#passauf, dass Du nie in der Realität landest

Frauen werden ja, wie wir von der Lügenpresse und den Feministen zuverlässig wissen, 24/7 und 366 Tage im Jahr, auch außerhalb von Schaltjahren, also ständig vergewaltigt. Deswegen ist es richtig und wichtig, eine Kampagne zu finanzieren, die endlich mal mit dem blöden Mythos aufräumt, dass Frauen irgendwie für ihre eigenen Handlungen verantwortlich sein könnten. Denn Frauen sind ja, wie wir alle wissen, nur große Kinder (mit mehr oder weniger großen Möpsen), und intellektuell, wie vom Egoismus her, eher mit Katzen vergleichbar als mit rationalen, männlichen, menschlichen Wesen.

Die Kampagne #passauf illustriert das in einem strunzblöden Video, das zum Beispiel erklärt, dass Frauen keinesfalls daran schuld sein können, dass sie jemand eine (blöde) Fotze [nicht meine Formulierung] nennt, nur weil sie sich wie eine benehmen.

Eine Lina Timm findet das total richtig und wichtig und erklärt uns, warum sie das richtig und wichtig findet. Lina Timm ist in ihrem “Job von smarten, aufgeklärten Leuten umgeben. Akademikern. [Aber] ich bin auf diese Situationen [wo ihr Eigenverantwortlichkeit zugestanden wird] selten vorbereitet, weil ich mir nicht ausmalen kann, dass es sie geben könnte”.

Ich muss ja an der Stelle erwähnen, dass nicht jeder mit einem Bachelor in Bullshit-Studies gleich per Definition Akademiker ist, aber ich bin ja nun Akademiker, habe an einer Uni gearbeitet, und hatte da auch weibliche Kollegen. Natürlich wurden die hauptsächlich zu Dekorationszwecken eingestellt; ich bin Wirtschaftswissenschaftler, und was soll man da sonst mit Frauen?Aber Lina ist selbstverständlich im Vergleich zu meinen (ehemaligen) Mitdoktorandinnen super-primitiv – und nichtmal ansatzweise Akademikerin. Weswegen sie ja auch bei einer super-primitiven Kampagne mitmacht.

Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, Linas Unverständnis über das Verhalten von Akademikern anhand der fünf “Gründe”, die allesamt keine sind, zu erläutern:

1. “Wenn du so ein Kleid anziehst, können wir uns hier nicht mehr konzentrieren.” (Es war knielang.)

Lina ist ehrlicherweise ziemlich das Gegenteil von irgendwas, was man von der Bettkante stoßen würde. Nicht unbedingt mein Geschmack, aber mit 29, schlank und äußerlich nichts tragisch Negatives kann und wird sowas durchaus ablenken. Die Herren Akademiker haben also der kleinen Schlampe versucht zu erklären, dass sie sich für ein geschäftliches Umfeld unpassend kleidet, ohne das derart zu konkretisieren.

Ich bin mir sicher, dass sie sich in zwei, drei Jahren wundert, warum sie keiner ernst nimmt, aber sie ist ja schließlich selbst keine Akademikerin, sondern hat nur einen Master in Soziologie (oder auch nicht; meine Frau war in Harvard, da gibt’s ein Foto, das heißt aber nicht, dass sie da studiert hat oder einen Abschluss). Aus Hamburg. Das möge man als Außenstehender so sehen wie ein Medizinstudium in Mogadischu, bis auf dass letzteres etwas wert ist.

“Knielang” schließt zudem “Ausschnitt bis zur Muschi” nicht aus, nur um das mal zu konkretisieren. 

2. “Du musst mit meinem Kollegen verhandeln. Ich kann solchen Augen nichts abschlagen.”

Vom oben verlinkten Bild hat Lina auch wirklich tolle Augen, aber ich bin an dieser Stelle eher entsetzt darüber, dass – in was auch immer für einem Unternehmen – derartige Weicheier arbeiten, die das nicht können. Wenn ich das so glauben würde. Klar, Pannacotta Petridou kann sicher super Volldeppen Minis verkaufen, aber im B2B-Geschäft ist “sexy” eher negativ konnotiert. Das ist für Lina aber nicht schlecht, das hält ja eh nicht lang. Zudem ist Lina Journalistin, von daher verhandelt die eh nix und das ist eine reine Fantasiegeschichte.

3. Ich unterhalte mich mit zwei Investoren und meiner Kollegin am Stehtisch. Zwei uns allen noch nicht bekannte Männer kommen dazu. Stellen sich bei den Herren mit Handschlag vor. Ignorieren mich und meine Kollegin komplett.

“Investoren”. Für – äh – genau, meinen kleinen Ponyhof unter dem Regenbogen, für den wir Investoren brauchen, um ihn vor dem bösen Smooze zu schützen. Oder so. Oder könnte es sein, dass die Herren “Investoren” zufällig andere “Investoren” getroffen haben und die Schlampe mit dem kurzen Kleid und ihre wahrscheinlich fette Kollegin in einem solch professionellen Setting schlicht keine Rolle spielen?

4. Ich gehe mit einem beruflichen Kontakt essen, wir sprechen über Kooperationsmöglichkeiten. Es ist das zweite Gespräch überhaupt. Bei der Verabschiedung mit Küsschen links-Küsschen rechts streicht er mir langsam über den Kopf.

Ich glaube immer noch nicht, dass das Mädel irgendwas relevantes macht. Natürlich habe ich eine gute Freundin, die sowas mit 29 gemacht hat, und auch in kurzen Kleidchen, aber nicht in welchen, bei denen man sich nicht konzentrieren konnte, sondern weil das Gucci – oder irgendeine andere Schwuchtel – halt gerade so lang geschnitten hat. Der ist sowas – für mich wenig verwunderlich – nicht passiert, obwohl sie noch deutlich besser aussieht als Lina. Ich habe langsam den Eindruck, Lina wurde als Sexpüppchen eingestellt, und hat das nicht so ganz verstanden.

5. “Ich habe deine Bilder fertig bearbeitet. Du kannst mir dafür jetzt zum Dank deine Brüste zeigen.” (Per Mail. Ich hatte vorher einen Spruch über seinen Pinup-Kalender gemacht.)

Ich habe nun nicht den Hauch einer Ahnung, wie unprofessionell das im Journalismus so abläuft, aber was ist denn jetzt verwerflich daran, für einen (offenbar blöden) “Spruch” einen ebenso blöden Spruch zurückzubekommen? Ich meine ja nur, dass – von dem oben verlinkten Bild her – Linas Brüste sicher nicht die tollsten der Welt sind, wenn man jetzt mal – ach, Ivanka Trump in nackt oder angezogen als Maßstab nimmt. Oder?

Ich habe bei all diesen Situationen unweigerlich erst einmal überlegt, wie viel Schuld ich daran selbst trage. Ich weiß natürlich, dass die Antwort 0 ist.

Tjo, liebe Lina, da irrst du dich halt, aber nur marginal. Es fehlt – also, abgesehen von einer irgendwie gearteten Mengenangabe (%) – lediglich eine 1 und noch eine 0. Vor der erwähnten Null.

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