Endlich: “Argumente” gegen die AfD

Da hat sich doch tatsächlich von mir unbemerkt in – ratet mal – Berlin so ein obskurer “Verein” gegründet, der aus irgendwelchen obskuren Quellen und ganzen 3.000 Euro an privaten Spenden drei Vollzeitmitarbeiter unterhält, die sich dem Kampf gegen die AfD mit Argumenten widmen.

Argumente! Darauf habe ich über ein Jahr gewartet!

Also, los geht’s:

RECHTSPOPULISTISCHE PAROLEN ENTKRÄFTEN

Netter Anfang. Gleich mal alles, was die AfD sagt, als “Parolen” zu bezeichnen ist allerdings kein Argument, sondern Sophismus.

Die AfD behauptet in ihrem Grundsatzprogramm: „Die ideologisch motivierte Inklusion ‚um jeden Preis‘ verursacht erhebliche Kosten und hemmt behinderte wie nicht behinderte Schüler in ihrem Lernerfolg“ (S.54).

Doch seit 2009 ist in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Dabei handelt es sich nicht um Ideologie, sondern eine wichtige Maßnahme,

Moment mal… was unterscheidet denn eine Ideologie von einer Maßnahme? Dass sie “wichtig” ist wohl eher nicht – oder?

um Gerechtigkeit im Bildungswesen zu ermöglichen. Denn die UN-Konvention fordert ein integratives Bildungssystem,

Ja – aber damit ist das doch immer noch eine Ideologie? Nur, weil ihr da “denn” hinschreibt, ist das kein kausallogischer Schluss, den ihr da bringt. Aber egal, die AfD sagt ja vor allem, dass das (a) sackteuer ist und (b) scheiße ist.

Um diese Inklusion zu erreichen, sind Umstrukturierungen im Schulsystem nötig. Mehr als zwei Prozent des aktuellen Bundeshaushaltes (2017) würde das jedoch nicht kosten.

Zwei Prozent des fucking Bundeshaushalts sind fast so viel, wie wir für die fucking Bundeswehr ausgeben. Das ist nicht “nicht viel”, das ist sackteuer. Guter Anfang, Kinder… ehrlich, wolltet ihr nicht Argumente gegen die AfD bringen, statt ihnen Recht zu geben?

Gleichzeitig belegen Studien, dass sich ein inklusives Lernumfeld positiv auf die Leistungen der Kinder auswirkt. Dies trifft nicht nur auf die Leistungen von Kindern mit Behinderung, sondern auf alle Kinder zu.

Verlinkt ist eine Studie. Die, wenn sie denn so positiv ist, nicht der Realität in Deutschland entspricht, da man sonst ja nicht noch zwei fucking Prozent des Bundeshaushalts extra bräuchte. Kommt, Leute… das war schlecht. Geht das vielleicht auch besser?

Die Aussage der AfD verstößt somit nicht nur gegen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, sondern verkennt auch die Realität hinsichtlich Kosten und Lernerfolg innerhalb des deutschen Bildungs- und Schulsystems.

Okay, dass die AfD-Position auf die UN-Konvention scheißt, ist klar, aber kein Argument. Die UN-Konvention ist nicht automatisch gut. Das mit den Kosten ist eine glatte Lüge, und über eventuelle Erfolge können wir bestenfalls streiten.

Nächstes Thema:

Die AfD fordert in ihrem Wahl-Programm, die „schleichende Abschaffung“ des dreigliedrigen Schulsystems zu verhindern und ein “differenziertes Schulsystem“ zu erhalten (S. 43).

Doch das dreigliedrige Schulsystem gibt es noch fast überall in Deutschland.

Merkt ihr selber, oder? Noch. Fast überall. Deswegen schreiben die von ‘schleichender Abschaffung’. Pro-Tipp für’s Argumentieren: Nicht dem Gegner Recht geben!

Nächstes Thema:

Die AfD fordert in ihrem Wahl-Programm eine Einstellung „staatlich geförderte[r] Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen“ sowie der „Gender-Forschung“ an Universitäten. So möchte sie das „bewährte, traditionelle Familienbild“ erhalten (S. 41).

Im Kommentar des Sozialpaktausschusses der Vereinten Nationen (1999) sind die Grundelemente des Menschenrechts auf Bildung bestimmt

Und im fucking Parteiprogramm der NSDAP stand da sicher auch was dazu. Ad autoritatem ist kein Argument, sondern reine Dialektik.

Viel wichtiger ist, dass sich das Familienbild in Deutschland wandelt: Neben der als “traditionell” verstandenen Familie von Vater, Mutter, Kind(ern), sind ungefähr 19 Prozent alleinerziehend. Hinzu kommen Patchwork-Familien, Familien mit zwei Vätern oder Müttern sowie andere Konstellationen. Die jüngste Entscheidung für die „Ehe für Alle“ ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der veränderten Lebensrealitäten.

Ja – und das findet die AfD scheiße, dass sich das wandelt. Ihr findet das gut und macht hier den naturalistischen Fehlschluss, dass es gut sei, “weil” es halt so sei. Das ist Politik, da kann man vorausschauend denken. Wenn irgendwer z.B. keine Juden im Land haben will, hilft das Argument “die sind aber da” nur insofern, als dass dann vielleicht jemand auf die Idee kommt – naja, wisst ihr selber, hatten wir schon. Das ist so wirklich kein Argument.

Darüber hinaus verpflichtet uns das Grundgesetz (Art. 3, Abs. 2) auch dazu, Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen.

Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, nicht seine Bürger. Wirklich, ehrlich und ganz genau gar keinen seiner Bürger. Es verpflichtet nichtmal irgendwelche drogendealenden Neger zu irgendwas.

Dafür leistet die Gender-Forschung an den Universitäten also einen wichtigen Beitrag.

“Also”. Das ist so billig, dass man schreien will. Kausalitäten rhetorisch vortäuschen, wo keine sind. Und den Bullshit in Art. 3 GG hat man da ja erst jüngst reingeschrieben, kann man also genausogut wieder rausstreichen. Merkt euch das mal: Man kann einer politischen Partei nicht mit “aber, Gesetze” kommen. DIE MACHEN GESETZE.

Nächstes Thema:

RechtspopulistInnen behaupten, dass es in Deutschland eine Gleichschaltung der Medien gäbe. Das machen sie daran fest, dass viele Medien ihre Argumentationen und Forderungen nicht unterstützen bzw. kritisieren.

Eine “Gleichschaltung” der Medien würde jedoch bedeuten, dass es einen zentralen Akteur gäbe, der bestimmt, was in den Medien abgebildet wird. Dies ist in Deutschland aber nicht der Fall. Es gibt hier also keine Gleichschaltung der Medien.

Ich wäre mit sowas sehr vorsichtig. Erstens mal ist es eine völlig freie Behauptung, dass es für eine Gleichschaltung einen zentralen Akteur bräuchte; in einer arbeitsteiligen Gesellschaft braucht es nicht zwingend eine Hierarchie, um zusammenzuarbeiten (das ist für Linke natürlich undenkbar; da braucht es einen obersten Sowjet – sonst würden die Leute ja am Ende noch alleine denken). Zweitens ist der mit Abstand größte Akteur am deutschen Medienmarkt der öffentlich-rechtliche Rundfunk, und bei dem gibt es solche Gremien sehr wohl.

Das ist also kein Gegenargument, sondern bestenfalls dumm, wahrscheinlich aber eine glatte Lüge.

Next.

Immer wieder formulieren RechtspopulistInnen, dass Deutschland durch eine Islamisierung bedroht werde. Das machen sie daran fest, dass Menschen mit muslimischem Glauben diesen häufig auch öffentlich leben, zum Beispiel indem sie Moscheen besuchen oder Kopftücher und Schleier tragen.

In rechtspopulistischen Argumentationen wird oft gefordert, Muslimen und Muslimas zu verbieten, ihren Glauben zu praktizieren. Doch einen Gebetsraum aufzusuchen oder privat religiöse Symbolik zu tragen, gehört zur im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit.

Ich habe ernsthaft von der AfD noch nie auch nur etwas in der Nähe der Forderung gehört, Leuten das Beten zu verbieten. Mit einem Sack über dem Kopf rumzulaufen aber ist in Deutschland eigentlich sowieso verboten – Vermummungsverbot bei Demos, bei Autofahrten; man muss solche Leute auch nicht in sein Restaurant oder Supermärkte lassen.

Aber schon wieder kommt hier gar kein Argument, sondern “Grundgesetz”. Und das garantiert ganz genau nicht, dass man Religion überall und wie man will praktizieren kann, sonst dürften Satanisten ja auch Säuglinge opfern. Bildet euch doch erstmal selber, bevor ihr so einen Stuss schreibt, der sowieso nur Strohmänner abfackelt. Es richtet sich zudem alles überhaupt nicht gegen den Punkt der “Islaminisierung”. Null. Gar nicht. Themaverfehlung, setzen, sechs.

In ihrem Grundsatzprogramm schreibt die AfD: „Nicht therapierbare alkohol- und drogenabhängige sowie psychisch kranke Täter […] sind […] in der Sicherungsverwahrung unterzubringen“ (S. 26).

Bisher werden psychisch kranke Straftäter nicht zu Haftstrafen verurteilt, sondern in Kliniken eingewiesen, in denen sie therapiert werden und keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht. Die AfD fordert dagegen Strafe statt Behandlung.

Das ist eine Lüge. Die AfD schreibt – in dem von euch zitierten Teil – “nicht therapierbare“. Nicht behandelbare kann man nicht behandeln, das ist also Unsinn, dass ihr so tut, als würde die AfD ihnen die Behandlung verweigern. Ob es eine Strafe ist, gefährliche, kranke Leute wegzusprerren oder zum Schutz des fucking Rests der Gesellschaft notwendig und sinnvoll ist, das ist hier das zentrale Thema. Geht ihr darauf wenigstens ein?

Psychisch kranke, alkohol- oder drogenabhängige Täter einzusperren und ihnen gleichzeitig Therapien vorzuenthalten, wie es die AfD fordert, verstößt daher gegen den Grundsatz der Menschenwürde.

Uuuuh Menschenwürde. Abgesehen davon, dass ihr nur die Lüge von oben wiederholt: Fickt Euch.

Die AfD sieht „den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit“ bedroht und will deshalb die deutsche Leitkultur „selbstbewusst verteidigen“ (Grundsatzprogramm S. 55).

  • Die AfD will allen Menschen in Deutschland die „deutsche Kultur“ als Leitkultur aufdrücken.

Jaaaaa…. ja, also, denen, die noch nicht so lange hier leben, gell? Der Rest hat sie ja schon?!

  • Doch in Deutschland gibt es sehr viele verschiedene Kulturen und Traditionen, die friedlich miteinander leben, gemeinsame Werte entwickeln und sich an unsere Verfassung und Gesetze halten.

Wie mich dieses “Bürger, die sich an die Verfassung halten” nervt. Ich kann mich nicht nicht an die Verfassung halten; das kann muss nur der Gesetzgeber, die Exekutive und Judikative. Nicht Bürger. Immer noch nicht. Wie mich dieses “Demokratie” und “Verfassung” und “Menschenrechte” – Geschwurbel ankotzt, was fast ausschließlich Leute verwenden, die bei jedweder Gelegenheit Menschenrechte mit Füßen treten.

Warum soll die AfD definieren dürfen, was zur “Leitkultur” gehört und was nicht?

Will die AfD das denn? Wollen wir vielleicht einfach mal demokratisch drüber abstimmen, was denn nun eine “deutsche Leitkultur” sei?

Oh, und dann kommt ihr “ist doch alles nicht so schlimm” – Hashtag #wasverlierstdu:

Das Recht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit und deine Privatsphäre. Das Grundgesetz garantiert dir in Artikel 2 den Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit. Das bedeutet, dass niemand bestimmen kann nach welcher Kultur du lebst oder welche Gewohnheiten du hast – auch nicht die AfD.

Ich onaniere gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln und spritze das dann 14jährigen, rothaarigen Mädchen in die Augen. Gut, dass man das in Deutschland darf und niemand meine freie Entfaltung der Persönlichkeit verhindert.

Oh.

Idioten.

In ihrem Grundsatzprogramm schreibt die Afd: „Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren“ (S.41).

Die AfD möchte das traditionelle Familienbild mitsamt seiner altbackenen Rollenunterschiede zum Leitbild machen.

Ich habe von der AfD zu keinem Zeitpunkt gehört, dass Frauen in die Küche gehören. Frau Petry von der AfD, mutter von x Kindern, sitzt zum Beispiel bald im Bundestag, so altbacken sind die. Wollt ihr euch absichtlich lächerlich machen? Das ist nichtmal ein Strohmann, dass ist ein Haufen Kuhmist.

Deshalb bekennt sie sich offen gegen „Gender-Mainstreaming“ und damit gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Kausalitäten, wie wir wissen, entstehen dadurch, dass man Kausalwörter verwendet. Deswegen. Nur deswegen.

Sachlich: Könnte es sein, dass “Gender Mainstreaming” absolut nichts mit Gleichberechtigung und vielmehr mit Gleichstellung zu tun hat und ihr hier einfach nur unverschämt lügt? Nachzulesen bei im Protokoll der radikalen Kampflesbensitzung in Beijing 1995?

Die AfD widerspricht mit ihren Aussagen demnach dem Gleichheitssatz im Grundgesetz.

Dem ganz, ganz neu dazugetanen, der Gleichberechtigung mit Gleichstellung ersetzt und damit mal gegen echte, grundlegende Menschenrechte verstößt? Den? Hey – das ist kein Argument gegen die AfD.

Die AfD behauptet zwar, dass sie sich „uneingeschränkt“ zur „Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnissfreiheit“ bekennt. Gleichzeitig fordert sie jedoch der Religionsfreiheit “Schranken” zu setzen (Grundsatzprogramm S. 48f.).

Ja – hatten wir doch schon? Ihr habt dann behauptet, die AfD will den Leuten verbieten, an irgendeinen anderen Gott als ihren eigenen zu glauben, wie das – äh – jede Religionsgemeinschaft macht?

Die AfD schießt sich insbesondere auf den Islam ein. Sie fordert zum Beispiel das Verbot von Minaretten und den Muezzinruf.

Ich bin mir recht sicher, dass es in Deutschland sowieso schon verboten ist, wie ein blöder mitten in der Nacht rumzubrüllen; ganz besonders mit Lautsprechern. Wenn ich jetzt möchte, dass da so bleibt – muss ich nur deswegen die AfD wählen? Falls ja, ist es dann OK, die AfD zu wählen?

Der nächste Punkt ist etwas wirr, da:

Die AfD macht einen Unterschied zwischen politisch Verfolgten und anderen Schutzsuchenden.

… das übrigens auch das Gundgesetz in Artikel 16a macht und…

#wasverlierstdu: Das Recht auf Asyl. In Deutschland ist das Recht auf Asyl in Artikel 16a im Grundgesetz festgelegt. Der hohe Rang dieses Gesetzes ist eine direkte Reaktion auf die politische Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus. Mit diesem Grundrecht bekennt sich die Bundesrepublik zu ihrer historischen Verantwortung, …

Dazu: Ich habe sowieso kein Recht auf Asyl in Deutschland (und sonstwo auch eher nicht), aber die AfD erkennt mit dieser Differenzierung genau diese historische Verantwortung für politisch Verfolgte an. Neben der CSU ist die AfD die einzige (relevante) Partei, die zwischen Leuten, die in Saudi-Arabien mit von Thyssen-Krupp gelieferten Steinen hingerichtet werden würden, weil sie gerne eine Demokratie hätten, und irgendwelchen Zigeunerfrauen, die vom deutschen Staat Unterhalt für ihre 12 unehelichen Bälger will.

Das Grundgesetz, mit dem hier argumentiert wird, kennt keine Kriegsflüchtlinge – das ergibt sich aber – jaja – von alleine aus der Menschenwürde. Das Problem ist, dass ebendiese Menschenwürde es uns komischerweise verbietet, IS-Massenvergewaltiger und -mörder nach Syrien abzuschieben, weil sie dort für ihre dort begangegen Verbrechen nach den dortigen Gesetzen gehängt werden würden. Vielleicht sollten wir das mit der Menschenwürde mal auf Menschen konkretisieren, die irgendwie Würde haben.

die AFD zieht einen Austritt aus der Europäischen Union in Erwägung. Das hätte sehr weitreichende Konsequenzen, wie uns der Brexit zeigt:

Ohne die EU wären die Zeiten vorbei, in der du dich einfach in das Auto oder den Zug setzen und spontan nach Italien, Polen oder Frankreich fahren kannst. Lange Schlangen vor den Grenzkontrollen und mühsame Visumsanträge würden das Reisen in Europa dann viel komplizierter machen.

Wie entsetzlich. Wenn man jetzt die unendliche Zeit als Maßstab nimmt, die man an den größten Flughäfen der Welt auf seine Einreise warten muss – also, so zehn Minuten in JFK, fünf in Beijing Capital oder auch mal fünfzehn in Istanbul, ist das schon fast die Zeit, die der fucking Zug Verspätung hatte.

Mit einem deutschen Pass bekommt man übrigens für 184 der 200(nochwas) Länder dieser Erde vollkommen problemlos ein Visum – oder braucht keines. Die EU hingegen hat es aber zum Beispiel nicht geschafft, da was Einheitliches auch nur mit den Türken auszuhandeln – Österreicher brauchen ein Visum (gibt’s im Internet, 5 Minuten), Deutsche nur einen gültigen Pass. Die deutsche Regierung ist in der Hinsicht also mal grundsätzlich besser als die EU – danke, EU, für nichts. Ich brauche euch nicht.

Abgesehen davon war mein Papa auch schon in den 60ern in Italien – und sogar in Marokko und Tunesien und Libyen und so, wo wir dank der modernen “Demokratisierungen” dieser Länder ja nicht mehr hinkönnen. Danke, EU. Danke.

die EU hat dafür gesorgt, dass seit 70 Jahren Frieden auf dem europäischen Kontinent herrscht – solange wie noch nie.

Erzählt das bitte, bitte, bitte Leuten aus Jugoslawien – ah – ne – Bosnien, Serbien, dem Kosovo und wie der Rest jetzt heißt.

Widerliche Lügner.

da die AfD den Euro abschaffen will.

Der Euro ist ein wichtiger Garant für die starke deutsche Wirtschaft.

Wohingegen wir mit der DM auf dem Entwicklungsstand Japans stehengeblieben waren, also auf Platz 2 der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt?

Ein Austritt aus dem Euro wäre daher eine Katastrophe für die deutsche Wirtschaft – und unsere Gesellschaft.

*Daher*.

Denn die Wiedereinführung der D-Mark würde deutsche Produkte im Ausland viel teuer machen und dem deutschen Exportgeschäften deshalb massiv schaden. Das hätte auch weniger Steuereinnahmen und letztlich weniger Geld in der deutschen Staatskasse zur Folge, das für Bildung, Kultur und Infrastruktur ausgegeben werden kann.

Na, dann ist es doch praktisch, wenn wir den unendlich teuren Unsinn mit der Behinderteninklusion und den Gender Studies lassen, gell? Hach, wird hier schön aufgezeigt, wie stringent das Parteiprogramm der AfD ist. Bei der Linken weiß man nie, wo das Geld herkommen soll.

Ohne den Euro müsstest du bei Reisen innerhalb Europas außerdem auch wieder für teure Gebühren Geld tauschen. Wie lästig und undurchsichtig das ist, wissen deine Eltern. Frag sie einfach.

Hmmmm… ich habe in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Aber gut, vielleicht ist das für weniger fachlich gebildete tatsächlich schwierig, von daher: Bei der DKB gibt es eine kostenlose VISA-Karte, die dieses Problem vollumfänglich löst.

Komischerweise zahle ich meine Zigaretten übrigens trotz EU noch in tschechischen Kronen.

Die EU hat uns außerdem viele wichtige Verbraucherrechte beschert: So können wir dank der EU im Internet geschlossene Verträge ohne Grund widerrufen, bei verspäteten oder ausgefallenen Flügen unsere Rechte beanspruchen oder in ganz Europa ohne Roaming-Gebühren telefonieren.

Was die unfähige, deutsche Regierung nicht geschafft hätte. Natürlich nicht, waren ja vollkommen andere Parteien – ach, nicht? Oh – tatsächlich nicht; das verdanken wir offenbar Martin Sonneborn von der PARTEI, die ja im Europaparlament sitzt. Wie auch… die AfD?

Oh. 

die AfD ist gegen eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der EU.

In einer globalisierten Welt können wir als EuropäerInnen nur gemeinsam stark sein. Denn Deutschland allein ist keine Weltmacht …Seit 2009 gibt es in der EU eine Art AußenministerIn, die diese gemeinsame europäische Stimme international artikuliert. Offiziell heißt dieses Amt „Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik“. Zur Zeit wird es von der Italienerin Federica Mogherini ausgeübt.

Toll. Wenn es die nicht gäbe, hätte ich auch noch nie von ihr gehört. Ist sicher total wichtig, das Amt.

Wenn die AfD dieses Amt abschaffen möchte, dann gefährdet sie damit auch, dass unsere Stimme von den Trumps, Putins und Erdogans dieser Welt übertönt wird.

Die Erdogans, die ein Land mit weniger Leuten und weniger als einem Drittel des BIP haben? Oder die Putins mit ein paar mehr Leuten, die es aber tatsächlich schaffen, noch weniger zu erarbeiten als die Türken? Die Leute, die so laute Stimmen haben? Die? Die sich mit ihren Ländchen hinstellen und die EU-Minister als Knalltüten bezeichnen und ihnen dann zum Mitschreiben die Konditionen für so ziemlich alles diktieren? Die?

Das wäre ja entsetzlich, wenn wir die EU-Leute nicht mehr hätten. Dann wären wir auch so ein kleines Land – also, außer, dass wir mehr Geld haben als beide zusammen, natürlich – und könnten auch mal rumblöken. Das wäre gar nicht gut. Pfui.

Die AfD will die Erbschaftsteuer abschaffen und spricht sich gegen die Vermögenssteuer aus. Beide Steuern werden nicht von den „kleinen Leuten“ bezahlt

Ja, wie auch? Es werden ja alle furchtbar besteuert in Deutschland?!

Diese Steuereinnahmen fehlen dann im Staatshaushalt, aus dem auch die Leistungen für die „kleinen Leute“ finanziert werden.

Kleine Leute wie übrigens die Kinder von irgendeiner Zigeunerfrau oder IS-Terroristen, denen wir eine “menschenwürdige” Sicherungsverwahrung bieten müssen; nicht dass da jetzt jemand an Opa Egon denkt, der sich gerade mit dem Staatsanwalt rumärgern muss, weil er bei Liederabend im Seniorenheim das Horst-Wessel-Lied gesungen hat.

Eine Vermögenssteuer verstieße übrigens gegen das Grundgesetz, weil es eine doppelte Besteuerung des Gleichen wäre, aber hey, scheiß doch auf das Grundgesetz, gell?

Die AfD will Regulierungen und Bürokratie abbauen. Gleichzeitig spricht sich die Partei im Wahlkampf für den Mindestlohn aus und will gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorgehen.

Dabei sind der Mindestlohn und Maßnahmen zur Eindämmung prekärer Arbeit genau solche Instrumente, die den Arbeitsmarkt regulieren.

Der Mindestlohn ist keine bürokratische oder sonstige Hürde, die den Wettbewerb im Inland verzerren würde. Gleichwohl ist er blöd und schwächt Deutschland im internationalen Wettbewerb. Aber gut, jetzt haben wir endlich mal ein Argument gegen die AfD: Die wollen den Mindestlohn beibehalten. 

Fuck, ganz ehrlich – ich hätte ja nicht gedacht, dass da tatsächlich ein Argument kommt, was wirklich gegen die AfD spricht.

Blöd, dass ich schon gewählt habe.

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