Kochen ohne Strom

Unser noch besseres als das beste Regime aller Zeiten informiert, dass man bei Stromausfall nicht nur kalte Ravioli aus der Dose essen kann.

Ich koche ja nun gerne, und bei einem längeren Stromausfall gibt es bei mir halt erstmal Sous-Vide vorgegartes Rinderfilet aus dem Tiefkühler, das wird ja sonst nur schlecht. Dazu Prinzessbohnen, auch TK, muss ja leer werden. Der Bacon im Kühlschrank wird auch nicht besser, da wickelt man die ein, und brät das kurz in Olivenöl in einer schmiedeeisernen Pfanne auf dem Camping-Gaskocher an, der kostet 18$ bei AliExpress.

Da ohne Strom die Heizung nicht geht, wirft man vorher ein paar Kartoffeln in zwei Schichten Alufolie in den Kamin. Da weder die Butter noch der Quark/Saure Sahne 24 Stunden ohne Strom gut überleben, machen wir dazu Kräuterbutter mit der leckeren Fertigmischung von der sauteuren Firma Ankerkraut und Sour Cream mit worauf Eure Katze halt am liebsten pinkelt, was irgendwo wächst (vorher waschen).

Das Steak macht man dann wie üblich mit der Lötlampe fertig, und mit einer Kerze im Kaminschein könnte man fast denken, man lebe wirklich im besten Deutschland aller Zeiten.

Nicht so aber unsere Junta. Deren Empfehlungen statt kalte Ravioli aus der Dose sind kalter Rotkohl aus der Dose, kalte Kichererbsen aus der Dose, und kalter Karottensalat aus dem Glas. Das sind wohlgemerkt zwei Rezepte; da kommen noch Orangen, Rosinen und Pesto dazu, und wenn ich Freunde hätte, würde ich das tatsächlich mal alles zusammenkippen, weil selbst Altpapier mit (guter) Pesto lecker wird. Ich hab aber keine Freunde, und wenn ich welche hätte, würde ich denen was kochen.

Rezept #3 sind dann kalte Riesenbohnen aus der Dose, weil da kann man ja nicht selbst drauf kommen, aber da gehören dann halt “70g Erdnussmus” rein.

Was mich dazu gebracht hat, mich zu fragen, ob denn mehr Menschen als der Autor dieses Rezepts in Deutschland “Erdnussmus” zuhause haben, da ich das noch nie gehört habe.

Stellt sich raus: das ist der bio-vegane öko-dritteweltladen – Begriff für stinknormale Erdnussbutter. Nur doppelt so teuer. Da reicht es dann freilich nicht mehr für den 17€-Gaskocher, geschweige denn für den Hotpot für 6€ aus minderwertigem Blech (meiner kostete 20 Yuan, aber Inflation…)

Dazu kommen dann noch 30g Ahornsirup. Und Schokolade. Da zahlt man doch gleich gerne Steuern, damit einem die Regierung erklärt, dass kalte Schokolade gut schmeckt. Ich hab die nämlich bisher immer warm gegessen, und dann braucht man halt jedes mal für 12.000€ ein neues Sofa.

Viel wichtiger ist aber die Frage, was ich mit dem restlichen 430g Erdnussbutter und den übrigen 227,3g Ahornsirup mache. Der wird nämlich in ml verkauft. Klopapier-Salat? Als gäbe es in einer Krise noch Klopapier.

Kann man aber wohl auch kalt essen.

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8 Replies to “Kochen ohne Strom”

  1. Also ich hab da einen Gasherd mit einer 11kg LPG Flasche, die meist fuer ca. 1 Jahr reicht. Ausser wenn ich Lamm mache oder was backe, ist der Herd auch selten mal mehr als 10-15 Minuten an. Und wenn kein Gas mehr da waere, kann ich das Essen in einem Topf mal 1 Stunde auf den sonnigen Balkon bei 32 Grad Aussentemperatur stellen, dann ist das warm genug zum essen, falls die Ameisen nicht dran kommen.

    Und wenn stundenlang kein Strom fuer die Klimaanlage da ist, was inzwischen hier immer seltener vorkommt, dann geht die eine Haelfte der Leute in die Supermall die andere in den Swimmingpool.

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    1. Du kochst offenbar wenig. Gut, tut man in Asien auch nicht; aber ich brauche auf dem Boot schon 2kg in 3 Wochen, wenn wir selber kochen. Freilich; 11kg reichen Dir mit über 3 Monaten trotzdem länger als zB Berlin, Paris oder NYC dazu übergegangen wären, sich untereinander roh zu essen…

      Was mich aber mehr interessiert: machen die auf den Philippinen nicht ihre Version von Rougan/Beef Jerky/Dörrfleisch? Das ist aufwändig, aber “nur” Arbeit. Und wenn man es nicht kann, wird es zäh (wie in den gesamten USA). Man kann aber schummeln und Hackfleisch verwenden, dazu *muss* dann Zucker und Salz – oder, besser, Sojasoße statt Salz. Der Rest ist “kann”; ich mag Austernsoße, Cumin und 5-Gewürze-Pulver, aber prinzipiell kann man da alles reintun, was nicht grün ist. Dünn ausrollen und in die möglichst pralle Sonne, einen Tag oder drei. Im Ofen reichen 60-70° für 5h, aber Tür nur anlehnen.

      Dazu drei Bier, wegen der Mineralstoffe, das gab es schon, bevor Strom entdeckt wurde.

      Um daraus eine ausgewogene Ernährung zu machen, zum Nachtisch Obst. Das wächst aber ohne irgendwessen Zutun von alleine an Bäumen 😉

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      1. Ich esse ja nur 1-2 mal am Tag, so zwischen 2pm und 7pm, damit ich nicht wie dauerschwanger aussehe 😉

        Und ich koche idR. immer mind. 3 Portionen, und friere ein was ich nicht esse – also ohne Strom fuer den Kuehlschrank und Microwilli geht das nicht mehr. Wenn ich Steak usw. mache, dann wird die Eisenpfanne in 2-3 Minuten gluehend heiss, 1-2 Minuten auf allen Seiten anbraten, dann ausschalten, ggf. Gemuese rein werfen und 5-10 Minuten stehen lassen. Und danach ist die Pfanne immer noch zu heiss zum anfassen.

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  2. Gibt bei eBay Adapter von LPD-Zapfsäule auf Propanflasche; darf man dann halt nicht so voll machen, kostet dafür drastisch weniger. Apropos, ‘s gibts doch auch Propan-Kühlschränke. Meine Frau hat mir leider nie einen genehmigt, obwohl die auch 12 Volt können *und* absolut lautlos mit Absorber laufen. Meine ich mich jedenfalls zu erinnern.

    Ansonsten wird der typische Infragrünlinke schlicht daran scheitern, dass er zwei linke Hände und alles Daumen hat und sein Gehirn als reines Speicher- und Wiedergabegerät ohne jede Datenverarbeitung spezifiziert ist. Die werden vor gekochten Kartoffeln verhungern, weil da nicht Bio draufsteht.
    Danisch hatte dazu mal einen wertvollen Tip: “Nudeln brennen bei der Zubereitung nicht so leicht an, wenn man beim Kochen etwas Wasser hinzugibt. Sie schmecken dann auch zarter. “. Es ging um diese zwei amerikanischen Studentinnen hier: https://www.stern.de/genuss/essen/amerikanische-studentinnen-wollen-pasta-kochen—das-geht-gehoerig-schief-7910768.html

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    1. Joah, ich würde zu gerne eine Studie sehen, die untersucht, wie viel schneller eine Gruppe Schimpansen rausfindet, wie man Litschis isst, so im Vergleich zu Leuten von Extinction Rebellion oder so. Falls letztere es überhaupt schaffen.

      Den Adapter werde ich mir mal kaufen, wenn das nicht verboten ist, ihn zu benutzen. Weil so ne Flasche wird ja schon heiß beim Füllen. Und LPG brennt gerne.

      Aber gut, da die alles voller Wasserstoff-Speicher machen wollen, ist das natürlich kein Thema. Wasserstoff explodiert nämlich nur, wenn auf die Verpackung ein Hakenkreuz malt. Ansonsten ist Wasserstoff prima.

      Vor allem, wenn wir den aus Elektrolyse gewinnen; da bleibt ganz umweltfreundlich nur Sauerstoff übrig. Und so gibt das dann auch keine unschönen Bilder, wenn in der Anlage mal jemandem sein Handy runterfällt. Die ist dann nämlich weg.

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  3. Offtopic: Wir hatten als Schüler in den Ferien mal in einer Galvanisiererei gearbeitet. Die hatten da Graphitelektroden verkupfert. Ein Kumpel hatte was von Schlüssel verkupfern gehört und hängte gleich seinen ganzen Schlüsselbund rein, der Trottel.
    Sah aber hübsch aus zum Feierabend .:-)))))))

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