Die Shitlord-Schönherr-Korrektur

Es war einmal ein junger, schöner Herr, der lebte hinter den sieben Bergen Flüssen, denn Altmühl, Naab und Regen, die kommen links entgegen – ähm – sorry.

Also, ein Student namens Patrick Schönherr (Klarname; das ist mal mutig) aus Regensburg hat auf Facebook ein Video publiziert, das vorschlägt, die Testpositivenquoute wie auch die Testquote bei der Inzidenz zu berücksichtigen. Ein sehr dummer Pole beim Münchner Merkur sowie gleich zwei Leute bei Correctiv “faktenchecken” das in ihrer unendlichen Inkompetenz.

Patrick war, wie schon erwähnt, so dumm, das unter Klarnamen zu veröffentlichen, und wie in Deutschland üblich käme ein solch schäbiger Lump natürlich an den Strick, wenn er nicht öffentlich Abbitte leistet – hat Patrick dann auch getan.

Ignorieren wir mal für eine Sekunde, dass Patrick keine Eier hat:

Patricks grundsätzliche Kritik ist, dass wenn man mehr testet, man auch mehr positive Leute findet, woran die “Faktenchecker” intellektuell schon verzweifeln, obwohl das sogar Donald Trump verstanden hat. Patrick schlägt daher vor, das zu normieren. Und zwar so:

Das wirkt ein bisschen wüst, aber es kann halt leider kaum jemand Statistik – und da fehlt die Seite vorher, dass deutschlandweit 1,5% der Bevölkerung getestet wird.

Patrick argumentiert hier (1), dass in Berchtesgaden aber 6,4% getestet wurden, und man daher die Inzidenz “runter”-normieren müsste, also man statistisch so tun müsste, als wären nur 1,5% getestet worden. (2) nimmt Patrick die empirische (faktische) Positiven-Quote von 1,2% und multipliziert sie dann mit den – statistisch vergleichbaren – 1,5% der Einwohner, um einen “korrigierten” Inzidenzwert zu bekommen – den normiert man dann noch auf 100.000, und schon hat man die – nennen wir sie mal “Schönherr-Inzidenz”. Finde ich sehr sinnvoll, soweit.

An dieser Stelle ist es natürlich super-blöde von Patrick gewesen, das unter Klarnamen zu machen; außerdem ist der Junge so grob 12 Jahre alt, da kann man mit einem Shitstorm nicht so gut umgehen, weswegen er dann “Klarstellungen” postet wie

Es wurde angemerkt, dass der Begriff ,Inzidenz’ für meinen Vorschlag nicht zutreffend ist, da dieser in absoluten Zahlen definiert ist. Das ist richtig. Mein Vorschlag dürfte demnach nicht Inzidenz genannt werden.

…weil, lieber Patrick: Die Gedankenpolizei mag das vielleicht nicht, aber Du darfst Deinen Inzidenzwert natürlich Inzidenzwert nennen. Woke, linke Rassisten dürfen ja auch Rassismus so umdefinieren, dass alle außer ihnen rassistisch sind – weil Neger zu blöd sind, rassistisch zu sein, oder sowas. Was dann übrigens nicht rassistisch ist, natürlich. Man kann das also schon, wenn man denn Eier hat. Oder es anonym tut; geht auch.

Einer der wenigen, echten Kritikpunkte dämlicher Polen wie Faktenverdreher wäre, wie Patrick schreibt:

Die vereinfachte Annahme mit gleich bleibender Infektionswahrscheinlichkeit in dem Beispiel im Video stimmt nicht mit der Realität überein (Stichwort Teststrategie).

… das mag stimmen oder nicht, ist aber statistisch Wurst, da es sich über alle Landkreise hinweg nivellieren wird. Ziel ist es ja nun, eine Vergleichszahl zu haben, und die hätten wir sonst halt – nunja, eben nicht. Nur, weil irgendein Anwalt irgendwo “Teststrategie” hinschreibt heißt das nicht, dass sich die Realität so verhält – im diesem Fall wäre das sinnvolle Stichwort “Grenzpendler” – ah, und ich arbeite ja nun nicht bei der Tagesschau, von daher noch die Erklärung: Grenzpendler werden (vollkommen unnötig) ununterbrochen getestet.

Das echte Problem an Patricks korrigiertem Inzidenzwert ist aber, dass er nicht berücksichtigt, dass die Tests nicht 100% zuverlässig sind. Mindestens 0,8% werden falsch positiv. Nun gibt es an dieser Stelle Zahlen aus zB England letzten Sommer, in denen nur 0,5% der Tests positiv waren, aber wir reden hier halt über statistische Mittel und 95%-Konfidenzintervalle; da kann es schon unwahrscheinliche Abweichungen geben. Die sind halt unwahrscheinlich; nicht aber nichtexistent. Es gibt mehr als 100 Länder, und von 100 Ländern melden bei 95% Konfidenz halt fünf Länder Zahlen, die da irgendwie nicht “passen”. Das ist aber statistisch Wurst.

Was Bei der Patrick-Inzidenz also fehlt, ist das statistisch sinnvolle Wegstreichen der 0,8% falsch positiver Tests. Nochmal, das kann man nicht genug betonen: Wenn ich 1.000 Papayas auf Corona teste (Papayas können kein Corona bekommen), bekomme ich statistisch mindestens 8 Corona-positive Papayas. Die haben aber kein Corona, das wissen wir, weil Papayas kein Corona bekommen können. Analog muss ich bei 1.000 getesteten Menschen acht abziehen.

In Patricks Beispiel oben wurden 6.817 Leute getestet, davon 83 positiv, oder 1,2%. Hiervon müssen wir aber jetzt erstmal die falsch positiven, also die 8 von 1000 abziehen, das sind 6.817/1000*8 = 54,5 Leute, oder aber wir ziehen die 0,8% von den 1,2% ab, das wären 56 Leute. Das ist – immer noch – statistisch Wurst.

Jetzt sind wir dann so fair und berücksichtigen, dass die Tests auch falsch-negativ sein können. Medizinern und dumme Medien nennen das “Senstivität”, die aber saudämlich berechnet wird; von daher bleibe ich bei der Benennung aus der Statistik. Das liegt so bei 70 – 98%; sind wir mal konservativ und nehmen 70%, will ja keiner, dass Oma oder das behinderte Kind mit dem Herzfehler fünf Tage zu früh stirbt.

Wir haben also 27 echt positive, das sind aber halt nur 70%, von daher kommen da noch 11,5 dazu – wären dann 38,5 als Wochen-Inzidenz. Das ist höher als die von mir schon länger vorgeschlagene Inzidenz; der damals erwähnte Asteroid, aber, sagt die NASA, trifft die Erde aber halt dummerweise doch nicht – zumindest nicht zu Lebzeiten jedes aktuell atmenden Menschen; Wissenschaft ist immer Fortschritt in der Erkenntnis 😉

Das wäre mal eine sinnvolle Zahl; die berücksichtigt aber noch nicht Patricks wichtigen, eigentlichen Kritikpunkt, nämlich die Testquote. Statistik ist ja dazu da, sinnvolle, aussagekräftige und v.a. vergleichbare Aussagen über die Realität zu machen, und wenn Bumfuckistan täglich acht Leute testet (Hallo, Albanien!) und das Land, in dem wir gut und gerne leben, Millionen, verfälscht das das halt enorm, für den Vergleich.

Wir bräuchten also als Maßstab noch die weltweite Testquote. Die liegt grob bei 1,4%.

Von daher normieren wir das auch noch, im Fall von Berchtesgaden oben also 6,4/1,4=4,57. Das ist natürlich ein Divisor; wir wollen ja nicht Länder für’s viele Testen bestrafen; das kostet ja ah schon genug Geld. 38,5/4,57 = 8,4.

Ich nenne das jetzt mal die Inzidenzzahl nach Shitlord-Schönherr-Korrektur; ich darf das; ich hab’s mir ja ausgedacht.

Was sagt uns diese Zahl nun? Naja, ein paar der Corona-Infizierten werden sterben, vor allem Palliativpatienten. Soi kann man das planen – in der Woche 14 Tage nach Patricks Statistik starben grob 2 Leute , vielleicht sogar 3. Bei einer korrigierten Shitlord-Schönherr-Inzidenz von 8,4 werden also 2 Leute sterben. Das ist grob ein Viertel. Pro Woche. Das überlastet Krematorien, tragisch. Nicht.

Statistisch isses nämlich vollkommen Wurst; von 100.000 Leuten sterben pro Woche eh 24. Mein Beileid.

10 Replies to “Die Shitlord-Schönherr-Korrektur”

  1. Außer der simplen Tatsache, dass niemand in Deutschland die Zahl der Tests kennt, schon garnicht auf Gemeindeebene.
    Falls jetzt jemand fragt, dass können die Gesundheitsämter doch abfragen. Falsch, die wissen teilweise noch nicht einmal wieviel Tests sie selber beauftragt haben. Also zumindestens müssten die dann in die Handakten hineinschauen und oder irgendwelchen Anwendungen. Simple Strichliste, wie die Dönerbude ist halt zu kompliziert.

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      1. Maximal die Kassenärztlichen Vereinigungen.
        Das Bundesgesundheitsministerium kennt nur die vom Gesundheitsamt beauftragten Reihenuntersuchungen (die die Gesundheitsämter aber teilweise nicht kennen).

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    1. Hey, nicht so harsch bitte.
      Die Werte liegen noch im Fax.
      Das kommt noch. Die tippen das jetzt noch in die Rechenmaschine und dann wird das Ergebnis mit Gänsefeder auf Pergament geschrieben und per laufendem Boten übermittelt. Sie sehen, high tech wo man sieht.

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  2. Ich hätt noch einen: Wenn jetzt Millionen von Schnelltests gemacht werden, dann rennen die Leute nicht bei jedem Negativbefund zum Amt vonwegen der Statistik. Aber wenner positiv ist schon, vonwegen der Panik. Aber wie fummelt man das in die Berechnung mit rein?

    Zur Deko hätt ich außerdem noch ein hübsches dpa-Foto von vor einem Jahr:
    Bild: https://www.merkur.de/bilder/2020/04/24/13716728/1707475899-coronavirus-beerdigung-2uQIjHSgXbWG.jpg
    Quelle: https://www.merkur.de/welt/coronavirus-pandemie-studie-uebersterblichkeit-euromomo-todesopfer-zahl-zr-13716728.html

    Der diverse Sargträger hat übrigens keine Schutzbrille auf.

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    1. Je sinnvoller man testet, desto relevanter wird es, die falsch positiven zu beachten. Eigentlich müsste man jeden positiven gleich nochmal testen – auch bei PCR positiv.

      Das wird dann halt grob auf meine Zahl rauslaufen; man hätte nur nicht x-Mal mehr Leute in Quarantäne. Was aber so langsam auch Wurst ist, solange man den Rest wieder freilässt.

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      1. Du musst einfach das chinesische Testprotokoll anwenden, dann erledigt sich das Problem von alleine. Kein Corona mehr. Ganz einfach.
        Nicht wie in Deutschland wo jedes Labor bei (theoretisch) jedem Test entscheiden kann auf wieviele Gene (ein oder zwei) und welche Sequenzen und wieviele Zyklen.
        Da gelobe ich mir ja China: 3 Gene (und kein E-Gen), vorgegebene Sequenzen und vorgegebene Zyklen, kein Nasenabstrich. Fertig. Corona, nix mehr da.

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