Russische Desinformation vs. Correctiv: Cui bono?

Danisch verlinkt diese angebliche “Recherche” von der linksradikalen Propagandaschleuder “Correctiv” über angebliche “Desinformation” der “Russen”.

Der Artikel ist unendlich lang, aber im Kern steht da, dass die fürchterbare russische Fake-News-Kampagne tatsächlich ganze zehn Leute dazu bewogen hat, eine nutzlose wie blöde Petition zu unterzeichnen. Zehn Leute. Das ist entsetzlich und berichtenswert, weil das sind ja mehr Leute, als sich auf der Straße festkleben, weil sie Angst haben, dass uns das Klima auf den Kopf fällt. Und wie ein gallisches Dorf wählen wir Leute, die nur das denken und sonst nichts können, zu unseren Häuptlingen, und deswegen sind das auch “Nachrichten”.

Die einzigen Sachinformationen sind erstens die angebliche Umbenennung einer Straße in Warschau nach dem ukrainischen Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera, was angeblich 500.000 Leute gesehen hätten. Was dann aber zu der interessanten Frage führt, ob das auch nur einer der 500.000 geglaubt hat, mit Ausnahme der beiden Leute, die bei Correctiv “arbeiten”.

Warschau ist nämlich in Polen. Das war es auch schon, als Danzig noch nicht in Polen war, und das ist jetzt nicht so wahnsinnig lang her, dass die Polen das vergessen hätten, dass Nazis irgendwie scheiße waren. Die Polen haben auch nicht vergessen, dass die (russischen) Sowjets scheiße waren, deswegen geben die ja seit Monaten den Ukrainern ihren fünfzig Jahre alten Militärmüll, weil wir Deutschen schenken ihnen ja dafür vielleicht sogar ab und zu funktionierende neue Sachen. Es ist aber schlicht absurd, dass irgendwer in Polen, der nochmal gewählt werden will, irgendwas nach einem Nazi-Kollaborateur benennen wollen würde.

Mit der Ukraine ist das leicht anders. Die fanden es wohl auch nicht so prima, als die Wehrmacht da einmarschiert ist, aber drei Jahre später haben sich dann da die – immer noch russischen – Sowjets einmal durchvergewaltigt. Also, diejenigen, die nicht unter den sieben Millionen waren, die Lenin und Stalin zehn Jahre vorher absichtlich haben verhungern lassen. Von daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass Ukrainer Russen deutlich weniger mögen als Nazis. Und deswegen bauen sie Arschlöchern wie Stepan Bandera nicht nur eines, sondern 46 Denkmäler.

Das sind aber halt die kulturellen Unterschiede, je weiter man nach Osten geht. Wir hier im Westen benennen Sachen um; der Adolf-Hitler-Platz in Nürnberg heißt ja jetzt auch (wieder) Hauptmarkt, und die SS-Kaserne Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ich habe große Zweifel, dass Polen ununterbrochen Sachen umbenennen. Der Wenzelsplatz in Prag heißt seit 1848 Wenzelsplatz, und vorher hieß der gar nicht. Ist halt Osteuropa.

Die zweite grausame Falschmeldungspropaganda sind wüste Geschichten darüber, wie gefälschte Beweise darüber lanciert werden, dass die Ukrainer das Kriegsgerät aus dem Westen auf dem Schwarzmarkt verscherbeln. Ich weiß jetzt aber halt beim besten Willen nicht, warum die Russen auch nur einen Kopeken dafür ausgeben sollten, da gefälschte Beweise zu fingieren. Die meines Erachtens respektable Organisation Transparency International stuft die Ukraine nämlich als korrupten Sauhaufen ein. Ich für meinen Teil brauche da keine konkreten Beweise; das glaube ich nicht nur sofort; das nehme ich ex ante an und halte es für ziemlich naiv, das nicht zu tun.

Es gibt die Fake-News-Portale aber, was dann zu der wirklich relevanten Frage führt, wem so offensichtlich schlechte Fake-Propaganda nützt.

Nun: wenn ich jetzt Militärgerät auf dem Schwarzmarkt verscherbeln würde, würde ich schon ein paar Hrywnja, Rial oder Dinar in offensichtliche Fake-News investieren, damit nützliche Idioten im Westen dann tolle Artikel über billige Fake News schreiben und mir ins Fäustchen lachen, während ich mich auf meiner Yacht mit attraktiven jungen Frauen amüsiere. Weil die armen Mädchen würden ja in ihrem korrupten Drecksloch nur vergewaltigt werden, verhungern, oder beides, während irgendwo in Bumfuckistan die tapferen Freiheitskämpfer der einen Seite die tapferen Freiheitskämpfer der anderen Seite ermorden. Ich würde mir ja irgendwie einreden wollen, dass ich sowas wie ein Gewissen hätte.

Machen wir den Plausibilitätscheck: Nehmen wir stattdessen mal an, ich wäre der semi-autokratische Herrscher des größten Landes der Welt und ehemaliger Chef des KGB. Würde ich das Steuergeld meiner notorisch launischen Bevölkerung für Leute ausgeben, die derart miserable Propaganda machen, oder würde ich die jemanden aus einem Fenster fallen lassen? Nun, glücklicherweise ist das keine philosophische Frage; ich bin ja nun nicht Vladimir Putin. Aber Vladimir Putin ist Vladimir Putin, von daher wissen wir empirisch, was der mit dem Steuergeld macht: Der kauft einer Anastasia ein goldenes Kleid und lässt sie ein Liedchen trällern. 83% Zustimmung in der Bevölkerung. Kann ich nachvollziehen.

9 Replies to “Russische Desinformation vs. Correctiv: Cui bono?”

  1. Okay, machen wir den Test. Hinter dem folgenden Link befindet sich ein TV-Beitrag von euronews, laut URL aus 2018.

    Ist der 2018 so ausgestrahlt worden oder ist er Teil einer aktuellen Desimpformationskampanje der Rossen?

    http://tinyurl.com/39syc86p

    Wenn die Rossaren den zur Desimpformation und Prohpagaga eingespeist haben, ist es schon ein beachtlicher Fake.
    Wenn nicht, was dann?

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  2. Der Militärmull stammt größtenteils von der NVA beziehungsweise Bundeswehr die das Zeugs geerbt hat und dann für umme wegverklappt hat. Jetzt wird das halt weiterverklappt und die Polen und andere Länder kriegen Zeugs von der Bundeswehr —wir haben ja soviel Material übrig. Und unsere Spezialisten aus Kiel ermitteln Neupreise für das NVA—Material und rechnen das den Polen, Tschechen usw. gut. Deutschland nichts. Und TE, Reitschuster und andere machen daraus, dass Deutschland zuwenig liefert.

    Ob der Herr D. das auch so verlinkt hat, weiß ich nicht. Aber der ist ja auch noch auf der Suche nach dem Gral— also welcher Geheimdienst ihm die Dissertation versaut hat. Ich sach mal: Der Russe war’s, ist doch klar.

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    1. Danisch hat es nicht geschafft, seinem Doktoraveter zu sagen, dass dieser ein blödes Atschloch ist. Von daher hat er Stunden seinen Dr. auch noch verdient.(der Doktorvater meiner Frau mal außen vor, aber Ausnahmen bestätigen die Regel).

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  3. Um mal unsachlich zu bleiben: Propaganda ist wie Viagra- und Make-Monney-Spam, da klicken nur Dumme und Verzweifelte drauf, aber mal was Anderes: am schnellsten geht doch ein Faktencheck, wenn man die Fakten vorher selber hinterm Ofen versteckt hat, oder?
    Nicht dass Putins Interbrigaden kein Viagra-Werbung verschicken, NIE würde ich das behaupten. Apropos, erinnert ihr euch, wie Gaddafi “Container von Viagra” an Soldaten ausgeben ließ, damit sie systematisch vergewaltigen können. Klar, sieht jeder ein, so ein 18-jähriger muslimischer Soldat, vielleicht noch nie einer fremdem Frau ins Gesicht geblickt, braucht beim Anblick einer nackten Frau NATÜRLICH Viagra.
    Also ich fand das echt ne Sauerei damals, was müssen die Leute hierzulande denn glauben, wie arabische Frauen unter der Burka/Tschador/Niqab/Chimar/Abaya/Çarşaf/Dschilbab/Pardösü aussehen?!

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  4. Hab mir übrigens gerade die Nationalhymne von dem Goldhäschen Anastasia reingezogen. Also gut, man muss ja sehen, dass das auf Fernwirkung optimiert ist, aber dafür hätten die der Anastasie obenrum mehr Schaumstoff reintun können. Aber fürs Nahfeld wäre die gar nicht meins. Die Russen müssen immer alles übertreiben, der Liter Parfüm zu viel, der Zentimeter Puder zu dick und das Rouge muss ja nicht noch blinken, wenns schon zu rot ist. Nicht dass sich die jungen Häschen nicht schminken könnten, einige von denen sind allererste Oberklasse darin. Aber bitte, es muss schlicht noch etwas Frau zu sehen sein unter dem ganzen Zeug.
    Aber Himmel, andererseits weiß ja inzwischen jeder, dass eine Beate-Uhse-Puppe netto billiger kommt als so ein gepudertes Prinzesschen, und zwar in etwa bei gleicher Haltbarkeit.

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