Schwarze Leichensäcke

Was mir an der Propaganda gerade so richtig heftig auf den Geist geht, ist die exzessive Verwendung vollkommen unnötiger Pleonasmen. Freilich, wir müssen ja gerade Selenskyj für den Gipfel aller Großartigkeit halten, auch wenn mir neulich eine vierjährige überzeugender erklärt hat, warum sie noch ein Maoam bekommt, als er, warum er Waffen braucht, aber die russische Propaganda ist auch nicht mehr das, was sie unter Stalin war.

Gibt es denn keine Leichensäcke in Regenbogenfarben? Denkt denn hier niemand an die LMNOP-Menschen?

Ständig liest man von “feigen Attentätern” – gibt es denn keine mutigen Attentäter? “Brutale Vergewaltigung” – vergewaltigen Gentlemen also nicht, oder was? “Völkerrechtswidriger Angriffskrieg” – im Gegensatz zu welchen völkerrechtskonformen Angriffskriegen? “Gefährliche Pandemie”, nur so als Abgrenzung zu harmlosen Pandemien natürlich.

Es geht mir so auf den Geist, diese dämliche Dummheit. Aber das ist nur meine subjektive Meinung als kompetenter Experte. Ich gehe jetzt draußen spazieren, in einer von Bäumen gesäumten Allee, um mich zu beruhigen, sonst müsste ich laut schreien.

3 Replies to “Schwarze Leichensäcke”

  1. Die adjektivistischen Empörungsexzesse sind schon länger unerträglich geworden.

    Meine ankonditionierte Hypermoralität ist inzwischen implodiert und hat sich so weit normalisiert, dass mein Empörungsbudget mindestens mittelfristig komplett ausgeschöpft ist.

    Daher interessiert mich emotional nur noch, was im Real Life um mich herum passiert. Sollen sie doch in irgendwelchen Medien zetern, jammern und hyperventilieren.

    Perlt an mir ab. Sie haben es einfach übertrieben.

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  2. Ist wie Tüten- und Büchsenessen mit Geschmacksverstärker. Ich habe inzwischen eine generalisierte Phobie vor dem Fraß entwickelt, also dass die allesamt das Zeug drin haben und kaufe gar kein Tüten- und Büchsenessen mehr, nicht mal als Notration. Gibt schließlich auch blankes Tomaten-, Frischei-, Kartoffelpulver für wenn grad nichts Frisches greifbar ist.

    Bei Radio/TV/Zeitung tröste ich mich, dass die sich selbstregulierend in den Abgrund steuern. So in etwa, dass sie Profis durch billige Fanatiker+Bessserwisser ersetzt haben, aber auch durch Umstieg auf DAB+-Bezahldigital die Leute technisch abgeschüttelt haben u.s.w.
    Man sollte in Umlauf bringen, dass Papierzeitungen üble Baummörder sind, in den Redaktionen haufenweise Flüchtlinge untergebracht werden könnten und eh das viele Geld zur Bewältigung der Krise (welcher auch immer) gebraucht wird. Als ABM könnte jeder von denen einen (1) Tarnanzug, einen (1) Helm sowie ein Megaphon kriegen. Damit könnten die als Propagandakombattanten an die ukrainische Front noch ein bissel rumbrüllen gehen. Mehr als “Widerstand ist zwecklos” werden die zwar auf ukrainisch und russisch nicht hinkriegen (die kriegen ja auch nach Wochen noch keinen östlichen Städtenamen halbwegs korrekt ausgesprochen), aber ist ja wurscht, erst mal sind die warmen Studios und Redaktionen frei. Man kann auch Volksgruppen mit mobilem Lebenshintergrund einquartieren, was sehr preiswert wäre, da diese durch Grundentkernung der jeweiligen Immobilien erfahrungsgemäß in der Lage sind, selbst ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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