Sexuelle Traumata

Christian hat mal wieder einen Artikel gefunden, der schon so blöd anfängt, dass ich es eigentlich nicht sein lassen kann, ihn zu kommentieren – er kommt von einer Gastautorin bei einem der grenzdebilsten deutschen Feministenblogs:

Mit 15 war ich von vielen Dingen verunsichert in meinem Leben.

Schaut, da kann ich nicht keinen Artikel dazu schreiben, wenn mir das Kommentieren so leicht fällt – ich meine, es ist doch jetzt schon absehbar, dass sich das seit sie 15 war nicht verändert hat, oder?

Meinen Körper mochte ich nicht besonders. Er und ich waren uns nicht gerade einig darüber, was für uns Schönsein bedeutete.

Lass mich raten – dein Körper hat gewonnen, und du warst nur früher ein widerlicher Lookist mit reaktionären Schönheitsidealen?

Kommt, ich musste das schreiben. Leider wird der Artikel danach ziemlich gehaltlos, lang und öde. Es beginnt damit, dass sie ihre weiblichen Bedürfnisse und Unsicherheiten, vor allem aber ihre hellseherischen Fähigkeiten entdeckt:

lernte […] schließlich U. kennen. Er war 3 Jahre älter als ich und im Gegensatz zu mir wusste er genau was er wollte.

Es verspricht dann sogar, spannend zu werden:

Nach ein paar Wochen wurde es körperlich zwischen U. und mir, ich war schließlich neugierig.

…allerdings nur kurz, am Ende des nächsten Satzes sagt sie U, dass sie keinen Bock hat. Ende der Geschichte.

Naja, nicht ganz:

Er konnte mich aufgrund meiner Schuldgefühle gut dazu überreden, auf den Anblick meiner Füße zu masturbieren,

Ja kommt, ich musste auch mit dem Bild im Kopf leben. Das wollte ich Euch natürlich nicht ersparen, aber ich mache es wieder gut – versprochen.

Naja, der Rest ist Geschwafel über die grausame sexuelle Gewalt, die ihr der Fußfetischist angetan hat (wenn ihr Euch jetzt fragt, welche – das geht mir genauso), sie lesbisch geworden ist, weil sie ihre Partner gerne “mit ihrer Erregung hängen” lässt und kein vernünftiger Mann auf sowas Bock hat, und dann kommt noch eine echte Perle:

Dabei machen sexuelle Begegnungen so viel mehr Spaß, wenn ich Menschen dabei unterstütze, auch bewusst und lustvoll Nein sagen zu können.

Ich meine, wer denkt nicht sofort daran, sich einen auf die Füße irgendeiner Zicke zu wedeln, wenn sie “Nein” gesagt hat?

Ah, und feministische “Empathie”, natürlich, kommt auch nicht zu kurz:

Wenn man sich nicht kennt, wie soll das überhaupt möglich sein zu deuten, dass jemand definitiv Lust hat mich zu küssen oder anzufassen?

Ich halte das nur deswegen für erwähnenswert, weil Feministinnen immer die ersten sind, was von Empathie zu erzählen, und vor allem davon, dass das eine weibliche Eigenschaft sei.


Soweit, so gehaltlos. Nun hat mir meine Frau, als sie aus der Dusche kam (wir waren im Schwimmbad), netterweise erzählt, dass sie die beiden jungen, schlanken Lesben mit Halsbändern, die sich in der Dusche “ihre Brustwarzenpiercings richteten”, sehr irritierend fand, und schon konnte ich mich wieder auf das eigentliche Thema des Artikels besinnen: Bekloppe Feministen Sexualisierte Gewalt 15-jährige Mädchen.

Als ich 15 war, war ich in den USA. Nun fährt man ja nicht mit der Erwartung in die USA, dass man da als pickeliger Europäer plötzlich der totale Oberstecher ist, nur weil man einen heftigen deutschen Akzent hat, und hat ja auch gelernt, dass nicht alle amerikanischen Mädels totale Schlampen sind. Das Problem war dann halt nur, dass man sich dann als unschuldiger, unerfahrener junger Bub, dem die Oma die Unterwäsche gebügelt hat, plötzlich nackt in einem Pool wiederfindet, und danach auf einer Wiese und mit dem amerikanischen Consent-Konzept konfrontiert wird – das kannte man ja nun in Deutschland nicht. Und dann steht man da und weiß nicht, ob Kacies und Heathers “Wanna play?” – Angebote jetzt komplementär oder mutually exclusive sind.

Diese Erinnerung ist im Nachhinein total traumatisierend, weil das ja nicht nur bullshittig-feministische “sexualisierte Gewalt” war, sondern statutory rape. Das war im Nachhinein schon sehr traumatisch, vor allem, weil Kacie und Heather unbedingt wissen wollten, welche von beiden beim Autofahren besser bläst, aber eine von beiden musste ja leider fahren. Dass ich das also nie erfahren werde, hat mich schon sehr mitgenommen.

Ich habe daher vollstes Verständnis für die Traumatisierung der Gastautorin und möchte ihr daher anbieten, unsere Traumata gemeinsam aufzubereiten – natürlich zusammen mit einer ihrer Freundinnen.

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