Scythe und das BMFSFJ

Ja, ich weiß, sind ein paar viele Blogposts in der letzten Zeit, aber ich kann mit meinem kleinen Laptop nicht so wirklich arbeiten, und spielen geht damit nun wirklich gar nicht. Mein treuer Arbeits-PC hat nämlich leider ein widerliches Geräusch (also, irgendeines) von sich gegeben, weswegen ich mal reinschaute und feststellen musste, dass der Lüfter auf der GPU den Lärm veranstaltete. Was wohl daran lag, dass der arme, flüsterleise Lüfter die gesamte Abwärme der CPU tragen musste, weil der Kühlerlüfter den Geist aufgegeben hat. Bei der Gelegenheit hat die Firma Skythe ein großes Lob für den Kühler verdient, der auch ohne Lüfter verhinderte, dass der Prozessor mir das Haus abgefackelt hat. Temperature warnings sind nur für Weicheier.

Aber gut, Twitter. Anlässlich der idiotischen Tweets des Ministeriums für alle außer Männer zum Weltfrauentag hat mal jemand nachgefragt, wo denn das genaue Problem mit den Frauenrechten, die ja so wichtig seien, liegt:

Tja… klassische Ausrede. Aber natürlich habe ich, nachdem es mir verwehrt ist, verantwortungsvoll Leute zu erschießen (Prozessorlast!), die Seite mal angesehen. Bislang dachte ich ja, Mittzwanziger-Studentinnen, die aufgrund ihrer zunehmenden sexuellen Frustration Feministinnen werden, wären der Gipfel der Dummheit. Das stimmte offenbar nicht; aber die gehen ebenso offensichtlich danach zum BMXYZV.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hat vielschichtige Ursachen.

Ich wette mal, dass ihr die vollkommen ignorieren werdet.

Überall in Europa verdienen Frauen weniger als Männer.

Liebes BMFSFJ, ihr seid ein deutsches Ministerium. Ihr, die da mitarbeitet, musstet auch so einen Eid auf die Verfassung oder das Grundgesetz oder so schwören. Klar, habt ihr genauso wenig gelesen wie ich, aber das entbindet euch nicht davon, dass ihr euch daran halten müsst. Und da steht nix von Europa.

In Deutschland liegt die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern bei 21 Prozent. Der Grund: Frauen arbeiten häufiger in niedrig entlohnten Branchen und Berufen.

Huh. Ich dachte schon, das wird so ein feministischer Bullshit. Schön, das wir das geklärt haben.

Doch auch bei gleicher formaler Qualifikation und ansonsten gleichen Merkmalen beträgt der Entgeltunterschied immer noch 7 Prozent.

Nö, das tut er nicht. Ich kenne zu dem Thema nur eine seriöse Studie, aber die erklärt den Entgeltunterschied bis unter das statistische Fehlerniveau. Wenn ihr dazu gerne einen Link hättet, gewöhnt euch dran, selbst welche anzugeben. Bis dahin werde ich mich dafür engagieren, dass ihr von euren Kritikern nicht mehr nur “Ministerium für alle außer Männer” genannt werdet, sondern “Ministerium für alle außer Männer, Intelligenz, Ehrlichkeit und Statistik”. Aber gut, ich erkläre euch auch, warum:

Ein klarer Hinweis auf versteckte Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt.

Nö, Kinders. Ihr könnt nicht einfach was behaupten, was völlig aus der Luft gegriffen ist. Immer noch nicht. Das liegt an den Echsenmenschen, das habe ich hier schon oft genug erklärt, nicht an irgendwelchem Bullshit, den ihr euch ausdenkt. Aber wie erwähnt – da ist überhaupt keine Diskrepanz, wenn man mit Statistiken nicht nur lügen will.

Die Gründe für die Lohnlücke sind vielschichtig: Neben der unterschiedlichen Berufswahl – Frauen arbeiten häufig in sozialen oder personennahen Dienstleistungen, die schlechter bezahlt werden

Jetzt sagt ihr zum zweiten Mal, dass euer zentrales Argument scheiße ist. Ganz ehrlich, wo habt ihr denn diskutieren gelernt? Auf dem Klo – also, bei der Funk-Sendung, nicht auf einem echten, wo man Schopenhauer lesen könnte? Wobei – die Concessio als Einleitung einer Simulatio, eines (angeblichen) Verständnisses der Tatsachen ist ja nun dialektisch gar nicht so schlimm. Also, für Deppen.

ist insbesondere die (längere) familienbedingte Erwerbsunterbrechung

Frauen verdienen weniger Geld, weil sie – neben schlecht bezahlten Jobs – auch mal gar nicht arbeiten. Klingt… total wichtig, dass man da was dagegen tut? Braucht ihr einen Demagogen? Hey, ich habe keinerlei Gewissen ab 2.000€ Tagessatz. Gar keines. Wie die Berater, die den Mist für euch produziert haben auch, aber so bekommt man keine Zitrone verkauft.

und der anschließende Wiedereinstieg in Teilzeit und Minijobs

Also, wir halten fest: Frauen verdienen weniger als Männer, weil sie (a) in Kackjobs, (b) gar nicht oder (c) wenig arbeiten. Wenn ihr irgendeinen Punkt hättet, käme da jetzt ein “aber”, aber:

Zudem haben Frauen noch immer schlechtere Karrierechancen

Naja, das ist bei den eben genannten Voraussetzungen nicht unbedingt mehr ein “zudem”, sondern eher ein “deswegen”. Wie übrigens auch der Rest, den ihr sagt:

Frauen sind in Führungspositionen, besonders in den Spitzenpositionen, unterrepräsentiert. Führen in Teilzeit findet kaum statt.

Wir hatten gerade beschlossen, dass ihr wie die letzten Deppen dasteht, wenn nicht langsam ein “aber” kommt, richtig? Ok, letzte Chance:

Auch Rollenstereotype und geschlechtsspezifische Zuschreibungen wirken bei der Arbeitsbewertung, Leistungsfeststellung oder Stellenbesetzung noch immer nach und können zu zumeist indirekter Benachteiligung und mittelbarer Diskriminierung führen.

“Auch” – hey, das ist kein “aber”. Rollenstereotype (und blablubbs) können also wie auch gar nicht arbeiten dazu führen, dass – äh – Frauen weniger verdienen, was ihr jetzt “Diskriminierung” nennt? Diskriminierung kommt tendenziell vom lateinischen Wort für “unterscheiden”, und ich sehe nichts falsches darin, zwischen Leuten, die arbeiten, und Leuten, die das nicht tun, zu unterscheiden. Ihr werft die nur alle in einen Topf, weil ihr kein Argument habt – oder? Ich meine, ihr bringt keines?!

Um der Lohnlücke entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung bereits einige Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Das ist – äh – ein Eingriff in die individuelle Entscheidungsfreiheit der Frauen, die lieber nichts machen wollen? Frauen sind auch Menschen, wisst ihr schon, oder?

Von der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns profitieren mehrheitlich Frauen in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen

Das nun wage ich zu bezweifeln. Aber hey, wenn ihr so seriös tuend einfach Bullshit behaupten könnt, kann ich das auch: Eigentlich leiden darunter hauptsächlich Frauen in prekären Jobs. Fragt doch einfach mal die Schlecker-Frauen.

Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dem Elterngeld und dem ElterngeldPlus sowie mit der Verbesserung der Familienpflegezeit werden Anreize für weniger und kürzere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und eine rasche Rückkehr in den Beruf geschaffen.

Wir hatten aber schon noch eingangs festgestellt, dass Frauen tendenziell schlecht bezahlte Jobs oder – habt ihr betont – gar keine Jobs machen wollen, oder? Ist echt die blöde Verdienstquote wichtiger als das, was die Frauen wollen? Wessen Interessen vertretet ihr eigentlich?

Zudem werden mit dem Aktionsprogramm “Perspektive Wiedereinstieg” die Ein- und Aufstiegschancen von Frauen nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung verbessert.

An der Stelle steige ich vollkommen aus. Wem hilft das was? Frauen mit Kindern im Allgemeinen? Bezweifle ich. Ich kenne Frauen mit Kindern. Die werden von ihren Chefs angebettelt, eure blöde Elternzeit nicht vollumfänglich auszunutzen. Mit nettem Bonus. Okay, das hilft Frauen vielleicht, aber meine Bekannten arbeiten eher nicht bei Schlecker an der Kasse.

Außerdem soll die Arbeit in den Bereichen Pflege, Betreuung und frühkindliche Bildung weiter aufgewertet werden.

“weiter aufgewertet werden” ist eine absolute Nullaussage. Langsam bekomme ich das Gefühl, dass nicht euer PR-Berater schlecht ist, sondern ihr schlicht nichts zu sagen habt.

Gemeinsam mit den Tarifpartnern will die Bundesregierung die Feststellung des Wertes von Berufsfeldern, Arbeitsbewertungen und die Bewertung von Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen voranbringen.

Und da kommen wir zu einem Punkt, der mich nicht nur persönlich sehr stört, sondern der das System ad absurdum führt. Deutschland ist vom Konzept eine soziale Marktwirtschaft. In einer Marktwirtschaft gibt es Konkurrenz – und die muss es geben, sonst ist es keine. Ja, ihr habt mittlerweile das böse, böse Wort “Konkurrenz” wie auch “Wettbewerb” durch “Mitbewerber” ersetzt, aber das hat halt auch reale Konsequenzen – wenn die Marktteilnehmer keine Wettbewerber, sondern Mitbewerber sind, dann konkurrieren die halt nicht mehr. Das macht den Grundgedanken der Marktwirtschaft kaputt. Also, nicht “das”, ihr macht das.

Analog ist “Tarifpartner” Bullshit. Der “soziale” Aspekt an ” soziale Marktwirtschaft” ist, dass man die Arbeiter nicht schutzlos dem (stärkeren) Unternehmer ausliefert, diese Gewerkschaften bilden können und so weiter. Die sind aber niemals – sonst verfehlen sie ihren Zweck; das Wort wäre korrupt – partnerschaftlich. Und ihr, liebes Ministerium, seid der Staat. “Partnerschaften” mit dem Staat nennt man bestenfalls Klüngelei, normalerweise aber Korruption.  Naja, zumindest seid ihr da ehrlich.

Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat eine Geschlechterquote in Aufsichtsräten eingeführt und verpflichtet große Unternehmen zu verbindlichen Zielgrößen. Dies wird Unternehmenskulturen nachhaltig verändern.

Nicht jede Veränderung ist automatisch gut. Krebs zum Beispiel verändert sehr, sehr viel in einem Körper, und das total nachhaltig. Für den Krebs ist das übrigens sogar gut, aber wir reden hier schon noch über Frauen, oder? Nicht Krebs?

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen, [bla] nach dem Prinzip “Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit” mehr Transparenz in die Gehälter bringen.

Ihr seid so dumm, dass ihr nicht wisst, was ihr euch mit “gleichwertige Arbeit” für ein Grab schaufelt, oder? Ihr könnt ja mal fragen, ob Leute lieber auf ihre Putzfrau oder ihren Abgeordneten verzichten. Und was da der faire Lohn ist. Hey – ich unterstütze euch da voll und ganz, dass ihr wirklich wenig wert seid – also, im Vergleich zu einigen “prekären” Jobs.

Andererseits ist euch aber auch klar, dass der Sozialneid in Deutschland ein echtes Problem ist, oder? Klar, hier auf dem bayrischen Land kann ich mir einen Jaguar kaufen und mein Nachbar schaut den noch andächtig an, während er das Verdeck seiner Corvette runterlässt, aber in Berlin zünden die Assos ja mittlerweile Golfs an? Denkt ihr, dass es irgendeiner Frau hilft, wenn sie weiß, dass besser qualifizierte und mehr arbeitende Männer mehr verdienen als sie? Weil – wenn die Frau besser qualifiziert und mehr arbeiten würde, würde sie mehr verdienen, das ist der Kern der Marktwirtschaft?!

Die Verpflichtung, beim Lohn nicht zu diskriminieren und erwiesene Diskriminierung zu beseitigen

“Erwiesene Diskriminierung beseitigen” -hm…. war das vor, während oder nach Hitler? Ich bin noch nicht so alt, dass es sowas gegeben hätte?

Flankierend zum Gesetzesvorhaben zur Lohngerechtigkeit will die Bundesregierung eine Initiative gemeinsam mit den Tarifpartnern starten, um die Muster von struktureller Entgeltungleichheit in Tarifverträgen zu erkennen und zu überwinden.

Oh, ihr wollt die Muster struktureller Entgeltungleichheit überwinden. Das nennt man dann übrigens Kommunismus – allen das Gleiche. Das, liebe Kinder, funktioniert nicht. Siehe: jeder Kommunismus.

Ein erster Schritt ist der Sozialpartnerdialog, der mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften gestartet wurde. Dadurch soll weiteres Engagement auf einer untergesetzlichen Ebene zusammen mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften ermöglicht werden.

Ich bin mir relativ sicher, dass es dem Gesetzgeber vom Grundgesetz her nicht erlaubt ist, privatrechtliche Regelungen zur Durchsetzung auch noch so blöder staatlicher Ziele zu verfolgen. Beobachtet euch eigentlich der Verfassungsschutz?

Um die Lohnlücke nachhaltig zu reduzieren muss an einer Gesamtstrategie gearbeitet werden.

Joah… ausgehend von den von euch angeführten realen Gründen könnten wir Frauen zum Arbeiten zwingen. Nicht, dass ich was gegen Arbeitslager hätte, aber – echt jetzt?

Maßnahmen wie die folgenden [bla]:

Der Equal Pay Day wird vom Business und Professional Women – Germany e.V. (BPW Germany) initiiert und durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen seit Jahresanfang umsonst arbeiten müssen, während Männer in der gleichen Zeit bereits für ihre Arbeit bezahlt werden.

Eigentlich zeigt der Equal Pay Day nur, das Feministen nicht rechnen können. Mich würde interessieren, wieviele Millionen Euro Männer und Frauen mehr hätten, wenn ihr den Unsinn nicht finanzieren würdet.

Mit der EVA-Liste können einzelne Verfahren der Arbeitsbewertung anhand ausgewählter Fragen auf Geschlechtsneutralität hin überprüft werden. Die Liste wertet Arbeitsbewertungen in Tarifverträgen aus und ist ein niedrigschwelliges Instrument, das unkompliziert von verhandelnden Sozialpartnern angewendet werden kann.

Ich hatte schon erwähnt, dass dieses “Partner”-Gesülze dem Grundgedanken einer auch noch so sozialen Marktwirtschaft widerspricht? Und – äh – ich hab mir die Beispielliste mal angeschaut, das ist eine Wichsvorlage für Verwaltungsbeamte. Sollte es einen Menschen auf diesem Planeten geben, dem es  durch selbstherrliche Onanie eines Verwaltungsbeamten jemals besser ging: Hey, zeigt ihn mit. Und nein, der Verwaltungsbeamte selbst zählt nicht.

Ich überspringe mal “LandFrauenStimmen für die Zukunft”, was – äh – keine Ahnung, Geld bei der ILO, die – äh – Geld verbrennt, um es zu verbrennen und das tolle Projekt “Was verdient die Frau? Wirtschaftliche Unabhängigkeit!” außer Acht lassen, da sich letzteres nicht als Projekt, sondern als politische Entscheidung darstellt und euer Marketing (wie mehrfach erwähnt) zu beschissen ist, um das irgendwem (außer Nutznießern wie euch selbst) zu verkaufen.  Aber einer eurer Bullshit-Maßnahmen geht noch:

Kampagnen wie Girls’ Day und Boys’ Day wirken auf das Berufswahlverhalten junger Menschen ein.

Nein, das tun sie nicht, das habe ich gerade aus dem Schaum auf meinem Bier gelesen. Und mein Argument ist besser als eures: ich habe wenigstens eine Quelle angegeben, die prüfbar ist.


Was haben wir vom BMFSFJ gelernt? Sie unterminieren die Grundprinzipien der Marktwirtschaft durch als “Partnerschaft” bezeichnete Korruption und wollen – ja – wissen sie selbst nicht so genau. Bei der Gelegenheit: Ich bin überzeugter Kapitalist und stehe daher für so Schweinereien, wie ihr sie macht, liebes BMFSFJ, zur Verfügung. Und ich bin totaler Military-Fan, mir würde so der Dienstgrad Konteradmiral reichen, wenn ich sechs Adjutantinnen mit dicken Titten bekomme. Rein zur Deko, natürlich, da bin ich geschlechtergerecht, zu was anderem sind Frauen bei der Bundeswehr ja eh nicht da.

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