Antifeministisch Nähbloggen: Intro

Es gibt Tage oder Wochen, wo ich denke, dass ich eigentlich was besseres zu tun haben sollte, aber das habe ich halt gerade nur bedingt, von daher habe ich mich sehr viel mit dem Thema Nähen beschäftigt, da ich ja nun schließlich eine Nähmaschine besitze und mich an das eigentliche Projekt, Ledersessel, noch nicht so ganz rantraue. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich das mit dem “gerade Nähen” nicht so 100%ig so hinbekomme, wie ich das erwarte, und Leder vergleichsweise teuer ist, wenn’s mir dann nicht passen würde.

Ich brauchte daher irgendein Übungsprojekt und durchsuchte das Internet nach Übungsmaterial – was könnte man denn nähen, was die fuck-Drecks-Arbeit mit dem verdammten zusammenstecken und Bügeln am Ende auch wert ist? Ich habe schließlich nur einen begrenzten Bedarf an Patchworkdecken, also guckt man da halt ins Internet.

Wenig verwundernd ist Nähen ein stark von Frauen besetztes Thema, was – also, wenn man es dann mal macht – recht einfach damit erklärt ist, dass es ein verdammter Haufen Aufwand ist. Was aber noch viel schlimmer ist, was die Frauen dann nähen. Hauptsächlich nämlich Dekomüll. Oder, natürlich, Kleider aus dem mit Abstand scheußlichsten Stoff, den sie finden konnten, die dann ihre meist walähnlichen Figuren so richtig unschön zur Geltung bringen (wer das wirklich sehen will, klicke hier).

Klar, es gibt sicher auch Frauen, die hübsche Sachen nähen, aber das Gros ist aus der beschriebenen Kategorie, die mehr reden als machen. Die selbst beschreiben das so:

geht es bei Gemeinschaftsaktionen von Selbermacherinnen wie dem Me Made Mittwoch … als größte und bekannteste Vernetzungsaktion der DIY-Bloggerinnen-Szene [darum], den Zuschreibungen, wie Frauen auszusehen haben, Woche für Woche hundertfach eigene Bilder entgegen.

Feministisch Nähen! Yaiii, genau darauf habe ich gewartet – das ist mein Occams Razor, warum man da zu 99% Müll findet und nur 1% sinnvolle Sachen. Eine dicke, feministische Frau, die irgendein armer Trottel offenbar mal geheiratet hat, erklärt uns, warum feministisch Nähen wichtig sei:

Nähbloggen ist für mich … kraftvoll und stärkend. … Irgendwann kapierte ich, dass es für mich in Nähblogs, die sich mit dem Nähen von Bekleidung beschäftigen, nicht nur um das Nähen geht. Mir wurde klar, dass es auch um Körper geht.

In Physikbüchern geht es ja schließlich auch nicht um Physik, logisch – oder? Für walähnliche Frauen ist das vor allem deswegen super, weil man sich da schön eine Wohlfühl-Filterblase aufpumpen kann, in der alle dick sind und ihnen normale Kleidung nicht passt und alles von der Stange eher an Kartoffelsäcke erinnert, weswegen man das lieber aus Gardinenstoff (andere Stoffe sind nicht breit genug) selbst schneidert, um dann auszusehen wie eine dicke Frau in einem bunten Kartoffelsack. Oder so, feministische “Logik” hat sich mir noch nie erschlossen.

Nun aber hat es das böse Buch von Nadja nicht nur auf Platz 4 der (überhaupt) bei Amazon verkauften Bücher geschafft, sondern auch in die Wohlfühlbubble der fetten Näherinnen, und das sei schlecht. Weil:

Es ist einfach ein Unterschied, ob “die bösen Frauenzeitschriften” Signale zur Selbstoptimierung geben oder ob die Menschen, mit denen ich mich gerne austausche, es tun.

Der Text ist bis dahin gute drei Seiten lang, aber das ist auch was, was mich an Frauen und Nähen stört. Versuch mal, Dir ein ordentliches Grundlagenbuch zum Nähen zu kaufen; unendliches Geschwafel (außer Winifred Aldrich). Aber das schreiben Frauen ja auch nur, lesen tut das natürlich keiner. Was drinsteht ist: Bu-huuuu, meine fette Nähcommunity hat angefangen, abzunehmen, aber ich bin zu faul oder dumm dazu, und jetzt maule ich über einen antifeministischen Backlash in der DIY-Nähcommunity. Ja, wirklich, wörtlich.

Das empfinden Feministen als Backlash – dass andere Frauen abnehmen. Nicht auszusehen wie ein gestrandeter Pottwal in einem Sack aus Kinderzimmervorhang ist jetzt antifeministisch.

Gut, dass ich sowieso antifeministisch bin. Und es ja total niedlich finde, dass die jeden Dreck als Backlash bezeichnen, weil sie halt noch nicht wissen, wie das ist, wenn mal eine wirkliche Reaktion, ein Gegenschlag, kommt.

Daher, liebe feministische Nähbloggerinnen, die sich darin feiern, fett und beliebt und erfolgreich zu sein, ein Buch (was tatsächlich jemand kauft?!) geschrieben zu haben und dazu noch ein paar Anhänger zu finden, die einen für seine Ergüsse auch noch bezahlen: Das ist noch gar nichts.

Das geht auch ganz anders. Im nächsten Post.

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