Jakob erklärt das jungfräuliche Pudelsein: Sexismus

Da Quentin offensichtlich damit überfordert ist, eine wöchtentliche Kolumne ohne Gehalt zu schreiben, arbeitet bei jetzt.de auch noch Jakob Biazza. Unsere heutige Frage kommt von Christina Wächter, zu deren Äußerem ich Euch sogar meine Kommentare ersparen werde:

Jungs, warum seid ihr manchmal sexistisch?

Weil ihr blöden Feministen so viele Definitionen von Sexismus habt, dass es fucking sexistisch ist, wenn Männer atmen. Zudem auch, weil Sexismus ein idiotisches Konzept ist, das – im Gegensatz zu Rassismus – nie ein irgendwie geartetes Problem dargestellt hat. Aber diese Einsicht ist für eine Philisophin mit Sicherheit zu hoch, von daher lasse ich Christina erstmal reden:

diese Frage beinhaltet ein absolutes Novum: Sie zitiert einen Country-Song

*scroll*

dass es in unserer eigentlich sehr aufgeklärten und gender-gemainstreamten Generation

Du meinst “verdummten”, nicht “aufgeklärten”. Deine Generation sind die ersten in der gesamten Menschheitsgeschichte, die dümmer sind als die Generation vorher. Und du bist vielleicht 10 Jahre jünger als ich.

Die aber dann doch bisweilen Aktionen bringen, die mich verwirren[:]

Ja, das Mädel schafft es nichtmal, vor einer Aufzählung einen Doppelpunkt zu machen. Weil sie aus der Generation kommt, der erzählt wurde, dass Fähigkeiten nicht so wichtig seien und nur frauenunterdrückendes Patriarchat, nehme ich an. Aber Moment – das wäre sexistisch, ihr eine Ausrede zu bieten, nur weil sie eine Frau ist. Vielleicht –  oder eher wahrscheinlich – ist sie einfach nur dumm und als Journalistin ungeeignet. Und die Redakteurin auch.

  • Wenn sie sich zum Beispiel irrsinnig über die Anwesenheit anderer Jungs freuen, einfach weil sie Jungs sind. Und das auf eine so wahnsinnig laute und spezielle Weise, die einen glauben lässt, sie hätten die Anwesenheit von uns Mädchen gerade mal eben so ertragen.

Ja. Äh. Passiert das außerhalb von Kindergärten? Passiert das in Kindergärten? Die einzige Gruppe, die sich überhaupt über die Anwesenheit von Personen aufgrund ihres Geschlechts freut oder echauffiert sind Feministen. Die Einzige. 

Wenn sie einfach mal so eben irgendeinen saudummen sexistischen Spruch bringen und sich dann gemeinsam so sehr über ihren Mut freuen, den in unserer Anwesenheit gebracht zu haben.

Hömmm…. in einem von staatlich verordneter – saudummer, um das Wort mal korrekt zu benutzen – Gleichstellungspolitik und allgemeiner Männerfeindlichkeit ist es schon mutig, seine ehrliche Meinung zu sagen. Blöde sexistische Witze hingegen sind nicht mutig, die sind lustig. Und vielleicht edgy. Gebt doch zu, dass euch das geil macht.

Wenn sie Männer, die „nur“ Töchter und keine Söhne haben, als „Büchsenmacher“ bezeichnen.

Das ist – äh – sexistisch? Weil? Auf dem Land hängt man das noch scherzhaft vor die Tür, auch bei der ersten Tochter, und mittlerweile auch wenn man schon Jungs hat. Ich glaube, einer von uns beiden versteht da Traditionen nicht. Mädchen waren früher als Erstgeborene tatsächlich eine Belastung. Und das sind sie immer noch, sie könnten ja am Ende bei jetzt.de Unsinn schreiben, was da erst die Freunde sagen werden… aber dank der Gleichberechtigung kann das ja auch mit Jungs passieren. Tolle Sache, das.

Wenn (eigentlich ziemlich schlaue) Männer allen Ernstes sagen, dass ein Hauptkriterium für ihre Partnerwahl das Aussehen der Frau ist.

So als eigentlich ziemlich schlauer Mann ist das Aussehen einer Frau natürlich ein Hauptkritierium für die Partnerwahl; wenn die schon aussieht wie – naja, nehmen wir die Autorin – muss ich mir doch nicht die Mühe machen, festzustellen, ob sie auch noch was in der Birne hat, oder? Letzteres brauche ich für eine angenehme Beziehung, ersteres braucht mein Penis zum Hartwerden. Insgesamt brauche ich also beides. Wie dumm muss man sein, um das nicht zu verstehen?

Kommen wir zum Pudel:

dann von mir auch gleich mal ein Zitat

*scroll*

Ihr versteht da nämlich tatsächlich was sehr falsch!

Nene, Jakob, du verstehst da was sehr falsch: Das sind Frauen. Die können nicht so denken wie Männer. Die verstehen das nicht falsch, die verstehen das gar nicht.

Wenn wir nämlich „einfach mal so eben irgendeinen saudummen sexistischen Spruch bringen“ bla… dann sind wir eben NICHT die Ausversehen-Sexisten. Wir sind dann Polt. [ja, ernsthaft, Komiker]… Wir haben gehört oder können uns gut vorstellen zu hören, wie jemand so etwas sagt. Und diesen Menschen stellen wir aus. Ungebrochen. Unkommentiert. Aber mit einer tiefen Abscheu, die wir in Humorförmchen umgießen.

Ne, Jakob, und da muss ich dann doch zurückgehen, weil Du das nicht verstanden hast:

[Polt so ungefähr]: “Schneebedeckte Berge, grüne Wiesen, Kuhglockengebimmel, ein weißblauer Himmel … Da kann man jetzt sagen, was man will – ein Neger passt da einfach nicht rein.“

und weiter:

Er sagt es, wie er es gehört hat. Oder wie man sich zumindest gut vorstellen kann, dass es jemand sagt. Dieser Jemand ist der Rassist.

So – und das ist jetzt genau der Punkt, an dem Jakob die für Pudel und Feministen so üblichen “ist ja nur ein Scherz” -Ausrede bemüht, wenn jemand echte Scheiße redet. Polts Komik enthält einen ausreichenden Anteil Wahrheit, um lustig zu sein – und das wirst du bei “sexistischen” Witzen gleich bestreiten. Polt sagt das auch wirklich selbst, und zwar selbstironisch, was du als Pudel ohne Selbstbewusstsein natürlich nicht kannst. Die Vorstellung von einem Neger auf einer Kuhwiese ist per se – unfreiwillig – komisch; es gab da bei DSDS ein süßes, leicht moppeliges Negermädchen, die tief bayrisch sprach, und der Saal konnte vor Lachen nicht mehr, ganz besonders Bohlen. Eben weil das nicht passt. Das ist nicht rassistisch; Rassismus ist gruppenbezohene Menschenfeindlichkeit. Rassistisch wäre es, zu fordern, dass es solche Missgeburten nicht geben dürfe und die euthanasiert gehören. Das aber lustig zu finden ist – nur lustig. Die Abscheu, die Jakob da reininterpretiert, ist also vielmehr das Zeichen der Rassisten als das der Komiker.

Das ist ein Kampf gegen die, die wirklich so reden, und ich bin jetzt einfach mal zickig genug, um hier zu sagen: Wenn ihr uns das nicht abnehmt, dann seid ihr nicht mehr meine Freundinnen. In echt!

Schau, Jabok, dann sind wir halt keine Freunde. Ich möchte aber erwähnen, dass du damit genau das machst, was deine linksgrünen Freunde bei den Medien den ach so “Rechten” vorwerfen: Menschen in gut und böse einteilen, abhängig von ihrer Rezeption der Realität. Und gut sind bei dir nur diejenigen, die die Realität verleugnen: In das Bild der oberbayrischen Kuhwiese passt schon eine Brustoperiertere Schlampe wie Michaela Katzenberger nicht rein, und die ist genauso deutsch wie das oben erwähnte Negermädchen. Nur nicht lustig.

Die, die so reden und das wirklich ernst meinen, erkennt ihr übrigens unter anderem daran, dass das Hauptkriterium für ihre Partnerwahl das Aussehen der Frau ist – und sie, wenn sie das erzählen, eine gewisse Form von Stolz in der Stimme haben.

Ich bin unglaublich stolz darauf, dass meine Frau nicht aussieht wie der fucking Joker aus Batman. Das ist nämlich eine Leistung von mir, gell? Dafuq?

Ich habe Standards, ja. Ich bin kein rückgratloses Weichei, aber das ist nichts, worauf man stolz sein kann, das ist normal. Umgekehrt ist es vielmehr schäbig, ein rückgratloses Weichei zu sein, aber das ist nicht der (rassistische) Mechanismus, den du hier andeuten willst: Der wäre, andere schlecht zu machen aufgrund von (1) realitätsferner (2) Selbtüberhöhung, nicht aufgrund dessen, dass die anderen wirklich furchtbar und schrecklich sind. Das machen Nazis, die sich als Herrenmenschen sehen, fette Body-Positivity-Frauen, die sich schön finden und wohlgemerkt du, Jakob, der seine Meinung für die einzig wahre und richtige hält und alle anderen für abscheulich.

Oder von gewollter Provokation.

Ich schreibe hier nicht das aktuell politische Wort für “Neger”, weil ich irgendwas gegen Neger habe, sondern weil ich gerne Idoten ärgere, die sich über die Verwendung von fucking Wörtern aufregen. Ich provoziere damit (a) gewollt und (b) die Richtigen. Offensichtlich zum Beispiel Jakob, der deswegen nicht mein Freund sein will. Das stört mich Null; das ist vollkommen reziprok. Ich frage mich aber zunehmend mehr, warum er das schreibt – wen könnte es denn stören, dass einen Jakob nicht mag? Ist Jakob irgendwie wichtig? Jesus? 

Und auch da will ich nicht glauben, dass das wir sind. Weil: Wenn’s so wäre, wären wir wenigstens schlau genug, das anders zu formulieren

Das ist doch überhaupt nicht nötig. Pseudointellektuelle Linke zu trollen ist so einfach, das schafft jeder, der einem Negerkind eine Wassermelone gibt. Oder einem indischen, die können das ja nun eh nicht unterscheiden. “Wir” Realisten müssen nicht großkotzig tun, um euch sensible Unsinns-Illusionisten zum Ausrasten zu bringen; wir müssen nicht pseudointellektuell und unendlich lange und mit ausgedachten Fachbegriffen rumschwafeln. Wir müssen nicht vier Seiten begründen, dass ihr alle fucking Kommunisten seid, es reicht, wenn wir ein fucking Wort verwenden, damit ihr ausrastet. Was übrigens lächerlich ist – noch. Ihr gebt euch ja sehr viel Mühe, Kinder bereits ab dem Kindergarten auf euer Niveau runterzudummen, wie man das schön in jedem dystopischen Roman (und bei Marx, natürlich) nachlesen kann.

So, und jetzt bleibt diese Freude über andere Jungs. Und bei der fühle ich mich tatsächlich ertappt. Das kenne ich schon.

Ja. Schön, Jakob. Ich nicht. Ich bin aber auch nicht schwul.

So ein Buddy-Ding, das man mit Mädchen oft nicht hat. Auf Keule und Keule.

Es mag sein, dass sich die Jugendspache sehr verändert hat, aber zu meiner Zeit fickte man Keulen. Ah – oder schwul, natürlich, würde diese Verwednung auch erklären. Ich meine – kommt, es ist schlimm genug, irgendeinen Pudel für “die Männer” sprechen zu lassen, aber irgendwelche Fuckboys?

Und jetzt, wo du das sagst, wird mir schon auch bewusst, dass euch das – unbewusst – ausschließt.

Das erklärt auch, warum Jakob mit gutaussehenden Frauen nichts anfangen kann. Aber mal ehrlich: Ist Jakobs öffentliches Coming-Out an dieser Stelle – ich meine, es geht ja immerhin um die Beantwortung einer Frage – so passend?

Aber pass auf, ich hab’ eine Idee woran das liegt: An der Anziehung und der Distanz. Die sind doch beide wichtig – für sich und für einander. Für uns – aber doch auch für euch! Und auf Keule und Keule

Ich habe jetzt ernsthaft “auf Keule und Keule” gegoogelt, ob das irgendeine Bedeutung hat. Google findet, dass dem nicht so wäre. Und das untervögelte Geschwafel von “Anziehung und Distanz” – das kommt dann wohl insgesamt daher, dass man mit der spezifischen Selektion von Pudeln für diesen Teil halt auch minderwertige Exemplare der männlichen Bevölkerung bekommt, die offensichtlich noch überhaupt nie Sex hatten und vielleicht deswegen mit dem Gedanken an harte Schwänze spielen? Nur so eine Vermustung…

das fühlt sich entweder schnell übergriffig an, oder es tötet die Erotik

… die sich erhärtet…

Und auf die Gefahr hin, dass ich damit ein weiteres Zitat für die Liste oben liefere: Eigentlich wollt ihr doch auch nicht unsere Buddys sein, oder?

… weil er nichtmal gut genug für die Friendzone ist…

Will alles sagen: Ich glaube, ihr sorgt euch da gerade ein bisschen zu sehr. Wir sind ziemlich okay. Ehrlich.

Ciao, Püppi,

Niedlich. Kommt, Mädels: Der Jakob ist doch eigentlich ein ganz lieber, der Frauen total gleichberechtigt sieht und niemals ernsthaft zu einer Frau “Püppi” sagen würde, warum werdet ihr denn nicht endlich feucht?


Gott, und ich habe mich über Quentin beschwert. Und alle regen sich über Harvey Weinstein auf. Wenn es bei der SZ eine Besetzungscouch gäbe, müssten wir so einen weltfremden, weinerlichen Unsinn nicht lesen.

 

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2 Replies to “Jakob erklärt das jungfräuliche Pudelsein: Sexismus”

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