Mein Senf zu #Bautzen

Da trendet #Bautzen auf Twitter, und man fragt sich ewig, warum man von Bautzen schonmal gehört hat. Bautzen ist die de-facto-Hauptstadt der Sorben, aber ich habe nicht wirklich jemals was von Sorben gehört. Sorbet kenne ich. Die Nazis hatten da ein Lager, aber das trifft auf so ziemlich jeden zweiten Ort zu, und die NKWD (das sind die Leute wie der KGB, nur mit weißen Mänteln) auch, aber – neeee. Aber Senf. Es gibt Bautzner Senf!

Nicht, dass ich wüsste, wie der schmeckt, ich nehme Senf von Develey. Weil das schon immer so war, mein Papa verwendet die alten Senfgläser von vor 20 Jahren noch als Trinkgläser, wenn die Bleikristallgläser unangebracht wirken oder mal wieder zu viele runtergeworfen wurden, die sind nicht mehr so leicht zu finden.

Naja, in Bautzen scheint es ein paar anständigen Leuten widerlichen Neonazis zu blöd geworden zu sein, dass angeblich minderjährige Pseudo-Flüchtlinge wie der von der Taz ausgegrabene Mehdi aus Marokko sich beim Rumpöbeln, Polizisten mit Steinen bewerfen und Leute mit Holzlatten verprügeln Schnittwunden zugezogen haben. Oder so.

Marokko ist eigentlich ein nettes Land, wenn man dem Auswärtigen Amt glaubt, bis auf ein paar Kleinkriminelle, die Leute mit Steinen bewerfen und mit Holzlatten angreifen, aber die sind ja jetzt offenbar in Bautzen, weil sie ja in Marokko politisch verfolgt werden.

Die viel interessantere Frage ist nun: Warum wird in Deutschland eigentlich niemand politisch verfolgt? Ich meine, klar, Neonazis dürfen keinen Hitlergruß zeigen, weil, wie wir alle wissen, auferstehen dann alle fünf Millionen gefallenen Wehrmachtssoldaten und marschieren nach Stalingrad, aber das war ja nun schon vor 75 Jahren kein unlösbares Problem?

Terroristen gibt es in Marokko auch, aber die werden da politisch verfolgt, weil sie Terroristen sind, aber in Deutschland geben wir den heldenhaften Freiheitskämpfern natürlich gerne Asyl – hey, man kann sich sogar von Linken-Politikern chauffieren lassen, wenn man ausreichend schwarz ist. Gesetze? Ach, wen interessieren schon Gesetze, wenn man (nicht) in der “rechten” Ecke steht.

Da echauffiert man sich medienübergreifend darüber, dass irgendein Rechter ein Messer zieht, nur weil ihn die armen Flüchtlinge mit Flaschen bewerfen. Und die böse Polizei sprüht auch noch Pfefferspray auf die Hilfsbedürftigen, die ihre Verzweiflung mit Holzlatten zum Ausdruck bringen. Gott, Deutschland ist so herzlos geworden, wir brauchen dringend bessere Integrationsprogramme.

Es gibt ein paar Theorien über die dünne Decke der Zivilisation, und die schwindet. Es gibt No-Go-Areas. In Deutschland. Und das geht mal gar nicht, wir sind nicht in fucking Somalia. Und wenn die Decke der Zivilisation Löcher bekommt, reißt sie. Wenn das mit meinem Bimini passiert, gehe ich zu Mustafa, und Mustafa repariert das oder schneidert ein neues. Mustafa ist ziemlich inkompetent und vor allem teuer, wenn man ihn mit Ismael vergleicht, aber Ismael muss gerade sein Vaterland gegen ISIS und die Kurden verteidigen – in Nordzypern.

Und da nützt es auch nichts, um den heißen Brei rumzureden, dass irgendein Nazi mit einem Messer (ich habe tolle Messer) unter dem Bimini saß, während die unschuldige Sonne den Stoff geschwächt hat – über Jahre. Das muss man flicken.

Und Deutschland hat es dringend nötig, geflickt zu werden. Es ist ja schön, wenn wir uns in Deutschland durch Volksverhetzungs-Gesetze vor der Realität zu schützen versuchen, und obwohl es meine Meinung von Olivia Jones sehr runtersetzt, dass sie die AfD wegen Volksverhetzung anzeigt, weil die AfD Schwule und Pädophile “aneinanderrückt”, während es wissenschaftliche Studien gibt, die das belegen, finde ich es super, wenn jeder jeden noch so blöden Dreck sagen darf, wie Olivia Jones das macht. Nicht so prickelnd wird es dann halt, wenn man das Loch im Bimini ignoriert, es immer größer wird, und Kritik an dem Loch als Volksverheutzung Sonnencremophobie abgetan wird. Davon geht das Loch nämlich nicht weg. Und, um Olivia Jones zu zitieren, da helfen auch noch so hehre Motive nichts:

Die Welt braucht Feuerwehrleute. Brandstifter gibt es schon genug.

Denn das würde ich unterschreiben. Für Biminis braucht man schließlich auch gute Segelmacher, und es geht alles von ganz alleine kaputt, da braucht es nichtmal Brandstifter. Es reicht schon Unachtsamkeit. Was aber gerade abgeht, ist nicht mehr fahrlässig die Zigarette in den trockenen Wald werfen, sondern es sind Anklagen gegen die, die darauf hinweisen, dass der verdammte Wald brennt. Und ratet mal, wer keinerlei Lust hat, den zu löschen, weil alle, die Brände löschen wollen, widerliche Nazis genannt werden.

Ich bin echt am Überlegen, ob ich einfach über den Winter hier bleibe. Ich könnte ja mal die Militärbasis in Incirlik besuchen, das sind nur 400km, und die muss toll sein, sonst würden die deutschen Abgeordneten ja da nicht alle hinwollen. Auf der anderen Seite vermisse ich meine Kätzchen…

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