Reisewarnung: Türkei

Aufgrund der aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Reisen in die Türkei habe ich natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, um meinen treuen Lesern hier Informationen aus erster Hand bieten zu können. Dass das so spät kommt, liegt natürlich nur an meiner ausführlichen Recherche.

Also, Faktencheck:

Die innenpolitische Lage in der Türkei ist weiterhin angespannt.

Eine sehr ambivalent zu bewertende Aussage. Natürlich versucht Erdogan nach seinem gescheiterten Ermächtigungsgesetz (nannte mein Fahrer so, nicht ich) politische Einigkeit herzustellen, aber das scheitert trotz intensiver Förderung des Nationalismus an “Quertreibern”:

Man erkennt das bereits bei der Ankunft am Flughafen in Istanbul. Meine Recherchen haben ergeben, dass die einhellige Meinung zu Erdogan diejenige ist, aus der der Wind weht, und Erdogan ist quasi das Fähnchen links (die ist natürlich eigentlich rechts, aber dazu hätte ich in die Sonne gehen müssen).

Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Ja – das ist aber unwahrscheinlich, weil fast nur linke Kommunisten Demos in der Türkei veranstalten, und die werden nach und nach alle weggesperrt. Großveranstaltungen gibt es wohl; die kann ich aber uneingeschränkt weiterempfehlen.

Vor allem das lokale Olivenöl ist sehr lecker.

Zuletzt waren in der Türkei in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war.

Das stand aber doch groß und breit in der Zeitung, warum die weggesperrt wurden – oder etwa nicht? Ich meine ja nur – das sind PKK-Freunde, also Kommunisten, warum sollte man die nicht wegsperren? Kennt jemand einen besseren Umgang mit Kommunisten?

(Der Vorteil daran, dass Erdogan so ziemlich die ganze Welt, inklusive seiner Landsleute, verärgert ist, dass das Geld recht schnell weniger wert wird. Man hebt daher immer nur ein paar Lira ab).

Seit Anfang 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangehörigen an den Flughäfen in der Türkei die Einreise ohne Angabe genauer Gründe verweigert.

Alle mir bekannten Fälle sind Politiker, die nach Incirlik wollten. Nun weiß ich nicht, warum man überhaupt nach Incirlik wollen sollte, aber mal ganz ehrlich: Würdet Ihr einen deutschen Politiker in Euer Haus lassen? Eben. Ich kann das auch Null nachvollziehen, ich bekam nach etwa zwei Sekunden Wartezeit (und zehn Minuten anstehen) einfach – wie in jedem anderen Land auch – einen Stempel in den Pass und gut war’s.

Es kann im Einzelfall auch zu Festnahmen von Personen kommen, gegen die türkische Behörden strafrechtlich vorgehen (etwa bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten Gülen-Bewegung, der verbotenen “Kurdischen Arbeiterpartei” PKK oder tatsächlichen oder vermeintlichen terroristischen Straftaten).

Ich würde sehr gerne wissen, was daran schlecht sein soll, dass Leute festgenommen werden, die Terroristen unterstützen. Ich unterstütze aber natürlich auch keine Terroristen.

In der Türkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen Anschlägen gekommen.

Zum Beispiel am Flughafen Atatürk. Ich habe diesmal endlich daran gedacht, an der Gedenkstätte für die Opfer ein Selfie zu machen – ich wollte die patrouillierenden Soldaten nicht fragen.

Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmäßig viele Ausländer aufhalten, möglichst meiden.

Nahezu alle terroristischen Attentate in der Türkei konzentrieren sich auf den Ostteil, also da, wo die Kommunisten und Terroristen – und natürlich die kommunistischen Terroristen – sind. Da sollte man nicht hin, v.a. weil da wirklich absolut genau Null Interessantes ist. Ich halte diese “Warnung” für pure Idiotie.

Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschränkt werden.

Ich hatte letztens mal sechs Stunden Aufenthalt in Istanbul und kann diese Warnung irgendwie nachvollziehen – nach Feierabend riecht es in der Istanbuler Tram halt nach gefühlt fünfhundert Leuten, die gerade zehn Stunden bei 30° gearbeitet haben. Das ist aber immer noch besser, als es in jedwedem Berliner Verkehrsmittel zu jeder beliebigen Zeit riecht.

Ich halte das zudem für ziemlich kleinlich.

Generell wird geraten, den Anweisungen der türkischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Das ist in der Türkei nämlich nicht wie in Deutschland, wo ein vermummter Mob auf eine Polizeikette zustürmt und dann die staatlich beschlossen zwangsfinanzierte (!) Presse so tut, als wäre die Polizei irgendwie böse gewesen.

So, und nun kommen wir zu dem Teil, wo ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, von welchem Land die Leute überhaupt reden:

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten Fällen muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen.

Es ist natürlich für Deutsche nahezu unvorstellbar, dass man irgendwo Kreditkarten benutzen kann. Jeder noch so kleine türkische Unternehmer nimmt jede in Deutschland erhältliche Kreditkarte, und wenn’s nicht zu viel Geld ist, dann sogar mit RFID ohne PIN. Was der Quark mit Ausweis soll, kann ich genau Null nachvollziehen. Aber ohne PIN wird’s eher nichts.

Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

M-hm. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, sich total tot zu zahlen. Mein 5*-Hotel in Istanbul wollte fast das Doppelte wie der günstigste Internet-Anbieter, und zu beliebten Zielen gibt es auch für Taxen nur marginal teurere Festpreise. Taxameter sind für Fahrten unter 10€, und das sollte einem wirklich Wurst sein. Und das ist sehr viel weiter, als man für den Betrag in Deutschland kommt.

Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tatsächlichen Verkehrsverstößen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen können.

Freilich ist ein “Tempo 50” – Schild in der Türkei eher eine Aufforderung, die maximale Geschwindigkeit des Fahrzeugs in Bezug auf die Straßenverhältnisse auszutesten, aber grundsätzlich fahren die alle recht gut. Es ist zum Beispiel im Gegensatz zu Deutschland recht einfach, auf einer sechsspurigen Straße von links nach rechts zu wechseln – Blinken, und dann einfach rüberfahren. Das machen alle so – also muss man halt aufpassen. Wenn Türken finden, dass sowas wie “Vorfahrt” gelten soll, bauen sie da eine Ampel hin.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Das mag jetzt mal sein, interessiert aber niemanden. Man kann sich nämlich (halbwegs) passable Waffen auch einfach kaufen:

Zusammenfassend möchte ich daher dringend dazu raten, die Hinweise des Auswärtigen Amts weitestgehend zu ignorieren und v.a. Menschenansammlungen aufzusuchen.

Aber passt auf Euch auf, es ist wirklich verdammt Sonnig.

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