Rezensionen zu Heiko Maas tollem Buch

Es ist ja unter Politikern nicht gerade üblich, längere oder gar anspruchsvolle Bücher selbst zu schreiben, wenn man da mal nur an die ganzen Herren und Damen Ex-Doktoren zurückdenkt.

Von daher verwundert es nur kurz, dass selbst auf einem – ach, nennen wir es populistischen “Sachbuch” ein zweiter Autor zu finden ist:

… aber wir wollen dem armen Herrn Ebmeyer hier nicht zu viel anlasten und gehen davon aus, dass er irgendwie anständig sein Geld verdienen muss – und was auch immer Herrn Ebmeyers Beitrag an dem Werk war, war das anständigere Arbeit als alles, was Herr Maas in seinem Leben geleistet hat.

Zum Inhalt: Heiko kündigt schon mit dem Titel großspurig an, eine “Strategie gegen Rechts” vorzustellen, weil es nach Ansicht eines lupenreinen Demokraten, der sich – so der Klappentext – “dem Schutz unserer demokratischen Kultur verpflichtet” fühlt, nicht sein kann, dass Parteien mit von seinen abweichenden Meinungen wie die “AfD [.] in mehrere Landesparlamente eingezogen” ist. Ich meine, wo kommen wir denn auch hin, wenn Demokratie, die vom Austausch von Meinungen lebt, keiner Einheitsmeinung folgt?

Leider ist der Inhalt nicht so toll, wie der Umschlag es verspricht – wobei auf dem Umschlag ein großes Bild von Heiko Maas zu sehen ist, man also auch nicht viel Inhalt erwarten sollte.

Eine erstaunliche Position zeigt Maas allerdings nur an einer Stelle, an der er eine vollkommen fiktive Zahl von 100 Milliarden Euro, die dem Fiskus durch Steuerflüchtlinge entgehen sollen, mit einer nicht näher genannten Zahl an Kosten, die durch “Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten entstehen”, vergleicht. Derweil vergisst Maas leider, dass es außerhalb der (angeblich) widerlichsten Neonazi-Ecke pfui ist, zwischen (echten) Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten und z.B. kleinkriminellen Negern oder sozialschmarotzenden Jugoslawen zu differenzieren (was nur ziemlich genau alle drei verbleibenden echten Neo-Nazis nicht tun).

Das gipfelt dann noch in der Forderung, gegen Steuerflüchtlinge vorzugehen, anstatt gegen Flüchtlinge zu hetzen, während gleichzeitig ökonomische Gründe als Fluchtursache nicht kritisiert werden sollen. Man könnte meinen, der Mann wäre schizophren, aber es ist natürlich falsch, Leute pauschal zu psychopathologisieren. Ich denke daher, Maas ist schlicht und einfach ein verlogener Heuchler.

Der Rest des Buches liest sich dann wie die Ausarbeitung der Profilneurose eines hohlen Schönlings, der einen rein hysterischen Kampf gegen angebliche Rechte zu führen glaubt und dabei vollkommen ignoriert, dass den angeblichen Rechten, die demokratisch in Landesparlamente gewählt wurden, ihre grundlegenden Bürgerrechte abgesprochen, die Autos angezündet und ihre Familien bedroht werden.

Man solle aber, so der weiße Mann, der mit gespaltener Zunge spricht, um da mal was kulturell zu appropriieren, mal mit den Rechten reden. Ich erinnere mal an meine feste Seite oben auf dem Blog, wo ich um inhaltliche Argumente gegen die AfD gebeten habe. Lieber Herr Maas – schreiben Sie doch was rein, ich warte seit über einem Jahr. Ich lese auch wirklich viel, aber ich finde nichts. Klar, gut, ich habe selbst welche gefunden – der Berufspolitiker und die McKinsey-Lesbe reichen prinzipiell schon, und dass ich Petry wirklich kompetent fand, obwohl sie eine Frau ist, aber das kam ja nun nicht aus “eurer” Ecke, lieber Heiko.

Dann aber wird es richtig doof – “Wo hindert man Sie denn daran, Ihre Meinung frei zu sagen?”, solle man fragen. Fragt der Typ, der soziale Medien wegen “Hate Speech” zur Selbstzensur nötigen will und der es wahrscheinlich gut findet, dass in Deutschland Beleidigungen verboten sind und ich ihn deswegen nur als hohlen, verlogenen Schnösel bezeichnen kann und nicht als das, was er wirklich ist. Freilich, Chuzpe hat er, aber wir haben in Deutschland ja nun auch eine gewisse Tradition mit Menschen, in deren Sprache Chuzpe ein Wort ist…

Nein, ich habe das Buch nicht ganz gelesen, nur Ausschnitte –  und die Rezensionen bei Amazon. Ich lese doch kein Buch mit einer Durchschnittswertung von 1,2 Sternen, die nur so hoch ist, weil es drei satirische 5*-Rezensionen gibt. Ich möchte daher auch das Schlusswort einem Amazon-verifizierten Leser und Top-Rezensenten überlassen:

Das Buch sollte man wirklich gelesen haben. Damit man weiß, wie brandgefährlich unsere Politiker tatsächlich sind und was für eine erschreckend einseitige Sichtweise sie an den Tag legen … wirklich wirklich schlimm.

Wobei das ein anderer Rezensent kürzer und prägnanter formuliert:

Als Minister eine Niete, reüssiert Maas als Autor nicht weniger schlecht.

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2 Replies to “Rezensionen zu Heiko Maas tollem Buch”

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