Antifeministisch Nähbloggen: Schnittmuster (mit antifeministischem Plus-Size-Model!)

Schnittmuster haben eine gewisse Faszination für Mathebegeisterte; 2D- in 3D-Geometrie umzudenken ist verdammt kompliziert, aber es gibt nicht nur Frauen, die gerne in Säcken rumlaufen wie die bereits erwähnte Feministin, sondern auch Frauen, die Bücher mit Anleitungen schreiben. Die gibt es in dick und dünn (die Bücher; die Autoren-Frauen sind wahrscheinlich eher nicht dick); ich habe nach den ersten Versuchen auf das dünne Buch gewechselt, als ich die Prinzipien verstanden hatte.

Das macht es enorm verwunderlich, warum Frauen und Nähen vor allem für Feministinnen ein Thema ist, weil Feministinnen und Logik und/oder Mathematik ja nun klassisch divergente Themen sind. Das ist aber nur für logisch denkende Menschen unverständlich; Feministinnen machen und kaufen deswegen ja Schnittmuster, um doch wieder in Säcken rumzulaufen, weil weder die Designerinnen noch die Anpasserinnen verstanden haben, was sie machen.

Derweil ist das Grundprinzip ist ganz einfach: Menschliche Körper sind dreidimensional und tendenziell rund, Stoff ist aber flach, und das geht halt nie ordentlich zusammen – xkcd zeigt das anschaulich:

Es ergibt sich halt immer und sofort ein totales Chaos, und dann muss man halt bedenken, dass wenn man aus dem 2D-Chaos wieder einen Globus macht, sind alle momentan sehr scheppsen (kurvigen) Linien plötzlich Geraden. Also, 2D-Kurven auf 3D-Körpern werden Geraden, 2D-Geraden werden Kurven, und überhaupt ist das alles sehr, sehr komplex und ich würde mir wünschen, dass man das irgendwie berechnen könnte, aber Pythagoras oder so hat mehr oder weniger bewiesen, dass man Kugeln ums verrecken nicht mit flachen Rechtecken darstellen kann. Von daher wird da immer etwas rumraten und ausprobieren dabei sein, aber das heißt natürlich gleichzeitig, dass man mit einigen wenigen Grundprinzipien eigentlich alles nachbasteln kann, was man sieht, weil eine gewisse Ungenauigkeit quasi zwingend ist. Ich erkläre mal nur zwei, das sollte reichen:

1. Grundprinzip: Kurven

Wir brauchen jetzt was zum sich-was-vorstellen, also nehmen wir ganz politisch korrekt ein Plus-Size-Model:

Iskra ist Plus Size, weil sie plus den normalen Modelmaßen noch Titten und Arsch hat. Like. Sie hat die Maße 97-74-109. Nun haben Frauen wie alle Menschen zwei Seiten, aber halt Brüste vorne, von daher bräuchte man für ein Oberteil Vorderseite auch noch den nur-vorne-Brustumfang; nehmen wir da mal 55% (jaja, das wirkt nur optisch mehr; ist bei allen Frauen so).

Wir bräuchten also ein Stück Stoff, was oben 97*0,55 = 53cm breit ist, an der Taille analog 40 und an der Hüfte 60, also etwa so:

1

So, das könnte man jetzt der Iskra ausschneiden und anziehen, aber das sieht halt scheiße aus. Denn die seitlichen Linien gehen ja links und rechts an ihrer Seite eigentlich gerade hoch, die hat aber eine Ecke (also, die Linie, nicht Iskra). Machen wir eine Kurve draus:

2

Die Maße stimmen noch, mehr Maße haben wir nicht, also wird das genauso gut oder schlecht passen wie das vorher. Eher schlecht, aber die Ecke ist weg, also besser. Sieht auch eher wie eine Sanduhr aus, oder? Eben.

Merke: Ecken durch Kurven ersetzen wird immer besser.

2. Grundprinzip: Darts

Es wird aber halt nicht toll sitzen, weil Iskras Kurven an bestimmten Stellen sitzen, die wir bei dem Schnitt halt vorher berücksichtigen müssen:

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In Bild A zu sehen sind Iskras Rundungen an der Brustlinie. Da Iskra (wie alle nicht allzu fetten Menschen) an der Seite ziemlich senkrecht sind brauchen wir da keine komplizierte Kurve, wir können einfach die Taille nach Außen schieben. Dann hat die halt Lücken, aber das ist halt jetzt so.

Die müssen wir wieder zubekommen, und da kommt was rein, was man Contouring nennt – die Stelle, wo der Stoff weniger wird, gibt Form (also Kurven); wir wissen, wo die sein sollen (die Kurven, hier Brüste), also machen wir die halt da hin (zu den Nippeln, die sollten ja am weitesten vorne-oben sein, gell? Klar, das geht bei Feministinnen schwer, aber wir schneidern ja nun für Iskra und nicht für irgendeine uralte Feministin wie Margarete Stokowski). Der obere Punkt ist klar, der untere Punkt ergibt sich aus den Lücken in der Taille, und dann malen wir einfach Dreiecke dazwischen:

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So, das wird schon ziemlich gut sitzen. Wenn ihr mir das nicht glaubt, näht es halt einfach. Wobei wir nun das Problem haben, dass Iskras Kurven an der Hüfte nicht mittig sitzen wie die Brüste, sondern eher seitlich, und auch nach hinten gehen, und wir zudem da an der Taille nach unten noch zu viel Stoff haben (rosa Linie; der schraffierte Teil wird ja weggeschnitten). Wir machen also auch einen Dart für die Hüfte:

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Tjo, jetzt haben wir da ein bisschen was weggeschnitten unter der Taille, aber dafür haben wir drei schöne Stoffteile, die zusammengenäht einmal Iskras Vorderseite in 3D ergeben. Da Iskra nicht so unförmig ist, zerlegen wir die Teile erstmal und machen dann aus allen Ecken Kurven, dann sieht das schon wie ein Schnittmuster aus:

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So, das waren die Grundlagen. Im nächsten Post machen wir dann einen antifeministischen Rock.

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