Wollen wir im Pluralis Majestatis sprechen?

Eine alternde Schabracke namens Martina Fietz hat, nachdem sie für das für ein linkes Schmierblatt durchaus lesbare Magazin Cicero nicht mehr tragbar war, offensichtlich beim Focus (Online) eine “Kolumne” bekommen. Sie titelt diesen Freitag:

Auf diese Fragen haben jene, die jetzt “raus” rufen, keine Antwort

Und es gibt offenbar wirklich Leute, die sich wundern, wieso zunehmend mehr Leute den Medien nicht mehr glauben. Vor allem die Medien wundert das ja, also Leute wie Frau Fietz.

Frau Fietz stellt dann auch gleich die Fragen, die sich alle linken Gutmenschen stellen, weil sie die ohne Nachdenken beantworten können:

  • Wollen wir unseren nationalen wie internationalen Verpflichtungen, Menschen in Not zu helfen, nicht mehr nachkommen?
  • Wollen wir unsere moralischen Ansprüche über Bord werfen?
  • Wollen wir unseren Rechtsstaat außer Kraft setzen und die Unschuldsvermutung in Frage stellen?
  • Wollen wir alle Muslime des Landes verweisen?

Frau Fietz ist dann dumm genug, zu konstatieren, dass “Die Fragen zu stellen, heißt sie zu beantworten.” Ihr Antwortversuch ist eher dämlich:

Wenn wir ein demokratisches, weltoffenes und humanes Deutschland erhalten wollen

Das ist nämlich keine Antwort, sondern eine neue Frage.

müssen wir es verteidigen. Das ist nur zu schaffen, indem wir unsere Werte hochhalten: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Das sind nicht unsere Werte, das sind die Werte der französischen Revolution. “Unsere” Werte, so “wir” denn welche haben, stehen in Artikel 2 Grundgesetz, und das sind “freie Entfaltung der Persönlichkeit” und “Leben und körperliche Unversehertheit” – solange man damit niemandem auf den Geist geht.

Dass Frau Fietz das offenbar nicht weiß, macht es weniger verwunderlich, dass sie dann erklärt, “Wir müssen jeden Tag aufs Neue für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und auch die soziale Marktwirtschaft kämpfen.”

Das hat mit “unseren” Werten überhaupt nichts zu tun, das sind vielleicht Frau Fietz Werte. Dabei sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und (soziale) Marktwirtschaft überhaupt keine Werte, sondern Mittel zum Zweck des Erhalts der wichtigen Werte. Zum Beispiel “Menschenrechte”. Und vor dem Hintergrund sparen wir uns dann mal das übrige Gutmenschengetümle von Frau Fietz und widmen uns mal ganz vernünftig den Fragen – die Frau Fietz, um hier fair zu sein, Leuten stellt, die “Raus, raus, raus” rufen oder “Ich will mich nicht an den Terror gewöhnen“ skandieren.

Merke: Sich nicht an Terror gewöhnen zu wollen ist nur eine Parole, die man “skandiert”, und keine Meinung. Das ist fast schon Hate Speech, und Gedankenverbrechen sind die schlimmsten Verbrechen. Schlimmer als der Tod.

  • Wollen wir unseren nationalen wie internationalen Verpflichtungen, Menschen in Not zu helfen, nicht mehr nachkommen?

Wir helfen ja nun jedem Deppen und nicht nur “Menschen in Not”. Das Groß der Flüchtlinge ist ja nun nichtmal in Not, wie die Behörden regelmäßig feststellen. Ich bin mir zudem nicht so sicher, ob wir eine nationale oder internationale Verpflichtung haben, kriminellen vor allem ausländischer Herkunft eine Wohnung und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, aber sollten wir die haben, bin ich dringendst für die Wiedereinführung der Todesstrafe, um diejenigen Deppen hängen zu lassen, die das verbrockt haben. Das heißt nicht, dass wir Menschen, die – wichtiger Punkt – unverschuldet in Not geraten sind nicht aus ethischen Gründen helfen sollten, wenn wir das denn können, aber das ist doch bitte hoffentlich keine rechtliche Verpflichtung?

  • Wollen wir unsere moralischen Ansprüche über Bord werfen?

Wir können ja gerne mal drüber abstimmen, wer es moralisch für sich wichtig findet, stehlende Zigeunerbanden oder drogendealende Neger im Land zu behalten und durchzufüttern. Ich bezweifle wirklich, dass “wir” da eine Mehrheit finden.

  • Wollen wir unseren Rechtsstaat außer Kraft setzen und die Unschuldsvermutung in Frage stellen?

Nein, sicher nicht. Wer außer Feministen und Herrn Maas will das denn? Nein, sorry, die 4.500 Neonazis, die es vielleicht in Deutschland gibt, sind wirklich nicht relevant, und mirwegen werfen wir die auch raus; sind eh alle vorbestraft.

  • Wollen wir alle Muslime des Landes verweisen?

Das fordert nichtmal Trump. Wichtiger aber: Wieso hat denn das was mit dem Islam zu tun? Jede Religion oder Sekte ist, wenn sie fundamentalistisch genug ist und nicht mit den deutschen Werten von Freiheit und Sicherheit für sich selbst und Dritte vereinbar ist, eine wirkliche Gefahr für die deutschen Werte. Und solche Leute sollte man durchaus rauswerfen, denn die sind wirklich eine Gefahr für die deutschen Werte. Das sind aber sicher nicht “alle Muslime”. Es sind noch nichtmal “alle Neonazis” oder “alle Linken”, denn Allaussagen sind immer falsch (sic!).

Und dann kommen wir wieder zu Frau Fietz fünfter Frage, die sie nur rhetorisch stellt, weil ihr die Antwort nicht gefällt:

  • Wenn wir ein demokratisches, weltoffenes und humanes Deutschland erhalten wollen

müssten wir erstmal eines haben. Das ginge relativ leicht, wenn man hier keine undemokratischen, inhumanen Menschen mit geschlossenem Weltbild hätte. Menschen wie Frau Fietz, zum Beispiel. Oder “Flüchtlingsfamilien”, die sich darüber beschweren, dass sie einen nutzlosen Tisch im Wohnzimmer haben und keinen dicken Perserteppich, auf dem sie essen können. Weltoffenheit bedeutet nämlich, dass man sich anpasst, nicht die anderen.

Und bevor jetzt jemand blöd fragt, wohin man denn die Menschen abschieben soll: Nach Surinam.

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