Antifeministisch Nähbloggen: Warum?

Was mich an dem Nähscheiß am meisten ankotzt, ist, dass alles, aber auch wirklich alles vollkommen überteuert ist, mit Ausnahme von Nähmaschinen, bei denen die Frauen alle rumheulen, sie seien teuer.

Man könnte nun diskutieren, dass an einem Nähtag (ich hatte erwähnt, dass das Nähen per se schnell geht?) eine Maschine vielleicht für eine Patchworkdecke genutzt wird, bei meiner Decke mit 160x120cm und 48 Teilen und 2,5mm Stichlänge sind das 9.200 Stiche; soviel dreht ein alter Benziner alleine schon, wenn man ihn zum Scheiben freikratzen nur warmlaufen lässt.

Daher gehen Nähmaschinen auch ums Verrecken nicht kaputt, die Technologie ist 100 Jahre alt und unverändert; das einzig “neue” sind Umlaufgreifer statt Central Bobbin-Greifer, was der Grund für meinen Nähmaschinentausch war, und die Technik war in den 50ern schon nicht mehr neu. Bis auf Verschleißteile ist eine Nähmaschine also eine Anschaffung für’s Leben, wenn man sich nicht – wie die meisten Frauen – eine ganz tolle elektronische Nähmaschnine kauft, von deren x-zig-hundert Funktionen man dann genau keine benutzt, weil man sie nicht bedienen kann – weil man eine Frau ist; klar, oder? Die gehen natürlich kaputt, ist ja Elektronik, keine 50 Jahre bewährte und auf 1/10mm genaue Mechanik.

Das ist aber nicht das, was mich stört. Auch nicht, dass man einen verdammten eigenen Raum dafür braucht, ordentlich zu nähen, und zwar tendenziell mein halbes Wohnzimmer, also so 25m². Oder der ganze Scheiß, den man braucht oder haben will, also ein paar Spezialnähfüße oder ordentliche Stecknadeln und Quilt-Klammern und und und und und – ich habe locker 50$ bei Aliexpress nur für Kleinscheiß gelassen; in Deutschland wären das sicher 300 Euro.

Ich habe aber auch, auf der Suche nach einem sinnvolleren Nähprojekt als Kissenhüllen oder Tellerröcken (da näht man zumindest mehr, als man anderen Scheiß macht) beschlossen, ich nähe meiner Frau ein Kleid. Ein schulterfreies, hübsch dekolletiertes, richtig eng an den Stellen, wo das bei ihr halt gut aussieht und dann unten weiter werdend. Findet man auch, das hier gefiel ihr und mir ganz gut:

Wie erwähnt ist beim Nähen alles furchtbar teuer, und auch wenn der Designer es sich verdient hat – ist ja ein schönes Kleid – sind $19.20 nur für das Schnittmuster eine verdammte Unverschämtheit, vor allem, weil meine Frau halt nicht so aussieht wie die auf dem Bild und es daher eh nicht passt; ansonsten würde ja auch “ich will das Kleid in den Maßen” aus China funktionieren. Ne, denkt sich der Mann da, das muss man eh alles selbst machen, und beschäftigt sich mit Schnittmustern.

Kommen wir zum antifeministischen Gegenschlag: Schnittmuster sind etwas, was ein horrendes Vermögen kostet, und ich hatte ja erwähnt, dass die Frauen da in ihrer fetten Wohlfühlblase enorm viel Dreck für alles mögliche ausgeben, was dann auch wieder wahlweiße scheiße sitzt, gar nicht sitzt oder halt beides, wenn man keine Kleiderpuppe ist. Natürlich lässt sich das mit Strechtstoff beheben, wenn man Model ist, aber nicht jeder hat Null Problemzonen und will lieber etwas hübsch fallendes, aber trotzdem passendes.

Feministinnen und andere Zeit verschwendende Näherinnen begegnen dem Problem so, dass sie sich für teures Geld Schnittmuster kaufen und dann mit einer Schneiderkurve (oder besser Burmester-Schablonen) von Taille Größe 40 zu Brust Größe 44 zu Hüfte Größe 50 die Kurven anzupassen versuchen, was erstens dummes Rumraten ist und zweitens nicht toll wird, da man mit Papier und einer verdammten Plastikkurve niemals so gut wird wie ein CAD-Programm mit Spline-Funktion – und vor allem spart es horrende Unsummen für billige Plastikteile und wahlweise überteuertes Schneiderpapier oder Backpapier; zudem kann man sitzen bleiben, und Draftsight ist in einem Tag gelernt. Ich bin hier darauf gestoßen, war produktiv. Youtube-Nähvideos von Frauen sind übrigens grundsätzlich und grundlos lang. Man findet immer eines von einem Mann, der in 30 Sekunden das gleiche erläutert wie eine Frau nach vielleicht fünf Minuten Schwafeln in weiteren zehn.

Nunja, Feministinnen wie die Backlash-Frau geben nicht nur unendlich viel Geld für ihr Hobby aus, sondern erwarten das auch von anderen. Natürlich sind Feministen da auch noch dumm genug, den Mist mitzumachen, aber ich halt nicht, und ich finde auch, dass man das aktiv boykottieren sollte. Ich boykottiere deswegen das System, indem ich halt meine eigenen Schnittmuster mache. Ich erkläre Euch das im nächsten Blogpost.

 

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2 Replies to “Antifeministisch Nähbloggen: Warum?”

  1. Ich empfehle Ende 2017 die gesammelten Naehblog Posts als Buch heraus zu bringen; unter dem Titel: “Der selbst verursachte Weg in den Wahnsinn.” 🙂 Allerdings denke ich, dass Deine Naehmaschine das gleiche Schiksal erleiden wird wie der 3D-Drucker von Danisch. Haufen Zeit investiert, Haufen Geld fuer Kleinkram ausgegeben, viel Aufregung ueber die Unzulaenglichkeiten, die Erkenntnis dass man den Scheiss den man wollte besser von jemandem gekauft haette und die Abstellkammer ist um einen weiteren Karton bereichert.

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