Den Taliban helfen

Mir wurde auf Twitter zugetragen, dass eine junge Frau mit grünlichen Haaren eine Umfrage zum Thema Feminismus macht:

Wie wir wissen, nähern sich die radikalen Muslime und der Feminismus ja immer mehr an, von daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis von Gender-Studenten wie von den Taliban gesprochen wird – Taliban ist ja schließlich ein aus dem arabischen abgeleitetes Pashtu-Wort, was auch nur “Student” bedeutet.

Naja, wollen wir mal Melissa mit den grün-gräulichen Haaren helfen.

>Geschlecht:

Die Frage nach meinem Geschlecht ist grundsätzlich sexistisch. Es ist mir als Mann auch nicht zuzumuten, da Freitext auszufüllen, wenn man auch einfach “m/w” zum Ankreuzen hinmachen könnte. Die Welt ist doch keine “HeforShe” – Veranstaltung, wo Männer die ganze Arbeit machen und nur Frauen davon profitieren – oh, Moment, ist sie doch.

Ok, männlich.

>Alter:

Diese Frage ist ageistisch. Und komm mir nicht mit Statistiken, das ist eine qualitative Umfrage, du hast eh keine Ahnung von Statistik.

1. Was bedeutet Feminismus für dich?

Dass Leute nicht mehr wissen, dass man “Dich” groß schreibt, wenn man Leute respektiert, du ungebildete Kuh. Im Allgemeinen ist Feminismus eine soziale Bewegung, deren Funktion etwa der diverser Krebserkrankungen im medizinischen Bereich ähnelt. Oder kurz: Dummes, eigennütziges Rumjammern unterbelichteter Frauen zum Schaden von fast allen.

2. Würdest du dich selbst als Feministen bezeichnen?

Nein. Ich bezeichne mich auch nicht als Nazi, Kommunist oder sonstwie als Angehöriger einer menschenverachtenden Bewegung.

3. Hast du dich schonmal diskriminiert gefühlt aufgrund deines Geschlechts?

Ja.

Kannst/willst du von dieser Situation erzählen?

Klar: Ich habe mich auf eine Postdoc-Stelle mit Juniorprofessur im Rahmen des Professorinnenprogramms beworben, bekam sie aber nur wegen meines Geschlechts nicht.

4. Denkst du, dass sich die Stellung der Frau, sowohl politisch als auch gesellschaftlich, verändert hat?

Nein. Ich habe aber auch noch einen Tip für qualitiative Forschungsvorhaben: Keine Ja/Nein-Fragen stellen, wenn man was lernen will. Aber gut, Anfängerfehler, daher hier meine ehrliche Antwort: Im sozialen Bereich bevorzuge ich Frauen in der Reiterstellung oder Doggy Style. Ich bin desweiteren nicht der Meinung, dass irgendwessen Sexleben ein politisches Thema sein sollte.

5. Denst du, dass Sexismus noch ein aktuelles Thema ist?

“Noch” impliziert, dass es das irgendwann mal war – was außerhalb der Kreise von ein paar ziemlich lächerlichen 68er-Emanzen nie der Fall war. Aber ja, Sexismus ist ein großes, auch politisches Thema. Deswegen bin ich ja Antifeminist.

6. Wenn du etwas ändern könntest, sowohl in Politik als auch im allgemeinen gesellschaftlichen Denken zum Thema Rollenverteilung, was würde es sein?

Wenn die Politik so denken würde, wie die Gesellschaft im Allgemeinen, wäre das schon OK für mich. Ich finde aber die Frage irgendwie beängstigend und habe Zimmer 101 im Kopf.

7. Willst du sonst noch etwas loswerden?

Ja – du solltest mal diesen Artikel hier lesen. Und was sinnvolleres mit deinem Leben anfangen, als dich mit diesem Feminismus-Unsinn zu beschäftigen. Mach was anständiges, geh anschaffen oder so.

Advertisements

2 Replies to “Den Taliban helfen”

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s