Equals Emotions

Stellt Euch vor, Ihr hättet eine tolle Idee für einen pseudo-dystopischen SciFi-Film, weil ihr in Eurer Jugend mal This Perfect Day gelesen habt, Euch aber die Rechte nicht leisten könnt. Und Ihr müsstet deswegen auf ein unkreatives Skript von Nathan Parker zurückgreifen, der nichtmal einen Wikipedia-Artikel hat, obwohl er einen Hugo-Award gewonnen hat, für einen Film, den auch niemand kennt?

Tja, dann braucht man wenigstens einen B-List-Promi, damit das auch nur eventuell jemand schaut. Das Setting ist eine mehr oder weniger asexuelle Gesellschaft, in der es keine Emotionen mehr gibt. Jetzt nicht sinnvoll wie bei Ira Levin, sondern noch dümmer als in Equilibrium, nennen wir den Film also Equals, aber wir brauchen ja zunächst mal einen Hauptdarsteller.

Nun, ein bekannter, beliebter Hauptdarsteller, der keinerlei Emotionen hat… wer liegt da näher als Jason Statham:

Dummerweise ist das Skript nicht für einen Action-Film, die Rechte für ein Equilibrium-Remake waren wohl auch zu teuer. Also fällt Statham mal aus. Es geht daher um einen charakterlosen Charakterdarsteller. Ohne Emotionen. Cool – gibt es ja, Bella Swan, die wir von den Filmplakaten der Twilight-Scheiße kennen:

Klingt nach dem perfekten Film, oder? Naja, blöde nur, dass die Hauptcharaktere, ein Mann und eine Frau,  dann doch irgendwie Emotionen entwickeln (und vögeln – shit, Spoiler, das war die gesamte Handlung), und wenngleich es recht einfach war, mir “R” aus dem hervorragenden, sehenswerten und wohlgemerkt erfolgreichen Film Warm Bodies einen ausreichend durchschnittlichen Mann zu finden, der ein hervorragender Charakterdarsteller ist, der zudem neben Bella nicht lächerlich überattraktiv wirkt, ist es etwas blöde für die Story, dass er seine Emotionen gewinnt und wieder verliert, während Bella sie kontinuierlich hat (also, laut Skript; merken tut man das nicht).

Gut, ehrlich, R spielt das hervorragend, aber die Rolle der Protagonistin erfordert leider an ein paar Stellen das Zeigen von Emotionen, und das gelingt Bella – wie zu erwarten – absolut nicht. Dazu haben sie Bella die Haare auch noch kurz geschnitten, damit sie noch schlechter aussieht als eh schon. Wir wissen aus Warm Bodies, dass R Number Six glaubwürdig rumkriegen kann, wenn er einen seelenlosen Zombie spielt. Teresa sieht Bella zwar erstaunlich ähnlich, aber obwohl sie vier Jahre älter ist trotzdem fuck-viel besser aus.

Von schauspielerischen Qualitäten mal gänzlich abgesehen ist das einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Der Film spielte offenbar zwei Millionen Dollar ein, was nichtmal für das Catering gereicht haben sollte.

Fairerweise war er nicht sooo viel schlechter als Zardoz, was den Tiefpunkt von Sean Connerys Karriere darstellen müsste, aber für Connery ging es danach deutlich aufwärts, und das würde ich R auch wünschen – oh, der spielt die Hauptrolle in einer kommenden Salinger-Verfilmung. Naja, ich hoffe, in Zukunft so viel von R zu sehen wie von Sean Connery nach 1974 und so wenig von Bella wie von – äh – Charlotte Rampling.

Obwohl, sogar die hat auf nur einem Bild mehr Gesichtsausdrücke als Bella. Und sieht besser aus. Oh, und ist die Psychiaterin in Dexter S08. Naja, vielleicht lernt Bella das in 40 Jahren auch, also, Schauspielern.

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