Don’t be evil. Be suicidal.

Ich mag Google ja eigentlich. Freilich, es ist ein böser Weltkonzern, der nur meine Daten will, um damit Geld zu verdienen, aber es ist nichts inhärent schlechtes daran, Geld zu verdienen, und im Gegensatz zum Beispiel zum Staat, der auch meine Daten will, will Google nicht noch extra Geld von mir.

Nun ist es natürlich ein Problem, wenn Großunternehmen und der Staat Verstrickungen aufweisen – das sah man eigentlich sehr deutlich an der Banken”krise”, was passiert, wenn sich der Staat erpressbar macht – er wird erpresst, und das auch noch völlig legal, da der Staat ja in der Regel was von den Unternehmen will, und nicht umgekehrt.

Unternehmen per se kommen nämlich auch ganz gut ohne den Staat klar – ich meine, wenn wir jetzt mal annehmen, dass auch z.B. Island oder Malta Staaten sind, wäre Google ein deutlich größerer Staat, wenn sie denn einer wären.

Nun gibt es einige sehr gute Gründe, Unternehmen nicht wild wüten zu lassen, wie sie wollen, aber es gibt auf der anderen Seite auch sehr gute Gründe, Staaten nicht wüten zu lassen, wie sie wollen. Beides sind eher Errungenschaften der letzten beiden Jahrhunderte; bis weit ins 18te Jahrhundert durften Despoten mit ihren Untertanen machen, was sie wollten, es sei denn, es störte den benachbarten Despoten. Und die Unternehmen machten da brav mit – also, bei der Finanzierung der Kriege zwischen den Despoten, irgendwer gewinnt schon, und dann hat man schließlich was davon.

Beides scheint sich zu verabschieden – in beiderseitigem Interesse. Die Staaten, von denen zumindest der entwickelte Teil sich schon lange Versprechen hingegeben hat, die niemals zu erfüllen sind, steuern zielstrebig auf den Staatsbankrott zu, der mit den klassischen Mitteln – Brot, Spiele, und wenn das nicht mehr hilft, halt Kriege, Denkverbote und Geheimpolizei – vor dem Wahlvolk verborgen bleiben oder zumindest in Ruhe ignoriert werden soll.

Die Mittel sind dabei nicht neu, und der Zweck ist wie immer Machterhalt. Und wenn für eine Firma da was bei rausspringt – warum sollte sie das nicht unterstützen?

Nun ist das Problem, dass eine zunehmend zufriedenere Bevölkerung in Lethargie übergeht (man hat das an Ratten studiert, aber die Reproduktionsraten in der westlichen Welt bestätigen das schon auch), und eine lethargische Bevölkerung lässt

  1. die Anzahl der Steuerzahler schrumpfen
  2. die Höhe der vom Einzelnen erbrachten Steuern schrumpfen
  3. die Bereitschaft, für irgendein zunehmend unnötiges “Mehr” an staatlicher Leistung mehr zu arbeiten und gleichzeitig
  4. die Forderungen des Menschenmülls immer mehr ansteigen.

Was dann unweigerlich zum obigen Staatsbankrott führen muss (das steht so in der Bibel, ist also weder eine neue noch meine Erkenntnis) – respektive in einem ersten Schritt zu einer Diktatur (Polybios Idee, auch nicht meine, auch nicht neu).

Nun ist das zentrale Problem, dass die Tyrannis den durch einen Staatsbankrott unweigerlichen, notwendigen Erneuerungsprozess nur aufhält – also den unweigerlichen Bürgerkrieg der Habenden (in der Regel Leute mit Land) gegen die Habenichtse.

Am Rand dieses Prozesses stehen die Unternehmen – wie Google – und sind aufgrund ihrer rein kapitalistischen Grundidee nicht an den sozialen Aspekten interessiert, sondern an Geld. Und Geld lässt sich am besten verdienen, wenn man sich nicht mit Leuten anlegt, die einem Ärger machen können – dem Staat. Und wenn der Staat gerade beschlossen hat, dass MIT-studierte Bioingenieure genauso wertvoll sind wie “Kackscheiße”-kreischende Feministinnen, dann tut man halt so, als wäre das so.

Dementsprechend muss man natürlich auch einen Ketzer entlassen, der mal anmerkt, dass das blanker Unsinn und vernichtend für die Zukunft eines Unternehmens ist, den produktiv arbeitenden Teil der Angestellten mit lamoryanten Idioten zu substituieren.

Es ist nämlich nicht so wichtig, ob eine Firma in fünf Jahren noch existiert. Wenn die pleite geht, ist sie pleite. Das ist keinerlei Problem für die Inhaber der Firma; die haben ihre satten Gewinne vorher mitgenommen. Freilich, bei Herrn Schulzes mit seinem Herzblut aufgebautem Dachdeckerbetrieb ist das anders, weil es dem leid täte, die Brigitte entlassen zu müssen, die gerade so ein nettes Enkelkind bekommen hat, aber der größte Anteilseigner von Google  (Alphabet) ist die Vanguard Group, der ich jetzt mal pauschal unterstelle, auch Brigittes Enkelkind zu verkaufen, wenn sie das profitabel könnten / dürften.

Es mag also auf den ersten Blick dumm wirken, einen produktiv arbeitenden Mitarbeiter zu entlassen, damit sich hauptsächlich auf Twitter rumhängende Mit-nicht-arbeiter wohler fühlen, aber was ist denn der Worst-Case?

Natürlich überlegt sich jetzt jeder Leistungsträger bei Google zweimal, ob er (a) seine Meinung sagen möchte, vor allem aber, ob er (b) da noch arbeiten will. Aber hey – was sollen die denn machen? Eine neue Firma gründen und besser werden als Google? Cool, dann kaufen wir halt von denen Aktien.

Dem Kapitalmarkt ist das vollkommen egal.

Dem Staat sollte es nicht egal sein, weil es dessen eigentliche, grundlegende Aufgabe ist, einen Vergleich zwischen denen, die viel leisten und denen, die wenig leisten auszuhandeln, damit erstere nicht auf die Idee kommen, dass letztere eigentlich verzichtbar sind und sie verhungern zu lassen, was dann wiederum dazu führt, dass die Armen die Reichen lynchen wollen, was dann ggf. zu Privatarmeen führt.

Privatarmeen haben wir übrigens schon.

Sogar in Deutschland – zumindest die, die noch nicht so lange hier leben, haben ja mal ein Sturmgewehr zuhause liegen.

Ein staatliches Gewaltmonopol haben wir auch nur noch auf dem Papier.

Aber Gedankenverbrechen haben wir, dank unseres Missbilligungsministers Maas. Die USA (zumindest unter Obama) stehen dem in nichts nach und “ermitteln” fleißig gegen Google, weil die Frauen, die da putzen, weniger verdienen als die Männer, die Android programmieren.

Was würdet ihr denn da als Unternehmen machen? Sagen “ne, kommt, der Typ macht was wichtiges, entlassen wir lieber die Beauftragte für Diversität, Integrität und Governance“? Kommt, denkt mal dran – ich meine, wie würdet ihr denn die Beauftragte für Bigotterie, Identitätspolitik und Ideologie nennen, wenn ihr bigotte, ideologisierte Profilügner seid?

Eben.

Und deswegen hat James Damore jetzt ein langes Wochenende frei – vorausgesetzt, er nimmt eines der neuen Jobangebote schon kommende Woche an.

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2 Replies to “Don’t be evil. Be suicidal.”

  1. Also ich wuerde jetzt KEINE Google Calls kaufen…
    Uebrigens ist Google’s EINZIGE Einkommensquelle Adwords. Ansonsten wird denen wahrscheinlich (Spekulation) ueber die NSA noch die ein oder andere Milliarde in den Allerwertesten geschoben.

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