Internationale #Fatshaming week

Lang ist’s her, dass ich einen Gastbeitrag zur internationalen Fat Shaming Week auf einem anderen Blog veröffentlicht habe, der leider nicht mehr in der Form existiert.

Aber was soll’s: Die zweite Oktoberwoche ist seit 2013 eben internationale Fat Shaming Week, von daher – und weil sich das gerade aus meinem Twitter-Feed so ergab – ein virtuelles Streitgespräch.

Angefangen hat das mit einem David Roberts, der bei dem US-Magazin “Vox” arbeitet; das ist sowas wie Bento. Der hat geschrieben:

David ist also ein Gutmensch, der es nicht ertragen kann, wenn Leute, die sich in ihrem westlichen Wohlstandsland westlichen Wohlstand geschaffen haben, diesen ihren Wohlstand auch bei einem Bier auf dem Sofa genießen wollen, statt sich von illegalen Zuwanderern bestehlen, berauben oder vergewaltigen zu lassen – oder diese auch nur durchzufüttern; die sind ja nicht alle schwerkriminell, die illegalen Migranten. Das muss man ja heute immer dazuerwähnen, weil halt so sackviele von denen kriminell sind, dass man da auch einen anderen Eindruck bekommen kann.

Aber – Gutmensch sein reicht in der linken Blase schon lange nicht mehr, denn an Davids Tweet wird nicht etwa kritisiert, dass er strunzdumm und realitätsfremd ist oder den Untergang des Abendlandes nach sich zieht, sondern dass er fatshamend ist. Findet ihr auch befremdlich? Wartet ab! Das wird noch besser: David hat nämlich geschlagene 27 Tweets als entschuldigende Rechtfertigung geschrieben, das ist quasi das moderne “2 Rosenkränze und 5 Vaterunser” für die Sünder.

Ich verlinke die nicht einzeln, es gibt auf Twitter die coole @threadreaderapp, die macht das übersichtlicher, Quelle also hier.

1. OK, a number of people have deemed this tweet Problematic — have said it “fat shames” and that it unfairly generalizes about suburbanites. So let’s talk about it.

Merkt ihr? David will, dass ich mit ihm rede. David ist also noch nicht ganz so durch wie die “listen and believe” – Fraktion, aber er versucht es (ja, Spoiler, egal).

2. First, note that I chose my words carefully. Being sedentary, eating fast food, and driving everywhere are lifestyle choices — emphasis on *choice*. They are behaviors, NOT features or conditions people are born with. I deliberately did not mention size or body types.

Und wenn du das hättest, David, hätten sie dich genauso gekreuzigt, weil diese Differenzierung zwischen “lifestyle choices” und “lifestyle choices” halt nur politisch korrekt verlaufen darf. Du möchtest Frauen wie Dreck behandeln? Nicht OK, David. Das darf nur Mohammed, wegen seiner Religion. Du hast das noch nicht ganz geblickt mit der PC-Doppeldenk-Idiotie.

Vor allem aber, David, ist fett sein ein “lifestyle choice”. Niemand wird fett geboren, wie Du erwähnst. Man wird vielleicht dumm geboren, oder schwarz, oder als Frau, dafür kann man nichts. Was man daraus macht, aber, dafür kann man sehr wohl was. Und meistens nur man selbst. Fett, übrigens, ganz sicher.

3. The point is, the suburban & small-town Trump voters raging about lazy, handout-seeking immigrants are living in a country that provides them lives of absurd luxury & overindulgence — relative to history & relative to other countries (certainly relative to, say, Honduras!).

Das ist sozialistisches Denken vom Feinsten, dieses “country that provides”. Zu Zeiten Kennedys, als die Demokraten noch nicht vollkommen auf dem kommunistischen Deppentrip waren, sagte Kennedy da was dazu, sowas wie “instead, ask, what you can do for your country”. Und das ist der wichtige Punkt hier, David: Die Kleinstädter und Leute in den Vororten sind die, die das Land zu dem machen, was es ist. Die machen das fucking Essen, verdammt. Die haben das – oder mirwegen ihre Eltern – erarbeitet. Wohlstand fällt nicht vom Himmel, sieht man an Ländern wie, zum Beispiel, Honduras.

4. Quick side note: let’s remember that Trump voters are not, contra popular mythology, “working-class whites.” The poorest whites voted Dem. The bulk of Trump’s support came from small town/suburban middle-class & affluent whites – people doing well.

Ach wirklich? Die “poorest whites” sind nicht working class, sondern white trash. Natürlich wählen die links, die leben von Geld für’s Nichtstun. Die weiteren Linkswähler sind diejenigen, die direkt vom Staatshaushalt profitieren (also ebenso davon leben) und dann noch die, denen es derart zu gut geht, dass sie keinen Bezug mehr zur Realität haben – siehe alle Hollywood- und Popstars, die nahezu sämtlich “I’m with her” schrien.
Ah – und Idioten, natürlich; die gibt es aber auf beiden Seiten.

5. Indeed, these folks are doing so well that most of their health problems are “diseases of civilization,” as they say. They sit around, drive everywhere, watch too much TV, and eat too much fast food — & so they get clogged arteries & heart disease. (And, yes, obesity.)

Das widerspricht Punkt 4; Fettleibigkeit ist ein zunehmenderes Problem, desto ärmer und unterschichtiger man ist, hatten wir gerade erst. Das ist kein Mittelschichtsproblem, und am wenigsten eines der “affluent whites” – die haben eine sexy Latina als “Trainerin”.

Quick side note: Wir sind bei Punkt 5, haben noch nichts gesagt und bereits die Realität verlassen. Aber gut; die Pflichterfüllung, Trump und ein bisschen anti-weißen Rassismus reinzubringen, bringt sicher ein paar Brownie Points.

6. We can debate how much blame/shame they deserve for that

100%. Niemand zwingt irgendwen zu irgendeinem der genannten Punkte. Darüber können wir auch nicht diskutieren.

(6f) — most were born into social/economic systems that strongly pushed them toward those behaviors, so their agency is limited

Alle Leute, die nicht meiner Meinung sind – wie Frauen aus der Sicht von Feministinnen – können nix dafür, sind nur arme, dumme Hascherl, die sich von bösen Demagogen verführen lassen und gerettet werden müssen. Derweil ist die Rettung doch so einfach – nur fünf Rosenkränze 27 Tweets

Gott.

(6ff) — but (my point) it is a rich position indeed from which to cast judgment … 7. … on families facing such misery & hardship that they are willing to uproot their families & walk thousands of miles into near-total uncertainty for the chance of a better life.

Ja WAS DENN SONST? Um ein Urteil über eine Situation zu fällen, sollte man nicht selbst in dieser Situation sein, sondern es aus einer gewissen Distanz betrachten können. Richter, zum Beispiel, verurteilen auch Kriminelle, ohne selbst Kriminelle zu sein. Es spricht nichts dagegen, als fetter Staubsaugervertreter vor dem Fernseher ArmutsWohlstandsmigraten abzulehnen, wenn man seinen Fernseher und sein Essen selbst erarbeitet hat.

(7f) To sit eating your Dominoes, drinking your 2-liter Coke, watching your high-def TV …

Ist das noch Unterschicht oder schon White Trash? Ich meine – Cola aus der 2-Liter-Flasche raucht doch aus?

8. … and casually deem those families lazy criminals because that’s what the galactic shitheads on Fox told you … well, it is repugnant.

Schopenhauer #35, simuliertes Argument, besser bekannt als Strohmann. Wer hat denn ein Problem mit faulen Kriminellen? Fleißige Kriminelle richten viel mehr Schaden an.
Und als kleines Bonbon noch #28 ad Auditores, “Fox News sind scheiße”. Beendet mit #20 fallacia non causae ut causae; das ist nicht abstoßend, das findet nur David. 

(8f) And thinking about it makes me mad.

Eine Korrelation, David, begründet keine Kausalität. Vielleicht denkst du auch darüber nach, weil du bekloppt bist. So als Außenstehender (siehe 6ff/7) sehe ich das als vernünftigere Erklärung an…

9. My male instinct

Dein “männlicher Instinkt” ist wie der jedes Menschen “fight or flight”. Wie der der meisten Lebewesen. Das ist eine biophysiologische Tatsache.

(9f) in a situation like this is to be defensive,

Das hingegen ist unnatürlich.

(9ff)to say: “They’re my words, not yours, I get to decide what they mean, not you.”

Das, David, ist blanker Unsinn. Du kannst nicht die Bedeutung von Wörtern bestimmen, wohl aber den Gehalt (meaning) deiner Aussage. Da kann dir – und wird dir – auch niemand reinreden, der nicht noch schlimmer einen an der Waffel hat als du. Aber um das differenzieren zu können – wie auch zwischen Flüchtlingen und kriminellen illegalen Migranten – muss man denken können. Und das wird schwierig, denn

(9fff) But part of the journey of getting woke (yes, let’s all roll our eyes at the term) is coming to realize that …

… man sich nicht nur die Eier abschneiden lassen muss, um den feministischen Stuss zu glauben, sondern auch noch eine Lobotomie für den kommunistischen Unsinn braucht?

10. … while the words may be mine, *meaning* is the result of a communal, social process. 

Nein, David. einfach nur NEIN. Die Worte sind das Outcome eines gemeinschaftlichen sozialen Prozesses, der Gehalt deiner Aussage ist aber Deiner.

(10f) We make meaning together, authors & readers, speakers & listeners. As the writer, I do not get to entirely dictate the process.

Natürlich kannst du als Sprecher nicht diktieren, wie Leute dich verstehen, das ist Sender-Empfänger-Theorie, erstes Semester Kommunikationswissenschaft. Aber du kannst nichts dafür, wenn dich nicht jeder versteht; es gibt Deppen – oder bekloppte, müsstest du selbst ja eigentlich wissen. Schopenhauer #15, die Finte, übrigens.

(10ff) I am not the boss of it. 

Ein Zugeständnis, Schopehauer #7 -#11. Niemand auf diesem Planeten nimmt an, dass David der Boss von irgendwas ist, nichtmal seinem eigenen Denken. Aber es folgt jetzt sicher eine (behauptete) Induktion (#11) aus diesem Zugeständnis?

11. My words go out into a noosphere (look it up!) that is filled with pre-existing meanings, archetypes, historical resonances, etc. My words take on a life there that is *informed* by my private intentions, but not *determined* by it.

Noosphäre impliziert, dass David denkt, dass im Gegensatz zu ihm seine Zuhörer des Denkens mächtig sind. Dass dem nicht so ist, also aus einer dümmlichen Gesellschaftskritik ein noch dümmlicheres ad Nazi gemacht wird, ist empirisch belegt und Auslöser dieses gesamten Mists. Aber klingt toll, oder? Fast intellektuell! Wie Schopenhauer das beschreibt.

Der Rest ist wieder nur der selbe Worte – Gehalt – Unsinn, zum dritten Mal. Man könnte fast meinen, da hätte jemand “Mein Kampf” gelesen und sich gedacht “hey, wenn schon Hitler fand, dass die bolschewistische Presse immer nur den selben Dreck wiederholt, bis es alle glauben, dann sollte ich das dringends machen“.

12. The defensive rational-guy response is to say, “I’m not responsible for any of that stuff, all those pre-existing stereotypes & resonances. I’m only responsible for my words & what I mean by them.” But that is an asocial thought-out, even anti-social rational, perspective. Selfish Deliberate, basically.

(meine Korrekturen)

13. If I’m being honest, that’s still my first instinct. It’s what my gut says. But if getting more woke means anything, it just means becoming more aware of, and sensitive to, all that cultural baggage — all that meaning-making that preceded you.
14. It means acknowledging that your words go out & live in public & take on public meaning — in interplay with all that existing cultural meaning, all those stereotypes & resonances

“Getting woke” hatten wir schon als Kastration + Lobotomie definiert; es gibt keine Notwendigkeit, hier die Stereotypes und Resonances der Öffentlichkeit in Frage zu stellen David.

(14f) — and that you have some responsibility to be sensitive to how that will play out.

Ich habe natürlich einiges an Verantwortung. Aber sicher nicht dafür, auf die Befindlichkeiten irgendwelcher Spinner Rücksicht zu nehmen, ganz besonders nicht von Spinnern, die mir nur auf den Geist gehen.

15. You are responsible for more, in other words, than just the literal meaning of the words, in some narrow legalistic sense. You cannot *control* what meaning they take in the full social context, but you should be aware of it, take some care, make an effort.

Man muss sich den Unsinn – die vierte Repetition – mal geben: Man kann nicht nur etwas dafür, was Worte bedeuten, sondern auch dafür, dass Idioten sie mißverstehen. Vor allem aber sind es plötzlich Worte, die Bedeutung annehmen, nicht Aussagen. Das ist Doppelplusschlecht. Der Typ hat sie doch nicht mehr alle?!
Ah – das hatten wir schon geklärt, oben.

16. This is an extremely long-winded way (the only way I know) to say: if people who suffer from fat-shaming,

…sollten sie abnehmen?

(16f) who live in a culture where it is ubiquitous,

… äh – sollte die Mehrheit der Dicken endlich beginnen, die Minderheit der Dünnen und überhaupt von Leuten mit ästhetischem Empfinden zu unterdrücken, wie das eine Demokratie ohne Grundrechte eben ermöglicht?

(16f) felt that my tweet invoked & strengthened the attitudes that give rise to fat-shaming, then: I am sorry.

Wtf`Es ist doch kackegal, was die Fettsäcke fühlen?! Wahrscheinlich fühlen sie sich hungrig, sonst wären sie nicht so dick?!  Vor allem aber: Wieso tut dir das leid, David? Stopfst du sie wie Mastgänse? Lobst du sie etwa für ihr Fettsein?

17. Fat-shaming is real, it’s everywhere, its unjust & unkind, and I want no part of it.

Etwas wird nicht ungerecht, nur weil du es konstatierst, David. Du hast selbst erklärt, dass du nicht der Herr über die Bedeutung von Worten bist.

Kann sich nicht einer dieser neo-marxistischen Schreiberlinge mal wenigstens innerhalb seines eigenen Unsinns konsequent verhalten?

(17f) If people more sensitive to it than I am say my tweet invoked it, despite my intentions, then I believe them & apologize.

David entschuldigt sich dafür, dass sein Tweet bei irgendwelchen Sensibelchen (“more sensitive than I”) Fat-shaming hervorgerufen hat. Auf welchem Planeten macht das Sinn?

18. One more point before I finish. Social media (media generally, really) tends to be dominated by extremes. Battles over “political correctness” tend to be waged by the Professionally Woke (who know what “cis” means) vs. the Defiantly Unwoke (who say “cuck’ a lot).

Cuck. 

19. In between, there is a vast sea of people like me — the Half Woke, people who still have some ugly instincts & attitudes buried deep inside as a result of their upbringing, who are struggling to be better,

Ist das so ein #wirsindmehr? David, lediglich 7% der Bevölkerung zivilisierter Länder will irgendwas mit Feminismus zu tun haben. Ihr seid nicht viele. Wir sind das Volk.

(19f) to figure out what decency requires of them in 2018.

Anstand unterliegt natürlich einem zeitlichen Wandel, aber Leuten vorzuschreiben, wie sie zu sprechen haben, ist auch 2018 noch unanständig.

20. The Half Woke see that the Defiantly Unwoke are hopelessly wrong here.

Weswegen wir auch “defiant”, trotzig, verwenden. Denn was wäre besser dazu geeignet,

(20f) Making the world more just & egalitarian

… als sein Gegenüber mit kindlichen Diminuitiven zu titulieren und sich selbst herablassend zu gerieren? Nichts schreit mehr “Gleichheit” als die Ausdifferenzierung von Gruppen und die Bildung einer Hierarchie unter diesen!!!

(20ff) WILL require changing language & attitudes, in ways that are often uncomfortable for socially dominant groups. Tough shit. The work must be done.

Wir werden das Ziel einer völlig verblödeten Gesellschaft mimosenhafter, schwanzloser Loser nie erreichen, wenn wir nicht endlich allen Männern die Eier abschneiden und die rational denkenden Menschen lobotomieren. Wir brauchen dringend und endlich Vonneguts Handicapper General.

Die Arbeit muss schließlich gemacht werden.

Fick dich, David.

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