Weniger Geisteskranke bei Zeitungen

Busen zu klein, Hintern zu dick und dann auch noch geistig verwirrt: Heutzutage kann sich alles “Journalist” nennen. Deswegen fühlen sich intelligente Menschen oft so, als steuert die Welt auf den Abgrund zu. Das muss sich ändern. Ein alternatives Manifest.

Angeblich sind die Gedanken frei, aber manchmal sind diejenigen, deren verrückten Einfällen zu viel Gesicht beigemessen wird, selbst tonnenschwer. Ein solche Gedanke ist mit Sicherheit nicht “Wenn ich 5/10/20 Kilo weniger wiegen würde, wäre mein Leben besser”, denn bereits Millionen von Menschen tragen neben dem Gedanken auch noch viel zu viel Gewicht mit sich rum, jahrzehntelang. Und es werden immer mehr.

Sie behaupten zwar, sie hätten gute Vorsätze und ein schlechtes Gewissen, aber das dient nur dem Erhaschen von Aufmerksamkeit und Mitleid. Wenn man mit alten Leuten spricht, am Ende ihres Lebens, dann hört man niemals den Satz: “Ich hätte mir im Leben wirklich mehr Gedanken machen sollen, ob ich nicht zu fett war.” – weil Leute mit deutlichem Übergewicht nicht sonderlich alt werden.

Frauen sind besonders bemüht, aber in der Regel erfolglos im Verleugnen ihrer selbstgemachten Probleme. Die australische Regisseurin Taryn Brumfitt hat für ihren Dokumentarfilm “Embrace” (lief einen Tag in etwa drei Kinos und hat niemanden interessiert) Frauen auf der Straße gebeten, ihren Körper in Kürze zu beschreiben. Die meisten sagten Sachen wie: “bisschen zu dick”, “fett”, “abstoßend”, “unangenehm”, was man – sehr euphemistisch – als Euphemismen beschreiben könnte.

Eine Frau erzählte ihr, sie war noch nie mit ihrem Kind schwimmen, weil sie sich nicht traut, einen Badeanzug anzuziehen, was uns gleichzeitig den Urin ihres Kleinen im Schwimmbad erspart hat – oder erwartet jemand ernsthaft, dass Mütter, die ihre eigene Figur nicht unter Kontrolle haben, ihre Kinder erziehen? Nein? Eben. Eine andere hatte seit Jahren keinen Sex mehr, weil sie nicht nackt sein wollte vor ihrem Partner – und der Partner seit Jahren seine schlanke, junge Sekretärin bumst, was nun wirklich jeder verstehen müsste.

Frauenkörper in der Öffentlichkeit bleiben heutzutage viel zu oft unkommentiert, genau wie die blöden Ideen kleiner Kinder, doch mal die graue Grillkohle anzufassen (fragt mal einen Arzt in der Notaufnahme). Und das ist nicht gut so. Am Wochenende lief auf ProSieben “Schlag den Star”, eine Spielshow mit der Sängerin Lena Meyer-Landrut und dem Model Lena Gercke. Auf Twitter konnte man im Sekundentakt Bewertungen ihrer Körper lesen. Dies wirft ein erschreckendes Bild nicht nur auf den Mangel an sozialem Zusammenhalt in Deutschland, wenn alle am Samstagabend vor der Glotze hocken, sondern zeigt auch auf, wie weit die Volksverdummung bereits fortgeschritten ist:

Sie hätten “Minibrüste” oder einen “Kinderkörper”, wären “widerlich”. Eine Frau schrieb, sie würde “denen gerne mal das Make-up abkratzen und schauen wie sie dann aussehen”. Kommentare wie diese zeigen den verbitterten Neid fetter, alter Frauen, die nichts besseres zu tun haben, als dümmliche Kolumnen bei Spiegel Online zu schreiben. Die Frauenzeitschrift “Jolie” fragte: “Wann hört das elendige Bodyshaming endlich auf?”, weil Frauen generell nicht kapieren, dass es nicht nur darum geht, dass sie zu dick sind, sondern darum, dass sie dick und doof sind. Das ist, in einer Person, nicht lustig.

Eine strunzblöde Frage also von einem Magazin, das zu großen Teilen daraus besteht, zu erklären, wie man Augenringe überschminkt und wie viele Kalorien man durch Beischlaf verbrennt, was selbst die innerlich widerlichste Frau noch fickbar macht und die Landwale schlanker – und weniger frustriert. Gleichzeitig werden auch attraktive Vorbilder genannt (“Wie viel wiegt Selena Gomez? Wir verraten euch die Maße der Stars und Models”).

Wir haben uns aber leider daran gewöhnt, dass Frauen das zwar lesen, aber dann bestenfalls ignorieren, oder gar absichtlich konträt handeln. Das verursacht viele Leid, aber alles davon ist selbst gemacht. Jetzt im Sommer überlegen sich wieder reihenweise Frauen, wie sie ihre Körper möglichst gut verstecken können- nicht aus religiösen Gründen, sondern aus Scham, nicht perfekt genug zu sein. Was jedes Jahr mit zunehmendem Übergewicht in allen westlichen Ländern eine bessere Idee wird. Aber sie tun es nicht. Was für eine elende Scheiße. Deswegen hier ein Manifest:

1. Für weniger dicke Mädchen in Leggins! Hautenge Kleidung ist für attraktive Menschen gedacht, und sexualisierende Kleidung nicht für Kinder. Leggins sind zudem unterste Unterschicht, und solche Leute sollten sich nicht fortpflanzen. Wenn Sie jetzt Ihre sogenannte Bikinifigur wenigsten irgendwann erreichen wollen, dann geht das mit dem simplen Trick, zu sagen: Reicht jetzt auch mal mit dem Essen!

2. Wer starrt, bekommt was zu sehen. Brustwarzen existieren. So ziemlich alle Menschen haben welche. Sehr viele, vor allem junge Frauen tragen BHs, die sie nicht ausstehen können, obwohl sie genauso gut ohne rumlaufen könnten, wenn nicht noch ein Rest von Anstand in unserer Gesellschaft vorhanden wäre, der die sexualisierung Minderjähriger tabuisiert. Nicht wenige Männer behaupten, sie würden abgelenkt, wenn sie die Brustwarzen von Frauen durchs T-Shirt sehen würden, und der Rest lügt.

3. Eine Ausnahme: Männer. Durch idiotische Ernährungspläne ohne Fleisch und stattdessen zu viel östrogenreichem Sojamist zeichnet sich eine Zunahme der Gynäkomastie aus, die als bedenklich einzuschätzen ist. Was allerdings ignoriert wird, viel lieber erscheint der dreihunderttausendste Magazintext darüber, ob Männer im Sommer kurze Hosen oder Flipflops tragen “dürfen”. Obwohl die kurzen Hosen seit Jahrzehnten völlig klar abgelehnt werden.

4. Haare am Körper sind normal. Allerdings nicht bei Frauen, deswegen bestehen auch immer noch ca. 17 Prozent feministischer Arbeit (Quelle: Gefühl) darin, die Frage zu beantworten, wie das jetzt mit der Behaarung ist und ob es unfeministisch oder feministisch ist, sich zu enthaaren oder nicht. Es ist, kurzgefasst: scheißegal, weil Feminismus nur ein Ausdruck geistiger Verwirrung ist und ignoriert werden sollte. Außerhalb des Feminismus ist ein Rest vom Bikini Waxing akzeptiert, alles andere ist eklig. Muss man genauso wenig darüber reden wie über Socken in Sandalen.

5. Alter ist Erfahrung, Lachen über Alter ist Dummheit. Der menschliche Körper weiß, dass er irgendwann stirbt, deswegen zieht es ihn ab einem gewissen Alter in Richtung Erdmittelpunkt. Das ist von der Natur so gedacht, deswegen fängt alles an zu hängen. Daraus sollte man aber nicht den naturalistischen Fehlschluss ziehen, dass das gut wäre – es gibt nicht umsonst schon seit Jahrtausenden Erfindungen wie “Sport”, und neuerdings sogar Schönheitschirurgen. Liebe Damen: Sie merken, Sie haben keine Ausreden! Machen Sie was!

6. FKK, Neuversion: das Fasten von Körper-Kommentaren ist genauso widerlich und verlogen wie FKK. Als Zeichen einer ansonsten rigide oppressiven Kultur, die Meinungsäußerung unterdrückt, wurde in den sowjetstaaten wild rumgevögelt – mit verheerenden Auswirkungen auf die wirtschafltiche Lage. Mangel an jeder Ecke und Miswirtschaft sind nur eine der Folgen. Ähnlich gesellschaftlich verheerend wäre es heute, die zunehmende Menge von Landwalen unkommentiert zu lassen.

7. Keinen Hass kaufen. Die britische Autorin Laurie Penny hat mal geschrieben: “Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl- und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.” Das zeigt nicht nur, dass Frauen im Allgemeinen keine Ahnung von Wirtschaft haben, sondern auch, dass sich mit Dummheit und Männerhass Geld verdienen lässt. Das ist falsch und muss aufhören!

Es gehört zum Frausein im Kapitalismus, Unmengen von konsumierbarem Zeug angeboten zu kriegen, das den Körper optimieren soll – was auch dringend nötig wäre, aber meist nichts hilft. Ein teil dieses Zeugs sind feministische Magazine, die den Frauen erklären, dass sie schon Ok wären, wie sie sind. Derweil könnten Frauen auch an ihren Fehlern arbeiten, wobei sie idealerweise gleichzeitig Cupcakes backen und ihrem Partner einen blasen. Wollen Sie das? Darauf gibt es nur eine sinnvolle Antwort.

(leicht verändert von der leider schon bekannten Maggie S., Quelle hier)

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