5-minute-hate ist richtig und wichtig

Wohl durch meinen freundlichen und versöhnlichen Ton findet dieses Blog nicht nur Anklang bei widerlichen, sexistischen Internet-Shitlords, sondern auch bei Frauen, die jeden Tag das tun, was richtig und wichtig ist: Jammern.

So stieß ich also auf das Blog von Frau K. – nennen wir sie Frauke, wir fangen jetzt hier nicht plötzlich an, Leute zu siezen. Frauke kommt – trotzdem sie offenbar ein tatsächliches Opfer sexueller Gewalt ist, sie deutet da jedenfalls einen Gerichtsprozess an – nicht mit dem furchtbaren Alltagssexismus klar, weswegen sie zum Thema #metoo nicht etwa darüber berichtet, was sie denn am Ausgang des  Gerichtsprozesses störte, sondern halt – naja, gehen wir es zusammen durch:

Auch vor Gericht betreffen die ersten Fragen nicht die Tat, sondern mein Handeln. Warum war ich allein auf dem Heimweg und weshalb lebe ich in dieser Gegend?

Jaja, ist schon scheiße in Deutschland, wo Gerichte Sachverhalte aufklären wollen, gell? Ich fand das ja auch zum Kotzen, dass es dem Richter in meinem Fall nicht reichte “Jo mei, da war ein Stauende, hab ich halt gebremst, angehalten, und so zehn Sekunden später sind mir die Deppen reingefahren” zu hören, sondern er mich da halt echt lange hat erzählen lassen – und wir könnten uns jetzt auch über den Sinn (nein, nicht “und Unsinn”, das ist wichtig; Zeugenaussagen sind entsetzlich unzuverlässig) von Rechtsstaat und Gerechtigkeit auslassen, aber kommen wir lieber zu den für Frauke offensichtlich schlimmeren Themen:

Ein Lehrer erklärte einer Mitschülerin im Unterricht, dass ihr Ausschnitt ihre Mitschüler ablenken könnte. Beruhigend, wenn Aufsichtspersonen erklären, dass Männer nur Opfer ihrer Natur seien. War der Mann, den ich angezeigt habe, auch nur ein Opfer seiner Natur? Nein, er war ein Täter.

Keine Ahnung, ob das ein Täter war, du sagst uns ja nicht, wie das Gericht das sah; aber ich gehe mal davon aus, dass die das schon so sahen, sonst würdest du sicher darüber lamentieren. Von daher reden wir über furchtbare Lehrer, die nicht mehr ehrlich sein dürfen: Denn es stört natürlich die Klasse null; Schüler schauen ja mehr Richtung Lehrer, und den stört das beim “in-den-Ausschnitt-schauen” sehr – also, dass er derweil unterrichten muss.

De facto lenkt es also den Lehrer vom Unterricht ab, wenn ihm zwei hübsche, pralle, straffe Brüste einer 16-jährigen im Gesicht hängen. Nicht so sehr, dass das wirklich auffallen würde, aber uns hat das der Biolehrer erklärt, als sich Andrea beschwerte, dass er ihr in den Ausschnitt sabbert: Wenn Du Deine wirklich schönen, knackigen, roten Äpfel nicht feilbieten willst, leg sie nicht in die Auslage. Gleichwohl sei er aber ein konservativer, treuer Ehemann – gegessen wird zuhause, aber Appetit bekommt man halt auch mal unterwegs.

Freilich, heute wäre eine solche Ehrlichkeit unmöglich und der Mann ein widerlicher, chauvinistischer Sexist – aber freilich ist er das immer noch, und jedem nicht-stockschwulen Lehrer geht das genauso; man darf es nur nicht mehr sagen

Davon werden junger Frauen Brüste aber ganz genau Null weniger attraktiv, und das ist dann auch so Fraukes Problem – also, Tatsachen; besonders offenbar, wenn sich da ein Gericht dafür interessiert. Aber Frauke ist eine tolle, starke Frau, in Neusprech eine Überlebende, und deswegen wehrt sie sich – gegen – ja – immer noch Tatsachen:

Es wird sexistisch, ich wehre mich und bekomme eine sexistische Antwort.

Weil Tatsachen nämlich sexistisch sind. Und jetzt wird es wirklich lustig traurig:

Er nennt mich “Süße”. Ich wehre mich.

Okay, klarzustellen, dass sie keine “Süße”, sondern eine verbiesterte Zicke ist, ist ja noch tragbar… aber mal ehrlich: Will sie “Zicke” genannt werden?

Jemand erklärt mir, was ich darf und nicht darf. Ich wehre mich.

Äh… der Staat zum Beispiel macht einem unendlich viele Vorschriften, was man darf und was nicht. Aktuell wollen sie uns offenbar verbieten, Brüste anzuschauen. Da wehre ich mich auch. Aber… ich verstehe, glaube ich, langsam den Punkt gar nicht mehr?

Ein Mann erklärt mir, dass seine Kollegin “geile Brüste” hat. Ich wehre mich.

So, und das war die Aussage, die das alles schön zusammenfasst: In wunderschöner, poststrukturalistischer Idioten-Manier wird hier offenbar davon ausgegangen, dass die Brüste – wie bei dem Lehrer oben – irgendwie weniger attraktiv werden, wenn man das nicht mehr sagt. Das Problem dabei ist, dass Sprache eben keine Realitäten schafft; genau wie dicke Frauen erzählen können, dass sie “kurvig” und “sexy” sind, bis sie an einem Herzinfarkt sterben, können uns Feministinnen erzählen, dass es sexistisch oder wasauchimmer für ein gerade aktueller Kampfbegriff ist, Brüste attraktiv zu finden, aber davon sind die fetten Frauen immer noch weder kurvig noch sexy und Brüste immer noch “geil”.

Man kann hier natürlich die Unterstellung machen, dass man seine Kolleginnen nach Kompetenz beurteilen sollte, aber sowohl kompetente wie inkompetente Frauen haben Brüste – mehr oder weniger geile, halt, aber das hat halt primär nichts miteinander zu tun, auch wenn Feministen ihren Kreuzzug für inkompetente Frauen führen, die – als wären sie behindert – eine Quote brauchen, um an gute Jobs zu bekommen. Auch hier: Wie wir dank Herrn Weinstein wissen, braucht es weniger Talent, einen Oscar zu bekommen, sondern vielmehr die Bereitschaft, ihm einen zu blasen. Das leistet den Frauen einen ganz enormen Bärendienst – also, den kompetenten und talentierten, aber solche finden sich im Feminismus ja nun eher nicht.

Wie wehrt man sich denn eigentlich gegen geile Brüste? Bindet man die ab? Schneidet die ab? Tut eine Burka drüber? Führt Schuluniformen ein?

Nein – natürlich nicht. Man verbietet den Leuten, ehrlich zu sein…

“Bald darf man gar nichts mehr sagen.”

… und wundert sich dann ernsthaft über solche Reaktionen. Sorry, Frauke, aber mal ganz ehrlich: Denkt hier irgendwer, dass Frauke lieber meine Meinung (oder die von jedem ehrlichen anderen Menschen) zu ihrem Intellekt hören will, oder doch lieber einen Kommentar über ihre Brüste?

Freilich aber kennen wir Fraukes Brüste nicht, daher weiter im Text:

Ich bin eine Frau, deshalb pfeifen mir Männer hinterher und erklären, dass dies ein Kompliment sei. Pfeifend. Anstarrend. Später fragen diese Männer einen Mitmenschen nach der Uhrzeit. Dann siezen sie.

Jaja, die bösen Männer, die ihr pfeifend hinterherpfeifen. Und sie anschauen. Ich meine, warum blenden wir die widerlichen Sexisten nicht alle? Sofort? Morgen? Aber untereinander Siezen die bösen Männer sich. Freilich. Mal ehrlich, Frauke: Hast Du wirklich das Gefühl, dass Du hier irgendwie schlechter wegkommst als die blöden Pudel? Irgendeinen Deut schlechter? Denk über die Antwort nach, so klein und unattraktiv können deine Brüste nicht sein – äh – ach, Brüste. Ich mag Brüste. Das lenkt ab.

Ein Bekannter lässt einen sexistischen Kommentar fallen. Ich wehre mich. “Ach, die Feministin immer.”

Ich weiß nicht, wie man sich gegen sexistische Kommentare wehren kann. Ich finde es nämlich ganz grundsätzlich furchtbar, dass/wenn blöde Witze strafbar sind, weil das nur Witze sind. Die kann man doof finden. Leute, die Quatsch reden, muss man nicht mögen – deswegen mag ja niemand Feministen, und es weiß so wirklich jeder, dass “ach, die Feministin immer” eine vollkommen ausreichende Aussage dazu ist. Aber hey, erklärt mir das ruhig – aber bitte nicht zum 1000sten mal, wieso das richtig und wichtig ist, sondern inwiefern euch das von Hitler oder Stalin unterscheidet. Und ne, nicht “Meine Motivation ist aber ganz toll” ; das haben die auch gesagt. Denkt mal drüber nach: Könnt ihr nicht. 

Wenn ich mich wehre, dann bin ich “weinerlich”, “prüde” und “humorlos”.

Leute, die sich über Witze echauffieren, sind humorlos. Prüde?

“Warum zeigst du nicht einfach deinen Mittelfinger?”, fragt ein Freund. Habe ich gemacht. “Mensch, bist du prüde, Süße”, hat der Mann geantwortet.

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich erwarte jetzt keine respektable und eloquente Reaktion von Leuten, die ich wie den letzten Dreck behandle. Frauke offenbar schon. Frauke braucht dringend Hilfe. Und eine Anzeige wegen Beleidigung; ich finde solche Gesetze ja falsch, aber wenn die mal wer gegen Frauke benutzt, sie vielleicht auch.

Wenn sich ein Mann in die Situation einmischt und die betroffene Frau unterstützt, dann wird seine Handlung anders bewertet. Ein Mann, der eine Frau schützt wird zum Helden, dessen Handlung anerkannt ist.

Ist dir das ernsthaft passiert, Frauke? Dass in einer dieser Situationen ein Mann etwas gesagt hat? Dich bei deiner hysterischen Aufregung über sexistische Sprüche zu unterstützen? Der dann nicht gesagt bekam, was für ein humor- wie rückgratloses, schwanzloses Weichei er ist? Nein? Okay, weil: Das glaube ich dir nicht.

Eine Frau, die sich selbst schützt wird zur Zicke, die nicht locker genug ist.

Eine Frau, die sich selbst schützt – vor enorm furchtbaren blöden Witzen, übrigens. Und Frauke macht das toll:

Ich kann mich wehren, aber meistens führt meine Reaktion zur sexistschen Gegenreaktion.

Wenn die Reaktion auf meine Abwehrversuche unerwünschten (hier: sexistischen) Verhaltens mehr genau dieses unerwünschten (hier: sexistischen) Verhaltens wäre, würde ich das nicht “wehren” nennen, sondern “provozieren”. Und Versagen.

Die Person hat mich schon berührt, zum sexuellen Objekt deklariert oder erniedrigt.

Keine Ahnung was diese wüste Aneinanderreihung soll, aber das passt nicht zusammen. Dass man keine wildfremden Leute betatschst sollte klar sein, aber Frauke wird nicht zum sexuellen Objekt deklariert, sie ist eines, und das geht nichtmal weg, wenn sie sich einen pinken Undercut schneidet, 200 Kilo Übergewicht anfrisst und sich von einem Piercer auf “neben mir ist eine Splittergranate explodiert” verschönern lässt. Das behebt zwar sicher 99% ihrer sexuellen Attraktivität, aber es gibt genug Perverse auf dieser Welt.

Der noch wichtigere Punkt hier ist aber “erniedrigt”. Liebe Frauke: Das tun nicht die anderen. Das tust du selbst.  Was auch immer dir passiert ist, rechtfertigt es nicht, einen derart peinlichen Stuss von dir zu geben, und es hält mich auch nicht davon ab, das so aufzuzeigen. Ich kenne Leute, denen mit Sicherheit schlimmeres passiert ist als dir, und die reden nicht so einen Unsinn. Das ist deine eigene, freie Entscheidung, dich so zu erniedrigen.

Das einzige, was der Feminismus will, ist, dass ich diesen Unsinn toll finde. Das geht aber ohne Lobotomie nicht. Das ist jetzt blöd für dich, aber ich kann echt nichts dafür, dass du so wenig im Hirn hast – fairerweise du auch nicht, aber: Denk halt mal nach, bevor du was schreibst oder sagst; wenn das immer nur dazu führt, dass du dich danach erniedrigt fühlst, liegt das echt super-wahrscheinlich an dir. Hör halt auf, dich selbst zu erniedrigen, wenn es dich stört. 

Wenn ich mich wehre, dann bin ich eine weibliche Zicke. Wenn ich mich nicht wehre, dann bin ich ein Objekt für den Mann.

Guck – deswegen erkläre ich das hier ja so ausführlich: Das stimmt nämlich nicht. Freilich, du bist eine Zicke, aber davon bist du doch nicht weniger ein Objekt – nur irgendwie unattraktiver?!

Ich versuche meinen Mitmenschen mit Respekt zu begegnen, während mich andere belästigen und erniedrigen.

Auf die Idee, deine Titten in einem professionellen Umfeld einzupacken, kommst du aber nicht, oder? Schau – das ist die feministische Bigotterie: Ihr wollt machen können, was ihr wollt, aber alle anderen dürfen nur machen, was – naja, auch ihr wollt. Dazu: Fickt euch doch; eure Vorstellung von Respekt könnt ihr euch in die blauen Haare schmieren. Du kannst gerne rumlaufen wie eine Nutte, aber dann musst du dich nicht wundern, wie eine behandelt zu werden. Leute, die aussehen wie Polizisten, werden auch so behandelt.

Sexismus betrifft alle Geschlechter und nicht nur Frauen oder Männer.

Zum virtue signalling trägt Frauke hier noch vor, dass Sexismus auch Männern schadet. Nun ist aber das Problem, dass Sexismus ein feministischer Kampfbegriff ist, und Feminismus Männern mehr schadet als Sexismus. Weil der moderne Feminismus – zum Beispiel Fraukes Implikation, dass Männer keine Witze mehr machen oder Brüste anschauen dürfen – sehr viel sexistischer gegenüber Männern ist, als es Männer gegenüber Frauen jemals waren. Wir vögeln nur gerne Frauen. Das tut ihr aber auch gerne mit uns; wir sind da nur ehrlicher. 

Meine Schilderungen sollten nicht zum Alltag gehören, meine Gedanken sollten nicht zur Normalität gehören und letztendlich sollte es keinen Grund für diesen Text geben.

Ja, Mädel, so traurig das für dich jetzt klingen mag: Brüste sind toll. Aber dein Geschreibsel ist unsinniger Stuss, von daher stimme ich der Aussage, dass deine “Gedanken nicht zur Normalität gehören” sollten, zu – tu was dafür. Das lässt sich nämlich einfach lösen: Hör auf, so einen Schwachsinn zu fordern. Erzähl das deinen feministischen Freundinnen, dass die damit auch aufhören sollen, bevor den Unsinn am Ende noch jemand normal findet.

Es ist eine Form der Diskriminierung, mit der ich nicht leben möchte.

Darf.kein.furchtbarer.Internet.-.Shitlord.sein.

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