Die @n26 – Bank diskriminiert ausländische Währungen

Ich habe nicht viele Hobbies, aber Konten eröffnen ist eines davon. Seit den späten 90ern haben Banken einem nämlich immer was dafür geschenkt, wenn man bei ihnen ein Konto eröffnet. Klar, viele Konten seien schlecht für die Schufa oder so, aber erstaunlicherweise hat man einen hervorragenden Schufa-Score, wenn man all seine Handyverträge von all seinen Konten auch tatsächlich monatlich bezahlt – wer hätte das gedacht?

Das jüngste Konto, was ich eröffnet habe, war bei dem jungen Fintech-Startup N26, damals noch Number26. Es gab eine Warteliste für die Kontoeröffnung. Eine Warteliste! Endlich konnte man sich wie in der DDR fühlen und auf irgendwas warten… tja, und das hätte mich eigentlich warnen sollen. Das, und die Tatsache, dass die Jungs in Berlin sitzen.

Aber es war zu verlockend, ein (natürlich kostenloses) Konto zu eröffnen, ohne dafür aus dem Haus gehen zu müssen, und die transparente MasterCard begeistert das kleine Kind in mir. Zudem hat die Bank genau die Gebührenstruktur, die ich von jemandem erwarte, der nichts anderes macht, als mein Geld zu haben: Nix. Null Euro für alles. Gute Struktur.

Wie die Bank Geld verdienen will? Ist mir ganz ehrlich scheißegal. “Gebt mir euer Geld” ist eine Aufforderung, die eine gewisse Gegenleistung erfordert, und mir mein Geld dann da wiederzugeben, wo ich es brauche, ist top. Macht zum Beispiel die DKB seit Jahren sehr nett, unproblematisch und völlig kostenlos; die haben nur, wie die meisten Banken, die dumme Eigenschaft, mein Kreditkartenlimit derart hochzusetzen, dass ich meine scheiß Abrechnungen akribisch kontrollieren will, damit ich nicht plötzlich ein Einfamilienhaus in Bautzen ärmer bin.

N26 ist ein gutes Jahr alt, hat sich umbenannt, gibt sich total international und ist die Bank, die ich jedem ans Herz legen würde, der absolut keine Lust hat, seinem Sparkassenberater eine halbe Stunde beim ineffizienten Umgang mit seiner Maus zuzusehen, um dann genau drei Formulare unterschreiben zu müssen, die auch per Post hätten kommen können. Bislang.

Und was machen sie jetzt? 1,7% Gebühren auf Auslandsabhebungen. 1,7% von 400€ sind 6,80€, das habe ich mit meiner American Express Traveller Cheque Card 2006 in China nicht bezahlt – Hallo? Wir haben das aktuelle Jahr, ihr Spinner?!

Ja, ich finde es fein, meine Karte mit einem Klick auf dem Handy für Auslandsabhebungen sperren zu können, wenn ich sie nicht brauche, und in den gleichen fünf Sekunden auch wieder freigeben zu können, aber 6,80€ sind in Tschechien zwei Schachteln Zigaretten.

Nein, ich finde es nicht in Ordnung, kostenlos zu versprechen und dann nicht zu halten. Ja, ich sehe ein, dass es Arschlöcher gibt, die sich jeden Tag 10€ an der Supermarktkasse auszahlen lassen, was mehr Gebühren verursacht, als ihr einnehmt, oder jeden Tag zum Geldautomaten rennen müssen, aber denen erlaubt ihr das noch fünfmal im Monat. Ich will nur einmal im Monat in Tschechien Geld abheben. Einmal. Oder in der Türkei. China, Thailand, Österreich.

Danke, liebes N26-Team, dass ihr mich dieses Jahr um die halbe Welt begleitet habt. Aber, um mich da bei der Targobank zu bedienen, der ich das auch schon gesagt habe: So geht Banking heute nicht mehr.

Das ist nämlich rassistisch und diskriminierend: Liebes N26-Team, ihr seid schlimmer als Trump. Was haben Euch die tschechischen Kronen denn getan, dass sie jetzt 1,7% weniger wert sein sollen als die arischen deutschen Euros? Die türkischen Liras werden von alleine 1,7% weniger wert, wenn ihr nur bis Monatsende warten würdet, und ihr diskriminiert sie trotzdem. Auch der chinesische Renminbi und der thailänische Baht sind Währungen wie alle anderen auch. Keine Währung ist illegal, und keine Währung hat es verdient, so behandelt zu werden.

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