Kultur und Zivilisation

Ich wurde durch diesen Artikel auf den Gedanken gebracht, dass nicht ausreichend zwischen “Kultur” und “Zivilisation” unterschieden wird. Der verlinkte Artikel ist lesenswert, wenngleich ich mit dem Autoren der Autorin nicht überein gehe, dass aktuell versucht wird, die (deutsche) “Zivilisation” durch eine “bloße” (muslimische) Kultur zu substituieren.

Nicht, weil sowas es linken Spinnen zu einfach macht, “Kolonialismus-Denke” zu brüllen, um die Idee emotional zu diskreditieren; linke Spinner brüllen eh immer irgendwas. Sondern weil der Gedanke nicht tiefgreifend genug ist – nicht weit genug geht.

Und weil die Ausländer-“Debatte” – also, das linksgrüne, idiotische Integrationsgekreische versus die drei tatsächlich existenten Neonazis bei vollkommener  Ignoranz aller vernünftigen Positionen vollkommen krankhafte Züge annimmt, wie zum Beispiel bei Edeka im linksgrünen, Antifa-regierten Hamburg, die in einer tollen Aktion zeigen, wie ein Laden aussieht, nachdem ihn die Antifa “geöffnet” hat wenn man alle ausländischen Produkte entfernt.

Die Idiotie hinter dieser medienwirksamen, Gutmenschentum virtue-signallenden Aktion offenbart sich, wenn man mal fünf Sekunden drüber nachdenkt, was wirkliche Imperialisten so mit den von ihnen unterdrückten Staaten gemacht haben: Schon die dekadenten Römer haben nicht nur nubische Sexsklavinnen, sondern auch orientalische Gewürze importiert.

Lustigerweise ist es die gleiche linksgrüne Bewegung, die mir geschmacksfreie deutsche Gewächshaustomaten aus “Umweltgründen” einreden wollen, weil die leckeren Tomaten aus der sonnigen Türkei irgendwie tonnenweise Schweröl brauchen.

Dafür schmecken sie aber besser; das ist wie israelische Avocados oder, um mal ein Extrembeispiel zu nennen: tiefgefrorener Wantan-Teig aus China mit einer Ökobilanz wie eine Bundeskanzlerin ist Welten besser als der überall zu habende aus Holland. Und das geht – dank Globalisierung – heute auch ganz ohne Kolonialisierung – und fördert, wohlgemerkt, auch den globalen Wohlstand.

Wohlstand ist übrigens ein Zivilisationsmarker – daher zurück zum Thema: Wenn wir “Kultur” und “Zivilisation” trennen wollen, müssen wir erstmal eine Abgrenzung finden, was nun eine “einfache” Kultur, und was eine “höherentwickelte” Zivilisation ist.

Nehmen wir mal Ciceros “civitas”, also einen Staat, oder besser Hobbes’ “common-wealth”, einen das Gemeinwohl sichernden Staat, als Ausprägung einer Zivilisation, während eine Kultur eben keine organisierten Machtstrukturen benötigt – wenngleich haben wird, aber genau das ist der Knackpunkt:

Durch die Sinnhaftigkeit (Notwendigkeit?) von Menschen, miteinander zu kooperieren, bilden sich gewisse Strukturen heraus, wie diese Zusammenarbeit auszugestalten ist. Der rudimentärste Ansatz einer Kultur ist damit die Barbarei – mach, was ich sage, oder ich schlag dir die Birne ein.

Auch hier werden sich Strukturen ergeben – die, die Ansagen machen und ggf. Leuten die Birne einschlagen, und die, die wirklich was machen, weil sie nicht wollen, dass man ihnen die Birne einschlägt. Es bilden sich schnell In- und Outgroups, die sich zwar nicht leiden können und v.a. ohne Zwang nicht respektieren, aber beide Gruppen werden eine Art von Hierarchie entwickeln – der stärkste Schläger wird dann halt Stammeschef. Das funktioniert auch mit Parallelgesellschaften, aber ohne da lang rumzumachen wird sich in der untergeordneten Gruppe der Gedanke an eine Revolution nahelegen, die dann auch kommt – man lese beispielsweise die Bibel, Auszug aus Ägypten.

Da das also nicht so toll funktioniert mit der Teilung in “die Starken” und “die Schwachen” kamen recht bald die “Intelligenten” dazu, die aber dann auch nur wieder mit Hilfe der Starken die Schwachen unterdrückt haben. Das ist mehr Zivilisation und mehr Wohlstand für alle – außer den Sklaven – siehe Rom, und hat auch schon Anzeichen von “echter” Zivilisation, ist aber vielmehr eine Kultur – “wir” verhalten uns zueinander soundso, und “der Rest” ist Abschaum, dem man die Köpfe einschlagen kann.

Das geht, wenn man eine ausreichend große, autarke und homogene Menschenmasse bildet – die chinesische Zivilisation wäre da ein Beispiel. Nun tendieren aber Zivilisationen dazu, zusammenzubrechen, womit sie den Namen eigentlich nicht verdient haben, da ein Zusammenbruch dem Gemeinwohl eben nicht dienlich ist – wenn man großzügig ist, ist Marx’ Kommunismusideal eine sehr friedliche, integrative und das Gemeinwohl optimierende Zivilisationsform, aber schon von der Konstruktion her so inkompatibel mit dem grundlegenden menschlichen Streben, dass sie in sich selbst zusammenbricht.

“Bessere” Zivilisationen sind davor auch nicht gefeit, siehe das antike Rom, dessen civitas auf Expansion beruhte, die auf einem finiten Planeten irgendwann enden muss.

Das zweite Problem jeder Gesellschaft mit auch nur irgendeiner Form von Kultur ist, dass man seine Kultur besser findet als jede andere – sonst hätte man ja die andere. Es ist daher ein natürliches Bestreben jeder Zivilisation, die “armen Barbaren” zu “reformieren”, damit es denen (und uns) besser geht, vor allem aber, um die eigene Zivilisation auszubreiten. Man nehme da wahlweise die erfolgreiche “Demokratisierung” Afghanistans, des Iraks oder Libyens als aktuelle Beispiele – oder, wenn der Obermacker entsprechend größenwahnsinnig ist, Hitlers Drittes Reich oder Hirohitos Besetzung Chinas.

Es kommt also – offensichtlich unweigerlich – auch hier zu einem Clash of Civilizations, der insofern unvermeidlich ist, als die eigenen Werte mehr zählen als die der “Anderen”, und da kann man – nehmen wir mal Star Trek als Referenz – noch so schön eine “Prime Directive” erlassen, man hat in einer kulturell (oder zivilisatorisch) homogenen Gruppe immer eine mehrheitliche Zustimmung dafür, sich in andere, fremde Kulturen einmischen zu wollen, wenn die Anderen gegen eigene “Werte” verstoßen.

Als ginge einen das was an.

Was dann – natürlich – zu einem Clash of Civilizations, umgangssprachlich Krieg, führt.

Die Frage ist daher vielmehr, wie vermeidbar der ist. Kemal Atatürk hat dazu gesagt:

Es gibt verschiedene Kulturen, aber nur eine Zivilisation, die europäische

… und Atatürk lag damit auch falsch, er hat den 2. Weltkrieg, den ebendiese “Zivilisation” angezettelt hat, nicht mehr erlebt.

Die Generation meiner Eltern ist in der wunderschönen Zeit großgeworden, als man den darauffolgenden, globalen Frieden, das Miteinander der Kulturen zivilisiert erleben konnte. Ende der 1960er mit einem Käfer durch Nordafrika? Unberührte Strände in Jugoslawien? In den 80ern die türkische Gastfreundschaft erleben? Ging.

Basierend, übrigens, auf der von mir gerne und oft erwähnten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte,  zu denen sich sogar jeder Kommunist, Kameltreiber und Neger bekennen konnte.

Leider, aber, ist die (a) deutlich zu lang und (b) erlaubt Einschränkungen, die nicht sein müssten (dürften!). Was dann – je nach Kultur oder aktueller Schwankung der jeweiligen Zivilisation – irgendwelche Spezialansprüche hervorbringt, die wahlweise die Gesellschaft intern oder aber, mit Sicherheit, die eigene von fremden Zivilisationen entfernt. Was dann wieder zu dem Problem führt, dass sich beide Seiten für jeweils besser als die andere Seite halten, und das – je nachdem, wie sicher sie sich ihrer Sache sind – auch unter Einsatz ihres Lebens unter Beweis stellen möchten.

Es liegt aber (leider) in der menschlichen Natur, immer mehr zu wollen, als man hat – sei es, weil man als Frau  geboren wurde, oder weil Frauen total feucht werden, wenn jemand mehr hat als jemand anderes.

Das ist nicht gut oder schlecht so, aber es ist halt so. Eine echte, unangreifbare Zivilisation müsste das aber realisieren und – um unendlich ausbreitbar zu sein – eben nicht auf jeden idiotischen Wunsch von Ilsebill eingehen.

Eine solche, echte Zivilisation haben wir tollen, zivilisierten Deutschen aber auch nicht.

Wir sind also – nach diesem, universelllen (und bei Hobbes geklautem) Maßstab eben nicht besser als irgendwelche Allahu Akbar – brüllenden Kameltreiber. Wir sind nur anders Scheiße.

Das ist nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Es ist ja nun nicht sicher, ob wir gewinnen – dafür müssten unsere Werte wirklich besser sein, und mal ganz ehrlich: Wann wurdet ihr das letzte Mal in Deutschland von jemand Wildfremden in seine (sehr) bescheidene Hütte auf einen Tee eingeladen? Mitte der 90er? Gott / Allah, bin ich reaktionär.


Eine funktionierende Zivilisation mit minimalen, dafür aber wirklich grundlegenden Werten ist ständig Angriffen von Leuten ausgesetzt, die “mehr” Rechte, v.a. aber Pflichten wollen. Damit steht man halt irgendwann vor der Entscheidung, ob man Frauen nun das Wahlrecht gibt oder sie verpflichtet, eine Burkha zu tragen. Das aber ist beides gleich falsch, weil beides Dritten irgendwas aufzwingt, was sie nicht wollen – Frauen eine Burkha oder z.B. mir eine linksgrüne Regierung. Sowas sollte grundsätzlich keine Entscheidung sein dürfen, auch nicht die einer Mehrheit. Das wäre wirklich eine freiheitliche Zivilisation. So aber haben wir nur eine (nicht sonderlich selbstbehauptende) Kultur, die es sich zu verteidigen auch nur für Leute lohnt, die es stört, ob sie nun nicht in die Kirche oder nicht in die Moschee gehen.

4 Replies to “Kultur und Zivilisation”

  1. Ein weiterer sehr toller Artikel von Dir. Deshalb lese ich Deinen BLOG so gerne.
    Du hast genau das Dilemma einer jeden “Hochkultur” erkannt und damit auch eine Antwort auf die Frage, warum eine jede “Hochkultur” bisher wieder untergegangen ist, wie z.B. das Römische Reich.
    Solche homogenen Gruppen gehen leider davon aus, dass die eigenen Werte die einzig Wahren sind und meinen dann, man müsste nur allen Menschen diese “Werte” aufzwingen und die Welt wäre ein friedlicher Ort.
    Das hat Hitler ja auch angenommen.
    Aber das stimmt nicht, da die Menschen verschieden sind und individuell ganz eigene Vorstellungen und Werte haben und eine ganz eigene Überzeugung.
    Und die wenigsten Menschen, wahrscheinlich Niemand, will sich eine andere Überzeugung aufzwingen lassen.
    Es gibt nur bei allen Überzeugungen Menschen, die mehr oder weniger große Schnittmengen haben. Und je größer die Schnittmenge, desto besser verstehen sich diese Menschen untereinander.
    So enstehen Gruppen, die dann miteinander auskommen.
    Wenn diese Gruppen dann, auf Grund der Menschenrechte friedlich zusammenleben könnten und Niemand siene Überzeugung über die Andere stellt, wäre eine tatsächliche Vielfalt möglich.
    Ich weiß, dass wird nur ein Traum bleiben, so ticken die Menschen leider nicht.
    Aber das, was uns die Rot Grünen Menschen als “Vielfalt” verkaufen wollen, ist in Wirklichkeit nur Einfalt, nämlich genau die Überzeugung dieser Gruppe, und Alles andere lassen die nicht gelten, ja im Gegenteil, sehen es als Böse an.

    Übrigens, was die sogenannten Neonazis angeht, diesen klischee Neonazi, mit Springerstiefeln, Glatze und Baseballschläger, die habe ich bisher nur in den 90er Jahren in den öffentlich Rechtlichen in irgendwelchen Filmen gesehen.

    Manchmal glaube ich, das ist nur eine Erfindung der ÖR gewesen, um Propaganda zu machen.
    Denn ich habe noch NIE einen in Natura gesehen.

    ABER die Gegenseite, aggressive Antifa “Aktivisten” in Ihrer verlausten zerrissenen Kleidung, die habe ich schon oft auf der Straße gesehen, z.B. neben dem AfD Wahlstand in unserer Stadt.

    Da muss natürlich ein “Feind” her, um die Existenz zu rechtfertigen und wenn es keinen gibt, “bastelt” man sich halt Einen.

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