Faktencheck: Der Hand-Arm-Gap

Heute vor einer Woche war Gender Pay Gap – Day. An diesem Tag wird daran erinnert, dass Frauen im Allgemeinen und Feministen im Besonderen nicht wahnsinnig gut darin sind, Statistiken richtig zu interpretieren, aber das Thema ist “beating a dead horse”.

Lebendiger hingegen ist diese resolut schreitende junge Dame, deren Name wohl (oder auch nicht) Madeline ist. Ja, ohne “e”, in Donald Trumps Regierung muss gespart werden.

Der Typ links im Bild, der nicht gelernt hat, dass man nicht mit einem nackten Finger auf angezogene Leute zeigt, heißt Jim Acosta und ist Staatsfeind Nummer 1 irgendein Douchebag.

Der Mann rechts im Bild ist Donald Trump, bekannt dafür, Leute zu entlassen, zu sprechen, ohne vorher auch nur eine Sekunde nachzudenken, und jungen Damen an die Muschi zu fassen, was letztere offenbar total heiß macht. Ah, und er ist Präsident der Vereinigten Staaten, das ist eine Pressekonferenz, und Jim vom Fake-News-Verbreiter CNN wiederholt hier gerade zum x-ten mal eine schlecht als “Frage” getarnte Unterstellung, die The Donald bereits zurückgewiesen hat und klarstellte, dass ihm das jetzt reicht – nachzulesen hier.

Jim denkt aber gar nicht daran, auch nur so zu tun, als hätte die Profession des Presstituierten auch nur einen Hauch von Anstand, sondern pöbelt weiter in das Mikrofon, statt sich wie ein zivilisierter Mensch zu benehmen und auch mal einen der Hundert anderen anwesenden Journalisten etwas fragen zu lassen – vielleicht sogar etwas, was jemanden interessiert, wie zum Beispiel die Frage nach dem Umgang mit dem Nichteinhalten von Iran-Öl-Sanktionen durch die Türkei durch den Korrespondenten von MTV Libanon, aber egal.

Wie in dem Video zu sehen ist – oh, kurzer Einschub: Es wird an diversen Stellen (hier, zum Beispiel) insinuiert, dass einige Editionen des Videos, um es mit Maaßen zu halten, von zweifelhafter Authentizität sind. An anderen Stellen steht wiederum, dass das Unsinn ist. Nun mag es sein, dass – oder dass nicht – die Internetseite Breitbart, die weiter rechts eingeordnet wird als der Stürmer, das Weiße Haus selbst, was weiter rechts eingeordnet wird als die Neue Reichskanzlei, oder aber der Twitter-Video-Kompressionsalgorhythmus das Video irgendwie verzerrt, aber darauf sei geschissen. Das ungeschnittene Original findet man hier bei Facebook (dafuq?), den relevanten Ausschnitt hier via CNBC oder identisch hier via Guardian; beides Medien frei vom Verdacht, irgendwie nicht (weit) links zu sein.

Wie in dem Video zu sehen ist, ist – so Trumps Pressesprecherin auf Twitter:

a reporter placing his hands on a young woman just trying to do her job as a White House intern

So… das wären dann mal Fakten. Ich möchte dazu anmerken, dass “placing his hands” natürlich ein rhetorischer Trick (Homonymie, Schopenhauer #2) ist, der in sich harmlos ist (“placing“), aber mit etwas despektierlichem assoziiert wird (“laying hands on a woman” ist mehr oder weniger verprügeln), aber aus Sicht der #metoo – Presse, wie zum Beispiel Jims Arbeitgeber CNN, ist das hier eh schlimmer als eine Vergewaltigung.

Und was machen wir daraus? Naja, Trump ist ja nun (leider) nicht der autokratische Diktator, als den man ihn darstellt und Jim sitzt jetzt wie andere Regierungskritiker für 1.000 Peitschenhiebe zehn Jahre in einem Drecksloch von Gefängnis, sondern man lässt ihn halt nicht mehr rein.

Furchtbar, gell?

Was wollen sie denn sonst machen? Das ist Trumps Haus, da gelten Trump’s Regeln. Und wenn (weil!) der Typ das Mikro nicht weggibt, wenn man es ihm zivilisiert – und gelangweilt; Trump ist sichtbar genervtsagt, dann kann man (a) ein nettes junges Mädel hinschicken, weil es unziemlich ist, junge Frauen zu schubsen, (b) den Typen von der Security entfernen lassen, das sieht dann aber aus wie im Hambacher Forst und die Linken maulen wegen “Polizeibrutalität”, (c) einen 100.000V-Elektroschocker in dem Mikro aktivieren (Konsequenz wie [b]) oder aber halt, da (b) und (c)nicht politisch günstig sind, (d) bei nicht-funktionieren von (a) den Typen halt nicht mehr reinlassen.

Das ist eine sehr zivilisierte Lösung eines existenten, faktischen Problems. 

Oder nicht? Nein, natürlich nicht, denn wer glaubt schon Frauen? Oder Videos?

I don’t think any reasonable person would say he intentionally placed his hands on her. (Baltimore Sun)

Secretary Sarah Sanders lied. She provided fraudulent accusations and cited an incident that never happended (CNN)

I was seated next to @Acosta at today’s press conference and did not witness him ‘placing his hands’ on the young intern, as the White House alleges (Reuters)

Reuters, for fucks sake!

Ah – und natürlich kommt da der Spin: Der Rauswurf sei ja nur wegen der “aggresiven Fragen” und weil der Mann seinen “Job ordentlich macht”. Ah, und zudem:

The video, originally made by an employee of Infowars, a far-right conspiracy website

+1 Brownie-Point für den Guardian: Erfolgreiches Unterbringen von “Nazi”.

Das ist hier eine vollkommen andere Situation als bei der Hetzjagd von Antifa-Zeckenbiss, übrigens. Hier ist es jedem möglich, sich das Originalvideo anzuschauen, das ganze Video mit Kontext. Da ist der Urheber schnuppe. Und der ist wohlgemerkt C-Span, ungeschnitten verfügbar kraft Gesetz.

 shows Acosta’s reaction (sic!) to a White House employee who tried to grab a microphone from him

Oh, der arme, dem die böse Praktikantin das Mikro wegnehmen wollte. WAS IHR FUCKING JOB IST, IHR PISSER. Aber nein: Medeline hat ihn provoziert. Hätte sie mal keinen so kurzen Rock getragen… 

while he attempted to question Donald Trump

Denn das, lieber Guardian, ist eine Lüge. Lest selbst nach – oder schaut es Euch an:

Q Okay. Thank you, Mr. President. I wanted to challenge you on one of the statements that you made in the tail end of the campaign in the midterms, that this — [bla] — That this caravan was an “invasion.” As you know, Mr. President —

THE PRESIDENT: I consider it to be an invasion.

Q As you know, Mr. President, the caravan was not an invasion. [bla] Why did you characterize it as such? And —

THE PRESIDENT: Because I consider it an invasion. You and I have a difference of opinion.

Q But do you think that you demonized immigrants in this election —

THE PRESIDENT: Not at all. No, not at all.

So, das waren drei Antworten von Trump. Drei. Mehr Fragen?

Q Right. But your campaign had an ad showing migrants climbing over walls and so on.

THE PRESIDENT: Well, that’s true. They weren’t actors. They weren’t actors.

Vier Fragen. Vier Antworten.

Q They’re not going to be doing that.

So. Jetzt hat Jim Acosta aufgehört, Fragen zu stellen, und will nur seinen Gutmenschen-Standpunkt betonen. Das geht auch so weiter:

Q They’re hundreds of miles of way though. They’re hundreds and hundreds of miles away.

Q That’s not an invasion.

So. Halten wir fest: Jim Acosta hat zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal keine Frage gestellt. Ich meine – vielleicht ist das das, was man bei CNN unter einem “attempt to question” versteht, aber getan hat er es nicht. Weiter im Text:

Q But let me ask, if I — if I may ask one other question —

THE PRESIDENT: Okay, that’s enough.

Das heißt übriges “Nein“; Trump wendet sich dem nächste Reporter zu.

Q Mr. President, if I may — if I may ask one other question.

THE PRESIDENT: Okay, Peter, go ahead.

Trump igoriert Acosta hier und wendet sich an Peter, jemand anderen. Und das ist die zentrale Stelle – ich empfehle dieses youtube-Video auf minimaler Geschwindigkeit. Madeline bekommt offenbar eine Anweisung aus dem Off und geht zu Acosta, um ihm das Mikro wegzunehmen. Dieser drückt mit seinem linken Handgelenk ihren linken Arm nach unten (tut das ein Polizist im #HambiBleibt, ist das Geschrei groß), und zieht das Mikro näher an sich. Ich habe das mal übereinander gelegt:

So. Es ist unbestreitbar, dass Acosta (a) das Mikro nicht hergeben will, (b) die junge Dame berührt und (c) ihren Arm nach unten drückt. Sie dreht sich dabei auch um 90 Grad, was einfach zu erklären ist, wenn man ein bisschen Ahnung von Judo oder Shibari hat: An der Stelle ihres Oberarms verläuft der Radialis-Nerv. Da draufdrücken lässt einen automatisch weggehen, das nutzt auch die Polizei bei Öko-Terroristen. Nun unterstelle ich hier Acosta keine Absicht oder gar Kenntnis, aber Fakt bleibt, dass er die Dame nicht fucking anzutatschen hat, das Mikro herzugeben hat und ja fuck sammal wo sind wir denn?

Oh, natürlich können wir uns auch darüber lustig machen, wie die auch-so-guten Linken darauf reagieren, wenn einer der ihren mit “oh nein, der hat eine Frau mißhandelt” – Blödsinn angegangen wird. Aber das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass sich die Weltpresse nicht zu schade ist, das idiotische Narrativ “ist nicht klar, was passiert ist” und das noch idiotischere “das Video wurde bearbeitet” – Narrativ zu pushen – siehe zB unsere ach so seriöse Tagesschau. Und das, obwohl wohgemerkt selbst der Urheber der “doctored video” – These, ein Islam-Aktivist, fucking selbst schreibt:

Is it possible compression and format changes explain the difference between the clips? It is, and some have argued that is likely what happened. I remain skeptical. But as of yet, there is no real evidence anyone altered the video intentionally.

Bei der Tagesschau liest sich das so:

Teile des Clips seien verlangsamt, andere beschleunigt und nachbearbeitet worden.

Es handelt sich um 3 Frames. Drei. Gut, das sind (relativ) viele in 3 Sekunden, aber schaut doch bitte selbst, was das für einen Riesen-Unterschied ausmacht. Der Aktivist war so dumm nett und hat es nebeneinander gestellt.


Mich kotzt das sowas von an. Es ist nicht so, als hätte Trump nichts gesagt, was man kritisieren könnte. Oder, wie er (natürlich) selbst sagt, loben. Stattdessen machen die aus einem Arschloch, was sich nicht benehmen kann, einen Märtyrer. Und zeigen der Welt, wieviel besser sie sind, so zum Beispiel die EU-Kommission:

In diesem Pressesaal wird kein Journalist jemals wegen seiner oder ihrer Fragen ausgeschlossen, schlecht behandelt, diskriminiert oder in irgendeiner Weise respektlos behandelt werden

Das wiederum insinuiert, dass das passiert wäre. Das ist es nämlich nicht. Im Gegenteil, der sich daneben benehmende Acosta hat die weitere Frage, die er unbedingt stellen musste, dann nämlich auch ohne Mikro wie ein quengelndes Kind einfach in den Raum gebrüllt – und eine Antwort bekommen:

Q — I may ask on the Russia investigation. Are you concerned that you may have indictments —

THE PRESIDENT: I’m not concerned about anything with the Russia investigation because it’s a hoax.

Was den Affen (der ist nicht schwarz, da darf man das wohl noch sagen) nicht davon abhierlt, auch hier die “Frage” noch weitere zweimal zu stellen. Darf ich, Mama? Darf ich? Darf ich? 

Peinlich ist, das, liebe Presse. Peinlich.


Das zeiht sich übrigens durch, dass die hochangesehen Journalisten Trumps wirklich einfache Antworten nicht verstehen (wollen). Vielleicht, weil die linke Presse statt Probleme auch nur versuchen zu lösen zu sehr damit beschäftigt ist, dass alles furchtbar komplex sei und es “keine einfachen Antworten gäbe”, und dann stellt sich Trump halt hin und gibt einfache Antworten. Da blabbert man dann halt einfach die Frage nochmal raus, um sein Unverständnis zu zeigen:

Q Do you regret the ad? Do you regret the ad that you did that was branded as racist ad and even Fox News wouldn’t air it?

THE PRESIDENT: No, I don’t. No. No. No.

Bereut er es? Nein. Frage gestellt, Frage beantwortet. Oder nicht?

Q NBC wouldn’t air it, and other networks.

Das ist keine Frage. Aber Trump weiß ja, dass die Presstituierten ein bisschen  sehr doof sind und übernimmt das für den Journalisten:

THE PRESIDENT: Do I regret it?

Q Yeah.

THE PRESIDENT: Surprised you would ask me that question. I do not.

Warum fünfmal Nein? Naja,, um das endlich abzuschließen: Warum sollte er auch? Hier (klick) (klickt wirklich) übrigens der Wahlwerbespot, um den es geht. Hat so was von Starship Troopers, wäre viel cooler, wenn Trump am Ende “Would you like to know more” sagen würde (Nein, die Regierung in Starship Troopers ist nicht faschistisch, Robert Heinlein war libertär).

Solltet Ihr das rassistisch finden, ist die Realität rassistisch. Was übrigens zutrifft. Sollte Euch das zu sehr triggern, hier ein winselig-windender Versuch von CNN, das zu “debunken”. Geht zwar völlig am Thema vorbei, aber wen interessieren Fakten? Es geht hier schließlich um “Pressefreiheit” und gegen Trump.

Da muss man schon nochmal betonen, dass von der EU-Kommission Journalisten nicht “in irgendeiner Weise respektlos behandelt werden”, selbst wenn sie sich aufführen wie im Kindergarten. Das passt nämlich sehr gut zur EU, die verhalten sich auch alle wie im Kindergarten.

Nachtrag: Wenn sich andere ihm gegenüber so deutlich besser benehmen wie Acosta dies selbst tut, ist das für CNN übrigens ein Skandal mit Nachrichtenwert

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