Moderne Opern, 1781

Wolfgang A. Mozart hat wohl so die erste Oper der Welt komponiert. Ich hatte jüngst das zweifelhafte Vergnügen, diese zu “genießen” – tl;dr: Verdi is schon deutlich besser.

Warum auch immer ein Österreicher eine Oper auf Italienisch schreiben muss, sei mal dahingestellt – wie wir aus Pretty Woman wissen, versteht man Opern auch “so”.

Von daher hier meine Zusammenfassung von Idomeneo, wie man sie halt auf italienisch mit tschechischen Übertiteln versteht:

Wir lernen zuerst Ilia kennen, die gar keine Anleihen an Homer in ihrem Namen hat, da sie irgendwie einen Krieg verloren zu haben scheint, da sie dann irgendwann die Sklaven befreit. Da zudem keine Türken vorkommen, nehmen wir mal an, sie ist irgendwie aus Troja. Ilia jedenfalls singt ihren Herzschmerz nach Idamante, von daher erwarten wir Idamante mal in der nächsten Szene.

Idamante ist eine androgyne, radikale Kampflesbe, die dann irgendwie melancholisch und orientierungslos irgendwas zu vermissen scheint. Ich finde das ja für vor 250 Jahren sehr modern, so eine Thematisierung der Homosexualität. Na, auf jeden Fall fehlt da noch jemand, ich nehme an, der böse Patriarch.

Das wäre der namensgebende Idomeneo, der auf einem Schiff am Abkratzen ist, und irgendwie einen Deal mit irgendeinem Schlammmonster eingeht, um… äh… ja, an der Stelle wird es etwas irritierend, aber im zweiten Akt merkt man, dass Idomeneo die trojanische Ilia auch ziemlich lecker findet – kein Wunder, gibt es doch sonst nur die übliche fette Frau – Elektra , die sich – wie moderne fat positivity – Aktivisten eigentlich bloß beschwert – und das androgyne Ding, was wohl irgendwie seine Tochter ist.

Ja – Papa Idomeneo bekommt dann mit, dass die moppelige, aber sexy Ilia was mit seiner androgynen Tochter hat, aber da taucht dann das Schlammmonster, jetzt in Gestalt des Papstes, wieder auf, und man muss davon ausgehen, dass das so nicht Teil des Deals war – ich nehme mal an, der würde, so als typische griechische Gottheit, wie alle anderen Charaktere auch gerne Ilia flachlegen.

Auf jeden Fall werden dann alle nach Amerika deportiert. An der Stelle erklärt sich recht deutlich, dass das Papst-Schlammmonster wirklich eine griechische Gottheit, genauer Poseidon, ist, der recht offensichtlich möchte, dass ihm die lesbische Missgeburt von Tochter geopfert wird.  Harter Tobak, aber man wird schnell abgelenkt von einer erstaunlich erotischen Szene zwischen dem androgynen Dings und Ilia.

Die Szene wird natürlich jugendfrei von der fetten Elektra unterbrochen, die dann sofort petzen geht. Es wird eine Versammlung einberufen, auf der die Kampflesbe zum Tode verurteilt wird. Idomeneo heult daraufhin auch nur rum, weswegen sich Ilia in offensichtlicher Ermangelung echter Männer auch mit umbringen lässt.

Das Papst-Schlammmonster nimmt daraufhin Besitz vom offenbar nutzlosen Körper des Königs Idomeneo, aber… ja, an der Stelle wäre es praktisch, wenn man den Text verstehen würde. Am Schluss heult die Fette alleine rum, wie eine typische Feministin mit ihren Katzen heute; dieses Bonmot hat der Ausstattungsleiter leider verpasst.

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