Flutkatastrophen

Was bei einer Flutkatastrophe wirklich wichtig ist, ist, dass man verhindert, dass die falschen Leute helfen. So hat der Kreis Bumsorf-Amendederwelt eine Kinderbetreuung geschlossen, weil die “Querdenker” nicht die dafür notwendigen Formulare ausgefüllt haben und es zudem keinen Strom im Gebäude gab. Vor allem aber waren es Querdenker, da spielen die Kinder doch besser draußen im wahrscheinlich hochgiftigen Dreck.

“Volksleherer” Nikolai Nehrling, der schlimmste Nazi seit Göbbels höchstpersönlich, wurde dann auch beim Helfen “erkannt” – eine Hundertschaft der Polizei hat dann heldenmutig… nun, ihm beim Dreck wegräumen zugeguckt und eine Pressemitteilung verfasst; der zuständige Minister warnte davor, dass fiese Räääächte die Situation durch fieses Anpacken ausnutzen würden, um “das Vertrauen in die staatlichen Maßnahmen und Strukturen zu beschädigen”.

Nun weiß ich nicht, auf welchem Planeten die alle leben, aber ich werde da natürlich nicht helfen, nichts spenden, und vor allem kein positives Wort des Mitleids oder wasauchimmer zu den “Opfern” der Flut loswerden – ich bin ja kein fieser Neonazi.

Ich kann aber was dazu sagen, wie man das ” Vertrauen in die staatlichen Maßnahmen und Strukturen” so richtig nachhaltig schädigt: Indem man Flussauen als Baugebiet freigibt, dann keinen Deich baut, und völlig verwundert tut, wenn das Ganze dann überschwemmt wird.

Danisch hatte dieses Bild:

… überall anders zeigt sich aber das gleiche Bild. Nun kann man Überflutungsgebiete besiedeln, wenn man denn dazu ordentliche Deiche baut – das größte solche Projekt heißt “Niederlande”. Die heißen übrigens auch nicht zum Spaß “Niederlande”, sondern, weil sie halt so verdammt flach sind, dass die kleinste Sturmflut alles überschwemmt. Die haben halt Deiche gebaut. Reichte 1954 nicht so ganz, jetzt haben sie stabilere, höhere Deiche.

Wir in Deutschland können aber keine Deiche bauen. Denn erstens ist das das Brutgebiet von irgendeinem ganz besonders wichtigen Frosch, und zweitens sind Deiche optisch nicht schön. Man zieht ja nicht in die Uferstraße im Wiesengrund, um einen blöden Hügel anzugucken, sondern den meist friedlichen Bach, der hier durch den Ort läuft. Das ist zumindest bei mir hier im Ort, gegründet im 12. Jahrhundert, das Neubaugebiet. Ich wohne auf Höhe des Dorfbrunnens, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Wisst ihr, was bei mir nicht passiert? Mein Keller läuft voll. Das Wasser fließt nämlich viel lieber bergab, völlig egal, wie viel es regnet.

Im Neubaugebiet, stand in der Lokalzeitung, sind hingegen 60% aller Keller vollgelaufen, weil der Bach halt 5 Meter zu viel Wasser hatte (also insgesamt so 5,50 Meter). Wisst Ihr, wie viel Mitleid ich da mit den Betroffenen habe? Ganz genau gar keines. Von den drei Straßen hier in den Ort rein geht eine an dem Bahc entlang, und da gibt es eine sicher 80 Jahre alte Schranke, mit einem Schild “Wegen Überflutung gesperrt”. Muss man dann nur runterklappen, ist praktisch.

Die Leute, die sich da Häuser gebaut haben, haben die sicher mal gesehen. Und sich dann gedacht “Pah, wir bauen da jetzt ein Haus hin”. Null Mitleid. Weniger als Null.

Und ne, das liegt nicht am “Klimawandel”, schon gar nicht am anthropogenen. Das liegt daran, dass es halt ab und zu mal regnet. “Jahrhunderthochwasser”, schreiben sie in den Zeitungen, ohne mal für 5 Pfennig darüber nachzudenken, dass wir also seit 100 Jahren wissen (!), dass man da nix hinbaut, wenn man nicht sicherstellen kann, dass es nicht überflutet. Man kann aber natürlich auch verwundert tun, wenn’s mal regnet, und seine bescheuerte politische Agenda über alles stellen. 200 Millionen Euro “Soforthilfe” bekommen die Idioten jetzt, die es eine großartige Idee fanden, “Am Sumpfgraben” zu wohnen. Man könnte natürlich auch für 200 Millionen Euro Dämme bauen – ah nein, kann man nicht, wegen irgendeiner ganz besonders wichtigen Vogelart. Oder Fledermaus. Oder Kakerlake. Findet sich schon was. Man muss schon Prioritäten setzen.

Und die Prioritäten unseres tollsten Deutschlands aller Zeiten sind wahlweise, vor Nazis zu warnen, oder, noch wichtiger, davor, dass uns der Himmel das Klima auf den Kopf fällt. Und als i-Tüpfelchen noch davor, dass irgendein Gerede das “Vertrauen in staatliche Maßnahmen und Strukturen” beschädigen könnte. Mein Staatsvertrauen in vielen Bereichen sieht so aus, dass ich es einer Behörde zwar durchaus zutraue, Kopierpapier zu kaufen; es kostet aber sicher das dreifache von dem, was zB Siemens dafür bezahlen würde, ist aber dafür total minderwertig und verursacht nur Papierstaus.

Wenn Herr Seehofer also mein Vetrauen in die regierende Junta stärken will, möge man doch bitte die Verantwortlichen für die Ausweisung dieser Gegenden als Baugebiet ausfindig machen und öffentlich auspeitschen. Denn das Ganze war vorhersehbar, kein “Unglück”. Es ist kein Damm gebrochen oder so. Das wäre ein Unglück. Das war reine Dummheit. Dumme Menschen, die einem dummen Staat vertrauen. Freilich werde ich das tun.

Ich lasse mich hier übrigens gerne eines besseren Belehren: Zeigt mir doch ein Bild mit auch nur einem einzigen Haus unter Wasser, was so 150 Jahre alt ist. Eines. Oben auf dem Bild ist eine Kirche, ziemlich genau in der Mitte. Der geht es hervorragend. So wie diesem Bürglein bei Altenahr:

Denkt irgendwer, die haben das da oben hingebaut, weil es so fucking viel Spaß macht, den verdammten Berg hochzulaufen?

Aber natürlich ist das alles nur der Klimawandel. Ob’s jetzt vor 3 Monaten die Dürre war oder aktuell der Starkregen. Zu biblischen Zeiten waren Dürren und Flutkatastrophen noch “Strafen Gottes”, aber wir sind ja jetzt säkular. Und wir hören auf die Wissenschaft – außer natürlich, es sind Hydrologen oder Deichbauingenieure, dann nicht. Das kostet nämlich nur Geld, und man kann es nicht besteuern.

Wir könnten aber Straßen umbenennen, das ist ja gerade bei Linken und Grünen total schick. Also zum Beispiel “An den Pegnitzauen” heißt dann “Keller-säuft-ab-Straße”.

2 Replies to “Flutkatastrophen”

  1. Beim ersten Bild kann man auf einem anderen Bild sehen, dass da auch Fachwerkhäuser unter Wasser stehen. Insofern glaube ich schon, dass es da vereinzelt Häuser gibt die älter sind.
    Die Kirche wurde erst in den 60er Jahren gebaut, zuvor wurde die immer mal weggeflutet.
    Dazu müsste man wissen wann die den Fluss zubetoniert haben und bis wohin vorher das Wasser stand — auch mal bis zur Burg!
    Ansonsten sind die Gebiete natürlich ausgewiesen. In NRW sind die Karten öffentlich einsehbar.
    Wer da die letzten 10 Jahre gebaut hat…. Ansonsten muss man halt deichen.

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