100 Tage Kommunismus

So, wie jedes Jahr ein paar geschichtsvergessene Vollidioten sich jedes Jahr treffen, um Hitlers Geburstag zu feiern, gibt es auch auf der klassich als “anders” betrachteten Seite der politschen Idiotenideologie Menschen, die mal was zum Feiern brauchen: 100 Jahre Sturm auf den Winterpalast, zur Feier der Oktoberrevolution. Die Linken haben da offenbar ein ähnliches Problem wie die Münchner mit dem Oktoberfest – das findet ja auch nicht im Oktober statt, und auch ansonsten scheint da einiges im Argen zu liegen, zum Beispiel, dass der deutsche Steuerzahler diesen Quatsch bezahlt, aber dafür ist Sciencefiles sicher die bessere Adresse.

Ich möchte, da es ein Fest ist, aber mal nicht so miesepetrig sein und daher alle, die sich für Kommunismus interessieren, einfach zu meinem großen Experiment

100 Tage Kommunismus

einladen. Das geht relativ einfach:

  1. In Anbetracht der Tatsache, dass Eurer Job nicht dem Volkswohl dient, wird der durch Jobs im bolschewistischen Ideal ersetzt. Das könnt ihr recht einfach erreichen, indem ihr Eurem Chef erzählt, dass ihr jetzt 100 Tage kommunistisch leben wollt und daher Urlaub braucht.
  2. Beantragt Hartz4; der sozialistische Staat ist natürlich für Euch da – aber erst in sechs Wochen; im Kapitalismus heißt das “Sperrfrist” und ist menschenfeindlich, im Kommunismus heißt das “Bearbeitungszeit” und darf nicht kritisiert werden.
  3. Hebt daher alles Geld, was ihr noch habt (aber nicht mehr als 500€, alles andere wäre unsozial) vom Konto ab. Verbrennt sofort 10%, um die Inflation zu simulieren. Macht das jeden Tag mit Euren Geldbeständen.
  4. Freilich haben 70 Jahre Kapitalismus ihre Spuren hinterlassen, die es Euch schwer machen, das gute Leben im Kommunismus nachzuvollziehen – es wird z.B. schwer, leere Supermarktregale zu finden. Kauft daher nur Produkte, die aufgrund fehlenden Haltbarkeitsdatums reduziert sind; dieser spätkapitalistische Überfluss dürfte in der Anfangsphase des Experiments den Übergang leichter machen. Nach der Zeit gibt es Lebensmittel nur noch von der Tafel, und da auch keine importierten Produkte, außer aus Venezuela.
  5. Da ihr nichts zu tun habt, und kein Klassenfeind sein wollt, müssen wir Euch einer sinnvollen Verwendung zum Aufbau unseres großen Staates zuführen. Recht daher in öffentlichen Parks Laub auf große Haufen. Das könnt ihr, sofern es windig ist, sogar jeden Tag im gleichen Park machen.
  6. Da unsere Medienlandschaft die hohe Qualität und Seriosität echter kommunistischer Propagandapresse nicht spiegeln kann, bezieht Eure Nachrichten ausschließlich über den Twitter-Account Eurer lokalen Antifa-Gruppe. Das restliche Internet ist natürlich gesperrt; als ordentliche Kommunisten könnt ihr das über einen “Parental Filter” mit der Einstellung “*.*” als gesperrte Webseiten erreichen.
  7. Selbstverständlich nehmt ihr an jeder Aktion der lokalen Antifa-Gruppe teil; sie sind gegen Nazis, und Nazis müssen wir aus unserem kommunistischen Traumparadies vertreiben. Mit allen Mitteln. Eure eventuellen Bedenken zerstören die lokalen Gruppen sicher problemlos.
  8. Meldet alle Bekannten oder Verwandten, die Eure neue politische Überzeugung nicht teilen, bei der Stasi Irgendein-Neger-Stiftung.
  9. Schaltet die Heizung aus. Ganz. Als kommunistisches Land muss man, um von den kapitalistischen Aggressoren unabhängig zu sein, autark wirtschaften. In Deutschland gibt es kein Öl – zumindest keines für Euch. Ihr könnt mit Torf heizen, das ist ein regenerativer Rohstoff und darf in unserem (noch) sozialistischen Bruderland England überall frei und kostenlos gestochen werden. Dann habt ihr auch am Wochenende schon was vor. Fliegt mit Ryanair, das ist die beste Servicequalität, die man in einem kommunistischen Land erwarten kann. Die kontrollieren auch, ob ihr solidarisch nur die zehn Kilo mitnehmt, die ihr braucht.
  10. Strom gibt es nur von 17 bis 19 Uhr. Dummerweise müsst ihr von 7 bis 19 Uhr arbeiten; habt aber in allen geraden Stunden Pause. Und sonst immer nach einer Viertelstunde für 15 Minuten. Seid aber immer pünktlich, um Eure Solidarität zu zeigen.
  11. Wir haben noch zu wenig Volkswohl. Ladet Euch eine App für das islamische Gebet, damit ihr wenigstens fünfmal am Tag der Revolution gedenkt. Singt dazu die Internationale. Macht das auch an Orten, wo sich Leute versammeln, die noch nicht so lange in unserem Land sind, zum Beispiel Moscheen.
  12. Ihr habt natürlich in modernen Zeiten ein Handy, und natürlich sind alle Anrufe gratis. Installiert dazu die App eines Gratis-VoIP-Anbieters und benutzt ausschließlich diese. Vergesst nicht, Beschwerden Eurer Gesprächspartner zu melden!
  13. Baut in die Hauptwasserleitung einen Wasserfilter ein. Füllt ihn mit fein zerhäckselten Teilen alter Batterien, um die Qualität kommunistischer Wasserleitungen zu simulieren (Handschuhe tragen, das Zeug ist giftig).
  14. Teilt nach 100 Tagen Eure gewonnene Freude am neuen, kommunistischen Lebensstil mit dem Berater, der Euch bei einem Besuch in unserem Bruderland Nordkorea an die Seite gestellt wird.
Freundschaft!
Advertisements

3 Replies to “100 Tage Kommunismus”

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.