlichkeit erfüllt, die wiederum jedem deutschen Lebensmittelkontrolleur einen sofortigen Herzinfarkt verursachen würden. Aber für deutsche Verhältnisse war es halt dreckig. Sogar die Züge waren dreckig.

Die Mulattin konnte sich überhaupt nicht vorstellen, warum Züge sauber sein sollten.

Fairerweise war ich kurz darauf in einem Mannheimer Vorort bei einem vormals in der Judenvergasung behilflichen Unternehmen und kurz darauf bei der Propagandaabteilung eines deutschen Konzerns, der findet, sein rosanes Logo hätte die Farbe “Magenta”, in Berlin. Ich fühlte mich danach mit meiner Meinung, dass Züge sauber sein sollten, irgendwie einsam – und blieb halt in Bayern, was offenbar nur aufgrund – wie die Linken das ja für Afrika predigen – willkürlicher Grenzziehungen der Kolonialmächte Alliierten  zu Deutschland gehört.

Etwas zuvor war ich in China, und China war auch nicht sauber. Nicht so schmutzig wie Berlin, natürlich, aber halt sicher nicht München. Das hatte – wie Berlin das (absurderweise) für sich behauptet – durchaus seinen Charme. Das China von heute ist aber sehr bemüht, diesen Charme zu zerstören – also, sauber zu werden. Was ihnen übrigens gelingt – Guangzhou, wenn man jetzt eine irrelevante Kleinstadt als Maßstab nimmt, ist heute sehr viel sauberer als zum Beispiel Nürnberg. Was aber nicht so sehr an den chinesischen, als vielmehr an den deutschen Bemühungen liegt – hier sieht es ja langsam aus wie in Frankfurt.

Nun sind Sauberkeitsbemühungen nicht immer zwingend sinnvoll; es ist natürlich schön, dass man in Zürich von der Straße essen kann, aber ich bin es halt als reaktionärer Deutscher gewohnt, für eine Trambahnfahrt eine Fahrkarte zu kaufen, die weniger kostet als eine ganze Straßenbahn.

Was komischerweise in München vor zwanzig Jahren noch ging. Beides.

Klar könnte man sich da über den Verfall der Sitten beschweren, aber über Sitten beschwert hat man sich vor zwanzig Jahren auch schon. Ich erinnere mich an die entsetzte und wütende Babsi, die es abscheulich fand, dass sie auf dem Herweg ein fetter, alter Mann gefragt habe, was sie denn für einen Blowjob nimmt. Einfach so. 

Nachdem dann ziemlich einstimmig beschlossen wurde, dass Babsi halt wie eine Nutte aussähe, erklärte sie auch, dass sie den Nachmittag in den Bavaria-Filmstudios verbracht hatte, als Komparse für einen Babystrich-Tatort. Fand Babsi – naja, sie hat damals zumindest keinen #Aufschrei gestartet. Heute hätten das schon irgendwelche Berufsempörten gemacht, allein weil Babsi halt 15 war (oder so). Gegen die Bavaria-Filmstudios, natürlich, weil halt.

Aber das sind ja nun ernsthaft die Themen der heutigen “Politik”: Nichts. Absolut überhaupt nichts. Niemand interessiert sich dafür, dass auf den Straßen mehr echter (und menschlicher) Müll rumliegt; wer kritisiert, dass der Staat Aufzüge vor radikalen Antifanten wie vor einem Hurrican schützt, ist schnell schlimmer als Hitler, und dass bei 4.000 Polizisten in Köln (das sind mehr als eine Bundeswehr-Brigade und mehr Soldaten, als für den Schutz eines US-Militärstützpunktes in fuck Afghanistan im Einsatz sind) “nur” gefährliche Körperverletzung, Brandstiftung, Vandalismus und Sprengstoffattentate verübt werden, ist laut der Staatsmedien Qualitätspresse Zeichen der friedlichen, offenen und toleranten deutschen Willkommenskultur.

Selbst die letzte “Alternative für Deutschland” hat sich von jeglicher Vernunft (Petry) verabschiedet und eine karrieristische Kampflesbe und einen nicht weniger karrieristischen Politspeichellecker als neue Führer des deutschen Vaterlandes ihrer Partei auserkoren. Fein.

In fünf Monaten ist Wahl, und ich kann mich zwischen “jetzt sind sie halt da” – Merkel, “da müssen noch mehr her” – Kipping, “Frauenquoten haben mir die Position verschafft” – Göring (nicht echt Göring, jetzt, “nur” Göring-Doppelname und ohne Penis) und zweierlei rückgratlosen Speichelleckern entscheiden , wenn ich jemanden wählen will, der Chancen auf >5% hat – oh, ich habe den Alkoholiker vergessen.

Warum soll ich denn den Bullshit eigentlich noch mitmachen und mich aufregen? Geht das nicht auch alles von ganz alleine vor die Hunde? Und vor allem – würde mich das wirklich stören? Zumindest im Vergleich dazu, wie es die Verursacher stören würde?

Sargon of Akkad, ein Youtuber, wurde dafür kritisiert, dass er Strategien gegen die Antifaterroisten aufzeigt. Vor allem aber wurde davor gewarnt, dass das ja strafbar wäre – also, Molotov-Cocktails werfende Terroristen festzuhalten, bis die Polizei kommt. Weil, Rechtsstaat und so. Und das gilt für die “freiheitlichen” USA, nicht für Deutschland, wo man für die “Beleidigung” einer Medienhure mehrere Tausend Euro zahlen und für geschmacklose Tattoos in den Knast muss – im Gegensatz natürlich zu Ladendieben, Brandstiftern oder organisierten Einbrecherbanden, denen ist ja nichts nachzuweisen. Rechtsstaat, wissenschon.

Ich habe jetzt kein Problem damit, bestimmtes gesellschaftliches Wohlverhalten vorauszusetzen und Abweichungen davon zu bestrafen, aber es ist schlicht nicht sinnvoll, die niedrig hängenden faulen Früchte eines Baumes zu entfernen, der von der Wurzel her schimmelt. Dank unseres Lackaffen von Justizminister bekommen wir aber bald ein Gesetz, das es unter Strafe stellt, darauf hinzuweisen, dass der Baum fault. Das hat Hitler ja schließlich auch so gemacht – hat er von Stalin gelernt.

Sinnvoll wäre es, den Baum zu fällen und einen neuen zu pflanzen. Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, einfach zu warten, bis der Baum von alleine stirbt. Man kann dann ja auch dann noch einen neuen pflanzen, was Jefferson mit “The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants” halt nicht bedacht hatte: Das wäre ja modernenachhaltige Ökologie – der Baum war ja eine Weile gut. Ist halt alt. Zudem spart das auch das Blut der “Patrioten” – respektive derer, die irgendwas tun oder tun können, zum Beispiel Bäume pflanzen. Der Baum wächst nämlich auch auf völlig beliebigem Blut; das muss nicht meines sein. Es reicht ja schon, wenn ich mal einen Joghurtbecher in den Biomüll gebe; da habe ich genug getan. Die Züge sind ja noch sauber, so schlimm ist das Problem also nicht.