Den Fortschritt aufhalten

König Knut der Große hat in den ersten knapp zwei Jahren seiner Herrschaft erstmal England erobert und wurde mit 21 zum König von England gekrönt. König von Dänemark, Norwegen und halb Schweden war er eh schon. Da, was auch heute noch nachvollziehbar ist, ihm alle anderen als Totalversager vorkamen, steigerte er sich in irgendeine bullshittige Allwissens- und Allmachtsfantasie, besonders, dass man sich die Welt durch Rumreden so machen könnte, wie sie einem gefällt.

Was mich an irgendwas erinnert…

Hier (S. 199) findet sich dazu eine nette Geschichte:

when at the summit of his power, he ordered a seat to he placed for him on the seashore when the tide was coming in; thus seated, he shouted to the flowing sea, “Thou, too, art subject to my command, as the land on which I am seated is mine ; and no one has ever resisted my commands with impunity. I command you, then, not to flow over my land, nor presume to wet the feet and the robe of your lord.”

Nunja, wir können uns alle vorstellen, wie mächtig beeindruckt das Meer war. König Knut wurde dann religiös, und “trying to stop the waves”, genútzt als “den Fortschritt aufhalten”, wurde ein geflügeltes Wort.

Heute noch gibt es Leute, die sich für klüger als die Natur halten – die ganze poststruktualistische Clique von Radikalkonstruktivisten, die unter anderem denken,  Geschlechter gehen weg, wenn man lange genug “Gender” schreit oder so. Oder aber mächtige und erfolgreiche Herrscher über moderne Imperien, in etwa wie Jack Dorsey oder Mark Zuckerberg, die glauben, “richtige” und “falsche” Meinungen unterscheiden zu können und zu befehligen, dass die falschen Meinungen ihre royalen Füße nicht zu benässen hätten.

Das ist nun noch eine Stufe dümmer als der König von Ganzviel, denn wenn sich etwas wirklich nicht kontrollieren lässt, dann ist es das, was Menschen wollen.

Wir müssen nun nicht darüber philosophieren, was Menschen wollen, daran sind schon recht viele Leute gescheitert, weil es da immer Differenzen gab. Wir können uns also darauf einigen, dass Menschen grundsätzlich andere Dinge wollen, wobei eines der zentralen dieser Dinge ist, dass sie sich nicht von anderen erzählen lassen wollen, was gut, richtig und wichtig ist. Jeder erfolgreiche Demagoge, sei er nun der Papst, Politiker oder Feminist, muss das, was er an Werten zu verkaufen hat, so verkaufen, dass das jeder für sich selbst richtig, gut und wichtig findet.

Nun sind die vorgeblichen Probleme – ob das jetzt die Tiden sind, die dem König die Klamotten nass machen, Leute mit politisch nicht korrekten Meinungen auf Twitter oder Migranten aus Dummdoofistan sind – man möchte eigentlich meinen, dass man da schon von der Zeit von König Knut dem Großen eine Lösung für gefunden hätte: Mauern.

Das Problem an jedweder Art von Mauer ist, dass man da Tore reinmachen muss, sonst kommt niemand rein (oder raus). Diese Eingänge kontrolliert man dann eben sehr streng – vor allem gegen Feinde, die den Hafen übernehmen wollen – das auf dem Bild ist die Zitadelle Quaitbey-Zitadelle in Alexandria.

Das ist aber natürlich nicht das, was moderne Ideologen fordern, die fordern SafeSpaces. Auf Häfen übertragen sähe das so aus:

 

So stellen sich fromme Christen den in der Apostelgeschichte des Paulus erwähnten “sicheren” Hafen von Caesarea vor. Ich nehme an, dass sich Feministen so auch SafeSpaces und Dorsey, Zuckerberg und vor allem Maas auch Facebook und Twitter vorstellen: Vollkommen nutzlos.

Oder aber, wie im Fall des echten Hafens von Caesarea, kommen dann halt irgendwann die Araber, erobern den Hafen, lassen ihn versanden, bis er nutzlos ist, und marodieren woanders weiter.

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