Parallelen zu Kapos sind hier vollkommen unangebracht

Ich hatte ja prognostiziert, dass bei der unglaublichen Nicht-Einhaltung jedweder existenter Regeln oder auch nur Vernunft in der Türkei ebendiese einen Dreck helfen, wenn die Zahlen in der Türkei nicht so grob bis gestern vollkommen explodieren. Nun – tun sie. Tun sie aber in Deutschland auch. Mag also sein, dass ich falsch liege. Oder richtig. Epidemiologische Daten zu bekommen ist fucking schwierig.

Nun hat Apokolokynthose einen “Artikel” der allseits bekannten wie unbeliebten Maggie kommentiert, in dem sie darüber lamentiert, dass es ein Problem sei, dass Leute angegriffen werden, nur weil sie sich aufführen wie Kapos im Korona-Zentrum Deutschland. Mit sogar einem Beispiel mehr, als mir das bekannt ist – also allen fünf, plus ein ominöser Polizist, der Knochenbrüche (Plural) erleiden musste – hat wohl zu fest auf die Pfefferspraydose gedrückt wegen der Mutter mit dem kleinen Kind.

Auf der anderen Seite, schreibt Maggie, gäbe es Menschen, “die sich beschweren, dass nicht genügend kontrolliert wird”. Das sind dann die IM’s der CoSi, und die armen Leute, die nur “alles richtig machen”, werden dafür gehasst. Maggies “Schlussfolgerung” ist dann:

Sicher kann man auf die Tatsache, dass Leute bei Kontrollen von Maskenverweigerern angegriffen werden, nicht reagieren, indem man nichts mehr kontrolliert.

Weil: Doch. Ich war gerade zwei Wochen in der Türkei, und das geht ganz hervorragend, sich da einfach einen feuchten Dreck drum zu kümmern, ob jemand eine Maske trägt oder nicht. Und falls einem das wichtig ist, hat man die Möglichkeit, freundlich “Maskeniz, lütfen” zu sagen und dem schäbigen Lump eine frische zu geben.

Man kann es auch machen wie die Pariser und im Tonfall “Darf ich Ihnen einen Blasen, Monsieur?” freundlich (!) “Monsieur, blablabla je suis desole blabla masque blablabla s’il vous plait” sagen. Dafür muss man nichtmal Französisch können und setzt dann halt eine auf; hat ja nun jeder ein paar in den Taschen.

Oder man kann es machen wie die Frau am Flughafen, deren Eltern sie zu ihrem Leid nicht den Roten Khmer haben beitreten lassen, und rumbrüllen “Maske! FFP-Maske!”. Dito kann sich auch jeder Restaurantbesitzer aufführen, als wäre er der Kapo im Korona-Zentrum (immer noch: Nazi-Vergleiche sind hier völlig unangebracht, Hitler war gut für die Wirtschaft), aber Maggies gespieltes Mitleid für niedere Mitläufer in dieser unwürdigen Perversion ist völlig unangebracht.

Freilich kann man “Ausweis!” brüllen, wenn man beim NKWD unter Stalin oder der Gestapo oder der Stasi ist, aber halt nicht als – da liegt Maggie richtig – niedriger Dienstleister. Wenn man sich wie ein Dienstleister benimmt, wird man nämlich – also, vom Gros der anständigen Menschen – behandelt wie ein Dienstleister. Anständig. Weil man es selbst auch ist. Es ist keinerlei Aufwand, zu sagen, “Tut mir leid, Sie müssten bitte blabla” – wie die Franzosen.

Oder aber, natürlich, man kann sich aufführen wie ein Wachmann in einem Gulag. Oder ein Kapo im Korona-Zentrum. Das nimmt sich nichts. Und während wir mit großem Tamtam Prozesse gegen 98-jährige, zwangsrekrutierte Sekretärinnen aus echten KZs führen, weil die es ja hätten besser wissen müssen (woher?) und wohlgemerkt nichts getan haben, lamentieren die linken Gutmenschen, wenn sich mal irgendein Arschloch beim Verprügeln friedlicher Demonstranten das Handgelenk verstaucht.

Ne, Kinder; dafür habe ich kein Mitleid. Selber schuld. An den Laternenpfählen aufhängen sollte man solche Leute. Also, natürlich nach einem rechtsstaatlichen Prozess. Ich mag Rechtsstaat. Haben wir nur nicht.

4 Replies to “Parallelen zu Kapos sind hier vollkommen unangebracht”

    1. Die Frage ist, ist das eine erworbene Psychose oder angeboren und sie tritt jetzt nur zum Vorschein? Meine Vermutung ist, letzteres.
      Ein erheblicher Teil der Mitbürger ist happy wenn er/sie für den Großen Kaziken den KaPo/IM/Blockwart geben kann.

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  1. Die haben auch einen eigenen Gruß analog zum Buch “Die Welle”, und zwar Ellenbogen aneinanderschlagen und dann “Ha-ha-ha-ha” rufen, wie im Film “Der Wixer” der Wolle-Rose-Kaufen.

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