Moses konnte das Meer teilen. Netanjahu nicht.

Klar, es war mein Fehler, was über Israel zu schreiben, aber nun spült mir Twitter halt Israel in die Timeline. Zum Beispiels diesen geistigen Erguss von “Lizas Welt“. Liza ist, soweit ich das beurteilen kann, ein gendergestörter linker Spinner, der in seinen “Lektüreempfehlungen” als erstes Adorno/Horkheimer aufführt, von daher stimmt meine Einschätzung wohl auch.

Naja, in dem Artikel geht es um das antagonisierte Israel, die antagonisierenden Palästinenser  – und Wasser.

Wie erwähnt habe ich keine große Ahnung von Israel oder Palästina, aber ich kann was über Wasser schreiben. Und über tendenziöse Postings wie den des schwulen Liza.

Wie kann es sein, dass Israelis 70 Liter Wasser am Tag benutzen dürfen und Palästinenser nur 17?
Diese Worte sprach der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, am 12. Februar 2014 vor dem israelischen Parlament, der Knesset.

Komischerweise würde ich darauf wetten, dass mehr Deutsche wissen, wie das israelische Parlament heißt als das deutsche. Aber gut, das hat der Schulz gesagt, und der Schulz ist ein Volldepp. Wir nehmen das aber trotzdem mal als Tatsache, denn dieser wird nicht widersprochen, und so doof ist der Schulz nun auch nicht – der kann sich das nicht leisten, er ist ja nicht Trump oder gewählt oder so.

Der letzte Satz …  sorgte dabei für Unmut bei so manchem israelischen Parlamentarier. Denn er suggerierte, dass die Palästinenser gewissermaßen auf dem Trockenen sitzen, … . Aber stimmt das auch?

Tl;dr: Ja, stimmt. Aber wir wühlen uns einfach mal durch blöde Ausreden:

Um sich der Antwort auf diese Frage zu nähern, ist ein Rückblick auf die Geschichte sinnvoll. Während der Zeit des britischen Mandats in Palästina (1917–1948)

Nein, ist es nicht. Es ist 2016, und ich habe fließendes Wasser. Hatten wir in Deutschland auch schon 1944, als die Rote Armee einmarschierte und fasziniert Wasserhähne geklaut hat, um sich dann zu wundern, warum bei ihnen zuhause da kein Wasser mehr rauskommt. Googelt selbst oder glaubt mir einfach. Und wir haben hier immer noch fließend Wasser, und fast alle Russen auch. Außer im Winter, aber da haben sie Schnee. Wir merken uns das aber mal.

waren die alten Wasserleitungen und Bewässerungssysteme, die über viele hundert Jahre hinweg verlegt respektive eingebaut worden waren, immer noch weit verbreitet

und im Arsch?

Zum Ende der Mandatszeit belief sich die maximale Wasserversorgung – in regenreichen Jahren – im heutigen Westjordanland auf rund 25 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Schön. Da lebten da aber wie viele Leute? Ah, kaum jemand.  Verständlich, ist eine gottverdammte Wüste. Mittlerweile sind das aber halt 2,2 Millionen, davon 20% Juden in völkerrechtswidrig besetzen Gebieten Siedlungen. Hey, ich hab nicht angefangen, 100 Jahre zurück zu gehen, das war die Schwuchtel.

[bla] 1965 [bla] maximal 66 Millionen Kubikmeter pro Jahr zur Verfügung, wovon der größte Anteil für die Landwirtschaft genutzt wurde. [bla] nur vier der 708 palästinensischen Städte und Dörfer fließendes Wasser.

Ist halt immer noch eine gottverdammte Wüste, gell?

Als Israel nach dem Sechstagekrieg im Juni 1967 die Kontrolle über das Westjordanland übernahm, ließ die Regierung tiefe, breite Brunnen neben den meisten der großen urbanen Zentren bohren und durch ein Netzwerk von Rohrleitungen verbinden. So erhöhte sich bis 1972 die Wasserversorgung der Palästinenser um 50 Prozent.

Mehr als beeindruckend. Jetzt haben also schon sechs der 708 palästinensischen Städte und Dörfer fließendes Wasser. Geil. Worüber regen sich die anderen 702 eigentlich auf?

Als immer mehr israelische Siedlungen gebaut und durch Pipelines verbunden wurden, schloss man die palästinensischen Städte und Dörfer entlang dieser Pipelines ebenfalls an fließendes Wasser an. Die Wassermenge stieg bis 1995, dem Jahr des zweiten Osloer Abkommens, schließlich auf rund 120 Millionen Kubikmeter pro Jahr, und die Zahl der Orte mit fließendem Wasser erhöhte sich von vier auf 309.

Oh, wie nett. Es gibt immer noch genauso wenig Wasser wie immer -also, pro Kopf – ist ja schön, dass es jetzt 120 statt 25 Mm³ sind, aber die Bevölkerung hat sich halt auch verfünffacht.  1996, wohlgemerkt. Ist 20 Jahre her.

Das erste Osloer Abkommen 1994 [bla] vereinbart, dass Israel eine zusätzliche Wassermenge von fünf Millionen Kubikmeter pro Jahr nach Gaza liefert.

Wie nett. Das sind pro Einwohner von Gaza großzügige 2.700 Liter. Wer will sich denn da beschweren? Wer braucht denn mehr als 7 Liter Wasser am Tag in einer gottverdammten Wüste, in der man allein drei davon trinken muss, um nicht zu sterben? Hey, Essen ist Luxus, und die haben eh keine Klos. Sind ja keine Moslems oder so.

Im zweiten Osloer Abkommen, das 1995 unterzeichnet wurde, erkannte Israel die Wasserrechte der Palästinenser an. Beide Seiten einigten sich darauf, dass die Palästinenser künftig deutlich mehr Wasser benötigen werden als die bisherigen 118 Millionen Kubikmeter pro Jahr, nämlich weitere 70 bis 80 Millionen Kubikmeter.

Oh, schön. 1995. 200 Mm³. Geil. Für zwei Millionen Leute. Sind 100m³ pro Nase. In Deutschland sind es 1.426 m³ pro Nase, aber sollen die Kamelficker doch dankbar sein, oder? Und vor allem macht das wirklich was effektiv gegen das widerliche Vorurteil gegenüber Kamelfickern, denn die Kamele verdursten dann halt einfach.

Zur Umsetzung dieser Vereinbarungen wurde ein Joint Water Committee (JWC) [bla]  ins Leben gerufen, und dieses JWC hat sich seitdem selbst in Zeiten von politischen Spannungen und Kriegen kontinuierlich getroffen.

Oh, super. Die haben sich getroffen. Kam dabei mehr Wasser raus, oder haben die das nur getrunken oder für das Waschen der Flugzeuge verwendet?

In der Praxis stieg die zusätzliche Wassermenge bis zum Jahr 2006 auf 60 Millionen Kubikmeter an

Das sind ja nunmal nicht “70 bis 80”, oder?

so heißt es in einer Studie des an der Bar-Ilan University in Ramat Gan ansässigen Begin-Sadat Center for Strategic Studies

… die dank ihrer Entfernung von genau Null zu Tel Aviv sicher total unabhängig ist?! “Ramat Gan” ist zu Tel Aviv wie Dahlem zu Berlin.

dann »hat Israel seine unterzeichneten Verpflichtungen erfüllt«.

Jo, mag sein. Ich fand ja nun schon die 1996er Vereibarung scheiße, das Wasser reicht ja nichtmal, um das Klo zu spülen. Und man will ja auch noch was trinken, Essen und so. Aber hat Israel sicher fein gemacht – also, abgesehen von den versprochenen 70-80 Mm³ nur 60 zu liefern.

Im März 2010 gab es in 641 von 708 Orten fließendes Wasser, inzwischen sind 16 weitere Dörfer hinzugekommen. Stand heute haben 98,5 Prozent der Palästinenser in der Westbank einen Wasseranschluss – das sind erheblich mehr, als es beispielsweise bei den Einwohnern in Syrien und Jordanien der Fall ist

Das freut mich sehr für die zwei Millionen Einwohner der Westbank, vor allem die 20% Juden. Was ist denn mit den zwei Millionen Palästinensern in Gaza? Ah, die sind ja schnuppe.

Hinsichtlich des Wasserverbrauchs von Israelis und Palästinensern bestand 1967 noch ein erheblicher Unterschied. Damals verbrauchte ein Israeli pro Jahr im Schnitt 508 Kubikmeter an natürlichem Wasser – geklärtes Abwasser und entsalztes Meerwasser sind hier nicht einbezogen

Jo… gab es 1967 ernsthaft Meerwasserentsalzungsanlagen? Aber selbst wenn: 20% der Palästinenser sind arbeitslos, und es gibt wirklich nichts einfacheres als reverse Osmose – Meerwasserentsalzung. Braucht man einen Filter und eine Pumpe und irgendeinen Antreib für letztere, kann ein Kamel sein. Oder ein Palästinenser. Kostet auch nix (das Material wie der Palästinenser). Komischerweise hat Israel da Dutzende von, aber Gaza nicht. Und die Westbank liegt nicht am Meer. Warum Gaza keine hat? Hmmm…. keine Ahnung. Embargo?

das waren fast 1.400 Liter am Tag. Ein Palästinenser im Westjordanland kam demgegenüber nur auf 86 Kubikmeter pro Jahr, das sind 236 Liter am Tag.

1967, wohlgemerkt.

40 Jahre später ergab sich ein deutlich anderes Bild: Der israelische Pro-Kopf-Verbrauch* war auf 153 Kubikmeter pro Jahr (oder knapp 420 Liter am Tag) gesunken, während der palästinensische auf 105 Kubikmeter pro Jahr (oder 288 Liter am Tag) gestiegen war.

Oh, die bösen Palästinenser brauchen jetzt zwei Drittel so viel Wasser wie die Israelis. Die Bösen.

Die Bevölkerungszahl in Israel stieg zwischen 1967 und 2006 von knapp 2,8 Millionen auf 7,1 Millionen.

Ah. Der sehr viel höhere Bevölkerungsanstieg bei den Palästinensern, die ja nun nichts besseres zu tun haben als zu poppen, ist dabei völlig egal.

Oft wird eingewendet, die referierten Zahlen gäben zwar die Gesamtmenge der Nutzung von natürlichem Wasser wieder, seien aber trotzdem nur eingeschränkt aussagekräftig, weil nicht nur der private Verbrauch, sondern auch der landwirtschaftliche darin eingeschlossen sei.

Nö, mache ich nicht. Macht der Autor.

Zieht man nur den privaten Verbrauch heran, dann sinkt die Zahl für das Jahr 2007 auf israelischer Seite von 153 Kubikmetern pro Person und Jahr auf 84 und bei den Palästinensern von 105 auf 58. Das wären 230 Liter pro Tag hier und 159 Liter dort. 230 zu 159 Liter also – das markiert einen Unterschied im Lebensstandard, aber es sind nicht 70 zu 17 Liter, wie Martin Schulz glaubte, und es ist auch nicht so, dass ein Palästinenser weniger als die 100 Liter pro Person zur Verfügung hätte, die von der Weltgesundheits­organisation (WHO) als Mindestmenge genannt werden.

Och wie schön. Dass die Israelis was profitables machen, zum Beispiel SodaStream-Dingens fertigen oder Uzis bauen, während die Palästinenser vollkommen industriefrei Subsistenzwirtschaft betreiben, sei ja mal egal, gell?

Um den Wasserstreit zwischen Israelis und Palästinensern zu verstehen, ist es notwendig zu wissen, dass es eine Wasserbezugsquelle gibt, die für beide Seiten von wesentlicher Bedeutung ist, weil aus ihr das weitaus meiste Wasser stammt.

Der Jordan?

Gemeint ist damit der sogenannte Gebirgs-Aquifer, … Hierin liegt auch ein wesentlicher Teil des Konflikts begründet. Denn während die Palästinensische Autonomiebehörde darauf besteht, dass der über dem Westjordanland niedergehende und dort in den Boden sickernde Regen größtenteils den Palästinensern zusteht, argumentiert die israelische Wasserbehörde damit, dass sich die Quellen überwiegend in Gebieten befinden, die bereits vor 1967 zu Israel gehörten und schon damals genutzt wurden.

WTF? Es regnet in die palästinensische Wüste, aber das Wasser sammelt sich dann in den israelischen “Aquifiern”? Wo?  What?

Das zweite Osloer Abkommen sah auch vor, dass die Palästinensische Autonomiebehörde eine funktionierende Abwasserentsorgung und Abwasseraufbereitung zu gewährleisten hat.

Ja, da würde es natürlich helfen, keine Embargos durchzusetzen.

Doch hier liegt nach wie vor sehr viel im Argen.

Ach.

Die Menge des Abwassers, das durch die Palästinenser im Westjordanland erzeugt wird, liegt heute bei etwa 52 Millionen Kubikmetern pro Jahr. Davon werden allerdings nur etwa vier Millionen Kubikmeter in palästinensischen Kläranlagen behandelt, weitere 14 Millionen Kubikmeter in israelischen Kläranlagen, und der Rest – also rund 34 Millionen Kubikmeter pro Jahr und damit zwei Drittel – fließt ungeklärt in vielen Wasserläufen ab und wird so zu einer massiven Belastung des Grundwassers, der Brunnen und der Umwelt – in den palästinensischen Gebieten wie auch in Israel.

Och gotti, die armen Israelis, die stromabwärts zu den Palästinensern leben. Vor allem denen in Gaza, also keinerlei Israelis.

Die Palästinenser verfügen über keine weitergehenden Abwasserreinigungsprojekte, obwohl mehrere Länder … sowie die Weltbank ihre Bereitschaft erklärt haben, erhebliche Mittel für den Bau dieser wichtigen Anlagen bereitzustellen. …

Ja… sind nur die verfickten Kameltreiber, die sich halt nicht einfach eine Kläranlage bauen lassen, nur weil das wegen der 100.000 Embargos nicht geht, gell? Und die haben, trotz so viel Meer, auch keine nuklearen Meerwasserentsalzunganlagen, die Versager. Weil’s halt verfickte Kameltreiber sind, das liegt nicht an den Zionisten. Sicher nicht. Die haben nichtmal ordentlich Strom!

Israel dagegen recycelt etwa 75 Prozent seines Abwassers, in erster Linie für die landwirtschaftliche Nutzung.

Das werde ich mir merken und kein Gemüse mehr aus Israel kaufen. “Gedüngt mit der Scheiße von irgendwem” ist nicht sonderlich verlockend, ob der nun Jude ist oder nicht.

Nach Angaben der Europäischen Kommission nutzt der jüdische Staat pro Kopf mehr behandeltes Abwasser für landwirtschaftliche Zwecke als jedes andere Land der Welt.

Schön. Aber es gibt auch kaum Länder, die noch weniger Wasser haben, oder?

Insgesamt ist die israelische Bilanz in Bezug auf die Wasserpolitik gegenüber den Palästinensern keineswegs so schlecht, wie es vielfach angenommen oder behauptet wird.

Die Bilanz ist nie das Thema gewesen. Die Politik ist das Thema. Und der ganze Beitrag war widerwärtig, einseitig und dumm.

Israel erfüllt seine Verpflichtungen aus den Wasserabkommen mit den Palästinensern und hat zudem dafür gesorgt, dass fast alle palästinensischen Städte und Dörfer an fließendes Wasser angeschlossen sind.

Oh, wie schön. Hitler hat ja auch seine Verpflichtungen aus dem Hitler-Stalin-Pakt erfüllt und zudem dafür gesorgt, dass fast alle Juden mal ordentlich duschen konnten. Komischerweise findet das (hoffentlich) niemand gut.

Es gibt zwar weiterhin einen Unterschied im Lebensstandard von Israelis und Palästinensern, der sich auch im Wasser widerspiegelt.

Ah – in etwa den immer noch unwidersprochenen, den der Volltrolo Schulz erwähnt hat? Komm, mal ehrlich, Landwirtschaft rauszuschummeln ist widerwärtig genug, aber dann auch noch Meerwasserentsalzung rauszuschummeln ist einfach nur frech, und dann noch Kläranlagen reinrechnen zu müssen, um seinen Punkt zu machen, ist schon sehr, sehr schwach.

Aber die Differenzen sind längst nicht so groß, wie es oft angenommen wird.

Doch, sind sie schon. Ist mir weiterhin weitestgehend egal, aber die sind so groß. Und ich hatte da gar nichts angenommen. Du lügst halt bloß, Liza.

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