Babykatzen sind unbezahlbar. Außer, man hat eine MasterCard.

Es ist ja nun nicht sonderlich verwunderlich, dass sich genau Null meiner Blogleser für die süßen Kätzchen interessieren, weil alle meine Leser nur widerliche Trolle sind, die Babykatzen zum Frühstück grillen.

Netterweise gibt es neben dem Darknet auch noch das Brightnet, also, eBay Kleinanzeigen, und da sind total viele nette Leute, die keine Feministen oder Nazis oder beides sind, und die mögen Babykatzen offenbar. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele liebe und vernünftige Menschen man im Internet außerhalb von Twitter, Blogs, Facebook und dem PI-Forum finden kann.

Und natürlich werden wir die Kleinen vermissen, aber sechs Katzen sind für unsere winzige 100m²-Wohnung einfach zu viele. Und die Mäuschen in ihrer Entwicklung von Ratten -> Vogelbabys -> Kätzchen beobachten zu dürfen ist ein wirklich unbezahlbares Erlebnis, was ich jedem nur ans Herz legen kann.

Weil das im wahrsten Sinne des Wortes aus der Fernsehwerbung unbezahlbar ist – hey, ich bin immer noch Wirtschaftswissenschaftler. Klar, am Anfang ist das easy und günstig, man braucht nur nen Pappkarton (0€) und eine Decke vom letzen Langstreckenflug (0€), aber halt für den Notfall Milch (20€), Fläschchen (10€) und eine Heizdecke für sechs Wochen (50€ Strom), hat man ja noch vom alten Wasserbett übrig. Aber danach geht das echt ins Geld. Klar, irgendeine alte Matratze hat eh jeder noch rumliegen, aber da muss man so Menschenbaby-Pissdingens drauftun, weil man die Matratze ja nicht waschen kann, und das sind so fünf am Tag (1€). Das bleibt auch so, wenn sie “auf Klo” gehen, denn Katzen mögen keine dreckigen Klos, und wer hat schon Platz für 12 Katzenklos? Eben. Plus Streu etc. pp. nochmal 1€/Tag. Plus mehr Futter, aber Katzenfutter kann man in gut und günstig kaufen (allerdings nicht bei Edeka), sind nochmal 2€ / Tag. Am Anfang frisst das Mama, später dann die Kleinen. Dazu braucht man dann etwa 12 neue Schüsselchen (12€), und die wollen dann in die Spülmaschine (1€), wie auch relativ viele Decken in die Waschmaschine wollen (1€). Für damit knapp 92€ plus 70 (Tage)*6€ ~~ 500€ kann man sich also Babykatzen durchaus leisten – das ist weniger als ein iPhone 83XVs7. Dann müssen die natürlich entwurmt werden, Mama auch (25€), und zwar zweimal. Und geimpft, 40€. Ah, und dann waren da noch die nicht so schlimmen Babykrankheiten, 50€ für den TA und 50€ für Medikamente. Aber das ist natürlich alles auch in der Summe nicht nennenswert, sondern unbezahlbar, und dafür gibt es ja MasterCard.

Was die MasterCard der (empfehlenswerten N26-Bank) dann nicht abdeckt, wären das völlig zerstörte 10k€-Ledersofa, die fünf Telefon-Headsets, die runtergeworfenen Rosenthal-Schalen, die beiden Steelcase-Schreibtischstühle, die drei USB-Ladekabel, die Fliegengitter, alle meine Hosen, viele Hemden, x-zig Kleider/Röcke/Tops meiner Frau, sämtliche Teppiche, Vorhänge und so weiter.

Aber gut, die 15€ für den Babykatzen-Kratzbaum haben sich total gelohnt, meine Badarmaturen sind noch heile. Und Babykatzen sind unbezahlbar, und wir werden sicher beide heulen, wenn wir sie weggeben. Und dann nochmal bei der nächsten Abrechnung von MasterCard.

Ich frage mich gerade ganz ehrlich, wie “Züchter” von “Rassekatzen” sich einreden können, mit 400€/Katze irgendwie “profitabel” zu “arbeiten”. Aber Babykatzen sind wirklich lohnenswert.

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One thought on “Babykatzen sind unbezahlbar. Außer, man hat eine MasterCard.”

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