10 rape prevention tips guaranteed to work

English summary: Not raping women is a perfect strategy for stopping rape on women. The following German text is pure idiocy, but I have to work with what I get.

Anlässlich des Welttages für mehr Gewalt gegen Frauen war sich eine Elsa Koester nicht zu dumm, für das Schmierblatt “Neues Deutschland” einen Artikel zu schreiben, der nicht nur die bereits neulich dekonstruierten Lügen wiederholt, sondern auch eine offenbar etwas ältere, angeblich “witzige” Liste erwähnt, die eine zuverlässige Strategie zur Vermeidung von Vergewaltigungen darstellen soll.

Die Liste ist natürlich weit davon entfernt, der schlimmste Auswuchs des modernen Feminismus zu sein; es wird nicht zu Morden oder Kastrationen aufgerufen, aber natürlich leidet der Gehalt der Liste darunter. Die Liste findet sich zum Beispiel hier, unter dem Titel “10 rape prevention tips that are guaranteed to work”.

Diesen Artikel hat eine Wendy Gittleson geschrieben, nach ihrem Profilbild ein hellbrauner Köter. Ich kann allen nur ans Herz legen, die Google-Bildersuche nicht zu bemühen, der reudige Hund ist vergleichsweise niedlich.

Aber zunächst zu Elsa. Elsa schreibt:

Stelle dir vor, du wärst eine Frau. Die Wahrscheinlichkeit, dass du im Laufe deines Lebens körperliche Gewalt oder Vergewaltigung erleiden müsstest, läge bei rund 40 Prozent.

Elsas Hamster im Kopf war dann sehr fleißig und hat auch noch eine Statistik dazutun wollen, die diese Aussage nicht hergibt:

denn mal abgesehen von den offensichtlichen 33%, die nicht 40% sind, erleben laut dieser Grafik nur 11% von 33%, also 3,6% sexuelle Gewalt, und 31% von 33%, also 10,2%, werden in irgendeiner Form geschlagen. In der Summe sind das 13,8%, was man (ohne Hamster) auf vierzehn Prozent runden kann, aber halt nicht auf vierzig.

Aber Elsas Message ist sowieso, dass Frauen toll und vor allem unschuldige, arme Opfer sind, wie das auch die aktuelle Kampagne #Passauf illustriert: Frauen können niemals an irgendwas schuld sein, weil – ok, das erklärt die Kampagne nicht, aber ich nehme an, weil sie eine Vagina haben. Oder so. Mir fehlt da eine Vagina und der Hamster im Kopf, um das zu verstehen, aber Frauen und unsere Regierung finden das toll und vor allem unterstützenswert, wahrscheinlich mit meinem Geld.

Auf jeden Fall aber schließt Elsa ihren verlogenen Artikel mit der bereits erwähnten Liste, die endgültig mit Vergewaltigungen Schluss machen könnte, wenn sich nur alle daran halten würden – also, alle Männer, natürlich. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass die Liste so blöde ist, dass ich was darüber schreiben wollte, aber leider so gehaltlos, dass das schwierig ist, von daher greife ich voraus, dass die 10-Punkte-Liste zur Vermeidung von Vergewaltigungen in Punkt 6, kondensiert, wörtlich “Never rape a woman” beinhaltet, was nun den rationalen Leser zu der Frage bewegen könnte, was die übrigen neun Punkte sollen. Aber hey, das ist hier ein von-Frauen-für-Frauen-Thema, also müssen wir das ignorieren und die Liste ganz durchgehen.

1. Don’t put drugs in women’s drinks.

Ich bin mir nicht sicher, ob das ein produktiver Tipp ist, um Vergewaltigungen zu verhindern. Es gibt sicher Drogen, die nicht allzu lang nachweisbar sind, und wenn die Frau nicht nein sagt – respektive nach neuer Gesetzeslage keinen erkennbaren Gegenwillen zeigt – ist es halt keine Vergewaltigung. Von meinem moralischen Standpunkt aus ist das natürlich fürchterlich, aber der interessiert ja niemanden, ich habe ja einen Penis. Rein faktisch wäre es also gut, Frauen zuzudrogen, da vor Gericht ja nur belastbare Beweise zählen und eine Vergewaltigung in dem Fall bestenfalls strittig wäre – warum nochmal schreiben Feministen sowas? Ah, weil sie Frauen hassen. Okay.

Abgesehen davon – wenn ich Frauen jetzt keine Drogen in ihren Drink kippe, um sie von irgendeinem prolligen Arsch wegzubekommen, und der sie dann vergewaltigt, ist ihr damit doch auch nicht geholfen, oder?

2. When you see a woman walking by herself, leave her alone.

Vor allem am Kölner Hauptbahnhof zu Sylvester. Es könnte ja sein, dass sie nur ein paar Meter weiter ein paar freundliche junge Männer kulturell bereichern wollen. Diese Regel ist vor allem für Polizisten sehr wichtig. Ich habe aber jetzt ernsthaft keine Ahnung, was das wem helfen sollte. Fairerweise sollte ich erwähnen, dass Wendy als Quelle für die Tipps das etablierte Presseportal “9gag” zitiert, was, wie Reuters und die Prawda, für gezielte Informationen bekannt ist.

3. If you pull over to help a woman whose car has broken down, remember not to rape her.

Ich sehe an dieser Stelle die gesellschaftliche Relevanz nicht. Ich meine, klar, vor 20 Jahren wäre man noch für die Damsel in Distress rechts rangefahren, die sich im Daisy-Duke-Outfit über ihre geöffnete Motorhaube beugt. Hätte dann sofort einen gerissenen Keilriemen diagnostiziert, die Dame gebeten, ihre Seidenstrümpfe auszuziehen, den Anblick genossen, den Ersatzkeilriemen aus dem Kofferraum geholt und ebendiesen ersetzt.

Aber heute ist das doch ziemlich obsolet, wenn man nicht gerade Fahrzeugtechniker ist und einen Laptop mit OBD-Adapter dabei hat, eine halbe Million verschiedener Chips, einen Lötkolben und einen Spannungswandler, was die Anzahl möglicher “Helfer” auf ziemlich genau Null reduziert. Irre ich mich da?

4. If you are in an elevator and a women gets in, don’t rape her.

Das muss ich mir merken. Klar, ich bin schon öfter mit Frauen Aufzug gefahren, auch mit sehr attraktiven Frauen, aber ich habe bislang nie daran gedacht, sie zu vergewaltigen. Ich hatte mir auch noch keine Gedanken darüber gemacht, wie das in der Zeit gehen soll. Ich meine, selbst in der Budapester Innenstadt brauchen die Aufzüge, die so alt sind wie meine Oma, keine zwei Minuten. Ich habe vielleicht einfach zu wenig Erfahrung mit Vergewaltigungen, um da mitreden zu können. Gott, diese Liste bringt einen echt zum Nachdenken.

5. When you encounter a woman who is asleep, the safest course of action is to not rape her.

Bislang habe ich unerwartet schlafende Frauen immer mit einer Decke bedeckt, aber die Idee, das mit meinem Penis zu tun, wirkt – naja, trotzdem sehr seltsam. Ich frage mich, wer die Zielgruppe dieses “Ratgebers” sein soll, und warum Feministen auf die Idee kommen, dass die lesen können. Außerdem ergibt sich das bereits vorab erwähnte, tautologische Muster, dass sich Vergewaltigungen vermeiden ließen, wenn niemand vergewaltigen würde, was halt – weil tautologisch – vollkommen nutzlos ist.

6. Never creep into a woman’s home through an unlocked door or window, or spring out at her from between parked cars, or rape her.

Da steht dann (nochmal) wörtlich, dass man Frauen nicht vergewaltigen soll, um Frauen nicht zu vergewaltigen. In die unverschlossene Wohnung einer Frau einzudringen oder zwischen Autos hervorzuspringen mag hingegen zwar vielleicht eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie rechtfertigen, ist aber keine Vergewaltigung.

7. Remember, people go to the laundry room to do their laundry. Do not attempt to molest someone who is alone in a laundry room.

Hier fehlt mir, wie schon beim Punkt mit den kaputten Autos, die gesellschaftliche Relevanz. Oben konnte ich das wenigstens noch ganz reaktionär-volkstümelnd nachvollziehen, aber was sollen Männer denn in einem Waschraum? Ah, Frauen belästigen. Okay, sollte ich vielleicht mal probieren. Mir ist aber nicht klar, wie das gegen Vergewaltigungen hilft, vielleicht mag sie das ja, also, moderne, metrosexuelle Schwuchteln, die Wäsche waschen und so.

8. Use the Buddy System! If it is inconvenient for you to stop yourself from raping women, ask a trusted friend to accompany you at all times.

Ich hatte ja noch nie das Bedürfnis, Frauen zu vergewaltigen, aber wenn mir einer meiner Freunde sowas eröffnen würde, dann – mei, hätte ich einen Freund weniger. Überhaupt ist es so, dass Vergewaltiger eher gesellschaftlich Ausgestoßene sind, weil niemand Vergewaltigungen toll findet, oder? Das ist kein sonderlich funktionaler Tipp, ich kann (oder will zumindest) mir nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die sowas machen würden.

9. Carry a rape whistle. If you find that you are about to rape someone, blow the whistle until someone comes to stop you.

Ich habe langsam den Eindruck, dass diese Liste irgendwie durchaus sinnvolle Tipps zum Selbstschutz ins Gegenteil verkehren möchte, die Autoren aber den Intellekt einer Katzentoilette haben. Ich meine, was ist denn, wenn ich jetzt unbedingt eine Frau vergewaltigen möchte, meine Hände werden schweißnass, und die Pfeife fällt mir runter? Soll ich dann die dreckige Pfeife in den Mund nehmen und x-zig Krankheiten riskieren, oder vergewaltige ich doch lieber?

Ganz ehrlich, ich habe mir noch nie derart viele Gedanken über Vergewaltigungen gemacht. Aber es wundert mich zunehmend weniger, dass das kaum jemand macht. Scheint ja furchtbar komplex zu sein.

10. Dont forget: Honesty is the best policy. When asking a woman out on a date, don’t pretend that you are interested in her as a person; tell her straight up that you expect to be raping her later. If you don’t communicate your intentions, the woman may take it as a sign that you do not plan to rape her.

Den Punkt verstehe ich überhaupt nicht. Nehmen wir mal an, ich lerne eine Frau kennen und wäre ein asozialer Psychopath und begrüße sie mit “Hi Süße, Dich würde ich gerne vergewaltigen”. Und die offenbar noch asozialere Psychopathin geht dann auf ein Date mit mir, was sie mit “das fände ich total geil” ausdrückt. An der Stelle haben wir dann das Problem, dass die Frau gar nicht mehr vergewaltigt werden kann, weil – dazu müsste sie das ja nicht wollen, richtig? Dann könnte ich sie aber auch nicht mehr vergewaltigen, und damit wäre sie uninteressant. Das ist ein schwieriges Problem. Vielleicht ließe sich das spieltheoretisch lösen, aber eigentlich finde ich das alles zu doof.

Ich finde es vor allem deswegen zu doof, weil irgendwelche lobotomierten Feministinnen so einen Unsinn für “witzig” oder gar “hilfreich” halten, obwohl es vollkommen am Thema vorbeigeht.

Die Lösung ist doch ganz einfach – auch wenn da Männer leider nichts dazu beitragen können. Effektiv gäbe es keinerlei Vergewaltigungen mehr, wenn Frauen jedem noch so widerlichen Arschloch auf sein prolliges “Eh, Fotze, willse ficken, ey?” ein ehrliches, enthusiastisches “Ja” entgegenbringen würden. Aber auch nur irgendwelche noch so kleinen Erwartungshaltungen an Frauen zu stellen ist ja frauenfeindlich und so. Mei. Kann ich den Frauen auch nicht helfen, ist schließlich ihr Problem.

Aber nicht lustig.

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